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am 8. November 2013
Zur Handlung dieses Weihnachts-Klassikers der auf der ganzen Welt Millionen von Fans hat muss man nichts mehr schreiben.
Die Fans dürften aber noch viel mehr werden wenn man sich die neue Version betrachtet. Der Film ist in Farbe und S/W vorhanden, beide Versionen auf einer Scheibe. Und beide Versionen wurden so derart gut restauriert dass man es kaum glauben kann - wer die DVD besitzt: einlegen, vergleichen und Staunen! Es wurde nichts kaputtgefiltert bei der Überarbeitung (was ja doch immer häufiger vorkommt)das Bild ist praktisch ohne Verschmutzungen und die Schärfe für einen 66 Jahre alten Film fast schon Referenz.
Der Hammer hier ist allerdings die (eingefärbte) Farb-Version: man meint einen neuen Film zu sehen! Für Puristen aber kein Problem denn die S/W Fassung ist ja auf der selben Scheibe und sieht natürlich genauso gut aus. Also ruhig mal einen Blick in Farbe riskieren, für mich ab jetzt die Fassung die jedes Jahr eingelegt wird.
Danke an Arthaus für diese Veröffentlichung an der auch Besitzer der DVD nicht vorbeikommen, vor allem zum derzeitigen Preis sollte man zuschlagen, da kann man nix falschmachen - versprochen.
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am 19. März 2005
In meiner Familie gehört dieser Film zu Weihnachten wie der Baum! Leider wurde er vom Fernsehen immer wieder an schlechtere Sendeplätze verrückt, zuerst vom Nachmittagsprogramm nach 23 Uhr und im letzten Jahr wurde er ganz gestrichen. Das Anschauen dieses Films ist eine Tradition an der ich mehr hänge als an dem obligatorischen gemeinsamen Absingens von Weinachtsliedern, daher habe ich mir die DVD gekauft, die für meine Zwecke voll und ganz ausreicht.
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am 14. Dezember 2013
Über diesen über 60 Jahre alten Klassiker muß man kein Wort mehr verlieren. Er ist einfach für viele Filmfans der beste Weihnachtsfilm aller Zeiten. X-mal im Fernsehen schon gesehen, sah ich bislang keine Veranlassung mir den Film zu kaufen und ins Regal zu stellen. Nun ist die Blu-Ray erschienen, erstmals mit einer Farb-Version und mit verbessertem Bild und Ton, im Vergleich zur DVD. Daher habe ich nicht lange überlegt und den Film gekauft.
Ich bin erstaunt wie gut die Farbversion geworden ist und daher bin ich der Meinung, dass man sich allein deswegen den Film unbedingt holen sollte auf Blu-Ray. Es gibt nur wenige Filme, wo man bei Kauf der Blu-Ray im Vergleich zur DVD einen so hohen Mehrwert erhält, daher die volle Punktzahl. Es gibt absolut nichts zu beanstanden an der Blu-Ray-Version.
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am 4. Januar 2016
ACHTUNG -- Es erfolgt viel Text für einen kaum minder kurzen und zugleich einen der großartigsten Filme aller Zeiten !!!

Der Film beginnt intim : Menschen beten -- auch das soll es noch geben. Sie beten, jeder für sich an unterschiedlichen Orten, für einen Menschen, den sie gemeinsam kennen, für ihren Mitbürger George Bailey. Und zwar in einer kalten, eingeschneiten Winternacht im kleinen Städtchen Bedford Falls.

Währenddessen -- aufgrunddessen ! -- unendliche Kilometer höher über ihnen in den Galaxien : Schöpferische Kräfte empfangen besagte Hilferufe von der Erde. Höchste Eile ist geboten. "Ist er krank ?" fragt eine Himmelsmacht die nächsthöhere in Blickrichtung George Bailey. "Nein, schlimmer", lautet die Antwort, "er hat den Mut verloren ! Genau um 22.45 Uhr Erdzeit wird er ernsthaft erwägen, Gottes wertvollstes Geschenk wegzuwerfen : Sein Leben !"

Mit diesem Paukenschlag beginnt der Film "Ist das Leben nicht schön ?" und zeigt somit, dass -- entgegen seinem Titel -- das Leben "nicht immer schön" sein mag bzw. als "schön" empfunden werden kann. So auch im Falle von George Bailey. Ein Retter muss her. Möglichst sofort. Ein Engel ! Aus Gründen zeitlicher Not kann es augenblicklich nur Clarance, ein noch nicht bewährter Engel, ein Engel ohne Flügel, sein.

Der Engel Clarance bekommt -- genau wie wir, die Zuschauer des Films -- nun anhand eines biographischen Rückblicks eine gute Stunde Zeit, sich mit dem bisherigen Leben von George Bailey vertraut zu machen ......

Schon nach elf Filmminuten ist aus dem zunächst kleinen George der erwachsene Bankier Mr. Bailey geworden -- dargestellt von Leinwandlegende James Stewart. Bis dahin hat George Bailey bereits seinen Bruder Harry vor dem Ertrinken gerettet und dadurch das Hörvermögen in seinem linken Ohr verloren. Gerade deshalb wird er später nicht in den Kriegsdienst eingezogen werden. Somit macht der Film bereits in seiner frühen Phase deutlich, wie sehr die Elemente des Lebens aufeinander aufbauen oder in Wechselwirkung zueinander stehen. ..... Was der Mensch natürlich in der Regel nicht durchschauen kann.

In der nun folgenden Stunde verfolgt der Film ein völlig eigenständiges Genre : Die Hauptpersonen aus dem Leben von George Bailey werden vorgestellt, verbunden mit vielen tiefsinnigen Momenten, aber auch durchaus humorvollen Restelementen aus Hollywoods sogenannter "Screwball"- Phase. George Bailey hat Visionen, er möchte "Bedeutendes schaffen." Vieles gelingt. Er kümmert sich um seine Mitmenschen, gewinnt viele Freunde, macht gleichzeitig Karriere als Chef einer eigenen kleinen Bank, findet die Frau seines Lebens, renoviert ein baufälliges Haus, in das er mit ihr einzieht und schließlich auch vier Kinder haben wird. Nur seine geliebten Reisepläne einschließlich Hochzeitsreise klappen leider nie.

Doch nach überwiegend "fetten Jahren" folgen "magere" : Es gibt wirtschaftliche Strömungen (u.a. ein Krieg), die George Bailey nicht zu verantworten hat und die ihn unvorbereitet treffen. Immer wieder hat er es mit seinem Gegenspieler, dem alten reichen, machthungrigen Bankier Mr. Potter zu tun, dem fast die ganze Stadt gehört. Ausgerechnet am Heiligen Abend geht George Bailey durch das Missgeschick eines seiner Angestellten sein gesamtes Bargeld und damit alle verfügbaren Rücklagen verloren. Die Konsequenz folgt auf dem Fuße : George Bailey fühlt sich ruiniert, er soll gepfändet werden, ins Gefängnis kommen, seine Familie (die von dem Vorfall noch nichts weiß und sich auf Weihnachten vorbereitet) ihr Zuhause verlieren.

Fortan wird es ernst : George Bailey sieht sich am Abgrund seines Lebens. Der Film zeigt dazu im Detail, wie in einer solch tieffrustrierten Phase jede kleine unangenehme Alltagssituation zur unüberwindbaren Hürde werden kann. Das berühmte Fass ist übergelaufen. Jeder neue Tropfen wird zuviel, sei es auch nur in Form eines unbefestigten Knaufs an einem Geländer in der Wohnung von George Bailey.

Selbst sein angestrebter Selbstmordversuch -- George Bailey will sich von einer Brücke in einen kalten reißenden Fluß stürzen -- verläuft nicht reibungslos. Muss er denn wirklich auf dem Wege dorthin auch noch in eine Schlägerei geraten und mit dem Auto gegen einen Baum fahren (???). Armer Kerl !

Nach gut 90 Minuten kehrt der Film in seine Ausgangslage zurück. Wie gesagt und auch gezeigt : George Bailey will sich von der Brücke stürzen. Doch auch dies verläuft nicht reibungslos : Ein anderer kommt ihm zuvor und stürzt sich in den Fluss. George Bailey handelt rasch und rettet ihn. Was er zudem nicht wissen kann : Es handelt sich um Clarance, seinen eigenen Schutzengel, der nun für ihn Menschengestalt angenommen hat.

Sogar wird der Engel sich als solcher zu erkennen geben, doch George Bailey glaubt ihm selbstverständlich nicht. Er bleibt verbittert, ohne positive Lebensenergie. Er hält sich "tot für viel wertvoller als lebendig". Und wünscht sich, "nie geboren worden zu sein". DIESEN Wunsch wird der Engel ihm erfüllen können .......

Spätestens ab dieser Stelle wird der Film unvergesslich : George Bailey begreift nicht, was er da mit seinem Wunsch hinaufbeschworen hat. Zwar bleibt er körperlich vorhanden, ist aber nun ein Niemand, ein Mensch ohne Identität, natürlich ohne Ausweise und Papiere. Er trifft -- noch immer völlig verzweifelt wegen seiner Geldschulden -- auf die Menschen, die ihn in seinem ursprünglichen Leben begleitet haben. Doch niemand kennt ihn ! George Bailey, die Person, die er Zeit seines Lebens einmal war, hat rückwirkend nicht existiert !

In dieser Phase wird der Film zum ersten Male unheimlich. Auch die Musik nimmt stellenweise gespenstisch wirkende Züge an. "Man hat dir eine große Gnade erwiesen, George", wird der Engel, der ihn noch begleitet, zu ihm sagen, "die Chance zu sehen, was ohne dich aus dieser Welt geworden wäre." George Bayley kann dies alles nicht verstehen, er hält den Engel für einen Betrüger oder sich selbst für verrückt oder betrunken und will einfach nur nach Hause. Doch er wird feststellen : Er hat gar kein Zuhause ! Auch seine Mutter, seine Ehefrau -- niemand kennt diesen Mann ! Überhaupt : Die ganze Stadt ist anders. Jede Person, der er begegnet, führt ein gänzlich anderes Dasein als in der bekannten Welt, in der George Bailey einmal existiert hatte.

Nachdem ich nun so vieles hier beschrieben habe, werde ich zumindest den Teil des Schlusses nicht vorwegnehmen. Die meisten Leser dieser Zeilen werden den Film vermutlich kennen, die restlichen mögen bitte neugierig geworden sein. Wie dem auch sei, auf einzigartige Weise zeigt "Ist das Leben nicht schön ?", DASS ALLES IM LEBEN SEINE WECHSELWIRKUNGEN HAT. "Ich weiß, es ist hart", wird der Engel zu George Bailey sagen, "ein Menschenleben hängt mit so vielen anderen zusammen. Wenn eines davon fehlt, gibt es gleich eine große Lücke, ..... nicht wahr ?"

Die Dramatik steigert sich bis zum Schluss, den man aufgrund der zuvorigen Vielschichtigkeit nicht erahnen kann und der schier unvergesslich und ergreifend ist.

Regisseur und Produzent Frank Capra (1897- 1991) war Spezialist für Tragikomödien mit sozialkritischen Bezügen. Sein Karrieregang steht dem Inhalt von "Ist das Leben nicht schön ?" kaum nach. Er begann als Banjo- Spieler in Nachtclubs, kellnerte, arbeitete in einem Waschsalon und säuberte Maschinen in einem Kraftwerk. Nebenbei studierte er Chemieingenieurwesen. Lt. eigenen Angaben soll er selbst unter Depressionen gelitten haben, nachdem er als einziges Familienmitglied mit einem Studiumsabschluss ohne festes Einkommen zu leben hatte. Wenige Jahre später sah sein Leben jedoch völlig anders aus. Durch Verfilmungen wie "Vor Blondinen wird gewarnt" (1931) und "Es geschah in einer Nacht" (1934) gilt er als Mitbegründer und zugleich einer der erfolgreichsten Vertreter der sogenannten Screwball- Komödien. "Arsen und Spitzenhäubchen", das 1941 gedreht und (erst) 1944 in die Kinos kam, stammt ebenso von Frank Capra und gilt als einer der allerletzten "großen" Screwball- Verfilmungen.

Lionel Barrymore (1878- 1954) spielt den geizigen und gnadenlosen Mr. Potter. Sein Auftreten erinnert an die Figur des Ebenezer Scrooge aus der bekannten Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens. Dies sollte nicht verwundern, da Lionel Barrymore eben jenen ebenso unbarmherzigen Reichen bereits in Radiosendungen vertont hatte. In "Ist das Leben nicht schön ?" sitzt der Bankier Potter übrigens stets im Rollstuhl, was sich damals gar nicht anders machen ließ, da sein Darsteller Lionel Barrymore seit den 1930er Jahren aufgrund von schweren Gelenkentzündungen (Arthritis) an den Rollstuhl gefesselt war. Aufgrund seines kleinen Comebacks in "Ist das Leben nicht schön ?" erhielt Lionel Barrymore eine weitere anspruchsvolle Nebenrolle, und zwar in "Duell in der Sonne", ebenso 1946.

Für die Hauptrolle des George Bailey griff Frank Capra aus guten Gründen auf sein früheres Zugpferd James Stewart (1908- 1997) zurück. In "Lebenskünstler" (1938) und "Mr Smith geht nach Washington" (1939) war Stewart schon von Capra verpflichtet worden. Nach sieben Jahren Pause handelte es sich nun um ihre dritte (und letzte) Zusammenarbeit. Auch Henry Fonda und Cary Grant waren vonseiten der Filmgesellschaft für die Rolle des George Bailey vorgeschlagen worden. Cary Grant drehte stattdessen das ein wenig ähnlich gelagerte "Jede Frau braucht einen Engel", welches 1947 in die Kinos kam. James Stewart selbst gehört lt. "American Film Institute" nach Humphrey Bogart und Cary Grant zu den drei größten US- Filmlegenden. Er war Star in Liebesfilmen wie "Rendezvous nach Ladenschluss" und "Die Nacht vor der Hochzeit" (beide 1940), in Western wie "Der große Bluff" (1939), "Winchester 73" (1950) und "Der Mann, der Liberty Valance erschoss" (1962), in Komödien wie "Mein Freund Harvey" (1950) und "Mr Hobbs macht Ferien" (1962) und auch in ernsteren Rollen wie in "Das Fenster zum Hof" (1954), "Vertigo- Aus dem Reiche der Toten" (1958), "Anatomie eines Mordes" (1959) sowie in dem Abenteuerfilm "Der Flug des Phoenix" (1965).

Seine Film- Ehefrau Mary spielte Donna Reed (1921- 1986). Es handelte sich um ihre erste Hauptrolle. Den großen Durchbruch sollte sie nie schaffen, jedoch erhielt sie 1953 einen Oscar für die beste weibliche Nebenrolle in "Verdammt in alle Ewigkeit". Dem Fernsehpublikum der 1980er Jahre dürfte sie zudem bestens bekannt sein, nämlich für die Darstellung der Miss Ellie in der Serie "Dallas".

Und noch ein kurzer Hinweis auf vier weitere Mitwirkende : Gloria Grahame spielt die kesse Nebenbuhlerin Violet Bick und drehte vier Jahre später an der Seite von Humphrey Bogart das höchst sehenswerte Kriminaldrama "Ein einsamer Ort". Ward Bond verkörpert den hilfreichen Polizisten Bert und gilt lt. "American Film Institute" als einer der erfolgreichsten Nebendarsteller aller Zeiten. In sieben der ausgerufenen "100 besten amerikanischen Spielfilme" ("American Film Institute") hat er mitgewirkt -- so viele Berufungen hat kein anderer Darsteller geschafft. Seinen letzten bedeutenden Auftritt hatte Ward Bond in dem Edelwestern "Rio Bravo" (1959). Henry Travers, der den Engel Clarance spielt, war ein sehr gefragter Charakterdarsteller, jedoch ebenso meist nur in Nebenrollen, z.B. in "Der Unsichtbare" (1933), "Der Herr des wilden Westens" (1939) und "Der große Edison" (1940). Tja, und dann gibt es tatsächlich noch "Jimmy, der Rabe" (auch "Jimmy the raven" oder "Jimmy the crow"). Es handelt sich um einen dressierten Raben, der von 1938 bis 1954 in angeblich eintausend Filmen eingesetzt wurde, u.a. auch in "Der Zauberer von Oz" (1939).

Interessanterweise waren vier Mitwirkende von "Ist das Leben nicht schön ?" bereits bei dem Film "Lebenskünstler" (1938) beteiligt : Frank Capra, wie gewohnt in weisungsgebender Doppelfunktion als Produzent und Regisseur, James Stewart und Lionel Barrymore (hier jedoch in einem eher freundschaftlichen Verhältnis) und, jawohl, Jimmy, der Rabe, wenn man der Überlieferung vertrauen mag, bei seinem ersten Filmeinsatz.

Aus heutiger Sicht dürfte es kaum zu glauben sein, dass "Ist das Leben nicht schön ?", jener prächtige Film, den viele Filmfreaks sogar als ihren Lieblingsfilm bezeichnen, trotz fünf Oscarnominierungen und einer Auszeichnung der "Golden Globe Awards" bei seinem Erscheinen im Jahre 1946 an den Kinokassen floppte. Mehrere Gründe kommen hierfür in Frage : Den einen war der Film vielleicht zu märchenhaft, den anderen wiederum zu schonungslos und realistisch (auch Alfred Hitchcock hatte mit seinem ähnlich anspruchsvollen Psycho- Thriller "Ich kämpfe um dich", 1945, finanziellen Schiffbruch erleiden müssen). Das damalige breite Publikum wollte nach den Kriegsjahren eher belanglose Komödien oder schwungvolle Musicals sehen. "Ist das Leben nicht schön ?" war dafür zu sozialkritisch ausgefallen, die zentrale Kritik am knallharten Bankgeschäft war für die Politik nicht förderlich. Zudem war Clarance auch noch ein Engel mit Selbstzweifeln, ein völlig untypischer Engel. Bei einer Dauer von 125 Minuten und seiner gesamten Wechselhaftigkeit, seinen völligen Stimmungsumschwüngen dürfte der Film das damalige Publikum überfordert haben.

Jahrzehnte später -- seit Mitte der 1970er Jahre -- als über die abgelaufenen Urheberrechte neu verhandelt wurde, wurde der inzwischen sogar fast vergessene Film plötzlich zum internationalen Fernseh- Hit. James Stewart und Frank Capra betonten ohnehin, dass sie hiermit den "schönsten, besten und wichtigsten Film ihrer Karriere" gedreht hätten. Ich schließe mich dem an ! "Ist das Leben nicht schön ?" gilt mittlerweile nicht nur als alljährlicher "Weihnachtsrenner" -- sondern hat darüber hinaus therapeutische Effekte !

Es lohnt sich sehr, den Film als DVD oder Bluray zu kaufen. Ihn inmitten von schallenden Werbeunterbrechungen zu betrachten, kommt einer gefühlsmäßigen Vergewaltigung gleich. Bild und Ton sind sehr gut -- (nur) im direkten Vergleich gewinnt die Bluray. In der hier beschriebenen Ausgabe ist der Film nicht nur in seinem ursprünglichen Schwarz- weiß, sondern zusätzlich in einer Farbversion aus dem Jahre 2007 enthalten. Nostalgiker werden schwarz- weiß, Einsteiger gewiss die Farbversion bevorzugen; ich mag beide Versionen, d.h. selbst die spätere Farbversion ist nicht kitschig, sondern in warmen ansprechenden Farben ausgefallen, die das originale Flair keineswegs zerstören.

Beide Ausgaben -- Doppel- DVD wie Bluray -- beinhalten in den wenigen sonst kaum nenneswerten Extras einen 1925er Stummfilm, der interessanterweise den Namen "Ist das Leben nicht schrecklich ?" trägt. Die Hauptrolle spielt der damalige Stummfilm- Superstar und "King of Comedy" Charly Chase (1893- 1940), in einer Nebenrolle ist der noch relativ jugendliche Oliver Hardy ("Dick und Doof") zu sehen.

Viel Spaß beim Anschauen !!!
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am 12. Oktober 2014
Ich habe mich sehr auf die farbige Version gefreut, war aber nicht sicher, ob Farbe den "Spirit" dieses Films rauben könnte.

Das ist aber nicht so. Die Coloration ist toll geworden! Sie gibt dem Film imho noch mehr Feeling.
Ich hatte auch Angst, dass Farbausreisser auf benachbarte Bereiche den Filmgenuss Trüben könnten.. aber in dieser Hinsicht wurde entweder mit toller Technik oder großer Sogfalt gearbeitet. Mir sind keine aufgefallen.
Die Farbe ist in einem Stil gehalten, wie man ihn von alten Filmen kennt bzw. erwartet. Einzig Hauttöne wirken manchmal etwas pappig. Aus der Fotografie weiß ich, dass Hauttöne auch das anspruchsvollste sind. Dies fällt jedoch wegen des Vintage-Farbstils nicht sehr ins Gewicht.

Der Ton kam mir ebenfalls besser vor, als mir bekannt war. Auflösung und Schärfe übertrafen signifikant, was ich von den TV Austrahlungen des ZDF kannte.

Für mich ein absoluter Volltreffer! Allerdings ist "Ist das Leben nicht schön" für mich auch der Beste Film aller Zeiten* - trotz der Probleme die ich als Agnostiker mit dem christlichen Beigeschmack habe.

*(Da ändern auch tolle Filme wie Avatar & Co nichts, denn IDLNS ist schließlich 1945 entstanden und das berücksichtige ich auch.)
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am 9. Juli 2013
Wie oft schon gesehen und immer wieder fesselt dieser Film einen. Und immer wieder fließen Tränen. Einer der wenigen Filme, die zeigen, wie toll doch Menschen sein können, wenn Sie wollen, und wie wertvoll Freundschaften sein können.

Für mich gehört der Film mit zu dem besten was es gibt und ich gebe dem Regisseur Frank Capra vollkommen recht, der selbst über seinen Film gesagt hat
"Ich hielt ihn für den tollsten Film, den ich je gemacht hatte. Offen gesagt, ich hielt ihn für den besten Film den überhaupt je jemand gemacht hat".

Man kann den Film eigentlich nicht beschreiben, vor allem die Gefühle und Emotionen die in einem aufkommen - man muss ihn einfach gesehen haben um mitzureden.

Um mal ganz ehrlich zu sein. Den Film hab ich immer angeschaut, wenn es mir mal nicht zu gut ging und er hat es jedesmal geschafft, dass ich mich danach wieder besser fühle - einfach "ItŽs a wonderful life"
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am 29. November 2007
Denn neben all seiner Bitterkeit und all seinen Unbilden hat es so wundervolle Momente wie die, die man erlebt, wenn man diesen Film sieht...

James Steward ist hier in seiner wohl unbestritten grandiosesten Rolle zu bewundern. Nie war er besser, nie symphatischer als hier als George Bailey, der seinen großen Traum von einer Weltreise und seine großen Pläne vom Architekt-Sein nicht erfüllt, weil er sich der Bauspar-Firma seines Vaters (und damit dem kleinen Mann als solchen) verpflichtet sieht, die dem bösen Gierschlund Potter anheim zu fallen droht. George gibt selbstlos (aber dabei trotzdem immer menschlich, also auch murrend und zaudernd) fast alles auf, was ihm wichtig ist - und bekommt dafür am Ende so viel mehr, wenn es auch erst nicht so aussieht.
Wann hat Hollywood jemals wieder ein so flammendes Plädoyer gegen die Armut und Ausbeutung des einfachen Arbeiters, für die Würde des "kleinen Lebens" gedreht?

Der Film ist einfach zum Heulen schön - so positiv, ermutigend, spannend, romantisch, lustig und wunderbar rührselig wie es wohl nur Frank Capra zustande bringen konnte, ohne dabei unerträglich kitschig zu werden. Vielleicht widerspricht mir jetzt der eine oder andere und findet ihn tatsächlich kitschig. Aber das kann eigentlich nur jemand sein, der das Weihnachtsfest und die Menschlichkeit als solche kitschig findet.

Für mich ist dieser Film so sehr mit Heiligabend verbunden wie sonst nur noch "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" und "Die Muppets Weihnachtsgeschichte".
Jahrhrelang lief er um Mitternacht im ZDF - bis er plötzlich und unerwartet abgesetzt wurde. In diesem Jahr (ich meine, es war 2004) war Weihnachten für mich mich praktisch hin, so enttäuscht war ich.
Doch jetzt bin ich sicher, jetzt habe ich ihn auf DVD.

Einer der besten Filme aller Zeiten!
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am 11. November 2002
Der Film des Meisterregiesseurs Frank Capra ist zeitlos! Kein Remake konnte bisher die Originalversion nur annähernd erreichen. Die Geschichte eines Mannes, der durch ein Missgeschick eine stattliche Summe Geld verliert, dadurch seinen Lebensmut verliert und ihn durch einige "himmlische Ereignisse" wieder zurückerhält, hat an seiner Aktualität nichts verloren. Wahrscheinlich wird er deshalb auch oft um die Weihnachtszeit im TV gezeigt. Bei schlechtem Wetter oder sonstiger depressiver Verstimmung verhilft dieser Film zu ungekannter Lebensfreude!!!
Ein Muss für alle Cineasten und Leute, die Spass am Leben haben.
James Stewart in der Hauptrolle ist in Top-Form! Auf der DVD kann man den Film zudem im Originalton anschauen. Die Zusatzfeatures sind etwas dürftig - wahrscheinlich ist es nach sovielen Jahren auch nicht mehr so einfach, an ergänzendes Material heranzukommen. Für den relativ günstigen Preis erhält man auf jeden Fall ein Juwel der Filmgeschichte.....
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am 16. Februar 2015
Dieser Film gehört zu dem Besten, was ich je gesehen habe und auch was angeblich je gedreht wurde! Nachweislich- wie in einer Biographie über James Stewart verfasst- rettete dieser Film einem Menschen das Leben, denn dieser wollte Selbstmord begehen, sah aber zufällig den Film im Fernsehen (1970er Jahre) und beging dann keinen Selbstmord! Die Geschichte sagt ja auch, wie wichtig doch jeder einzelne von uns ist, wenn wir weg sind, klafft eine Lücke. Die Figur George Bailey ist im Grunde kein Heiliger, ein Mensch, wie wir alle, voller Fehler, Sünden und Leidenschaften. Und doch, es spricht aus ihm eine gewisse Güte, die ihn verbittern lässt und in einem Selbstmord enden soll. Doch dann kommt Clarence... Ich will an dieser Stelle nicht zu viel verraten für die, den Film noch niemals sahen. Man sollte ihn im Original- also schwarz/weiß sehen- dann kann man auch seine Tiefe spüren. Immer wieder gerne...
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Als ich den Film vor einigen Jahren das erste Mal sah, habe ich ihn nach ca 30 Minuten abgeschaltet. Heute im Nachhinein muss ich sagen, dass ich damals noch nicht "reif" genug für den Film war.
Ich habe ihn dann zu einer Zeit gesehen, wo es mir nicht besonders gut ging und konnte eine Verbindung zu George Bailey herstellen, der ebenfalls im Film verzweifelt ist und nicht mehr leben möchte. Es ist eine wunderbare Geschichte für alle diejenigen, die verzweifelt sind und meinen, ihr Leben sei wertlos.
Mir hat der Film sehr geholfen, eine andere Sichtweise des Lebens zu bekommen. Daher ist er nicht als reiner Unterhaltungsfilm zu sehen, sondern hat Tiefgang.
Mein Prädikat: "sehr wertvoll".
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