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VINE-PRODUKTTESTERam 22. Januar 2008
Eigentlich sind screwball comedies gar nicht einmal so mein Ding. Zu laut, zu lärmend, zu hektisch, gelegentlich auch zu böse. Das ist hier nun ganz anders. Wenngleich auch diese natürlich ein Stück weit böse ist - aber eben nicht nur. Vor allem ist sie gut geschrieben und gut gespielt, und von ein paar Durchhängern im Mittelteil einmal abgesehen tatsächlich lustig statt nervtötend.

Der Film handelt davon, wie sich eine gerissene Betrügerin einen reichen und etwas weltfremden Softie angelt (Trottel wärre ein bißchen hart gesagt, aber nicht ganz ohne Berechtigung). Henry Fonda spielt ihn, und Hellmuth Karasek hat in seinem Buch "Mein Kino" sehr schön beschrieben, wie gut er das kann, dass er mit etwas steifem Understatement auch dann noch eine gute Figur macht, wenn er diverse Male hintereineinander wörtlich wie im übertragenen Sinne auf die Schnauze fällt. Er braucht gar nicht so dick aufzutragen wie etwa ein Cary Grant in "Leoparden küsst man nicht", er erreicht mit weniger mehr. Schade, dass er ansonsten wenige solcher Rollen hatte.

Und die Frau ist Barbara Stanwyck, und dies ist ein echter Glücksgriff. Sie ist ja nun wahrlich keine Screwball-Ikone, aber nach einigen völlig verschiedenen Filmen mit ihr würde ich sagen, Glückwunsch, die Frau kann einfach alles, und sie schafft eine glaubwürdige Darstellung, ohne gewisse Züge ihres bevorzugten Rollentypus völlig zu verleugnen. Das heißt hier: Sie ist ein Stück weit verrucht, hat auch diese herrlich tiefe, sehr coole Stimme, mit der sie im Übrigen ein frivoles Spiel treibt, wenn sie sie in der zweiten Hälfte des Films bewusst ablegt. Damit schlägt auch die weibliche Hauptrolle diejenige in der Ur-Screwball-Comedy "Leoparden küsst man nicht" um Längen: Während die Katherine Hepburn immer eine Spur zu durchgeknallt ist, sieht man bei der Stanwyck immer beides, die kühl Kalkulierende hinter der Leidenschaftlichen, Aufgeregten, und so ist das eben: Entweder stehen diese beiden Persönlichkeitsteile miteinander im Widerstreit, dann geht's ihr schlecht, oder sie ergänzen sich, dann kann sie alles, ohne das eine oder das andere aufgeben zu müssen. Soviel darf also verraten werden: Wer meint, dass hier irgendwann die Widerspenstige noch gezähmt zu werden hat, darf gnadenlos enttäuscht werden.

Aus dieser Figurenkonstellation wird nun eine herrliche Farce gesponnen. Also, allein, wie die Stanwyck sich den Fonda zum ersten Mal angelt, ihm ein Bein stellt, sich den high heel abbricht und ihn dazu bekommt, mit ihr in die Schiffskabine zu gehen, sich aus einem ganzen Koffer voller Schuhe einen auszusuchen und ihr den anziehen zu dürfen... und dann gleich so heftig zu flirten und ihm auf die Pelle zu rücken, dass Karasek dies wohl zu Recht als "am Rande der Zensur" bezeichnet. Wie betrügerischer Vater und betrügerische Tochter die Pokerkarten mehrere Male hin- und hermanipulieren, weil die eine sich tatsächlich verliebt, der andere aber nach wie vor die Knete möchte. Wie dann die Stanwyck als "Lady Eve" aus England einen giggelnden Auftritt hinlegt, bei dem sie mit fein veränderter Stimme und Aussprache wie ein neugierig-kokettes Kind über ihre ersten Eindrücke von Amerika plaudert und sogar die eine oder andere englisch-amerikanische Kommunikationsschwierigkeit geziegt in ihre Mimikry einbaut. Wie dann schließlich der Fonda diese Eve heiratet und sie ihm im Zug gesteht, dass sie mit diversen Männern schon etwas hatte. Überhaupt diese Zugszene, zu einer drohenden Musik aus Wagners "Ring", der Zug pfeift wie verrückt und fährt in Tunnels wie verrückt, und statt dass der Fonda (pardon) auch mal in den Tunnel kann, man hat ja Flitterwochen, muss er sich Männergeschichten anhören... Das ist göttlich, eine herrlich absurde Steigerung, wie da immer neue Männernamen aus dem Hute gezaubert werden. Da würde einen schon interessieren, ob der gute alte Hitch sich davon zu der symbolischen Tunneleinfahrt am Ende von "Der unsichtbare Dritte" hat inspirieren lassen.

Und ob Billy Wilder dies tat, der ja quasi ein Studiokollege vom "Falschspielerin"-Regisseur Preston Sturges und mit ihm bekannt war, und mit dessen Esprit der Film ein bißchen vergleichbar ist. Bei ihm gibt es auch einmal eine Szene, in der absurde Steigerungen erfundener Männergeschichten einen Kerl so richtig kirre machen (Love In The Afternoon). Nun denn: Alle genannten können es...

Schließlich wird's doch noch romantisch und beinahe etwas konservativ. Der Fonda muss erkennen, dass ihm die verruchte Stanwyck, um deren Verruchtheit er weiß, natürlich lieber ist, als die Edle, in deren Vorleben abgründige Geheimnisse schlummern. Wie man das hinbiegen kann, ohne dass es kitschig wird, verrate ich nicht - nur soviel: Die Stanwyck ist hier Gewinnerin auf ganzer Linie, und wie sie dem Fonda das klar macht, hat Klasse, Chuzpe, Charme, Esprit, und zeigt: Frauen regier'n die Welt. Wenn's so gemacht wird, bitte gern!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
"Die Falschspielerin" heisst im Original "The Lady Eve". Eine englische Lady, die allerdings erst im zweiten Part des Films auftaucht. Preston Sturges Screwball-Comedy glänzt nämlich mit super Einfall, einem Extrem-Cut in der Mitte des Films, wenn aus unserer raffinierten Trickbetrügerin Jean Harrington (Barbra Stanwyk) die alles bezaubernde, liebevolle Lady Eve wird und mit der Verwandlung auch die Locations wechseln, statt an Bord des Luxusliners gehts heiter weiter beim Empfang in einer Brauereivilla. Die Verwandlung hat natürlich Gründe und ein Ziel namens Hopsie (Henry Fonda) den etwas tölpelhaften, schüchternen, weltfremden, naiven, ungeschickten Millionärssohn und Amazonasforscher Charles Pike. Hopsie erforschte im Urwald Schlangen und steigt zur Weiterfahrt nach Beendigung der Expedíton überraschend mit seinem Assistenten und Faktotum und seiner Schlange auf einen Luxusliner.
Hier macht er dann Begegnung mit der wirklichen Schlange...Jean.
Jean, ihr Vater (Charles Coburn) und ein weiterer Komplize bilden ein Betrügertrio, die auf diesen Überfahrten stinkreiche Passagiere beim Kartenspiel um viel Geld erleichtern. Hopsie soll das nächste Opfer werden...aber dann kommt die Liebe ins Spiel. Und ab diesem Zeitpunkt laufen die ganzen Pläne aus dem Ruder. Nicht zuletzt weil Hopsies Assistent die Wahrheit vermutet und schliesslich auch noch an Bord aufdeckt.
Hopsie gibt Jean den Laufpass, diese ist aber noch nicht "fertig" mit ihm, denn sie braucht ihn "wie das Hackebeil den Truthahn"...und bis die beiden Liebenden endlich das wohlverdiente Happyend erleben dürfen, taucht eben eine Lady Eve überraschend auf einem Empfang beim Vater des zukünftigen Ehemannes auf und diese Frau sieht der Trickbetrügerin Jean sehr ähnlich...natürlich funkt es auch ein zweites Mal.
Mit viel witzigen Slapstickeinlagen, eleganter Spielfreude, ein bisschen Lubitsch-Touch und heiterem Geschlechterkrieg ist dieser 40er Jahre Hit von Preston Sturges inszeniert. Barbara Stanwyk und Henry Fonda glänzen in ihren Rollen, auch die Nebenrollen sind bestens besetzt...vor allem Charles Coburn als durchtriebener Vater der angehenden Braut.
Barbara Stanwyk spielt genial ihre Rolle mit emanzipatorischen Fähigkeiten, lange bevor die Emanzipation zum grossen Thema wurde.
Der Film ist Teil der SZ Cinemathek mit dem Schwerpunkt Screwball Comedies, die Reihe umfasst Filme aus allen Dekaden bis zur Gegenwart und versucht hoffentlich erfolgreich auch diese Klassiker einem neuen Publikum schmackhaft zu machen. Verdient haben es diese Perlen der Filmgeschichte...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Die Rezension bezieht sich auf den Film.
Filmtitel: The Lady Eve (Die Falschspielerin). Herstellungsland: USA. Premiere: 1941.
Mit: Barbara Stanwyck, Henry Fonda, Charles Coburn u. A. Regie: Preston Sturges
Genre: Komödie - Screwball-Comedy
Eine Oscar-Nominierung für die beste Originalgeschichte

Von Anfang an lässt der Film keinen Zweifel darüber aufkommen, dass es um Spaß, Freude, Lachen geht. Slapstick von Vorne weg in allen Szenen. Trotz dem Jahr 1941.
Egal was Barbara Stanwyck spielt, sie spielt es gut. Auch in dieser Komödie. Sie ist selbstbewußt, sie strahlt, sie schmückt die Szenen mit ihrem Leben. Sie ist sprachgewandt, schlagfertig, vielseitig, attraktiv, interessant und faszinierend. Und selbst wenn man sich dagegen wehrt, über Szenen eines Filmes aus dem Jahre 1941 zu lachen, man muß es einfach, kann sich dagegen nicht wehren. Es ist die menschlich allgemeine Beschaffenheit, lachen zu wollen und sich am Leben zu freuen. Das ist der erste Antrieb, dann kommt das Andere, wenn es muß. Henry Fonda ist in seiner ernsten, schüchternen Verlegenheit sehr lustig und komischerweise wahrlich gut. Die Betrügertochter (Stanwyck) soll ihn ausnehmen, verliebt sich jedoch in den naiven Schönling. Es ist schön der turtelnden Romanze der Beiden zuzusehen und man gönnt ihnen das vollendete Glück am Ende, das wahrlich kommen wird. Wer wagt gewinnt. Sie stellt ihm anfangs das Bein und gewinnt ihn damit für sich. Am Ende tut sie es wieder und gewinnt ihn doppelt. So muß man es machen - wie Barbara Stanwyck. So überaus zierlich und zerbrechlich und doch eine der Größten und Mächtigsten der gesamten Filmgeschichte. Ich habe sie selten so liebreizend und erfrischend gesehen, wie in diesem frohgemuten Film. Henry Fonda wäre für diesen Film sicher austauschbar gewesen durch genauso feine Typen wie Lew Ayres, James Stewart, Gary Cooper oder sogar Cary Grant - Barbara Stanwyck gewiss nicht. Ich bin immer skeptisch bei Filmen mit einer Frau in erster Hauptrolle. Bei Barbara Stanwyck muß es jedoch so sein. Freilich ist es eine Komödie, aber dennoch vermag Mrs. Stanwyck ihre gesamte Weiblichkeit vollendet zum Ausdruck zu bringen. Es ist schlicht und einfach eine große Freude, ihr zuzusehen und sie anzuschauen.
Mladen Kosar
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. Juli 2007
Sie wäre dieses Jahr Hundert geworden und war in den 40er Jahren eine der bestbezahlten und beliebtesten Schauspielerinnen, Barbara Stanwyck.
In Deutschland sind viele von den Meilensteinen in denen sie ihr Talent unter Beweiss stellte gar nicht zu bekommen, obwohl einer der wichtigsten Filme überhaupt "Frau ohne Gewissen" - "Double Indemnity" dazu gehört.
Um so grösser ist die Freude, dass diese sehr intelligente Komödie von Sturges, endlich auf DVD erscheint.
Apropos Sturges, da gäbe es auch noch so einiges!!!
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am 14. Juni 2014
Auf seiner Fahrt über den Atlantischen Ozean geht der Luxusliner "Southern Queen" an der Mündung des Amazonas plötzlich vor Anker. Charles "Hopsie" Pike, Sohn eines steinreichen Bierbrauers, kommt an Bord. Im Schlepptau führt er seinen misstrauischen Aufpasser Muggsy, der ihn seit seiner Kindheit vor jeglichem Unheil bewahrt. Wie alle heiratsfähigen Damen steht auch die spottlustige Jean Harrington drei Etagen höher an der Reling, wo sie gemeinsam mit ihrem Vater und dessen Kompagnon die Ankunft des heiß begehrten Millionenerben beobachtet. Jean ist eine gerissene Falschspielerin. Mit einer trügerischen Liebeslist will das Hochstapler-Trio den artigen Hopsie in die Falle locken. So setzt Jean subversiv zu einer ersten Kontaktaufnahme an, indem sie einen angebissenen Apfel der Verführung zielsicher auf Hopsies Tropenhelm wirft, als dieser gerade die Leiter erklimmt, sodass der schüchterne Schlangenforscher bereits zu ihr aufschauen muss, noch ehe er den Dampfer betreten hat. Weibliches Kalkül diktiert von Anfang an den Lauf der Handlung.

Schon am darauf folgenden Abend gerät Hopsie im Speisesaal mächtig in die Bredouille. Jean nimmt ihn mit einem Handspiegel ins Visier, während sie die ungelenken Flirtversuche der anderen Frauen abschätzig kommentiert. Als Hopsie an ihrem Tisch vorbeiläuft, ergreift sie selbst die Initiative und lässt ihn über ihr ausgestrecktes Bein stolpern, wodurch sie amouröse Turbulenzen in Gang setzt, in denen Jean ihre dominante Haltung bis zum Schluss beibehalten wird. Denn eine zunehmende Sympathie schiebt sich vor die Absicht, Hopsie zu düpieren, weshalb sie den naiven Junggesellen auch heimlich vor den raffinierten Kartentricksereien ihres Vaters schützt. Beide verlieben sich ineinander. Im Mondschein erhält sie schließlich am Bug des Schiffes den Heiratsantrag, doch nachdem die Tarnung der drei Gauner durch ein verräterisches Fahndungsfoto aufgeflogen ist, sieht sich Hopsie in seinen Vorurteilen gegenüber Frauen bestätigt und weist Jeans aufrichtig empfundene Zuneigung in dem irrigen Glauben, einer Meisterin der Intrige auf den Leim gegangen zu sein, aus gekränktem Stolz zurück. Die zweite Hälfte des Films zielt darauf ab, diese Fehleinschätzung wieder zu verflüssigen. Jean sinnt auf Rache. Dazu wechselt sie die Identität. Ein Freund ihres Vaters schleust sie in Connecticut als seine englische Nichte Lady Eve Sidwich bei einer exklusiven Abendgesellschaft im Hause der Pikes ein. Zwar meint Hopsie, sie vage zu erkennen, doch redet er sich trotz der eindringlichen Warnungen von Butler Muggsy ein, dass es sich bei jener eloquenten Lady um die erhabene Kehrseite jener charmanten Betrügerin handelt, die ihn zuvor auf hoher See zu einem unbedachten Liebesgeständnis verleitet hatte. Was nun folgt, ist ein kolossale Parodie auf britische Etikette.

Um die Achterbahnfahrt der Gefühle munter voranzutreiben, bedient sich Preston Sturges des einschlägigen Vokabulars der Screwball Comedy. Scharfzüngige Dialoge, brillant getaktete Running Gags, doppelt kodierte Sentenzen und akrobatischer Slapstick beschleunigen die Liebestäuschungen derart, dass sich bereits früh eine radikale Neuordnung der traditionellen Geschlechterhierarchie herauskristallisiert. Den Rest besorgen rabenschwarze Seitenhiebe auf den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg. Die Filme von Sturges wirken auf den ersten Blick immer wie ein Patchwork verschiedener Stile. Sie saugen den Populismus von Capra, die Rasanz von Hawks und die Anarchie der Marx Brothers in sich auf, variieren sie und loten ihre Grenzen aus. Mit "The Lady Eve" (1941) sollte es dem Regisseur allerdings gelingen, die Genrekonventionen zu sprengen, indem er der famosen Barbara Stanwyck die Rolle einer selbstbewussten "fast talking dame" auf den Leib schneiderte, die sich jederzeit als Herrin der Lage erweist und ihrem männlichen Partner in allen Lebenslagen haushoch überlegen ist. Sie packt ihn am Schlafittchen, demütigt ihn, schüttelt ihn kräftig durch, und wenn sie Fondas Hopsie ganz nah an sich herandrückt, weiß man nicht genau, ob sie den einfältigen Trottel gerade in den Schwitzkasten nimmt oder einfach nur ein bisschen mit ihm kuscheln möchte.

Seine possierliche Tölpelhaftigkeit kommt ihr dabei zu Hilfe. Mehrmals muss Hopsie auf der Dinner-Party seines Vaters den Smoking wechseln. Kaum ein Tablett, an dem er unbeschadet vorbeimarschiert. Er stürzt bäuchlings über eine Couch und verheddert sich heillos in einem Vorhang. Am Ende ist er stets der begossene Pudel. So amüsiert man sich auf Kosten eines unbeholfenen Mannes, der nicht anders kann, als sich dem unbändigen Verführungswillen jener Amazone zu unterwerfen, der er letztlich zum zweiten Mal ins Netz geht: Bei Sonnenuntergang ringt Lady Eve dem verträumten Romantiker das Ja-Wort ab, nur um in der Hochzeitsnacht die Bombe platzen zu lassen. Im Zug flüstert sie ihm ganz beiläufig eine Reihe von Affären ins Ohr, die freilich allesamt erfunden sind. Sie suggeriert ihm damit ein Zerrbild seines eigenen Verdachts und entwirft die monströse Vision einer hinterhältigen Frau, die trügerischer ist, als er es sich jemals in seiner Phantasie hätte ausmalen können. Nachdem Hopsie nun erfolgreich den Gipfel seiner Verblendung bestiegen hat, stürzt er wütend aus dem Abteil und reicht am nächsten Tag die Scheidung ein.

Das Chaos, das Jean mit ihrem Drang nach Vergeltung heraufbeschwört, besitzt anfangs noch einen beunruhigend destruktiven Charakter. Die Unvernunft scheint sich durch sie mit Engelszungen zu artikulieren. Alles, was sie sagt, meint sie ernst und unernst zugleich. Doch Sturges dreht und wendet ihre grausamen Streiche so lange, bis sich die Glücksverheißung klar und deutlich offenbart. Die letzte Runde des Geschlechterkampfes findet wieder auf der "Southern Queen" statt. Erneut fällt Hopsie über Jeans ausgestrecktes Bein. Das kann einem Menschen doch kaum ein zweites Mal passieren?! Aber diesmal ist die Situation anders, denn Hopsie billigt nun, geheilt durch Lady Eves schmerzliche Schocktherapie, der entlasteten Jean ihre weibliche Souveränität zu, indem er offen zugibt, gern von ihr betrogen werden zu wollen. Erheitert über den Zufall, der keiner ist, schließt er sie endlich in seine Arme und küsst sie unter dem Applaus der anderen Gäste. In einer guten Screwball-Komödie hat eben aller Unfug seinen tieferen Sinn, auch wenn an einigen Stellen ein paar Widersprüche auftauchen. Niemand kann das mit einer solchen seiltänzerischen Leichtigkeit inszenieren wie der Tausendsassa Preston Sturges.
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am 3. Juli 2013
Ich habe mich selten so amüsiert und das auf ganz hohem Niveau. Grandios Barbara Stanwyck. Und ganz ungewohnt,
aber nicht weniger gut, der etwas tolpatschige, weltfremde Millionär (henry Fonda). Da gibt es nur eines kaufen und
zurücklehnen, am besten Klingel ausstellen, falls man es kann, damit man durch nichts die Dialoge verpasst und ungestört
genießen kann. Daumen ganz hoch.
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am 31. Oktober 2010
Charles Pike (Henry Fonda) ist der Sohn eines reichen Brauereibesitzers. Doch weil er mit diesem Geschäft nicht viel anfangen kann, hat sich Charles der Schlangenforschung verschrieben. Auf seiner Rückreise nach einjährigem Südamerika-Aufenthalt begegnet er auf dem Passagierdampfer der Falschspielerin Jean Harrington (Barbara Stanwyck) und ihrem Vater (Charles Coburn), die sich ihren gemeinsamen Lebensunterhalt mit Falschspielerei verdienen. Während Charles sich ohne grosse Gegenwehr von Jean um den Finger wickeln lässt, wird sein brummiger Bodyguard (William Demarest) misstrauisch. Jean ist es aber mit ihrer Annäherung an Charles durchaus ernst. Charles ist schon drauf und dran, sich mit Jean zu verloben, als ihm die wahre Motivation der Harringtons offenbart wird. Für Charles ist das ein Schlag ins Genick und er will nichts mehr mit Jean zu tun haben. Doch diese gibt nicht so schnell auf. Als sie wieder in den USA ist, gibt sie sich als englische Lady aus, um sich Charles doch noch zu angeln, und sie bringt ihn mit ihrer Präsenz fast wieder um den Verstand. Trotzdem ist es nicht ganz so einfach, denn wegen ihr bekleckert er sich an der Party in der heimischen Villa drei feine Anzüge und verliert langsam die Nerven.
Der für seine pointierten und scharfzüngigen Komödien bekannte Regisseur Preston Sturges hat hier einmal mehr ein Werk mit einer ungewöhnlichen, fast schon an Parodie reichenden Geschichte abgeliefert. Die teils krassen, aber meist liebenswerten Figuren machen es einem nicht schwer, an der Geschichte dran bleiben zu wollen. Und vor allem gibt es dramaturgische Wendungen, die einem den Ausgang der Geschichte nicht gleich auf die Nase binden. Im übrigen ist es erfrischend, Henry Fonda mal in einer komischen Rolle zu sehen, zumal er damals ja oft in ernsten Filmen zu sehen war.
THE LADY EVE aus den Paramount-Studios mit Jahrgang 1941 dauert auf der DVD fast sekundengenau 90 Minuten (übrige Logos natürlich nicht eingerechnet). Das würde eigentlich ausreichend Platz lassen, um die DVD mit Bonusmaterial oder einer gescheiten Audiosprachen- und Untertitelauswahl anzureichern. Doch nichts dergleichen ist der Fall. Es gibt je eine technisch durchaus brauchbare deutsche und englische Mono-Tonspur und optionale deutsche Untertitel. Das s/w-Bild im 4:3-Format wurde (durch die inzwischen verantwortlichen Universal-Studios) gut überarbeitet übernommen. Das Bonusmaterial besteht aus Werbung für weitere SZ-DVDs. Näheres zum Film erfährt man dann wenigstens noch im Klappentext.
Obwohl die hiesigen Rechte bei "Universum Film" liegen, ist bis dato nur eine DVD-Veröffentlichung des Film über die SZ-Cinemathek realisiert worden, doch wer die "Hollywood Highlights"-Reihe von "Universum Film" kennt, ahnt, dass die Veröffentlichung dort wohl auch nicht feudaler ausfallen würde. Schade!
Fazit: Wer einfach nur einen tollen Komödienklassiker sehen will, kann sich gerne darauf einlassen. Wer aber eine gut ausgestattete DVD zur Bedingung macht, hat schlechte Karten. Deshalb gibt es von mir drei von fünf Royal Flushs und einen Parfümerie-Gutschein.
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