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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alexander Final cut
Warum nicht gleich so, fällt mir dazu nur ein. Wirklich schade, das
es diese Version nicht auf Deutsch gibt.
Hier ergeben viele Szenen endlich einen Sinn! Durch fehlende Ausschnitte
hat man oft das Gefühl gehabt, das etwas nicht stimmt.... hier ist dann
auch die Reihenfolge anders, was auch geholfen hat. Wirklich eine
Meisterleistung von...
Veröffentlicht am 15. April 2008 von G. Heidi

versus
14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Auch in der revisited Version nicht erfüllend
Zuerst einmal: Der Film ist in der von Oliver Stone gewünschten und in der "Revisited" auch veröffentlichten Version sehenswert. Die nicht chronologische Abfolge der Lebensstationen Alexanders sind so trotzdem schlüssiger als in der vom Filmstudio gekürzten Kinofassung. Dennoch empfinde ich das Potential der Geschichte als bei weitem nicht...
Vor 20 Monaten von Markus Brylka veröffentlicht


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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alexander Final cut, 15. April 2008
Warum nicht gleich so, fällt mir dazu nur ein. Wirklich schade, das
es diese Version nicht auf Deutsch gibt.
Hier ergeben viele Szenen endlich einen Sinn! Durch fehlende Ausschnitte
hat man oft das Gefühl gehabt, das etwas nicht stimmt.... hier ist dann
auch die Reihenfolge anders, was auch geholfen hat. Wirklich eine
Meisterleistung von Oliver Stone und auch den Schauspielern. Lasst die
Kritiker schimpfen.... sie wollen es nicht anders.... Wir, die Zuschauer
wissen es besser ;-)
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52 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschönes, drastisches, gut gespieltes Epos, 1. April 2005
Von 
A. Wolf (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Alexander (Premium Edition, 2 DVDs) (DVD)
Dieser Film hat es mit seinem Mut zu Drastik, Offenheit und historischer Genauigkeit nicht leicht gehabt; so ist es Oliver Stone - dem Meister der Kontroverse - gelungen ist, sein Publikum in kaum vorstellbarer Weise zu spalten. Der Film setzt von seinem Zuschauer die Fähigkeit voraus, alle Erwartungen fallen zu lassen und sich ganz auf diesen ästhetischen Bilderrausch einzulassen. In Europa ist der Film sehr erfolgreich gewesen und hat die Verluste in den USA wieder kompensiert; im us-amerikanischen Süden war der Film bereits aufgrund vorgeblicher homoerotischer Sexszenen im Vorfeld boykottiert worden und nur wenige Kritiker konnten dem Film Großes abgewinnen (aber immerhin z.B. das "Time"-Magazin). Auch in Griechenland sollte der Start verhindert werden, bis sich allerdings der erste Zuschauer den Film tatsächlich ansah und "grünes Licht" gegeben wurde. Das alles verwundert doch sehr, denn - der Realhistorie folgend - ist zwar Alexanders Beziehung zu seinem General Hephaistion deutlich dargestellt, doch in Sachen Homoerotik verhält sich der Film extrem zurückhaltend. Darüber hinaus sollte festgehalten werden, dass es damals absolut üblich war, bisexuell zu sein; also viel Lärm um fast nichts.
Und nun zum eigentlichen Geschehen. Anders als etwa "Troja" präsentiert uns "Alexander" gut ausgefeilte Charaktere, die in ein realhistorisch-präzises Szenario gebettet sind. Oliver Stone ("Platoon", "JFK") orientierte sich an der bis heute besten Biographie des Historikers Robin Lane Fox. Also ist dem Interessierten reichlich Inhalt geboten. Am eindrucksvollsten sind die gewaltigen Bilder des Epos', die höchsten ästhetischen Ansprüchen absolut gerecht werden, etwa die Darstellung Babylons oder andere Naturkulissen. Man kann sich kaum sattsehen an dieser immensen Bilderpracht, die man wohl kaum zuvor so opulent präsentiert bekam. Daneben gibt es zwei gigantische Schlachten, die eine gegen das Perserreich bei Gaugamela, die andere in Indien. Diese erleben wir nicht als durchgestylte Kampfszenen, sondern real und in brutalster Drastik.
Die Schauspieler liefern gute Leistungen; herausragend sind Val Kilmer als König Philip und Angelina Jolie als seine Frau, Königin Olympias. Der Newcomer Colin Farrell als Alexander hat gute Momente, in denen er mitreißend spielt, aber phasenweise hätte er noch aggressiver sein dürfen, um dem Publikum wirklich plausibel zu machen, wie dieser Mann 4/5 der damals bekannten Welt erobern konnte. Daneben ist der Film mit weiteren großen Namen gespickt: Anthony Hopkins (Ptolemaios), Christopher Plummer (Aristoteles).
Aber was macht Oliver Stones "Alexander" nun so 'besonders'? Der Film liefert uns keine Holzschnittcharaktere nach dem Schema "Gut gegen Böse" und ebenso ist die Handlung äußerst nahe an der realen Historie - was Pluspunkte sind, die "Braveheart" oder "Gladiator" nicht vorzuweisen hatten. Der Film ist außerdem in einzelne Episoden aufgespalten, die allesamt für reichlich Unterhaltung sorgen, aber eben nur in sich selbst Spannungsaufbau leisten, so dass es keine große, allumfassende Dramaturgie gibt, auf die der Zuschauer durch und durch konditioniert ist. Das muss aber auch nicht sein, denn will man der Historie gerecht werden, sollte man nicht künstlich etwas erzeugen, das den hohen inhaltlichen Anspruch - wie im Falle Trojas - dann ins Lächerliche zieht. Stones Schritt war mutig und man darf diesen Mut gerne anerkennen!
Abgerundet wird das Ganze durch den kongenialen Soundtrack von Vangelis. Wer sich auf dieses zu unrecht kritisierte Epos einlässt, wird bestimmt in großen Genuss kommen. Denn "Alexander" übertrifft in seinem historischen Gehalt, dem psychologischen Potenzial und auch in darstellerischen Leistungen andere Hollywood-Epen beim Weitem. Man sollte dem Film daher die Gelegenheit geben, seine Geschichte zu erzählen und dabei vielleicht auf hollywoodtypisches Entertainment etwas verzichten. Lässt man sich von den Bildern fesseln, lauscht man den intensiven Dialogen und folgt der Symbolik, merkt man schnell, dass dieser Streifen sehr viel zu sagen hat und einen Platz als großes Epos beanspruchen darf.
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14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Auch in der revisited Version nicht erfüllend, 4. Januar 2013
Von 
Markus Brylka (Dortmund) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alexander (Revisited, The Final Cut) (DVD)
Zuerst einmal: Der Film ist in der von Oliver Stone gewünschten und in der "Revisited" auch veröffentlichten Version sehenswert. Die nicht chronologische Abfolge der Lebensstationen Alexanders sind so trotzdem schlüssiger als in der vom Filmstudio gekürzten Kinofassung. Dennoch empfinde ich das Potential der Geschichte als bei weitem nicht ausgeschöpft, denn zu sehr kommt Alexander der Große hier noch als Held mit gutem Herzen davon. Die Zerrissenheit eines Eroberers, der eigentlich nur "Gutes" will und viel Böses verübt um dieses Ziel zu erreichen ist auch in der Langversion nicht hinreichend dargestellt worden. Die Greuel der Schlachten werden gezeigt, nicht jedoch die Greuel des Niedermetzelns wehrloser Dörfer die sich in den Augen Alexanders nicht von ihm "befreien" lassen wollten. Angemessen wäre hier ein im Mindesten so umfangreiches Projekt wie die "Herr der Ringe" Trilogie.

Es gab jüngst eine Diskussion bei Erscheinen der "Avengers" darüber, ob eine Lanzenspitze die durch einen Körper drang nun in den Kinos gezeigt wurde oder nicht und auf der DVD auf jedenfall nicht übernommen wurde. Die "Avengers" sind ebenso als FSK 12 eingestuft wie "Alexander". So ist diese Diskussion nicht nachzuvollziehen, denn was in Alexander an durchbohrenden Lanzen, spritzendem Blut, durchschnittenen Kehlen, abgeschlagenen Gliedmaßen zertrümmerten Köpfen und einer Hinrichtung äußerst realistisch gezeigt wird ließe sicherlich eine FSK 16 Einstufung rechtfertigen. Ich würde keinem 12-jährigen Kind empfehlen, diesen Film zu sehen.

"Zum Glück" kann man dort nur sagen kommt die Musik von Vangelis nur begleitend daher. Blendet man die in die Musik eingebetteten Soundeffekte von brüllenden Elefanten und klirrenden Schwertern einmal aus und betrachtet den Vangelis Soundtrack für sich, so bleibt nichts übrig als ein bischen musikalischer Seifenschaum der es schafft, den Zuschauer auch in den intensivsten Kampfszenen immer wieder in die große Distanz zu bringen, so nah die Bilder auch sein mögen. Was Vangelis nicht durch musikalischen Gehalt schaffte versuchten die Macher anscheinend durch extremen Hall und Kompressoren aufzublasen. Meiner Meinung nach hätten die Macher hier besser daran getan drei Wochen vor Aufführung den Soundtrack doch lieber an jemand anderen zu geben, so wie bei "Troja" im gleichen Jahr (2004) geschehen. Die Ursprungsmusik von Troja aus der Feder von Gabriel Yared, die den Produzenten zu gewagt war und deshalb kurzerhand durch eine 08/15 Musik von James Horner (der sicherlich nicht dankbar dafür war, was er in wenigen Wochen aus dem Boden stampfen mußte) ersetzt wurde, hätte hier bei Alexander deutlich besser gepaßt als diese ewigen Fernchöre und Streicher von Vangelis. Mehr Direktheit in der Musik hätte die Direktheit der Bilder besser unterstützt aber wahrscheinlich auch für ein FSK 16 gesorgt, wovor die Produzenten zunehmend Angst zu haben scheinen. In der "Revisited" Fassung gibt es sogar eine noch aus alten Filmen wie "Ben Hur" oder "Quo Vadis" bekannte "Intermission", eine Pause im Film, die nur mit Musik untermalt ist.
Diese Intermission ist die schlechteste, aber auch kürzeste die ich je gesehen / gehört habe, absolut lieblos und inhaltsfrei und nichteinmal ausreichend um aufs Klo zu gehen, wenn man nicht schon daneben sitzt.

Zu den Darstellern: Die Leistung der Schauspieler empfinde ich als gut. Es mag vielleicht den Einen oder Anderen verwirren, warum ein so "großer" Feldherr wie Alexander von einem so weichen Typen wie Colin Farrell gespielt wurde, aber die weichen Gesichtzüge Alexanders sind durchaus authentisch, wie ein Blick auf die erhaltenen Büsten mit lockigem Haar und vollen Wangen in den runden Gesichtszügen belegen. Angelina Jolie als Alexanders Mutter kann schauspielerisch überzeugen, wenn "Mann" sich nicht zu sehr von ihrer Schönheit und Anmut täuschen läßt, dennoch wäre mir eine etwas Ältere Darstellerin in dieser Rolle lieber gewesen. (Angelina Jolie ist im realen Leben nur 1 Jahr älter als Colin Farrell)

Die Jünglinge, (Bagoras und Hephaistion) sind für meinen Geschmack etwas zu androgyn dargestellt, wahrscheinlich sollte das Publikum nicht zu sehr schockiert werden, wenn Alexander mit diesen beiden intimer umgeht, da sie fast wie Frauen wirken. Die Büste des Hephaistion zeigt jedoch einen anderen Charakter, der dem Alexanders ähnlicher (und männlicher) ist. Aber wie man in anderen Rezensionen zu Genüge lesen kann regen sich immer noch genug Leute darüber auf, was damals, 300 Jahre vor Christus, in Makedonien und Griechenland so üblich war. Das zeugt nicht von einer aufgeklärten Gesellschaft, so daß sogar die Filmemacher dies zwar nicht ganz ausblenden konnten aber doch sehr abgemildert dargestellt haben.

Ich finde diesen Film trotz mancher erwähnter Schwächen dennoch für sehenswert zumal DVD und Blue-ray für unter 10 Euro zu haben sind. Ich entschied mich für die DVD, so kann ich zur Qualität der Blue-ray nichts sagen.

Die DVD kommt ohne englische Untertitel und sonstige Extras daher, aber zumindest mit einer englischen Tonspur, wofür man in zunehmendem Maße auch schon fast dankbar sein muß. Ich schaue mir Filme gerne in der originalen Sprache an und hätte ebenso gerne eine englische Untertitelung, aber das ist wohl Wunschdenken.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen toll, 29. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alexander - Revisited/The Final Cut [Blu-ray] (Blu-ray)
Oliver Stone und der große Irrtum. Wie schafft man es 150 Mio. Dollar in den Sand zu setzen? Ganz einfach man nehme sich eine bekannte und faszinierende Geschichte bastele ein Drehbuch drum herum und beauftrage Oliver Stone mit der Umsetzung des Filmes. Wer hier bei diesem Film ein kraftvolles, spannendes und berührendes Epos erwartet liegt schlicht und einfach falsch. ... Zu müde und kraftlos plätschert der Film vor sich hin. Ein wenig von dem was man sich als Zuschauer erhofft blitzt während der Schlachten auf, leider aber nicht von Dauer. Dazwischen wird man immer wieder daran erinnert, das Fehlbesetzungen auch wenn es sich um große Namen handelt, einem Film sehr viel an Glaubwürdigkeit und Größe nehmen können. Colin Farrell (Alexander) ist hier nur eines von vielem Beispielen, passte er noch ganz gut in einen Film wie "Ein Zuhause am Ende der Welt" so stößt er hier ganz eindeutig an seine schauspielerischen Grenzen. Der Film ist nicht so schlecht dass man ihn verteufeln müsste, aber er bietet auch wenig wofür man sich 3h ins Kino setzen möchte.

aber mir hat er gefallen
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24 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Opulente Historienbio mit kleinen Schwächen, 21. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Alexander (Premium Edition, 2 DVDs) (DVD)
Es war wohl der umstrittenste Film des letzten Jahres und dennoch: Egal, was über ihn erzählt wurde, es ist einer der besten Filme, die je gemacht wurden, ein Historienepos der anderen Art und eine faszinierende Biografie über den wohl ungewöhnlichsten Herrscher der Menschheitsgeschichte.

Alexander wurde 356 v. Chr. in Makedonien als Sohn von dem herrischen König Phillip und der mystischen Olympias geboren. 20 Jahre später wurde Phillip ermordet und Alexander bestieg den Thron. Doch die "Eroberung" Makedoniens reichte ihm nicht, er wollte der größte Herrscher aller Zeiten werden. Und so machte er sich mit einem Heer auf seine langen Feldzüge, in denen er zunächst Ägypten einnahm, dann Persien eroberte (das schließt so ziemlich die ganze heutige Türkei, den Irak und Iran ein) und schließlich sogar Indien erreichte. Alexander starb mit 33 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt war er Herrscher über Teile von drei Kontinenten, an die 5 Länder und hatte 90% der damals bekannten Welt erobert. Er war außerdem mehrfach verheiratet und hatte ein Kind.

In chronologischer Reihenfolge beleuchtet Oliver Stone in diesem Film Alexanders Kindheit und Jugend (die berühmte Episode mit Boukephalos darf natürlich nicht fehlen), lässt die Eroberung der Türkei und Ägyptens weg und konzentriert sich auf die berühmte Schlacht bei Gaugamela, Eroberung Babylons und die Feldzüge bis nach Indien bis hin zu Alexanders Tod. Eine zentrale Rolle spielen natürlich Alexanders Beziehungen: Die verzerrten zu seinen Eltern, die zärtliche zu seinem Gefährten Hephaistion und Geliebten Bagoas, die notwendige zu einer seiner Frauen, Roxane.

Entstanden ist dabei ein faszinierendes Portrait von einem außergewöhnlichen Menschen. Oliver Stone zelebriert Alexander in traumhaften Bildern, fantastischen Kulissen (man beachte den Palast von Babylon und den dazugehörigen Harem), opulenten Kostümen, offensichtlicher aber auch unterschwelliger Symbolik (beispielsweise ist Alexanders Frau Roxane optisch beinahe das Ebenbild seiner Mutter Olympias) und einem Hauch Mythos. Denn Alexander war mit den Geschichten von Göttern und Helden aufgewachsen und galt als sehr abergläubisch - diese Aspekte webt Stone kunstvoll in seinen Film hinein.

Drei Dinge störten mich dennoch an diesem Film und ich weiß, dass mir nicht jeder zustimmen wird:

Zunächst fand ich die beiden Schlachten (Gaugamela und Indien) zu langatmig und ehrlich gesagt zuviel der brutalen Details. Sicher geht es bei Schlachten blutig und rasant zu, aber wenn das Gemetzel auf der Leinwand einfach kein Ende finden will, lehnt man sich irgendwann entnervt zurück und hat nur einen Gedanken: "Hat er es bald?" Gott sei Dank kann man eine DVD vorspulen, das hätte ich auch gern im Kino getan.

Zweitens: Es ist allgemein bekannt, dass Alexander sowohl Männer als auch Frauen liebte und es ist ebenfalls allgemein bekannt, dass er seine männlichen Geliebten seinen Frauen vorzog. Beides ist im Film ganz passabel rübergebracht: Alexanders Leuchten in den Augen und die Zuneigung, wenn er mit Hephaistion redet und seine eher distanzierte und sachliche Art bei seiner Frau Roxane gegenüber. Doch da Stone Angst vor den Reaktionen des homophoben amerikanischen Publikums bekam, hat er ihnen zuliebe sämtliche Zärtlichkeiten zwischen Männern in dem Film auf Blicke, Umarmungen und einen einzigen Kuss reduziert (und sogar der sieht erzwungen aus). Das traurige Ergebnis: Alexanders Beziehung zu Hephaistion, den er am meisten liebte, ist auf das Niveau einer Teenagerliebelei reduziert worden, Bagoas wird zu einem stummen Statisten, dafür gibt es eine ausschweifende und offenherzige Sexszene mit einer fast alles zeigenden Roxane. Feige, sehr feige, Mr. Stone!

Drittens, und hier sei wieder der Vorspultaste gedankt: Der langatmige Dialog zwischen Alexander und seinen Truppen in Indien. Um es zusammenzufassen: Alexander möchte weiter nach China ziehen, seine Mannen allerdings sind der Feldzüge müde geworden und wollen heim. Mit einer kurzen Diskussion und einer Abstimmung wäre das eigentlich erledigt. Aber Oliver Stone schafft es, daraus eine mindestens fünfzehnminütige nervtötende Unterhaltung zu machen, in der im Grunde zwei Aussagen in verschiedener Form wiederholt werden: "Ich will weiterziehen - wollt ihr eurem Herrscher folgen oder als nichts sagende Soldaten in der Menschheitsgeschichte untergehen?" - "Es ist uns egal, was du uns versprichst, wir haben keine Lust mehr und wollen zurück!" Im Kino war das genau die richtige Stelle, um aufs Klo zu gehen oder Popcorn zu holen, zu Hause kann man sich vielleicht die ersten fünf Minuten antun und den Rest großzügig überspringen. Oder eben das stille Örtchen besuchen.

Sieht man von diesen drei Schwächen ab, ist der Film großartig und macht Spaß, hat aber auch tragische Momente und bringt zum Nachdenken. Die Hauptdarsteller spielen sich die Seele aus dem Leib und sind mit viel Elan bei der Sache, allen voran der coole Colin Farrell als launischer, großherziger, liebens- und hassenswerter Alexander. Am Beeindruckendsten ist Angelina Jolie als Alexanders dominante, schöne und kluge Mutter Olympias - noch nie war Jolie so schön, elegant und großartig! Ebenfalls erwähnenswert: Val Kilmer als Phillip, Jonathan-Rhys Meyers als Cassander, Francisco Bosch als Bagoas und Rosario Dawson als Roxane. In einer winzigen Nebenrolle zu sehen: Erol Sander, der die Rolle wohl hauptsächlich deshalb ergattern konnte weil er mit Stones, ich glaube Nichte, verheiratet ist. Immerhin macht er das Beste draus.
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44 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alexander als tragischer, romatisierter Held!, 18. März 2007
Von 
Seraphina "Indigo-Girlie *-*" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alexander (Einzel-DVD) (DVD)
*

4 1/2 Sterne für ALEXANDER!

*

Ich habe ALEXANDER im Kino gesehen und kürzlich die DVD gekauft - die Originalversion ( Director`s Cut )!

Nach unserem Historienepos-Tag ( d.h. meine Freunde und ich haben uns an einem Tag nacheinander ALEXANDER, TROJA und GLADIATOR reingezogen ) kann ich ehrlich gesagt die vielen eher negativen Kritiken nicht recht nachvollziehen. Ich mochte den Film. Er war anders als die beiden anderen Filme. Er zeigte viel von Alexanders Persönlichkeit ... seine Sehnsüchte, seine Ängste, etc. Auch wenn diese z.T. sicherlich frei erfunden sind, so ist Oliver Stone`s Interpretation der Person Alexanders dennoch realistischer/glaubwürdiger als die von so manchem großen Helden aus anderen Historien-Epen.

*

Persönlichkeits-Darstellung also statt Schlacht & Gemetzel ( letzteres gibt`s hier natürlich auch - in geringerem Maße als wir vielleicht gewohnt sind )!

Das ist selbstverständlich nicht Jedermanns Geschmack ... und dennoch kein Grund den Film als schwach abzustempeln. Außerdem darf man nicht vergessen, dass diese Verfilmung auf wirklicher Geschichte basiert ... und wer fand/findet Geschichtsunterricht schon spannend? Soll heißen, der Regisseur DURFTE gar nicht allzu viel Neues und/oder Action-lastiges dazuerfinden, sonst wäre das Ganze zu unecht geworden ( im Vergleich dazu durften sich die Regisseure von GLADIATOR und auch von TROJA regelrecht austoben, da beide Geschichten ganz einfach erfunden sind und keine geschichtlichen Vorbilder haben ... bei GLADIATOR gab es nur den Kaiser und seine beiden Kinder in Echt" ... TROJA basiert bloß auf einer Sage von Homer! ) Stattdessen hielt er sich ( zumindest größtenteils ) an die Lebens-Etappen des realen Alexanders.

*

Gefallen hat mir bei ALEXANDER insbesondere die Darstellung der vielen exotischen Schauplätze ( ich liebe es, wenn in einem Film die Orte öfters wechseln, so dass die Story sich nicht immer nur an einer Stelle abspielt ).

Die Kulisse ist einfach großartig ( pompös und ein echter Hingucker, wie z.B. der persische Harem - "Klotzen statt Kleckern" dürfte hierbei wohl das Motto gewesen sein! ), die Kostüme ebenfalls und die Schauspieler überzeugend ( alle sind mit Feuereifer dabei und die Hauptcharaktere - allen voran Colin Farrell - bieten dabei eine ausdrucksstarke Mimik ).

Auch wenn manchen ein hellblonder Alexander etwas seltsam anmuten mag, so sollte man nicht vergessen, dass viele der alten Griechen & unmittelbare Nachbarn nun mal blond ( und manchmal dazu auch gelockt ) waren - nicht so wie heute!

Die Story selber ist stellenweise etwas langatmig geworden - das sind meistens jene Szenen, wo Alex viel aus seinem Inneren preisgibt. Doch genau das macht diesen Film so besonders.

Die Gefühle eines ( nachdenklichen ) Helden kommen meiner Meinung nach in vielen Historien-Epen zu kurz, ebenso wie die Romantik!

*

Mutig vom Regisseur fand ich auch die Darstellung von Alexanders Bisexualität ( nicht Homosexualität! ) Diese - in der Antike oft verbreitete - sexuelle Orientierung wird in vielen Historienepen schlichtweg verschwiegen ( z.B. in TROJA wurde die Beziehung Achilles/Patroklos auf ein Verwandschaftsverhältnis reduziert, was jedoch - wenn man sich die "Ilias" durchliest - ganz einfach falsch dargestellt ist ... ebenso wurde in SPARTACUS eine Badeszene wegen geringfügiger Andeutungen einfach gestrichen ... aber in GLADIATOR wurden diese Tatsachen zumindest nebenbei mehrmals erwähnt! ).

Im englischen Director`s Cut sieht man diese Schnitte am besten ( z.B. wurde in der Kinoversion jene Szene "beschnitten", wo Alexanders persischer Leibdiener Bagoas das Lampenlicht löscht, sein Gewand zu Boden fallen lässt und sich gerade anschickt nackig in das Bett seines Herrn zu steigen ... es waren nur wenige Sekunden - wirklich nix Schlimmes ... und trotzdem war es den Verantwortlichen wohl ZU eindeutig und heikel ... tja! )

*

Auch die Hochzeitsnacht mit Roxane dürfte wohl eine der erotischsten Szenen sein, die jemals in einem solchen Film gezeigt wurden ( anscheinend waren sie aber nicht obszön genug um "beschnitten" zu werden ).

*

Nun, Alexander wird hier als ein Mensch gezeigt, der zum Helden hochgepusht wurde. Selbst seine Neigung, gerne und oft Feste mit seinen ( z.T. ziemlich unreifen ) Freunden zu feiern, sich dabei zu betrinken, sowie anderen Ausschweifungen zu frönen ... macht ihn nur menschlicher und damit auch glaubwürdiger - umso mehr wenn er dabei manchmal wie ein Idiot rüberkommt ^_~. Seine Psychosen ( Verfolgungswahn, Geistererscheinungen seiner Eltern, etc. ) machen ihn hingegen zu einer bedauernswerten und letzten Endes auch tragischen Figur.

Oliver Stone hat wirklich eine interessante Interpretation geliefert!

*

Ein besonderes Augenschmankerl für mich war der sehr erotisch anmutende Tanz des oben erwähnten Bagoas - sinnlich dargestellt vom spanischen Tänzer und Schauspieler Francisco Bosch. ^_~

*

FAZIT:

ALEXANDER ist ein ansprechender Film - für diejenigen Leute, welche ein Historien-Epos einem Schlachten-Epos vorziehen und für solche, denen tiefgründige, realistisch dargestellte Charaktere mit Macken eher gefallen als unglaubwürdig heldenhafte Figuren ohne Makel! Und natürlich auch für die, welche zusätzlich noch auf visuellen Pomp stehen! ^^

Da ich eben zu jenen Leuten gehöre, vergebe ich dem Film 4 1/2 Sterne! Den halben Punktabzug gibt`s für die gelegentliche Langatmigkeit!

*

PS:

Den GLADIATOR wird aber wohl kaum ein modernes Historien-Epos toppen können - trotz der etwas unglaubwürdigen Figur des Maximus!

Diese Art von Story ( Außenseiter verliert alles und kämpft sich für seine Rache von ganz unten nach oben durch ) bewegt unsere Gemüter anscheinend am meisten! ^_~
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Oft unterschätzt, 8. Juni 2012
Von 
Jimmy K. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Alexander (Einzel-DVD) (DVD)
Oliver Stone verfilmte im Jahr 2004 das Leben (also im Wesentlichen: Die Feldzüge) Alexanders des Großen. Von den meisten Leuten, die ich kenne, wird dieser Film als "langweilig" und "zu pathetisch" abgetan, doch nur wenige wissen dieses Meisterwerk des modernen Historienfilms wirklich zu schätzen.

Zugegeben, der Anfang des Films ist nicht wirklich gelungen: Allzu hölzern klingen die Dialoge, allzu sprunghaft und schnell schreitet der Film voran, allzu schlecht ist die schauspielerische Leistung von Angelina Jolie, die Alexanders Mutter Olympias darstellt. Doch bereits nach einer guten Viertelstunde entfaltet der Film seine vollen Qualitäten: Gewaltige Bilder großartiger Landschaften, untermalt von grandioser Musik; tolle Dialoge; makellose Kostüme und wunderbare Kulissen.

Der Zuschauer erfährt die Intrigen am Hof König Philipps II. von Makedonien (letzterer war ja eigentlich so gut wie nie nüchtern); er bestaunt die Zähmung des Bukephalos und die hört begeistert die Lehren des Aristoteles an den jungen Alexander ("Es gibt keinen Ruhm, ohne Leid zu erfahren"). Auch schön ist, dass dies einer der ersten Historienfilme ist, in denen Regisseur wie Drehbuchautoren einen unbefangenen, sachlichen Blick auf Homosexualität in der Antike hatten (Alexander: Colin Farrell und Hephaistion: Jared Leto).

Untermalt von stampfenden Geräuschen und begleitet vom Klirren der Waffen und Rüstungen marschiert der gewaltige Heereswurm aus Griechen, Makedonen, Persern und Ägyptern schließlich Richtung Indien; hinein in ein den Griechen befremdliches und seltsames Land. Der lange Weg erscheint dem Zuschauer irgendwann selbst anstrengend und die Schlachten wirken zäh und grausam. Alexanders Tod in Babylon schließlich lässt das Zeitalter des Hellenismus anbrechen.

Der Film - obwohl so häufig unterschätzt - ist ein episches Meisterwerk. Ich empfehle es ohne zu zögern jedem, der einen gut inszenierten Historienfilm sehen will - oder jedem, der sich für die Zeit Alexanders des Großen interessiert.
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35 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unterbewertetes Meisterstück!, 4. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Alexander (Premium Edition, 2 DVDs) (DVD)
Als ich das erste Mal hörte das Oliver Stone die Lebensgeschichte Alexander des Großen verfilmen wird war ich schlichtweg begeistert. Ist Stone doch einer der wenigen Regisseure der in seiner Karriere so gut wie nur Meisterwerke abgeliefert hat (von Natural Born Killers einmal abgesehen, welcher meinen Geschmack nicht wirklich traf, aber es gab sicherlich auch Leute denen der gefiel). Als ich dann noch hörte welche Schauspieler für die Rollen besetzt wurden, war ich mir sicher das bei diesem Film nichts mehr schief gehen kann. Umso überaschter war ich dann als ich die ersten Kritiken zu dem Film las, in welchen er Film ja regelrecht zerissen wurde. Noch mehr irritierten mich dann die miserablen Einspielergebnisse in den USA, welche nur noch mehr Kritiker dazu veranlassten auf den Film einzuprügeln. Doch trotz dieser negativen Voraussetzungen schaffte ich es mir den Film in Deutschland anzusehen, und als ich den Film sah fragte ich mich wirklich welchen Film die Zuschauer in den USA und die dortigen Kritiker gesehen hatten. Denn dieses Meisterwerk neuer Filmkunst kann es wirklich nicht gewesen sein.
Aber nun von Anfang an. Wie schon geschrieben führt Oliver Stone bei diesem Film Regie. Zu seinen bekanntesten Werken zählen sicherlich Platoon und J.F.K.. Als Hauptdarsteller verpflichtete er ein wahres Starensemble. Alexander wird von dem irischen Schauspieler Colin Farrell dargestellt, dessen Mutter Plympias von Angelina Jolie und sein Vater Philip von Val Kilmer. Sein bester Freund (oder auch mehr) Hephaistion wird von Jared Leto dargestellt, welcher unter anderem in "American Psycho" und "Panic Room" zu sehen war, und der Erzähler der Geschichte, Ptolemäus wird von niemand geringerem als Sir Anthony Hopkins verkörpert.
Die Geschichte wird wie beschrieben aus der Sicht des Ptolemäus geschildert, welcher in seinen letzten Tagen die Geschichte seines Freundes und Heerführeres zusammenfasst. Der Film wird dadurch immer wieder durch kurze Erzählpassagen unterbrochen, welche ihm aber überhaupt nicht schaden, sondern nur dafür sorgen das die großen Zeitsprünge welche der Film manchmal enthält nicht zu abrupt wirken.
Der Film selbst erzählt die Geschichte Alexanders, wie er als kleiner Junge aufwuchs, über die großen Schlachten die er schlug, sein schwieriges Verhältnis zu seinen Eltern und seinen Freunden, bis hin zu dem Feldzug, welcher ihn bis nach Indien führte und von welchem er sich nie wieder ganz erholte und schlussendlich sein Ende in Babylon. Stone versteht es wieder exzellent auf die einzelnen Charaktere einzugehen und so wird die Geschichte zwischen Alexander und Hephaiston so dargestellt, wie man es sich in "Troja" zwischen Achilles und Patroklos gewünscht hätte (bleibt noch einmal anzumerken das "Alexander" "Troja" in allen Bereichen um Längen überlegen ist. Sei es Regie, Requisiten, Darsteller, Drehbuch, ...). Aber auch die anderen Charaktere werden gut potraitiert. Die Kostüme sind einsame Spitze und auch die Umwelt passt perfekt zu dem Film. Die "homoerotischen" Anspielungen, welche das amerikanische Publikum, wie auch deren Kritiker zu missbilligen schien fielen mir nicht wirklich auf, sondern es wurde einfach wiedergegeben wie die Anschauung der damaligen Bevölkerung Griechenlands war. Das einzige was mir auffiel, was dem Film aber nicht negativ angelasstet werden soll, sind die doch relativ heftigen Kampfszenen, wenn man bedenkt das der Film eine Altersfreigabe von 12 Jahren bekommen hat.
Also allen die mit "Troja" nicht zufrieden waren und sich einen gut erzählten, geschichstreuen Film über das Leben und die Leiden Alexander des Großens wünschen kann ich diesen Film nur ans Herz legen. Endlich wieder ein Film der nicht aufs plumpe Effektehaschen und Mainstream zugeschnitten ist, sondern ein Film der wiedergibt wie es damals vielleicht gewesen sein könnte. Viel Spaß damit.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mit weniger Maskara hätte das ein guter Film werden können!, 7. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: Alexander (Premium Edition, 2 DVDs) (DVD)
Als ich hörte, dass dieser Film gedreht wird war ich zuerst erfreut, und hatte vor, ihn mir bald anzusehen. Dann kamen katastrophale Kritiken, was mich in Anbetracht des recht guten Regisseurs (Oliver Stone) verwunderte. Etliche Freunde meinten es wäre der schlechteste Film den sie seit langem gesehen hätten. Diese Meinung konnte ich - nachdem ich ihn gesehen hatte - nicht teilen, obwohl ich bei der Wahl der Filme die ich mir anschaue schon sehr selektiere.
Die älteren Verfilmungen über Alexander den Grossen habe ich nicht gesehen, so gibt es eine mit Richard Burton (1956) und eine mit William Shatner alias Kaptain Kirk von der Enterprise (1968). Das damals schon gute Filme mit großen Schlachten möglich waren, hat Altmeister Stanley Kubrick 1960 mit Spartacus bewiesen. Ein Jahr zuvor gab es natürlich auch den damals teuersten Film Ben Hur, welcher aber durch die miese schauspielerische Leistung von Charlton Heston getrübt wird.
Heutzutage konnte Oliver Stone natürlich auf die Hilfe von Computertechnik zurückgreifen. Monumentale Schlachten sind ganz im Trend, insbesondere nach dem dritten Teil der Herr der Ringe Saga, welcher in diesen Belangen vermutlich die technische Referenz aufzuweisen hat. Seit Gladiator wurde dieses Genre wieder belebt, mit Troja erlebte es seinen kommerziellen Höhepunkt (und cineastischen Tiefpunkt) doch nach Alexander, welcher in den USA und auch hierzulande total floppte, haben die Studiobosse vermutlich genug von den Sandalenschlachten gesehen.
Alexander ist ein etwas unbeholfener Versuch das gesamte Leben eines der größten Feldherren aller Zeiten auf Zelluloid zu verewigen. Oliver Stone hat einen Film geschaffen, den sich Genrefreunde und historisch Interessierte zwar anschauen sollten, aber meiner Meinung nach hat er versagt. Man weiß eindeutig mehr über Alexander als in diesem Film gezeigt wird, und es wird zu viel gezeigt das nicht nachweisbar ist. Seine Beziehung zu Hephaistion zum Beispiel (gespielt von Jared Letho) artet zu einer seltsamen Schwulenbeziehung aus, die einem recht bald auf die Nerven geht. Die Schauspieler laufen ständig mit Maskara geschminkt herum, auch bei den Schlachten. Das Bisexualität zu dieser Zeit völlig normal war weiß man ja eigentlich, aber Oliver Stone wird nicht müde das zu zeigen (ich vermute dahinter schlichte Spekulation - das prüde Amerika soll darüber in den Medien diskutieren). Auch die Beziehung zu seiner Mutter wird eindringlicher beschrieben als es nötig ist, es gäbe viele andere Taten Alexanders die schon aus historischen Gründen viel wichtiger gewesen wären als familiäre Spekulationstheorien. So wird zum Beispiel die Geschichte des gordischen Knotens nicht gezeigt, ein Ereignis das zu sprichwörtlicher Berühmtheit gelang und seit über 2 Jahrtausenden den meisten Menschen ein Begriff ist. Stattdessen wird man ständig mit androgynen Schönlingen genervt, die Alexander den Kopf verdrehen. Abhilfe schafft erst die Bettszene mit Rosario Dawson, welche die baktrische Fuerstenprinzessin Roxane spielt, die erste Frau Alexanders welche bei der Hochzeit erst dreizehn war (diese Szene authentisch zu spielen hätte in Amerika sicher den erwünschten Aufschrei der Empörung gebracht, Rosario Dawson ist jedoch schon 26 Jahre alt).
Die vielen kleinen Details seiner Reise, die Unterwerfung vieler Stämme, Zerschlagung unzähliger Aufstände und vor allem die vielen Mord & Verschwörungsversuche welchen er entronnen ist und welche er durch unzählige Hinrichtungen verhindert hat bleiben eher auf der Strecke. Sein Versuch der Völkerverschmelzung wird zwar ansatzweise beschrieben, Interessante Details wie die Massenhochzeit zu Susa bei der er 89 Gefolgsleute und 1000 Soldaten mit persischen Frauen verheiratetet hat bleiben aber aus, obwohl solche Aspekte sicher mehr Einblick in die Visionen des Politikers Alexander gezeigt hätten.
Optisch kann der Film leider auch nur bedingt überzeugen. Die Mazedonier sehen bei einer Versammlung aus als würden sie mit ihren blütenweisen Gewändern Waschmittelwerbung machen. Die Perser mit ihren aufgeklebten Bärten und Schminke sehen wie verkleidete Frauen aus, und die Stadt Babylon ist so schlecht digital produziert, das man das Gefühl hat die Zwischensequenz eines Computerspieles zu sehen. Die Schlacht gegen den Perserkönig Dareios ist nicht unbedingt schlecht, aber man hat das Gefühl das das Budget gekürzt wurde und daher die digitalen Effekte etwas unrealistisch ausgefallen sind.
Kurz gesagt, wer sich auch nur ansatzweise mit der Geschichte von Alexander dem Großen beschäftigt, wird sich wundern warum Oliver Stone so eine flache anspruchslose Story verfilmt hat, da es viel mehr zu erzählen gäbe. Trotzdem empfehle ich Genrefreunden den Film zu sehen, selbst das er drei Stunden dauert kann man in Kauf nehmen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alexander ... Ein großer Film!, 10. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alexander (Revisited, The Final Cut) (DVD)
Ich kann den Film , da ich damals nicht dabei war , nicht auf historische Korrektheit beurteilen. Aber gefallen hat mir der Film sehr gut! Ich kannte Alexander natürlich nicht persönlich , vielleicht hat mir colin Farell deshalb so gut in der Rolle gefallen!!und wie einige Kritiker anführen ist es mir auch echt egal ob sich Colin die Haare gefärbt hat, das finde ich lächerlich , da ihm Blond gut steht.( und ich bin nicht Homosexuell). Ein Sterne Bewertungen .. ????? Allein wie Alexander seine Truppe vor der Schlacht einschwört fand ich Super! Schauspieler, Drehorte , Handlung ...Top! Die Schlachten sind klasse inszeniert und man sieht auch hinterher das schreckliche Resultat und Alexander klebt vor Blut! Vangelis lieferte außerdem noch einen Topscore mit bombastischem Sound. Allein Titans sollte man sich mal in Ruhe anhören ... Fantastisch. Aber das alles ist nur eine Meinung und Geschmäcker sind halt verschieden. Die DVD hat ein sehr gutes Bild und wenn schon sollte man auf alle Fälle den Final Cut kaufen . Die Handlung wird dadurch deutlich runder. Im übrigen finde ich die Andeutung von Alexanders Homosexualität sehr dezent und nicht so lang wie teilweise bemängelt wird. Für mich 4 Sterne für diesen wirklichen Monumentalfilm.
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Alexander - Revisited/The Final Cut [Blu-ray]
Alexander - Revisited/The Final Cut [Blu-ray] von Oliver Stone (Blu-ray - 2009)
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