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5.0 von 5 Sternen Wendepunkt in der Geschichte des frz. Kinos
Godards 1959 gedrehter Film 'Außer Atem' (À bout de souffle) markiert den Beginn einer neuen Ära des französischen Kinos: der 'Neuen Welle' (Nouvelle Vague), zu deren Protagonisten neben Godard weitere ehemalige Filmkritiker der Fachzeitschrift 'Cahiers du Cinéma' wie Truffaut, Chabrol u.a. gehören.
Godard hatte rund zehn Jahre als...
Veröffentlicht am 8. Februar 2001 von Patrick Raszelenberg

versus
3.0 von 5 Sternen Ist "Ausser Atem" richtige Titel für den Film?
Es ist schon ein einzigartiger Film. Interessant sind auch die Auszeichnungen, die dieser Film bekommen hat. Die „Jump Cuts“, die Jean-Luc Godard in diesem Film einige Male benutzte, machen den Film zwar schnell, also auch „Ausser Atem“, aber ich finde sie auch störend, und sie wirken zum Teil amateurhaft. Wie wahrscheinlich immer, ist auch...
Vor 5 Monaten von Oliver Reis veröffentlicht


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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wendepunkt in der Geschichte des frz. Kinos, 8. Februar 2001
Rezension bezieht sich auf: Breathless [VHS] [UK Import] (Videokassette)
Godards 1959 gedrehter Film 'Außer Atem' (À bout de souffle) markiert den Beginn einer neuen Ära des französischen Kinos: der 'Neuen Welle' (Nouvelle Vague), zu deren Protagonisten neben Godard weitere ehemalige Filmkritiker der Fachzeitschrift 'Cahiers du Cinéma' wie Truffaut, Chabrol u.a. gehören.
Godard hatte rund zehn Jahre als Kritiker bei den 'Cahiers' verbracht, bis er den Versuch unternahm, alles, was er als Regisseur zu sagen hatte, in seinem Erstlingwerk auszudrücken. Daß dies eine Milchmädchenrechnung sein mußte, war ihm klar, und doch hinterließ der Streifen deutlichere Spuren als jeder andere französische Film in den Jahren zuvor. Seine bewußt 'falschen' Schnitte, der Verzicht auf zusätzliche Beleuchtung, die unorthodoxe Arbeitsweise ohne festes Drehbuch, die Spontaneität der Hauptfiguren sowie seine Verarbeitung amerikanischer Einflüsse machten diesen Film zu einem Klassiker. Die ungewöhnlich dichte Atmosphäre sowie die nahezu ideale Besetzung (Seberg, Belmondo) sind in dieser Form von ihm nicht wieder erreicht worden.
Nach dem unbesonnenen Mord an einem Polizisten in Südfrankreich hetzt der junge Michel (Jean-Paul Belmondo) durch das Paris der späten Fünfziger, versucht seine amerikanische Geliebte Patricia (Jean Seberg) zu überreden, ihm nach Italien zu folgen, stiehlt Geld bei einer Freundin, versucht, einen ungedeckten Scheck einzulösen, schwängert seine große Liebe und landet schließlich in den Armen der Polizei - verraten von eben dieser Geliebten, die dem Fahndungsdruck nachgibt, als sie um die Verlängerung ihres Visums fürchten muß.
Mit einer Kugel im Rücken stolpert er die Straße bis zur nächsten Kreuzung herunter, wo er zusammenbricht. Fassungslos sieht Patricia ihren Geliebten sterben, als dieser flüstert, das sei doch alles zum kotzen. Da sie ihn nicht versteht, erklärt der Polizist, "er hat gesagt, Sie sind wirklich zum kotzen". Noch immer benommen von den Ereignissen dreht sie sich frontal zur Kamera und fragt mit scharfem amerikanischem Akzent, "was heißt das, 'zum kotzen'"?
Die Thematisierung des Lebens als Abenteuerroman, als Krimi und als schnelles, unbedarftes Glück verleihen Godards Debut den Hauch einer Form der Schnellebigkeit, die im Hier und Jetzt aufgeht und sich in der Annahme, nur das Auskosten des Moments erzeuge Authentizität, nicht darum schert, über den Tellerrand der Unmittelbarkeit hinauszuschauen. In Michels Worten, "il faut tout ou rien".
Unbedingt empfehlenswert!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen AUSSER ATEM - Godard's Meisterwerk auf Blu-ray, 15. März 2012
Von 
j.h. "corleone29" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Es gibt Filme, die schon vom Titel her Legende sind. Jean-Luc Godard hat gleich mit seinem Debütfilm eine solche Legende geschaffen. Der Film wirkte stilbildend sowohl für die französische Novelle Vague ("Neue Welle") als auch international bis nach Hollywood. Noch in den 80er Jahren versuchte sich Jim McBride mit BREATHLESS - ATEMLOS an einem Remake mit Richard Gere in der Hauptrolle - ohne damit das Original auch nur zu erreichen.
A BOUT DE SOUFFLE präsentiert Jean-Paul Belmondo als Anti-Helden Michel, der unterwegs mit einem gestohlenen Luxuswagen eher durch Zufall in eine Polizeikontrolle gerät und zum gesuchten Polizistenmörder wird. In Paris trifft er er die Amerikanerin Patricia (Jean Seberg, seit Otto Premingers Sagan-Verfilmung BONJOUR TRISTESSE schon ein Star), die ihn dann zu lieben glaubt und am Ende verraten wird. "Du bist wirklich zum kotzen" sind Michels letzte Worte ...
Die Geschichte ist einfach erzählt - das interessante ist vielmehr, wie Godard sie erzählt in bewusst dokumentarischem Stil mit unzähligen Zitaten und Anspielungen. In einer kleinen Rolle als Star-Autor ist der Regisseur Jean-Pierre Melville zu sehen.
Über 50 Jahre nach der Premiere legt STUDIOCANAL den Film in respektabler Qualität auf Blu-ray vor. Die Bild- und Tonqualität sind sehr gut - vor allem in Anbetracht des oft mit Handkameras gedrehten Schwarz-Weiss-Materials (Kamera: Raoul Coutard). Als Bonusmaterial sind einige Interviews sowie der Original-Kinotrailer enthalten.
Die in der Reihe Blu Cinemathek erschienene Blu-ray ist identisch mit der bereits 2010 in der Studiocanal-Collection veröffentlichten. Nur das informative Booklet ist in dieser Edition nicht enthalten.
Eine Blu-ray, die in keiner besser sortierten Sammlung fehlen sollte! Ebenso bei Studicanal auf Blueray veröffentlicht wurden die Godard-Filme ELF UHR NACHTS und LE MEPRIS - DIE VERACHTUNG.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen StudioCanal Collection: sehr edel!, 14. Juni 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wie alle Ausgaben der "StudioCanal-Collection" wurde auch Godards Meisterwerk der Nouvelle Vague in ein äußerst edles & sehr elegantes Mediabook mit Originaltitel ("Á bout de souffle") auf dem Cover verpackt. Das Mediabook steckt in einem dünnen Pappschuber, auf dem der deutsche Filmtitel ersichtlich ist. Auf diesem ist auch ein nicht ablösbares FSK-Logo angebracht (wen dies stört, der kann den Schuber auch weglassen - fällt rein optisch überhaupt nicht auf).
Bild- & Ton-Qualität sind - wie nicht anders zu erwarten - tadellos & interessantes Bonusmaterial ist zu Genüge vorhanden: Einführung von Colin MacCabe, Interviews mit Crew & Darstellern, der Kurzfilm "Luc und wie er Jean-Luc sieht", Trailer, eine Fotogalerie sowie das Featurette "Godard, Made in USA".
Weiters enthält die Edition ein recht informatives 20seitiges Booklet mit einem Text von Yves Alion, dem Chefredakteur von "L'Avant-scène Cinéma".
Fans des Films sollten bei dieser tollen Blu-ray unbedingt zugreifen!
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine coole Sau von Film, 7. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Außer Atem - Arthaus Collection (DVD)
Mit "Meisterwerken" ist das immer so eine Sache. Entweder man reiht sich stillschweigend in die Reihe der Verehrer ein und verweigert die eigene Meinungsbildung oder man pfeift auf allgemeine Urteile und macht sich selbst ein Bild.
Godard hat bei seinem Film scheinbar ähnlich operiert. Er schmiss alle gängigen Konventionen über Bord und drehte mit "Außer Atem" einen revolutionären Film. Sein offensichtlichstes Instrument hierbei war der Schnitt. Beim Jump-Cut werden Anschlussfehler ignoriert bzw. bewusst in Szene gesetzt. Selbst heute wirkt das noch erfrischend und neu. Mir wollte, abgesehen von Woody Allens "Harry außer sich", auch kein zweiter Film einfallen, bei dem diese Schnitttechnik eingesetzt wurde.
Mal abgesehen von solch technischen Stilmitteln stellt der Film auch in seiner Dramaturgie und Naration ein Bruch mit gängigen Methoden dar. So gibt es zwar einen groben Plot, der im Verlauf des Filmes immer wieder kurz aufgeriffen wird; im Zentrum steht jedoch die Beziehung von Belmondo und Seberg.
Der Film macht Spaß. Vor allem, weil er selbst heute noch erfrischend anders wirkt. Belmondo ist verdammt cool, Seberg extrem bezaubernd. Ob es ein "Meisterwerk" ist, kann ich nicht sagen. Aber Anschauen lohnt, soviel steht fest.
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31 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Forever Young, 28. November 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Außer Atem (DVD)
Zu den filmtechnischen Meriten dieses Streifens ziehen Sie bitte ein x-beliebiges Filmlexikon zu Rate, dort werden Sie seitenweise Sekundärmaterial zu diesem Klassiker finden.
Was mir aber noch vor allem anderen auffällt, ist die Jugendlichkeit des Films, nicht nur jene der beiden begnadeten Darsteller, sondern der Stimmung, die aus jedem Kamerawinkel sprüht. Man ist als Zuschauer wirklich dabei, weniger in einem naturalistischen Sinne des neoverismo, als vielmehr in einer Reflexion seines eigenen Ichs, seiner Erfahrungen, Sehnsüchte und Ängste. Das tragische Ende, das sich schon bald abzeichnet bzw. das man aus eigener Erfahrung ahnt, trifft hart in eine Realität, der man schon fast entronnen scheint. Doch es bleibt keine negative Stimmung zurück, und das Geschehen läuft in einem Spiegel ab, in den man ohne drohende Langeweile immer wieder schauen kann, weil Godard es fertig gebracht hat, daß der Film
immer jung bleibt.
Zudem ist dies ein idealer Einstieg in das Werk dieses Regisseurs, da er zwar kompromißlos aber leicht zugänglich ist,
nicht so schwere Kost wie manches, das noch folgen sollte.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einer der bedeutendsten Wegbereiter der "Nouvelle Vague", 11. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Außer Atem (DVD)
Der Film "Außer Atem" (frz. "A bout de souffle", 1960), einer der Vorreiter der Ende der 1950er Jahre entstandenen Filmrichtung "Nouvelle Vague" in Frankreich ist vor allem aufgrund seiner innovativen filmischen Mittel berühmt geworden (häufige Verwendung von Handkameras, "Jump Cuts", direkter Blick in die Kamera). Zu den inszenatorischen Regelverstößen gehören nicht nur die eingebundenen Vulgärausdrücke (Der Film endet mit Patricias Frage: "Was ist kotzen?") in die oftmals sinnentleerten Diaologe, der Film wurde auch ausschließlich (und das war für den Film der 50-er Jahre wirklich ein Novum) an Originalschauplätzen gedreht; die Alltagsgesräusche der Metropole Paris werden nicht ausgeblendet, sie sind den ganzen Film hindurch eine bewusst bewahrte Geräuschkulisse.

Der Film handelt von einem französischen Kleinkriminellen namens Michel, der, nachdem er einen Polizisten erschossen hat, kurzzeitig Unterschlupf bei der emanzipierten amerikanischen Studentin Patricia findet. Patricia, die sich zwischen Karriere und Liebehaber entscheiden muss, liefert ihn schließlich der Polizei aus. Es ist von Anfang an klar, dass Michel, der Ganove und die ehrgeizige und selbstbewusste Patricia nicht zusammenpassen. Doch Michel ist sich dessen bis zum Ende nicht bewusst.

Godard imitiert bei Michel den klassischen amerikanischen Gangstertypus, macht jedoch einen Verlierertyp daraus. Die berühmte Schluss-Szene, die sehr innovativ für diese Filmrichtung war, wurde unzählige Male von nachfolgenden Regisseuren kopiert.
Die beiden Protagonisten richten sogar während ihrer Dialoge Fragen an den Zuschauer, was als Verweis auf Brechts episches Theater, bei dem die Vermeidung der Identifikation mit Protagonisten eine große Rolle spielt, angesehen wird.

Dieser Film ist weniger der Handlung wegen, sondern aufgrund der filmischen Mittel und Darstellung wirklich sehenswert.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Persönlich mein "Lieblingsfilm", 15. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Außer Atem (DVD)
Als ich eines Samstag früh morgens nach Hause kam, durchzappte ich noch einmal alle meine Fernsehprogramme. Auf Arte blieb ich dann schließlich hängen. Der hier genann-te Film lief leider schon ca. 10min. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen gehabt, mich sofort schlafen zu legen. Doch ich konnte einfach nicht. Der Film fesselte mich bis zu seiner letzten Sekunde an den Fernseher. Und gerade der endlos lang geführte Dialog der beiden Hauptdarsteller im Schlagzimmer & Bad entzückte mich und lies mich vor mir hinträumen. Gedreht von 2 außergewöhnlich starken Schauspielern, die meine Filminte-ressen neu revolutionierten und mein Geldbeutel ruinierten. Seit diesem Film bin ich in Besitz etlicher DVDŽs der Nouvelle Vague-Ära und bin fest davon überzeugt, das dies ein Meilenstein in der Filmindustrie war.....
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3.0 von 5 Sternen Ist "Ausser Atem" richtige Titel für den Film?, 14. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Außer Atem (DVD)
Es ist schon ein einzigartiger Film. Interessant sind auch die Auszeichnungen, die dieser Film bekommen hat. Die „Jump Cuts“, die Jean-Luc Godard in diesem Film einige Male benutzte, machen den Film zwar schnell, also auch „Ausser Atem“, aber ich finde sie auch störend, und sie wirken zum Teil amateurhaft. Wie wahrscheinlich immer, ist auch dieser Film von Godard eher ein Dialog-Film als ein Actionfilm. Und diese Dialoge sind manchmal auch etwas fremd. Scheinbar ging ihm in dieser Zeit manches durch den Kopf, das er dann auf seine Rollen in diesem Film übertrug. So zeigen zum Beispiel Michel (Jean Paul Belmondo), Patricia (Jean Seberg) und auch der am Flughafen interviewte Autor zu verschiedenen Zeiten in dem Film mit den Händen an, wieviel Geliebte sie schon hatten oder man haben müsste. Naja, man kann ja auch sagen, so habe ich dann wenigstens etwas im Kopf behalten von den vielen Dialoge in diesem Film, die man vielleicht gar nicht gebraucht hätte. Zusätzlich wurde oft mitten in der Stadt gedreht ohne Absperrung. Man sieht wie Statisten in die Kamera sehen. Mehr noch die Darsteller ansehen, die gerade ihre Rollen spielen. Auch das finde ich etwas störend. Aber ich denke der Regisseur wollte es so.Die eigentliche Handlung des Filmes ist sehr gut und die Schauspieler bringen es auch sehr gut herüber. Vor allem Jean-Paul Belmondo muss man sehr loben. Meiner Meinung nach trägt er den ganzen Film. Das scheint auch das Glück oder auch das Können von Jean-Luc Godard zu sein, dass die Schauspieler in seinen Filmen oft zu großen Leistungen auflaufen.
Abschließend muss ich sagen, dass ich hier alle Wertungen respektieren würde.
Ich gebe ihm 3 Sterne, weil ich auch ein klein wenig froh war, als der Film zu Ende war. Vielleicht ist das Herbeisehnen von dem Ende dieses Filmes auch eine Form von Ausser Atem.

Meine Schulnote: 3-
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5.0 von 5 Sternen Alles prima gelaufen, 9. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Außer Atem - Arthaus Collection (DVD)
Die Bestellung ist ohne Probleme verlaufen, der Artikel istpünktlich und fehlerfrei bei mir angekomme. Bestellungen bei diesem Lieferanten sind auf jeden Fall zu empfehlen.
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5.0 von 5 Sternen Wer außergewöhnliches sucht., 6. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Außer Atem - Arthaus Collection (DVD)
Godard verzichtet auf Konventionelles. Er lässt den Film einfach irgendwann, irgendwo beginnen. Sein Einsatz des sogenannten Jump Cuts ist zeitweise exzessiv, doch dienen diese nicht nur einem loseren, verschärften Tempo und bewusst gesetzter Inkohärenz zwischen einzelnen Szenenfolgen, sondern eben auch absichtlich als gegenpolige Kraft wider den gängigen Konventionen.

"Außer Atem" ist ein durch die Intention des Regisseurs hektischer Film, der mit vielen Ortswechseln und Blitzhandlungen aufwartet. Einen roten Faden zu erkennen ist schwer, außer einzig der Erkenntnis, dass es keinen gibt. Die Dialoge sind der Hammer: Ich will den oder die sehen, die vorausahnen können, was die Charaktere als Nächstes sagen werden. Hier offenbart sich das unberechenbare Element, das Radikale bei Godard ganz extrem. Allein, wer sich etwas mit seinen Filmen beschäftigt, weiß, dass zum Schluss oft ein Knall die Show beendet. Nun, bei seinem Erstling ist das fast schon harmlos und logisch im Sinne des Kausalen. "Außer Atem" ist sicher kein Film für Erzkonservative, aber für den geneigten Fan der Nouvelle Vage des französischen Kinos unumgängliches Pflichtprogramm.

Übrigens: Belmondo imitiert Bogart, deswegen raucht er Kette. Seine rotzfreche Darstellung des Kleingangsters Michel, der in den Tag lebt und nimmt, was er gerade kriegen kann, ist ein Hymne an die Respekt- und Orientierungslosigkeit... und macht mordsmäßig Spaß.

Man sollte nichts spezielles erwarten. Lassen sie die 86 Minuten einfach konzentriert auf sich einwirken.
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Außer Atem - Arthaus Collection
Außer Atem - Arthaus Collection von François Truffaut (DVD - 2007)
EUR 6,97
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