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Kundenrezensionen

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Die Blu-ray-Langfassung ist recht ansprechend, man sollte das Werk durchaus gesehen haben. Allerdings empfinde ich die Details in ihrem historischen Kontext dann doch als etwas oberflächlich, so ist der Film eher an Angelina Jolie und erwähnenswerten Effekten interessiert, weniger an den thematisierten Ereignissen, was ihn letztlich "nur" zu einem Unterhaltungsstreifen macht, nicht mehr und nicht weniger.
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am 15. April 2008
Warum nicht gleich so, fällt mir dazu nur ein. Wirklich schade, das
es diese Version nicht auf Deutsch gibt.
Hier ergeben viele Szenen endlich einen Sinn! Durch fehlende Ausschnitte
hat man oft das Gefühl gehabt, das etwas nicht stimmt.... hier ist dann
auch die Reihenfolge anders, was auch geholfen hat. Wirklich eine
Meisterleistung von Oliver Stone und auch den Schauspielern. Lasst die
Kritiker schimpfen.... sie wollen es nicht anders.... Wir, die Zuschauer
wissen es besser ;-)
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am 4. Januar 2013
Zuerst einmal: Der Film ist in der von Oliver Stone gewünschten und in der "Revisited" auch veröffentlichten Version sehenswert. Die nicht chronologische Abfolge der Lebensstationen Alexanders sind so trotzdem schlüssiger als in der vom Filmstudio gekürzten Kinofassung. Dennoch empfinde ich das Potential der Geschichte als bei weitem nicht ausgeschöpft, denn zu sehr kommt Alexander der Große hier noch als Held mit gutem Herzen davon. Die Zerrissenheit eines Eroberers, der eigentlich nur "Gutes" will und viel Böses verübt um dieses Ziel zu erreichen ist auch in der Langversion nicht hinreichend dargestellt worden. Die Greuel der Schlachten werden gezeigt, nicht jedoch die Greuel des Niedermetzelns wehrloser Dörfer die sich in den Augen Alexanders nicht von ihm "befreien" lassen wollten. Angemessen wäre hier ein im Mindesten so umfangreiches Projekt wie die "Herr der Ringe" Trilogie.

Es gab jüngst eine Diskussion bei Erscheinen der "Avengers" darüber, ob eine Lanzenspitze die durch einen Körper drang nun in den Kinos gezeigt wurde oder nicht und auf der DVD auf jedenfall nicht übernommen wurde. Die "Avengers" sind ebenso als FSK 12 eingestuft wie "Alexander". So ist diese Diskussion nicht nachzuvollziehen, denn was in Alexander an durchbohrenden Lanzen, spritzendem Blut, durchschnittenen Kehlen, abgeschlagenen Gliedmaßen zertrümmerten Köpfen und einer Hinrichtung äußerst realistisch gezeigt wird ließe sicherlich eine FSK 16 Einstufung rechtfertigen. Ich würde keinem 12-jährigen Kind empfehlen, diesen Film zu sehen.

"Zum Glück" kann man dort nur sagen kommt die Musik von Vangelis nur begleitend daher. Blendet man die in die Musik eingebetteten Soundeffekte von brüllenden Elefanten und klirrenden Schwertern einmal aus und betrachtet den Vangelis Soundtrack für sich, so bleibt nichts übrig als ein bischen musikalischer Seifenschaum der es schafft, den Zuschauer auch in den intensivsten Kampfszenen immer wieder in die große Distanz zu bringen, so nah die Bilder auch sein mögen. Was Vangelis nicht durch musikalischen Gehalt schaffte versuchten die Macher anscheinend durch extremen Hall und Kompressoren aufzublasen. Meiner Meinung nach hätten die Macher hier besser daran getan drei Wochen vor Aufführung den Soundtrack doch lieber an jemand anderen zu geben, so wie bei "Troja" im gleichen Jahr (2004) geschehen. Die Ursprungsmusik von Troja aus der Feder von Gabriel Yared, die den Produzenten zu gewagt war und deshalb kurzerhand durch eine 08/15 Musik von James Horner (der sicherlich nicht dankbar dafür war, was er in wenigen Wochen aus dem Boden stampfen mußte) ersetzt wurde, hätte hier bei Alexander deutlich besser gepaßt als diese ewigen Fernchöre und Streicher von Vangelis. Mehr Direktheit in der Musik hätte die Direktheit der Bilder besser unterstützt aber wahrscheinlich auch für ein FSK 16 gesorgt, wovor die Produzenten zunehmend Angst zu haben scheinen. In der "Revisited" Fassung gibt es sogar eine noch aus alten Filmen wie "Ben Hur" oder "Quo Vadis" bekannte "Intermission", eine Pause im Film, die nur mit Musik untermalt ist.
Diese Intermission ist die schlechteste, aber auch kürzeste die ich je gesehen / gehört habe, absolut lieblos und inhaltsfrei und nichteinmal ausreichend um aufs Klo zu gehen, wenn man nicht schon daneben sitzt.

Zu den Darstellern: Die Leistung der Schauspieler empfinde ich als gut. Es mag vielleicht den Einen oder Anderen verwirren, warum ein so "großer" Feldherr wie Alexander von einem so weichen Typen wie Colin Farrell gespielt wurde, aber die weichen Gesichtzüge Alexanders sind durchaus authentisch, wie ein Blick auf die erhaltenen Büsten mit lockigem Haar und vollen Wangen in den runden Gesichtszügen belegen. Angelina Jolie als Alexanders Mutter kann schauspielerisch überzeugen, wenn "Mann" sich nicht zu sehr von ihrer Schönheit und Anmut täuschen läßt, dennoch wäre mir eine etwas Ältere Darstellerin in dieser Rolle lieber gewesen. (Angelina Jolie ist im realen Leben nur 1 Jahr älter als Colin Farrell)

Die Jünglinge, (Bagoras und Hephaistion) sind für meinen Geschmack etwas zu androgyn dargestellt, wahrscheinlich sollte das Publikum nicht zu sehr schockiert werden, wenn Alexander mit diesen beiden intimer umgeht, da sie fast wie Frauen wirken. Die Büste des Hephaistion zeigt jedoch einen anderen Charakter, der dem Alexanders ähnlicher (und männlicher) ist. Aber wie man in anderen Rezensionen zu Genüge lesen kann regen sich immer noch genug Leute darüber auf, was damals, 300 Jahre vor Christus, in Makedonien und Griechenland so üblich war. Das zeugt nicht von einer aufgeklärten Gesellschaft, so daß sogar die Filmemacher dies zwar nicht ganz ausblenden konnten aber doch sehr abgemildert dargestellt haben.

Ich finde diesen Film trotz mancher erwähnter Schwächen dennoch für sehenswert zumal DVD und Blue-ray für unter 10 Euro zu haben sind. Ich entschied mich für die DVD, so kann ich zur Qualität der Blue-ray nichts sagen.

Die DVD kommt ohne englische Untertitel und sonstige Extras daher, aber zumindest mit einer englischen Tonspur, wofür man in zunehmendem Maße auch schon fast dankbar sein muß. Ich schaue mir Filme gerne in der originalen Sprache an und hätte ebenso gerne eine englische Untertitelung, aber das ist wohl Wunschdenken.
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am 1. April 2005
Dieser Film hat es mit seinem Mut zu Drastik, Offenheit und historischer Genauigkeit nicht leicht gehabt; so ist es Oliver Stone - dem Meister der Kontroverse - gelungen ist, sein Publikum in kaum vorstellbarer Weise zu spalten. Der Film setzt von seinem Zuschauer die Fähigkeit voraus, alle Erwartungen fallen zu lassen und sich ganz auf diesen ästhetischen Bilderrausch einzulassen. In Europa ist der Film sehr erfolgreich gewesen und hat die Verluste in den USA wieder kompensiert; im us-amerikanischen Süden war der Film bereits aufgrund vorgeblicher homoerotischer Sexszenen im Vorfeld boykottiert worden und nur wenige Kritiker konnten dem Film Großes abgewinnen (aber immerhin z.B. das "Time"-Magazin). Auch in Griechenland sollte der Start verhindert werden, bis sich allerdings der erste Zuschauer den Film tatsächlich ansah und "grünes Licht" gegeben wurde. Das alles verwundert doch sehr, denn - der Realhistorie folgend - ist zwar Alexanders Beziehung zu seinem General Hephaistion deutlich dargestellt, doch in Sachen Homoerotik verhält sich der Film extrem zurückhaltend. Darüber hinaus sollte festgehalten werden, dass es damals absolut üblich war, bisexuell zu sein; also viel Lärm um fast nichts.
Und nun zum eigentlichen Geschehen. Anders als etwa "Troja" präsentiert uns "Alexander" gut ausgefeilte Charaktere, die in ein realhistorisch-präzises Szenario gebettet sind. Oliver Stone ("Platoon", "JFK") orientierte sich an der bis heute besten Biographie des Historikers Robin Lane Fox. Also ist dem Interessierten reichlich Inhalt geboten. Am eindrucksvollsten sind die gewaltigen Bilder des Epos', die höchsten ästhetischen Ansprüchen absolut gerecht werden, etwa die Darstellung Babylons oder andere Naturkulissen. Man kann sich kaum sattsehen an dieser immensen Bilderpracht, die man wohl kaum zuvor so opulent präsentiert bekam. Daneben gibt es zwei gigantische Schlachten, die eine gegen das Perserreich bei Gaugamela, die andere in Indien. Diese erleben wir nicht als durchgestylte Kampfszenen, sondern real und in brutalster Drastik.
Die Schauspieler liefern gute Leistungen; herausragend sind Val Kilmer als König Philip und Angelina Jolie als seine Frau, Königin Olympias. Der Newcomer Colin Farrell als Alexander hat gute Momente, in denen er mitreißend spielt, aber phasenweise hätte er noch aggressiver sein dürfen, um dem Publikum wirklich plausibel zu machen, wie dieser Mann 4/5 der damals bekannten Welt erobern konnte. Daneben ist der Film mit weiteren großen Namen gespickt: Anthony Hopkins (Ptolemaios), Christopher Plummer (Aristoteles).
Aber was macht Oliver Stones "Alexander" nun so 'besonders'? Der Film liefert uns keine Holzschnittcharaktere nach dem Schema "Gut gegen Böse" und ebenso ist die Handlung äußerst nahe an der realen Historie - was Pluspunkte sind, die "Braveheart" oder "Gladiator" nicht vorzuweisen hatten. Der Film ist außerdem in einzelne Episoden aufgespalten, die allesamt für reichlich Unterhaltung sorgen, aber eben nur in sich selbst Spannungsaufbau leisten, so dass es keine große, allumfassende Dramaturgie gibt, auf die der Zuschauer durch und durch konditioniert ist. Das muss aber auch nicht sein, denn will man der Historie gerecht werden, sollte man nicht künstlich etwas erzeugen, das den hohen inhaltlichen Anspruch - wie im Falle Trojas - dann ins Lächerliche zieht. Stones Schritt war mutig und man darf diesen Mut gerne anerkennen!
Abgerundet wird das Ganze durch den kongenialen Soundtrack von Vangelis. Wer sich auf dieses zu unrecht kritisierte Epos einlässt, wird bestimmt in großen Genuss kommen. Denn "Alexander" übertrifft in seinem historischen Gehalt, dem psychologischen Potenzial und auch in darstellerischen Leistungen andere Hollywood-Epen beim Weitem. Man sollte dem Film daher die Gelegenheit geben, seine Geschichte zu erzählen und dabei vielleicht auf hollywoodtypisches Entertainment etwas verzichten. Lässt man sich von den Bildern fesseln, lauscht man den intensiven Dialogen und folgt der Symbolik, merkt man schnell, dass dieser Streifen sehr viel zu sagen hat und einen Platz als großes Epos beanspruchen darf.
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am 6. Juni 2016
Oliver Stone's Final Cut kann an den zwei größten Problemen dieses Filmes (Colin Farrells Perücke, Angelina Jolies Akzent) nichts ändern und fügt sogar noch ein kleines hinzu (Untertitel nur deutsch und nicht besonders gut). Er ist aber definitiv eine Verbesserung gegenüber dem Theatrical Cut. Neben ausführlicheren und neuen Szenen kann man sich so auch an blutigeren Schlachten und einer nacktigeren Roxana erfreuen.

Alexander war kein erfolgreicher Film. Gründe wurden viele genannt (Irische Akzente, kein klarer thematischer Fokus / zu starker Fokus auf Alexanders Momma Issues... ) und ich möchte diese Kritikpunkte auch gar nicht abtun.

Aber wer sich diesen Film nun noch kauft, tut dies wohl primär aus einem historischen Interesse oder aus Begeisterung für das Genre heraus, und hier liefert der Film. Fantastische Kostüme, grandiose Schlachten, und allgemein exzellentes und praktisches Filmhandwerk machen einem deutlich, was man in den letzten 12 Jahren zu oft vermisst hat. Alexander ist ein Film gemacht für große Bildschirme und HD-Qualtität; die Zeit ist also reif ihm eine zweite Chance zu geben.
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TOP 1000 REZENSENTam 12. Juni 2016
...spielt einen großartigen Alexander. Er zeigt des großen Makedonen in all seiner Zerrissenheit: den Rächer des Vater, den Verachter der intriganten Mutter, den bisexuellen Freund, der seinen besten Freund im Rausch tötet, den grandiosen Heerführer, den blitzschnellen Strategen, der von langer Hand plant und dann sich in Sekunden auf eine neue Lage einzustellen weiß, den Staatsmann der ein griechisch-persisches Reich errichten will und zu früh verstirbt, um seine Mission zu vollenden.
Ich habe diesen Film mit all seinen grandiosen Bildern, den detailgetreuen Kostümen und Schlachtszenen von Anfang bis Ende genossen.
Rüdiger Opelt, Autor von "Im Schatten des Kriegers"
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am 8. Juni 2012
Oliver Stone verfilmte im Jahr 2004 das Leben (also im Wesentlichen: Die Feldzüge) Alexanders des Großen. Von den meisten Leuten, die ich kenne, wird dieser Film als "langweilig" und "zu pathetisch" abgetan, doch nur wenige wissen dieses Meisterwerk des modernen Historienfilms wirklich zu schätzen.

Zugegeben, der Anfang des Films ist nicht wirklich gelungen: Allzu hölzern klingen die Dialoge, allzu sprunghaft und schnell schreitet der Film voran, allzu schlecht ist die schauspielerische Leistung von Angelina Jolie, die Alexanders Mutter Olympias darstellt. Doch bereits nach einer guten Viertelstunde entfaltet der Film seine vollen Qualitäten: Gewaltige Bilder großartiger Landschaften, untermalt von grandioser Musik; tolle Dialoge; makellose Kostüme und wunderbare Kulissen.

Der Zuschauer erfährt die Intrigen am Hof König Philipps II. von Makedonien (letzterer war ja eigentlich so gut wie nie nüchtern); er bestaunt die Zähmung des Bukephalos und die hört begeistert die Lehren des Aristoteles an den jungen Alexander ("Es gibt keinen Ruhm, ohne Leid zu erfahren"). Auch schön ist, dass dies einer der ersten Historienfilme ist, in denen Regisseur wie Drehbuchautoren einen unbefangenen, sachlichen Blick auf Homosexualität in der Antike hatten (Alexander: Colin Farrell und Hephaistion: Jared Leto).

Untermalt von stampfenden Geräuschen und begleitet vom Klirren der Waffen und Rüstungen marschiert der gewaltige Heereswurm aus Griechen, Makedonen, Persern und Ägyptern schließlich Richtung Indien; hinein in ein den Griechen befremdliches und seltsames Land. Der lange Weg erscheint dem Zuschauer irgendwann selbst anstrengend und die Schlachten wirken zäh und grausam. Alexanders Tod in Babylon schließlich lässt das Zeitalter des Hellenismus anbrechen.

Der Film - obwohl so häufig unterschätzt - ist ein episches Meisterwerk. Ich empfehle es ohne zu zögern jedem, der einen gut inszenierten Historienfilm sehen will - oder jedem, der sich für die Zeit Alexanders des Großen interessiert.
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am 21. Mai 2005
Es war wohl der umstrittenste Film des letzten Jahres und dennoch: Egal, was über ihn erzählt wurde, es ist einer der besten Filme, die je gemacht wurden, ein Historienepos der anderen Art und eine faszinierende Biografie über den wohl ungewöhnlichsten Herrscher der Menschheitsgeschichte.

Alexander wurde 356 v. Chr. in Makedonien als Sohn von dem herrischen König Phillip und der mystischen Olympias geboren. 20 Jahre später wurde Phillip ermordet und Alexander bestieg den Thron. Doch die "Eroberung" Makedoniens reichte ihm nicht, er wollte der größte Herrscher aller Zeiten werden. Und so machte er sich mit einem Heer auf seine langen Feldzüge, in denen er zunächst Ägypten einnahm, dann Persien eroberte (das schließt so ziemlich die ganze heutige Türkei, den Irak und Iran ein) und schließlich sogar Indien erreichte. Alexander starb mit 33 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt war er Herrscher über Teile von drei Kontinenten, an die 5 Länder und hatte 90% der damals bekannten Welt erobert. Er war außerdem mehrfach verheiratet und hatte ein Kind.

In chronologischer Reihenfolge beleuchtet Oliver Stone in diesem Film Alexanders Kindheit und Jugend (die berühmte Episode mit Boukephalos darf natürlich nicht fehlen), lässt die Eroberung der Türkei und Ägyptens weg und konzentriert sich auf die berühmte Schlacht bei Gaugamela, Eroberung Babylons und die Feldzüge bis nach Indien bis hin zu Alexanders Tod. Eine zentrale Rolle spielen natürlich Alexanders Beziehungen: Die verzerrten zu seinen Eltern, die zärtliche zu seinem Gefährten Hephaistion und Geliebten Bagoas, die notwendige zu einer seiner Frauen, Roxane.

Entstanden ist dabei ein faszinierendes Portrait von einem außergewöhnlichen Menschen. Oliver Stone zelebriert Alexander in traumhaften Bildern, fantastischen Kulissen (man beachte den Palast von Babylon und den dazugehörigen Harem), opulenten Kostümen, offensichtlicher aber auch unterschwelliger Symbolik (beispielsweise ist Alexanders Frau Roxane optisch beinahe das Ebenbild seiner Mutter Olympias) und einem Hauch Mythos. Denn Alexander war mit den Geschichten von Göttern und Helden aufgewachsen und galt als sehr abergläubisch - diese Aspekte webt Stone kunstvoll in seinen Film hinein.

Drei Dinge störten mich dennoch an diesem Film und ich weiß, dass mir nicht jeder zustimmen wird:

Zunächst fand ich die beiden Schlachten (Gaugamela und Indien) zu langatmig und ehrlich gesagt zuviel der brutalen Details. Sicher geht es bei Schlachten blutig und rasant zu, aber wenn das Gemetzel auf der Leinwand einfach kein Ende finden will, lehnt man sich irgendwann entnervt zurück und hat nur einen Gedanken: "Hat er es bald?" Gott sei Dank kann man eine DVD vorspulen, das hätte ich auch gern im Kino getan.

Zweitens: Es ist allgemein bekannt, dass Alexander sowohl Männer als auch Frauen liebte und es ist ebenfalls allgemein bekannt, dass er seine männlichen Geliebten seinen Frauen vorzog. Beides ist im Film ganz passabel rübergebracht: Alexanders Leuchten in den Augen und die Zuneigung, wenn er mit Hephaistion redet und seine eher distanzierte und sachliche Art bei seiner Frau Roxane gegenüber. Doch da Stone Angst vor den Reaktionen des homophoben amerikanischen Publikums bekam, hat er ihnen zuliebe sämtliche Zärtlichkeiten zwischen Männern in dem Film auf Blicke, Umarmungen und einen einzigen Kuss reduziert (und sogar der sieht erzwungen aus). Das traurige Ergebnis: Alexanders Beziehung zu Hephaistion, den er am meisten liebte, ist auf das Niveau einer Teenagerliebelei reduziert worden, Bagoas wird zu einem stummen Statisten, dafür gibt es eine ausschweifende und offenherzige Sexszene mit einer fast alles zeigenden Roxane. Feige, sehr feige, Mr. Stone!

Drittens, und hier sei wieder der Vorspultaste gedankt: Der langatmige Dialog zwischen Alexander und seinen Truppen in Indien. Um es zusammenzufassen: Alexander möchte weiter nach China ziehen, seine Mannen allerdings sind der Feldzüge müde geworden und wollen heim. Mit einer kurzen Diskussion und einer Abstimmung wäre das eigentlich erledigt. Aber Oliver Stone schafft es, daraus eine mindestens fünfzehnminütige nervtötende Unterhaltung zu machen, in der im Grunde zwei Aussagen in verschiedener Form wiederholt werden: "Ich will weiterziehen - wollt ihr eurem Herrscher folgen oder als nichts sagende Soldaten in der Menschheitsgeschichte untergehen?" - "Es ist uns egal, was du uns versprichst, wir haben keine Lust mehr und wollen zurück!" Im Kino war das genau die richtige Stelle, um aufs Klo zu gehen oder Popcorn zu holen, zu Hause kann man sich vielleicht die ersten fünf Minuten antun und den Rest großzügig überspringen. Oder eben das stille Örtchen besuchen.

Sieht man von diesen drei Schwächen ab, ist der Film großartig und macht Spaß, hat aber auch tragische Momente und bringt zum Nachdenken. Die Hauptdarsteller spielen sich die Seele aus dem Leib und sind mit viel Elan bei der Sache, allen voran der coole Colin Farrell als launischer, großherziger, liebens- und hassenswerter Alexander. Am Beeindruckendsten ist Angelina Jolie als Alexanders dominante, schöne und kluge Mutter Olympias - noch nie war Jolie so schön, elegant und großartig! Ebenfalls erwähnenswert: Val Kilmer als Phillip, Jonathan-Rhys Meyers als Cassander, Francisco Bosch als Bagoas und Rosario Dawson als Roxane. In einer winzigen Nebenrolle zu sehen: Erol Sander, der die Rolle wohl hauptsächlich deshalb ergattern konnte weil er mit Stones, ich glaube Nichte, verheiratet ist. Immerhin macht er das Beste draus.
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am 21. Oktober 2015
...mit einigen Schwachpunkten. Dem Film fehlt es zu sehr an Höhen und Tiefen, an Spieltempo und darstellerischer Glaubwürdigkeit, obwohl alle Darsteller sehr leidenschaftlich spielen, Es kann nur an den mitunter sehr schlecht gewählten Dialogen liegen. Dennoch ist der Film sehr interessant inszeniert, durch die Szenenschnitte wird der Film erst lebhaft. Ein opulentes Aufgebot an Kostümen, Ausstattung und Komparsen kann noch für Einiges entschädigen. Der Film ist auf seine Art sehenswert, kann allerdings mit der packenden, mitreissenden Inszenierung eines "Troja" nicht konkurieren, wenn man diesen Vergleich anstellen möchte.
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am 4. April 2005
Als ich das erste Mal hörte das Oliver Stone die Lebensgeschichte Alexander des Großen verfilmen wird war ich schlichtweg begeistert. Ist Stone doch einer der wenigen Regisseure der in seiner Karriere so gut wie nur Meisterwerke abgeliefert hat (von Natural Born Killers einmal abgesehen, welcher meinen Geschmack nicht wirklich traf, aber es gab sicherlich auch Leute denen der gefiel). Als ich dann noch hörte welche Schauspieler für die Rollen besetzt wurden, war ich mir sicher das bei diesem Film nichts mehr schief gehen kann. Umso überaschter war ich dann als ich die ersten Kritiken zu dem Film las, in welchen er Film ja regelrecht zerissen wurde. Noch mehr irritierten mich dann die miserablen Einspielergebnisse in den USA, welche nur noch mehr Kritiker dazu veranlassten auf den Film einzuprügeln. Doch trotz dieser negativen Voraussetzungen schaffte ich es mir den Film in Deutschland anzusehen, und als ich den Film sah fragte ich mich wirklich welchen Film die Zuschauer in den USA und die dortigen Kritiker gesehen hatten. Denn dieses Meisterwerk neuer Filmkunst kann es wirklich nicht gewesen sein.
Aber nun von Anfang an. Wie schon geschrieben führt Oliver Stone bei diesem Film Regie. Zu seinen bekanntesten Werken zählen sicherlich Platoon und J.F.K.. Als Hauptdarsteller verpflichtete er ein wahres Starensemble. Alexander wird von dem irischen Schauspieler Colin Farrell dargestellt, dessen Mutter Plympias von Angelina Jolie und sein Vater Philip von Val Kilmer. Sein bester Freund (oder auch mehr) Hephaistion wird von Jared Leto dargestellt, welcher unter anderem in "American Psycho" und "Panic Room" zu sehen war, und der Erzähler der Geschichte, Ptolemäus wird von niemand geringerem als Sir Anthony Hopkins verkörpert.
Die Geschichte wird wie beschrieben aus der Sicht des Ptolemäus geschildert, welcher in seinen letzten Tagen die Geschichte seines Freundes und Heerführeres zusammenfasst. Der Film wird dadurch immer wieder durch kurze Erzählpassagen unterbrochen, welche ihm aber überhaupt nicht schaden, sondern nur dafür sorgen das die großen Zeitsprünge welche der Film manchmal enthält nicht zu abrupt wirken.
Der Film selbst erzählt die Geschichte Alexanders, wie er als kleiner Junge aufwuchs, über die großen Schlachten die er schlug, sein schwieriges Verhältnis zu seinen Eltern und seinen Freunden, bis hin zu dem Feldzug, welcher ihn bis nach Indien führte und von welchem er sich nie wieder ganz erholte und schlussendlich sein Ende in Babylon. Stone versteht es wieder exzellent auf die einzelnen Charaktere einzugehen und so wird die Geschichte zwischen Alexander und Hephaiston so dargestellt, wie man es sich in "Troja" zwischen Achilles und Patroklos gewünscht hätte (bleibt noch einmal anzumerken das "Alexander" "Troja" in allen Bereichen um Längen überlegen ist. Sei es Regie, Requisiten, Darsteller, Drehbuch, ...). Aber auch die anderen Charaktere werden gut potraitiert. Die Kostüme sind einsame Spitze und auch die Umwelt passt perfekt zu dem Film. Die "homoerotischen" Anspielungen, welche das amerikanische Publikum, wie auch deren Kritiker zu missbilligen schien fielen mir nicht wirklich auf, sondern es wurde einfach wiedergegeben wie die Anschauung der damaligen Bevölkerung Griechenlands war. Das einzige was mir auffiel, was dem Film aber nicht negativ angelasstet werden soll, sind die doch relativ heftigen Kampfszenen, wenn man bedenkt das der Film eine Altersfreigabe von 12 Jahren bekommen hat.
Also allen die mit "Troja" nicht zufrieden waren und sich einen gut erzählten, geschichstreuen Film über das Leben und die Leiden Alexander des Großens wünschen kann ich diesen Film nur ans Herz legen. Endlich wieder ein Film der nicht aufs plumpe Effektehaschen und Mainstream zugeschnitten ist, sondern ein Film der wiedergibt wie es damals vielleicht gewesen sein könnte. Viel Spaß damit.
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