MSS_ss16 Hier klicken Jetzt informieren createspace Cloud Drive Photos Kamera16 Learn More madamet HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle Sparpaket GC FS16

Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen2
4,0 von 5 Sternen
5 Sterne
1
4 Sterne
0
3 Sterne
1
2 Sterne
0
1 Stern
0
Format: Audio CD|Ändern
Preis:21,99 €+ 3,00 € Versandkosten

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 23. Februar 2011
Auf youtube bin ich einmal auf eine lange Version von "Ride On A Ray" gestoßen. Das Original stammte von dem Album
"Underwater Sunlight" von 1986, welches ich - stand heute - nicht kenne. Ich war derart angetan und schrieb ein Kommentar mit
der bitte mir das zugehörige Album zu nennen. Ein Fan nannte mir genau dieses. Das sehr unbekannte "Tangerine Dream Plays
Tangerine Dream". Bisher dachte ich, es wäre ein Live-Album. Aber scheinbar ist es eher eine Art Compilation, bei der einzelne,
teilweise ehemalige Mitglieder die Tracks neu aufgenommen haben. Dann ist es aber auch keine richtige Compilation, sondern eher
ein fast eigenständiges Studioalbum.

Egal. Die Platte ist geil. Was mir besonders gefällt sind die hohen Anteile an Spannung und Dynamik. Manche Alben von Tangerine
Dream schwächeln, weil sie eben, zumindest über weite Strecken, sehr langsam sind. "TD Plays TD" ist es überhaupt nicht. Es
herrscht eine weitestgehend Homogene, spannende Atmosphäre, mit elektronischen Klängen zum drin versinken. So macht der neue
Track "Southpole Crossing" gleich Lust auf mehr. Es herrscht Spannung von allererster Minute. Dabei werden keine Dissonanzen
einandergereit, wie bei ganz frühen TD-Alben, sondern einfach über eingängigen, aber intelligenten Rhythmen Synthieflächen und
-melodien erzeugt, bei denen man gar nicht weghören kann. "Logos Blue" geht dann wesentlich entspannter zu Werke. Zu seicht und
Plump wird es aber nicht. Der Dramatik-Anteil ist aber extrem gering. "Alchemy Of The Heart II" bringt dann elektronische
Cembaloklänge hervor. Spätestens hier erinnert mich das wieder an die absolute geniale und seinesgleichen suchende Musik aus dem
PC-Spiel-Klassiker Unreal. Ich liebe es, wenn Tangerine Dream auf solchen Pfaden wandern. Man denkt spontan an fremde,
wunderschöne, farbreiche Planeten, auf denen man ganz alleine umherwandert. "Beach Theme" ist dann, wie der Name schon andeutet,
eher so ein Miami Vice Ding. Könnte auch sphärische, aber ziemlich plumpe Musik aus irgendeiner Fernsehserie sein. Es schadet
dem Album aber nicht und erst recht zerstört es das nicht. "Phaedra 2005" klingt dann wie ein neuer Titel, obwohl es sich um
einen Ausschnitt aus der Neuauflage des 1974er-Albums handeln muss. "Phaedra" modernisiert quasi. Und das sehr gelungen.
Empfinde ich das ursprüngliche Album doch als etwas lahm, peitscht der Titel hier deutlich nach vorne. Große Klasse! "Desert T.
Dream" - und die allerersten zwei Töne verwundern mich jedes mal, denn ich meine King Crimsons "Moonchild" zu hören. Was hat das
mit Tangerine Dream zu tun? Richtig, gar nix. Ist aber interessant, ich hoffe es fällt anderen Hörern auch auf. Hier geht es
wieder gemächlicher zu gange. Doch es ist keineswegs langweilig. Eher so ein ruhiges Zwischenspiel, aber halt auch wieder von
einer anderen Welt. Sehr spacig das Ganze. "Convention Of The 24" ist dann wieder rhythmus- bzw. sequencerdominierter. Mit über
9 Minuten Länge das längste Stück auf dem Scheibchen. Wieder sehr interessante Klänge. Mysteriös und doch so vertraut. Dann
der klare Tiefpunkt vor dem klaren Höhepunkt. Mit "The Blue Bridge" gelingt spätestens ab dem Einsatz des Saxophons eine
Homage an Pornofilme. Die Musik klingt nämlich verdächtig ähnlich nach "Dinner Party" oder seinesgleichen. Könnte auch
aus "Reich und Schön" stammen, oder von einer Rossmann-Enstpannungs-CD. Halt irgendwie sowas wie dieser amerikanische Smoothjazz.
D.h. im Prinzip schöne Melodien, aber einfach langweilig, weil total vorhersehbar und nahezu ohne jegliche Spannung. Schade, ist
das Saxophon doch ein so wundervolles Instrument. Trotzdem, irgendwie macht auch dieser Titel das Album nicht kaputt.

Und jetzt: Das absolute Highlight! Tatsächlich! Nach diesem Schwachpunkt erholt sich das Album sofort und "Ride On A Ray" stampft
aus den Boxen. Ich weiß nicht, ob die Original-Studioversion auch so eine geile Dynamik und eine so geile Gitarre hat. Aber diese
Version hier ist göttlich. Vorwärts preschende Drums. Akzentuierte Keyboardnoten, herrliche Synthesizer mit wunderbaren,
professionellen Sounds. Besser kann elektronische Musik nicht sein. Und darüber dieses ewige Gitarrensolo. Fast neun Minuten
geht das Stück in dieser From. Drum- und sequencerrhytmen unter ständig wiederholende Keyboardfiguren und diese herrliche, absolut
rockende Gitarre. Aber eben nicht frech rockend, sondern total befreiend. Free Electronic Rock oder sowas. Obwohl sich wenig
ändert kann das Stück ewig fortdauern. Sowas gelingt eben eher selten. Toll, ich wiederhole mich, aber es ist einfach nur
toll! Ich höre dieses Stück ständig wenn ich unterwegs bin, über am Handy angeschlossene Kopfhörer und es fasziniert mich immer
und immer wieder! Danke TD für dieses Stück! By the way, wem sowas gefällt, der sollte sich vielleicht mit Maxxess beschäftigen.
Ich empfehle das Album "The Sequel". "Logos Velvet" ist dann wieder entspannend, aber trotzdem wieder nicht unspannend. Die
langgezogen Synthieklänge erinnern wieder an die Unreal-Musik. Vorausgesetzt man kennt sie. Ich komme an dieser Stelle wieder
nicht umhin dieses PC-Spiel von 1998(!) zu empfehlen. Vorausgesetzt man mag Computerspiele überhaupt.

An dieser Stelle hat das Album meiner Ansicht nach seine Pflicht erfüllt. Alles was jetzt noch kommt ist Bonus. Aber richtig
guter Bonus. "Challangers Arrival" lässt einen - ich wiederhole mich, ohne jeglichen Kitsch! - als Vogel über einem
Sonnenuntergang an einem Sommerabend schweben. Viel Gefühl steckt in der Musik. "Sphinx Red Lightning" wartet dann mit
Drumgepolter auf. Damit kommt sogar noch ein wenig Neues in die Musik. Und die Synthesizer erzeugen wieder einmal Klänge von
übernatürlicher Schönheit. "Pergamon Sphere", man höre und staune, mit Klavierklängen. Auch eine Neuheit auf dem Album. Ob das
alles aber elektronisch erzeugt ist, kann ich aber nicht einschätzen. Ich denke eher schon. Aber wenn nicht, dann hat es sogar
was von Virtuosität. Abschließend das sanfte, angenehm dahinplätschernde "Loved By The Sun" als Ausklang.

Das ich gerade aus dem riesigen Backkatalog von Tangerine Dream genau dieses unpopuläre Album rausgesucht habe, ist wohl
purer Zufall. Daher ist es womöglich ein riesengroßer Geheimtipp. Ich hab aber auch schon über schlechte Stimmen zu dem Album
gelesen. Für mich unverständlich, denn es ist großartig!

Anspieltip(s): Ride On A Ray

Vergleichbar mit: Ricochet, Unreal Game Soundtrack

Wertung: 14/15

Datum: 23.02.2011
11 Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Dezember 2012
ich habe mich durch die positiven Kritiken zum Kauf verführen lassen. Die Qualität passt, es hat mehr drive, damit moderner, aber die alten bzw. neuen Aufnahmen von Hr. Froese finde ich und meine Frau besser. Die Alternative ist ganz klar der Klassiker das Live Album "Logos" oder einer der ersten Booster - auch mit den guten alten Vintage Synthies eingespielt!
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

8,99 €
8,27 €
18,95 €