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4.0 von 5 Sternen Top bis aufs Finale
Mit René Jacobs ist es wie mit New York- you love him or you hate him.
So mögen die zahlreichen Eingriffe des Dirigenten in Mozarts Notentext (Verzierungen, Änderungen der Vokallinie, Ritardandi und Accelerandi sowie allerlei virtuos improvisiertes Fortepianorankenwerk) dem einen Zuhörer als willkürliche Anmaßung, dem anderen als...
Veröffentlicht am 18. Januar 2008 von Ein kritisches Ohr

versus
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ganz interessant - aber kein wirklichler Don Giovanni
Ich war sehr neugierig auf diesen Don Giovanni, nachdem er allenthalben über den grünen Klee gelobt worden war, gar als Referenzeinspielung bezeichnet wurde. Und wurde - eher enttäuscht. Diese Enttäuschung fußt auf verschiedenen Aspekten: das Dirigat von R. Jacobs ist zunächst flüssig, ja spritzig (wenn auch ab und an mit eigenwilligen...
Veröffentlicht am 12. August 2012 von opernfan


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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Top bis aufs Finale, 18. Januar 2008
Von 
Ein kritisches Ohr "Jommelli" (Bavaria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Don Giovanni (Audio CD)
Mit René Jacobs ist es wie mit New York- you love him or you hate him.
So mögen die zahlreichen Eingriffe des Dirigenten in Mozarts Notentext (Verzierungen, Änderungen der Vokallinie, Ritardandi und Accelerandi sowie allerlei virtuos improvisiertes Fortepianorankenwerk) dem einen Zuhörer als willkürliche Anmaßung, dem anderen als erfrischende und spontane Bereicherung erscheinen. Wie die Partitur unter Mozarts Leitung vom Klavier aus tatsächlich geklungen hat, wird kein Interpret jemals wissen oder rekonstruieren können.Gut vorstellbar jedenfalls, dass auch er vieles, was nicht in der Partitur fixiert wurde, aus dem Stegreif erfand. Erfreuliche Tatsache ist, dass dieser neue Don Giovanni im vokalen, instrumentalen und tontechnischen Bereich fast durchweg hervorragend ist, nicht zuletzt durch die Mitwirkung des Freiburger Barockorchesters, dem besten deutschen, wenn nicht gar weltweiten Originalklangensemble. Die Sängerriege klingt jung (der Titelheld ist erst 26, Mozarts erster Giovanni war 24) , unverbraucht und ist mit Spiellust und stimmtechnischer Delikatesse bei der Sache, zu kritisieren wäre höchstens, dass die beiden 'Donne' ein zu ähnliches Timbre haben.
Es könnte als der ultimative Don Giovanni sein- wenn nicht'....
Ja, wenn Jacobs die Schlußszene, der Kulminationspunkt der ganzen Oper und ein unübertroffenener Höhepunkt der Musikgeschichte überhaupt, nicht gründlich missglückt wäre. Spiellaune, Witz und flottes Brio schön und gut- doch wenn der Komtur erscheint, hört der Spass auf, die Musik mutiert schlagartig zu einem überweltlichen Ereignis, Mahnruf aus einer anderen Welt, Geistererscheinung, Requiem und Jüngstes Gericht zugleich. Doch leider huscht Jacobs viel zu flott über die dämonischen Tiefen dieser visionären Partitur, dazu kommt noch, dass sein Komtur (stimmlich mittelmässig, mit zuviel Vibrato und leichten Intonationsschwächen) sich kaum gegen Giovanni und Leporello durchsetzen kann. Unerträglich sind unmittelbar vor seinem Auftritt die eigenmächtigen und albernen Tür-Klopfpausen, die den musikalischen Fluß brutal unterbrechen, hier spricht Mozarts Partitur eine andere und zwar klare und eindeutige Sprache, die zu missachten man nicht wagen sollte.
Trotzdem: Eine interessante und spannende Neuaufnahme, die als Ergänzung zu anderen Versionen keineswegs fehl am Platze ist.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ganz interessant - aber kein wirklichler Don Giovanni, 12. August 2012
Von 
opernfan - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Don Giovanni (Audio CD)
Ich war sehr neugierig auf diesen Don Giovanni, nachdem er allenthalben über den grünen Klee gelobt worden war, gar als Referenzeinspielung bezeichnet wurde. Und wurde - eher enttäuscht. Diese Enttäuschung fußt auf verschiedenen Aspekten: das Dirigat von R. Jacobs ist zunächst flüssig, ja spritzig (wenn auch ab und an mit eigenwilligen Temporückungen) und wird dem "Giocoso-Charakter" der Oper sehr gerecht. Dabei ist es durchaus erfrischend, das Werk auf Originalklang-Instrumenten zu hören. Aber, Don Giovanni ist keine buffo-Oper,keine Komödie in Noten. Sondern hier werden existenzielle Fragen verhandelt - und dies nicht nur in der Komtur-Szene am Ende der Oper, die hier völlig verunglückt ist. Auch im Maskenterzett geht es um eine Vielzahl von Gefühlszuständen der drei Protagonisten, die uns Herr Jacobs aber vorenthält, er huscht drüber weg. Das hat alles viel Drive und auch eine gewisse Spannung, aber keine wirkliche Dramatik, das "Dramma" findet nicht statt. Aber damit stimmt auch die gesamte Konstruktion der Oper nicht. Es fehlt eine ganze Dimension und das macht diese Einspielung letztlich entbehrlich.

Sängerisch ist das ganz ordentlich gesungen, mehr aber auch nicht. Der Don Giovanni mag zwar jugendlich frisch sein, aber er singt zu steif, mit zu wenig Erotik. Auch die Donna Anna ist zu vorsichtig und zu sehr damit beschäftigt, der Rolle technisch gerecht zu werden, als dass es ihr gelänge, die Rolle zu interpretieren. Der Don Ottavio ist in Ordnung, und dennoch hat man diese Rolle schon deutlich schöner (oder auch dramatischer) gehört. Leporello chargiert etwas, auch das hat man stimmlich schon deutlich schöner und prägnanter gehört.

Insgesamt, bei Würdigung aller Umstände eine letztlich nur durchschnittliche Aufführung. Originalklang alleine reicht eben bei weitem nicht. Man sollte mehr zu Sagen haben.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wichtig, 17. März 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Don Giovanni (Audio CD)
Vielleicht die beste Aufnahme der letzten Jahrzehnte. Die Sänger können insgesamt nicht ganz den Standard der Orchesterleistung halten, aber fügen sich ausgezeichnet in Jacobs' Konzept.

Ob man die etwas willkürlichen Pausen mag, ist Geschmackssache, aber wenigstens hat hier mal jemand eine Meinung und spielt nicht Noten runter. Die "Eingriffe" Jacobs' in die Partitur entsprechen gängiger Praxis des 18.Jahrhunderts, die Idee der Partiturtreue "come scritto" stammt aus dem späten 19. Jahrhundert und hat bei Mozart nichts zu suchen. Giovanni und Commendatore hätte man sicher besser besetzen können, aber trotzdem: Tolle Aufnahme !
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Von Chorknaben, Textdichtern, Zuhältern und Philosophen, 18. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Don Giovanni (Audio CD)
Dem Werbetext seiner Plattenfirma nach will Jacobs bei Mozart das Drama wiederherstellen. Bedauerlicherweise scheint er zumindest bei der Produktion dieses Don Giovanni vergessen zu haben, den eigenen Werbetext auch zu lesen. Dieser Einstieg iin eine Rezension klingt ruppig und recht unfreundlich, doch ist einer Produktion angemessen, deren herausstechenstes Charaktermerkmal traurigerweise das Scheitern am eigenen Anspruch darstellt. Rene Jacobs, der seine Laufbahn als Chorknabe begann, dannals Countertenor wirkte und mittlerweile auf eine Karriere als Dirigent zurückblickt, weiss es nämlich laut Rene Jacobs, besser. Und das besser Wissen bezieht sich natürlich nicht auf Fragen des Chorgesanges oder der Musik. Jacobs weiss es alles besser als Sören Kirkegaard, einer der bedeutensten Philosophen des 19. Jahrhunderts. Kirkegaard nämlich hatte,obwohl Pfarrer, eine Menge Dinge über Don Giovanni geschrieben, die ein Chorknabe völlig zu Recht als unartig empfindet.

Und Jacobs hat zum Zwecke dieses Besserwissens Bücher gelesen, er greift zu diesem Zweck nicht nur auf einen verschiedentlich vom Freistaat Bayern ausgezeichneten Literaturwissenschaftler und ehemaligen Studenten der katholischen Theologie zurück, sondern auf keinen geringeren als - Rene Jacobs selbst. Wer das bedauerlcherweise umfangreichere als gehaltvolle Booklett durchleidet und nicht schon bei den fremdschämgefährdeten Plattitüden Andreas Friesenhagens entnervt aufgibt, der stösst so endlich auf ein Interview, das Rene Jacobs geführt hat. Es ist ein Interview mit Rene Jacobs. Eine Methode des Diskurses, die all jenen sehr zu emfehlen ist, die sich durch abweichende Meinungen völlig zu Recht leicht gestört fühlen.

Gut, jetzt ist diese Rezension schon zwei Abchnitte lang und nicht freundlicher geworden. Hierfür entschuldigt sich der Rezensent bei all jenen, denen es explizit nach einem staatstragenden Don Giovanni im Stil von Facebook verlangt. Es ist heutzutage völlig legtim, die Realität als Beleidigug zu empfinden. Jedoch: über die insgesammt knapp durchschnittliche Stimmqualität der eingesetzten Sänger hat der Rezensent opernfan alles gesagt, was gesagt werden musste. Jacobs Unfähigkeit, das Finale dramaturgisch kohärent zu gestalten, wurde auch mehrfach angemerkt. Man mag einwenden, dass Jacobs, weil er halt vergessen hat, die Werbetexte seiner eigenen Arbeitgeber zu lesen, doch lieber die Komödie bei Mozart betont. Indes ist das Wichtigste in einer Komödie das, was Jacobs gänzlich fehlt: Gespür für Timing.

Stattdessen wird uns hier angepasstester Zeitgeist als historische informierte Aufführungpraxis verkauft. Zerlina, wird uns erklärt, sei eine Feministin, Don Ottavio der Mann der Zukunft, frisch aus dem Lehrbuch des Gender Mainstreaming. Und Friesenhagen, wie stets für einen Satz von vollendeter interlektueller Luftigkeit zu haben, schreibt daszu. "Dessen (Giovannis) Vergehen liegt freilich in seinen amorösen Escapaden." Wer sich auch nur halbwegs mit der Biographie von Emanuele Conegliano, der sich später da Ponte nannte, und bekanntermassen das Libretti zu diesem Stück verfasste, befasst hat, darf sich über derartige moralinsaure Plattitüden nur wundern. Mit dem Hochgesang der kastrativen Enthaltsamkeit mag Mann bayerische Staatspreise gewinnen, mit der Lebensrealität haben sie so wenig zu tuen wie die Sonntagsreden jener, die diese Preise verleihen.

Da Ponte alias Conegliano war ein sinnesfroher Radaubruder, der gern einmal die Ehegattinen anderer Männer schwängerte, nachdem man ihn aus dem heimatlichen Venedig exiliert hatte, Karriere machte. Der zum fleissigen Fliessbandschreiber vieler Komponisten avancierte und in wirtschaftlich schwächeren Zeiten dadurch Geld verschaffte, indem er seine Ehefrau zur Prostitution animierte. Für Mozart habe er sich eigenen Angaben zufolge mit Tokaier, Buisquits, einer Tasse Schokolade und einem Mädchen haarscharf oberhalb der heutzutage noch strafrechlich relevanten Altersgrenze fit gehalten.

Dies nun ist der Autor, den uns Jacobs und der bayerische Staatspreis als Erfinder des EU genormten neuen Mannes verkaufen wolken. Wohlgemerkt der EU von 1787. So verständlch es ist, dass die Schmuddelichkeiten des Ancien Regime nichts für einen Chorknaben sind, so sehr darf sich jeder, der dem Chorknabenalter entwachsen ist, hier veralbert vorkommen. Wenn Jacobs Giovanni Komödie ist, dann bedauerlicherweise unfreiwillige Realsatire.

Da hilft es auch nichts mehr dass das Freiburger Barockorchster fulminant aufspielt und die Ouvertüre dramatisch und vielversprechend ein Versprechen abgibt, dass dann nicht eingehalten wird. Jacobs Versuch gerät nicht über die Exekutierung des eigenen infantilen Grössenselbst hinaus. Er kreist ausschliesslich um die eigene Selbstverliebtheit, bals läppisch albern, bald trotzig die Realität verweigernd. Angebliche historische Informiertheit als Deckmantel für ein Zeitalter des Narzissmus, das alles ausser seiner selbst frohgemut verleugnet. Am Ende tatsächlich eine Buffokomödie, in der Tat.
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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen CD Don Giovanni - Mozart, 14. Januar 2013
Von 
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Rezension bezieht sich auf: Don Giovanni (Audio CD)
Soweit ich reingehört habe - tolle Interpretation, gute Musiker, schöne, gut gearbeitete Rezitative. Wenn ich mich recht erinnere (habe sie verschenkt), war es auch eine der neueren Aufnahmen, die sich an der historischen Aufführungspraxis orientieren, also näher am heutigen Geschmack liegen als die Aufnahmen aus den 80er Jahren.
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Don Giovanni
Don Giovanni von Jacobs (Audio CD - 2007)
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