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24 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser spät als nie, 24. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Live at the 1963 Monterey Jazz Festival (Audio CD)
Man fragt sich zuerst, warum diese bedeutende Aufnahme unglaubliche 45 Jahre in den Archiven schlummern mußte, bis Concord Music Group sich endlich dazu entschließen konnte, sie zu veröffentlichen. Da liegt es nahe, Defizite zu vermuten. Doch der Sound ist hervorragend, die Balance zwischen den Instrumenten perfekt, das Zusammenspiel kongenial und die Hintergrundgeräusche (Publikum) in keinster Weise störend. Daran konnte es also nicht liegen. Vielleicht war das Master-Tape ja verschollen, oder man glaubte gar auf eine Veröffentlichung deswegen verzichten zu müssen, weil einige Tunes in gleicher Besetzung schon auf "My Funny Valentine", " Four and More " und "Miles Davis in Europe" dokumentiert sind- eine Tatsache die es dem dankbaren Hörer jetzt erlaubt vergleichend die Entwicklung dieser hochkarätigen Truppe nachvollziehen zu können. Ist das späte Erscheinen womöglich vertraglichen oder urheberrechtlichen Bindungen geschuldet? Who knows? Who cares? Here it is! Eine der interessantesten und wichtigsten Archivfunde der letzten Jahren, nur vergleichbar etwa mit "Thelonious Monk Quartet with John Coltrane at Carnegie Hall".

In den Jahren 1960-1964, die als Übergangsperiode zwischen dem sogenannten ersten Quintett (John Coltrane, Red Garland, Paul Chambers und Philly Joe Jones) und dem zweiten Quintett (Wayne Shorter, Tony Williams, Herbie Hancock, Ron Carter) betrachtet wird, hatte Miles zuerst mit versch. Saxophonisten experimentiert (Sonny Stitt, Hank Mobley) und schließlich in George Coleman einen "Coltrane-würdigen" Nachfolger gefunden. In den 15 Monaten seiner Bandzugeöhrigkeit konnte Coleman, außer auf den bereites oben genannten Alben, auch noch auf "Miles in Europe" und "Seven Steps to Heaven" unter Beweis stellen, daß er mit vergleichbarer Verve aus dem Fundus der Bebop-Patterns zu zitieren verstand und geschmeidige Linearität mit melodischem Duktus in ähnlich richtungsweisender Manier zu vereinen vermochte wie Coltrane - dessen extatische Expressivität zu erreichen, vermochte er allerdings nie.

Das entscheidend innovative Element wird jedoch von Tony Williams in die Band eingebracht. Dem damals erst 17-jährigen Drummer gelingt es hier quasi im Handstreich die Rolle des Jazz-Schlagzeugers neu zu definieren. Seine komplexen, polyrhythmischen Umspielungen des Grundbeats, sein bewußtes Setzten von Spielpausen in den Balladen, seine flexible Behandlung der Hi-Hat und sein lockeres Federn des Ride-Beckens bei halsbrecherischen Tempi, öffnen die Tore zu bisher unerhörten Räumen der Gestaltungsfreiheit und Dramaturgie. Seine emanzipierte Präsenz im Zusammenspiel ist meilenweit entfernt ist von der Zuträgerrolle des Pace-Keepers im Hardbop-Konzept der 50er Jahre, von dem allenfalls erwartet wurde sporadische Akzente zu setzen.

In das verwindungsreiche rhythmische Geschehen pflanzt Ron Carter mit unerschütterlicher Solidität seine Walkings, und greift auch mal zum Bogen, während Hancock mit dem unverbrauchten Quartensound seiner Voicings - die er in den Rubati mit geradezu telepathischem Einvernehmen den fragilen Monologen der Trompete unterlegt - das tonale Pendant zu Williams metrischer Entgrenzung liefert. Ein musikalisches Terra incognita eröffnet sich, das es gilt mit explorativer Spielfreudigkeit zu erkunden. Eine Landnahme, der auch die Jazzkonzepte der kommenden 40 Jahre nichts mehr Wesentliches hinzufügen sollte.
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So What?, 19. September 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Live at the 1963 Monterey Jazz Festival (Audio CD)
Ich kann der obigen Rezension nicht wirklich etwas hinzufügen. Ich möchte nur auf Track 03 hinweisen, jene eine Version von "So What", die ihresgleichen sucht. Dereinst fand ich, auf der Suche nach Aufnahmen des "großen zweiten Miles Davis Quintett - aber ohne Wayne Shorter sondern mit George Coleman" diese Aufnahme und war beim Probehören sofort hypnotisiert worden vom Treibenden, Panischen, Orgiastischen dieser Session!
Achten Sie bitte auf Colemans Solo, an der Stelle, wo ihm nichts mehr einfällt! Tränen treibt es einem in die Augen. Und danach Hancocks frenetisch-virtuose Spontankomposition! Von unten nach oben und zurück arbeitet er sich durch die Tastatur. Eine meiner absoluten Lieblingsmitschnitte im Jazz überhaupt!
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