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Kundenrezensionen

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am 18. Februar 2009
Milos Forman inszenierte 2006 eine bizarre Geschichte. Spanien 1792: Der Mönch Lorenzo (Javier Bardem) nimmt Goya (Stellan Skarsgard) gegenüber der Inquisition in Schutz, indem er fordert, nicht der Kritiker sei zu bestrafen, sondern das Objekt seiner Kritik: die Ungläubigen. Schon hier zeigt sich Lorenzos grandioses Missverständnis Goya gegenüber, der ja den heuchlerischen Klerus karikiert und nicht die vermeintlichen Abweichler und lediglich Aufträge des Hofes und der Geistlichkeit entgegennimmt, um genügend Freiraum für seine kritischen Arbeiten zu haben. Lorenzo fordert die Wiedereinführung der "peinlichen Befragung" (=Folter). Er ist kein religiöser Eiferer, er nutzt seine Stellung innerhalb der Inquisition, um die vermeintliche "Judaisiererin" Ines (Natalie Portman), eine Bürgerstochter, die Goya gelegentlich Modell steht, in seine Gewalt zu bekommen und sie im Gefängnis zu missbrauchen. Ihre Familie erpresst Lorenzo, um Ines aus der Haft zu befreien. Doch der flieht ins revolutionäre Frankreich, um 1808 mit den Napoleonischen Truppen als Besatzer wieder zurückzukehren. Seine vorgebliche "Fürsorge" für Ines zeigt die Abgründe seines Charakters.
Etwas zu plakativ reiht der Film Schrecken an Schrecken. Die Wut steigt über die Verhältnisse ohne Rechtssicherheit, in denen das einzelne Menschenleben fast nichts gilt. Der Schrecken der Inquisition wird vom Schrecken der französischen Truppen abgelöst. Glücklicherweise ist Forman ein versierter Regisseur, der die Darstellung des Grauens nie voyeuristisch werden lässt. Besonders beeindruckend empfand ich Michael Lonsdale als Großinquisitors. Sehr gelungen auch die Szenen zwischen Goya und der Königin Maria Luisa (Blanca Portillo), sowie Goya und Joseph Bonaparte. Das Malergenie windet sich, schäkert mit der Königin, ohne ihr Gemälde zu idealisieren. Und den Bonapartes darf ohnehin nicht der Kunstverstand abgesprochen werden. Goya als subversiver Pragmatiker, leider viel zu selten im Film. Dass viele Gemälde, die bei Goya im Atelier stehen, erst sehr viel später entstanden sind, möchte ich nur nebenbei erwähnen.
Bardems Darstellung des Lorenzo lässt wirklich frösteln. Er spielt den skrupellosen Wendehals, der sich so lange mit den Verhältnissen arrangiert bis es ihm buchstäblich das Genick bricht. Portmans Rolle ist zutiefst berührend, allerdings spielt sie im zweiten Teil des Films eine völlig gebrochene Frau, die keine weitere Entwicklung mehr vor sich hat. Die Schlussszene ist sehr ambivalent. Sie könnte als Liebesgeschichte zwischen Ines und Lorenzo missdeutet werden, wo sie doch lediglich illustriert, dass Ines unter einer besonders furchtbaren Form des Stockholm-Syndroms leidet, unfähig zu erkennen, wer für ihr Leid verantwortlich ist.
Der Vergleich mit "Amadeus" zeigt leider eine Schwäche des Films: Während die Betrachtung durch Salieri uns Mozart näher bringt, kann uns die Figur Lorenzos fast nichts über Goya erzählen. Goyas Figur bleibt blass, und das obwohl Skarsgard in manchen Einstellungen Goya beeindruckend ähnlich sieht (im Vergleich zu seinen Selbstbildnissen). Schade, schade. 1808 schrieb Goya in sein Tagebuch: "Ich war Zeuge, wie sich die edelsten Ideen von Freiheit und Fortschritt in Lanzen und Säbel und Bajonette verwandelten. Feuerbrünste, Plünderungen und Vergewaltigungen, die eine neue Ordnung bringen sollten, tauschten in Wirklichkeit nur den Galgen gegen das gemeine Würgeeisen." - Hätte der Film analysieren wollen, warum die Ideale der Französischen Revolution sich in der praktischen Umsetzung in Terror verwandelten, hätte es ein großer Film werden können. So ist es lediglich eine eher private Tragödie. Die opulente Ausstattung scheint Geschichte zu atmen, manchmal leider etwas zu langatmig. Mit seinen zeitgenössischen Stoffen ("Larry Flynt", "Der Mondmann") war Forman deutlich bissiger.
Die DVD ist mit optionalen deutschen Untertiteln ausgestattet. Als Extras gibt es eine Einführung, Interviews mit den Darstellern. B-Roll und den Kinotrailer (Gesamtlaufzeit 45 Minuten, allerdings zum Teil redundant, "Nettolaufzeit" also etwas kürzer).
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am 16. Juli 2007
Zugegeben- der Titel "Goyas Geister" mag zunächst etwas irreführend sein, beschreibt dieses Meisterwerk aus der Schmiede Milos Formans ( Oscar für Amadeus) doch vielmehr die Epoche, in der der Namensgeber des Films wirkte - und dies auf grandiose Weise.

Als Inés, Tochter eines reichen Händlers, sich von Francisco de Goya portraitieren lässt, ahnt sie nicht, dass sie schon bald darauf von der spanischen Inquisition vorgeladen und schließlich gefoltert und aufgrund altjüdischer Praktiken eingesperrt wird. Bald ist sie nicht länger nur die Obszession des Künstlers Goya, sondern auch die eines der Ordensbrüder...

Natalie Portmans schauspielerische Leistung in diesem kleinen aber feinen Film ist dabei von ungeheurer Schlagkraft und ringt Bewunderung ab. Eine wunderbare Abhandlung über eine der wohl düstersten Zeiten der Spanischen Geschichte - und des Christentums, die unter die Haut geht.

Trotz weniger, aber hinnehmbarer, Längen: 5 Sterne
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am 28. Juli 2007
Ines ist die Muse des Malers Goyas Ende des 18 Jahrhunderts in Spanien. Die Inquisition beherrscht das Land und Ines wird eines ihrer Opfer. Der Vater von Ines bittet Goya sich für seine Tochter einzusetzen. Goya nimmt vorsichtig Kontakt zu dem mächtigen Pater Lorenzo auf. Aber seine Bitten scheitern. Erst durch den französische Eroberungskrieg gelangt Ines wieder zu Freiheit. Doch die Jahre im Gefängnis haben ihre Spuren hinterlassen. Sie spricht wirr und sucht nach ihrer Tochter, die man ihr im Gefängnis wegnahm. Goya nimmt sich ihrer an und recherchiert. Das geübte Auge des Malers findet auch die Tochter von Ines. Aber der jetzt unter der französischen Schirmherrschaft stehende Intrigant Pater Lorenzo greift erneut ein und verhindert ein Zusammenkommen von Mutter und Tochter.

Der Film erzähl ein düsteres Kapitel Spanischer Kirchengeschichte. Die mitspielenden Gestalten könnten Goyas Werk entnommen sein. Die erzählte Geschichte dient mehr als roter Faden. Es sind die pittoresken Bilder jener Zeit, die den Film aus der breiten Masse heraus heben.
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am 12. November 2011
Über den Inhalt und der filmischen Qualität ist in den vorliegenden Rezensionen
schon mehr als ausführlich geschrieben worden, aber noch keine Wort über
Bildqualität der Blu-ray!
Im Gegensatz zu der 2007 erschienen DVD, konnte ich leider nicht die erwartete
Steigerung der Bildqualität feststellen!
Ich habe mir beide Ausgaben mit meinem Beamer auf einer 2,80 m breiten Lein-
wand sehr sorgfältig angesehen und gleichzeit viele Einstellungen gegen-
einander direkt verglichen und konnte keineswegs die sonst bei Blu-Ray Aus-
gaben so deutliche bessere Auflösung feststellen! Schade!
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am 14. Dezember 2009
Vom Titel her steht die geschundene und gequälte menschliche Kreatur im Mittelpunkt des Films. Deswegen sehen wir gleich in der Anfangszene viele Zeichnungen von Goya, die das veranschaulichen und werden außerdem in die Problematik der Inquisition mir ihrer hochnotpeinlichen Befragung, üblicherweise auch Folter genannt, eingeführt. Forman entwickelt einen prallen Bilderbogen der Gewalt, mit Anleihen an der Geschichte Europas um 1800. Teils um fiktive Figuren, teils um historische Größen herum entwickelt er seine dramatischen Bilder.
Daneben bilden noch zwei Hauptfiguren das zentrale Trio: vor allem Natalie Portman- bis zur Unkenntlichkeit verhässlicht - beeindruckt in einer Doppelrolle, die die unendliche Fortsetzung des Elends darstellt, sowie Javier Bardem als zynischer Opportunist, der vom Priester zum Vergewaltiger mutiert und erst am Ende wegen seiner Verbrechen zur Rechenschaft gezogen wird. Nie langweilig, ohne erhobenen Zeigefinger hinterfragt der Film Fanatismus und das Recht auf Glück im Wandel historischer Ereignisse.
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am 17. Juni 2007
Ein wirklich Eindrucksvolles Drama über die Grausamkeit der Spanischen Inquisition und das Leid zweier Menschen die quasi nur durch ein Gemälde mit einander verbunden sind.

Es wird mal wieder sehr anschaulich dargestellt wie grausam und machtbesessen die katholische Kirche zu der damaligen Zeit war.

Wer wirklich tiefgehende historische Filme mag, kommt hier voll und ganz auf seine Kosten.

Und erlebt eine fantastische Natalie Portman in ihrer vielleicht schauspielerisch besten Rolle!
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am 6. April 2008
Meine anfängliche Assoziation war: "Goyas Geister" erinnert Déjà-vu artig an "Les Misérables". Und am Ende des Films verstärkte sich der erste Eindruck noch. Da (Madrid) wie dort (Paris) ist das historische Gefüge die Zeit kurz vor bzw. während der Napoleonischen Kriege. Da wie dort geht es um Gewaltherrschaft, Unterdrückung, Flucht, Wiederkehr, Rache und Liebe. Da wie dort ist ein starker Frauencharakter von großer Bedeutung. In beiden Filmen sticht der Bösewicht den Helden in punkto Tiefe der Figur aus. Dennoch hat Regisseur Milos Forman Victor Hugos Roman nicht einfach kopiert, er hat ein ansprechendes Eigenwerk geschaffen, das aufgrund der schauspielerischen Einzelleistungen durchaus in den Bann zieht.

Stellan Skarsgård spielt Francisco Goya (1746-1828), über den das spanische Königspaar seine schützenden Hände hält. Der Inquisition ist der Hofmaler aufgrund seiner kirchenkritischen Kupferstiche nämlich schon lange ein Dorn im Auge, nur zu gerne würde sie ihn in den Kerker werfen. Für einen reichen Kaufmann fertigt Goya ein Ölbild von dessen Tochter Inés (Natalie Portman) an. Pater Lorenzo (Javier Bardem), ein kirchlicher Agitator, zählt ebenfalls zu Goyas künstlerischen Auftraggebern. Als die Inquisition Inés der 'Peinlichen Befragung' - sprich Folter - unterzieht, weil sie kein Schweinefleisch isst und daher im Verdacht steht, "Judaisiererin" zu sein, bricht die mühsam aufrecht erhaltene heile Welt des Malers zusammen, Goyas Geister, dunkle Schatten, werden rund um ihn entfesselt.

Damit wird klar: Goya bleibt zwar der Held im Hintergrund der Geschichte, der Film selbst ist aber kein Künstlerepos, sondern malt anhand von zwei Charakteren (Lorenzo und Inés) ein politisches Zeitgemälde.

Pater Lorenzo kehrt der Inquisition den Rücken, wechselt von der Bibel zu Voltaires Schriften und macht Karriere in der französischen Revolutionsarmee. Er ist dennoch kein billiger Überläufer, sondern ein überzeugter Eiferer in all seinem Tun und Lassen. Javier Bardem spielt diese Ambivalenz brillant, er schafft die Grätsche zwischen unsympathischster und gleichsam sympathischster Figur mit Verve.

Natalie Portman, die auch im realen Leben kein Schweinefleisch, bzw. überhaupt keine tierlichen Produkte konsumiert (weil Veganerin), schlüpft in eine Doppelrolle. Einerseits mimt sie das Inquisitionsopfer Inés, andererseits deren Tochter Alicia; die Eine devot, die Andere mit reichlich Ecken und Kanten. In "Les Misérables" teilten sich Uma Thurman und Claire Danes mit ungekehrten Attributen diese Generationenfolge auf. Portman spielt Mutter und Tochter selbst - ein mutiges Unterfangen!
Übrigens: In den Interviews verrät Milos Forman, dass er Natalie Portman nicht nur aufgrund des Talents gecastet hatte, sondern wegen ihrer Ähnlichkeit zum "Milchmädchen von Bordeaux", einem Goya-Bild. Noch ein Déjà-vu, also.

Was "Goyas Geister" fehlt, ist eine Bilderfluten auslösende Filmmusik, die dem geistigen Auge das Gesehene immer wieder in Erinnerung ruft.
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TOP 500 REZENSENTam 24. September 2012
Spanien Anfang des 19. Jhdt. Die junge, schöne Inés ist die Muse des Hofmalers Francisco de Goya. Vater Lorenzo Casamares, der bei Goya sein Portrait malen lässt, sieht dort ein Gemälde Inés und verguckt sich in sie. Inés wird daher von der Inquisition angeklagt, jüdische Rituale zu praktizieren, und das nur, weil sie kein Schweinefleisch mag. Inés wird inhaftiert, eingekerkert und gefoltert, in den Pausen "betet" Vater Lorenzo mit ihr und die Gebete bleiben nicht ohne fruchtbare Folgen.

Wer eine filmische Biographie von Goya erwartet, wird enttäuscht sein, denn dieser Film ist ein normaler, unterhaltsamer historischer Film mit den üblichen Klischees und Goya ist nur der rote Faden, die Konstante, die durch die Geschichte führt. Es geht wieder einmal um lüsterne Priester, die sich im Kerker an schöne, unschuldige, junge Frauen her machen. Es geht um die böse, böse Inquisition und ob Geständnisse unter Folter relevant sind (Inés Vater versucht Vater Lorenzo durchaus kreativ vom Gegenteil zu überzeugen). Dazu noch schnell ein wenig französische Revolution.
Das Ganze wirkt durchweg ein wenig inkonsistent, was wohl an den recht großen Zeitsprüngen liegt, in denen die Geschichte von Inés und Vater Lorenzo erzählt wird. Der Film wirkt so eher episodenhaft, denn aus einem Guss.
Unterhaltsam, auf dem Niveau der üblichen, klischeehaften historischen Romane, wie man sie heutzutage so vertreibt. Nicht schlecht, streckenweise durchaus emotional, aber auch nicht wirklich richtig gut. Kein Meisterwerk, aber solide Unterhaltung für Freunde des Genres historischer (Liebes-)Romane.
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am 14. Mai 2016
Meine Freundin hatte mich zu diesem film überredet und ich bin wirklich begeistert. Ein durchgehend gut gemachter und höchst interessanter Film, der meiner Meinung nach die Zeit der spanischen Inquisition gut und plausibel nachzeichnet.
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am 16. September 2007
Dieser Film zeigt uns eine Epoche in Spanien, die bei der Inquisition beginnt und über die "Befreiung" der Spanier durch Napoleon und seine Ideale der franz. Revolution bis zur Reinstutionalisierung der Monarchie durch die Briten.
Dabei dient der Maler Goya als Ankerpunkt an dessen Leben wir diese Umwälzungen miterleben. Außerdem sind eine reiche Bürgerstochter die unschuldig von Inquisition angeklagt wird und Jahre im Kerker verbingt, sowie ein Kardinal der erst die Inquisition anführt, dann mit dem Bann belegt wird und später als Ankläger im Namen der franz. Revolution zurückkehrt die tragenden Figuren dieser Geschichte.

Milos Forman vermag das alles in schöne Bilder zu setzen und man leidet sehr stark mit den handelnden Personen mit, aber an einigen Punkten ist die Story durch sehr dünn und man fragt sich welche Aussage Forman mit diesem Film eigentlich treffen wollte.
Dieser Film ist kein Vergleich zu den früheren Meisterwerken von Milos Forman, aber dank seiner starken Hauptakteure, allen voran Javier Bardem und Natalie Portman dennoch sehenswert.
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