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5.0 von 5 Sternen Artikelsammlung als (Basis-)Referenzwerk der Kreolistik, 17. April 2008
Von 
Enrico Quaas (Halle/Saale) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Defining Creole (Taschenbuch)
All diejenigen, die sich mit der Kreolistik - oder allgemeiner mit dem Sprachkontakt (language contact) - auseindersetzen (wollen), den sei dieses vorliegende 'Dossier' wärmstens ans Herz gelegt.
Es handelt sich in erster Linie um eine Sammlung akademischer Texte des Linguisten McWhorter bis ins 21. Jahrhundert, welche sich mit dem Thema 'Kreolsprachen' auseinandersetzt.

John H. McWhorter, einer der führenden Köpfe hinsichtlich der Kreolforschung unserer Tage, nimmt den Leser (Zielgruppe: Forscher) mit auf eine Reise in eine außerordentlich verwinkelte sprachwissenschaftliche Gedankenwelt der Spitzenklasse.
Ausgehend von der Frage, was 'Kreol' eigentlich bezeichnen soll, führt der amerikanische Linguist seinen Leser ein in die verschiedenen morphosyntaktischen Nuancen der kreolischen Sprachsysteme, um fortwährend bestimmte Merkmale zu analysieren und sie in Relation zu setzen. Die Folge sind einige interessante Ansatzpunkte, deren Reichweite wohl bislang noch nicht ausgereizt worden ist.

Um nur ein Beispiel zu nennen: Lange Zeit gab es eine Diskussion um die Frage, ob kreolische Sprachsysteme einen eigenen Typus Sprache darstellen, d.h. ließen sie sich irgendwie einheitlich von anderen Sprachen der Welt in ihrem "Inneren" abgrenzen? Bereits im ersten Kapitel (veröffentlicht 1998) liefert(e) McWhorter dahingehend einen erstaunlichen Beitrag und zeigte auf, dass es tatsächlich einen Prototypen 'Kreolsprache' gibt, deren einheitliche Sturkturmerkmale allesamt zum regen Forschen angeregt haben; und es gibt noch sehr viel, was WIR heute noch nicht verstehen... Lassen sich die von McWhorter aufgeführten Charakeristika wiederum mit der Bioprogrammhypothese Derek Bickertons (1981) in Zusammenhang bringen, sodass auch die Psycholinguistik (v.a. Spracherwerb, Aphasien) stärker mit eingebunden werden muss, um eventuell schließlich dem Ursprung der menschlichen Sprache auf die Spur kommen zu können und für die Kreolsprachenausdifferenzierung und deren 'Wie/Warum' eine "Lösung" zu finden?

Alles in Allem kann man feststellen, dass das vorliegende Buch den höchsten Ansprüchen lingustischer Forschung genügt, ABER ein umfassendes Vorwissen hinsichtlich der Kreolistik/des Sprachkontaktes im Allgemeinen ist unvermeidlich!!
Nichtsdestotrotz hat dieses Werk bereits schon einen Platz direkt neben dem Referenzwerk "Pidgin and Creoles I/II" (1988) von John Holm verdient...
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Defining Creole
Defining Creole von John H. McWhorter
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