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Mika (Isabelle Huppert) ist die zielstrebige Erbin einer Schokoladenfabrik. Die Besitzer hatten sie einst adoptiert. Ihre leiblichen Eltern hat sie nie bewusst kennen gelernt.

Sie war mit dem Pianisten Polanski (Jacques Dutronc) verheiratet, doch der hatte sich ihrer Freundin zugewandt, ließ sich im Einvernehmen mit Mika scheiden und heiratete deren Freundin, mit der er ein Kind bekam.

Mika blieb mit den beiden weiterhin befreundet, tat ihnen Gutes, überließ ihnen sogar ein Haus, in welchem sie wohnen konnten. Von Stund an jedoch verabreichte sie allen Bewohnern heimlich ein Schlafmittel, mixte es in den Kakao, um ihr Umfeld in einen somnambulen, letztlich von ihr abhängigen Zustand zu versetzen. Möglicherweise hoffte sie auch , dass ihr geschiedener Mann stets so müde ins Bett fallen würde, dass er keinen Sex mit seiner neuen Frau haben konnte, (so meine Interpretation des Handelns , denn im Film wird die Motivation des Tuns nicht näher erklärt).

Mikas ahnungslose Frau, so erfährt man in retrospektiven Erzählungen, begibt sich mit dem Auto in einem solchen Zustand spätabends noch in die Apotheke, um für ihren Gatten Schlaftabletten zu besorgen, weil dieser offenbar von dem Mittel schon so süchtig ist, dass er ohne hohe Dosen davon kein Auge mehr zu tun kann und gierig nach den kleinen Dingern lechzt. Allerdings weiß keiner, dass Mika ihn süchtig gemacht hat.

Die Gattin schläft am Steuer ein, verunfallt und stirbt , wie man aus den Dialogen entnehmen kann. Ob dies Mikas Absicht war, bleibt unklar. Zumindest hat sie den Unfall billigend in Kauf genommen. Sie verschweigt ihr Tun. Polanski heiratet Mika abermals und bildet nun mit ihr und Guillaume( Rudolphe Pauly), seinem Sohn , die neue Familie.

Mika kümmert sich rührend um die beiden Männer. Sie ist geradezu überfürsorglich.
Guillaume fällt dadurch auf, dass er sehr passiv und entschlusslos ist. Dem Zuschauer wird, nachdem er von den Drogen erfährt, alsbald klar, dass es einen Zusammenhang zu den Tabletten gibt.

Irgendwann taucht die junge Pianistin Jeanne(Anna Mouglalis) in dem Haus auf. Sie hat gehört, dass es bei ihrer Geburt möglicherweise Verwechslungsprobleme gegeben hat. Da ihre Mutter sich indifferent verhält, als eine Freundin ihrer Mutter von den sonderbaren Ereignissen im Krankenhaus berichtet, will sie sich selbst ein Bild machen.

Polanski bestätigt die Unklarheiten im Krankenhaus. Man spürt, dass beide ahnen, dass sie Vater und Tochter sind und erkennt auch auf den Fotos von Polanskis zweiter Frau die Ähnlichkeit zu Jeanne.

Polanski übt mit der schönen Jeanne Klavierstücke ein. Beide sind völlig in das Spiel versunken. Man spürt das Glück und die Harmonie der beiden. Es ist nicht notwendig offiziell die Verwandtschaft zu benennen.

Mika sieht auch das innere Band von Polansiki und Jeanne und wird aktiv . Nun bekommt auch Jeanne Schlafmittel verabreicht. Jeanne ist eine gute Beobachterin und hat zur Kenntnis genommen, dass mit Mikas Kakaomixturen etwas nicht stimmt, lässt einen Pullover, auf dem sich der Stoff befindet von einem Freund im Labor untersuchen.

Jeanne glaubt zunächst Mika wolle Polanskis Sohn töten, berichtet diesem auch von dem Mittel. Als erneut das Schlafmittel für Polanski ausgegangen ist, fahren Jeanne und der junge Mann in die Stadt um den Vater neu mit Stoff zu versorgen. Beide haben es abgelehnt Kakao zu trinken, nehmen stattdessen Kaffee zu sich, doch auch dieser enthält das Mittel. Jeanne schläft am Steuer ein....

Mika erklärt Polanski, während die jungen Leute unterwegs sind, dass sie sich immer überflüssig gefühlt habe und nicht empfinden können. Stets sei sie berechnend gewesen, wollte zwar aus Vernunft Gutes tun, aber innerlich drängte es sie stets zur Destruktion, um auf diese Weise erneut Gutes tun zu können . Ihre eigentliche Handlungsmotivation scheint darin zu bestehen Menschen in einen unmündigen Zustand zu versetzen, um ihnen anschließend zu helfen. Nur so fühlt sie sich nicht überflüssig.

Sowohl die verstorbene Gattin als auch Jeanne empfand sie als Rivalinnen, die ihr den hart erkämpften Fürsorge- Platz entziehen wollten. Ob sie die Frauen deshalb bewusst zu töten beabsichtigte, bleibt unklar. Offenbar hat Mikas verwundete Kinderseele sie zu all diesen fatalen Handlungen veranlasst. Am Ende des Films hat man beinahe Mitleid mit der Täterin. Dies genau scheint genau beabsichtigt zu sein.

Der Film des großen Regisseurs und Drehbuchautoren Chabrol hat so viele Facetten, dass man sie im Rahmen einer zeilenbegrenzten Rezension im Grunde nur andeuten kann. Isabelle Huppert spielt die Rolle der Mika hervorragend, die Ausstrahlung dieser aparten, aber keineswegs schönen Frau hat etwas kühles, verwirrendes und spiegelt genau den inneren Zustand von Mika. Jacques Dutronc ist ein äußerst nachdenklicher, sensibler, blendend aussehender Franzose, der die Rolle des Pianisten, wie kein Zweiter ausgefüllt hat. Auch die anderen Rollen sind ausgezeichnet besetzt worden.

Ein beeindruckender, psychologisch sehr subtiler Streifen.

Die Ton- und Bildqualität ist hervorragend .

Empfehlenswert.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Oktober 2014
Dieser Film hat mehrere Dinge geschafft.

Ich wollte das erste Mal aus dem Kino heraus. Das wollte ich noch nie.

Ich habe mich bei IMDB angemeldet, um die Menschheit vor diesem Film zu warnen.

Dieser Film ist ein zusammenhangloses Klavier-Video.Zwischendurch reden Leute, über Dinge, die nur angedeutet werden, die aber niemand ausspricht, und die - und das ist das Traurige! - keinerlei Bedeutung haben. Schauspieler, die in keinster Weise überzeugen, eine Story, die absolut belanglos ist und durchaus Potenzial hatte, das aber total verpufft,

Wer erwartet, dass irgend etwas passiert, das interessant sein könnte, sollte sich eine andere DVD bestellen. Egal, welche. Es dürfte immer interessanter sein als dieser Film.
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