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Von der Zentralperspektive zur Dreidimesionalität
Wenn eine Band den eigenen Sound zur Formvollendung bringt, trägt das dazugehörige Album als Ausdruck dessen meist den Bandnamen. Im Falle von Tocotronics neuem, selbstbetiteltem Album verwundert das, ist es doch eine Abkehr vom ursprünglichen Selbstverständnis der Band. Die eingängig - eindringlichen Texte, der demonstrative Dilettantismus, sowie die jugendliche...
Veröffentlicht am 5. Juni 2003 von Simon Schneller
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
...und dann wird alles seltsam glatt
Drei Jahre hat es gedauert, bis Tocotronic den Nachfolger zu ihrem grandiosen Werk „K.O.O.K." präsentierten. Ein weißes, selbstbetiteltes Album. Das ist musikgeschichtlich nicht uninteressant und läßt auf ein ambitioniertes Projekt schließen. Mit dem Vorgänger hatte man sich ja schon weit von der (vermeintlichen) Authentizität der früheren Alben entfernt...
Am 8. September 2002 veröffentlicht
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Von der Zentralperspektive zur Dreidimesionalität, 5. Juni 2003
Wenn eine Band den eigenen Sound zur Formvollendung bringt, trägt das dazugehörige Album als Ausdruck dessen meist den Bandnamen. Im Falle von Tocotronics neuem, selbstbetiteltem Album verwundert das, ist es doch eine Abkehr vom ursprünglichen Selbstverständnis der Band. Die eingängig - eindringlichen Texte, der demonstrative Dilettantismus, sowie die jugendliche Verweigerung der Anfangstage sind endgültig passé. Auf "Tocotronic" beginnt für von Lowtzow, Müller und Zank eine neue Zeitrechnung. Die Intuition ist einem gewissen Kalkül gewichen, alles ist durchkomponierter, durchdachter, das dutzendfach durchexerzierte Dreiakkordschema weicht einer vielschichtigeren, abwechslungsreichen Songstruktur. Die Drei setzen ihre nun einmal bescheidenen Mittel viel bewusster ein, beherrschen ihre Instrumente, hören besser aufeinander, stellen Details heraus, erarbeiten Melodien und verschmelzen so zu einem gefügigen Ganzen. Bei diesen Arrangements spielt natürlich auch die Studiotechnik, der Einsatz von Effekten und Samples (Gitarrensolo zu "This Boy") eine nicht unerhebliche Rolle. Produzent Tobias Levin (Cpt. Kirk) ist bei den meisten (auch besten) Songs im Booklet ausdrücklich als "viertes" Bandmitglied aufgeführt. Bei vielen Fans werden die beinahe poppigen Töne wohl wenig Anklang finden, hat man die "Tocos" doch besonders für ihre "punkige" Unprofessionalität geliebt. Bei aller Prinzipientreue ist aber auch einzusehen, dass nach fünf Alben Auf - der - Stelle - Treten und dem sparsamen Tapetenwechsel von "K.O.O.K." die Zeit für eine Veränderung überreif war. Das alte Image war zum lästigen Klischee erstarrt, der Hass, die Rebellion ausgiebig ausgelebt und mit Anfang 30 nicht länger glaubwürdig vertretbar. Oftmals geht eine solche Neuorientierung ziemlich in die Hose, hier wirkt sie wahre Wunder. Den Alltag lassen sie weit, weit hinter sich ("Der sogenannte Realismus fällt nicht weiter ins Gewicht"), stattdessen erschaffen sie sich substitutiv eine metaphysische, mystische Märchenwelt, ein "Zwischenreich", noch unentdeckt und daher unendliche Quelle der Inspiration: Verborgene Orte, "foucaultsche" Räume, geheime Türen und Wege ... Es ist wie ein Traum. Stimmungen werden vorsichtig eingefangen und genüsslich zelebriert, doch der Blick hinter die Dinge enttarnt auch das bedrohliche Antlitz des Bösen. Dirk von Lowtzow gelingt es auf neuem Terrain spielerisch die düstere Bildsprache eines Baudelaire mit schweren, existenzialistischen Gedankengängen zusammzuführen. Dabei ist er weder naiv - verklärend, noch kompliziert - vergeistigt: Das ist wundervolle Lyrik, voller Geist und voller Magie, elektrifizierend und beschwörend: "In diesen Räumen liegt sich's bequemer, als irgendwo anders zuvor." Dorthin und nie wieder zurück. sis
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Die Entdeckung der Langsamkeit, 29. September 2002
"Ich bin neu in der Hamburger Schule" sang Dirk von Lotzow auf dem zweiten Tocotronic-Album "Nach der verlorenen Zeit" noch seltsam melancholisch. Das ist nun sieben Jahre her, der Begriff "Hamburger Schule" nicht einmal mehr Geschichte und auch sonst ist eine Menge passiert in all den Jahren. Und, ganz wichtig an dieser Stelle - "Tocotronic" haben nicht aufgehört, Musik zu machen. Mittlerweile gibt es sechs Alben, das letzte Werk erschien am 10. Juni und ist schlicht "Tocotronic" betitelt. Schwarze Schrift auf weißem Grund - rein optisch schon einmal interessant. Wer möchte, kann auch gern mehr in die Aufmachung des Albums hinein interpretieren, die Variationen reichen dabei von fehlender Kreativität bis höchster Form der Vollendung ähnlich dem schwarzen Quadrat auf weißem Grund in der Kunst. Wie es auch sei, beim ersten Hören klingt die Platte mit Titeln wie "Alles wird in Flammen stehen", "Näher zu dir" oder "Schatten werfen keine Schatten" seltsam ungewohnt. Was sich im vierten Studioalbum mit dem Einsatz von Streichern und der Verschleppung des Tempos zugunsten stark melodiöser Elemente bereits angedeutet, sich dann auf K.O.O.K. mit größtenteils ruhigen Titeln und völligem Verzicht auf die sloganhaften Titel fortsetzte, hat nun auf "Tocotronic" seine vorläufige Perfektion erreicht. Man vermisst eingängige sloganhafte Textzeilen wie auf den ersten Alben, deren Weltschmerz sowieso und auch jene Lieder, die manchmal nur banal kurz und schnell daherkamen und dennoch auf Anhieb gefielen. Insgesamt dreizehn Titel fanden auf dem neuen Werk Platz, nach 65:48 Minuten hat man sie einmal komplett gehört. Hängen bleibt zunächst nur, dass man die Titel beim erstmaligen Hören nur schwer unterscheiden kann. Allen gemeinsam ist eine Passivität, eine Ruhe, denn Tocotronic scheinen die Langsamkeit entdeckt zu haben. Auch wenn Dirk von Lotzow unlängst meinte, auf den Vorgängeralben hätten die Texte nicht immer unbedingt seinem Seelenleben entsprochen, sondern seien manchmal nur der Form halber gewählt worden, hätte man sich eingängige Textzeilen wie "Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein" auch auf Tocotronic von Tocotronic gewünscht. Stattdessen erklingen Sätze wie "Führe mich sanft, gib mir einen Trunk-Trank" und man schaut noch einmal auf die CD, ob auch wirklich das richtige Album im CD-Spieler ist. Der Zauber der Platte entfaltet sich erst nach mehrmaligem Hören, wenn man die Stücke bereits kennt, unterscheiden und sich auf sie konzentrieren kann. Dann fallen plötzlich die gewohnt starken Texte ins Gewicht, dann beginnt man die Melodien mitzusummen und dann beginnt man die Aufmachung des Albums auch als bewusst gewählt zu verstehen. Auch wenn es vornehmlich ruhig klingt, die Texte so symbolhaft sind das eine Deutung oder ein Verstehen schlichtweg unmöglich wird, zieht es den Hörer bald in seinen Bann. Und dennoch, es wird Leute geben, denen nicht folgender Satz zu dem neuen Album einfällt: "Ich hab mich lange schon nach nichts so sehr gesehnt wie dieser Toco-Platte als ich aus dem Laden kam, war ich froh dass ich sie hatte." Sie werden denken: "Die Idee ist gut doch die Welt noch nicht bereit". Und vielleicht haben sie auch recht.
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16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Das nennt man dann Meisterwerk, 7. Mai 2005
Jedes Tocotronic-Album ist etwas besonderes, doch "Tocotronic" ist nicht nur der größte Umbruch in der Bandgeschichte, sondern auch der (bisherige) Höhepunkt.Die Details im einzelnen: 1. "This Boy Is Tocotronic": Und es rockt doch. Das perfekte Einstiegstück, da es ankündigt, dass jetzt etwas neues kommt. In seiner Leidenschaft geht es schon sehr Richtung "Pure Vernunft..." 2. "Alles wird in Flammen stehen": etwas ruhiger, jedoch ein weiteres fantastisches Liebeslied ganz in der Tradition aller Tocotronic-Liebeslieder. Gnadenlos bis zur Selbstaufopferung, voller Sehnsucht und Leidenschaft. 3. "Hier ist der Beweis": ein verträumtes, trotziges Lied. "Diese Jungs sind anders wie man weiß." Ja, weiß man. 4. "Hi Freaks": vielleicht eines der besten Lieder aller Zeiten, fraglos das Highlight dieses Albums. Episch, großartig, wundervoll getextet, perfekt komponiert. Hier geht es einfach nur um alles oder nichts. 5. "Führe mich sanft": wieder ein Aufruf zur Leidenschaft mit grandiosen Gitarren- und Schlagzeugeinsatz und tollem Finale. 6. "Free Hospital": sicher kein schnelles Stück, aber wenn es erstmal losgeht lässt es einen kaum los. Die musikalische Umsetzung von Zufriedenheit. 7. "Das böse Buch": Wegfindung? Liebeslied? Bestandsaufnahme? Oder alles zusammen? Ich nehme Liebeslied. 8. "Näher zu dir": der Titel deutet es schon an, ein sehr reines Liebeslied bzw. ein Lied über den Moment bevor es groß wird. Oder ist das dann der größte Moment? 9. "Schatten werfen keine Schatten": wieder ein Liebeslied, was nichts macht, weil Tocotronic Liebeslieder machen, die jenseits jeglicher Liebeslieder-Tradition stehen. Soghaftere und zärtlichere Texte hört man selten. 10. "Dringlichkeit besteht immer": die Musik treibt an, die Stimme ist träge und bringt doch wieder alles was diese Band ausmacht auf den Nenner: Leidenschaft, Selbstaufgabe, Sehnsucht. 11. "Die Wolke der Unwissenheit": das zweitbeste Lied der Platte, von fast unerträglicher Schönheit, die Musik baut langsam eine Spannung auf, die sich in einer sanften Explosion auflöst, überlagert von Dirk von Lotzows überschnappender Stimme und dem Text, der einen gnadenlos in seinen Bann schlägt. So illustriert man Gefühle. 12. "Drama": na gut, das Instrumentalstück erscheint etwas überflüssig, ist aber doch nett anzuhören. Es klingt jedenfalls nicht nach irgendwas, was der Titel vermuten lässt. 13. "Neues vom Trickser": wirkt fast wie eine Rückblick auf dieses Album oder sogar auf alle Alben und dass "eins zu eins" jetzt vorbei ist, sagt ja auch alles was man über Tocotronics neue Richtung sagen muss. Ein makelloses Meisterwerk.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
DER NAME IST PROGRAMM, 19. Juni 2002
Einfach herrlich! Ich wusste nicht, wie man die K.O.O.K. noch schlagen wollte. Jetzt weiß ich es. Der typisch tocotronicnische wortumgang reißt mich wiedereinmal in seinen Bann. Von THIS BOY IS TOCOTRONIC bis hin zu NEUES VOM TRICKSER läuft mir manchmal ein kalter Schauer über den Rücken. Die gnadenlose Erkenntniss aufoktuaierter "Freizeitgestaltung", sowie "die Blitze der Erinnerung", lassen mich viel weiter in mich selbst blicken und der wunsch nach einer lebensumstellung nach den Worten "eins zu eins ist jetzt vorbei" bringt mich doch langsam ins Schlottern. "Tocotronic" wirkt noch viel persönlicher als die vorherigen Scheiben. Von Album zu Album wirkt Tocotronic immer reifer. Ich hoffe das dieses Album nun endlich der Knackpunkt für Jugendliche ist, zu merken, dass man nicht angeblicher Tocotronic-fan sein kann und dabei dann noch "Korn" hören kann. Hoffentlich endet diese "wir sind auch anders, weil wir tocotronic hören - Masche" mit diesem Album endlich. Hoffentlich kann auch ich sagen, dass es jetzt soweit ist in einer Welt, deren Umriss mir gefällt. Einfach schön!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Gar nicht enttäuschend!!, 7. August 2002
Von Ein Kunde
Auch mich würde ich als Toco-Fan der ersten Stunde bezeichnen, habe aber anscheinend das Glück, eine ähnliche persönliche Entwicklung durchzumachen wie sie in der Musik von Tocotronic zu erkennen ist. Die Texte werden poetischer, erwachsener, die Stimme ist sanfter, aber tonsicherer, die Musik ist komplexer, aber auch ruhiger, weniger rau. Sie trifft einen nicht mehr wie ein Donnerschlag, wird aber mit zunehmendem Hören immer gefälliger. Ich finde die Entwicklung von "Digital ist besser" - natürlich auch grandios - zu "Tocotronic" nachvollziehbar und glaubwürdig. Also, kein Aufguß des immer gleichen, sondern Mut zur Veränderung, ohne sich selbst untreu zu werden. Bitte, weiter so!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Sehr interessanter Weg..., 7. Juli 2002
den Tocotronic mit ihrem neuen Album beschreiten.Schon die Single ließ mich aufhorchen,denn sie ist absolut anders und doch zu 100% Tocotronic.Ich denke alles was zu sagen war (an für sich stehenden Statements) haben Tocotronic bereits auf früheren Platten gesagt,umso erfreulicher die textliche Weiterentwicklung weg vom Plakativen hin zum Assoziativen.Musikalisch merkt man,daß sich die lange Zeit im Studio gelohnt hat,denn der Output ist mehr als bemerkenswert.Ich hätte nicht gedacht,daß eine Band wie Tocotronic je so einen Quantensprung machen würde.Ich bin fassungslos begeistert!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Neues von den Tricksern, 31. Mai 2002
Eines ist ganz sicher eins zu eins ist jetzt vorbei! Mit dem neuen, selbstbetittelten Album macht Tocotronic da weiter wo sie mit Kook aufgehört haben. Natürlich wird der ein oder andere die schrammeligen Gitarrensolos von Dirk, die ``Ich weiss es nicht`` Mentalität der früheren Texte und die Einfacheit die jene Lieder aus vergangenen Zeiten ausgestrahlt haben vermissen. Doch das ist garnicht schlimm. Denn das wichtigste, eine Mütze voll Liebe und Scharm plus einer Extraportion Ausgefeiltheit servieren uns die drei Hamburger mit einem Lächeln Zum Desert.Sicherlich ist das neue Album mehr denn je eine Herausforderung für den Zuhörer, denn Dirks Songwriting ist ausgefeilter, verspielter, auf den Punkt gebracht und doch verschlüsselter denn je. Weg von den eins zu eins ``Ich`` bezogenen Texten. Doch Heldenlieder wie ``Schatten werfen keine Schatten`` oder ``Näher zu dir`` sind Stadionhymnen al la cart. Anfängliche Unsicherheit(Kein Lied unter 4 Minuten) schwankte bei mir in Begeisterung um! Tocotronic sind dem Ausverkauf entgangen und haben sich neu ercshaffen! Mann muss sich schon als Zuhörer viel Zeit für dieses Album nehmen, aber wenn man das tut, liebt man seine 13 LIeder umso mehr! Es gibt neues von den Tricksern!
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Hier ist der Beweis, 12. Juni 2002
Die guten alten Zeiten sind bei TOCO vorbei! Als Fan der ersten Stunde, war für mich KOOK ein Schock. Jetzt wo sie sich noch weiter von ihren Ursprüngen entfernt haben, ist ihnen ein schönes Popgitarrenalbum gelungen. Die Titelnamen sind grandios, wenigstens ist uns das geblieben z.B. Alles wird in Flammen stehen, mein Favorit auf der neuen CD. Trotzdem vermisse ich ihre verzerrten Gitarren und ihre klaren Aussagen. Mein Lieblingsalbum dieser Band ist und bleibt: Es ist egal, aber... Dieser Albumname ist gleichzeitig mein Statement: Es ist egal, (das sie nicht mehr so wie früher sind und sich mehr in Gitarrenpopszene geschossen haben,) ABER (mir gefiehl ihre Musik früher viel viel mehr) Wahrscheinlich musste es aber so kommen, sonst würde man ihnen vorwerfen, es ist immer das gleiche und sind wir mal ehrlich jeder Mensch entwickelt sich weiter, wenn er älter wird. Vielleicht haben sie ja beim nächsten Album wieder Bock richtig zu rocken, wer weiß dies schon.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
This Boy is Tocotronic..und wer seid Ihr ?!?, 11. Juni 2002
Endlich ist es soweit das die 3 Jungs aus Hamburg eine neue Scheibe auf den Markt geworfen haben,das war der Moment auf den ich die ganze Zeit gewartet habe..Leider frage ich mich wo die schrabbeligen Gitarrenriffs geblieben sind ? Schon auf dem Vorgänger waren die guten alten Zeiten bereits auf dem Weg ins Nirgendwo,doch mit einigen Lichtblicken (Jenseits des Kanals z.B.) ..Schade,das war eigentlich die grösste Stärke dieser Band.Auf dem neuen Silberling wird mehr auf Texte und Melodie-verspieltheit gesetzt..Naja trotz dieser Entäuschung liegt hier nun doch ein gutes Album vor ! ..Reinhören lohnt sich auf jedenfall,allerdings wie gesagt sollte man die gewohnte Erwartung dennoch zurückschrauben damit der Schock nicht zu tief sitzt !..und die Leute die mit Tocotronic bisher nichts anfangen konnten,sollten es dann wohl jetzt versuchen :) Anspieltip: Hi Freaks / Schatten werfen keine Schatten
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
Der Weg ins Erwachsenwerden fällt schwer, aber er lohnt sich, 20. Mai 2002
Ja, es ist ein Phänomen. Und es passiert immer wieder. Es passierte seinerzeit den Ton Steine Scherben, später Rio Reiser. Neulich passierte es Blumfeld. Nun scheint Tocotronic davon infiziert worden zu sein. Sie werden erwachsen. Sie werden komplizierter. Sie merken, dass die Welt komplizierter geworden ist. Die einfachen Fragen/ Antworten gibt es immer noch. Das ist nicht das Problem. Der Unterschied ist, es gibt sie nicht mehr für Menschen, die ihre Erfahrungen gemacht, sich "die Hörner" abgestoßen haben. Das muß man akzeptieren und ich tue das, weil ich es nachvollziehen kann und ein Teil meiner eigenen Geschichte ist. Ich liebe die älteren "Scherben" Stücke (ab 1975) mehr als die bloßen Protestsongs. Letztere gehören zur Nostalgie (auch wichtig - in Maßen), aber bieten kaum Antworten. Der Blick muß nach vorn gerichtet sein. Ähnlich bei Blumfeld. Den Chor des Aufschreis und des Jubels habe ich noch deutlich im Ohr. Ein Teil wird immer nach der "guten alten Zeit" rufen ("Hi freaks" solltet ihr euch anhören") und sich ausschließlich zurückerinnern. Auch das ist okay, aber uninteressant für mich. Tocotronic wird sich davon nicht beeinflussen lassen(Die Wolke der Unwissenheit: "...was uns eint ist weniger gemeinsamkeit als der weg durch diese kurze zeit..."), denn sie sind auf einem Weg zu neuen Ufern, der ihnen ganz neue Möglichkeiten eröffnet und neue Liebhaber bescheren wird. Seit heute gehöre ich dazu. Tocotronic sind angekommen bei mir und ich bedanke mich dafür. "Tocotronic" ist für mich ein Meisterwerk der deutschen Popmusik. Je öfter ich es höre um so mehr wächst es. Und es wird noch größer werden mit der Zeit. Wie die Fangemeinde, hoffe ich.
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K.O.O.K von Tocotronic (Audio CD - 1999)
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