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210 Rezensionen
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178 von 193 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was war denn das...?
Was war denn das? Das war mein erster Gedanke, als ich den Film neulich sah. Ich war angewidert und fasziniert zugleich. Ich war abgestoßen und gefesselt. Nach dem Ende saß ich minutenlang noch da, war deprimiert und grübelte nach.
Zu komplex war der Film, um seinen Sinn beim ersten Ansehen zu erfassen. Nachdem ich das Buch gelesen habe, kann ich...
Veröffentlicht am 2. Mai 2002 von S. Bischoff

versus
15 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Natürlich ein Klassiker aber...
Natürlich ist Clockwork Orange ein Klassiker, welchen man für diesen Preis ohne Bedenken kaufen kann
Jedoch hat er mir überhaupt nicht gefallen.
Die Idee von Kubrick, zu zeigen, wie das Establishment die Minderheiten ausnutzt ist sicherlich eine gute, allerdings finde ich sie extrem schlecht umgesetzt.
An der Handlung stören mich, die...
Veröffentlicht am 14. Juli 2011 von Philipp Bäcker


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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zeitloser Kultklassiker und Meilenstein der Filmgeschichte, 12. September 2007
Von 
Christian Becker "modchris" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Clockwork Orange - Collector's Box (DVD)
Schon lange befindet sich Uhrwerk Orange in meiner DVD-Sammlung, doch endlich habe ich es geschafft mir den Film anzuschauen. Obwohl der Film mittlerweile über 35 Jahre alt ist, hat der Film bzw. die Themaik nicht an Gegenwärtigkeit verloren. Ich bin mir sicher, dass Clockwork Orange auch in weiteren 35 Jahren anspruchsvolle und intellektuelle Zuschauer begeistern wird. Stanley Kubrick hat mit diesem Klassiker ein Meisterwerk geschaffen, welches zwar viele Gewaltszenen künstlerisch und ästhetisch darstellt, die Gewalt jedoch NICHT verharmslost oder verherrlicht. Wer den Film verstanden hat weiß, dass hinter diesem durchaus brutalen Kunstwerk eine Botschaft steckt. Es geht um den freien Willen eines jeden Menschen, um die Fähigkeit eigene Entscheidungen zu treffen. Dem Protagonisten Alex wird diese Fähigkeit genommen, er durchläuft einen Wandel vom brutalen Schläger und Vergewaltiger zu einer jämmerlichen, gebrochenen Figur, die nur noch aus der Angst heraus entscheidet und suizidgefährdet ist.

Dieser Mix aus Schönheit und Grausamkeit schrieb Kinogeschichte wie kein anderer Film. In Großbritanien wurde der Film nach sehr kurzer Laufzeit 27 Jahre lang (bis zum Tod von Kubrick) unter Verschluss gehalten. In Amerika erhielt der Film ein X-Rating und wurde von der katholischen Kirche auf den Index gesetzt. Bei uns ist der Film ungeschnitten ab 16 freigeben. Die Gewalt wird schließlich in den meisten Szenen auch nur angedeutet, die Ausführung an sich wird jedoch nicht gezeigt.

Wer hier spannendes Popcornkino erwartet, sollte sich den Film gar nicht erst ansehen. Wer dagegen anspruchvolle Filme mag, die zum Nachdenken anregen ist hier genau richtig. Um den Film noch besser zu verstehen, werde ich mir demnächst noch das Originalbuch von Anthony Burgess zulegen.

Die normale Single-Disc wird dem Klassiker nicht gerecht, diese schicke Collectors Box dafür schon. Leider nur relativ teuer zu bekommen...
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20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Utopie? Nein, Gegenwart..., 11. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Uhrwerk Orange (DVD)
Als ich den Film Ende der 70er Jahre erstmalig im Kino sah, war ich restlos überfordert, zumal ich die literarische Vorlage 'A Clockwork Orange' von Anthony Burgess nicht kannte. Was hatten die Darstellung von ungeschminkter Brutalität, (damals) futuristischer Optik und das Schaffen Ludwig van Beethovens miteinander zu tun? Erst nach mehrmaligem Ansehen erschlossen sich mir die psychologischen Tiefgründe des Films, und mit den Jahren nahmen die Parallelen des Films mit der Realität immer weiter zu. Erstaunlich und erschreckend die Genauigkeit, mit der Burgess/Kubrick die Welt des 21sten Jahrhunderts bereits 1971 voraussahen, seien es die Mißhandlung Obdachloser, das Verhalten der Spaß-Konsum-Gesellschaft oder die Methoden der modernen Psychiatrie.
Dieser Film hat in all den Jahrzehnten nichts von seiner Intensität verloren und zählt ganz sicher zu den Meilensteinen der Filmgeschichte, nicht zuletzt Dank der hervorragenden Leistung seines Hauptdarstellers Malcolm McDowell.
Die Ausstattung der DVD ist leider sehr mager (mir liegt nur eine 4:3-Version vor), was aber wahrscheinlich auf fehlendes Produktionsmaterial zurückzuführen ist. Ein Kommentar Kubricks oder einige Produktionsfotos hätten diesen phantastischen Film noch weiter aufgewertet - deshalb nur 4 Sterne.
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19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meilenstein der Filmgeschichte, 20. August 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Uhrwerk Orange (DVD)
Der Titel (meiner Rezesion) mag für viele übertrieben klingen, aber genau das sind die meisten Filme von Stanley Kubrick.

Viele Kameraeinstellungen die heute in jedem Möchtegern-Blockbuster Film verwendet werden, wurden von ihm für diesen Film 'erfunden'. Man denke an Szenen wo ernst aus der Wäsche guckende Leute in leichter Zeitlupe in die Schalcht (metaphorisch) ziehen.

Wie schon bei 2001 hatte Kubrick auch bei diesem Film viele geniale einfälle, Szenen umzusetzen.

Weiters kann man den Film zugute halten, dass es eine sehr gelungene Umsetzung der Literarischen Vorlage ist, wenn auch das Buch ein Stück weiter geht und mit einer etwas optimistischeren Botschaft endet.

Ich selbst wurde auf den Film vor Jahren durch Hooligans auf dem Fußballplatz aufmerksam, trug doch einer von ihnen ein T-Shirt vom Film. Als ich ihn drauf ansprach meinte er nur: 'Das ist so ein geiler Film, da gibts ordentlich Dresche'. Im nachhinein betrachtet hat er den Film wohl missverstanden.

Herausragend sind sowohl der Hauptdarsteller, die Filmmusik (obwohl nicht jeder damit klar kommt ;)) und die Handlung an sich.

Natürlich kann man den Film heute nicht einem jeden bedingungslos empfehlen. Er ist in die Jahre gekommen, die für damalige Zeiten schräge Optik dürfte jene verschrecken, welche die belanglosen Durchschnittsfilme von heute konsumieren. Es ist eher ein Film für Filmliebhaber und nicht für hyperaktive Fernsehkids mit Konzentrationsstörungen, die alte Filme langweilig finden.

All jene die sich irgendwo zwischen diesen beiden 'Typen' sehen, müssen wohl selber rausfinden ob ihnen der Film gefällt :)
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24 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der wohl radikalste Film aller Zeiten, 7. August 2003
Von 
Torsten Scheib "torstenscheib" (Ludwigshafen am Rhein) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Uhrwerk Orange (DVD)
Auch heute - nach über dreißig Jahren - hat Stanley Kubriks "Uhrwerk Orange" nichts von seiner Eindringlichkeit eingebüßt und schockiert und entsetzt immer noch. Basierend auf dem gleichnamigen Roman des Kult-Autors Anthony Burgess wird hier die Geschichte von Alex erzählt, der zusammen mit seiner Gang (den "Droogs") raubend, plündernd und vergewaltigend durch die die Gegend zieht und dabei der Polizei und auch anderen Institutionen mehr als nur ein Dorn im Auge ist.
Eines Tages schließlich begeht Alex einen fatalen Fehler: Bei einem weiteren Überfall tötet er eine Frau und wird auch noch von seinen Kameraden verraten. Die Folge: 14 Jahre Staatsgefängnis! Doch dann hört Alex von der neuen Konditionierungsmaßnahme des Staates, die aus Kriminellen wieder friedlebende Bürger machen soll. Nichtsahnend ob der Ereignisse, die ihm noch bevorstehen, willigt Alex ein ...
Es ist schwer zu sagen, was an "Uhrwerk Orange" der beunruhigenste Faktor ist. Zu mannigfaltig schlägt Regisseur Kubrik auf den Zuschauer ein, als dass er sich dagegen wehren könnte, seien es nun die eindringlichen Bilder von Gewalt bzw. sinnloser Brutalität oder die schockierende Tatsache, wie leicht es einem Staat fallen könnte, aus seinen Bürgern dumpf vor sich hinlebende Roboter ohne Eigensinn zu kreieren. Noch immer besitzt "Uhrwerk Orange" Gültigkeit und dürfte jedem, der dieses zeitlose Meisterwerk zum ersten Mal sehen wird, schwer im Magen liegen bleiben. Nichts desto trotz stellt dieser Film nicht nur ein Manifest dar, sondern ist gleichzeitig eine Herausforderung, der sich jeder stellen sollte.
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17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meilenstein der Filmgeschichte, 20. August 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Clockwork Orange - Collector's Box (DVD)
Der Titel (meiner Rezesion) mag für viele übertrieben klingen, aber genau das sind die meisten Filme von Stanley Kubrick.

Viele Kameraeinstellungen die heute in jedem Möchtegern-Blockbuster Film verwendet werden, wurden von ihm für diesen Film 'erfunden'. Man denke an Szenen wo ernst aus der Wäsche guckende Leute in leichter Zeitlupe in die Schalcht (metaphorisch) ziehen.

Wie schon bei 2001 hatte Kubrick auch bei diesem Film viele geniale einfälle, Szenen umzusetzen.

Weiters kann man den Film zugute halten, dass es eine sehr gelungene Umsetzung der Literarischen Vorlage ist, wenn auch das Buch ein Stück weiter geht und mit einer etwas optimistischeren Botschaft endet.

Ich selbst wurde auf den Film vor Jahren durch Hooligans auf dem Fußballplatz aufmerksam, trug doch einer von ihnen ein T-Shirt vom Film. Als ich ihn drauf ansprach meinte er nur: 'Das ist so ein geiler Film, da gibts ordentlich Dresche'. Im nachhinein betrachtet hat er den Film wohl missverstanden.

Herausragend sind sowohl der Hauptdarsteller, die Filmmusik (obwohl nicht jeder damit klar kommt ;)) und die Handlung an sich.

Natürlich kann man den Film heute nicht einem jeden bedingungslos empfehlen. Er ist in die Jahre gekommen, die für damalige Zeiten schräge Optik dürfte jene verschrecken, welche die belanglosen Durchschnittsfilme von heute konsumieren. Es ist eher ein Film für Filmliebhaber und nicht für hyperaktive Fernsehkids mit Konzentrationsstörungen, die alte Filme langweilig finden.

All jene die sich irgendwo zwischen diesen beiden 'Typen' sehen, müssen wohl selber rausfinden ob ihnen der Film gefällt :)
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5.0 von 5 Sternen Aus Lust an der Gewalt, 8. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Uhrwerk Orange [Blu-ray] (Blu-ray)
"A Clockwork Orange" ist Stanley Kubricks blasphemische Höllenvision von einem äußerst gewalttätigen Typen, der in seiner skrupellosen Dreistigkeit dem extrovertierten Gefühl vom ungezügelten Rausch grenzenloser Freiheit verfallen ist und dem schon rein äußerlich eine beängstigende Form an intelligenter Bosheit aus dem Gesicht springt, wenn er gleich in der ersten Einstellung mit seinem maliziösen Lächeln in einer Milchbar auf uns lauert, um uns auf einen bizarren Trip mitzunehmen, wo er als Anführer einer jugendlichen Gang, den grobschlächtigen Droogs, mit vulgärer Sprache durch die Straßen zieht, Obdachlose verprügelt, in fremde Häuser einbricht und Frauen vergewaltigt. Die Inspirationen für seine exzessiven Orgien zieht er aus sadistischen Sexphantasien und Beethovens 9. Sinfonie, die sein Adrenalin in Wallung bringt, denn dieser Alex ist ein unbändiges Monster, das von dem "alten Rein-Raus-Spiel" nicht genug bekommen kann und einen Krieg gegen alle führt, wenn er das Recht des Stärkeren für sich geltend macht und so zu einem Synonym für die Inhumanität der britischen Gesellschaft wird, die längst in ihrem neoliberalen Deregulierungswahn in ihre sozialen Einzelteile zersprungen ist und wo jeder Mensch sich selbst überlassen wird, weil das System auf die gegenseitige Kannibalisierung setzt und in der schrankenlosen Freiheit des Individuums den dekadenten Unmenschen gebiert, der rücksichtslos alles beseitigt, was sich ihm in den Weg stellt. Die erbarmungslose Brutalität, mit der Alex vorgeht, ist das gespiegelte Abbild dieser Gesellschaft, das allmählich überbordende Ausmaße annimmt und die Gefängnisse übervölkert. So bleibt der Regierung nichts anderes übrig, als die entarteten Delinquenten mit dubiosen wissenschaftlichen Methoden wieder umzuprogrammieren. Was bedeutet, dass Alex als medizinisches Versuchskaninchen einer manipulierenden Gehirnwäsche unterzogen wird, die aus ihm einen guten Kerl machen soll, bis er störungsfrei wie ein präzise eingestelltes Uhrwerk funktioniert. Und tatsächlich vollzieht Alex die Wandlung zum tugendhaften Idealbild eines christlichen Gutmenschen: Er schwört seinen Aggressionen ab, verabscheut Gewalt, entsagt sich seiner Sexsucht und ordnet sich anstandslos unter. Was für ihn allerdings nicht ganz ohne Folgen bleibt, weil im Tausch gegen die aufgezwungene Moral seine eigene Entscheidungsfreiheit auf der Strecke bleibt und auch die abgöttische Liebe zu Beethoven, die nun im akustischen Dauerbombardement der Neunten zur Qual wird und ihn schließlich in den versuchten Suizid treibt. Ein gefundenes Fressen für alle politischen Gegner, die in dem bedenklichen Ludovico-Experiment den ersten Schritt in einen totalitären Staat sehen.

"A Clockwork Orange" zeichnet ein düsteres dystopisches Bild, das die philosophische Frage nach dem schier unlösbaren Konflikt zwischen Individuum und Staat stellt und die beiden extremen Gegenpole miteinander konfrontiert: die totale Freiheit des Einzelnen und die vollständige Kontrolle durch die Institutionen. Und wer genau ist eigentlich dieser mysteriöse Alex? Am Anfang ist er ein purer Nihilist, der mit einer Clownsmaske vor dem Gesicht und einer Melone auf dem Kopf unter scheinheiligem Vorwand verstörend in die Intimsphäre seiner Opfer eindringt und die sorgsam aufgebauten materiellen, sozialen und geschlechtlichen Hierarchien mit seinem pervertierten Verhalten aus einer Laune heraus erdrutschartig zum Erodieren bringt. Metaphorisch betrachtet, kann man in Alex auch eine Art provokativen Aktionskünstler sehen, der zwar zutiefst unmoralisch und abartig agiert, aber wie ein Stachel im Mark der Gesellschaft genau dagegen aufbegehrt, dass sich das Leben und die moderne Kunst immer mehr einem oktroyierten Konformismus unterordnen, weshalb er mit seinen radikalen Stilbrüchen in die abgeschotteten Welten bestehender Ordnungen einfällt, um die eingefahrenen klassischen Strukturen zu zerstören. So ist eines seiner Opfer eine Kunstliebhaberin, die in ihrer Wohnung mit einer äußerst hässlichen Phallus-Skulptur erschlagen wird, wodurch sie auf ganz ironische Weise an ihrem eigenen schlechten Geschmack zugrunde geht. Die Frau eines Schriftstellers vergewaltigt er nach einer originellen Choreographie zu Gene Kellys "Singin' In The Rain", so dass seine Schandtaten sogar noch wie ästhetische Kunstwerke erscheinen, und das eigentlich Schockierende an diesem Film ist nicht unbedingt die satanische Boshaftigkeit, die er zeigt, sondern wie man als Zuschauer darauf reagiert, weil die Gewalt in perfekten stilisierten Bildern erscheint, die unterschwellig eine Faszination am Grauen befördern, die tief ins Unterbewusstsein des Betrachters eindringt und in der Alex zum martialischen Sinnbild für die sanfte Revolte der Dadaisten wird, deren schärfstes Schwert im Kampf gegen die so verhasste Gesellschaft eben der kalkulierte Skandal war, wenn sie mit subversivem Impetus die radikale Umwälzung von Sitten, Werten und Gebräuchen proklamierten. Womit der Film vehement der klerikalen Weltanschauung widerspricht, die in ihrer Naivität auf das Gute im Menschen setzt, weil die Gesellschaft in ihrer Schizophrenie eben auch nicht bereit ist, Alex nach dessen suspekter Läuterung entsprechend dem christlichen Gebot zu verzeihen. Sie wollen ihn alle unbedingt büßen sehen, da sie ahnen, dass seine Reue nur künstlicher Natur ist. Seine Eltern wenden sich von ihm ab, seine einstigen Kumpanen sind nun zu Schlägern in Polizeiuniform geworden, die jetzt Rache für frühere Gemeinheiten nehmen, ja selbst der Bettler, der am Beginn des Films von ihm verprügelt wurde, fällt trotz einer mildtätigen Spende über ihn her. Am Schluss ist Alex zwar geheilt, aber genau dort angekommen, wo so mancher Revolutionär vor ihm auch schon gelandet ist: auf einem Bett im Krankenhaus, ohne freien Willen und hilflos in Gips einbetoniert, wo er in desillusioniertem Zustand die Privilegien der Macht genießt und von eben jener Hand gefüttert und versorgt wird, die ihn zu dem gemacht hat, was er jetzt ist. Auweia, Alex hat nun einen Pakt mit der Regierung geschlossen, denn wie heißt es so schön bei Beethoven: "Alle Menschen werden Brüder". Na dann, Hallelujah!

Als Bonusmaterial sind auf dieser Blu-Ray vorhanden: drei verschiedene Dokumentationen, Audiokommentar und Trailer.
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18 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Righty-right?, 5. März 2003
Von 
robotgeorgie "robotgeorgie" (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Uhrwerk Orange (DVD)
Stanley Kubrick, der Ende der 60er mit dem genreprägenden und maßstäbesetzenden "2001" das Kinopublikum gleichsam begeistert wie verwirrt hatte, schuf 1971 einen der kompromißlosesten Filme überhaupt: Die Ferfilmung von Anthony Burgess' Roman "Clockwork Orange": Eine ultrabrutale Geschichte um einen jungen Mann, Alex, der als Anführer seiner Gang - seinen Freunden, den Droogs - die Stadt unsicher macht: Raubt, mordet, schändet und vergewaltigt - bis Alex von der Polizei geschnappt wird und einem speziellen 'Programm' unterzogen wird, welches ihn zu einem braven und friedlichen Staatsbürger machen soll.
Überwältigende Kameraeinstellungen, bombastische (kalssische) Musik und kompromißlose Darstellung von Gewalt (in dieser Reinkultur erst wieder gesehen in David Fincher's "Fight Club") machten den Film zu einem der umstrittendsten der 70er: Nachdem einige Einbrüche und Überfälle im 'Stil' von "Clockwork Orange" verübt wurden, entschloß sich Stanley Kubrick kurz nachdem der Film in Großbritannien angelaufen war, den Film aus den Kinos zu nehmen. Bis vor wenigen Jahren war "Clockwork Orange" in keinem britischen Kino zu sehen.
Der Film war - und ist - eine gnadenlose Abrechnung mit dem System eines totalitären Staates, der seine Bürger vor allem 'bösen' zu schützen vorgibt, einem Staat der sich letztendlich als opportunistischer Moloch enttarnt, wehr- und willenlosen Individuen die zu willkommenen Marionetten dieses Staates werden. Eine Thematik, die heute nach wie vor aktuell ist, Politiker entpuppen sich als Wendehälse und Heuchler, um sich über Wasser halten zu können. Wie (fast) jeder Stanley Kubrick-Film ein zeitloses, mahnendes Werk, ein Pflichtfilm - Kult.
Auf dieser DVD liegt der Film erstmals in neuer digitaler Abtastung vor, die Bildqualität ist also erstklassig, auf Bonus-Features muß man leider verzichten - hier sei aber auf die DVD "Stanley Kubrick - A life in picutres" verwiesen (nur mit der "Stanley Kubrick Collection" erhältlich).
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42 von 56 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Film über Macht, 4. Februar 2002
Rezension bezieht sich auf: Uhrwerk Orange (DVD)
Alex ist Schüler, lebt bei seinen Eltern. Er zieht mit seinen Freunden auf der Suche nach Ärger um die Häuser; Ärger für andere: wer schwächer ist als Alex und seine Gang, wird geschlagen, vergewaltigt und beraubt. Seinen Eltern gegenüber nennt er das "Gelegenheitsarbeiten".
Nur durch Brutalität erhält er sich seinen Anführerstatus in der Clique. Eines Abends will die Gruppe eine allein lebende Dame überfallen. Die aber ruft die Polizei, kurz bevor sie von Alex ermordet wird. Alex' Freunde lassen ihn im Angesicht der Polizei im Stich.
Er wird verhaftet, verurteilt und muß sich der sinnlosen Förmelei im Strafvollzug unterwerfen.
Um herauszukommen, erklärt er sich einverstanden, als Freiwilliger in einem Projekt zur Umerziehung von Straftätern mitzuwirken. Dort wird er tatsächlich auf grausame Art so umerzogen, daß er beim geringsten Gedanken an Gewalt von seiner Seite körperlich zusammenbricht. Er wird als geheilt entlassen und trifft nun auf seine früheren Bekannten.
Die Eltern werfen ihn aus dem Haus, ehemalige Freunde und Opfer verprügeln ihn. Er kann sich wegen der Gehirnwäsche nicht wehren. Schließlich versucht eine Gruppe von Liberalen, die "Umerziehung" rückgängig zu machen.
Den Film beherrschen die Themen Gewalt und Macht. Es wird deutlich, daß unsere Gesellschaft durch die Ausübung von Macht lebt - Macht von Eltern, Gerichten, Ärzten, der Polizei. Machtmißbrauch ist für das Opfer von Machtgebrauch nicht zu unterscheiden. Wer schwach ist und sich nicht wehren kann, leidet.
Als Zeichen für Machtverhältnisse dient auch die Sprache: der Mächtigere zwingt dem Schwachen seine Sprache auf.
Die filmische Umsetzung ist überwältigend. Die Bilder sind stets ganz ruhig, die Kamera scheint zu stehen, so daß jede einzelne Szene gleichwertig neben der nächsten steht, egal, was gerade gezeigt wird. Zuweilen - wie am Anfang - wird von der Großaufnahme in die Totale geschwenkt, wodurch sich der Blickwinkel des Zuschauers und auch seine Empfindungen schlagartig ändern. Jede Szene ist wie ein Gemälde aufgebaut, in dem man durch Symbole - vor allem Farben - die Aussage des Films oder der Sequenz wiederfindet.
Es wird alles gezeigt, aber es wird nichts gewertet.
Der Film hinterläßt ein Gefühl der Verwirrung, weil es niemanden gibt, mit dem man sich "trotz allem" identifiziert. Ein seltsamer Film ohne Helden, ohne Moral. Die Botschaft scheint zu sein: Versuche, andere nicht leiden zu lassen, nur weil Du gerade Lust hast, mächtig zu sein.
Aber vielleicht ist sie auch: Du kannst nicht vermeiden, Macht auszuüben. Du kannst auch nicht vermeiden, sie zu mißbrauchen.
Die Schauspieler werden alle ohne Ausnahme dem hohen Anspruch gerecht. Die Sprache des Originals ist treffend wiedergegeben.
Ein Film, der nur deshalb nicht die volle Sternzahl erhält, weil er vielleicht zu sehr stört und betroffen macht; den man in den Alltag mitnimmt.
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13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Echt Horror-Show!": eindrucksvoll und eindringlich, 26. März 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Uhrwerk Orange (DVD)
Righty-right. Dieser Film ist ein absolutes Meisterwerk. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass manche ihn wirklich lieben und andere ihn sich nicht mal bis zum Ende anschauen wollen. Vielleicht ist er zu offen und ehrlich...
Zunächst ist es noch Alex,der mit seinen Droogs die Gegend unsicher macht, immer auf der Suche nach etwas "Ultrabrutalem". Dann wird Alex imprisoniert ("Du bist jetzt ein Mörder, kleiner Alex.") und nach Abschluss der Ludoviko-Methode (Konditionierung zum "wahren Christen") wieder in die Welt entlassen. Ihn noch als Mensch zu bezeichnen, wäre absurd- er begeht zwar keine Straftaten mehr, doch "Was ist mit der freien Entscheidung?" Das interessiert niemanden in der scheinheiligen Gesellschaft, die von nun an ihren Rachefeldzug antritt: Jeder, den Alex früher erniedrigte, zahlt es dem mittlerweile Hilflosen nun doppelt zurück.Die Anlage zur Gewalt scheint also jeder zu besitzen.Die Gesellschaft zeigt ihr wahres Gesicht: unmenschlich, brutal und heuchlerisch. Alex Eltern haben nun einen Ersatz-Sohn,Joe. Der Mensch ist jederzeit ersetzbar. Alex wird letztenendes für politische Zwecke missbraucht, erneut wurschtelt man an seinem Gulliver herum- righty-right, er war geheilt.
Über diesen Film könnte man stundenlang schreiben, er brennt sich tief ins Gedächtnis.
Ach ja: Schnell zu dem Preis kaufen!!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial, 28. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Uhrwerk Orange [Blu-ray] (Blu-ray)
Guter Film muss man gesehen haben die Geschichte ist gut und spannend eine absolute Kaufempfehlung für Fans genauso etwas wie für Neulinge ist aber nichts für feinfühlige.
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Uhrwerk Orange [Blu-ray]
Uhrwerk Orange [Blu-ray] von Stanley Kubrick (Blu-ray - 2007)
EUR 7,99
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