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am 17. April 2007
Es passiert mir eigentlich selten, dass ich im Plattenladenladen an einem Cover hängen bleibe, normalerweise suche ich eher gezielt nach CDs eines bestimmten Künstlers oder bestimmten Werken. Aber Das Cover von "No. 1", CD-Debüt von Nikolai Tokarew, hat es geschafft. Der Klassikpianist in Turnschuhen, der so unkonventionell daherkommt, hat mich neugierig gemacht. Und ich wurde nicht enttäuscht. Von Chopin bis Liszt, von Schubert bis Prokofieff, alle Stücke atmen die Frische der ebenfalls unkonventionellen Interpretation dieses Klavier-Talents. Virtuosität ist natürlich die Grundvoraussetzung jedes Künstlers, von Tokarew aber nahezu übererfüllt, und so leben sämtliche Werke zum einen von der Mühelosigkeit, mit der er alle technischen Schwierigkeiten bewältigt, und seiner erstaunlichen Bandbreite, zum anderen aber von seinem ganz persönlichen Zugang .

Besonders gut gefällt mir das Hauptthema des Chopin-Trauermarschs - schlicht und ergreifend gespielt, als seine ganz persönliche Trauer. Auch die Rosenblattvariationen haben es mir angetan - spritzig, jazzig, vielseitig - und ebenso gespielt.

Man darf gespannt sein auf die nächste CD!
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am 6. Juli 2007
Etliche Pianisten haben ich in den letzten Jahren beim Klavierfestival Ruhr spielen gehört, doch am besten in Erinnerung blieb mir Nikloai Tokarew. Damals wohl gerade einmal 20 Jahre alt sorgte dieser Russe dafür, dass ich komplett aufrecht auf der Stuhlkante saß und jeden Muskel anspannte. Denn Tokarew verbreitete in mir eine merkwürdig angespannte Ruhe: Sein Spiel (ich weiß das Programm nicht mehr) war in den schnellen Passagen nervös drängelnd, geradezu fiebrig, in den langsame dagegen enorm gelassen und von großer Schlichtheit.
Ähnlich ergeht es mir nun zuhause, seitdem ich Tokarews CD habe: Man muss ihm einfach wie gebannt zuhören, seine bei aller Brillanz und Geschmeidigkeit ungeheuer konzentrierte Interpretation fesselt und bindet die ganze Aufmerksamkeit. Und auch hier fasziniert mich wieder diese Mischung aus völlig unpathetisch wirkendem Schreiten (zum Beispiel im Trauermarschsatz der b-Moll-Sonate von Chopin) und nervös-fieberndem Eilen (selbst im Moderato" der Schubert-Moments-Musicaux gelingt ihm dies). Herrlich auch sein ungewohnt entspanntes Glöckchengeläut in Liszts La Campanella", das andere Pianisten seines Alters deutliche mehr an die große Glocke" hängen würden. Ich möchte Nikolai Tokarew am ehesten vergleichen mit dem großen Emil Gilels: Der junge Russe ist ein würdiger Erbe des nie schematisch ans Werk gehenden Landsmanns, er ist ähnlich unkonventionell, inspiriert und inspirierend. Möge sich Tokarew seinen Eigensinn bewahren!
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am 21. Juni 2007
In dieser als Debut vermarkteten CD (sein eigentliches Debut ist bei der Edition Klavierfestival Ruhr erschienen) merkt man deutlich das Problem heutiger Pianisten. Wie hebe ich mich im Standardrepertoir gegen eine mehr als übermächtige Konkurrenz ab. Tokarew versucht es mit Schlichtheit. Leider wird dies schlichtweg langweilig. Man kann es auch als positiv benennen und als gradlinig bezeichnen. Da sind mir die Ecken eines Horowitz in seinen frühen Aufnahmen, die Noblesse eines Arrau, die Orginialität eines Pogorelic oder auch die Dramaturgie die Pletnev schafft, bei der b-Moll Sonate näher. Sie zeigen auf sehr vielfältige Art was in dieser Sonate "steckt" und welche Facetten man ihr abgewinnen kann. Das ist nicht bloß Gradlinigkeit.
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am 17. Juli 2009
Neues Wort in Klavier Spiel. 'Magie' ist die richtige Bezeichnung für seine Klang.
Chopin, Schubert, List- er verzaubert mit ganz ungewöhnliche Interpretation.
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am 28. November 2008
Unglaublich, dass ein derart mittelmäßiger Pianist wie Tokarew überhaupt einen Plattenvertrag bekommen hat. Schon technisch offenbart er grobe Mängel: kaum Oberstimmenkultur, die Akkordik schlecht ausgehört, metrisch mitunter ohne Punkt und Komma, Phrasierung Fehlanzeige....hier geht es offenbar darum, ein Image zu vermarkten: der lässige, unkonventionelle Turnschuhträger, der den biederen Klassikmarkt aufmischt. Kein Vergleich mit einem Pletnev oder gar einem Sokolov...
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am 16. September 2007
Can't agree more with "Mogadan". Not only Tokarew's CD is boring, but also utterly unprofessional. It is amazing how SONY producers released such piano playing when the market is full of great recordings not only Chopin's Sonata but also of other pieces. Mr. Tokarew sounds like an understudy performing at an Aufnahmeprüfung for some music school. A shame!!
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am 21. September 2007
Habe in München einen frechen jungen Mann auf Plakaten gesehen, der demnächst in der Philharmonie spielt. Bin mal schon in den Laden und hab mir seine CD angehört ... und gleich mitgenommen! Super. Wenn er in München auch so spielt wie die Paganini-Variationen auf der CD, wird's ein toller Abend. Freu mich schon.
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