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am 4. Dezember 2007
Scott Walker komponierte das Stück "And Who Shall Go To The Ball? And What Shall Go To The Ball?" für ein Tanzprojekt der Tanzgruppe Candoco mit dem Cheoreographen Rafael Bonachela, wo körperlich behinderte und nichtbehinderte Tänzer gemeinsam auftreten. Es handelt sich um ein knapp 25 Minuten langes, reines Instrumentalstück in vier Teilen für Kammerorchester, Cello, Percussion, Flöte, Alt- und Sopransaxofon, wobei kräftig elektronisch am Klang manipuliert wurde. Das beteiligte Kammerorchester "London Sinfonetta" ist auf die Aufführung zeitgenössischer Musik spezialisiert. Das Ergebnis läßt sich nur bedingt mit den hochgelobten Vorgängeralben "Tilt" und "The Drift" vergleichen, denn es gibt keinerlei "Songstruktur" mehr. Im Sinne der Komplexität der Musik ist es aber eine konsequente Weiterentwicklung. Die für die Vorgängeralben gefundenen Attribute wie "schwierig", "düster", "bizarr" aber "genial und faszinierend" haben jetzt eine Steigerung gefunden. Wer sich auf derartige Musik einlassen kann und will, wird sicher sehr gut bedient und eine hochinteressante Klangwelt erleben. Man mag sich beim Hören der Musik schwer eine Tanzbarkeit vorstellen, aber beim Besuch der Internetseiten des Projekts kann man sich per Videoausschnitt auch davon überzeugen. Und so offenbart sich, dass die Audio-CD nur ein Teil des Gesamtprojektes ist und analog zu Film-Soundtrack-Veröffentlichungen die visuelle Information fehlt.
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am 3. Februar 2010
Eigentlich macht er ja alles richtig. Orchestrales mischt sich mit Geräuschen, atonales mit wiedererkennbarem, Minimalismus mit komplexerem, dazu der Verzicht auf nervige Dauerironie wie beim Kollegen Zappa - so ungefähr stellt man sich den Ausflug in die E-Musik bei einem Musiker mit Ausnahmestatus wie Scott Walker vor (der seine "normalen" Sachen selbst immer noch als Rockmusik bezeichnet).

Dazu kommt bei mir noch eine persönliche Sympathie, die eventuelle schwächere Momente unbemerkt durchlässt - was soll da noch schiefgehen? Nur: alles nützt nichts, diese Platte will mir einfach nicht so richtig gefallen.

Vielleicht ist er eben doch in nur in seinem ureigenen Bereich wirklich gut (auch wenn er diesen bisweilen stark ausweitet), und vielleicht ist diese Form der "zeitgenössischen" Musik doch mittlerweile ein wenig zu asbach - Stockhausen, Varese, Penderecki und Co sind zwar immer noch fremdartig genug um ein paar Normalos zu erschrecken, aber halt doch nicht mehr so ganz frisch, so dass Musik in dieser Richtung beim besten Willen nicht mehr als Avantgarde bezeichnet werden kann, zumal hier doch das eine oder andere Klischee um die Ecke lugt.

Aber wie gesagt - vielleicht. Vielleicht auch nicht und das Ding gefällt mir einfach nicht.
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