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40 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...sich aufzugeben, ist Genuss...
"Das wohltemperierte Clavier" von Johann Sebastian Bach gilt seit jeher als eine der gewaltigsten und umfangreichsten Kompositionen für Tasteninstrument. Als "altes Testament der Klavierliteratur" steht es gleichberechtigt neben den 32 Klaviersonaten Ludwig van Beethovens, dem "neuen Testament". Bach zelebriert hier in zwei Büchern ein wahres Fugenfestival...
Veröffentlicht am 10. November 2010 von Andre Arnold

versus
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen das Uhrwerk als Bachinterpret - nicht jedermanns Sache
Friedrich Guldas Interpretation dieses Werkes spricht mehr den Kopf als den Bauch an. Dank seines rhythmisch exakten und überpräzisen Klavierspiels werden Details aus der Partitur förmlich herausgemeißelt. Allerdings stellt sich bei mir hierdurch streckenweise auch der Eindruck des Maschinellen und Unbeseelten ein. Die hohe Dynamik seines Anschlags,...
Vor 17 Monaten von S. Will veröffentlicht


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40 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...sich aufzugeben, ist Genuss..., 10. November 2010
Von 
Andre Arnold "Lateingott" (Rödental, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Wohltemperierte Klavier (Ga) (Audio CD)
"Das wohltemperierte Clavier" von Johann Sebastian Bach gilt seit jeher als eine der gewaltigsten und umfangreichsten Kompositionen für Tasteninstrument. Als "altes Testament der Klavierliteratur" steht es gleichberechtigt neben den 32 Klaviersonaten Ludwig van Beethovens, dem "neuen Testament". Bach zelebriert hier in zwei Büchern ein wahres Fugenfestival. Für jede Tonart setzt er in der Regel ein Prélude und eine Fuge. Einige der Melodien, die er dabei entwickelt, zählen zu seinen schönsten und besten.
Auf viele nachfolgende Pianisten wie Beethoven oder Chopin hatte "das wohltemperierte Clavier" großen Einfluss und auch heute noch zählt es zum Standardrepertoire vieler Klavierschüler und berühmter Klaviervirtuosen. Die vorliegende Einspielung in hervorragender Aufnahmequalität stammt aus den Jahren 1972 und 1973 und legt umfassend Zeugnis über Friedrich Guldas lebenslanges Band zu Bachs Musik ab.

Die Frage, die sich immer stellt, wenn es um barocke beziehungsweise vorklassische Musik für Tasteninstrument geht, ist die nach der Wahl des Instrumentes. Obwohl Gulda viele Bach Aufnahmen original auf dem Cembalo oder - häufiger - dem Klavichord spielte, so entscheidet er sich hier für den modernen Flügel, wahrscheinlich deswegen, weil "das wohltemperierte Clavier" wie keine andere Komposition Bachs für ein Tasteninstrument den Rahmen des herkömmlichen Cembalos sprengt. Der Konzertflügel kann die unendlichen Weiten und die schier endlose Tiefe des Fugenkosmos' des Thomaskantors weitaus besser und transparenter erfassen. Zudem geht Gulda sehr sparsam mit dem Gebrauch des Pedals um und vermeidet es, in romantischer Manier bestimmte Töne besonders lange zu ziehen.
Seine Darbietung ist an keiner Stelle akademisch, wie man es leider immer wieder hören muss. Stets ist sein Spiel vom Feuer der Leidenschaft durchglüht. Er nimmt sich die größtmögliche interpretatorische Freiheit - immerhin versah Bach seine Partituren mit nur recht wenigen Spielvorschriften. Er spielt Bach nicht nur, er nimmt sich die Noten her und erfindet jede Fuge, ja, jedes Prélude neu. Dabei verfälscht er aber niemals die musikalische Aussage oder lässt es an Demut vor dem Oeuvre mangeln.
Dezent versteht er es, effektvolle Akzente zu setzen und sein Spiel stets perlend nuanciert im Fluss zu halten. Sein warmer Anschlag und sein lyrischer Gesang auf dem Klavier eröffnen dem Hörer wie keine andere Deutung dieses viel geschundenen Werkes die sinnliche Ebene der Musik. Durchgängig hält Gulda seine Darbietung differenziert und transparent. Auf allzu schneidende Kontraste verzichtet er weitest gehend, indes die Stücke selbst bereits kontrastreich genug sind. Dennoch hat man auch bei den weniger spektakulären Préludes und Fugen nie das Gefühl, dass die Töne versanden oder es den Klängen an innerer Spannung fehlte.

Fazit: In meinen Augen die beste und homogenste Darbietung dieses unermesslichen Kosmos' an kontrapunktischen Kostbarkeiten!
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57 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen TOP!!!, 23. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Das Wohltemperierte Klavier (Ga) (Audio CD)
Ich besitze und höre zahlreiche Einspielungen des Wohltemperierten Klaviers, eingespielt auf dem modernen Piano:

- Gulda
- Tureck (DG mono)
- Tureck (BBC)
- Edwin Fischer
- Gould
- Schiff
- Sv. Richter
- Hewitt (1990er)
- Roberts

und daneben auch einige auf Cembalo und Clavichord:

- Kirkpatrick (Clavichord)
- Helmut Walcha
- Wanda Landowska
- Kenneth Gilbert
- Bob van Asperen
- Egarr (bisher nur Teil I)
- Leonhardt

Die vorstehende Liste dürfte die wesentlichen Einspielungen auf dem Markt umfassen (zudem: Ashkenazy; Koroliov; Barenboim; Suzuki; Hewitt 2009; der junge Deutsche Martin Stadtfeld; auch soll nach dem Informationsstand Mitte 2009 Murray Perahia eine Einspielung vorbereiten).

Der klangliche Unterschied zwischen Piano einerseits und Cembalo (oder gar Clavichord) andererseits ist so deutlich, daß man beide Gruppen von Einspielungen strikt trennen muß; in der jeweiligen Hörsituation erfolgt dann die Auswahl zunächst zwischen den beiden Instrumentengruppen (auf welchen instrumentalen Klangcharakter ist die Seele/das Ohr eingestellt?) und erst in zweiter Linie zwischen einzelnen Interpreten und ihren Interpretationen sowie ihrer Anschlagskultur.

Daraus folgt, daß man möglichst aus beiden Gruppen (mindestens) eine Einspielung haben sollte. Mit dem Clavichord gibt es wohl nur eine Einspielung (Kirkpatrick), zudem sollte man noch eine mit dem Cembalo haben (die Klassiker sind Landowska und Leonhardt, primär empfehle ich Gilbert oder den großen deutschen Organisten Helmut Walcha).

Bei den Einspielungen mit dem Piano gilt es zu unterscheiden zwischen jenen, die - als Laie gesprochen - einem eher romantisierend-melodiösen Klang huldigen (etwa durch verstärkten Pedaleinsatz), und jenen, die dies vermeiden und eher analytisch/klar/hart/strukturbezogen klingen. Letzteres erscheint mir für Barockmusik geeigneter; wenn ich etwas "wie Chopin" hören will, höre ich Chopin (und nicht Bach).

Damit fallen nach meinem Empfinden Sv. Richter und auch die vielgepriesene Angela Hewitt (die nicht so romantisierend wie Richter oder der große Wilhelm Kempff spielt, aber immer wieder Eigenwilligkeiten präsentiert, die mich nicht ansprechen - "nicht Fisch, nicht Fleisch") weg; immer wenn ich eine dieser Einspielungen höre, frage ich mich nach kurzer Zeit, weshalb ich nicht eine andere einlege. Auch Schiff berührt mich nicht besonders (weshalb, kann ich nicht erklären, denn schlecht spielt er nicht ... ein Bauchgefühl: weshalb soll ich Schiff hören, wenn ich Gulda, Gould, Tureck oder Fischer hören kann?).

Ein Sonderfall ist die legendäre Einspielung des großen Edwin Fischer, die auch nicht allzu "barock" wirkt, aber eine Aura hat, die sie hörenswert macht - da sieht man wieder, daß es durchaus auf die Persönlichkeit des jeweiligen Solisten ankommt, wobei mir einer der "großen Alten" insoweit mehr sagt als irgendeine medial hochgejubelte Erscheinung wie Angela Hewitt oder gar Martin Stadtfeld ... "jung" ist sicher nicht per se interessant (ich selbst bin 42, also nicht parteiisch), und auch das Argument, bei neuen Aufnahmen sei die Tonqualität besser, ist nicht zwingend, weil die meisten jener älteren Aufnahmen wunderbar für die CD aufbereitet wurden.

Damit bleiben vor allem Gulda, Tureck und Gould. Alle drei finde ich großartig, wobei Gould der schnellste ist (auch läßt er manche Wiederholungen aus; manchen - mich nicht - mag auch sein Gesumme im Hintergrund stören), während "die Hohepriesterin Bachs" Tureck am langsamsten spielt; Gulda hält bezüglich der Geschwindigkeit die Mitte, sein Anschlag ist härter als der der Tureck. Man sollte ohne wenn und aber Gulda und Tureck haben, möglichst zudem auch Gould.
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25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A Real Gem in the Classical Catalogue, 26. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Wohltemperierte Klavier (Ga) (Audio CD)
Although I cannot understand German, but I know definitely all reviewers here have given a lot of positive appraisal words. The rendition of Friedrich Gulda is so celestial that I can't help to share my feeling with other reviewers here and all the Gulda fans.

The Well-tempered Clavier has two books and each book comprises twenty four pieces of `Preludes & Fugues'. Any piece among these forty eight preludes & fugues is a real challenge for the player, no matter shorter or longer in terms of playing time.

His performance, taped in early 1970s when Gulda was at his peak, is a unique execution with unbelievable clarity, exquisite nuance portrayal, just right pace and masterly control on dynamics from the pianissimo through the fortissimo. All these factors make his reading so revealing as well as persuasive in presenting the grandeur fabric of Bach's masterpiece as if the music is endowed with vivid life, evolving and growing spontaneously, and the player doesn't interpose between the listener and the music any more. Moreover, Gulda's staccato technique is pretty fascinating.

Friedrich Gulda ranks absolutely among greatest Bach exponents in the world, such as Edwin Fischer, Sviatoslav Richter and Glenn Gould. Oh, surely, the harpsichord version from Wanda Landowska is another miracle. It's a great pity for me not listening to Rosalyn Tureck's interpretation yet.

Recommended without reservation!
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77 von 87 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gulda spielt nicht Beethoven, nicht Mozart, nicht Jazz, sondern Bach!, 14. Februar 2008
Von 
Dr. Horst Wolfgang Boger (Berlin & Potsdam, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Wohltemperierte Klavier (Ga) (Audio CD)
Das pianistische enfant terrible Friedrich Gulda (1930 - 2000) war ohne Zweifel ein genialischer Musiker. Seine Mozart-, vor allem aber seine Beethoven-Interpretationen setzen bis heute Maßstäbe. Er hat 1968 für Amadeo alle Klaviersonaten Beethovens eingespielt, er hat um 1970 herum für DECCA alle fünf Klavierkonzerte eingespielt. Der zweite Satz des Fünften ist mit einer Feinfühligkeit interpretiert, dass man glauben könnte, Gulda sei der Ziehsohn Beethovens gewesen.

Gulda hat - als enfant terrible - immer auch das Publikum und die Kritiker erschreckt. Zunächst spielte er den Musikbildungsbürgern gemäßigten Modern Jazz vor, was diesen schon zuviel war. Als sie sich schließlich daran gewöhnt hatten, spielte er - ab 1972 - zusammen mit Paul und Limpe Fuchs "Freie Musik", ab 1975 trat er mit Ursula Anders auf.

1979 schmähte er die Anhänger der Bildungsmusik als "stinkreaktionäres" Publikum, was ihn dort nicht eben beliebter machte.

Seine Ausflüge in den Jazz sind nicht einheitlich positiv aufgenommen worden. Viele Hörerinnen und Hörer haben einen Mangel an Swing bemängelt, eine Dominanz seiner immensen Handwerklichkeit über echtes Jazzfeeling. Doch ist Gulda auch dadurch ausgezeichnet worden, dass ECHTE Jazzmusiker vom Kaliber Herbie Hancocks und Joe Zawinuls öffentlich mit ihm zusammen aufgetreten sind. (Hancock und Zawinul sind schwer zu toppen.)

"Das Wohltemperirte Clavier. oder Praeludia, und Fugen durch alle Tone und Semitonia ..." besteht aus zwei Teilen. Jeder der beiden Teile umfasst 24 Präludien und 24 Fugen für "Clavier", wobei mit "Clavier" zu Bachs Zeiten jegliche Art von Tasteninstrumenten, z. B. Clavichord, Cembalo, Orgel oder auch das zur Zeit Bachs moderne Piano-Forte bzw. Hammerclavier gemeint war.

Der erste Teil entstand in Köthen ab dem Jahre 1722, der zweite Teil enstand in Leipzig ab 1744.

Die Grundtöne der Stücke jedes einzelnen Teiles führen chromatisch aufwärts durch alle zwölf Dur- und Moll-Tonarten (C-Dur, c-Moll, Cis-Dur, cis-Moll, D-Dur, d-Moll etc). Der Titel bezieht sich auf die Wohltemperierte Stimmung, bei der die zwölf Halbtöne innerhalb einer Oktave so gestimmt sind, dass alle Tonarten im Gegensatz zur vorher üblichen Mitteltönigen Stimmung auf einem Tasteninstrument brauchbar zu spielen sind.

Jeder der - sehr unterschiedlichen - Teile besteht aus 24 Paaren, wobei sich jedes Paar aus einem Präludium und einer Fuge zusammensetzt. Beginnend mit C-Dur werden alle Tonarten durchgespielt: c-Moll, Cis-Dur, cis-Moll, D-Dur etc.

Wer dies nicht sogleich versteht, dem sei der "dtv-Atlas für Musik" empfohlen.

Kann Gulda Bach spielen?

Gulda kann. Er spielt Bach nicht so sperrig-idiosynkratisch wie Gould, er spielt ihn nicht so übertrieben schulmäßig wie Keith Jarrett, er spielt ihn nicht so romantisierend wie Swjatoslaw Teofilowytsch Richter, er spielt ihn nicht so anstrengungslos und locker wie Andras Schiff. Er spielt Bach wie Gulda, manchmal leicht swingend, manchmal perlend, immer jedoch motorisch. Man darf nicht vergessen, dass Bach neben Händel - in a sense - der erste Jazzmusiker war. Dies haben die meisten Jazzmusiker zumindest auch intuitiv verstanden. Der Vibraphonist Milt Jackson, einer der 'schwärzesten' unter ihnen, konnte - ohne jegliche Mühe - Bach u n d Jazz spielen, und es war immer superbe Musik. Umgekehrt haben viele Bachkantaten, wenn sie von guten Orchestern und ebenso guten Chören dargeboten werden, stets einen Swing, den man bei Haydn, Mozart und Beethoven niemals finden wird.

Gulda spielt Bach und wir können ihm zuhören. Die Ebenmäßigkeit dieser PUREN Musik (Musik und nur Musik, Musik ohne Programm und Botschaft) bringt uns nicht zum Weinen, sie bringt uns nicht zum Lachen. Sie sagt uns, was Musik ist. Und Gulda arbeitet dies vorzüglich heraus.

Die Aufnahmen sind 1972 und 1973 in Villingen von Hans-Georg Brunner-Schwer produziert und aufgenommen worden. Sie haben die bewährte MPS-Qualität. Angesichts des günstigen Preises - immerhin gibt es 4 CDs dafür - sollten Musikfreunde sofort zugreifen. Von dieser Musik kann man ein Leben lang zehren.

Gehört wurde mit der Kette

Stromleiste: SUN AUDIO
CD-Spieler: SONY CDP XA 50 ES
NF-Kabel: MIT Terminator T4i
Verstärker: NAD C372
LS-Kabel: WIREWORLD OASIS
Lautsprecher: DYNAUDIO Contour 3.0
Subwoofer: AUDIO PHYSIC Luna
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einzigartige kristallene Klarheit, 15. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Das Wohltemperierte Klavier (Ga) (Audio CD)
Ehrlich gesagt: Gulda mag ein großartiger Beethoven-Interpret gewesen sein und weiss Gott was noch alles, aber ich muss mich ernsthaft wundern, warum er nicht auch für seine Bach-Interpretation weltberühmt geworden ist. Was auch immer ich bisher an verschiedensten Bach-Interpreten gehört habe - und ich habe sehr viele gehört - kein einziger hat einen derart großartigen Anschlag, auch Gould bei weitem nicht. Gulda konnte nicht nur vollkommen gleichförmig Klaviertöne anschlagen, sondern auch mit genau abgestufter Intensität, und es gibt unvorstellbarer Weise viele dieser Stufen - ich habe keine Ahnung, wie ein Mensch so etwas zustande bringen kann. Zudem ist er zu ebensolcher Exaktheit in bezug auf die Länge (und noch weitere verschiedene Gestaltungsformen) der Töne fähig. Das setzt ihn in die Lage, dass man oft jedes einzelne Thema - und es waren oft 5 oder gar 6, die Bach gleichzeitig ineinander verschlungen hat - heraushören und genau mitverfolgen kann. Das ist - nehme ich an - auch der Hauptgrund, warum Gulda manche Stücke sehr langsam spielt. Nur so ist es überhaupt erst möglich, dass man Bachs prächtiges vielstimmiges komplexes Werk diffenrenziert und klar und deutlich wahrnehmen kann. Eine solche Klarheit wie hier bei Gulda habe ich bisher nur bei computeranimierten Wiedergaben gefunden. Wer aber denkt, dass Gulda bloss ein Roboter war, der irrt gewaltig. Sehr im Gegenteil spielt er mit vollendetem Geschmack und größtem Feingefühl. Die perfekte Technik ist bloß Voraussetzung für dieses Wunder. Gulda ist für mich der beste Bach-Interpret, den ich kenne. Noch nie zuvor habe ich Bach so lieben und bewundern müssen wie hier, weil ich ihn und damit seine Schönheit und seine Kraft nie zuvor so klar sehen und erkennen habe können. Guldas originäre einfühlsame Interpretation läßt uns - musikbegeisterten - Zwerge einen Blick auf Bachs einzigartige menschliche Seele werfen. Ich glaube, Bach hätte diese Interpretation nicht nur gefallen, sondern er hätte sie auch gelten lassen, weil sie seine Musik den Menschen ganz nahe bringt.
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25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meisterklasse, 10. März 2008
Rezension bezieht sich auf: Das Wohltemperierte Klavier (Ga) (Audio CD)
Auf diesen Aufnahmen spielt Friedrich Gulda unübertroffen.

Gulda spielt (nicht nur) hier mit ungeheuerer Leichtigkeit bei gleichzeitig phänomenaler Sicherheit hoch dynamisch und mit faszinierender Kontinuität.

Jede der Aufnahmen auf dieser CD ist Ohrenschmaus.
Dabei ist der Klang des Klaviers die wahre Freude.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gulda at his best!, 25. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Das Wohltemperierte Klavier (Ga) (Audio CD)
Hervorragende Aufnahme der Sammlung von jeweils 24 Präludien und Fugen von Bach aus 1972/1973. Ich ziehe diese Aufnahme allen anderen Einspielungen, z.B jenen von A. Schiff oder S. Richter, vor. Glasklares, rhythmisch pointiertes, kraftvolles, unverzärteltes Klavierspiel, bei dem man lyrische Versenkung vergeblich suchen wird.
Gulda-typischer, sehr direkter, trockener Klavierklang.
Empfehlenswert!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen das Uhrwerk als Bachinterpret - nicht jedermanns Sache, 28. März 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Wohltemperierte Klavier (Ga) (Audio CD)
Friedrich Guldas Interpretation dieses Werkes spricht mehr den Kopf als den Bauch an. Dank seines rhythmisch exakten und überpräzisen Klavierspiels werden Details aus der Partitur förmlich herausgemeißelt. Allerdings stellt sich bei mir hierdurch streckenweise auch der Eindruck des Maschinellen und Unbeseelten ein. Die hohe Dynamik seines Anschlags, die für mich manchmal etwas willkürlich eingesetzt wird, verstärkt dies noch und raubt den Stücken einiges von ihrer Intimität.

Nun zur Aufnahmequalität. Das Klavier ist Gulda-typisch schlank und trocken aufgenommen. In den hohen Lagen wirkt es sehr direkt, z.T. metallisch-topfig verfärbt und manchmal fast schon an der Grenze zum Aufdringlichen und verstärkt hierdurch noch die Härte des Anschlags.
Für diese Aufnahme drei Sterne zu vergeben tut mir weh, da Friedrich Gulda ein herausragender Künstler war - aber: ich werde mit dieser Aufnahme nicht warm und habe Schwierigkeiten eine CD konzentriert zu Ende zu hören. Ich habe dann Spaßes-halber auch mal die Gould-Aufnahme nach einer Gulda-Hörsession gehört; Goulds sensibel-zerbrechliche und verinnerlichende Interpretation hat mich sofort viel stärker in ihren Bann gezogen, auch wenn die Aufnahmequalität hier ebenfalls bei mir keine Begeisterungsstürme hervorruft.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Röntgenaufnahme eines Wüstenbachs, 24. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Wohltemperierte Klavier (Ga) (Audio CD)
Gulda ist ein grandioser Pianist, das steht außer Frage. Er spielt die Präludien und Fugen der monumentalen Sammlung Bachs mit weitgefächerter dynamischer und artikulatorischer Bandbreite, gibt jedem Stück sein spezifisches Gepräge und verleiht den Fugen jene Transparenz, durch welche die Polyphonie und die kontrapunktischen Strukturen erst richtig zu würdigen sind. Darin nähert sich Gulda dem Ideal Adornos an, der bekanntlich von der Interpretation forderte, sie solle einer Röntgenaufnahme der Komposition gleichen. Welcher Unterschied beispielsweise zum romantisierenden Weichzeichner Barenboim!
Im Vergleich mit anderen Einspielungen werden dann aber auch die Grenzen dieser Aufnahme erkennbar: Der technischen Perfektion fällt zuweilen die Inspiration zum Opfer, aus der Klarheit wird nicht selten Härte und Kälte, die Präzision des Uhrwerks scheint den Fluss des Lebens einzuengen. Daran mag die allzu direkte, geradezu staubtrockene Aufnahmetechnik ein gerütteltes Maß an Mitschuld tragen - ein Bach in der Wüste! Aber reicht der Hinweis auf die Toningenieure, um Gulda aus der Verantwortung zu ziehen? Wohl kaum. Zu sehr war der Wiener Meister an der Qualität seiner Aufnahmen interessiert.
Wer ein in jeder Hinsicht gelungenes, technisch wie interpretatorisch überragendes "Wohltemperiertes Klavier" sucht, dem sei Sviatoslav Richter empfohlen.
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5.0 von 5 Sternen Gulda statt Gould, 25. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Wohltemperierte Klavier (Ga) (Audio CD)
Besser viel Bach mit wenig Gulda als viel Gould mit wenig Bach. Weltanschauungssache.
Auch trotz des harten Anschlags und des Fünfzigerjahr Charmes.
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Das Wohltemperierte Klavier (Ga)
Das Wohltemperierte Klavier (Ga) von Friedrich Gulda (Audio CD - 2007)
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