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am 28. Dezember 2008
Daß bei diesem Film die Meinungen gespalten sein würden, war vorauszusehen.
Mir hat er gefallen und ich kann ihn empfehlen.
Erwartet habe ich eine Art Slapstickkomödie, wurde aber positiv überrascht.
Der Film hat zum Glück keinen Schenkelklopferhumor. Und für eine Satire kommt er zu menschlich daher.
Man lacht zwar einige Male, genauso oft aber bleibt einem das Lachen im Halse stecken.
Hitler in der Badewanne oder Hitler beim Beischlaf mit Eva Braun wird eben nicht so dargestellt, um einen billigen Witz aus ihm zu machen, sondern immer haben diese vermeintlich komischen Situationen einen tieferen Hintergrund.
Hitler, der in der Lage ist, Kontakt zu seinem Hund Blondi aufzunehmen, ist nicht, und nicht einmal beim Beischlaf, dazu in der Lage, Kontakt zu einem anderen Menschen aufzunehmen.
Dani Levy hat eine Erklärung für Hitlers Verhalten, für seine psychische Struktur. Diese Erklärung hat er sehr stark von Alice Miller übernommen.
Hitler wurde von seinem Vater brutal geschlagen, er mußte während der Prügel die Schläge mitzählen, noch als Erwachsener hatte er Alpträume, in denen er zählte. Diese Schläge haben in ihm jedes menschliche Gefühl abgetötet. Und so, wie sein Vater ihn hinterrücks und willkürlich angefallen hat, so wiederholt nun Hitler das Verhalten seines Vaters im großen Stil.
Diese Erklärung kommt, genauso wie in Alice Millers Büchern, etwas holzschnittartig daher.
Aber vielleicht ist so ein Film auch kein Ort für eine differenziertere Darstellung dieser Thematik.
Der Einwand, daß damals viele Kinder eine ähnliche Erziehung wie Hitler genossen, widerlegt Millers und Levys These jedoch nicht, im Gegenteil. Schließlich fanden sich Zahlreiche, die mitmachten.
Die schwarze Pädagogik hatte zum Ziel, Kinder gefügig zu machen, ihren Willen zu brechen, sie generell in Angst und Schrecken zu versetzen. Das ist die optimale Vorbereitung für eine Diktatur.
Obwohl Levy mit diesem Film sicherlich aussagen wollte: Hätte Hitler einen liebevollen Vater gehabt, hätte es den Holocaust und den Zweiten Weltkrieg nicht gegeben, mutiert der Film glücklicherweise nicht zur Predigt.
Es bleibt noch genügend Raum, das Dritte Reich sich selbst karikieren zu lassen.
Für Zuschauer, die über entsprechendes Faktenwissen verfügen, ist der Film ein Augenschmaus.
Allein die Szene, als ein Führerbefehl nicht ausgeführt werden kann, weil das entsprechende Formular fehlt, ist herrlich.
Die Bürokratiehörigkeit der Nazis habe ich selten so kurz, treffend und zwerchfellreizend woanders dargestellt gesehen.
Auch der Filmtick, den die Nazis hatten, daß sie alles und jeden gefilmt haben, wird witzig in Szene gesetzt.
Überhaupt ist die Subtilität und Hintergründigkeit dieses Films leichter für Zuschauer zu erkennen, die sich mit dem Dritten Reich beschäftigt haben. Ist man diesbezüglich eher uninformiert, entgeht einem so manches.
Ein Film mit einem wie immer herausragendem Ulrich Mühe, der allein schon durch seinen Blick zu überzeugen vermag, und einem Helge Schneider, der zum Glück und gekonnterweise völlig hinter seiner Hitler Silikonmaske verschwindet.
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am 20. Dezember 2012
Es gibt eine irrwitzige Anzahl von Dokumentationen und Spielfilmen, Büchern und wissenschaftlichen Arbeiten zu Adolf Hitler und der sogenannten NS-Zeit, über "die Deutschen" und Ihren Führer. Und so ganz schafft es keiner, dass man BEGREIFEN kann, wie es zu diesem Wahnsinn kam.

Dieser Film versucht, Hitler Ende 1944 in seiner ganzen trostlosen Zerrissenheit begreiflich zu machen. Normalerweise gibt es für solche Vorhaben ja die Guido-Knoppsche Methode mit ihrem ganz eigenen Duktus. Irgendwie fühlt man sich hinterher immer moralisch überlegen, und alle Informationen gleiten an einem ab wie an teflonbeschichtetem Kruppstahl.

Hier mal ganz anders. Mit subtiler Ironie und groteskem Wahnsinn lässt der Film den gänzlich unsubtilen Adolf und seine treuen Herrenrassenhelfer auflaufen. Die Ironie und damit der Sinn des Filmes werden sich nicht jedem erschließen. Aber wie auch? Ironie ist keine deutsche Tugend. Eine ganze Generation von brillanten Ironikern hatte ja nichts Besseres zu tun, als zu emigrieren oder sich vernichten zu lassen.

So viele Szenen, wo einem das Lachen im Hals stecken bleibt, und man dem Drehbuchschreiber und Regisseur nur von Herzen danken kann, dass man nicht verzweifelt oder sich die Schenkel klopft. Sie beweisen ein unglaubliches Gespür für Timing.
Am Anfang noch lustig, wird die Handlung im Verlauf immer grotesker, gleitet ab in melancholischen Wahnsinn und ergibt sich der Zerrissenheit zwischen Ironie und schreiender Traurigkeit.

Die Wochenschau und die heroischen Bilder aus den pseudoauthentischen NS-Dokumentationen werden durch den auf dem Schwarzmarkt erworbenen Kakao gezogen und man wird nie wieder eine Hitler-Doku sehen, ohne an diese Bilder zu denken.

Man fängt an, Hitler als Patienten zu sehen, als Kranken, als durch ein Attentat traumatisierten, depressiven, Christal-Meth-Abhängigen (wer das für überzogen oder abwegig hält, möge bitte recherchieren). Nur Schwärmern und Ignoranten (also leider der Mehrheit) dürfte entgangen sein, wie eindimensional das Bild „unseres“ Adolfs in der medialen Darstellung ist.

Hitler im Sportanzug. Aber klar, warum nicht! Dieser Mann hat nicht im Ledermantel geschlafen, ging nicht in Uniform zum Scheißen und hatte keinen Adoniskörper, wenn er aus der Dusche kam.

Ulrich Mühe spielt einen Professor und einst gefeierten Schauspieler, der versucht, wie ein Therapeut, Hitler zu heilen, und das heißt hier, ihn aus seiner Depression herauszuholen und wieder wütend zu machen. Was für eine Idee!!! So ist er gezwungen, sich mit Hitler zu identifizieren, bis dieser ihn in seine Träume verfolgt.

Ulrich Mühe spielt brillant die Rolle eines Menschen, der sich seines Lebens nicht sicher sein kann, der mit einem Bein in der Gaskammer steht (nicht nur er, auch seine Familie). Man stelle sich nur mal vor, das wäre real gewesen!!! Ein Insasse eines KZs wird auf Bewährung freigelassen und muss beim "Führer" alles geben, um zu überleben, gepeinigt von SS-Deutschen und ihren Helfern (manchmal wundere ich mich wirklich, warum so viele SS-Leute nach dem Krieg ungestört ein normales Leben führen durften und nicht vom Mossad entführt, gefoltert und im Gaza-Streifen ausgesetzt wurden).

Groteske Szenen wechseln sich ab mit unglaublich melancholischen (wenn man denn für so etwas ein Herz hat). Die Szene, als der jüdische Professor zu seiner Familie in den Keller kommt, seinen kleinen Sohn in den Arm nimmt, und dieser mit Kinderstimme ... (was haben die Deutschen und ihre Verbündeten vor zwei Generationen nur den Juden angetan - man konnte hinterher wirklich nur überleben, indem man alles ausblendet hat. Indem man dissoziiert und derealisiert hat. Und zwar nicht nur die Opfer, sondern auch die Täter!).

Grotesk die Szene, als dem Professor per Telefon von einem jüdischen Freund die Räumung von Sachsenhausen bestätigt wird. Und "Hitler" sagt, dass die Endlösung gar nicht in seinem Interesse war. Es hätte einen Madagaskarplan gegeben. Da fragt man sich dann wirklich: Wie, es gab Pläne, 4 Millionen Juden nach Madagaskar zwangszuevakuieren statt sie zu vernichten? Das ist mir neu. Stand zumindest in Bayern nicht auf dem Lehrplan.

Dieser Film ist so unglaublich vielschichtig. Einfach anschauen. Der Film ist etwas ganz besonderes, aber nur, wenn man sich darauf einlassen will, über vielschichtigen Humor verfügt und man keine schenkelklopfende Spaßinszenierung erwartet, nur weil Helge Schneider der Protagonist ist.
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am 22. Februar 2008
Endlich mal ein Film mit subtilem, feinen und sehr hintergründigem Humor. Für Helge Schneider Fans sicher etwas schwer verdaulich, weil es eben kein Helge Schneider Film ist. Umso mehr bewundere ich auch seine Leistung und das er sich nicht flapsig in den Vordergrund gespielt hat. Auch wenn er sich im Nachhinein vom Film distanziert - das verquere Denken und Gehabe der Nationalsozialisten wurde noch nie so vielschichtig, dabei nicht bösartig (die Historie spricht für sich) dargestellt. Fast auf liebevolle Art plemplem ohne platt zu wirken und ohne etwas beschönigen zu wollen. Schade nur, dass der Film so verrissen wird.
Ist aber eben kein Schenkelklopfer.
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Es wird behauptet, Adolf Hitler selbst hätte während einer Privatvorführung von Chaplins "Der große Diktator" langanhaltend und schallend gelacht. Auch wenn es reine Spekulation wäre, des "Führers" Verhalten beim Betrachten von Dani Levys Film zu mutmaßen, nachdem ich diesen Film genossen hatte, keimte in mir der spontane Wunsch, diesen Streifen knappe 70 Jahre zuvor veröffentlicht zu sehen.
Was mein eigenes Verhältnis zum Nazi-Deutschland angeht, so ist für mich diese Epoche ebenso Geschichte, wie jede andere Epoche vor meiner Existenz. Jedes einer massensuggestiv angestachelten Mörderbande egal welcher Ideologie, Religion und Herkunft zum Opfer gefallene Menschenleben ist ein Menschenleben zu viel. Punkt. Und wie die gegenwärtige Geschichte beweist, ist der zu Morden bereite Fanatismus seit Ende des Zweiten Weltkrieges keinesfalls unpopulär geworden, egal, in welche geographisch-politische Himmelsrichtung man schaut.
Insofern sind noch viel mehr Filme, in denen Volksverführer in all ihrem lächerlichen Weltherrschaftswahn gezeigt werden, geradezu wünschenswert.
Sozusagen selbst immun gegenüber Verantwortungs- oder gar Betroffenheitsgefasel zu einer Epoche, die ich qua Nichtexistenz meiner Person nie hätte in irgendeiner Weise beeinflussen, verhindern oder gar mittragen können, führte mich reine Neugier zum Kauf dieses Films.
Allein der Gedanke, daß ein Regisseur (dessen religiöser Hintergrund mir völlig wurscht ist)in Deutschland ausgerechnet einen exzellenten Charaktermimen (Ulrich Mühe) wie einen bis dato vor sich hin dilettierenden "Stilautisten" (Helge Schneider) als gegensätzliche Protagonisten in einer Hitler-Parodie zusammenführt, faszinierte mich. Und ich gestehe: Ich hielt im Vorfeld eher das Scheitern dieses Wagnisses für möglich. Um es kurz zu machen: Ich halte "Mein Führer - die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler" für die nuanciertere Parodie im Vergleich zu "Der große Diktator". Denn im Gegensatz zu Chaplins Film, der sich reichlich puren aber leider auch recht oberflächlichen Slapsticks bedient, setzt Levy auf das psychologische Element der Komik, durchaus auch der Situationskomik, soll heißen, in diesem Film sind die evozierten Lacher befreiende Seelenlacher, während Chaplin zu oft auf den Schenkelklopfhumor setzt und mit den Figuren Hitler und Mussolini eher Stan und Laurel parodiert denn umgekehrt. Daß ausgerechnet Helge Schneider darin den weitaus schwierigeren Part des Balanceaktes zwischen der historischen Figur Hitlers und dem menschlichen Psychopathen unter dieser Fassade zu mimen hatte, ließ mich zwischen Respekt gegenüber dem Mut des Regisseurs, bzw, dessen von mir unterstellten kompletten Sockenschuß schwanken. Ich gestehe, je länger ich Schneiders Gestiken und Dialoge in dem Film verfolgte, um so mehr erwartete ich das Einbrechen dieser Figur. Das völlige Gegenteil ist eingetroffen: Ich kann mir derzeit keinen brillierenderen Hitler-Parodisten vorstellen als Helge Schneider, um so weniger allerdings kann ich Schneiders Distanzierung von diesem Film nach den Dreharbeiten nachvollziehen. Auch wenn durchaus Ulrich Mühes exzellentes Spiel quasi als unterstützende Führung Schneider zu einigen bravourösen Szenen verführt haben mag - insofern ist die Aufgabe Mühes, den Führer psychologisch aus einer Depression aufzurichten, sicher auch ein Teil Realität am Set selbst geworden - Schneider hat sich in dieser Figur retrospektiv gesehen selbst an die Wand gespielt. Helge Schneiders darstellerische Leistung ist mit keiner seiner aus anderen Filmen bekannten auch nur annähernd vergleichbar, in keinem einzigen Moment wirkt Schneiders Spiel überzogen oder gar neben seiner Figur stehend, verleiht seiner Figur meines Erachtens sogar noch mehr Authentizität als seinerzeit Chaplin.
Daß Levy in seinem Film ebenso mehr durchleuchten läßt, daß selbst der größte Diktator nur allein von seinen Mitläufern getragen werden kann, die den selben Größenwahn teilen, macht diesen Film in meinen Augen auch pädagogisch sinnvoller als seinerzeit Chaplins Parodie. Chaplin demontierte Hitler - zweifelsohne - Levy demontiert den Fanatismus schlechthin, verleiht seinem Film mithin weitaus mehr Tragik, als er unterschwellig vermittelt, daß der Fanatismus in jedem Einzelnen verborgen steckt. Insofern ist dieser Film tatsächlich "Ein Scheiß Film" in den Augen jener, die diese Tatsache für sich völlig ausschließen wollen. Daß selbst Mühe in der Rolle des jüdischen Schauspiellehrers Adolf Grünbaum mehr und mehr diesem Fanatismus zu erliegen droht - obwohl sehend den eigenen Untergang vor Augen, ist - befreit von jeglichem ideologischen Überbau - eine schallende tiefenpsychologische Ohrfeige an jede Art von Glaube an irgendeine Macht - und sei es die eigene - der Manipulation. Insofern ist "Mein Führer", denkt man sich schlicht die Figur Adolf Hitler als historische Instanz weg, eine mit viel Liebe ausgestaltetes filmisches Psychogramm eines beliebig austauschbaren Machtmenschen. Während Chaplin die Glorie um Hitler schlicht mit der Glorie des unbeugsamen Friseurs ersetzt, insofern dem Blendwerk an sich absolut nichts entgegensetzt ("Gut" und "Böse" unterscheiden sich lediglich durch die Vorzeichen moraltriefender Attribute) bezeugt Levys Film die absolute Wertlosigkeit egal welcher Glorie. In diesem Sinne sind auch ursprünglicher Anfang und Ende dieses Films zu verstehen: Hitler als hundertjähriger Greis darauf wartend, daß die einstige Glorie wieder erwache. - Sich diesem inneren Spiegelbild stellend, dazu scheint das deutsche Publikum noch nicht bereit und verdrängt lieber weiterhin das Vorhandensein einer inneren Verführung eines Über-Ich über anderer, statt dieses zu entmachten. Letzthin ohrfeigte sich das Publikum, das diesen Schluß nicht wollte, selbst, ohne es zu merken.
Daß diese Ohrfeige von allen Darstellen bravourös mitgestaltet wird, die Kulissen fein aufeinader abgestimmt sind, der Plot nirgends ins Seichte oder Triviale umzukippen droht, die Kameraführung zwar hautnah am Geschehen dabei, nie aber Intimsphäre verletzend ist, keine der Figuren als reiner Idiot, sondern als vielschichtiges Wesen gefangen in persönlichem Irren, Wahn, Wunschglaube und Selbstüberschätzung gezeichnet ist, macht diesen Film an sich zu einer intellektuellen Herausforderung, die jedoch mit einer guten Portion augenzwinkernden Humors nicht nur ellein reine Kopfkost sondern auch magenfreundliche Nahrung darstellt.
Levy macht vor, wie mit der Vergangenheit unserer Großvätergeneration umgegangen werden sollte: Gleichzeitig lachend und damit auch den inneren Schweinehund ernsthaft vertreibend.
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am 7. Dezember 2015
Einer der lustigsten Filme die ich je gesehen habe (nur "The Ring Thing" fand ich lustiger), kann ich also nur empfehlen auch wenn die DVD hier mittlerweile knapp 20€ kostet.
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am 24. Februar 2008
Irgendwie wußte ich nicht so recht, was ich von dem Film zu erwarten habe. Auch war ich nicht davon begeistert, daß ausgerechnet Helge Schneider den Hitler spielt, da ich von Helge Schneiders Humor nicht wirklich begeistert bin. Auch das Thema hat mich nicht wirklich begeistert und es ist blanker Zufall, daß ich den Film trotzdem zu sehen bekam.
Natürlich haben wir Deutschen ein akutes Problem mit unserer jüngsten Geschichte und wenn die Sprache auf das 3. Reich kommt, können wir eigentlich nur beschämt in den Boden starren und unsere betroffendsten Mienen aufsetzen. Umso erstaunlicher ist es, daß ausgerechnet ein jüdischgläubiger Regisseur rotzfrech dieses heikle Thema anpackt - einem deutschen Regisseur hätte man diesen Film wohl nicht verziehen...
Die Geschichte um den drogensüchtigen, bettnässenden mit Vaterkomplexen beladenen Führer auf Jagd nach Zuwendung und Liebe und dessen jüdischen "Coach" war dermaßen respektlos und skuril, daß es wirklich komisch war. Und ja: Er hatte durchaus seine Schenkelklopfer-Qualitäten. Helge Schneider hat hier eine Schauspielerische Glanzleistung abgeliefert. Ulrich Mühe natürlich auch - auch wenn er meiner Meinung nach von Schneider doch ziemlich an die Wand gespielt wurde.
Man lässt sich am besten vorurteilfrei auf diesen Film ein, nimmt ihn als das, als was er gedacht war: Eine bitterböse Persiflage auf den Massenverführer Hitler der last but not least auch nur ein "Mensch" auch wenn es leichter ist, ihn heute noch als "Dämon" zu sehen.
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am 12. November 2007
~
Kein Klamauk, entgegen der Vermutung, die die Teilnahme des Herrn Schneider auslösen könnte, nein im Gegenteil (dank oder trotz üppiger Latexmaske) eine fast seriöse Komödie. Fast, denn oft führt uns der Regisseur mit seiner Geschichte so aufs Glatteis, dass wir vor lauter Lachen nicht mehr recht wissen, wie ernst wir die kleine große Geschichte nehmen sollen.
Aber er treibt es auch nie so weit, dass einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Auch erliegt er nicht der Versuchung, der viele andere Regisseure sicherlich erlegen wären, uns irgendwann den Zeigefinger vorzuhalten, im Sinne, genug gelacht und jetzt gehen wir noch mal in uns und gedenken der schrecklichen Zeit.
Nein, dafür ist Dani Levy zu intelligent und der Film zu gut, als dass er mit einer Gratwanderung kämpfen müsste. Mit nahezu schlafwandlerischer Sicherheit gibt er den Szenen immer genügend Absurdität ohne dabei jemals das Thema der Lächerlichkeit preiszugeben.
Der Film hat Respekt vor der Geschichte und strahlt dabei dennoch diese ungemein unterhaltsame Leichtigkeit aus, wie es nur wenige intelligente Komödien schaffen. Dabei amüsiert man sich wunderbar und reflektiert zugleich fast ohne es zu merken die Unerfreulichkeit der Gesamtszenerie.
Hier hat Dani Levy von A bis Z eine ausgezeichnete Arbeit abgeliefert. Mir fällt kein Regisseur ein, der mit dem Thema und dem Stoff besser hätte umgehen können.
Das gilt allerdings für alle Beteiligten, denn die Gesamtstimmung passt perfekt und ist es was den Film ausmacht.
Helge Schneider brilliert geradezu, praktisch nicht zu erkennen und das liegt nicht nur an der Maske, Ulrich Mühe in jeder Einstellung einfach nur authentisch. Die Schauspieler sind allesamt klasse, die Kulissen, die Kostüme, die Kamera, das Licht, die gesamte Ausstattung, alle sorgen dafür, dass der Film diese leichte Überzeichnung erfährt und dennoch eine realistische Ausstrahlung behält.

Dementsprechend interessant ist auch die Zusatzausstattung:
- Ein toll gemachtes gut sechzigminütiges 'Making Of' zeigt viel, ohne den Film seiner Faszination zu berauben.
- Auch gut ca. 15 Minuten FX.
- Dann folgen jeweils etwa 6 minütige Beiträge zu Kostüm, Ausstattung, Maske, Kamera, Musik (lassen sich auch am Stück in ca. 35 Min. ansehen)
- Schließlich folgen zwei Beiträge, die Levy selbst kommentiert, zum einen eine erste Schittfassung, die eine andere Rahmenhandlung mit einem 117 jährigen Hitler als Erzähler beinhaltete, die dann bei Testvorführungen durchfiel und zum anderen einige entfernte Szenen.
- Schließlich noch der Vollständigkeit halber 2 Teaser, 1 Trailer und Biografietableaus der wichtigsten am Film Beteiligten

Insgesamt verdeutlicht die klasse Zusatzausstattung noch einmal welch großartige Arbeit hier abgeliefert wurde und, dass das Endergebnis keineswegs eine Selbstverständlichkeit war.

Dani Levy steht nicht über dem Thema, aber er schafft es zumindest sich für eine Episode locker zu machen und mal anders darüber nachzudenken. Lassen Sie sich von ihm dabei an der Hand nehmen. Wer sagt denn, dass nur der verkrampfte Umgang mit einer tragischen Vergangenheit der angemessene ist? Ist es nicht gerade der ewig gleiche ernste Berichtstil, über das dritte Reich, der die jüngeren Generationen langsam daran überdrüssig werden lässt?

Kaufen oder wenigstens ausleihen - den Versuch ist es wert!
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am 12. Juli 2010
Ein exzellenter Film mit einem exzellentem Helge Schneider in der Rolle Adolf Hitlers. Die tiefsinnigste Darstellung der Person Hitlers und seines Umfeldes, die ich kenne. Dieser Film bringt einen ein ganzes Stück weiter bei dem Versuch zu erklären, wie es zu dem Desaster des 3. Reiches kommen konnte. Es zeigt, dass Hitler und Mittäter im Grunde alles andere als Übermenschen waren, sondern Psychopathen, die ihre eigenen seelischen Verletzungen in Hass und Gewalt umgeleitet haben. Leider hat die Masse des deutschen Volkes dies damals nicht erkannt, obwohl es doch im nachhinein so klar erkennbar scheint. Und letztlich gibt es diese problematischen Mechanismen im kleineren Rahmen auch heute immer wieder in zwischenmenschlichen Beziehungen: in Partnerschaften, Familien, Unternehmenshierarchien, in der Politik usw. Der Film ist wohl tatsächlich weniger eine Komödie, sondern eine Tragik-Komödie mit zynischer Ironie.
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am 25. April 2013
Ein Film, welcher den Nationalsozialismus aus einer anderen Perspektive zeigt! Der Regisseur wollte diesen Personen keinerlei Ernsthaftigkeit schenken, zu Recht! Leider findet der Film zu wenig Beachtung.
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am 29. September 2007
Eines vorweg:Man sollte sich ein bisschen mit den Personen des Dritten Reiches auskennen um die Anspielungen im Film zu verstehen.Wer z.B.nicht weiss wie die Beziehung zwischen Hitler und Speer war,wird die Reaktionen Speers im Film nicht verstehen.Der Film ist voll mit Übertreibungen und Anspielungen die man besser versteht wennn man sich mit dem Dritten Reich auseinandergesetzt hat.Ich persönlich fand den Film toll(und ich bin kein Helge Fan)und würde ihn am ehesten mit Ernst Lubitschs "Sein oder Nichtsein" vergleichen(natürlich ist ein Vergleich schwer möglich).Alles in allem ist "Mein Führer" ganz sicher kein Schenkelklopfer sondern eher unterschwellig lustig.Auf jedenfall sehenswert!
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