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am 11. Januar 2010
Auf dieser Doppel-DVD aus dem Hause 'Edition Filmmuseum' werden 50 filmische Kuriositäten präsentiert, die in der Zeit zwischen 1896 - 1916 entstanden sind - also in den Zeiträumen zwischen den allerersten Filmvorführungen durch die Gebrüder Skladanowsky sowie der Brüder Lumière bis hin zu den ersten epischen Filmpräsentationen von D.W. Griffith. Im Laufe dieser zwei Jahrzehnte entstanden zwar bekanntlich zunehmend mehr feste Vorführungseinrichtungen (die späteren Kinos), überwiegend aber wurden diese Kurzfilme noch auf Wanderjahrmärkten in großen Zelten gezeigt. Auf diesem Wege erreichte das noch neue Medium Film in seiner Frühzeit auch kleinste Ortschaften in den Provinzen.

All dies betrifft nicht so sehr das Material auf der 2. Disc, dieses ist wohl am ehesten für 'Lokalpatrioten', bzw. für Historiker geeignet, deren erhöhtes Interesse den Städten Luxemburg, Trier und Saarbrücken gelten muß, in diesen Städten nämlich wurden die Filme gedreht (oft religiöse, politische oder populäre Volksfestivitäten, dabei historische Events). Berufliche, wie private Historiker werden anhand dieses Filmmaterials den Wandel der Zeit nachvollziehen können.
Für die musikalische Begleitung sorgte John Sweeney, darüber hinaus gibt eine Sprecherin Aufschluß/Informationen zum Gezeigten (Sprachen: Deutsch/Französisch/Englisch sowie Luxemburgisch und Trierer Mundart), die Laufzeit beträgt eine gute Stunde.

Die eigentlichen 'Kicks' findet der Fimfreund aber mit Sicherheit in den gut anderthalb Stunden Filmmaterial auf Disc 1. Überwiegend aus Frankreich und Großbritannien, dabei auch aus Dänemark, Belgien und Italien stammen die bunt zusammen gewürfelten, dabei z.T. wirklich ganz erstaunlichen Filmbeiträge, die beim Zuschauer keine Langeweile aufkommen lassen. Das liegt zum einen an der Kürze, einige Filmchen sind gerade mal eine Minute lang, die längsten um die 7 Minuten. Und was man dabei, z.T. hervorragend restauriert, so zu sehen bekommt, zeugt von ungeheurer Vielfalt: Es gibt artistische Kunststücke - dabei nicht nur von Menschen, sondern auch von Hunden vorgeführt -, jede Menge Trickreiches, nicht allein in der Ausübung von Aktivitäten, sondern ebenfalls in der filmischen Umsetzung mancher Kurzfilme und dazu gehören einige frühzeitliche Animations-/Zeichentrickfilme ... es gibt Comedy, Frivoles und Erotisches, eine Dokumentation (über mexikanische Salamander) sowie einen Röntgenfilm (!). Viele der Kurzfilme wurden bereits früher Bild für Bild handkoloriert und sind so auf dieser DVD auch zu sehen.

Das Programm wurde bewußt schon damals so variantenreich präsentiert, wie auf dieser DVD, denn es sollte den Jahrmarktbesuchern natürlich ein besonderes Erlebnis bescheren. Es ist wirklich ganz erstaunlich, was die Menschen, im Grunde (knapp) ein Jahrhundert vor Etablieren der Computertechnik im Film, in der Frühzeit schon auf eine Leinwand gebracht haben. Ich empfehle "Crazy Cinemathographe - Europäisches Jahrmarktkino 1896-1916" daher jedem, der Lust auf ein frühzeitliches Filmvergnügen hat und dabei möglicherweise schon eine umfangreiche, nahezu alle Stummfilmklassiker beinhaltende Sammlung besitzt - diese kurzweiligen, frühen Filmhighlights bieten jeder Sammlung noch einige Besonderheiten. Und auch, wer sich bislang nur zaghaft den Filmproduktionen vor der Tonfilmzeit genähert hat, wird garantiert manchmal staunen über das, was er/sie hier zu sehen bekommt.
Neben einigen tollen optischen Effekten und gelegentlichen Lachern bekommt man durch diese DVD natürlich auch noch einmal die seltene Gelegenheit geboten, Menschen aus dem Ende des 19. Jahrhunderts in Bewegung zu sehen. Was hier also zusammengestellt wurde, ist definitiv historisches Material. Und damit - diese Zeiträume betreffend - ist der DVD-Markt ja nicht unbedingt überfrachtet
Die Musik auf Disc 1 stammt von Günter A. Buchwald, die Zwischentitel (optional ein- bzw. ausblendbar) sind (über Original-Zwischentitel hinaus) in deutscher sowie englischer Sprache.
Für die gesamte Doppel-DVD gilt Regionalcode: 0 (also regulär in aller Welt abspielbar).

Ein guter Tip (= DVD 1) für das etwas andere, heimische 'Kurzfilm-Festival', ob allein oder in Gesellschaft von (Film-) Freunden ... viel Spaß beim Sehen und Staunen!

-- theSilentNoirFreak
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TOP 1000 REZENSENTam 23. August 2014
Bevor es feste Kinos gab, so wie wir sie heute kennen, schaute man sich Filme auf Jahrmärkten, im Rahmen von Varieté-Programmen oder in Nickelodeons an. Ein gutes Jahrzehnt lang nach seiner Erfindung war der Films eine solche ›Volksbelustigung‹, – was auch hieß: Eine Sache der unteren Schichten. Erst am Ende des ersten Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts begann man, mit nobleren Abspielstätten und mit der Orientierung am bürgerlichen Medium Theater auch die höheren und zahlungskräftigeren Schichten für den Film zu gewinnen.

Die Anfänge des Films, die Entwicklung bis zum Ersten Weltkrieg, sind erst in den letzten Jahrzehnten in den Fokus der Forschung gerückt. Teilweise liegt dies an der schlechten Überlieferungslage, teilweise aber auch an hartnäckigen Vorurteilen zugunsten des späteren ›Kunstfilms‹, die das frühe ›Kino der Attraktionen‹ als vernachlässigbare Größe erscheinen ließen.

Jenes Jahrmarkt- und Varieté-Kino wird langsam wieder sichtbar, und welch reichhaltige Palette an Ausdrucksformen es zu bieten hatte, macht die vorliegende Doppel-DVD aufs Prächtigste erfahrbar. Die Aufteilung auf die beiden DVDs folgt einem klaren Kriterium: Auf DVD 1 finden sich all jene Filme, die zumindest potenziell die Aufmerksamkeit des Publikums europaweit (und darüber hinaus) fesseln sollten. Die hier dargebotenen Attraktionen waren ortsunspezifisch. DVD 2 zeigt dagegen eine andere Art von Filmen, die das Publikum in der gleichen Zeit ansprachen, aber in ihrer Reichweite ortsgebunden blieben. Hier ging es um lokal oder regional bedeutsame Ereignisse oder schlicht darum, dass jene Menschen, die gefilmt wurden, auch das avisierte Publikum darstellten. Es war ein Riesenfaszinosum, sich selbst auf der Leinwand zu sehen (ein Effekt, der auch heute bekanntlich nicht verschwunden ist).

DVD 1 enthält selbst wiederum eine sehr große Bandbreite an Filmarten. Das sind: filmische Burlesken, gefilmte Varieté-Nummern, Animationsfilme, erotische Szenen, Naturdokumentationen, Röntgenfilme und einiges, das sich kaum irgendwie zuordnen lässt. Der Erhaltungsgrad der Filme variiert stark, aber es sind Filme dabei, die von einer erstaunlich guten Bildqualität sind. Und auch wenn einige der Filme heutzutage zweifelhafte Elemente aufweisen (der Umgang mit Tieren!), haben etliche Filme ihren Attraktionswert nicht eingebüßt (etwa die akrobatischen Leistungen). Meine persönlichen Favoriten sind vier Filme des Filmpioniers Segundo de Chomón (1871-1929), die nicht nur hochprofessionell koloriert sind, sondern auch als trickreiche Fantasiestücke noch immer überzeugen können.
Alle Filme von DVD 1 werden von Günter A. Buchwald musikalisch begleitet.

DVD 2 bringt Lokalfilme aus Luxembourg, Trier und Saarbrücken, mehrheitlich von der umtriebigen Firma Marzen produziert. Die Filme sind nicht nur lokal- und regionalhistorisch bemerkenswert, sondern liefern teilweise auch ein direktes Bild vom Verhältnis, das die Menschen damals zum Medium Film hatten. Filme dieser Art verschwanden zur Zeit des Ersten Weltkriegs aus den Programmen, aber bis dahin scheint diese Art von Kino mindestens europaweit verbreitet gewesen zu sein. Aufschlussreich ist hier der Vergleich mit den Filmen der britischen Firma Mitchell & Kenyon (siehe: Die Mitchell / Kenyon Sammlung).
Die Filme auf DVD 2 werden behutsam kommentiert und von John Sweeney auf dem Klavier begleitet.

Das achtseitige Booklet fällt ein bisschen schmal aus. Neben einem kurzen Einleitungstext, gibt Kurzbiographien der begleitenden Musiker sowie eine Auflistung der Filme. Gerne hätte ich mehr über einige der Filme erfahren. Auch über die Firma der Familie Marzen und die Überlieferungsgeschichte ihrer Filme wären zusätzliche Informationen hilfreich gewesen. Aber das ist angesichts der großartigen Leistungen, die zur Zusammenstellung diese Doppel-DVD geführt haben, wirklich nur ein kleines Manko.
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