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Kundenrezensionen

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am 28. Dezember 2008
Daß bei diesem Film die Meinungen gespalten sein würden, war vorauszusehen.
Mir hat er gefallen und ich kann ihn empfehlen.
Erwartet habe ich eine Art Slapstickkomödie, wurde aber positiv überrascht.
Der Film hat zum Glück keinen Schenkelklopferhumor. Und für eine Satire kommt er zu menschlich daher.
Man lacht zwar einige Male, genauso oft aber bleibt einem das Lachen im Halse stecken.
Hitler in der Badewanne oder Hitler beim Beischlaf mit Eva Braun wird eben nicht so dargestellt, um einen billigen Witz aus ihm zu machen, sondern immer haben diese vermeintlich komischen Situationen einen tieferen Hintergrund.
Hitler, der in der Lage ist, Kontakt zu seinem Hund Blondi aufzunehmen, ist nicht, und nicht einmal beim Beischlaf, dazu in der Lage, Kontakt zu einem anderen Menschen aufzunehmen.
Dani Levy hat eine Erklärung für Hitlers Verhalten, für seine psychische Struktur. Diese Erklärung hat er sehr stark von Alice Miller übernommen.
Hitler wurde von seinem Vater brutal geschlagen, er mußte während der Prügel die Schläge mitzählen, noch als Erwachsener hatte er Alpträume, in denen er zählte. Diese Schläge haben in ihm jedes menschliche Gefühl abgetötet. Und so, wie sein Vater ihn hinterrücks und willkürlich angefallen hat, so wiederholt nun Hitler das Verhalten seines Vaters im großen Stil.
Diese Erklärung kommt, genauso wie in Alice Millers Büchern, etwas holzschnittartig daher.
Aber vielleicht ist so ein Film auch kein Ort für eine differenziertere Darstellung dieser Thematik.
Der Einwand, daß damals viele Kinder eine ähnliche Erziehung wie Hitler genossen, widerlegt Millers und Levys These jedoch nicht, im Gegenteil. Schließlich fanden sich Zahlreiche, die mitmachten.
Die schwarze Pädagogik hatte zum Ziel, Kinder gefügig zu machen, ihren Willen zu brechen, sie generell in Angst und Schrecken zu versetzen. Das ist die optimale Vorbereitung für eine Diktatur.
Obwohl Levy mit diesem Film sicherlich aussagen wollte: Hätte Hitler einen liebevollen Vater gehabt, hätte es den Holocaust und den Zweiten Weltkrieg nicht gegeben, mutiert der Film glücklicherweise nicht zur Predigt.
Es bleibt noch genügend Raum, das Dritte Reich sich selbst karikieren zu lassen.
Für Zuschauer, die über entsprechendes Faktenwissen verfügen, ist der Film ein Augenschmaus.
Allein die Szene, als ein Führerbefehl nicht ausgeführt werden kann, weil das entsprechende Formular fehlt, ist herrlich.
Die Bürokratiehörigkeit der Nazis habe ich selten so kurz, treffend und zwerchfellreizend woanders dargestellt gesehen.
Auch der Filmtick, den die Nazis hatten, daß sie alles und jeden gefilmt haben, wird witzig in Szene gesetzt.
Überhaupt ist die Subtilität und Hintergründigkeit dieses Films leichter für Zuschauer zu erkennen, die sich mit dem Dritten Reich beschäftigt haben. Ist man diesbezüglich eher uninformiert, entgeht einem so manches.
Ein Film mit einem wie immer herausragendem Ulrich Mühe, der allein schon durch seinen Blick zu überzeugen vermag, und einem Helge Schneider, der zum Glück und gekonnterweise völlig hinter seiner Hitler Silikonmaske verschwindet.
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am 19. April 2014
Die größte Überraschung für mich war Helge Schneider: Das war ganz großes Kino, wie er die Figur des Adolf Hitler darstellte - überaus glaubhaft bei aller despektierlichen Übertreibung, ohne sein Spiel zu einem Kasperletheater verkommen zu lassen.
Selten wurde die Verlogenheit des dritten Reiches so klar gezeigt wie hier. Und aus der Rückschau wird die absolute Lächerlichkeit solcher Nationalen Kleingeister und ihrer Selbstgerechtigkeit und Selbstüberhöhung so deutlich wie selten zuvor!
Ein absolut sehenswerter Film!
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am 15. Mai 2016
Eine Abrechnung mit viel Humor. Eine juedischer Regisseur darf das, und er kann es. Bitterböse Dialoge mit einem umwerfenden Helge Schneider in der Rolle A. Hitler und seinem Professor als Coach. Hitler verlor im 1. Weltkrieg den Ueberblick, später den Verstand, dann einen Weltkrieg. Hier sieht man ihn aus der richtigen Perspektive - als lebensunfähigen und kranken Menschen der er auch war. 1933-1945 war ja bekanntlich so krank, das sich später kaum einer daran erinnern wollte. Toller Plot.
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am 19. August 2007
Es hätte ein großartiger Film werden können, eine bissige und rabenschwarze Satire im Sinne von Walter Moers' "Adolf, die Nazisau". Wie gesagt, hätte....
Doch was so vielversprechend anfing, versank leider schnell im Wirrwarr zwischen Komödie und Drama, da sich Regisseur und Studio anscheinend nicht für eine der beiden Möglichkeiten entscheiden konnten.

So birgt der Film großartige, urkomische Momente, in denen nicht nur Helge Schneider auf eindrucksvolle Weise sein Genie zeigt. Es sind Szenen, die so absurd, so respektlos sind, dass sie die Figur des Hitler auf eine herrliche Weise ad absurdum führen, wie kein anderer Film zuvor. Selbst Chaplin hat sich das damals nicht getraut.

Leider hat man sich dazu hinreißen lassen, die pechschwarze Satire zu entschärfen, indem man sie in eine Geschichte verpackt, die unglücklicherweise dafür sorgt, dass einem das Lachen teilweise im Hals stecken bleibt.
Das ist ja ansich gar nicht schlecht, Roberto Benignis "Das Leben ist schön" hat es ebenso gemacht.
Doch in diesem Fall wollen die zwei Erzählstränge einfach nicht zusammenpassen und so ertrinkt die Komik in der allzu rührseligen Geschichte um den jüdischen Schauspieler Grünbaum, obwohl Ulrich Mühe auch hier ganze Arbeit geleistet hat und seine Figur großartig verkörpert.

Doch eben weil die Tragik der Geschichte zu allgegenwärtig im Vordergrund steht, vermag es der Film nicht, sich auf dem schmalen Grat zwischen Drama und Satire zu halten. Er rutscht zeitweise zwischen den beiden Seiten hin und her und am Ende weiß man nicht, ob man jetzt ein Drama mit komischen Elementen, oder eine Satire mit dramatischen Zwischentönen gesehen hat.
Nach dem unglaublich rührseligen Ende tendiert man allerdings eher zu zu Ersterem....

Für ein Drama war der Film eindutig zu komisch und zu absurd, für eine bitterböse Satire hat er zu sehr auf die Tränendrüse gedrückt. Man hätte vielleicht zwei Filme daraus machen sollen, dann hätte sich jeder Film für eine Seite der Medaille entscheiden können.
Doch so bleibt "Mein Führer" leider nur ein zu banaler Versuch, nach über 60 Jahren die Geschehnisse im Dritten Reich mittels eines Lachens zu verarbeiten.

Vielleicht schlummert im deutschen Unterbewusstsein immer noch zu viel Schuldgefühl, als dass man tatsächlich eine reine Komödie über das Dritte Reich drehen könnte ohne sich dafür entschuldigen zu müssen, dass man jemandem auf den Schlips getreten ist.

Ich fände das 62 Jahre und viele Generationen nach dem Ende des Dritten Reichs jedoch sehr schade. Moers konnte es doch auch....
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am 12. März 2008
Ich hatte nur kurz in der Presse bemerkt, dass eine "Hitler-Komödie" erscheinen soll, mich allerdings nicht weiter damit beschäftigt. Irgendwann stand der Film dann im DVD Regal und ich griff zu... völlig ohne Erwartung, lediglich in der Hoffnung kein "Schuh des Manitou"-Humor darin zu finden, da ich das nun wirklich unpassend fände.

Nun scheinen die meisten Rezensenten hier enttäuscht darüber zu sein, dass sie nicht so "ablachen" durften/ konnten, wie sie es sich gewünscht hatten. Aber ich bin froh darüber, dass der Film geworden ist wie er vorliegt. Ein perfekter Spagat zwischen Ernsthaftigkeit aus Respekt vor den vorgefallenen Ereignissen und dem Karikieren der NS-Zeit.

Vielleicht war Helge Schneider im nachhinein nicht ganz zufrieden, weil er das Katzenklo draußen lassen musste, aber Dani Levy gebührt meines Erachtens Respekt vor dieser Besetzung Hitlers und Helge Schneider hat seine Arbeit in meinen Augen sehr gut gemacht. Ulrich Mühe ist schauspieltechnisch (wieder) top und hält das Konstrukt perfekt zusammen. Und wie gesagt, gerade weil man ihm die ernsthafte Rolle des KZ Häftlings abnimmt und die daraus entstehende Dramatik, bleibt der Film seriös und kein Machwerk welches auf Mainstream Comedy setzt.

Genau gesehen bietet der Film bei weitem mehr als "Der Untergang", der nur durch Bruno Ganz so authentisch geworden ist. Vielleicht kann man die beiden Film nicht vergleichen, doch da alle bei diesem Film die Komödie vermissen möchte ich gerne fragen, wo hat denn dann "Der Untergang" Dramatik? Eine Außenszene wechselt sich mit einer Innenszene ab, dazwischen kommen und gehen die Akteure, wie im Theater. Wow.

Wer schonmal "Der Bunker" mit Anthony Hopkins gesehen hat erkennt Parallelen zu "Der Untergang", nur ist der Anthony Hopkins Streifen aus den 60ern. Wer hat da wohl von wem abgeguckt?

Und dann die Geschichte eines jüdischen Schauspielers, der dem Hitler "beibringen" soll, wieder Biss zu bekommen...

Da liegt doch schon Zündstoff in der Idee. Und ich finde genau bei dieser Umsetzung hat das Team seriöse Arbeit geleistet.

Sätze wie "...und da habe ich noch mal meinen ganzen Mut zusammen genommen und gesagt: Sitz Blondie!" sagen doch humorvoll alles über diese Zeit aus, oder?

Positiv überrascht haben mich auch die Ausstattung und Spezialeffekte, die alles authentisch wirken lassen. Das kommt im deutschen Film leider noch nicht allzu häufig vor. An den Anblick von Helge Schneiders Wachsmaske muss man sich allerdings wirklich erst gewöhnen.

Das Bonusmaterial zeigt unter anderem auch, welche Probleme Dani Levy gerade beim Erarbeiten des Drehbuches hatte und lässt erahnen, dass diese ganze Thematik nicht gerade leicht von der Hand ging.

Und dann ein Ausruf eines Zuschauers bei einer Testvorführung: "Scheißfilm!". Also ich finde es sympathisch, das sowas auch im Bonus Material geblieben ist und nicht nur "er ist ja ein unglaublicher Schauspieler und auch ein ganz toller Mensch und, man glaubt es kaum, ich bin ja auch schon seit Jahren persönlich mit ihm befreundet".

Für mich eine insgesamt runde "Sache".

In meinem Bekanntenkreis hat niemandem der Film schlecht gefallen, deswegen verwundern mich die überwiegend schlechten Kritiken hier. Vielleicht sollte man sich den Film wirklich ohne Erwartungshaltung ansehen, so dass man sich dann ganz von den überzeugenden Darstellern überraschen lassen kann. :-)
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am 13. Juni 2016
Ein Stern aber nur für Helge Schneider, das ist der einzigste Stern in diesem Film. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen !!! Schade hätte ein richtig guter Film werden können! Nagut Olli Dittrich bekommt mit Helge Schneider noch nen Stern von mir ;-) Aber das war es auch !!! Echt schade viel Potential !!!
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am 20. Dezember 2012
Es gibt eine irrwitzige Anzahl von Dokumentationen und Spielfilmen, Büchern und wissenschaftlichen Arbeiten zu Adolf Hitler und der sogenannten NS-Zeit, über "die Deutschen" und Ihren Führer. Und so ganz schafft es keiner, dass man BEGREIFEN kann, wie es zu diesem Wahnsinn kam.

Dieser Film versucht, Hitler Ende 1944 in seiner ganzen trostlosen Zerrissenheit begreiflich zu machen. Normalerweise gibt es für solche Vorhaben ja die Guido-Knoppsche Methode mit ihrem ganz eigenen Duktus. Irgendwie fühlt man sich hinterher immer moralisch überlegen, und alle Informationen gleiten an einem ab wie an teflonbeschichtetem Kruppstahl.

Hier mal ganz anders. Mit subtiler Ironie und groteskem Wahnsinn lässt der Film den gänzlich unsubtilen Adolf und seine treuen Herrenrassenhelfer auflaufen. Die Ironie und damit der Sinn des Filmes werden sich nicht jedem erschließen. Aber wie auch? Ironie ist keine deutsche Tugend. Eine ganze Generation von brillanten Ironikern hatte ja nichts Besseres zu tun, als zu emigrieren oder sich vernichten zu lassen.

So viele Szenen, wo einem das Lachen im Hals stecken bleibt, und man dem Drehbuchschreiber und Regisseur nur von Herzen danken kann, dass man nicht verzweifelt oder sich die Schenkel klopft. Sie beweisen ein unglaubliches Gespür für Timing.
Am Anfang noch lustig, wird die Handlung im Verlauf immer grotesker, gleitet ab in melancholischen Wahnsinn und ergibt sich der Zerrissenheit zwischen Ironie und schreiender Traurigkeit.

Die Wochenschau und die heroischen Bilder aus den pseudoauthentischen NS-Dokumentationen werden durch den auf dem Schwarzmarkt erworbenen Kakao gezogen und man wird nie wieder eine Hitler-Doku sehen, ohne an diese Bilder zu denken.

Man fängt an, Hitler als Patienten zu sehen, als Kranken, als durch ein Attentat traumatisierten, depressiven, Christal-Meth-Abhängigen (wer das für überzogen oder abwegig hält, möge bitte recherchieren). Nur Schwärmern und Ignoranten (also leider der Mehrheit) dürfte entgangen sein, wie eindimensional das Bild „unseres“ Adolfs in der medialen Darstellung ist.

Hitler im Sportanzug. Aber klar, warum nicht! Dieser Mann hat nicht im Ledermantel geschlafen, ging nicht in Uniform zum Scheißen und hatte keinen Adoniskörper, wenn er aus der Dusche kam.

Ulrich Mühe spielt einen Professor und einst gefeierten Schauspieler, der versucht, wie ein Therapeut, Hitler zu heilen, und das heißt hier, ihn aus seiner Depression herauszuholen und wieder wütend zu machen. Was für eine Idee!!! So ist er gezwungen, sich mit Hitler zu identifizieren, bis dieser ihn in seine Träume verfolgt.

Ulrich Mühe spielt brillant die Rolle eines Menschen, der sich seines Lebens nicht sicher sein kann, der mit einem Bein in der Gaskammer steht (nicht nur er, auch seine Familie). Man stelle sich nur mal vor, das wäre real gewesen!!! Ein Insasse eines KZs wird auf Bewährung freigelassen und muss beim "Führer" alles geben, um zu überleben, gepeinigt von SS-Deutschen und ihren Helfern (manchmal wundere ich mich wirklich, warum so viele SS-Leute nach dem Krieg ungestört ein normales Leben führen durften und nicht vom Mossad entführt, gefoltert und im Gaza-Streifen ausgesetzt wurden).

Groteske Szenen wechseln sich ab mit unglaublich melancholischen (wenn man denn für so etwas ein Herz hat). Die Szene, als der jüdische Professor zu seiner Familie in den Keller kommt, seinen kleinen Sohn in den Arm nimmt, und dieser mit Kinderstimme ... (was haben die Deutschen und ihre Verbündeten vor zwei Generationen nur den Juden angetan - man konnte hinterher wirklich nur überleben, indem man alles ausblendet hat. Indem man dissoziiert und derealisiert hat. Und zwar nicht nur die Opfer, sondern auch die Täter!).

Grotesk die Szene, als dem Professor per Telefon von einem jüdischen Freund die Räumung von Sachsenhausen bestätigt wird. Und "Hitler" sagt, dass die Endlösung gar nicht in seinem Interesse war. Es hätte einen Madagaskarplan gegeben. Da fragt man sich dann wirklich: Wie, es gab Pläne, 4 Millionen Juden nach Madagaskar zwangszuevakuieren statt sie zu vernichten? Das ist mir neu. Stand zumindest in Bayern nicht auf dem Lehrplan.

Dieser Film ist so unglaublich vielschichtig. Einfach anschauen. Der Film ist etwas ganz besonderes, aber nur, wenn man sich darauf einlassen will, über vielschichtigen Humor verfügt und man keine schenkelklopfende Spaßinszenierung erwartet, nur weil Helge Schneider der Protagonist ist.
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am 22. Februar 2008
Endlich mal ein Film mit subtilem, feinen und sehr hintergründigem Humor. Für Helge Schneider Fans sicher etwas schwer verdaulich, weil es eben kein Helge Schneider Film ist. Umso mehr bewundere ich auch seine Leistung und das er sich nicht flapsig in den Vordergrund gespielt hat. Auch wenn er sich im Nachhinein vom Film distanziert - das verquere Denken und Gehabe der Nationalsozialisten wurde noch nie so vielschichtig, dabei nicht bösartig (die Historie spricht für sich) dargestellt. Fast auf liebevolle Art plemplem ohne platt zu wirken und ohne etwas beschönigen zu wollen. Schade nur, dass der Film so verrissen wird.
Ist aber eben kein Schenkelklopfer.
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TOP 500 REZENSENTam 19. September 2012
Adolf Hitlers Ego hat unter dem auf ihn verübten Bombenattentat stark gelitten. Er ist von Ängsten gequält, macht ins Bett und voller Unsicherheiten. Leider steht eine große Rede am Neujahrstag an. Ein Coach muss her. Leider ist der beste Rhetorikcoach, Prof. Adolf Grünbaum, ein Jude. Nachdem er das Vertrauen des Führers gewonnen hat, beginnt er Ansprüche zu stellen und seine Position auszunutzen.

Politische Satire ist ein probates Mittel, unangenehme Themen der Geschichte auf humorvolle Weise aufzubereiten, und ihnen so einen Teil des Schreckens zu nehmen, und sie wieder auf einer etwas entspannteren Ebene zum Gesprächsthema zu machen. Die Deutschen haben immer noch ein sehr verkrampftes Verhältnis zu dieser Zeit, obwohl sich schon Zeitgenossen wie Charlie Chaplin über Hitler lustig machten und er sich bestens für Karikaturen eignet. So ist auch dieser Film zum großen Teil dem Slapstick Genre zuzuordnen, denn für eine ernsthaftere humoristische Auseinandersetzung ist die Zeit wohl immer noch nicht gekommen. Auch in diesem Film wird leider auf sehr, sehr platte Witze zurückgegriffen. Hitler als Bettnässer, ein armes, geprügeltes, ungeliebtes Kind, nun auch noch impotent. Der Rhetorikcoach, ein Jude heißt zufällig auch Adolf. Platt, platter, am plattesten. Jeder Witz aus der tiefsten Tiefe des Slapstick Klamauk kommt zum Zuge. Wer auf diese Art von Humor steht, wird auf seine Kosten kommen. Dennoch sollte man darauf achten zumindest halbwegs historisch korrekt zu bleiben und nicht moderne Anglizismen in die Dialoge einfügen, wie "Der frühe Vogel fängt den Wurm". Damals hieß das noch immer korrekt Deutsch "Wer zuerst kommt, malt zuerst". Positiv überrascht hat wirklich nur Helge Schneider, den man kaum wiedererkennt und der tatsächlich ein überraschend überzeugender Schauspieler ist. Auch, dass er den Mut hatte, diese Rolle zu spielen, ist ihm hoch anzurechnen.
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Es wird behauptet, Adolf Hitler selbst hätte während einer Privatvorführung von Chaplins "Der große Diktator" langanhaltend und schallend gelacht. Auch wenn es reine Spekulation wäre, des "Führers" Verhalten beim Betrachten von Dani Levys Film zu mutmaßen, nachdem ich diesen Film genossen hatte, keimte in mir der spontane Wunsch, diesen Streifen knappe 70 Jahre zuvor veröffentlicht zu sehen.
Was mein eigenes Verhältnis zum Nazi-Deutschland angeht, so ist für mich diese Epoche ebenso Geschichte, wie jede andere Epoche vor meiner Existenz. Jedes einer massensuggestiv angestachelten Mörderbande egal welcher Ideologie, Religion und Herkunft zum Opfer gefallene Menschenleben ist ein Menschenleben zu viel. Punkt. Und wie die gegenwärtige Geschichte beweist, ist der zu Morden bereite Fanatismus seit Ende des Zweiten Weltkrieges keinesfalls unpopulär geworden, egal, in welche geographisch-politische Himmelsrichtung man schaut.
Insofern sind noch viel mehr Filme, in denen Volksverführer in all ihrem lächerlichen Weltherrschaftswahn gezeigt werden, geradezu wünschenswert.
Sozusagen selbst immun gegenüber Verantwortungs- oder gar Betroffenheitsgefasel zu einer Epoche, die ich qua Nichtexistenz meiner Person nie hätte in irgendeiner Weise beeinflussen, verhindern oder gar mittragen können, führte mich reine Neugier zum Kauf dieses Films.
Allein der Gedanke, daß ein Regisseur (dessen religiöser Hintergrund mir völlig wurscht ist)in Deutschland ausgerechnet einen exzellenten Charaktermimen (Ulrich Mühe) wie einen bis dato vor sich hin dilettierenden "Stilautisten" (Helge Schneider) als gegensätzliche Protagonisten in einer Hitler-Parodie zusammenführt, faszinierte mich. Und ich gestehe: Ich hielt im Vorfeld eher das Scheitern dieses Wagnisses für möglich. Um es kurz zu machen: Ich halte "Mein Führer - die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler" für die nuanciertere Parodie im Vergleich zu "Der große Diktator". Denn im Gegensatz zu Chaplins Film, der sich reichlich puren aber leider auch recht oberflächlichen Slapsticks bedient, setzt Levy auf das psychologische Element der Komik, durchaus auch der Situationskomik, soll heißen, in diesem Film sind die evozierten Lacher befreiende Seelenlacher, während Chaplin zu oft auf den Schenkelklopfhumor setzt und mit den Figuren Hitler und Mussolini eher Stan und Laurel parodiert denn umgekehrt. Daß ausgerechnet Helge Schneider darin den weitaus schwierigeren Part des Balanceaktes zwischen der historischen Figur Hitlers und dem menschlichen Psychopathen unter dieser Fassade zu mimen hatte, ließ mich zwischen Respekt gegenüber dem Mut des Regisseurs, bzw, dessen von mir unterstellten kompletten Sockenschuß schwanken. Ich gestehe, je länger ich Schneiders Gestiken und Dialoge in dem Film verfolgte, um so mehr erwartete ich das Einbrechen dieser Figur. Das völlige Gegenteil ist eingetroffen: Ich kann mir derzeit keinen brillierenderen Hitler-Parodisten vorstellen als Helge Schneider, um so weniger allerdings kann ich Schneiders Distanzierung von diesem Film nach den Dreharbeiten nachvollziehen. Auch wenn durchaus Ulrich Mühes exzellentes Spiel quasi als unterstützende Führung Schneider zu einigen bravourösen Szenen verführt haben mag - insofern ist die Aufgabe Mühes, den Führer psychologisch aus einer Depression aufzurichten, sicher auch ein Teil Realität am Set selbst geworden - Schneider hat sich in dieser Figur retrospektiv gesehen selbst an die Wand gespielt. Helge Schneiders darstellerische Leistung ist mit keiner seiner aus anderen Filmen bekannten auch nur annähernd vergleichbar, in keinem einzigen Moment wirkt Schneiders Spiel überzogen oder gar neben seiner Figur stehend, verleiht seiner Figur meines Erachtens sogar noch mehr Authentizität als seinerzeit Chaplin.
Daß Levy in seinem Film ebenso mehr durchleuchten läßt, daß selbst der größte Diktator nur allein von seinen Mitläufern getragen werden kann, die den selben Größenwahn teilen, macht diesen Film in meinen Augen auch pädagogisch sinnvoller als seinerzeit Chaplins Parodie. Chaplin demontierte Hitler - zweifelsohne - Levy demontiert den Fanatismus schlechthin, verleiht seinem Film mithin weitaus mehr Tragik, als er unterschwellig vermittelt, daß der Fanatismus in jedem Einzelnen verborgen steckt. Insofern ist dieser Film tatsächlich "Ein Scheiß Film" in den Augen jener, die diese Tatsache für sich völlig ausschließen wollen. Daß selbst Mühe in der Rolle des jüdischen Schauspiellehrers Adolf Grünbaum mehr und mehr diesem Fanatismus zu erliegen droht - obwohl sehend den eigenen Untergang vor Augen, ist - befreit von jeglichem ideologischen Überbau - eine schallende tiefenpsychologische Ohrfeige an jede Art von Glaube an irgendeine Macht - und sei es die eigene - der Manipulation. Insofern ist "Mein Führer", denkt man sich schlicht die Figur Adolf Hitler als historische Instanz weg, eine mit viel Liebe ausgestaltetes filmisches Psychogramm eines beliebig austauschbaren Machtmenschen. Während Chaplin die Glorie um Hitler schlicht mit der Glorie des unbeugsamen Friseurs ersetzt, insofern dem Blendwerk an sich absolut nichts entgegensetzt ("Gut" und "Böse" unterscheiden sich lediglich durch die Vorzeichen moraltriefender Attribute) bezeugt Levys Film die absolute Wertlosigkeit egal welcher Glorie. In diesem Sinne sind auch ursprünglicher Anfang und Ende dieses Films zu verstehen: Hitler als hundertjähriger Greis darauf wartend, daß die einstige Glorie wieder erwache. - Sich diesem inneren Spiegelbild stellend, dazu scheint das deutsche Publikum noch nicht bereit und verdrängt lieber weiterhin das Vorhandensein einer inneren Verführung eines Über-Ich über anderer, statt dieses zu entmachten. Letzthin ohrfeigte sich das Publikum, das diesen Schluß nicht wollte, selbst, ohne es zu merken.
Daß diese Ohrfeige von allen Darstellen bravourös mitgestaltet wird, die Kulissen fein aufeinader abgestimmt sind, der Plot nirgends ins Seichte oder Triviale umzukippen droht, die Kameraführung zwar hautnah am Geschehen dabei, nie aber Intimsphäre verletzend ist, keine der Figuren als reiner Idiot, sondern als vielschichtiges Wesen gefangen in persönlichem Irren, Wahn, Wunschglaube und Selbstüberschätzung gezeichnet ist, macht diesen Film an sich zu einer intellektuellen Herausforderung, die jedoch mit einer guten Portion augenzwinkernden Humors nicht nur ellein reine Kopfkost sondern auch magenfreundliche Nahrung darstellt.
Levy macht vor, wie mit der Vergangenheit unserer Großvätergeneration umgegangen werden sollte: Gleichzeitig lachend und damit auch den inneren Schweinehund ernsthaft vertreibend.
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