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am 22. November 2007
Das einzige was man vielleicht bemängeln könnte ist, dass man statt den 4h der Doppel-DVD eigentlich die kompletten Shows hätte veröffentlichen können. Aber auch die hier versammelten Höhepunkte bieten eine Fülle von Sternstunden, die begeistern und erahnen lassen, welche Besonderheit die Johnny Cash-Show im TV-Programm darstellte, weil sie so ein breites Spektrum hochkarätiger Künstler aus verschiedenen musikalischen und politischen Lagern versammelt. Viele Live-Auftritte sind musikalische Unikate. Die Duette mit Louis Armstrong (wenige Monate vor dessen Tod aufgezeichnet) oder mit Merle Haggard sind zum Heulen schön. Die junge Linda Ronstadt im Mini, der Gentleman Chet Atkins, der coole Bob Dylan,
die Farmerboys von CCR, die Everly Brothers mit Rentier-Pullover unterm Adventskranz, June Carter mit einem anrührenden Tribute-Song an den Gatten (eigene musikalische Meisterschaft unter Beweis stellend), die
politische Persona non Grata Pete Seeger, Neil Young, Stevie Wonder, der fast vergessene Charley Pride - dazu etliche Solo-Auftritte von Johnny Cash. Die Moderation von Kris Kristofferson und einige Interviewsequenzen machen die Sammlung zu einem wertvollen zeitgeschichtlichen Dokument. Manche Choreographie wär heute natürlich anders, aber die Musikdarbietungen sind meist von zeitloser Qualität.
Unverzichtbare DVD.
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am 2. Dezember 2007
Cashs legendäre Show lief von 1969 bis 71 und war eine der erfolgreichsten Musiksendungen in der Geschichte des US-TV. Endlich offiziell veröffentlicht (als Einzel- und Doppel-DVD) und mit Input von u.a. Kris Kristofferson und John Carter Cash versehen, beeindruckt sie noch heute durch erstaunliche Stilvielfalt. Denn obwohl Country die Grundlage der Show bildete, und dessen Vertreter von George Jones bis Waylon Jennings zu den regulären Gästen gehörten, liess es sich Cash nicht nehmen neben verdienten Rock'n'Rollern wie Jerry Lee Lewis oder Roy Orbison auch viele junge Singer/Songwriter einzuladen, ohne Rücksicht auf potentielle Proteste des konservativen Country-Publikums, darunter Bob Dylan (I Threw It All Away", Girl from The North Country") und Neil Young (The Needle & The Damage Done"). Fernsehbedingt wurden ruhigere Nummern favorisiert, aber gelegentlich wurde auch mal richtig Krach gemacht: CCR (Bad Moon Rising") kamen ebenso vorbei wie Derek & The Dominos, die eine rockende Version von Matchbox" mit Carl Perkins ablieferten. Auch Jazz und Soul kamen nicht zu kurz und die Auftritte von Stevie Wonder, Ray Charles (ein tolles Ring Of Fire") und Louis Armstrong gehörten zu den Höhepunkten der Sendung, ebenso wie Glen Campbells elegisches Witchita Lineman" und Tony Joe Whites gutgelauntes Polk Salad Annie". Dazwischen glänzte Cash immer wieder selbst u.a. mit der ersten Version von Man In Black" überhaupt und einem schwungvollen Boy Named Sue". In einem Wort: historisch.
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am 9. Februar 2008
Ein gewaltiges kulturhistorisches Dokument: Johnny Cashs TV Show 1969-1971 mit ihren Highlights. Jeder Freund der Country-Music, die sich hier allerdings nicht unbehelligt von benachbarten Musikstilen präsentiert, muss diese Doppel-DVD in seine Sammlung nehmen.

Die Bedeutung der Sache zeigt sich mit dem sensationellen Auftritt Bob Dylans bei Johnny Cash am 7. Juni 1969. Täuscht sich der Betrachter, der nun nahezu 40 Jahre später zuschaut ' oder ist hier nicht doch eine gewisse Fremdheit beider Herren im Umgang miteinander zu bemerken? Ein Wunder wäre das nicht. Cash und Dylan waren damals die Brennpunkte zweier amerikanischer Lied-Traditionen, Country und Folk, die beide lange Geschichte haben, nicht immer miteinander versöhnt waren und mit jeweils großem Anspruch und gewaltiger Anhängerschaft einen Kontrast darstellten zur in Woodstock im gleichen Jahr erstmals endgültig etablierten Rock-Musik, die sich auf die dritte Säule amerikanischer Unterhaltungsmusik berief: die Tradition der Schwarzen in Gospel und Blues. Auf der Skala der damals obligatorischen politischen Innovationsansprüche, die diese drei Musikrichtungen vertraten, lag Johnny Cash gewissermaßen ganz unten, Bob Dylan ganz oben ' in der Mitte die 'make-love-not-war'-Protagonisten Woodstocks. Dass das Cash-Dylan-Zusammentreffen gelang, grenzt darum an ein Wunder, ' und sie singen gar Dylans 'Girl from the North Country' gemeinsam.

Der wahrlich Größte der Country-Music, ihr Übervater, John R. Cash (1932-2003), hatte nach mühseligen Jahren der Tabletten- und Alkoholabhängigkeit zu Ende der 1960er Jahre endlich musikalischen Ruhm und existentielle Sicherheit gewonnen, auch sich fest zwischen gewissen Eckpunkten etabliert, die bis zu seinem Lebensende sowohl Karriere wie anhaltendes Charisma erklären können. Neben seiner schlafwandlerisch sicheren Musikalität, die stets weit über die Country-Music selbst hinausging (wovon die späten 'American Recordings' beeindruckendes Zeugnis ablegen), waren dies vor allem 'amerikanische Tugenden' wie seine mustergültige 35-jährige Ehe mit June Carter Cash (aus jener berühmtesten Country-Music-Schmiede der 1920er und 1930er Jahre, der 'Carter Family'), sein Engagement für die Elenden und Entrechteten, auch für die Indianer, seine offen demonstrierte kindlich-fromme Religiosität und sein leidenschaftliches Bekenntnis zu Amerika als 'God's Own Country'. Damit konnte er die 'Grand Ole Opry' Nashvilles, den Tempel der Country-Music, zum Sitz seiner TV Show machen ' und damit machte er auch das Beste aus der sonst bisweilen trivial und bedeutungslos wirkenden Country-Music selbst; vor allem in seinen eigenen Beiträgen gelang ihm das. Er legte damit wohl auch den Grundstein zu dem, was heute unter 'New Country Music' ('Dixie Chicks' etwa) verstanden wird. Ein Teil der damaligen amerikanischen Protestsongbewegung, wie sie aus der Tradition Woody Guthries durch Bob Dylan und Joan Baez entstand, war er damit zwar noch lange nicht, doch gab es eben Berührungspunkte. Im Nachgang zu diesem ersten Ereignis seiner Show war es dann möglich, auch Koryphäen aus anderen musikalischen Fürstentümern wie Louis Armstrong, Pete Seeger oder Chet Atkins für seine Show zu gewinnen.

Allerdings fällt auf, mit welch grenzenloser Verträglichkeit und bei offenbar vollkommen abwesenden Qualitätskriterien bezüglich dessen, was außerhalb Nashvilles Kitsch, Schmalz und Bigotterie genannt würde, Cash bei der Auswahl seiner Kandidaten (und bezüglich seiner selbst!) verfuhr. Etliche seiner Gäste wie etwa George Jones, Charly Pride, Loretta Lynn, Conway Twitty, Glen Campbell, Ray Price oder Roy Orbison machen mit ihren Beiträgen mühelos klar, weshalb sie nie den ganz großen Durchbruch hatten. Auch berühmtere Namen wie Stevie Wonder, die Everly Brothers (die in Cashs Family Show natürlich ihren eignen 'Silver Haired Daddy' mitbringen und mitsingen lassen mussten), James Taylor (mit dem einmalig schönen Lied 'Sweet Baby James', das er dennoch irgendwie genervt vorträgt), Neil Young, Joni Mitchell (die neben Johnny nicht halb so glücklich aussieht wie Linda Ronstadt), Tammy Wynette (wie ungeheuer steifleinen konnte man im Pop-Geschäft einst auftreten!), John Fogerty (von Creedence Clearwater Revival, der sein altes Übel, jeden hohen Ton zu drücken, hier fast schon übers Erträgliche hinaus vorführt) oder Neil Diamond (der einfach ein schwaches Lied wählt) machen keinen ganz glücklichen Eindruck und bleiben entweder was die Auswahl der Titel oder was die sängerische Leistung angeht (oder aus beiden Gründen) etwas unterhalb ihrer sonstigen Leistungsfähigkeit. Woran das liegen mag? Vielleicht zum Teil an der naturgemäß mittelmäßigen Qualität der Konzertsaalaufnahmen. Vielleicht gibt es aber auch so etwas wie die richtige Musik am falschen Ort. Oder vielleicht gibt es noch dazu die falsche Kontrafaktur für die richtige Musik: Ray Charles, auf eigenem Gebiet ein makelloser Könner, scheitert brillant an Cashs berühmtem Hit 'Ring of Fire', der natürlich nur mit 'Boom-Chicka-Boom' und Mariachi-Trompeten funktioniert, nicht in heftiger Gesangsverfremdung und auf einer Klaviertastatur ' und dabei sollte es doch eine so freundliche Hommage an den nur leider allzu heterogenen Gesangskollegen sein (und ist es auch!). Ebenfalls ein wenig als Fremdkörper wirkt der ansonsten tadellose Jerry Lee Lewis, dessen 'Whole Lotta Shakin'' nur einfach nicht so recht passen will in die fromme Atmosphäre des 'America the Beautiful'. (Interessant übrigens zu sehen, welche Skala der Begrüßungsdifferenzierung Johnny Cash zur Verfügung steht: Der eine wird enthusiastisch umarmt und als 'the Greatest' bezeichnet, der andre aus zehn Metern Entfernung eingewunken.)

Kommen wir aber zu den Höhepunkten dieser Produktion, ' es sind einige! Pauschal gesagt, sind alle Country-Music-Kollegen Cashs im richtigen Film und fühlen sich entsprechend wohl: Kris Kristofferson (dessen junges wie altes Gesicht mir stets einen leisen Schauder über den Rücken jagte, warum, weiß ich gar nicht), Waylon Jennings (der als einziger von Cashs Country-Music-Kollegen einen ähnlich 'süßen Kick' in der Stimme hatte wie Cash selbst), June Carter Cash schließlich, sie vor allem (nebst ihrer Mum 'Mother Maybelle Carter'). Und man hört June auch mehrfach reden, nicht nur singen, und ist amüsiert über den sonderbaren Akzent, mit dem sie spricht, 'regularly working on poems'. Junes und Johnnys 'Jackson' hier am 15.4.1970 ist aber das schönste 'Jackson', das ich kenne, und es wird im Bild abgerundet durch die einmal ganz natürlich und unaufgesetzt wirkende Geste des Köpfe-Aneinanderlegens der beiden noch frischen Liebesleute zum Schluss. (Auch ihr Baby darf einmal mitspielen und besungen werden!) Da kommt so etwas wie Glücks-Stimmung auf.

Dann auch gibt es ' gleich nach dem Dylan-Ereignis ' das Zusammentreffen mit Louis Armstrong. Sie singen zusammen den Blues, d. h. Johnny singt und spielt die Gitarre, Louis trompetet. Ihn in seinem 'Blue Yodel #9' dann auch noch 'jodeln' zu sehen (weniger zu hören) ist ganz wunderbar, eine Sternstunde der Popmusik! Ein gleiches Wunder ereignet sich mit Pete Seeger, der Johnny erklärt, was eine Har' ' äh, ein Banjo ist, bevor beide den 'Worried Man Blues' singen, der übrigens weder 'worried' klingt noch ein Blues ist, sondern ein flotter Country-Song, den die Carter-Family immer im Programm hatte.

Wäre ich June Carter gewesen, hätte ich nicht ganz ohne eifersüchtige Bedenken dem Ereignis zugesehen, wie Johnny mit der gerade noch 22-jährigen Linda Ronstadt musiziert ' ein ganz seltenes Dokument absoluter musikalischer Harmonie zwischen dem überdies so hübschen Johnny und der wunderhübschen Linda mit kastanienbraunen Augen, Minirock und nackten Füßen. Sie singen 'I Will Never Marry'! Und doch ein Doppelglück der Töne und der Liebe!

Selbstverständlich ist auch gegen die Auftritte von Carl Perkins, Merle Haggard und Hank Williams Jr. (auch vom Papa gibt es eine historische Aufnahme) nichts zu sagen ' sie sind allesamt Meister ihres jeweiligen Fachs.

Was wieder ein wenig stört, aber genre-typisch ist: Die orchestrale Begleitung nahezu jeden Songs aus dem Off ' und dies nicht nur von Cashs persönlicher Begleitband 'The Tennessee Three', sondern von ganzen Symphonieorchestern mit wenigstens 30 Geigen. Das fällt ins Gebiet der geschmacklichen Duldsamkeit, die oben schon erwähnt wurde, dagegen war offenbar kein Kraut gewachsen. Sichtbar bediente Instrumente des auf der Bühne auftretenden Sängers leisten keinerlei hörbaren Beitrag mehr. Darum ist man dann doppelt froh über die ausgiebige Demonstration des Könnens eines Spitzenstars auf der Gitarre: Chet Atkins, 'Mr. Guitar', zeigt alles, was er kann. Übrigens auch Roy Clark! Nur stört hier die gewisse 'witzige' Wichtigtuerei mehr, als die Virtuosität erfreut. Das soll kein prinzipielles Votum gegen Comedy-Elemente sein, auch Homer and Jethro bieten derlei mit dem berühmten 'Baby, It's Cold Outside'. Aber ein wenig 'misplaced' sind sie doch alle hier.

Wohl mehr als die Hälfte des Speicherplatzes der beiden DVDs wird beansprucht von Interviews und Kommentaren der Weggefährten, Kollegen und Familienangehörigen. Hierzu ist kritisch nichts einzuwenden oder speziell zu belobigen, denn die Wichtigkeit solchen Informationsmaterials bemisst sich nur nach dem Interesse dessen, der es sich ansieht. Wer ein Bild Johnny Cashs erhalten will, wie es eben seit dieser seiner Nashville Show entstand, weil es entstehen und nun nostalgisch wiederbeleuchtet werden sollte, wird glänzend versorgt; tatsächlich nötig wäre so viel Text nicht gewesen, denn es gibt im Grunde ja nichts zu erklären über die Musik hinaus. Deshalb, aber vor allem wegen der nicht allzu wenigen eigentlich überflüssigen musikalischen Auftritte: Hätte man hier nur eine statt zwei DVDs beschrieben, wäre ein konzentrierteres und noch eindrücklicheres Bild entstanden.

Ein Muss, dennoch, für alle Fans (und alle Chronisten) ' auch wenn die Produktion nicht ohne Fehl und Tadel ist. (Die DVDs sind kopiergeschützt. Man kriegt nur die Audiospur über einen Recorder raus.)
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am 12. Dezember 2007
Ich war nach dem Kauf dieser DVD sehr zufrieden! Das Bild und Tonmaterial ausgezeichnet, die ausgesuchten Auftritte verschiedenster Künstler (darunter auch Neil Young, Bob Dylan ect.) und auch die Erzählungen von Kris Kristofferson oder Marshall Grant sind ebenfalls sehr interessant und unterhaltsam. Wichtig ist, dass Johnny Cash selbst nicht nur seine eigenen Songs spielt sondern auch als Mit-Sänger bzw. Gitarrist bei anderen Bands und Künstlern funktioniert, d.h. Cash ist fast immer dabei wenn ein Song gespielt wird. Ich kann jedem nur den Kauf empfehlen.
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am 2. Januar 2008
Die heutige Preisfrage: Welcher Country-Star präsentierte der auch 1969/71 nicht unbedingt linksliberalen Country-Klientel obskures langhaariges Hippievolk (z.B. CCR, Neil Young), den notorischen Sozialisten Pete Seeger und dessen Bewunderer (z.B. Bob Dylan, Joan Mitchell...), dazu Alt- und Neu-Rocker (z.B. Carl Perkins, Jerry Lee Lewis, Roy Orbison einerseits, Derek and the Dominos incl. Eric Clapton andererseits), dazu auch noch farbige Musiker (und das in einer "weißen" Konzerthalle!) von Country über Soul und Blues bis Jazz (Charley Pride, Stevie Wonder, Ray Charles, Louis Armstrong)? Sogar der ebenfalls geladene Country-Adel bestand nicht nur aus unbescholtenen (und großartigen!) Country-Monumenten wie Chet Atkins, Maybelle Carter samt Family oder Tammy Wynette, sondern auch aus Revoluzzern des Genres (bärtig womöglich auch noch!) wie z.B. Merle Haggard oder Waylon Jennings?
Klar, sowas konnte nur Johnny Cash bringen. Und der brachte es in seiner "Johnny Cash Show" -- solo und im Duett mit so verschiedenen Giganten wie z.B. Louis Armstrong, Ray Charles, Carl Perkins, Linda Ronstadt oder der Carter Family, und gelegentlich traten die Gäste auch solo auf: Bob Dylan, Stevie Wonder und andere. Nicht alle waren sie damals schon berühmt, und nicht wenigen beschleunigte der Auftritt mit Cash die weitere Karriere.
Und das alles fand statt mitten im biederen Country-Mekka Nashville, in dessen Allerheiligstem, dem Ryman Auditorium? Und dieses politisch anrüchige musikalische Kronjuwel war landesweit im Fernseh zu sehen? Ja, war es. Diese beiden DVDs präsentieren das Allerbeste aus diesen Shows -- heißt es auf dem Cover. Das glaubte ich sofort, noch während ich mir das alles zum ersten Mal anhörte und mich durchs ansprechende Begleitheft las, und bei diesem Glauben bleibe ich.

Diese Zusammenstellung ist nicht nur alles andere als langweilig (wann schon hört man die CCR gleich nach Louis Armstrong?), und die Musiker sind nicht nur bestens aufgelegt, solo und zusammen mit Cash. Nein, kein Rohrkrepierer weit und breit ist zu hören.
Das Repertoire ist nicht auf Cashs Klassiker beschränkt; freilich sind die zu hören, mal vom Meister selber (mal solo, mal mit den Tennessee Three, mal mit der Carter Family, mal mit June Carter, mal mit den Statler Brothers, mal mit den Genannten zusammen und womöglich auch noch Carl Perkins obendrauf), und wie nicht anders zu erwarten, präsentiert sich hier Cash in Topform. Und manchmal zeigen illustre Gäste, dass einen z.B. "Ring of Fire" auch in ganz anderem Gewand umhauen kann -- zumindest, wenn sich ein Ray Charles dranmacht.
Andere spielen ihre eigenen Hits, und auch hier überzeugen sie durch die Bank: Stevie Wonder, CCR, Tammy Wynette, James Taylor, Jerry Lee Lewis...

Freilich haben nicht alle die selbe Klasse, und warum z.B. Marty Robbins eben doch nicht DEN Turbo-Lorbeer erntete wie andere, und warum Hank Williams Jr. nicht so bewundert wird wie der geniale Papa gleichen Namens, wird auch klar. Aber das macht nichts; erstens sind auch sie allemal erfreulich zu hören, und zweitens werden sie umrahmt von überirdisch phantastischen Auftritten; hier einige meiner Favoriten:
Pete Seeger fegt zunächst mit einem historischen Instrument, einem Banjo alter Bauart ohne Bundstege, ein Solo hin, dass einem schon vom Zuschauen schwindlig wird, und dann liefert er den Carter-Klassiker "Worried Man Blues" in einer Version nach, die sogar mit dem Original locker mithält, vielleicht sogar noch mehr überzeugt in seiner genialen Schlichtheit.
Oder aber Louis Armstrongs Auftritt (Jawoll, richtig gelesen! Johnny Cash & Louis Armstrong!) mit einem "Blue Yodel", wie es nur Armstrong grinsend jodeln kann, wenn er nicht gerade Trompete spielt. So viel Energie haben viele nicht, die nichtmal halb so alt sind...
Oder Tammy Wynette, womit wohl -- und diese Live-Version von "Stand by Your Man" ist noch ergreifender als die bekannte Studio-Version. Oder Carl Perkins, oder Waylon Jennings, oder Neil Young...
Hohe Suchtgefahr besteht auch bei Linda Ronstadts Duett mit Johnny Cash.
Und dann ist da natürlich Ray Charles, der einen mit Johnny Cashs pièce de résistance "Ring of Fire" schwindlig bluest.
Maybelle Carter muss natürlich auch auf die Liste, wenn sie u.a. ihr "Wildwood Flower" zum x-ten Mal rundum erneuert singt.
Und noch so manche andere... Also, wenn ein Bob Dylan in einem Sampler nicht das Kronjuwel liefert, dann sagt das eigentlich schon alles.

Kurz gesagt: Das ist eine geballte Ladung allerfeinste Musik jenseits aller Schubladen, eine Art Gipfelkonferenz des Who's Who aus Pop, Rock'n'Roll, Songwriter, Country, Soul, Jazz und Folk. Viel besser geht das nicht.

Und neben der Musik gibt's noch eine kleine visuelle kulturgeschichtliche Abhandlung in Sachen Mode anzustaunen: Dass ausgerechnet die gestandenen Größen der Harte-Männer-Musik Country aufgebrezelt sind wie Teilnehmer an einem winterkalten Christopher Street Day, dürfte auch arglosere Naturen als mich amüsieren (zumindest in Frankfort/Kentucky würde ich lieber nicht so herumlaufen...). Man wundert sich auch, wie sich so bildschöne Frauen wie June Carter und ihre Schwestern als viktorianische Gespenster präsentieren konnten, und Linda Ronstadts neckischer Mini ist nicht ohne. Aber das ist eigentlich egal; wer so singt, darf herumlaufen, wie er/sie will.

Allerdings, mit ein klein wenig wohlwollend-kritischem Lorbeer umwinden kann man diese beiden DVDs dennoch: Etwas geschwätzig wirken auf mich die Überleitungen von Kris Kristofferson, Grant Marshall und anderen Wegbegleitern Cashs; bei allem Respekt für den großen Man in Black (oder gerade deswegen) ist das doch etwas peinlich, und vor allem Kristoffersons allzu langatmige, etwas zu betuliche Einleitung fordert Spott heraus; ich zumindest hätte mich nach fünf Minuten nicht mehr gewundert, wenn bei Johnny Cashs Auftritten Blinde sehend und Lahme gehend geworden wären... Respekt und Bewunderung sind das eine, Anbetung und Hagiographie das andere. Aber egal, schließlich will man diese DVDs wegen der Musik hören.
Und hier kommt mein zweiter, gewichtigerer Kritikpunkt: Der Kopierschutz dieser DVDs hat zur Folge, dass man schon ein wenig herumfieseln muss, will man sie am Computer nicht nur hören, sondern dazu auch noch die Sänger sehen... Im ersten Moment jedenfalls weigert sich der MediaPlayer, die DVD überhaupt zu erkennen, NeroShowtime liefert schwarzen Bildschirm zur Musik, usw. Wie gesagt: Mit etwas Geduld bekommt man Bild UND Ton, wie es sich gehört, und zwar klar diesseits der Legalität. Aber ärgerlich ist das schon.
Aber was soll's, bei so schönen Tönen...
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Ein Hochgenuss ist dieser insgesamt 4 Stunden dauernde Zusammenschnitt von Johnny Cash TV-Shows aus den Jahren 1969 - 1971. Man ist - als heutiger Fernsehzuschauer - ja geradezu (positiv!!!) schockiert von der Authenzität dieser Show. Alles Live gespielt, die Verstärker stehen im Studio rum, man hört, wenn Cash hustet. Genauso soll es sein.

Eine besondere Freude macht mir die sehr hohe musikalische Qualität der Live gespielten Songs ("Sunday morning coming down" z.B.); besser als manche Studioaufnahmen auf Cash`regulären Alben.

Eingebettet ist dies alles in den historischen Kontext der damaligen Zeit. Zeitzeugen, wie Kris Kristofferson (ganz souverän!) erinnern sich. Ein großes Vergnügen.
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am 9. Februar 2015
Diese CD mit ihren 16 Titeln und einer Laufzeit von 52 Minuten ist so richtig was für "Hörer". Warum Hörer? Vom Sommer 1969 bis zur letzten Show im März 1971 gab es 58 Johnny Cash Fernseh-Shows auf dem amerikanischen ABC Sender, bei dem nur "Freunde" und "Wegbegleiter" von Johnny Cash auftraten.

Die 16 Titel bieten uns eine Auswahl aus diesen TV-Shows. Sie enthält keine "tote" Studiomusik, sondern lebendige Liveaufnahmen. Es ist eine wirklich lebende CD, bei der nicht "Abspielen oder Runtersingen" angesagt sind, sondern "Entertainment", dass so gelungen ist, dass man oft einfach meint, dabei zu sein, obwohl man doch überhaupt nichts visuell sieht und z. B. in seinem Sessel oder Stuhl sitzt.

Die beiden ersten Titel "I Walk The Line" und "Flesh And Blood" werden von Johnny Cash getragen. Daran schließen Tammy Wynette und ihr unvergessliches Werk "Stand By Your Man" und George Jones mit einem Medley "She Thinks I Still Care / Love Bug / The Race is On" an. Anschließend folgen Johnny Cash und Lynn Anderson mit "I've Been Everywhere". Bobby Bare schließt sich mit einem seiner bekanntesten Titel "Detroit City" an, bevor Ray Charles angesagt von Johnny Cash dessen Titel "Ring Of Fire" vorträgt. Drek And The Dominos mit "It's Too Late" und Kris Kristofferson mit "Loving Her Was Easier) sowie Roy Orbison mit einem Medley von "Only The Lonly / Oh, Pretty Woman" folgen. Natürlich fehlen auf dieser CD nicht die Carter Family und June Carter und die Statler Brothers, Waylon Jennigs, Joni Mitchell, James Taylor sowie Carl Perkins und die Tennessee Three.

Wenn Sie Johnny Cash gerne hören, wird Ihnen diese CD unvergesslich bleiben. Für mich gibt es daher keine Zweifel: Diese CD hat für ihre Musik, ihre Lebendigkeit fünf Sterne verdient.

Ach da war doch noch der Klang. Klang und Musik und Vortrag sind für mich einfach eine Einheit. Das 12 seitige Beiheft bietet viele Fotos, eine Diskografie und Informationen zu der CD.

Mit "I Walk The Line" und seinem "Closing Monologue" "Good Night And God Bless You" endet die CD. Und ich würde gerne antworten: God Bless You all For Your Music".
Wahrscheinlich werden auch Sie zum Schluss feststellen: Diese CD braucht keinen Fernseher und ist deshalb hervorragend für "Hörer" geeignet.
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Diese Doppel-DVD ist einfach ein "Muß" für Johnny Cash Fans. Die Bild- und Tonqualität der Aufnahmen sind echt super für die damalige Zeit. Nur ausgerechnet beim Duett mit Bob Dylan beim Song "Girl from the North Country" ziehen leicht störende Streifen durchs Bild. Mir gefällt vor allem auch die Moderation durch Kris Kristofferson. Es ist wirklich beeindruckend, wer alles in der Johnny Cash TV Show aufgetreten ist. Auf der ersten DVD gefallen mir die Auftritte von Bob Dylan, Pete Seeger sowie Marty Robbins besonders. Auf der zweiten DVD sind Carl Perkins, Derek and the Dominos, Jerry Lee Lewis, sowie Tony Joe White meine persönlichen Favoriten. Aber überhaupt, auf diesen zwei DVDs gibt es keinen einzig wirklich schlechten Song, sondern das genaue Gegenteil. Die Auswahl der Musiker und deren Songs ist ein purer Genuß. Bis auf Elvis Presley selber sind somit auch alle Musiker des Million Dollar Quartet in der Show aufgetreten. Tja, sogar Roy Orbison ist dabei und singt mit Johnny Cash im Duett "Oh, Pretty Woman". Gerade die Duett-Stücke in der TV-Show sind klasse.

Deshalb gibt es von mir volle 5 Sterne, obwohl diese Zusammenstellung schon weit über 5 Sterne verdient hätte.
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am 30. November 2007
Ob Johnny Cash der Größte war und ist, wage ich nicht zu entscheiden. Unbestritten war und bleibt er einer der ganz Großen! Und diese DVD`s zeigen ihn als genreübergreifendes Genie mit vielen anderen Großen und einigen ganz Großen - eine herausragende Musikdokumentation!
Und genau aus diesem Grund sollten weder Bild- und Tonqualität (durchaus gut), noch stilistische Gestaltung vorrangige Wertungskriterien sein - das Material ist unverfälschte, authentische Musikgeschichte!
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am 13. Januar 2008
Ich habe mir viel von der DVD erwartet, doch was ich zu sehen bekam war göttlich. Johnny Cash auf dem Höhepunkt seiner Karriere und auch stimmlich. Die Gäste genießen sichtlich die Stimmung der Show und das merkt man auch bei ihren Darbietungen. Ich konnte nicht genug bekommen und freute mich auf jeden weiteren Künstler, es ist als würde man 4std lang Geschenke auspacken. Die meisten der Künstler stellen sich Live, nur mit einer Gitarre dem Publikum und erzeugen eine Stimmung mit Gänsehaut Feeling. So etwas gibt es heute nicht mehr. Kaum ein heutiger Künstler würde stimmlich oder Musikalisch standhalten und ohne aufwendiger Band diese Stimmung in einem Lied rüberbringen. Ich hoffe, daß wir in den Genuß kommen, einmal die kompletten Shows auf DVD erstehen zu können. Diese wird aufjedenfall keinen Staub im Regal ansetzen! Lobenswert ist auch die gefühlfolle Präsentation von Kris Kristofferson und dem Sohn von Johnny und June.
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