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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Nr. 1 - und eine der besten, 27. März 2011
Von 
Sommerwind - Alle meine Rezensionen ansehen
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Rezension bezieht sich auf: Sinfonie 1 (Audio CD)
Im Jahr 2006 knüpft Mariss Jansons gemeinsam mit dem Royal Concertgebouw Orchestra an die eindrucksvolle Tradition dieses Weltklasse-Orchesters in der Interpretation von Mahlers sinfonischem Werk an. Die Aufnahme legitimiert in besonderer Weise das Attribut der "Vokalsinfonik" für Mahlers Oeuvre. Und das, obwohl die erste Sinfonie Mahlers noch gar keine Stimmen aufbietet. Jansons exemplifiziert aber bereits an diesem sinfonischen Erstlingswerk, was in anderen Zusammenhängen gern als "Textverständlichkeit" bezeichnet wird. Jansons nimmt die Partitur ernst; verleiht der Musik keinen Nachdruck, wenn nicht ausdrücklich verlangt; er folgt Mahlers Tempo-Angaben und verzichtet auf jeden emphatischen Beifall zur "Weltanschauung" Mahlers. Darin erweist sich Jansons' Gestus als Gegenkonzept zur wilden Entschlossenheit Bernsteins.
Mahlers erste Sinfonie ist geprägt durch zusehends trügerische Naturlaute und folkloristische Anklänge - und Jansons konfirmiert mit seiner klugen und behutsamen Interpretation Adornos Diktum "Der Stellung der Mahlerschen Musik zur Objektivität ist hämisches Archaisieren fremd." (T.W. Adorno: Die musikalischen Monographien, Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1986, S. 188.) Jansons macht die Dialektik hör- und erlebbar; sie bleibt, ohne in höhnische Parodie oder in krude Affirmation zu verfallen "schwebend unwirksam". Darum ist der von Jansons und dem Royal Concertgebouw Orchestra geschaffene Klangraum semantisch und musikalisch unerschöpflich.
Die jeder Indienstnahme oder opportunistischen Gefälligkeit abholde Sachlichkeit stellt Mahlers erste Sinfonie in ihrem Entwurfscharakter, ihrer Verfallenheit an das ruinenhafte Fragment und ihrer dezidierten Unzulänglichkeit vor uns hin. Mahlers Musik ist "Statement" genug; dazu bedarf es keinen exaltierten Kommentars. Einzig diese "Lesart" eröffnet uns die Dramatik und Melancholie von Mahlers erster Sinfonie. Das gilt für sämtliche Sätze dieser Aufnahme.
Klangtechnisch ist sie wie alle RCO-Aufnahmen tadellos, wenn sie auch - hier sind wir wieder bei den Analogien zur Vokalmusik - ein eher dunkles "Timbre" trägt. Unter allen mehr oder minder aktuellen Aufnahmen, etwa von Abbado oder Boulez, kommt dieser Einspielung zweifellos am ehesten der Status einer Referenzaufnahme zu (wenn man die älteren Einspielungen von Walter und Kubelik einmal außer Acht lässt.)
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Sinfonie 1
Sinfonie 1 von M./Cgo (Rco) Jansons (Audio CD - 2013)
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