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am 2. September 2007
Wenn man sich analytisch mit den vier Missae Breves - auch Lutherische Messen genannt - auseinandersetzt und mit Bewunderung den Reichtum der musikalischen Faktur wahrnimmt, kann man es nicht fassen, dass diese Kleinodien immer noch im Schatten der übrigen Vokalwerke Bachs stehen. Dies liegt wesentlich daran, dass die Forschung aufdeckte, dass diese Werke zum großen Teil aus parodierten und überarbeiteten Kantatensätzen bestehen, womit ihnen das Sigel der "Musik zweiter Klasse" sicher war. Es ist Konrad Junghänel und seinem Cantus Cölln deshalb nicht hoch genug anzurechen, dass er den mit geringer Zahl an bereits schon betagteren Aufnahmen versehen Katalog mit seiner Einspielung bereichert und damit unter Beweis gestellt hat, dass die geniale Parodietechnik Bachs durchaus zu Neuschöpfungen führte, die den Vergleich zu den Vorlagen nicht zu scheuen haben. Es sei bei dieser Gelegenheit auch daran erinnert, dass selbst die Hohe Messe im wesentlichen aus der Praxis des Parodierens entstanden ist und es niemand wagen würde, ihren künstlerischen Wert deshalb in Frage zu stellen. Den Messen liegt der "zeitlose" lateinische Text des Messeordinariums zugrunde. Sie datieren aus den 1730er Jahren und waren vermutlich für den Dresdener Hof bestimmt, dann aber in Leipzig aufgeführt. Formal basieren sie auf einem einheitlichen Konzept: Das aus einem Chorsatz betehende Kyrie wird von einem fünfteilig gegliederten Gloria gefolgt, deren solistischen Sätze (Arien) von weiteren Chorsätzen gerahmt werden. Das Instrumentarium ist reich besetzt und verlangt in der Messe in F-dur gar den Einbezug von Hörnern, welche zu einem besonders festlichen Affekt beitragen.
Die Interpretation ist gemäss dem Erfolgsrezept des Cantus Cölln und seines Leiters: "Ausgedünnter" Chorsatz mit Zweierbesetzung der einzelnen Stimmfächer und mit hervorragender Diktion, präzis artikulierende Instrumentalparts mit souveräner Intonation sowie zügige Tempi in den schnellen Sätzen. Die Choristen werden auch hier mit der Gestaltung der Soli betraut und erfüllen diese Aufgabe tadellos. Wenn da nur nicht ein Makel wahrgenommen werden müsste, welcher der Einspielung die an sich mehr als verdienten fünf Sterne kostet. Da verfügt man im Chorensemble über eine Kollegin mit einer grandiosen Altstimme, die sie als Solistin im Quoniam der Messe in A-dur mit schöner Farbe zum klingen bringt. Und dann das Ärgernis: Im Quoniam der Messe in F-dur wird ein Kollege als Altus eingesetzt, der sich als absolute Fehlbesetzung erweist! Der O-Vokal in "quoniam", "solus" und "dominus" ist unangenehm gefärbt, kehlig geführt und derart penetrant hervorgehoben, dass die übrigen Vokale und Konsonanten überstrahlt werden und dadurch ihre Verständlichkeit verlieren. Zu den Intonationstrübungen kommt dazu, dass die Stimme in der kleinen Oktave zu wenig gestützt wird und sich deshalb im Gesamtklang des öftern verliert: die Linie geht abrupt verloren, und mit ihr die Verständlichkeit der Satzstruktur. Das darf von einem professionellen Leiter eines Ensembles mit internationaler Reputation nicht toleriert werden. Warum konnte diese Fehlbesetzung nicht vor Veröffentlichung der Aufnahme korrigiert werden? Denn ohne diesen unverzeihlichen Makel besässe diese Einspielung absoluten Referenzstatus und hätte zu den besten Produktionen des Cantus Cölln zählen können.
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