Kundenrezensionen


10 Rezensionen
5 Sterne:
 (8)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Film berührt nicht, er geht brutal an die Nieren!
"Johnny zieht in den Krieg!" - ein Film für (werdende!) Pazifisten.

Vor kurzem hatte sich Joe, die Hauptfigur des Filmes, noch für den "gerechten Krieg" begeistern lassen, er zog freiwillig in den Ersten Weltkrieg, um die vielfach eingeforderte "Vaterländische Pflicht" zu erfüllen.... - wenig später ist von Joe nur noch dessen Torso...
Veröffentlicht am 7. Mai 2008 von Stephan Seither

versus
3 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Einige nette Sprüche, ansonsten viel belangloses
Leider muss ich sagen, dass ich von kaum einem Film so viel erwartet habe und am Ende so stark enttäuscht wurde wie bei "Johnny zieht in den Krieg".

(Ich überspringe die kurze Zusammenfassung des Inhalts des Films, da bereits andere Rezensenten ordentliche Version verfasst haben.)

Das erste Mal hatte ich etwas aus dem Film -wie vermutlich...
Veröffentlicht am 26. Juli 2008 von Mr. Sven


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Film berührt nicht, er geht brutal an die Nieren!, 7. Mai 2008
Von 
Stephan Seither (Berg / Rheinland-Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Johnny zieht in den Krieg - Arthaus Collection (DVD)
"Johnny zieht in den Krieg!" - ein Film für (werdende!) Pazifisten.

Vor kurzem hatte sich Joe, die Hauptfigur des Filmes, noch für den "gerechten Krieg" begeistern lassen, er zog freiwillig in den Ersten Weltkrieg, um die vielfach eingeforderte "Vaterländische Pflicht" zu erfüllen.... - wenig später ist von Joe nur noch dessen Torso übrig - Arme, Beine, Augen, Gesicht und Ohren blieben auf dem sog. "Feld der Ehre", sein Körper wurde durch eine gegnerische Granate entstellt... - als "Namenloses Experiment" landet er in der zweifelhaften Obhut eines medizinisch interessierten Generals...

Das Pflegepersonal verwaltet Joes stummen Alltag lediglich - für Schwestern und Ärzte besteht kein Zweifel, dass es sich bei der Mumie ganz einfach um ein "Wesen" handelt, bei dem völlig zufällig nur noch Atmung, Herz-Kreislauf und Verdauung funktionieren - da dieser Zustand zwischen Leben und Tod sich zwar noch eine Weil hinziehen kann, sich jedoch, nach Meinung der Ärzte, nie wieder bessern wird, überlässt man Joe eben sich selbst...

Dem Zuschauer wird die Mumie hingegen als denkender, in den Resten seines Körpers gefangener Mensch, vor Augen geführt - Joe teilt in erschütternden Monologen seine Gefühle, Ängste, Hoffnungen, Wünsche und Sorgen mit... - abgefahrene Phantasieszenen und nahzu nervenzerfetzende Stimmungsschwankungen sind absolut fesselnd miteinander verknüpft...

Szenen der Gegenwart werden in s/w präsentiert - die Erinnerungssplitter aus des Hauptdarstellers Vergangenheit sind hingegen in Farbe gedreht worden - mit jedem Ausflug in diese farbenfrohe Vergangenheit wird dem Zuschauer die totale Sinnlosigkeit kriegerischer Auseinandersetzungen vor Augen gehalten...

Kein Wunder, dass Dalton Trumbo, Autor der Romanvorlage aus dem Jahr 1939 und Drehbuchautor des 1971 erschienen Filmes, einstmals auf der Schwarzen Liste der McCarthy-Ära (1948 - 1956) landete und ihn zeitweise sogar Berufsverbot ereilte - schonungslos stellte dieser nämlich die Mittel und Wege in Frage, mit denen man versucht Demokratie "durchzusetzen"....
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolute Pflicht ! Anti-bellizistischer Klassiker !, 10. April 2009
Rezension bezieht sich auf: Johnny zieht in den Krieg - Arthaus Collection (DVD)
"Jonny zieht in den Krieg" ist einer jener Filme, die einen sprachlos zurücklassen. Das Wesenhafte des Krieges wird hier in die Hauptfigur Jonny zurückgeführt. Verstümmelung des innen und außen, Sehnsucht und Sprachlosigkeit, gewissermaßen eine geistig-körperlich weitestgehend beschnittene und seinem Willen kaum mehr gerecht werdende Figur versucht sich nach dem Kriegsgeschehen seiner Umwelt mitzuteilen und selbst sein kleiner letzter und verständlicher Wunsch des Sterbenwollens kann und wird ihm durch diejenigen verwehrt, welche schon vorher an ihm geschändet haben, da sie den jungen Menschen, der voller Sehnsucht und Lebenspotentiale war, in einen Krieg schickten (auch wenn Jonny sich freiwillig meldete, wollte er ja nur ein jugendlicher Patriot sein), der ihn verschlang, wie nur jeder Krieg die Jugend zu verschlingen versteht. Ein hungriges, nimmersattes Biest.
Spannend ist auch, dass man sich an den sonstigen Antikriegsfilmen (Apocalypse Now, Platoon) an all' der Gewalt scheinbar indirekt ergötzt, da die Soldaten draußen im Freien an den "fiktiven" Figuren Gewalt verüben und sich so langsam selbst zugrunde richten, wohingegen hier diese visuelle Art der Gewalt (des Krieges) eigentlich nicht gezeigt wird und dadurch eine klaustrophobische, sozusagen innere Form annimmt. Es muss die Ultima Ratio einer bescheidenen Willensfreiheit sein, wenn man nicht einmal mitteilen kann, dass man eine Tasse Tee haben möchte oder das man unbekannt, in einem kleinen Versuchszimmer, der Gewalt Fremder ausgesetzt ist und nicht einmal über seinen Freitod entscheiden darf.

Im Grunde gehört dieser Film, der nicht nur inhaltlich, sondern auch visuell vollkommen anti-bellizistisch ist, in jeden Schulunterricht und in jede Bundeswehrakademie und in jede Institution, die geeignet ist junge Menschen vor einem solchen Schicksal, wie es Jonny erleiden musste, zu bewahren.
Darüberhinaus transportiert der Film mit seiner negativen Zuspitzung eines Demokratiebegriffes eine harte Kritik an der bis dato freiheitlichsten Gesellschaftsordnung: "Demokratie. Ist das das, wo junge Menschen im Krieg sterben müssen?" Eine sehr aktuelle Frage und herbe Kritik an dem, was man eine amerikanische und gewissermaßen bellizistisch-imperiale Demokratie nennen könnte (Das ist natürlich eine Sinnverkürzung, aber ein bittersüßes Paradox, wenn die erste und größte Demokratie der Welt nicht in der Lage ist ihre Bürger dergestalt zu schützen, dass Irakkriege & Co. unnötig sind - Dienst an der Bevölkerung heißt in erstem Fall auf Kriege zu verzichten!)

Wer das verstanden hat, weiß auch was ein Bürger sein kann und was nicht.

Bitte anschauen !!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was ist Demokratie?, 25. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Johnny zieht in den Krieg - Arthaus Collection (DVD)
Dies ist einer der zentralen Sätze in diesem Film. Die Antwort darauf lautet lapidar, dass es wohl irgendwas damit zu tun haben müsste, dass junge Männer sich gegenseitig umbringen.

Dalton Trumbo dürte eine der unbekanntesten Berühmtheiten von Hollywood gewesen sein. Der Drehbuchautor vieler berühmter Filme wie Spartakus oder Papillon, stand immer im Schatten der Hauptdarsteller und Regisseure, die naturgemäß die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Dieser Film, bei dem Trumbo auch Regie geführt hat, basiert auf einem Roman, der von ihm selbst verfasst wurde.

Joe Bonham, der typische "American Boy" aus einer ländlichen Gegend der USA, meldet sich freiwillig zum Dienst im ersten Weltkrieg. Beim Einschlag einer Rakete wird er grausam verstümmelt und verliert nicht nur Arme und Beine, sondern auch sein Augenlicht, sein Gehör und seine Fähigkeit zu sprechen. Fatalerweise kommt ein Feldarzt nach einer Untersuchung zum Schluss, dass er auch nicht mehr fühlen und denken kann.
Aber das kann er doch noch. Joe Bonham ist nach wie vor ein fühlendes, denkendes Wesen und nach einer Weile wird er sich seiner Situation voll bewusst. Wir hören aus dem Off seine Gedanken, wie er versucht mit seinem Schicksal fertig zu werden und wie er, fast aller seiner Sinne beraubt, versucht mit der Außenwelt Kontakt aufzunahmen.

Johnny zieht in den Krieg ist ein außergewöhnlicher Film. Auf drastische Bilder wird gänzlich verzichtet. Es gibt nur eine kurze Szene, die auf den Schlachtfeldern Europas spielt. Der Rest des Films besteht aus Rückblenden, Joes "Alltag" im Krankenhaus und schließlich aus immer surrealer anmutenden Szenen, die Träume darstellen.
Es gibt viele bedeutende Anti-Kriegsfilme, doch dieser hier ist sicherlich einer der bemerkenswertesten. Die Sinnlosigkeit des Krieges, in dem es letztlich nur darum geht sich gegenseitig umzubringen, bis eine Seite entweder völlig ausgemerzt wird, oder kapituliert, damit die Gegenseite am Ende Recht behält und zum "Sieger" erkoren wird... Dieser Wahnsinn wird hier auf eine Art und Weise aufgezeigt, die zugleich faszinierend und schockierend ist. Die Spitze der Nahrungskette hat keine Fressfeinde außer sich selbst...

Die schauspierischen Leistungen sind sehr gelungen. Allen voran der "ewige Nebendarsteller" Jason Robards als Joes Vater und Donald Sutherland als Jesus sind äußerst gelungen. Es ist seltsam, dass dieser Film ein solches Staraufgebot zu bieten hat und trotzdem ein Schattendasein fristet.

Die Aufmachung der DVD ist sehr schön. Neben den üblichen Trailern, befindet sich auch eine Dokumentation über Dalton Trumbo auf dem Silberling, die sehr interessant ist und einen Einblick in das Leben des Autors und Filmemachers bietet. Die deutsche Synchronisation ist sehr professionell, kommt aber nicht ganz an die Originalstimmen heran. Die verzweifelten "Rufe" von Joe verlieren etwas von ihrer Intensität in der deutschen Übersetzung. Trotzdem handelt es sich um äußerst solide Arbeit.

Bleibt nur zu hoffen, dass durch diese neue Aufmachung im Rahmen der Arthaus Collection der Film endlich den Bekanntheitsgrad bekommt, den er auch verdient. Dieses Werk verdient großen Respekt und sollte unbedingt auch in Schulen gezeigt werden. Da der Film eine Freigabe ab 12 Jahren hat, dürfte das kein Problem sein. Gerade heranwachsende Jungen, die gerne Cowboy oder Soldat spielen sollte dieser Film gezeigt werden.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, 22. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Johnny zieht in den Krieg - Arthaus Collection (DVD)
Als John Irving "Garp und wie er die Welt sah" schrieb, hatt er bestimmt den Roman von Trumbo in Hinterkopf. Zu auffällig sind die Prallelen zwischen Garps Vater und Johnny aus Trumbos Roman.
Nur Trumbos Roman ist kein ironisches Spiel, wie Irvings Roman, sondern tatsächlich verarbeitete Kriegserfahrung.
Irvings Garp ist also als geistige zynische Flucht aus dem Bettengrab des Soldaten Johnny und gleichzeitig als sarkastische Überhöhung der Unmöglichkeit zu verstehn. "Johnny zieht in den Krieg" ist aber wohl der einzige echte Antikriegsfilm neben "Apokalypse Now" und "Wege zum Ruhm", der keine Ausflüchte und Rechtfertigungen mehr zuläßt. Ein Film, der im Torso (im Kopf) eines Soldaten stattfindet und die Ausweglosigkeit aus dem menschliche Dilemma des Machens und Mitmachens, der Aktivität und der Passivität aufzeigt.
Trumbos Film handelt nicht nur von einem Trauma, sondern ist selber eins. Wer wissen will, was der Krieg wirklich ist, schaue sich diesen Film an, wenn er denn starke Nerven hat. Ein Film, der auf die Lehrpläne der Filmakademien gehört, bevor dumme Regisseure weitere dumme Kriegsfilme drehen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erschütternd grausam- grausam authentisch........, 1. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Johnny zieht in den Krieg - Arthaus Collection (DVD)
.....und wie ein scharfes Messer, das unter die Haut geht.
Da braucht es kein Horrorszenario von Argento oder Romero.
Angesichts des Schicksals diese Kriegsversehrten stellt sich
das Grauen ganz von selbst vor.
Ohne Rücksicht auf zartbesaitete Gemüter wird man hier Zeuge,
wie Johnny nach und nach bewusst wird, daß man ihn nicht nur
aus reiner Nächstenliebe am Leben hält,- sondern auch dem medizinisch-
psychologischen Fortschritt wie auch dem Patriotismus zuliebe;
er erhält sogar einen Orden.

Die meisten Kriegsfilme spielen eben im Krieg, auf dem Schlachtfeld,
an der Front. Sie zeigen das viele Blut, das Leid der Soldaten,
das sinnlose Verrecken junger Männer- die Hölle des Krieges.
JOHNNY ZIEHT IN DEN KRIEG geht da einen anderen und surrealen Weg.
Einen beinharten, härteren eigenstimmigen Weg- ins Innere.

------------------------------------------------------------

Story:

An der Front kämpfte Joe Bonham( Timothy Bottoms) freiwillig.
Bis er, als er einem Kameraden einen letzten Dienst erweisen will,
selbst fast alles verliert. Seine Arme, seine Beine und teilweise
sein Gesicht. Ans Bett gefesselt, scheinbar nicht fähig zu kommunizieren,
versucht er sich zwanghaft an Träume und Erinnerungen zu klammern-
und scheint sich in ihnen zu verlieren.....
..............
WOHL einer der eindrucksvolsten Anti- Kriegsfilme, der leider viel zu
unbeachtet blieb.
" DER KRIEG ist ein Massaker von Leuten, die sich nicht kennen-
ZUM NUTZEN von Leuten, die sich kennen, aber nicht massakrieren."
Paul Valery

__________________________________________________________

Fazit:

Obwohl und weil dieser Film einer der verstörendsten Anti- Kriegsfilme ist,
den ich je sah, ist er ein Meisterwerk. Da er vom Krieg ansich überhaupt nicht
viel zeigt,- sondern sich stattdessen auf die Folgen für dessen Opfer konzentriert.
Bilder und Worte lassen einen nicht mehr los, brennen sich ins Gedächtnis.

Die Kraft des Films liegt darin, daß die Situation von Johnny aussichtslos ist-
von Anfang an. Schonungslos wird dargestellt, wie nutzlos Kriegsopfer sind und
wie dementsprechend mit ihnen umgegangen wird.
" Das hat er nun davon ". Brutal real. Denn Johnny zog los- in den Krieg.
Weil er es für seine Pflicht hielt.
Er zog los und trat eine Reise an, die ihn in die absolute, vollkommene Dunkelheit,-
die größtmögliche Isolation führte.
Hey...good, good Johnny.

---------------------------------------------------

- Originaltitel: Johnny get his gun
- FSK: ab 16
- Produktionsland: USA
- Lauflänge: 111 Minuten
- Regie: Dalton Trumbo
- Musik: Jerry Fielding
- Prädikat: Besonders wertvoll

Fünf Sterne, ist wohl klar,- weil, so ist Krieg fürwahr!
Anschauen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wertvoller Antikriegsfilm, 4. Juli 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Johnny zieht in den Krieg - Arthaus Collection (DVD)
ICh wollte den Film unbedingt sehen, weil ich Teile davon im Metallica Video One gesehen habe. Irgendwie habe ich ihn aber nicht gefunden. Als ich ihn dann bestellt hatte, haben wir ihn mit ein paar Freunden angesehen, und waren uns sicher: Es war nicht das, was wir uns vorgestellt haben, doch es war ein guter Film.

Es ist ein wenig schwierig der Symbologie zu folgen, doch wenn man es raus hat, dann macht alles einen Sinn.

Tipp: Anschauen, es lohnt sich.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen SOS..., 6. Februar 2012
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Johnny zieht in den Krieg - Arthaus Collection (DVD)
Arme und Beine sind weg, der Kranke hat weder Kiefer, Nase noch funktionsfähige Augen. Er ist blind, taub und stumm - nur sein Torso hat überlebt. Doch dieser halbe Körper auf dem Krankenbett ist bei völligem Bewusstsein.
Der behandelnde Arzt geht davon aus, dass die Verletzung der Hirnrinde zum völligen Verlust von Gefühl, Traum oder Gedanken geführt hat. In diesem Glauben, dass der Patient in keinster Weise mehr registrieren kann, was um ihn herum geschieht, entscheiden die Ärzte den jungen Soldaten für Experimente künstlich am Leben zu erhalten.
So liegt er in der dunklen Abstellkammer eines Lazaretts, doch Joe (Timothy Bottoms) lebt.
Er erinnert sich, gleichsam halluziniert er. Ein Unterschied zwischen den geistigen Bildern ist nur schwer möglich, um dies eínzordnen, muss sich Joe anstrengen.
Er erinnert sich an die letzte Nacht mit seiner Freundin Kareen (Kathy Fields), bevor er am nächsten Tag freiwillig in den Kriegsdienst eintritt.
"Wenn dein Land dich braucht, musst du gehen" - ist seine patriotische Devise, er lässt sich auch von den Tränen der Freundin am Bahnhof nicht umstimmen.
Der 1. Weltkrieg tobt im fernen Europa und Joe ist dabei. Dort wird er auch schon nach kurzer Zeit beim Verlassen des Schützengrabens durch eine explodierende Granate schwer verwundet.
Immer wieder werden diese Träume durch Bewegungen im Krankenzimmer unterbrochen, dann verfolgen ihn Horrorvisionen von nagenden Ratten, aber auch Jesus Christus (Donald Sutherland) erscheint ihm in seinen Gedanken. Auch Vater (Jason Robards) und Mutter (Marsha Hunt) ziehen an seinem geistigen Auge vorbei, er beginnt mit der Zeit die Tage zu zählen. Eine besonders empathische Krankenschwester (Diane Varsi) nimmt sogar Kontakt mit ihm auf, indem sie mit dem Finger Buchstaben auf seine Brust schreibt. So wird dem Patienten seine auswegslose und erschreckende Situation immer mehr bewusst...
Dalton Trumbos Film enstand 1971, der Romanautor verfilmte damit sein eigenes Buch, dass 1939 erschien.
Dalton Trumbo verbrachte während der McCarthy Ära 11 Monate im Gefängnis und wurde auf eine schwarze Liste gesetzt, so dass er jahrelang unter Pseudonymen arbeiten musste. Zwei seiner so entstanden Werke wurden mit einem Oscar ausgezeichnet, seine Urheberschaft allerdings erst wesentlich später offiziell bestätigt.
Der Antikriegsfilm "Johnny zieht in den Krieg" wurde 1971 auf Intervention von Jean Renoir, Luis Buñuel und Otto Preminger ins offizielle Programm von Cannes aufgenommen und erhielt dort den Großen Preis der Jury.
Die Eindrücke des verletzten Soldaten wirken dabei wie Meditationen über das Leben und unterstreichen den entsetzlichen und überaus erschütternden Protest gegen den Krieg.
Etwa zeitgleich mit "Johnny zieht in den Krieg" entstanden weitere Antikriegsfilmklassiker wie "Mash" von Robert Altman oder "Catch 22" von Mike Nichols, die ebenfalls die Sinnlosigkeit des Krieges zum Thema haben. Allerdings sind diese beiden Filme wesentlich sarkastischer und satirischer konzipiert als Trumbos Film, der vor allem durch seine Menschlichkeit tief bewegend ist und ohne Ausweg erscheint.
So stirbt am Ende auch der letzte Funken Hoffnung. Ein starker, aber sehr niederschmetternder Film.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Der Rest ist Schweigen, 25. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Johnny zieht in den Krieg - Arthaus Collection (DVD)
Es ist nicht nur ein Anti-Kriegsfilm, sondern er berührt auch das Thema Sterbehilfe.
Aber was für ein arg verharmlosender Titel. Johnny zieht nicht bloß in den Krieg, er kommt darin um. Im Mittelpunkt steht der übriggebliebene Torso eines Soldaten (Timothy Bottoms): blind, taub, stumm und ohne Arme und Beine. Das ist die ultimative Verletzungsmöglichkeit, die schon im 1. Weltkrieg den Medizinern als menschliches Versuchskaninchen diente.
Es ist ein erschütterndes Drama, das mit einem optisch außergewöhnlichen Blickwinkel aufwartet: über weite Strecken ist es ein Monolog dieses Johnny, der versucht aus dem eigenen Dunkel mit seiner Umgebung zu kommunizieren (in s/w). Und das Ganze wird qualitativ weiterhin verstärkt durch teils surreale Traumsequenzen, in denen außer farbigen Rückblenden aus der Vergangenheit unter anderem auch Jesus (Donald Sutherland) vorkommt. Das ist unvergleichlich großartig. Hierzu gehört auch Johnnys erste und einzige Liebesnacht mit Kareen (Kathy Fields), die beide in fast kindlicher Unschuld verbringen. Seine Erinnerungen sind für ihn die Wirklichkeit. Er sagt von sich ‘Jetzt bin ich nur ein Traum‘.
Wie Johnny dann doch mit einer Krankenschwester (Diane Varsi) in Kontakt tritt, ist schier unglaublich und deswegen rührend. Sie kann ihn letztlich nicht erlösen nur vorübergehend erleichtern.
Am Ende zieht sich die Kamera hilflos zurück und lässt Johnny mit seinen SOS- Rufen allein. Es bleibt ein erschütterndes Drama über die Grenzsituation der menschlichen Existenz. Eine einsame Klasse für sich.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Wie arm dran kann ein Mensch sein?, 3. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Johnny zieht in den Krieg - Arthaus Collection (DVD)
Meiner Meinung nach ist das Hauptthema des Films das erschütternde Schicksal eines jungen Soldaten.
Das erschütternde Schicksal führt, denke ich, zu Nebenfacetten:
Jesus, romantische Liebe, Gott und Spiritualität, die Beziehung zum Vater, der Jahrmarkt, Hurerei in Paris, etc.
Ich denke, die Nebenthemen beschreiben indirekt sehr gut den psychischen Zustand
eines Menschen, der auf grausame Art fast alles verloren hat.
Ich denke, dass der Film intelligent, sehenswert und bildend ist.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Einige nette Sprüche, ansonsten viel belangloses, 26. Juli 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Johnny zieht in den Krieg - Arthaus Collection (DVD)
Leider muss ich sagen, dass ich von kaum einem Film so viel erwartet habe und am Ende so stark enttäuscht wurde wie bei "Johnny zieht in den Krieg".

(Ich überspringe die kurze Zusammenfassung des Inhalts des Films, da bereits andere Rezensenten ordentliche Version verfasst haben.)

Das erste Mal hatte ich etwas aus dem Film -wie vermutlich die meisten- in dem Musik-Video der Band "Metallica" zum Song "One" gesehen und das hat mich wirklich beeindruckt. Und so kannte ich z.B. die Szene, in der der junge Joe seinen Vater fragt "What is democracy?" und er ein "[...] it has something to do with young men killing each other [...]" als Antwort erhält. Und im Zusammenhang mit dem Metallica-Song wirkt dies einfach unglaublich stark. Ich weiß deshalb nicht, ob ich den Film nun nur nicht gut fand, weil ich zuviel erwartet habe.

Dennoch möchte ich kurz anführen, was mich an dem Film gestört hat: Wie es auch bei schlechten Comedy-Filmen ist, kennt man bereits die besten Szenen, bevor der Film überhaupt angefangen hat. Man wartet also nur noch ab, bis die Szenen endlich drankommen. Und dabei entsteht das eigentlich viel größere Problem: Es gibt so gut wie nichts interessantes, was diese Warterei verkürzt. Etliche Minuten werden mit Monologen darüber gefüllt, dass Johnny merkt, dass Leute den Raum betreten, dass diese wieder weggehen, dass Licht in den Raum fällt... Es mag sein, dass dies die Einsamkeit, Verlorenheit etc. des ehemaligen Soldaten aufzeigen soll, jedoch hat dies auf mich eher negativ/belanglos gewirkt. Dann gibt es noch etliche Träume und Erinnerungen, die wie wild eingestreut wirken, und es so auch nicht schaffen etwas größeres aufzubauen.

Positiv muss man dem Film jedoch anrechnen, dass er im Gegensatz zu den meisten "Antikriegsfilmen" wirklich "anti" ist. Während viele andere Filme noch viel Platz für Heroen in Uniform lassen, behandelt dieser Film so gut wie gar nicht das "heldenhafte" Kämpfen, sondern nur dessen Folgen. Dies muss ich jedoch direkt wieder einschränken, weil das Elend der Massen nicht gezeigt wird, sondern nur das "Leben" eines Individuums, das als Experiment angesehen wird, auch wenn nicht wirklich herauskommt, was denn nun das "Wissenschaftliche" an diesem Körper ist, der Jahre in einer Abstellkammer vor sich hin lebt. Da geht der Film nicht weit genug und lässt vieles im Unklaren.

Die drei Punkte gibt es vor allem für die einzelnen Szenen, die den Film bekannt machen. Und so muss ich als Fazit festhalten, dass es sich nicht gelohnt hat den Film zu kaufen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Johnny zieht in den Krieg - Arthaus Collection
Johnny zieht in den Krieg - Arthaus Collection von Dalton Trumbo (DVD - 2007)
EUR 10,49
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen