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47 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Maggie biegt ab
Manchmal stehen wir an Weggablungen unseres Lebens und merken es nicht. Wir übersehen die Kreuzung und denken, es ginge nur noch in eine Richtung. Wahrscheinlich verlaufen unsere Denkvorgänge genauso spurtreu wie unser Leben es scheinbar ist. Wir haben kein Vertrauen mehr und übersehen die Zeichen.

Ab und zu jedoch ist das Leben hartnäckig...
Veröffentlicht am 28. Juli 2008 von Dr. R. Manthey

versus
3.0 von 5 Sternen Gute Idee, unlogische Story mit vielen Fehlern
Der Film ist von der Idee her gut, aber die Story ist sehr unrealistisch.
das könnte man viel besser machen.
Vor 26 Tagen von Wolfgang Ohlendorf veröffentlicht


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47 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Maggie biegt ab, 28. Juli 2008
Von 
Dr. R. Manthey - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Irina Palm (DVD)
Manchmal stehen wir an Weggablungen unseres Lebens und merken es nicht. Wir übersehen die Kreuzung und denken, es ginge nur noch in eine Richtung. Wahrscheinlich verlaufen unsere Denkvorgänge genauso spurtreu wie unser Leben es scheinbar ist. Wir haben kein Vertrauen mehr und übersehen die Zeichen.

Ab und zu jedoch ist das Leben hartnäckig und gibt uns nicht auf, denn es hat noch einiges mit uns vor. Maggie ist so ein Fall. Sie lebt ein eher trostloses Leben in einer Londoner Vorstadt. Eine zu früh gealterte Frau, die mit einigen ihrer argwöhnischen Artgenossinnen gelegentlich Karten spielt und tratscht. Nach dem Tod ihres Mannes verkaufte sie ihr Haus an eine dieser scheinbaren Freundinnen zum Schleuderpreis, denn ihr Enkel war schwer erkrankt und seine Therapien verschlingen alles Geld der Familie. Für den letzten Hoffnungsfunken, eine Behandlung im fernen Australien, ist nichts mehr da. Der Kreditrahmen ist ausgeschöpft und das Zeitfenster zu klein, um noch Hoffnung auf eine rechtzeitige Geldbeschaffung zu haben.

Aber im Gegensatz zu den Eltern gibt Maggie nicht auf. Als sie zufällig die Suchanzeige für eine "Hostess" im Schaufenster eines Londoner Sexklubs sieht, ist sie an einer Kreuzung ihres Lebens angelangt. Und sie bleibt stehen. Ahnungslos und naiv bemüht sie sich um den Job, der viel Geld verspricht. Als sie erfährt, worum es tatsächlich geht, zögert sie. Doch das Leben ihres Enkels ist ihr zu wertvoll, um es einer moralischen Debatte zu opfern. Sie ist bereit Männern "einen runter zu holen". Anonym, hygienisch und mit der Kittelschürze einer englischen Hausfrau. Diese Wendung in Maggies Leben macht der Film ohne viele Worte durch eine intensive Bilder- und Körpersprache verständlich und nachvollziehbar.

Maggie hat sensible Hände und wird "Irina Palm", nach der die Männer Schlange stehen. Vielleicht ist es gerade ihre Liebesfähigkeit und innere Zartheit, die sie durch ihre Hände auf die Männer überträgt. Welcher Mann sehnt sich nicht danach?

Marianne Faithfull spielt die Rolle der naiven, liebevollen und innerlich jungen Maggie wunderbar. Man hätte die Geschichte auch verderben können, aber hier ist durch die Darstellung der Maggie und ihres inneren Kampfes ein zutiefst ehrlicher und überzeugender Film entstanden.

Maggie hat die Kreuzung zum Abbiegen genutzt. Zunächst geht sie zögerlich den neuen Weg. Sie schafft das Geld heran und erntet dafür nicht einmal ein Dankeschön. Im Gegenteil, jetzt beginnt es erst richtig schwierig zu werden, denn wer es wagt, aus dem Gleis zu springen, den trifft der Knüppel des Neides unter dem Deckmantel der bürgerlichen Scheinmoral. Doch Maggie lässt sich nicht mehr beirren. Sie hat das Leben verstanden und zu sich selbst und scheinbar nebenbei auch zu ihrem Glück zurückgefunden.

Fazit.
Ein wunderschöner Film mit einer glänzenden Marianne Faithfull. Liebevoll und einfühlsam gedreht. Die Qualität der DVD ist gut, das Bonusmaterial ansehnlich und informativ.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Voller Zuversicht, 18. Februar 2011
Von 
jury - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Irina Palm (DVD)
Wer's kurz und bündig mag: Diesen erstmals auf der Berlinale 2007 gezeigten Film sollte man gesehen haben. Er berührt in seiner schlichten Menschlichkeit und bleibt als seelenwärmende Erinnerung im Gedächtnis haften.

Die immer noch von innen schöne Marianne Faithfull (As Tears Go By), 2006 bereits 60 Jahre alt und schwer erkrankt, spielt Maggie. Für sie auch eine Rückkehr in das Treiben Sohos, wo sie einst an der Seite Mick Jaggers der Feger des Jahrhunderts gewesen sein dürfte. Seit 2004 hat sich die einstige "Sister Morphine" im Pariser Quartier Madeleine angesiedelt.

Maggie lebt als Witwe in einer behüteten Kleinstadt in der Nähe Londons - eine einfache und großzügige Frau. Sie gibt alles, um dem todkranken Enkel Olly die besten medizinischen Behandlungen zu finanzieren. Sie gibt ihre Ersparnisse, sammelt in der Nachbarschaft, verschuldet sich und verkauft zuletzt ihr Häuschen.

Die letzte Hoffnung ist eine nur in Australien verfügbare neue Therapie. Doch die Krankenkasse trägt nur die Behandlung, Flüge und die Unterbringung der arbeitslosen Eltern kosten ein kleines Vermögen.

Es gibt keinen Kredit mehr, und die verzweifelte Jobsuche Maggies führt zu nichts - bis sie an einem Rotlichtladen das Schild "Hostess gesucht" findet. Kleine Besorgungen, Tee kochen, servieren etc. - das traut sie sich noch zu. Aber der Nachtklub-Inhaber klärt sie auf: "Hostess" sei ein Euphemismus. Aber auch ein Job, der 600 die Woche brächte - besonders, wenn man so weiche Hände wie Maggie besäße...

Bald lockt an Maggies "Glory Hole" eine Leuchtwerbung für die talentierte Handarbeiterin mit dem Künstlernamen "Irina Palm". Sie erhält sogar einen Kredit über 6000 Pfund vom begeisterten Chef, der die Australienkosten abdeckt. Für die Rückzahlung bürgt sie allerdings in branchenüblicher Weise mit ihrem Leben. Dennoch läuft - von einem P.-Arm mal abgesehen - alles geschmeidig und spritzig. Doch eines Tages spioniert ihr der Sohn nach, der unbedingt wissen will, woher seine Mutter das viele Geld hat...

Es geht um Zuversicht. Das scheinbar Undenkbare zu tun, wenn es sein muss. Dafür zu stehen. Die Menschen hinter ihren Rollen zu entdecken. Nomen est omen: "Faithfull" - voller Vertrauen in sich selbst und in andere. Eine feine Situationskomik und ein zurückhaltender Humor verleihen dem Ganzen dazu noch einen gewissen Pfiff. Quasi nebenher wird auch die gesellschaftlich etablierte Bigotterie auf leichte Art vorgeführt, vom Rotlicht-Bezirk bis zum Weißkittel-Gewerbe. Und immer wieder gibt es Überraschungen, wenn man schon glaubt, alles zu wissen.

Dieser Film lebt von guten Schauspielern. Gerade Maggies Kartenschwestern oder die Schwiegertochter zeigen auch, wie vorzüglich und typsicher bis hin in die kleinsten Nebenrollen besetzt und gespielt wurde.

Dem Regisseur Sam Garbarski ist aber vor allem dank seiner erschütternd lieben und tapferen Hauptdarstellerin mit den schönen Augen, dem wunderbar leisen Gegenspieler Miki Manojlovic und der so emotionalen Kollegin Dorka Gryllus, die man gerade auch als einer der schauspielerischen Lichtblicke in Schicksalsjahre gesehen hat, eine Perle gelungen, die in Berlin mal nicht vor die sprichwörtlichen Säue gerollt ist: 20 Minuten stehender Applaus - was kann besser verdeutlichen, wie dieser Film die Herzen in sanftem Hauch erobert.

Die leicht melancholische Gitarrenmusik und die ruhige, oft intime Kamera in vorzüglicher Bild- und Tonqualität runden den positiven Eindruck ab.

Im Original 103 Minuten, Format 1,66:1 auf 35 mm Film, DD (IMDB)
Gesehen in Deutsch, 95 Minuten, Format 1,85:1 in HD 720p, DD (arte)

film-jury 5* A0504 18.2.2011eg Genre: Drama
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie das Leben so spielt...., 5. März 2009
Von 
Stephan Seither (Berg / Rheinland-Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Irina Palm (DVD)
Eine graue Ansammlung geduckter Mietshäuser, irgendwo im Speckgürtel von
London, verdeutlicht dem Zuschauer bereits zum Auftakt des Filmes, dass
Maggie (Marianne Faithfull) mit Sicherheit nicht auf der Sonnenseite des
Lebens steht - eine ruhige und bescheidene Frau, dem Schicksal ergeben,
zwängt sich da in das klapprige Auto ihres arbeitslosen Sohnes Tom - man
ist auf dem Weg ins Krankenhaus, zum todkranken Enkelsohn, desse einzige
Chance auf Rettung im fernen Australien zu liegen scheint - bleibt allein
die Frage, wer die Reisekosten tragen kann, das britische Gesundheitswesen
mit Sicherheit nicht - Maggie hat bereits ihr einstiges Eigenheim verkauft
und ihre Ersparnisse für die medizinische Versorgung des kleinen Olly
aufgebraucht, sich verschuldet, Spenden gesammelt und allen sonstig
denkbaren Strippen gezogen.

Die verwitwete Maggie opfert sich auf für ihre Familie, sie übt sich
ständig in Bescheidenheit, verzichtet selbst auf Kleinigkeiten, ein
Kosmetikartikel bleibt z .B. liegen, um Olly stattdessen mit einem
Spielzeugauto ein Lächeln auf die blassen Lippen zu zaubern - ihre
Bemühungen und Opfer werden von Sohn und Schwiegertochter kaum anerkannt -
im Gegenteil, bei ihr wird oft Dampf abgelassen - außerhalb der Familie
dient Maggie den versnobten "Freundinnen" und Anwohnern als Zielscheibe für
Tratsch und Klatsch - trotzdem, Maggie ist nicht kleinzukriegen...

Neben den tragischen und hin und wieder regelrecht bedrückenden Sequenzen
bietet die Handlung jedoch auch eine ganze Menge Anlässe zu schmunzeln und
zu lachen - diese Mischung passt !

Der Zufall will es, dass sich der überaus fürsorglichen Mittfünzigerin die
lukrative Chance bietet, das benötigte Geld für die Flugtickets zu
verdienen, sie stolpert im Londoner Vergnügugngsviertel Soho über ein
plakatiertes Stellenangebot, mit dem Titel "Hostess gesucht" und heuert
nach kurzem Zögern in einem Sex-Club an - ihre dortige Aufgabe meistert
Maggie mit (verzweifelter) Enschlossenheit, das Geld muss irgendwie
beschafft werden, die Zeit drängt nämlich, dem Enkel geht es zunehmend
schlechter - die heimlich aufgenommene Tätigkeit stellt ihr bislang
gewohntes Kleinstadtleben jedoch komplett auf den Kopf - Maggie arbeitet an
einem sog. "Glory Hole" - befriedigt Männer auf anonymen Weg, per
Masturbation....

Mit "Irina Palm" ist es Regisseur Sam Gabarski gelungen eine Geschichte zu
erzählen, die vor Menschlichkeit, Mitgefühl und wachsendem
Selbstbewusstsein nur so strotzt.

Den Film habe ich, kurz nach Veröffentlichung in einem kleinen Programmkino
gesehen, nun auf DVD und ich bin sicher, dass die zweite Begegnung mit dem
Film lange nicht die letzte gewesen ist - dafür war die Geschichte, deren
Entwicklung und Umsetzung durch die überaus begabten Schauspieler nämlich
ganz einfach zu gut - ganz toller Film!

Das Bonusmaterial kann man sich eigentlich schenken - es sei denn, man findet
unbändige Freude daran, den Hauptdarstellern beim ewig dauernden
Fototermin, während der Berlinale 2007, zuzuschauen - schnell nervendes
Blitzlichtgewitter zuckt vom Bildschirm rüber, schweigende / grinsende /
posierendeSchauspieler folgen den Anweisungen / Zwischenrufe der geiernden
Pressevertreter.... - die in der freigegebenen Endversion des Streifens entfernten Szenen taugen hingegen zum Zeitvertreib ganz gut.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen tragisch-komisch sehenswert, 14. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Irina Palm (DVD)
bei diesem tragisch, witzigen, intelligenten film liegt die kunst im detail und in der hervorragenden schauspielerischen darstellung von m. faithfull. die tristesse der vororte londons, die spießbürgelichen familienidyllen und auch das schmuddelige rotlichtmileau werden hervorragend inszeniert. die geschichte einer alternden frau, die bereit ist für ihre familie alles zu opfern und tatkräftig nach einem ausweg für die finanzielle situation sucht. sie kann das lebenswichtige geld für die operation des enkels aubringen indem sie wortwörtlich "zupackt" ohne am ende ihre würde zu verlieren. ein film zum nachdenken und zum schmunzeln. sehr sehenswert!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen UNBEDINGT ANSEHEN!!!!, 4. Januar 2008
Von 
Ulli (Linz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Irina Palm (DVD)
So einen Film findet man kein zweites Mal!!!

Marianne Faithfull spielt mit unglaublichem Können und einer wunderbaren Ausstrahlung eine verzweifelte Rentnerin, die unbedingt Geld für die Behandlung ihres schwerkranken Enkerls auftreiben will. Aber wie? Sie hat bereits alles gegeben was sie hat.
Da entschließt sie sich, in London auf Arbeitssuche zu gehen. Aber wer stellt ein alterndes Hausmütterchen schon ein?
Frustriert schleicht sie durch die Gasssen von London, als sie auf das Schild "Hostessen gesucht" aufmerksam wird. Eine Arbeit als Putzfrau stellt sie sich vor, gelandet ist sie jedoch in einem Nachtklub.
Nach dem ersten Gespräch mit dem Besitzer ist sie entsetzt - die Möglichkeit hier jedoch schnell viel Geld zu verdienen lässt ihr keine Ruhe und sie überwindet sich, springt über ihren Schatten und nimmt die Stelle an.
Trotz all der Tragik des Film ist er immens komisch - gerade die Szenen im Nachtklub sind unglaublich. Als sie beginnt sich in ihrem Kämmerlein, mit einem kleinen Loch in der Wand wo die Kunden ihr bestes Stück zu ihr herein stecken um es verwöhnt zu wissen, häuslich einrzurichten und Familienfotos aufzuhängen bleibt kein Auge trocken.
Irinas Privatleben leidet unter ihrem Job jedoch sehr. Anfangs schämt sie sich, geht in ihrem Dorf jedem aus den Weg. Als der Sohn erfährt was die Mutter des nächtens so treibt will er aus lauter Scham und Wut ihr Geld nicht mehr. Erst die Schwiegertochter erkennt, dass Irina umsetzt, was sie sich geschworen haben - nämlich alles für das Leben ihres Sohnes zu tun.
Die ganze Dramatik der Geschichte kommt jedoch auf einer locker leichten Wolke des Humors auf die Seher zu und dadurch berührt der Film auf tiefster Ebene.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine fantastische Marianne Faithful!, 23. Mai 2009
Von 
Silvia Wolf "Silvia Wolf" (Wesel) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Irina Palm (DVD)
Dieser Film geht echt unter die Haut! Marianne Faithful spielt so intensiv die Maggy - das hat mich umgehauen. Die Story selbst ist einfach, wie genial und zeichnet das marode englische Gesundheitssystem nach. 3 Klassen-Medizin - wer kein Geld hat, stirbt eben früher. Der Enkelsohn von Maggy ist an Blutkrebs erkrankt, der in England nicht geheilt werden kann. Ihr Enkelsohn ist damit zum Sterben verurteilt. Als Maggy sieht, dass ihr Sohn nicht das Geld zusammenkriegt, um den Enkelsohn in Australien mit einer neuen Therapieform heilen zu lassen, geht sie in ein "Etablissement" in Soho und beginnt dort ihren Dienst als "Hostess". Sie holt - in einer völlig nüchterner Umgebung - Männer einen runter.
Interessant auch, dass man mal sieht, auf wie wenig manche Männer sich selbst reduzieren. Trotzdem - in dieser Umegebung findet man mehr Menschlichkeit, als woanders. Und - Maggy findet die Liebe. Ihre Liebe in einem Alter, wo doch Männer immer etwas Junges suchen.

Was da mit ihr passiert, wie die Umwelt auf "ihr Treiben" reagiert, macht schon sehr nachdenklich. Manches Mal mit einem lachenenden und einem weinenden Auge gespielt. Wie verlogen auch die Freundinnen sind. Ein wunderbarer Film, der zeigt, dass ein wenig Zivilcourage eine Frau über sich hinauswachsen lässt. Hinreißend die Faithful, die unglaublich intensiv spielt. Man fühlt mit. Mir ihr. Ein wunderschöner Film, der es wert ist, gesehen zu werden. Ein Film mit britischen Humor und Lokalkolorit gewürzt. Dennoch ein unglaublich berührender Film. Wirklich empfehlenswert.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zutiefst menschlich, 20. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Irina Palm (DVD)
Berührend, mal zum Lächeln bewegend, dann dicht an den Tränen. Darsteller und Regisseur zeigen wie einfach gutes Kino sein kann. So etwas müßte öfter mal im Fernsehen zu sehen sein.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Marianne Faithful glänzt in einem ansonsten auch sehr guten Film., 17. Januar 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Irina Palm (DVD)
20 Minuten stehende Ovationen für Marianne Faithful im Wettbewerb der Berlinale: zu recht. Bescheiden erzählte sie in der anschliessenden Pressekonferenz der Berlinale, sie sei "nur" eine Möchtegern-Schauspielerin neben anderen wirklichen Schauspieler/Innen. Sie spielt die Rolle der besorgten Großmutter, die ihrem Enkel das überlebensnotwendige Geld für eine Operation in Australien als "Wanking Widow" in einem Nachtclub verdient, total gut. Der Film ist leise, still und langsam erzählt. Die sexuellen Handlungen werden nur angedeutet bzw. indirekt gezeigt. Mehr zu zeigen würde die Atmosphäre des Films stören. Neben der Tragik, die einen Großteil des Films ausmacht, sind auch sehr humorvolle bzw. situationskomische Szenen zu sehen. Nun gut, die Handlung ist ein wenig vorausschaubar, ist aber durch die darstellerischen Leistungen aller Mitwirkenden nie langweilig.
Als Bonus gibt es auf der DVD eine relativ kurze entfallene Szene und ein ebenfalls recht knapp gehaltenes alternatives Ende zu sehen, wobei ich froh bin, daß es diese beiden Szenen nicht in die entgültige Fassung des Films geschafft haben, da sie der Atmosphäre des Werks möglicherweise etwas geschadet hätten.
Außerdem ist ein fast einstündiges Video von der Berlinale-Pressekonferenz zu sehen: mit dem Regisseur, allen Darstellern und vor allem einer strahlenden (und blonden - im Gegensatz zu ihrer Rolle im Film) Marianne Faithful...!
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tiefschwarze Komödie, 22. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Irina Palm (DVD)
Es klingt völlig absurd, nicht wahr? Solche Geschichten, die alle moralischen Hüllen fallen lassen und jeden Sinn für Anstand und Würde verwerfen, können sich doch nur die Briten ausdenken. Und das kann man nur lieben!
"Irina Palm" ist ein sehr merkwürdiger Film. Zuerst ist er ein sehr ernstes und ein ohne Frage recht deprimierendes Drama, das keine lächelnden Gesichter, keine bunten Farben und kaum Lichtblicke kennt. Und auf der anderen Seite ist der Film eine tiefschwarze Komödie, die ihre schüchterne Hauptfigur in unverschämte Situationen bringt. Wenn Maggie das erste Mal dabei zusieht, wie eine ihrer Kolleginnen einen Kunden abfertigt, was auf der Leinwand nur minimal abgedeckt wird, kann man gar nicht anders, als über die Absurdität der Situation zu lachen. Dementsprechend wird das fortgesetzt, wenn sie dann auf sich alleine gestellt ist und mit Hausfrauenschürze und Bild an der Wand in der kargen Kabine selbst zur Tat schreitet.
Doch "Irina Palm" ist weit davon entfernt, zur Aneinanderreihung von Wichswitzen zu verkommen. In diesem Film geht es tatsächlich um moralische Hüllen, um Anstand und Würde. Hier ist eine Frau, die für das Einzige, was sie noch wirklich liebt und lieben kann, das Einzige aufgibt, was sie noch hat - ihre Würde. Und wenn es ihr auch zunächst schwerfällt, so erstarkt sie dennoch daran und gewinnt an Selbstbewusstsein. Marianne Faithfull, die die Titelfigur spielt und zunächst die ganze Zeit über eine Flappe zieht, schafft es, ihre Figur im Laufe des Films ganz subtil zu verändern, ihren Gang, ihre Mimik, ihre Gesten, sodass die Entwicklung, die sie durchmacht, stets völlig glaubwürdig wirkt. Eine tolle Leistung!
Das Problem ist natürlich, dass andere ihre Würde im Verhalten Maggies ebenfalls bedroht sehen. Als ihr Sohn Tom von der Arbeit seiner Mutter erfährt, ist er außer sich, besteht sogar darauf, das Geld, das seinem todkranken Sohn das Leben retten könnte, abzulehnen. Wie gefangen wir doch alle in unserem eigenen Stolz und in der Sorge um unser eigenes Ansehen sind! Diese Seitenhiebe auf unser prüdes Verständnis von Moral, Anstand und Würde sind der Kern dieses Films.
"Irina Palm", so viel sollte demnach klar sein, ist ein bemerkenswerter Film. Kaum ein Streifen hat in letzter Zeit eine derartige Gratwanderung zwischen depressivem Drama und schwarzer Komödie geschafft, ohne dabei einzubrechen oder lächerlich zu wirken. Das große Herz von "Irina Palm" schlägt stets am rechten Fleck, und es ist ein sehr großes. Liebhabern besonderer, kleiner Filme sei die Geschichte dieser wichsenden Witwe deswegen, ahem, wärmstens ans Herz gelegt.

Aktuell ist der Film jedoch noch ein wenig teuer, denn technisch oder bei den Bonusmaterialien punktet die DVD von "Irina Palm" nicht sonderlich. Das Bild ist nicht besonders gut aufgelöst und bei dem einzig nennenswerten Extra, einer einstündigen Pressekonferenz mit den Machern des Films, muss man auch erst mal zehn Minuten bloßes Blitzlichtgewitter der Fotografen überspulen - wobei es irgendwie auch seinen Reiz hat, die gierige Journalistenmeute auf ihrer Jagd nach den besten Fotos zu beobachten. Lediglich der Ton des Films ist astrein und versetzt einen mit seiner Soundkulisse gelegentlich mitten hinein in einen Sexclub. Aber mittlerweile weiß man ja, dass man sich dafür nicht schämen braucht.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehenswert!, 2. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Irina Palm (DVD)
Kaum zu glauben, dass es in der heutigen Zeit noch möglich ist, mit einfachsten Mitteln einen guten Film zu machen, in der es doch fast nur noch um hypermäßige Actionsequenzen, blutige Splattereffekte, bombastische Explosionen und reichlich nackte Haut geht.

Man merkt "Irina Plam" sofort an, dass der Film nicht aus Hollywood stammt.
Die Bodenständigkeit der Europäer macht es möglich:
Diese Tragikomödie versucht gar nicht erst, auf irgendeiner Erfolgswelle mitzuschwimmen.
Es scheint fast so, als wäre sie direkt aus den 80ern in die heutige Zeit katapultiert worden.

Entgegen anderer Rezensenten hier würde ich den Film nicht als besonders lustig bezeichnen, eher schon als Drama.
Die Geschichte um eine gealterte Frau, die einen Ausflug in moralische Abgründe wagt,
um ihrem Enkelsohn das Überleben zu sichern, ist von Regisseur Garbarski tiefgründig und einprägend inszeniert worden.

Im Grunde genommen wird der ganze Film nur von zwei Personen getragen: von der einfühlsamen Marianne Faithfull und dem schmierigen Club-Besitzer Miki Manojlovic,
der ein für dieses zwiespältige Geschäft überraschend großes Herz in sich trägt.

Zugegebenermaßen war mir dieser Film schon ein bisschen peinlich, da er doch aufzeigt, wieviele Männer ihr Denken am liebsten ihrem Fortpflanzungsorgan überlassen - im Umkehrschluss ermöglichen es gerade diese Männer,
dass Maggie ("Irina") schließlich doch noch zu dem Geld kommt, was sie so dringend benötigt.

Einziger Kritikpunkt ist für mich dieses ständig wiederkehrende Musikthema, dass Maggie durch den ganzen Film hindurch auf ihrem Arbeitsweg begleitet, und das irgendwie schon ziemlich depressiv klingt.

"Irina Palm" würde ich keinen 12-jährigen gucken lassen, obwohl der Film überraschenderweise ab 12 freigegeben ist. Dafür ist er doch zu sexistisch (auch wenns nicht direkt gezeigt wird) und einige Schimpfwörter fallen auch.

Bild und Ton der DVD sind nicht hammermäßig, aber akzeptabel.
Die Extras kann man sich sparen.

Ingesamt knapp 4 Sterne und damit sehr sehenswert!
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Irina Palm
Irina Palm von Sam Garbarski (DVD - 2007)
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