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36 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Rad des Lebens - eine filmische Meditation
Kim Ki-Duk hat sich mittlerweile fest als koreanischer "Arthouse-Regisseur" auf den europäischen Filmfestivals etabliert. Aufgrund erster Anerkennungserfolge wie "Seom - die Insel" und "Bad Guy", fand er deutsche Geldgeber die 2003 sein neuestes Filmprojekt unterstützten. Aus dieser Koproduktion entstand "Frühling, Sommer, Herbst, Winter und Frühling",...
Veröffentlicht am 13. Januar 2007 von M.M.

versus
1.0 von 5 Sternen deprimierend, ohne Höhepunkte
Ich habe mir diesen Film auf eine Empfehlung gekauft und habe bis zum Schluss auf die versprochene Tiefe und Sensibilität gewartet, die ich wohl übersehen haben muss. Ich würde ihn mir kein zweites Mal ansehen, geschweige denn kaufen - schade.
Vor 7 Monaten von Annika veröffentlicht


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36 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Rad des Lebens - eine filmische Meditation, 13. Januar 2007
Kim Ki-Duk hat sich mittlerweile fest als koreanischer "Arthouse-Regisseur" auf den europäischen Filmfestivals etabliert. Aufgrund erster Anerkennungserfolge wie "Seom - die Insel" und "Bad Guy", fand er deutsche Geldgeber die 2003 sein neuestes Filmprojekt unterstützten. Aus dieser Koproduktion entstand "Frühling, Sommer, Herbst, Winter und Frühling", eines meiner Lieblingswerke von Kim Ki-Duk. Eine filmische Meditation von unbestreitbarer Kraft.

Kim Ki-Duk ist anders als man aufgrund dieses Filmes denken könnte kein Buddhist. Trotzdem vermag er es den tief in der koreanischen Nation verwurzelten Buddhismus in beeindruckende Landschaftstableaus zu gießen. Dass seinem Sujet dabei nur ein vereinfachtes religiöse Abbild des Buddhismus zugrunde liegt, vermag nur den ernsthaft an der buddhistischen Lehre interessierten Sinnsucher irritieren. Das Thema des Films, der ewige Kreislauf des Lebens, die unaufhörliche Wiederkehr des Gleichen, erscheint wie ein Fluch der auf den Menschen lastet. Zur ewigen Wiederholung der immer gleichen Fehler verdammt kreist er im Lehrlauf. Doch wie vermag er aus diesem qualvollen Rad des Karmas heraus zu brechen? Der Film gibt hier (in meinen Augen) eine ganz einfache wenn auch pessimistische Antwort. Es gelingt ihm einfach gar nicht, denn es gibt kein entkommen aus dem Gefängnis aus Schuld und Sühne. Natürlich bietet diese fast kindlich naive und destruktive Sichtweise auf das Leben keinen tieferen Einblick in die Lehren des Buddhismus. Dieses Ziel verfolgt der Film auch gar nicht.

Der buddhistische Hintergrund bildet für mich als momentan eher atheistisch eingestellten Zeitgenossen (ich weiß das hört sich für einen spirituellen Menschen sicher ignorant an) nur eine interessante philosophische Kulisse.
Als ich den Film das erste Mal sah, überwältigte mich die Magie der Bilder. Und ich verirrte mich in den koreanischen Wäldern, im Wandel der Jahreszeiten, im ruhigen Spiegel des Sees, im erstickenden Weiß des Schnees. Und darin fast verloren der alte Mönch und sein Schüler, Gefangene des Leids selbst hier abseits der unmenschlichen Hektik der Zivilisation.
Im Zusammenspiel mit der Musik von Bark Ji-Woong entsteht eine fast magische Atmosphäre, eine Meditation über das Leben bei der allzu viel nachdenken eher schadet als nützt.

Das hier dargestellte Weltbild ist alles andere als sanft und friedlich. Tiere werden gequält, die Menschen fügen sich Leid zu, unfähig dem Schmerz zu entgehen.
Der junge Schüler lebt den Wandel der Jahreszeiten, wächst heran. Doch schließlich verfällt er allzumenschlichen Leidenschaften, verlässt die scheinbar so beschauliche Abgeschiedenheit des Sees. Viel später kommt er zurück, ein von inneren Dämonen gehetzter zerrissener Charakter, der für seine Taten Buße sucht. Als er wiederum Jahre darauf geläutert aus dem Gefängnis heimkehrt ist der Meister fort und er nimmt den Platz seines alten Lehrers ein. Doch damit steht das Rad des Karmas noch nicht still, ein neuer Frühling bricht sich Bahn, das Schicksal dreht sich von neuem. Und über allem schwebt die den Atem raubende unendliche Gleichgültigkeit der Natur.

Auf formaler Ebene ist dies sicherlich Kim Ki-Duks bisher bester Film.
Das rohere ungeschliffenere Frühwerk des Regisseurs lässt er hier endgültig hinter sich und schwingt sich in artifizielle Höhen auf. Nicht jeder Fan des koreanischen Regisseurs vermag hier noch zu folgen und viele werden sich durch diesen Film abgeschreckt endgültig von dem in künstlerisch aufgeladenen Bildern schwelgenden Kim Ki-Duk abwenden.

Zur DVD:
Die deutsche DVD bietet einen ansprechenden Bildtransfer, wenn es international auch noch bessere Versionen gibt. Ein angenehm scharfes Bild in natürlichen Farben. Der Ton liegt in Koreanisch und Deutsch vor (5.1). Der konversationsarme Film braucht aber nicht viele Worte. Im Wesentlichen prägen die Musik und Naturgeräusche das räumliche Klangbild. An nennenswerten Extras bietet die DVD nicht viel. Ein kurzes "Making of", eine Hörfilm-Fassung und einige Trailer. Interessant ist noch das erweiterte Ende welches den Kreis endgültig schließt. Das alles reicht für eine insgesamt angemessene DVD Umsetzung.

Fazit:
"Frühling, Sommer, Herbst, Winter und Frühling" ist Kim Ki-Duks bisher formal reifstes Werk. Der Wandel der Jahreszeiten als Sinnbild der sich ewig wiederholenden Lebensabschnitte des Menschen prägt den Film. Durch die Kombination mit der Musik von Bark Ji-Woong entsteht so ein meditativer Traum dieser so schmerzhaft schönen Welt.
Dies ist sicher kein Film für Freunde des asiatischen Actionfilms, sondern eher für Bilder trinkende Cineasten. Mit "Samaria" und "Bin Jip" konnte Kim Ki-Duk dieses filmische Niveau noch zweimal bestätigen. Ob er dieses Meisterwerk aber noch zu übertreffen vermag bleibt abzuwarten. Nach seinem Film "Hwal" (Bogen) aus dem Jahr 2005, kann dies zumindest bezweifelt werden. Kim Ki-Duk scheint sich nun selbst im Leerlauf zu drehen.
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34 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit Duldsamkeit das Leben meistern., 10. Januar 2008
Von 
Lothar Hitzges (Schweich, Mosel, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Frühling, Sommer, Herbst, Winter ... und Frühling - Arthaus Collection (DVD)
Ein asiatischer Mönch und sein Schüler leben in einer Hütte mitten auf einem Sees in einer einsamen verlassenen Landschaft. Der Knabe wird von dem Meister unterrichtet. Als der Knabe heranwächst und zum jungen Mann geworden ist, erhalten die beiden Besuch. Eine junge Frau ist seelisch erkrankt und will in der Einsamkeit genesen. Der Adept und die junge Frau verlieben einander. Als die junge Frau geht, verlässt kurze Zeit später auch der Schüler seinen Meister. Jahre später kehrt er schulbeladen zurück. Sein Aufenthalt ist nur kurz, er muss für seine Tat ins Gefängnis. Auch nach dem Gefängnis kehrt der Adept wieder zu seinem Meister zurück. Dieser ist nun alt und stirbt bald.

Sein Schüler lebt fortan alleine auf dem Haus im See. Bis eines Tages eine Frau ihr Baby als neuen Schüler vorbeibringt.

Der Film erzählt den Lebenszyklus eines einsamen Mönches und seines Adepten. Mit ausdruckstarken pittoresken Bildern kommt der Film fast ohne Dialoge aus. Die einzelnen Szenen vermitteln Stille und Ruhe. Ein angenehmer niveauvoller Film.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein anderes Bild vom Buddhismus, 30. Dezember 2007
Von 
RockBrasiliano (Costa Banana) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Nachdem der Film sich dann doch nicht als das verfilmte Merian-Heft herausgestellt hatte, was ich zunächst befürchtete, wurde die Geschichte um den Meister und seinen ungezogenen Novizen, die auf einer Insel in einem See im Tempel wohnen noch richtig spannend und fesselnd (im wahrsten Sinne des Wortes..) Der Film kommt sogar ohne die gängige Postkartenphilosophie aus und vermittelt ein ganz anderes Bild vom Buddhismus als man es erwartet. Hier wird das Leben tatsächlich als Leiden und Scheitern dargestellt - sehr gut konterkariert durch den Gegensatz der Schönheit der Natur, dem Idyll, was einem gleichzeitig auf Schritt und Tritt begegnet. Das hat mich sehr beeindruckt. Es wird wenig gesprochen und man kann sich von den Bildern durchaus gefangen nehmen lassen. Es ist auch ein Film in dem Rituale, wie eben auch im Buddhismus eine wichtige Rolle spielen und ich glaube, er vermittelt auch ein sehr gutes Bild von dieser Religion. -Was natürlich zunächst unheimlich und verstörend wirken kann.
Es ist ein Film mit schönen Bildern, ein trauriger Film - ja, aber auch ein Film, der einen besonderen Humor nicht verhehlen kann. Das sollte man nicht verpassen!
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29 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der beste Film der letzten zwei Jahre!, 3. August 2005
Dieser wunderschöne Film hat nichts, was die heutigen Kassenschlager auszeichnet - nicht einmal viele Dialoge - kein überflüssiges Wort!
Er besticht durch seine bezaubernde Schlichtheit, seine beeindruckenden Bilder und seine innere Tiefe.
Das Geniale ist immer einfach - und dieser Film ist einfach genial und genial einfach zugleich. Ein Film ohne Wenn und Aber - ein Film ohne faule Kompromisse - jetzt schon ein Klassiker der Spiritualität.
Er beinhaltet eine, in den Jahreszeiten wechselnde, Schüler-Meister-Beziehung und sagt in wenigen Worten alles, was zu diesem empfindlichen Thema gesagt werden muss - nämlich nicht sehr viel.
Die tiefen Botschaften, hinter einer spärlichen Handlung geschickt verpackt, zeigen in beeindruckenden Bildern den Weg eines männlichen Suchers unter der Führung eines wahrhaftigen spirituellen Meisters.
Jeder Zuschauer versteht - ganz ohne ein Wort!
Und jeder wird in seinem inneren Wesen angesprochen - in seinem wahren Kern. Das macht die Schönheit dieses Films aus, denn er konzentriert sich auf das Wesentliche des Menschen.
Und nach dem Film bleibt nichts als die innere Stille zurück - und so mancher wird in Demut gewiss eine klare Träne seines Herzens vergießen, denn dieser Film zieht dich mitten in dich selbst hinein.
Ich konnte eine Stunde nach diesem Film nichts mehr sagen - mir fehlten einfach die Worte - jeder Satz blieb mir im Hals stecken.
Als ich diesen Film dann ein zweites Mal in einer Gruppe sah, wurde an diesem Abend nicht mehr gesprochen, denn jedem kam das, was er den Tag über gesagt hatte, angesichts der Tiefe dieses Filmes, so lächerlich vor.
Ja, für mich ist dies DER Film - ein fantastischer Film, den man so schnell nicht vergessen wird und besonders für spirituelle Sucher ein gewaltiger Prüfstein, an dem sich jeder selbst messen kann.
Und am Schluss wartet ein besonderer Leckerbissen auf den Zuschauer - ein wunderbares Lied - ein Song, der jedem im wahrsten Sinne des Wortes das Herz aufreißt! Ich liebe dieses Stück - könnte es den ganzen Tag hören!
Fünf Sterne reichen nicht! Unbedingt ansehen - ein Film, den man nicht besser hätte machen können - ohne Wenn und Aber. Eine Perle auf dem Markt!!!!
Meine Empfehlung und mein persönlicher Favorit!
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jahreszeiten des Lebens, 19. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Frühling, Sommer, Herbst, Winter ... und Frühling - Arthaus Collection (DVD)
Wenn man sich auf die fernöstliche Langsamkeit einstellen kann, erlebt man einen der schönsten visuellen Erkundungstrips. Ein stiller Bilderrausch! Man hat schon öfters die vier Jahreszeiten mit den Lebensabschnitten des menschlichen Lebens verglichen. Hier erfahren wir aber noch zusätzlich, was Wiederkehr ist und erhalten Einblicke in buddhistische Erziehung, mitsamt den Symbolen wie Feuer, Wasser und der Schlange (Versuchung oder Widergeburt.)
Frühling: Kindheit, Ausbildung.
Sommer: das jucken des Geschlechts bringt erste sexuelle Erfahrungen.
Herbst: es ist Erntezeit für die Folgen des eignen Handelns. Ein Neuanfang wird versucht.
Winter: die Zeit des Todes, aber auch der körperlichen Ertüchtigung.
Und Frühling: der Kreislauf beginnt aufs Neue.
Und wenn dann noch der Meister anfängt mit Boot und Haus zu zaubern, tobt die Fangemeinde.
Es ist Kim Ki Duks schönster und stimmungsvollster Film.
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31 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Diese Bilder: Natur und Geist, 3. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Frühling, Sommer, Herbst, Winter ... und Frühling - Arthaus Collection (DVD)
Ein einsamer Tempel,inmitten eines Sees. Darin ein Mönch und sein Schüler.
Der Mönch zeigt dem Schüler die Lehre. Wenn der Schüler Tiere quält, wird er es am eigenen Leibe erfahren, wie es sich anfühlt. Er wird Mitgefühl entwickeln.

Der Schüler ist noch tief in seine Gefühle verstrickt. Der Mönch verurteilt ihn nicht dafür, er ist um die Heilung der Seele bemüht. Also lässt er den Schüler eine Arbeit machen, in die er seine ganze Wut als Energie hineinstecken kann. Ein Diamantsutra in den Holzboden schnitzen. Als er mit dieser sehr schweisstreibenden Arbeit fertig ist, ist der Hass in ihm verschwunden.

Als der Mönchen seine irdische Arbeit getan hat, verschwindet er von dieser Erde. Der Schüler kommt zurück und wird selbst Mönch.

Der Kreislauf geht weiter.

Bilder der Schönheit und Klarheit. Selbst die Mühe, und die Entwicklung zum Mönch ist eine mühsame Tätigkeit, steckt voller Kraft und Hingabe.
Kleine Scenen erläutern die Kraft, die ein Boot mittels der Geisteskraft über den See dirigiert oder auch anhält. Nett auch, wie zwei Polizisten auf eine Büchse mit ihre Pistole schiessen, der Mönch hingegen mit einem Steinwurf die Büchse trifft. Er ist konzentriert, die Polizisten sind zerstreut.

Der Film vermittelt Einsicht und stärkt.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein wunderschöner Einblick, 9. Oktober 2007
in eine uns völlig fremde Kultur und Lebensweise eines Zen Meisters und seines Schülers.
Der ewige Kreislauf des Lebens ist ein Thema, die ewige Wiederholung, die schon aus dem Filmtitel herausgelesen wird. Die Achtsamkeit gegenüber der Natur und all ihren Lebewesen ein Anderes.
Der Film besticht mit brillanten Aufnahmen - das Kloster am See, die wunderschöne Landschaft rundherum,...
Dabei kommt der Film ohne viele Worte aus, nur sehr ruhige Musik begleitet die stimmungsvollen Bilder. Es wird viel Wert darauf gelegt, die Achtsamkeit im Leben der Mönche darzustellen: das Kloster schwimmt sozusagen am See, um an Land zu kommen rudern die Mönche herüber. An der Anlegestelle sind 2 wunderschöne hölzerne Tore, die immer durchschritten und nie ignoriert werden, die immer achtsam geöffnet und geschlossen werden.
Genauso schön gestaltet ist der Innenraum des Klosters, der an sich nur ein einfacher, fast leerer Raum ist. Mitten drin eine Tür, die den Schlafplatz vom "Altarraum" trennt. Auch diese wird nie umgangen (außer einmal, aber das sei hier nicht verraten), sondern immer sorgfältig durchschritten und somit wird der Lebensraum und die Tätigkeiten die im jeweiligen Raum verrichtet werden klar getrennt.

Leider wird im Film sehr wenig über die Lebensweise der Mönche anschaulich wirklich erklärt, es wird einfach gezeigt. Vieles versteht man daher schwer bzw. nur, wenn man sich mit dem Zen Buddhismus schon ein wenig auseinandergesetzt hat oder wirklich sehr genau hinsieht. Das macht es aber auch so interessant und es lohnt sich wirklich, den Film mehrmals anzusehen, denn jedes Mal entdeckt man neue Aspekte in der Geschichte, die man davor gar nicht richtig wahrgenommen hat.
Ein Film voller Weisheit die verstanden werden will.
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28 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Freiraum für eigene Interpretationen, 8. März 2006
Von 
Schmitt Patrick "Japaniac" (winterthur/kobe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
„Wenn ich die Hand hebe dann ist das Zen. Wenn ich aber sage das ich die Hand hebe, ist Zen nicht mehr da". Wie erzählt man eine Geschichte die auf Zen ruht wenn es im Grunde nicht mal möglich ist Zen zu erklären?
Kim Ki-Duk (Seom, Samaria) hat einen wirklich eindrücklichen Film geschaffen, der die 4 edlen Wahrheiten sowie das Rad des Lebens, die Grundlagen buddhistischer Erkenntnis, mit der Vergänglichkeit der 4 Jahreszeiten bildlich umsetzt. Dabei schafft Kim Ki-Duk viel Raum für eigene Interpretationen und Assoziationen, regt zum Denken an und lässt genug Zeit diese reifen zu lassen. Wie bei fast all seinen Filmen, erzählen die Bilder und nicht der Dialog die Geschichte. Die Handlung treibt oft unspektakulär vor sich hin, getragen von Symbolik und Einfachheit wobei er Bilder einfängt die so schön sind das man sie am liebsten an die Wand hängen möchte.
„Frühling, Sommer..." ist ein emotional komplexer Film der das Talent des Regisseurs beweist, obwohl ich ehrlich gesagt nach Seom und Bad Guy etwas mehr von Kim Ki-Duk erwartet hatte. Zwar ist dieser Film wunderschön verpackt, aber stellenweise doch etwas langatmig.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Filmpoesie wie gemalt, 7. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Frühling, Sommer, Herbst, Winter ... und Frühling - Arthaus Collection (DVD)
Atemberaubend schöne Kameraeinstellungen, einfühlsame Personenführung, eine Kulisse, die Harmonie und Ausgeglichenheit ausstrahlt, stimmungsvoll und anrührend. Von allen Kommentatoren kommt Lothar Hitzges dem Wert des Film noch am nächsten. Ein Meisterwerk, das ganz ohne drastische Zeigefingerbelehrungen auskommt, dafür aber im Rahmen seiner bildnerischen Ästhetik auf stille und behutsame Weise lebensformende Einsichten vermittelt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bestes derzeitiges filmisches Gleichnis für die Lehre des Buddha, 3. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Frühling, Sommer, Herbst, Winter ... und Frühling - Arthaus Collection (DVD)
Kaum ein Film hat mich stärker erreicht und angesprochen als dieser, der die Lehre des Buddha zusammen fasst, von einer Koreanerin stammt.

Es geht um Samsara; um das ewige Rad der Wiedergeburten, bei dem die Aufgabe, sich von den niederen menschlichen Gefühlen wie Hass, Ärger, Gier, Leidenschaftlichkeit und Verblendung zu befreien, immer wieder neu gestellt wird, bis sie gelöst wurde.

Und um KARMA, das gnadenlose Gesetz von Ursache und Wirkung : wer andere schädigt, wird dafür bestraft werden und muss diese Schuld durch eigenes Leiden abarbeiten, ohne Ausnahme, ohne die Möglichkeit eines Schulderlasses durch ein höheres Wesen, wie z.B. Jesus im Christentum.

Und es geht um GURUKULA, dem in Asien sehr wichtigen Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler.
Um das Lehren durch Vorbildsein, Einfühlung und liebevolle Strenge, und das Lernen durch Respekt vor dieser Art von persönlichem Mentor und dessen Nachahmung.

Das alles wird - auf das Wesentliche reduziert - anhand von nur wenigen Protagonisten in der majestätischen Schönheit und Stille eines koreanischen Schauplatzes ( eine einfache aber sehr stilvolle Holzhütte auf einer Holzplattform mitten in einem einsamen See umgeben von hohen Bergen) gleichnishaft vorgeführt.

Ein wahres Meisterwerk in gelungenen Bildern und Szenenabfolgen mit viel Aussagekraft, Symbolik und hohem Lehrwert.

Es gibt in diesem Film nichts Zufälliges. Jede Kleinigkeit- jedes Bild, jedes Wort, jede Mimik und Gestik, jedes Handeln und Nichthandeln - ist wohl durchdacht und darauf angelegt, die buddhistische Lehre zu transportieren.

Da ist zunächst das sehr schöne aus Holz geschnitzte Tor, das am Rande des Sees steht, und durch das jeder feierlich hindurch treten muss, obwohl es eigentlich keine Funktion hat, nicht mit einem Gebäude oder Zaun verbunden ist.
Mit dem Blick auf dieses Tor werden alle Akte, alle Jahreszeiten eingeleitet.

Dann das Boot, mit dem man zum Meister kommt, das ein Eigenleben zu haben scheint, denn man weiß nie, wie es gerade wieder dorthin zurück kam, obwohl es an sich immer an der Plattform, auf der dieser "Einpersonenashram" steht, angeleint ist.
Der alte Meister braucht dieses Boot nicht mehr wirklich, denn er folgt z.B. seinem damit die Gegend erkundenden Schüler auf wundersame Weise auch ohne dieses Vehikel.

Auf der Plattform gibt es noch ein Huhn, ein paar schöne Fische in einem Steinbehälter neben dem Altar, eine Schildkröte und eine Katze, die der Meister zärtlich krault, nachdem er immer wieder sorgfältig diese Plattform gefegt hat, obwohl dort nie Schmutz liegt, schon gar nicht mehr dort hin gelangen kann.

Die Katze macht sich eines Tages aus dem Staub, und der Meister lächelt ihr hinter her.
Mit dem Huhn fängt er einmal geschickt und sanft das Boot ein, das sich wieder einmal selbstständig gemacht hatte.

Die Schildkröte wird von seinem Schüler - einem ca. 4 Jahre alten Jungen - malträtiert. Er untersucht sie wie ein Holzspielzeug, bummert auf ihrem Panzer herum, dreht sie hin und her, und lacht über ihre Langsamkeit, wobei ihn der Meister kommentarlos beobachtet.

Er greift nicht ein.
Er greift auch nicht ein, als er den Jungen aus sicherem Abstand dabei beobachtet, wie er einem Fisch, einem Frosch und einer Schlange einen Stein an den Körper bindet und sich darüber amüsiert, dass die Tiere um ihr Überleben strampeln. Sie dann auch einfach so zurück lässt.

Der Meister bindet nur nachts dem schlafenden Jungen ebenfalls einen sehr schweren Stein auf den Rücken, den dieser den ganzen Tag schleppen muss, heulend, nicht verstehend.
Mit diesem Stein auf dem Rücken darf der Junge dann versuchen, die Tiere noch zu retten, begleitet von der Drohung des Meisters, dass wenn auch nur eines gestorben sein sollte, er diese Schuld in diesem Leben nicht mehr los werde.

Nur eins der Tiere konnte noch gerettet werden, und das Kind weint bittere Tränen.
Der wieder in großem Abstand ihn beobachtende Meister lächelt, tröstet das Kind NICHT und redet auch später nicht mit ihm über dieses Trauma in Sachen zu spätes Mitgefühl.

Der Schüler macht dann im Alter von 16 bis ca. 35 - im Sommer und im Herbst - zwei Ausflüge in das Leben jenseits der Plattform .
Beim ersten ersticht er aus Eifersucht eine Frau und rettet sich danach in die Eremitage seines Meisters.
Der hilft ihm auf seine Weise bei der Verarbeitung seiner Tat, und lässt dann aber wortlos zu, dass er von zwei Polizisten abgeholt wird und viele Jahren im Gefängnis verbringen muss.

Im Winter kehrt der Schüler, nun ein Mann von an die 35 Jahren, zum Meister zurück.
Dieser war aber kurz vor seiner Ankunft auf die im Buddhismus einzigst zulässige Art des Selbstmordes - nämlich durch die Einstellung der Atmung, ohne Hilfsmittel - aus dem Leben geschieden.
Man sieht diesen Freitod. Und auch, wie der Meister vorher noch mit einem zufriedenen Gesicht fröhlich seine wenigen Kleidungsstücke sorgsam zusammenfaltet und vor die Türe seiner Hütte auf der Plattform legt.

Der Schüler findet von seinem Meister nur noch Spuren im Eis des Sees vor.
Tut aber so, als ob sein Meister noch da sei.
Übt sich in seiner Nähe in einem meditativen Kampfsport.

Dann bindet er sich eine Art Mühlrad um die Hüften, erklettert damit einen der hohen Berge in der Nähe des Sees und versinkt auf dem Gipfel in tiefe Meditation.

Kehrt dann zurück auf die Plattform und bekommt - im neuen Frühling - selber einen vierjährigen Schüler, der wieder auf dem Panzer der Schildkröte herum kloppt .

Wer nicht Buddhist ist, mag dieses Meisterwerk für sowohl grausam als auch deprimierend halten.

Auch mir stellt sich immer wieder die Frage, ob nicht die Traumatisierungen, die der Meister seinem Schüler verpasst hatte, der Grund dafür waren, dass er später seine Geliebte erstach.

Diese buddhistische Art der "Erziehung" erschien mir erst nach dem dritten Durchgang durch diesen Film halbwegs verzeihbar.
Jedenfalls dann, wenn man an Samsara, an Wiedergeburten glaubt, und daran, dass jeder Mensch sich nur selbst erziehen und Mitgefühl nur durch die Erfahrung eigenen Leidens - ohne das mensch laut Buddhismus nicht wächst- und durch Einsicht in das Gesetz des Karma erlernen kann, und dafür 1000 Leben und noch mehr Zeit hat.

Worauf es aber in Bezug auf diesen Film meiner Ansicht nach ankommt ist, dass der Buddhismus das menschliche Leben nun einmal so sieht und definiert, und dass das hier eindrücklich und meisterhaft veranschaulicht ist.

5 Sterne von mir, eigentlich 10.
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Frühling, Sommer, Herbst, Winter ... und Frühling - Arthaus Collection
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