Kundenrezensionen


70 Rezensionen
5 Sterne:
 (44)
4 Sterne:
 (15)
3 Sterne:
 (5)
2 Sterne:
 (5)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


134 von 140 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was für eine Story!
Zugegeben, Brad McGann nimmt einen gewaltigen Anlauf, ehe die Geschichte in Fahrt kommt. Wer mit tiefsinnigen, warmen und melancholischen Bildern nicht viel anfangen kann, der wird die erste halbe Stunde des Films vermutlich nicht "überleben". Aber was dann passiert, wie sich Handlungsstränge, auf die wir vom Regisseur mit äußerster Präzision...
Veröffentlicht am 14. Juni 2007 von Thomas Knackstedt

versus
2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Raffinierter Plot
Dieser Film hat so viel zu bieten. Mächtige Bilder, dramtatische Handlung und tiefe Gefühle. Bei jedem Mal erschließen sich zudem noch mehr Details der raffinierten Zusammenhänge. Leider war es das letzte Werk dieses talentierten Regisseurs.
Veröffentlicht am 10. Oktober 2012 von Waltraud


‹ Zurück | 1 27 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

134 von 140 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was für eine Story!, 14. Juni 2007
Zugegeben, Brad McGann nimmt einen gewaltigen Anlauf, ehe die Geschichte in Fahrt kommt. Wer mit tiefsinnigen, warmen und melancholischen Bildern nicht viel anfangen kann, der wird die erste halbe Stunde des Films vermutlich nicht "überleben". Aber was dann passiert, wie sich Handlungsstränge, auf die wir vom Regisseur mit äußerster Präzision hingewiesen werden, zu einer Story verdichten, die vor Sinn und Verstand und vor allem jeder Menge Überraschungen fast schon platzt, das ist phänomenal. "Als das Meer verschwand" ist ein genialer Autorenfilm, der die Romanvorlage mit dem viel passenderen Titel "My fathers den" so kontrastreich und unterhaltsam auf Zelluloid bannt, dass man am Ende des Films sogar noch den Abspann genießt.

Der Kriegsfotograf Paul kommt nach 16 Jahren in der Fremde in sein Heimatdorf zurück. Er will zur Beerdigung seines Vaters. Im Ort scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Paul trifft die Familie seines Bruders, die ihm gegenüber sehr verschlossen reagiert. Er bezieht die ehemalige Wohnung seines Vaters und trifft dort in einer Hütte, die sein Vater mit Büchern und Alben vollgestellt hat, die 16jährige Celia. Zwischen den beiden entsteht nach und nach eine innige Beziehung, wie zwischen Vater und Tochter. Als Celia eines Tages verschwindet, richtet sich der Verdacht der kleinbürgerlichen Bevölkerung sofort gegen Paul. Der macht sich auf die Suche und landet prompt in der eigenen Vergangenheit. Im Geheimnis seiner Familie liegt der Schlüssel zu Celias Verschwinden. Paul ist wild entschlossen, dieses Geheimnis zu lüften. Als er die Schatten der Vergangenheit zerreisst, erwartet ihn ein unvorstellbarer Abgrund...

"Als das Meer verschwand" ist melancholisch, dramatisch und schonungslos offen erzählt. Die Story schlägt Haken und Purzelbäume, denen der Zuschauer jedoch problemlos folgen kann. Die Rückblenden sind exquisit gesetzt und sorgen nicht für Verwirrung sondern für Klarheit und Verständnis. Zum Schluss fügen sich Hunderte von Puzzleteilen zu einem perfekten Bild. Das Ganze wird untermalt von einem Soundtrack, dessen Herzstück Pattis Smiths magischer Gesang ist. Ein hundertprozentiger Treffer!

Matthew McFayden und Emily Barclay spielen das ungleiche Paar mit Hingebung und Liebe. Jede Geste, jedes Wort, jede noch so kleine Andeutung erscheint glaubwürdig.

Lassen sie sich also von der ersten halben Stunde nicht abschrecken. Manchmal braucht man einen langen Anlauf für einen gewaltigen Sprung. Und der ist Brad McGann mit "Als das Meer verschwand" gelungen. Nicht umsonst hat der Film etliche Preise eingeheimst. Ich werde mir in jedem Fall auch noch die Romanvorlage zulegen; denn dieser Film ist wirklich etwas Besonderes.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


28 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von Lebenslügen, vom Schweigen und von Geheimnissen..., 23. November 2008
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Als das Meer verschwand (DVD)
Der erfahrene, bekannte Kriegsfotograf und Mittdreissiger Paul (Matthew MacFadyen) kehrt nach dem Tod seines Vaters in sein Heimatdorf in Neuseeland zurück. Dort wird er vom älteren Bruder (Colin Moy), dessen Frau (Miranda Otto) und auch von seiner damaligen Geliebten Jackie (Jodie Rimmer) eher mit gemischten Gefühlen empfangen. Lediglich Jackies 16jährige Tochter Celia (Emily Barclay) sucht die Nähe zum Heimkehrer, der für sie Freiheit, Wagemut und Individualität verkörpert.
Auch für Paul wird diese aussergewöhnliche Beziehung immer wichtiger, gemeinsam treffen sich beide immer öfters. Eines Tages verschwindet Celia spurlos, für die Kleinstädter steht bald Paul als Sündenbock fest.
Die Polizei geht bald von einem Verbrechen aus. Es beginnt eine Spurensuche, für Paul selbst wird es auch eine Reise ins Ich, in ein vergangenes Geflecht alter Familiengeheimnisse, Lebenslügen und unverarbeiteten traumatischen Erlebnissen.
Mit viel poetischem Flair erzählt Regisseur Brad MacGann seine Geschichte, die am Anfang sehr verdeckt ist und sich im Lauf der Geschehnisse immer mehr offenlegt. Dabei variiert der Film zwischen Thriller, Mystery und Familiendrama. Am Ende offenbart sich tatsächlich die grosse griechische Tragödie.
"Als das Meer verschwand" (Originaltitel "In my fathers den") ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Maurice Gee. Es ist ein sehr empfehlenswerter. leider wenig bekannter Film aus dem fernen Neuseeland, der vielleicht in den ersten 25 Minuten eher spröde, behäbig, ja auch ziemlich langsam wirkt, weil er sich viel Zeit nimmt, die Charaktere und die Kleinstadt vorzustellen. Es passiert zuerst nicht viel - nach dieser Anlaufzeit dreht der Film allerdings langsam aber sicher auf und legt seine bewegenden und spannenden Anteile frei.
Der Film gewann 10 New Zealand Screen Awards im Jahr 2005. Regisseur Brad MacGann verstarb leider im Mai 2007 im Alter von 43 Jahren an Darmkrebs.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kluges & intensives Drama !, 13. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Als das Meer verschwand (DVD)
Der erfahrene und in der Welt herumgekommene Kriegsfotograf Paul kehrt nach dem Tod seines Vaters in sein Heimatdorf in Neuseeland zurück. Dort wird er mit gemischten Gefühlen von seiner Familie und den ehemaligen Freunden empfangen und mit einer Vergangenheit konfrontiert, die er 17 Jahre lang verdrängt hat. Celia, die 16jährige Tochter seiner Ex-Freundin, sucht die Nähe zu Paul, der für sie Freiheit, Wagemut und Individualität verkörpert. Wie Paul seinerzeit, zieht auch Celia sich gerne in die Hütte von Pauls Vater zurück, um sich dort in ein Leben außerhalb der provinziellen Enge hineinzuträumen. Zwischen Celia und Paul entwickelt sich eine außergewöhnliche Beziehung, die von deren Umfeld mit Argwohn und Misstrauen beäugt wird. Als Celia plötzlich verschwindet, wird Paul zum Hauptverdächtigen ...
Ein (trotz Überlänge) sehr packendes Drama aus Neuseeland, das eher leisere Töne anschlägt. Was aber durchweg durch brillante Darsteller (allen voran die beiden Hauptfiguren) ungemein glaubhaft verkörpert wird. Brillant gefilmt und klug-vielschichtig erzählt, wird dieses Meisterwerk zu einem großen Filmerlebnis, das von einer verbotenen Liaison und von einem spießigen und trostlosen Umfeld handelt, welches die Menschen erdrücken kann. Und das sind sie irgendwie alle in dem Film!
Zwischendrin immer mal wieder kurze Momente des "Glücks".
Klare Empfehlung!!!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


39 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz großes Kino!, 14. November 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: In My Father's Den [UK Import] (DVD)
Ich habe den Film gerade auf dem Filmfest Braunschweig gesehen, wo er sich in zwei Vorstellungen so sehr zum Publikumsrenner entwickelte, daß noch eine zusätzliche dritte Vorstellung angesetzt werden mußte. Von der Geschichte sollte man nicht allzu viel verraten, denn der Film spielt auf geniale Weise mit den Erwartungen und Sehgewohnheiten der Zuschauer. Dieser Film gehört ganz einfach zu denen, durch die man Zeit und Raum völlig vergißt und tief berührt wird. Neben der großartigen Story, der raffinierten Erzählweise und den wunderbaren Bildern tragen vor allem auch die atemberaubenden schauspielerischen Leistungen dazu bei, vor allem von Matthew MacFadyen, den man nach "Stolz und Vorurteil" und diesem Film ganz bestimmt nicht so schnell wieder vergißt. Aber auch die Schauspielerin in der Rolle der jungen Celia ist großartig. Kaum zu glauben, daß das ein Debütfilm ist!!! Ich hoffe sehr, daß dieser Film auch in Deutschland ins Kino kommen wird, damit ich ihn mir nochmal ansehen kann, und fiebere schon der deutschen Ausgabe der DVD entgegen (ich brauche dann doch ab und zu die Untertitel...). Prädikat: Unbedingt anschauen! Ihr werdet es garantiert nicht bereuen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Als die Lügen verschwanden, 12. Juni 2009
Von 
Dr. R. Manthey - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Als das Meer verschwand (DVD)
Als Paul Prior zur Beerdigung seines Vaters in seine Heimatstadt zurückkehrt, verschwindet das Meer. Nicht wirklich, denn dieser Titel ist ein Gleichnis wie so vieles in diesem Film.

Paul ging vor 17 Jahren grußlos, aber nicht ohne Grund. Sein plötzliches Erscheinen erweckt die Vergangenheit. Eine von den Beteiligten versteckte Geschichte klärt sich langsam auf und findet ein fürchterliches Ende.

Wenn man diesen Film unvorbereitet ansieht, dann beginnt er zunächst interessant, bekommt dann aber seine Längen. Erst die letzte halbe Stunde fesselt wirklich, weil die Handlung unerwartet an Tempo und Zuspitzung gewinnt. Am Ende ist man beeindruckt und emotional berührt.

Denkt man jedoch einige Zeit später noch einmal etwas kühler über das Gesehene nach, dann sieht man die wie Buch und Regie aus einer unlogischen und eigentlich banalen Geschichte ein schreckliches Drama konstruieren: Der Vater stirbt. Es existiert ein Testament, das der merkwürdig uninteressierte Journalist Paul aber nicht liest. Sein Bruder verschweigt ihm ebenso geheimnisvoll die Wahrheit. Und weil Paul das Offensichtliche nicht tut, muss er eben etwas unoffensichtlich im Nebel stochern um die Wahrheit zu finden.

Der etwas verworrene Findungsprozess mit seinem überraschenden und traurigen Ende ist Inhalt des Filmes. Sein Ende verblüfft nur deshalb, weil wir vorher geschickt in die Irre geleitet werden.

Fazit.
Ein nicht schlecht gemachter Film, der mit unseren Empfindungen spielt und uns manipuliert. Hält man die etwas in die Länge gezogene Mitte durch, dann entwickelt sich gegen Ende ein spannender, wenn auch recht künstlicher Verlauf.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Puritanismus - ein Insiderblick auf das bestgehütete neuseeländische Geheimnis, 9. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Als das Meer verschwand (DVD)
Auf diesen Film bin ich erst jetzt durch Zufall gestoßen worden.

Bisher war "Whale Rider" - ein ungefähr zur selben Zeit gedrehter und erschienener neuseeländischer Film- einer meiner Lieblingsfilme, und wird es auch bleiben.
Denn der ist SCHÖN, und hat mit seinem Happy End geradezu Märchenqualität, während dieser Film eher eine Art von erschütternder Krimi mit traurigem Ende ist.
Aber besser, da realistischer.

Er steht für mich auf derselben Stufe mit der erst kürzlich erschienenen Miniserie der berühmten neuseeländischen Filmerin Jane Campion " Top of the Lake"; zumal er dasselbe Thema bearbeitet.

Beide Filme nehmen sich des bestgehütenen Geheimnisses der Briten in Neuseeland an, nämlich ihrer viktorianischen Prüderie/ Puritanismus und deren Folgen: kaputte, destruktive Sexualität, unangefochtener Chauvinismus, Hang zu Pädophile bei vielen Männern und Frust und Unglück bei vielen Frauen, beide Seiten Opfer einer sehr strengen und sexualfeindlichen Erziehung mit krasser Doppelmoral.

Wissen sollte man, dass die Vorlage dieses Films ein Roman aus dem Jahre 1972 ist, die Handlung also nicht im Jahre 2004 spielt, sondern 32 Jahre früher.
Ich selbst war 1980 ein ganzes Jahr lang alleine in Neuseeland, und somit fast noch dichter dran an diesem Klima als der erst 1964 in Auckland geborene Regisseur und Drehbuchautor Brad Mcgann; aber da dieses Thema später in diesen Filmen wie ein heutiges aktualisiert wird, ist es wohl noch heute brisant.
Und natürlich nicht nur in Neuseeland; dort nur deutlicher, da bei den Kiwis die Uhr langsamer läuft.

Die Story selbst musste ich mir nach dem Anschauen erst noch mal chronologisch vor Augen führen, denn zunächst blieb auch ich verwirrt zurück; zumal in dem Werk oft Vergangenheit und Gegenwart ohne genaue Kennzeichnung gemischt sind.
Der Zuschauer in dieselbe Verwirrung gestürzt wird, in der sich ein Mensch gefangen sieht, der in einem inneren Prozess ein verdrängtes Trauma aufdeckt.

Der Plot des Films ist, dass der Hauptdarsteller Paul anlässlich des Todes seines Vaters nach 17 Jahren erstmals wieder in seine Heimat zurück kehrt und sich dort den Gründen dafür, ihr bereits im Alter von 17 Jahren den Rücken gekehrt zu haben - nach Europa geflohen zu sein, wo er ein prominenter Kriegsjournalist wurde, vor allen Dingen vielsagende Fotos von kriegerischen Geschehnissen schoss- stellen muss:
Sex seines Vaters mit der sechzehnjährigen Freundin von Paul- wobei nicht klar wird, ob es Verführung oder gar Vergewaltigung oder eine einvernehmliche Affäre war- und in Folge dem Selbstmord seiner Mutter, die sich vor seinen Augen in einem Fluss in den Kopf geschossen hatte.

Offensichtlich hatte er dieses sein Trauma, das sein ganzes Leben bestimmte - denn seine Faszination an gewaltsamen Toden meist durch Schusswaffen und sein beziehungsloses Dasein als reisender Kriegsreporter kam gewiss nicht von Ungefähr - voll verdrängt.

Das Drama kam erst bei seiner Rückkehr wieder hoch.
Weil die sechzehnjährige Tochter dieser seiner Exfreundin in sein an sich für nur zwei Tage geplantes Gastspiel dort trat, die ihm sehr ähnlich war, innerlich mehr als äußerlich.

Das Verdrängte begann zu dämmern, nachdem Paul dann in den Papieren seines Vaters in dessen Hütte ( DEN) ein Babyfoto von diesem Mädchen - Celia - mit deren Geburtsdatum fand, und von dem Moment an dachte, sie sei seine Tochter.
Was deren Mutter bis Ende dieses Filmes nie wirklich bejahte, aber auch nie wirklich verneinte.

Vorher schon fühlten die beiden sich auf Anhieb sehr nahe und entwickelten schnell einen sehr tiefgründigen Austausch miteinander.

Der Regisseur und Drehbuchautor hat in einem Interview gesagt, dass für ihn das Thema die Tatsache gewesen sei, dass auch ein älterer und lebenserfahrener Mann sich mit einer Minderjährige eng befreunden kann, ohne pädophile Absichten dabei zu verfolgen.
Das zu beweisen ist ihm gut gelungen, aber ich meine, dass darin nicht die Hauptabsicht der Romanvorlage lag ( siehe oben), die er aber ebenfalls perfekt erfüllte, auch wenn sein eigener Focus anderswo angesiedelt war.

Die Kindheit des Autors war davon geprägt, dass seine Mutter und sein 1 Jahr jüngerer Bruder im Familienhaus zusammen gluckten, während sein Vater mehr in einer Hütte in jener Gegend hauste, von deren Existenz kaum wer wusste, die Paul aber entdeckte, seinen Vater dort aufspürte und in der Hütte dann eine sehr nahe Beziehung mit ihm pflegte.
Ihn dann dort eines Tages zusammen mit seiner Mutter beim Sex mit seiner Freundin erwischte.

Celia hatte diese Hütte ebenfalls entdeckt und bereits zu ihrem Fluchtrefugium gemacht, und dort trafen sie sich dann auch.

Der englische Titel des Filmes lautet übersetzt: In meines Vaters Hütte.
Die deutsche Umbenennung " Als das Meer verschwand" finde ich irreführend und nicht gelungen.

Natürlich gab es keine Ehescheidung der Eltern. Nach Außen hin galt die Ehe als gelebt und die Familie als intakt.
Auch jener spätere dramatische Vorfall wurde als bestgehütetes Familiengeheimnis gehandelt, an dem auch die Dorfgemeinschaft nicht rüttelte und kratzte.

Der Selbstmord der Mutter wurde zu 100% ihrer Diagnose als schon ewig manisch-depressiv zugeschrieben, wogegen sie wohl schon ewig brav Lithium schluckte, oder manchmal eben auch nicht.

Fakt war aber- jedenfalls für mich erkennbar- dass der Vater mit der sechzehnjährigen Freundin seines älteren Sohnes wohl nicht zum ersten Mal Sex mit Minderjährigen hatte und dass die Mutter um seine Neigungen wohl vorher schon wusste.
Jedenfalls so vereinsamt war, wie frau es nur in so einsamen Landstrichen sein kann, mit auch nur wenig bis gar keinem echten Kontakt zur Nachbarschaft, und zudem festgebunden in der Hausfrauen- und Mutterschaft.
Was dort endlos vielen Frauen zugemutet wurde/wird, so dass sie verkümmern, sowohl geistig und emotional als auch sexuell, weil sie kaum noch Sex bekommen von so einem Mann, sobald die zwei obligatorischen Kinder endlich da sind, das Alibi Familie aufgebaut ist, und Fremdgehen von Frauen dort streng verboten war.
Ganz besonders die empfindsamen, sinnlichen und geistreichen Frauen an alle dem eingehen wie die Primeln und irgendwann durchdrehen.
Die Ehemänner sie dann zum Arzt schleppen, wo sie sich alle immer dieselbe Diagnose abholen und als Hilfe nur Betäubung verschrieben bekommen.

All das habe ich vor mehr als 3 Jahrzehnten selber miterlebt und kann es 1zu1 bestätigen.

Ich wende mich hier daher dem Thema Puritanismis/kranke Sexualität zu, das für mich das Hauptthema zumindest des Romans als Vorlage des Filmes ist, die Story nur Verpackung - genau so wie übrigens auch bei "Top of the Lake".

Der hier in diesem Film gezeigte Sex war durch und durch krank:
1.
Der Vater traut sich wohl nur junge Mädchen zu und hält Selbstkontrolle nicht für nötig, kennt als scheinbarer Familienmensch keine Verwandten mehr dabei.

2.
Der Ehemann der Exfreundin von Paul, der den Vater von Celia spielt, missbraucht, bedrängt, belästigt und schlägt Celia, wenn sie Grenzen zu setzen versucht.

3.
Paul selbst hat einen One-Night-Stand mit einer "leichten" Frau, natürlich einer Ausländerin, die ihn beim Sex küssen will, was er rabiat abwehrt; sich lieber von ihr mit einem Ledergürtel würgen lässt. Was sie tut und danach, selber unbefriedigt, sofort grußlos das Weite sucht.

4.
Die Ehefrau seines Bruders, die genau so aussieht wie die Mutter, versucht, ihren Gatten zu Sex zu verführen, wozu sie an ihm runter geht, wobei er panikt wie vom Teufel verleitet und sie unwirsch wegstößt.
Danach findet sie in den Papieren ihres Gatten Fotos von Celia- kaum bekleidet und in lasziven Posen- und weiß nicht, dass diese von ihrem gemeinsamen minderjährigen Sohn heimlich aufgenommen wurden, dem der Vater sie gerade scheltend abgenommen hatte.
Aber sofort traut sie ihm zu, hinter diesem Kind her zu sein; musste also auch schon lange von ihm gemieden worden sein und pädophile Neigungen ihres Ehemannes vermutet oder diese positiv gekannt haben.
Angesichts dieser "Beweise" dreht dann auch sie durch und ein neues Drama beginnt seinen Lauf.

5.
In der Schule dort - eine Mischung aus Briten, Maoris und Asiaten beiderlei Geschlechts- feiert man Feten, bei denen u.a. gerne ein Teebeutelspiel gespielt wird: die Jungs lassen ihre Testikel über den Gesichtern ihrer am Boden liegenden Klassenkameradinnen baumeln, denen sie Alkohol dabei einflößen und Fotos oder Filmchen davon machen lassen.
Celia spielt bei alle dem nicht mit und war dadurch längst eine Außenseiterin, von ihren männlichen Mitschülern gemobbt und aggressiv angegangen, permanent belästigt.
Um so mehr genießt sie es, Paul davon erzählen zu können, wobei sie nach Pauls Kommentar: " Ich hoffe Du machst bei dem Unsinn niemals mit" herzhaft miteinander lachen.

Das war jetzt noch nicht alles an destruktivem Sex, aber ja wohl mehr als genug.

Erst gegen Ende des Filmes stellt sich heraus, dass Celia nicht Paul`s Tochter ist, sondern seine Halbschwester.
Die er bereits dazu ermutigt hatte, an einem schriftstellerischen Wettbewerb teil zu nehmen, den sie gewann mit ihrer genialen Dichtung: Als das Meer verschwand.
Zum Abschied - denn er wollte nun wieder zurück nach Europa - schenkt er ihr ein offenes Flugticket nach Spanien, da ihr Traum war, mal in Spanien zu sein.

Aber leider konnte sie es nicht nutzen.
Traurig, tragisch und leider wohl kein Ausnahmedrama.
( vgl. "Top of the Lake").
Dass Männer sowohl diesen Film als auch "Top of the Lake" oft nicht recht verstehen können/wollen - beide Filme als unlogisch bis hin zu wirr phantasiert finden- wundert mich übrigens nicht.

Wie schon bei "Whale Rider" hat mir die stille Atmosphäre in dem Film gefallen; die Tatsache, dass aufgrund der Kargheiten und der immer nur überschaubar wenigen Menschen der Gemeinschaften in NZ fast alle Menschen noch keine Quatschköppe sind, sondern Begegnungen meist eher ruhig verlaufen.
Mit wenigen Worten ( verglichen mit Europa) aber dafür wohldurchdacht und mit sehr geladenem energetischem Kontakt zwischen den Kommunizierenden; natürlich nur jenseits des "Small Talk".

Nicht geübt in Kommunikation über ihr Inneres können es die Kiwis - wenn sie mal wen finden, der offen dafür ist, was in Neuseeland offenbar auch heute noch sehr selten der Fall ist - dann dennoch besser als wir.

Wer diesen Energiefluss jenseits der Worte als Zuschauer nicht erfasst, muss wohl leider zu dem Ergebnis von LÄNGEN, von Langeweile kommen, wie ich es hier in einigen Rezensionen las.

Wer aber in diesem Werk eine kitschige Romanze sieht, ist seinerseits und gar ihrerseits noch nicht ganz von der realen Welt !
Sieht nur das, was er/sie kennt, und blendet aus, was unerträglich für ihn/sie wäre; Männer sich selbst ?

Nämlich dass der Film die bittere Realität zeigt.

Von mir eine unbedingte Kaufempfehlung, auch wenn diese fast 10 Jahre zu spät erfolgt, aber angesichts der vielen positiven Rezensionen hier auch entbehrlich war.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen SUPER!!!!, 22. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Als das Meer verschwand (DVD)
Kann mich den negativen Kritiken in keinster Weise anschliessen. Matthew MacFadyen zeigt eine HAMMER-Leistung.....schade, dass es von ihm so wenig zu sehen gibt auf Deutsch! Der Film ist sehr gut aufgebaut, hat Tiefe und versucht "billige" Klischees zu vermeiden! Altersfreigabe 12 finde ich dann allerdings schon ein wenig tief angesetzt....das Familiendrama ist zum teil schockierend und betrifft enorm, einem zwölf jährigen würde ich das auf keinen Fall "servieren"! Noch kurz zur Bezeichnung `Thriller`...die ist bestimmt nicht ganz korrekt, das Genre ist hier doch eher im Bereich Drama angelegt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Toller Film auf durchschnittlicher Blu-ray!, 4. Januar 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Als das Meer verschwand [Blu-ray] (Blu-ray)
Zum Film selbst ist nicht mehr viel zu sagen zur Blu-ray jedoch schon, denn obwohl die Schärfe ganz in Ordnung ist, kämpft das Bild mit teils wirklich enormen Graining(Bildrauschen) und verhindert so über weite Strecken das Aufkommen von richtigem Hi-Def-Feeling, was wirklich schade ist, denn gerade die ruhige Kameraführung und die schönen Landschaftsaufnahmen wären dafür ideal gewesen.
PS: Im Gegensatz zur geschnittenen UK-DVD ist die deutsche Blu-ray uncut.(Die DVD natürlich auch!)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


29 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von der ersten bis zur letzten Minute nur genial!, 12. Juli 2007
Von 
Doris (Hessen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Seit langen Monaten "begleite" ich diesen Film nun schon, zuerst habe ich ihn natürlich in der Originalversion gesehen und gebetet, dass sich jemand in Deutschland erbarmt und ihn rausbringt. Zum Glück hat Capelight es gewagt und heimst dafür ein dickes Lob ein! Klasse!

Wiederholt habe ich Vorträge über diesen Film gehalten und jedesmal haben mir die Zuschauer ausschließlich positive Resonanz darauf gegeben. Für mich der bislang beste Film des noch jungen Jahrtausends. Ich könnte stundenlang über diesen Film erzählen und referieren, doch es gibt nur eines, das man wirklich empfehlen kann: Selbst ansehen!

Exzellent fotografiert und hervorragend produziert. Leider, leider ist in diesem Frühjahr Regisseur Brad McGann in Neuseeland seinem Krebsleiden erlegen, er ist ein sehr einfühlsamer, genialer Regisseur gewesen, von dem ich gerne noch mehr gesehen hätte.

Mehr Lobeshymnen geht kaum noch, doch es kommt noch dicker: Ein wirklich oscarreifer Hauptdarsteller! Macfadyen in DER Rolle seines Lebens! Ansehen, ansehen, ansehen, unbedingt! Effektiv umrahmt von anderen extrem guten Darstellern, allen voran Emily Barclay, Colin Moy und Miranda Otto.

Der Film ist nichts für "sich-berieseln-Lasser", man darf seinen Kopf beim Anschalten der DVD nicht abstellen!
Wer ein mit Herz und Verstand gemachtes, nicht alltägliches, aber trotzdem spannendes Heimkino-Erlebnis möchte - bitte hier zugreifen!

Ein Auszug aus meinem Vortrag dazu: "Ein Film, der Dinge in sich vereint, die scheinbar unvereinbar sind: Schlichtheit und Raffinesse, Schwermütigkeit und Leichtigkeit, Komplexität und Einfachheit, Epos und Intermezzo, Verdrängung und Aufarbeitung, Weichheit und Härte, alles findet sich darin, der Film ist ruhig und mitreißend zugleich."

Dem ist einfach nicht mehr hinzuzufügen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


23 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fünf Sterne sind berechtigt, 6. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: In My Father's Den [UK Import] (DVD)
Auf den Film gestoßen bin ich allein durch Schauspieler Matthew MacFadyen, den ich in 'Stolz und Vorurteil' gesehen habe. Die Rezensionen hier haben mich überzeugt, also habe ich mir den Film zugelegt. Gerade habe ich ihn mir angesehen und muss sagen: es ist wirklich einer der besten Filme, die ich bisher gesehen habe. Die Erzählung selbst und der Handlungsablauf sind sehr gut durchdacht und die Einschnitte der Vergangenheitsbilder in die Gegenwart sind eine gute Idee. Man wird in den Film und die Story regelrecht hineingezogen - ich saß da, schüttelte abwechselnd den Kopf und nickte. Man sieht Menschen und ihre Fehler, was ein kleiner Augenblick oder was ein bestimmtes Gefühl bei uns auslösen kann und uns zu Taten führt, die -- nun ja, zu einem schlimmen und tarurigen Ende führen. Der Film ist einnehmend und einfühlsam, aber keineswegs kitschig. Was auch an den klaren Bildern und der Kameraführung liegt. Was mir besonders gut gefallen hat und was ich wohl verraten kann (wo ich schon das Ende erwähnt habe) ist, dass man trotz eines 'tragischen', traurigen Endes nicht völlig niedergeschlagen ist. Das letzte Bild zeigt die (noch) glückliche Zeit, das Positive.

Ein wirklich guter, sehr guter Film. Schade, dass es bisher keine deutsche Version gibt. Trotz ziemlich guter Englischkenntnisse würden mir Untertitel an der ein oder anderen Stelle nicht missfallen. Nun, nichtsdestotrotz: wenn Sie einigermaßen fit in English sind - kaufen Sie sich die DVD.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 27 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Als das Meer verschwand [Blu-ray]
Als das Meer verschwand [Blu-ray] von Brad McGann (Blu-ray - 2007)
EUR 8,97
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen