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am 24. Januar 2009
Parallel zur Behandlung von Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald" im Pflichtprogramm des niedersächsischen Zentralabiturs 2009 bietet sich hier eine Inszenierung an, die einen handfesten Eindruck macht:

Wenn man mal die Anlässe für die üblichen Oberflächennörgeleien ("Da fehlt aber Text!" u.ä.) ausblendet, bekommt man hier eine sehr ordentliche und gewissenhafte Verfilmung, welche die Essenz des Stücks - nämlich wie die Gesellschaft eine Rebellion gegen Einengung und Doppelmoral zermalmt und so eine aufrichtige Protagonistin zugrunde richtet - vollständig einfängt und sauber herausarbeitet.

Horváth-Puristen seien allerdings gewarnt: Das stilisierte Spiel, welches der arme missverstandene Autor in seiner "Gebrauchsanweisung" 1932 verlangte, ist hier ebenso wenig zu finden wie die Abwesenheit von Dialekt (den er selbst aber kurioserweise in seinem Text verwendet!). Die meisten Filmfreunde würden sicherlich einer Inszenierung im Stil von Brechts epischem Theater auch nichts abgewinnen können - schließlich ist es gerade die Stärke des Films, die technischen Beschränkungen der live-Bühne zu überwinden. Wer auf intellektuell aufgeladenen Minimalismus steht, geht sowieso ins Theater statt ins Kino.

Maximilian Schell verwendet für seine Verfilmung realistische Drehplätze, österreichische Mundart und ungekünsteltes Schauspiel, wie man es eben von einem Film erwarten würde - und natürlich ist für eine deutschsprachige Verfilmung in einem Wiener setting ein authentischer Wiener Dialekt absolut angebracht! Seine Darsteller lassen die Figuren lebendig und glaubhaft werden, ohne in platte Stereotypen abzugleiten - Horváths "ewige[n] Kampf zwischen Bewußtsein und Unterbe­wußtsein" in Momenten der "Stille" arbeitet Schell in eindringlichen Close-ups sauber heraus und ermöglicht so die kritische Auseinandersetzung mit den Schurkenfiguren, die gleichzeitig auch arme Würstchen sind, denen man wenig böse Absicht unterstellen kann. So treiben sie zwar die bedauernswerte Protagonistin ins Unglück, gleichzeitig wird aber das starre Gerüst gesellschaftlicher Konventionen deutlich, dessen Diktat alle unterworfen sind.

Da Horváth immer wieder dem Naturalismus zugeordnet wird ("objektive" und möglichst realistische Darstellung gesellschaftlicher Missstände, insbesondere proletarischen Elends; vgl. Hauptmanns "Die Weber"), hier ein paar Worte zur Gestaltung: Schells Inszenierungsstil trägt dem vollends Rechnung, denn: Viele Forderungen des Naturalismus an Bühnenbild, Kostüm und Beleuchtung lassen sich überhaupt erst mit den Mitteln des Films umsetzen, die Anfang des 20. Jahrhunderts noch nicht zu Verfügung standen. Auch der Kostenaufwand für eine Inszenierung / Produktion ermöglicht dem Film ein breiteres Spektrum an Darstellern und Schauplätzen - und Schell nutzt diese Möglichkeiten für sich. Ich verstehe immer noch nicht ganz, warum Horváth beharrlich als Naturalist bezeichnet wird, denn an Schells Film wird deutlich, wie viel Abstraktes Horváth für die Inszenierung seiner Stücke forderte. Somit ist diese Verfilmung deutlich naturalistischer als der Stil des Autors, welcher angeblich dem Naturalismus zuzurechnen sei (Interessanterweise forderte dieser ja auch selbst, dass seine Stücke gerade NICHT naturalistisch oder realistisch inszeniert werden sollen!).

Die technische Qualität gewinnt natürlich keine THX-Preise, ist aber den Umständen entsprechend absoult brauchbar. Die Coverabbildungen in s/w verwirren etwas, denn der Film ist (zeitgemäß) vollständig in Farbe. Extras zum Film sind nicht mit dabei, aber: Des goab's damols hoit noch net.

FAZIT: Maximilian Schell gelingt eine einnehmende und angemessene Verfilmung, die zwar von Horváths geforderten Mitteln deutlich abweicht, welche aber dessen inhaltliche Ziele perfekt transportiert. Mir persönlich gefällt dieser Stil auch wesentlich besser als die verkopfte Intellektualität des epischen Theaters - soll der Autor sich im Grabe umdrehen, so lange er mag.
Prädikat: schülertauglich ;-)
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am 11. Oktober 2010
Eine grandiose Verfilmung eines klassischen österreichischen Theaterstücks aus der Zwischenkriegszeit, die das kleine Land mal von einer anderen Seite zeigt. Man müsste den Film direkt im Anschluss an einen der üblichen Österreichtourismus-Werbespots zeigen - kein stärkerer Gegensatz wäre denkbar.
In diesem Film sind etliche Elemnte präsent die noch heute mit Österreich und speziell Wien assoziiert werden. Aber die österreichische Gemütlichkeit erscheint hier als eine bequeme Ausflucht aus Problemen und der Wiener Schmäh als bösartiger Zynismus.

Der Film ist die Geschichte der jungen Marianne, die Tochter eines Spielwarenhändlers, der von allen scherzhaft "Zauberkönig" genannt wird. Der Vater schätzt Marianne als Person wenig, sondern ist vor allem darauf bedacht sie so schnell wie möglich an einen benachbarten Metzger zu verheiraten, damit er nicht länger für die Tochter sorgen muss. Marianne fügt sich zunächst widerwillig in das ihr zugedachte Schicksal, obwohl sie keinerlei Gefühle für den Nachbar hegt. Am Tag der Verlobung jedoch lernt sie einen anderen Mann kennen und erfährt zum ersten Mal, was es heißt verliebt zu sein. Mutig stellt sie sich gegen ihren Vater und löst die arrangierte Verlobung auf, um ihren Herzen zu folgen...

So weit betrachtet, könnte sich das Stück nun ohne weiteres zu einer kitschigen Liebesgeschichte entwickeln, wie sie im Fernsehen allzeit auftreten. Aber Ödön von Horvath hat etwas völlig anderes im Sinne, denn er will gerade zeigen, wie kläglich die Liebe an einem egoistisch herzlosen Umfeld scheitern muss. Mariannes geliebter Ehemann hat schon bald genug von ihr und ihrem gemeinsamen Kind, da er sich nach dem unbeschwerten Leben von früher zurücksehnt, wo er keine Verantwortung tragen musste. Marianne, die nie einen Beruf erlernt hat, muss als Tänzerin in einem Nachtclub arbeiten, um sich und das Kind über Wasser halten zu können. Ihr Vater hat sie schon lange verstoßen und will nichts mehr von ihr wissen. Doch eines Tages landet er durch Zufall in eben jenem Nachtclub in dem seine Tochter nun arbeitet und ist geschockt...

Es ließe sich noch viel über den Inhalt schreiben, aber den meisten dürfte das Theaterstück ohnehin vertraut sein. Zusammenfassend muss man sagen, dass sich das Stück wohl in erster Linie als eine Entlarvung der Verlogenheit und Gehässigkeit der Menschen verstehen lässt. Obwohl die Protagonisten immer wieder Unschuld heucheln, haben sie eigentlich alle einen sehr großen Anteil an der Tragödie um Marianne. Der Vater unterstützt sie solange sie auf alle seine Kommandos hört, doch kaum setzt sie einmal ihren eigenen Willen durch, ist er sofort absolut unversöhnlich. Es scheint als ob man in dieser Welt immer nur so lange gut zu einem anderen ist, als man selber davon profitieren kann. Ansonsten übt man sich im Wegschauen und Verdrängen...
Über die Verfilmung ist zu sagen, dass sie wirklich sehr kunstvoll und aufwendig gemacht ist und dem historischen Stoff auf diese Art äußerst lebendig wiedergibt.
Da ist zum einen der großzügige Einsatz von Musik: Etliche typisch österreichische Melodien tauchen auf, um die Stimmung des Schauplatzes zu vermitteln. In manchen Szenen wird damit sogar richtig verschwenderisch umgegangen, was sich aber als sehr gutes Mittel erweist um die Vergnügungssucht der Menschen zu zeigen. Bei ihren selbstvergessenen Besäufnissen in Gastgärten und Nachtclubs singen die Menschen über ihr schönes Wien, wo doch in Wahrheit überall tiefe Risse in der Idylle sind, wie die restliche Handlung klar zeigt.
Ansonsten setzt die Regie auch darauf, viel von der Umgebung des Wiener Waldes zu zeigen, was so im Theater nicht möglich wäre. Somit wird auch das Land selber zum präsenten Protagonisten des Films. Auch hier scheint eine Idylle vorzuliegen, wenn man die Aufnahmen von der schönen Donau sieht, aber die Protagonisten zerstören diese allzu bald mit ihren Gehässigkeiten. Der Film geht also klar über bloßes Theater hinaus und hat somit seine eigene Sprache gefunden.

Maximillian Schell war in den siebziger Jahren mehrmals als Regisseur tätig und hat hier ganze Arbeit geleistet. Es ist sehr schade, dass er heute fast nur noch in mittelmäßigen TV-Filmen zu sehen ist.
Von den Schauspielern muss natürlich besonders Helmut Qualtinger hervorgehoben werden. Hier schon in etwas höheren Alter, liefert er als grantiger Zauberkönig eine weitere Meisterleistung ab. (zu Qualtinger siehe auch meine Rezension zu "Kurzer Prozess")
Birgitt Doll ist ebenfalls sehr, sehr überzeugend als Marianne. Es ist eigentlich schade, dass sie keinen höheren Bekanntheitsgrad genießt. (ein weiterer guter Film mit ihr ist "Suzie Washington")
André Heller hat eine kleine Gastrolle und wirkt vielleicht teilweise etwas zu bemüht bei der Darstellung eines kleinen Ganoven. Dafür entschädigt allerdings seine geniale Gesangseinlage, die den Film eröffnet.

"Geschichten aus dem Wienerwald" ist somit für jeden empfehlenswert, der sich für die ganz alltäglichen Fehler einer selbstverliebten Gesellschaft interessiert. Ob das ganze nur auf die Zwischenkriegszeit zutrifft, oder auch heute noch gültig ist, kann jeder für sich selber entscheiden.

WICHTIGE ANMERKUNG ZUM SCHLUSS: Im Gegensatz zu den Bildern auf der DVD-Hülle ist dieser Film in Farbe und nicht in Schwarz-Weiß! Die Edition "Der österreichische Film" ist zwar ansonsten vorbildlich gemacht, aber warum bei einigen Titeln die Fotos auf der Verpackung nicht korrekt sind, ist rätselhaft. Bei dem Film "Der Kulterer" sind die Hüllenfotos in Farbe und der Film in Schwar/Weiß! Da dies meiner Ansicht nach doch eine gewisse Irreführung darstellt, kann ich nur hoffen, dass diese seltsame Praxis irgendwann noch geändert wird.
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am 31. Januar 2013
Guter Film, mit Anspruch, den ich noch aus meiner Jugend kannte. Damals, wie heute, beeindruckend. Nicht nur die Wiederspieglung der Zeitepoche, sondern auch der handelnden Figuren ist sehr gut. Aber bei den Schauspielern ist dies auch nicht anders zu erwarten. Und alles im 3/4 Takt!
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am 24. Februar 2015
Die Verfilmung von Horvaths Theaterstück "Geschichten aus dem Wienerwald" stammt aus dem Jahre 1979. Die Regie führte niemand geringerer als Maximilian Schell. Auch die schauspielerische Besetzung ist bemerkenswert und kann sich sehen lassen - heimische Größen wie Andre Heller, Helmut Qualtinger, Hanno Pöschl oder Götz Kaufmann verleihen dem Stück seine ganz besondere wienerische Atmosphäre wie Qualität. Das eigentlich als Volksstück verfasste Werk erhält durch die Charaktere teilweise zynische und kabarettistische Züge. Der böse und tragische Hintergrund und eine gewisse morbide Stimmung bleibt aber stets allgegenwärtig, insbesondere durch die Tatsache da der komplette Handlungsstrang am Vorabend der Machtübernahme der Nazis in Österreich spielt. Ein Stück unserer Geschichte. Ein absolutes Muss.
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am 13. Januar 2014
ein großartiges theaterstück, das mit fantastischen schauspielern beeindruckend verfilmt wurde-
gibt tiefe einblicke in das dunkel der österreichischen seelenlandschaft (und in die schönheit der österreichischen landschaft in der wachau)
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am 11. März 2013
Habe diese DVD für mein Spezialgebiet gebraucht. Ich habe das Stück sehr gerne und die Besetzung gefällt mir bei der Version auch sehr gut.
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am 6. März 2014
Die menschliche Tragödie hinter der wienerischen Leichtigkeit kommt gut zur Geltung.
Der Spezialversand mit Ausweiskontrolle und zusätzlichen Versandkosten sind ein schlechter Witz für einen Film der die Fsk-Freigabe ab 12 Jahre hat. Die Nacktszenen am Schluß sind nicht härter als unser Vorabendprogramm im öffentlichen Fernsehen!
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am 25. Mai 2010
Eine Geschichte, die berührt, unter einer hervorragenden Regie von Maximilian Schell und hervorragenden Schauspielern. Sehr zu empfehlen.
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