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am 29. August 2007
Ein in jeder Hinsicht gelungener Film von Stephen Frears, der das Genre 'Doku-Drama' zur höchsten Kunstform stilisiert.

Hier wird einmal nicht der Tod von Diana thematisiert, sondern dessen Auswirkungen auf ihre unmittelbare Familie in den Tagen danach und deren Unfähigkeit, angemessen zu handeln.

Ähnlich wie in Sophia Coppola's 'Marie Antoinette' wird der Zuschauer mit dem Bemühen der königlich-Privilegierten, das Richtige zu tun, konfrontiert und erlebt von Minute zu Minute deren emotionale und soziale Einschränkungen. Man wird zum Voyeur, zur Fliege an der Wand im königlichen Haushalt. Es kommt keine Schadenfreude auf, sondern eher Fassungslosigkeit und Mitgefühl mit den Unfähigen ...

Zum Retter wird der frisch gewählte und daher (noch) volksnahe und pragmatische neue Premierminister, der es schafft, die Queen zu einer demütigenden Kapitulation zu bewegen.

Man sieht die realen Protagonisten Tony Blair, die Queen, Queen Mum, Prince Philipp u.a. während des Films förmlich vor sich. Ein phantastisches Casting, das besser nicht hätte sein können.

Ein tiefgründiger Film, der den Sinn der Monarchie offen lässt.
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am 18. August 2007
Regisseur Stephen Frears gebührt für seinen Film über die Queen (in den Tagen nach Dianas Tod) höchstes Lob. Als ich hörte, dass es einen Film über die Queen geben würde, rechnete ich entweder mit einer beißenden Satire oder einer kitschigen Royal-Story.

Dagegen zeigt uns Frears die Queen als das was sie ist, ein Mensch wie jeder andere (mit Stärken und Schwächen). Sicherlich wirkt sie manchmal kalt, jedoch muss man bedenken, dass sie seit Jahrzehnten eine hohe Verantwortung trägt (und dies meist mit Würde).

In den Tagen nach Dianas Tod, stand die Queen sicher unter hohen Druck und hat nicht immer so gehandelt, wie es ein Großteil der Bevölkerung gerne gesehen hätte. Diana hat es der Queen und ihrer Sippe in den ganzen Jahren sicher auch nicht leicht gemacht (wie auch umgekehrt).

Natürlich wäre der Film ohne geeignete Hauptdarstellerin nicht gelungen. Die Lobeshymnen auf Helen Mirren sind hinreichend bekannt (und gerechtfertigt), von daher will ich nur schreiben, dass sie sämtliche Preise (darunter den Oscar) zurecht erhalten hat.

Auch die anderen Darsteller (z.B. Michael Sheen als Tony Blair) überzeugen in ihren Rollen.

Ein glaubwürdiger, oft leiser, mitunter humorvoller Film. Sicherlich ein Highlight dieses Kinojahres.
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am 18. September 2007
Ich muss zugeben: Königin Elizabeth war mir nie sonderlich sympathisch, denn ich bin 35 und lebe in einer ganz anderen (Gefühls-)Welt. Spießig, alt und gefühllos - so hätte ich sie vor dem Film beschrieben. Ich bin immer, wie Millionen andere Menschen, dem Zauber von Lady Di erlegen, obwohl sie bestimmt auch kein einfacher Mensch war.

Dieser Film aber hat mir eine völlig neue Sichtweise eröffnet. Was, wenn man als Royal geboren ist, aber keine Spur von medientauglich ist? Wenn man zwar diszipliniert ist und asketisch und wenn man Führungsqualitäten hat, aber dann kommt so ein junges blondes Ding daher und niemanden interessiert das mehr. Eine Lady Di lächelt und glitzert und berührt, ohne sich dafür nur im Mindesten anstrengen zu müssen. Alle wollen wissen, was Lady trägt, was sie denkt, was sie tut, wen sie liebt.Zehn Jahre nach ihrem Tod, ist sie noch immer ein "Verkaufsschlager". - Eine lebende Soap Opera. Aber eine gealterte Dame, die nur gelernt hat, sich zu beherrschen??? Die taugt nicht zum Medienliebling.

Helen Mirren spielt wirklich unglaublich gut. Und was Stephen Frears da an Metaphorik reinbringt, das hat mich wirklich bewegt. Ich habe das so verstanden, das der erlegte Hirsch (ein 14-Ender!!) die Queen ist. Und wie der enthauptete Hirsch da liegt und sie ihn sich ansieht, da sieht sie sich selbst. Für sie war es eine Demütigung, öffentlich Gefühle zur Schau stellen zu müssen, wie auf einem Jahrmarkt. Sie war wie entmündigt.

Und dass sie ein Schmarotzer des englichen Volkes ist, kann ich jetzt auch nicht mehr so sehen. Queen Mum hat ja wirklich das Geld mit beiden Händen zum Fenster hinausgeworfen. Aber die Queen ist, gemessen an ihrer Stellung, unglaublich sparsam. Das hat sie übrigens auch an Prince Charles weitergegeben, der seit zehn Jahren den selben Ski-Anzug trägt.

Ich kann diesen Film nur jedem empfehlen. Auch wenn er keine komplette Biographie über Queen Elizabeth, genannt Lilibeth, darstellt. Der kleine Einblick, den der Film bietet, ist vielleicht aufschlussreicher,als eine Abhandlung von Lebensdaten.
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am 15. August 2007
Nach dem unfassbaren Unfalltod Lady Dianas stürzte die britische Monarchie in eine ihrer tiefsten Krisen. "Die Queen" - verkörpert von einer grandiosen Helen Mirren - wurde von ihrem eigenen Volk mit dem Vorwurf der Teilnahmslosigkeit und Gefühlskälte konfrontiert.
Der Film thematisiert genau jenen Zeitabschnitt vor und nach dem Begräbnis Dianas und den dazugehörigen Trauerfeiern im ganzen Land, der ein angeblich altmodisches, den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft nicht mehr gewachsenes Königshaus vor die Augen der Weltöffentlichkeit führte.

Für uns Kontinentaleuropäer eher unverständlich, ist es doch genau diese Mischung aus Konservatismus und dem Bewahren der richtigen Contenance, die die britische Monarchie über die letzten hundert Jahre gerettet hat. "Die Queen" verdeutlicht dies; sie wird nicht als der weltabgewandte, apathische und dem Mediengeschehen gleichgültig gegenüberstehende Royal dargestellt - als der sie vielfach charikiert wird -, sondern als Staatsfrau und repräsentativer Souverän eines kollektiv trauernden Landes, als ein Staatsoberhaupt, das sich auch unter Druck nicht zum Spielball medialer Kräfte machen lässt. Insofern ist der Film nicht als eine Kritik am britischen Königshaus, sondern als ein Zeugnis der Größe und erhabenen Haltung seiner Monarchin zu verstehen.
James Cromwell ("L.A. Confidential") glänzt als der zynische, zu peinlich-absonderlichen Kommentaren neigende Ehemann der Queen, Prinz Philip; sein Sohn Charles wird als der unsichere, unentschlossene "Trottel" dargestellt, als den man ihn nunmal kennt.
Auch wenn der Film in vielem fiktiv sein mag - vor allem natürlich bei den Dialogen - so gibt er doch bestimmt auch ein authentisches Portrait einer vielfach gescholtenen, aber dennoch über all die Jahrzehnte unangefochtenen Königin, die die besten englischen Tugenden und Eigenschaften in ihre Ägide hat einfließen lassen.

Im Ganzen ein eindrucksvoller Film, der die sonst eher schwer zugängliche Monarchie der Briten - die wohl mit Sicherheit so schnell nicht untergehen wird - ein wenig erhellt und menschlicher wirken lässt.
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am 31. August 2007
Diesen Film sollte man einfach mal gesehen haben, um nicht nur das Handeln des englischen Königshauses beim Ableben von Lady Di zu verstehen, sondern aller Royalisten. Es zeigt uns Normalbürgern, wie es ist, mit solchen Zwängen und mit den Erwartungen der Nation zu leben und zu handeln.
Hellen Mirren hat für ihre Rolle als "Queen" nicht umsonst den Oskar eingeheimst. Er war wirklich mehr als verdient. Man ist die gesamte Zeit des Films davon überzeugt, der richtingen Queen zusehen zu dürfen.
Original-Einspielungen verdeutlichen diesen Effekt nur.
Und der ehemalige Premierminister Tony Blair wird auch sehr lobenswert in Szene gesetzt. Was auch wirklich nötig war. Vor allem hier in Deutschland hat man vor 10 Jahren nichts von seinem Mitwirken bei dem Fall gehört.
Gut fand ich bei dem Film auch, das Diana, wo ja jeder weis das sie kein Engel war, nicht noch heruntergezogen wurde.
Das verdient meinen Respekt!
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am 22. Oktober 2008
... unter diesem Titel sind wohl schon so manche Seminararbeit verfasst und noch einige mehr Referate gehalten worden... Und es ist ja auch ein spannendes Thema!
Das Jahr 1997 ist für die jüngere britische Geschichte und - wie viele sagen - britische Identität von großer Bedeutung:
Es war das Jahr, in dem nach 18 Jahren konservativer Regierung die Labour-Partei mit Tony Blair an der Spitze Dank eines denkwürdigen Wahlerfolges an die Macht kam. Das Land erhielt einen neuen Schub - wirtschaftlich, politisch und image-mäßig. London wurde zur coolsten Hauptstadt gewählt und die Künstlerbewegung "Cool Britannia" (Young British Artists, BritPop) gab dem UK ein jugendlicheres und moderneres Selbstverständnis, das gleichzeitig zu einer veränderten Außenwahrnehmung führte.
Es war auch das Jahr, in dem die Schotten und Waliser mittels Referendum das Recht auf eigene Parlamente erhielten, der Beginn des Devolution-Prozesses. Schotten und Waliser können seitdem ihre nationale Identität auch auf politischer Ebene stärker verwirklichen und vertreten.
Es war außerdem das Jahr, in dem das letzte Stück Empire verloren ging: Hongkong wurde an China zurückgegeben. Der seit dem 1. Weltkrieg andauernde Zerfall des ehemals größten Weltreiches, über dem die Sonne niemals unterging, ging damit zu Ende. Für das britische Selbstverständnis war das wohl eher ein Grund zum Kummer, vielleicht aber auch der Anstoß, sich entgültig nach neuen Einflusssphären (z.B. Europa) umzusehen.
Und es war leider auch das Jahr, in dem Lady Diana bei einem Autounfall in Paris ums Leben kam. Dieser Unfall einte das Königreich in seiner unermesslichen - und gar nicht typisch britischen - Trauer, weil Lady Di wie keine andere eine Symbolfigur war, mit der sich nahezu jeder Brite - unabhängig von ethnischer, religiöser oder Klassenherkunft - identifizieren konnte. Diana Spencer war das Symbol für das Überschreiten von Klassenschranken (obwohl upper class und Mitglied der Königsfamilie gab sie sich oft wie ein "Mädchen von nebenan"), von Vorurteilen (gegenüber Opfern, Kranken, ethnischen Minderheiten), Symbol auch für Nähe (Anfassen ohne Handschuhe) und Ähnlichkeit (Magersucht, Eheprobleme) - wie ihr Bruder sagte: "A very British girl."
Ihr Tod stellte das wichtigste Symbol britischer Identität - die Monarchie - in Frage, da aufgrund der Reaktionen des Königshauses die Nation erbost war und die Monarchie gar kurzzeitig abgeschafft wissen wollte.

Letztere Problematik thematisiert der sehr gute Film "Die Queen" mit brillianten Darstellern, interessanter Charakter- und Beziehungsentwicklung, schönen Aufnahmen (Landschaft, Natur, Parks, Landleben) und toller Musik.

Der Film geht dabei nahezu spielerisch mit Stereotypen und Bildern von Englishness und Britishness um, so dass der aufmerksame Zuschauer neben der Handlung Informationen und Einblicke erhält in:
- das britische Class System -> Häuser, Hobbys (z.B. Upper Class: Jagd)
- das politische System mit der Königin als repräsentatives Head of State und ohne geschriebene Verfassung
- die multikulturelle Gesellschaft
- die Liebe der Engländer zu Natur, Landschaft und Tieren
- "typisch" englische Eigenschaften wie "self-discipline", "stiff upper lip", "hypocrisy", "pragmatism", ...
- und wer den Film auf Englisch schaut, bekommt auch viele sprachliche Nuancen (Queen's English, Scottish accent) mit

-> Ein nicht nur sehenswerter Film, was die Unterhaltung und den Informationswert betrifft, sondern ein wahres Fest für alle, die sich für britische Kultur interessieren!
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VINE-PRODUKTTESTERam 10. November 2007
Der Film versteht sich nicht als Anklage oder gar Abrechnung gegenüber der Queen - vielmehr entwickelt sich dieser Streifen sehr schnell zu einer glaubwürdigen (wenn auch fiktiven) Erklärung jener bewegenden Woche des Jahres 1997 - eben der Woche, in welcher Lady Diana auf so tragische Art und Weise aus dem Leben gerissen wurde und sich die britischen Royals in Schweigen hüllten.

Die Macher des Spielfilmes haben immer wieder sehr geschickt Originalmaterial aus den Medien des Septembers `97 einfliesen lassen - Schlagzeilen, Zeitungsberichte, Nachrichtensendungen, Interviews mit "Zaungästen" am Buckingham Palace und viele andere Details verleihen dem Film seine Glaubwürdigkeit. Allein das stündlich wachsende Blumenmeer, die schweigenden Menschenmassen, sowie die Ausschnitte von Dianas Trauerfeier werden wohl ewig Gänsehaut und Augenwasser verursachen....

Positiv ist meiner Ansicht nach auch zu bewerten, dass die Söhne Dianas aus dem Spielfilm weitestgehend herausgehalten wurden - die Macher belassen es während der fiktiven Handlung z.B. bei einer Kameraeinstellung auf zwei Hinterköpfe im Schlafzimmer, während Alex Jennings, in seiner Rolle als Prinz Charles, die Todesnachricht Dianas überbringt...

Grandios ist Helen Mirren in der Rolle von Königin Elizabeth II. - sie spielt die "Queen" so überzeugend, dass Sie u.a. den Oscar 2007 - eben für die beste Hauptdarstellerin, ohne jeden Zweifel völlig zu Recht erhalten hat.

Michael Sheen sieht Tony Blair ebenfalls zum Verwechseln ähnlich, einzig Alex Jennings empfand ich als Prinz Charles wenig geeignet - er erinnerte mich die ganze Zeit an George W. Bush jr.

Fazit - ein Film, welchen man sich sicherlich öfter anschauen kann, gerade weil dessen Handlung, bei diesem ernsten Thema, weit entfernt von zu befürchtendem Kitsch angesiedelt ist.

Die Einzel-DVD hat kein Bonusmaterial zu bieten - braucht es bei einem solch gelungenen Film aber auch nicht! 5 Sterne.
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TOP 1000 REZENSENTam 14. November 2007
Bin weder Gala -Leserin noch Anhängerin der Monarchie und Diana finde ich bis heute ein wenig überschätzt, aber den Film um die Tage nach ihrem Tod wolte ich unbedingt sehen, nicht, weil ich mir davon Aufschluss über das Innenleben am englischen Hof versprochen habe, sondern weil es mich interessierte, wie man diese Aliens im Buckingham - Palast menschlich rüberbringen könnte, ohne beleidigend oder albern zu wirken. Dem Film gelingt das tatsächlich. Natürlich ist alles fiktiv, aber glaubhaft.
Falls es bei Hofe wirklich so kalt und herzlos zugeht, wie es hier geschildert wird, wundert es nicht, wie kaputt die königliche Familie ist. Und umso anrührender die wenigen Szenen, in den etwas Herz durchschimmert.
Natürlich muss man Helen Mirrens Leistung ebenso hoch einschätzen, wie die ihres Maskenbildners, der Film ist sehr gut umgesetzt und überzeugend besetzt.
Kein Spannungskino, aber dennoch sehr, sehr sehenswert.
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am 23. Mai 2007
2006 waren im deutschen Kino gleich zwei Filme von Regisseur Stephen Frears zu sehen und in beiden zeigte er starke Frauen: "Lady Henderson" und "The Queen", doch während "Lady Henderson" (mit einer wunderbaren Judi Dench) eine herrliche Komödie war, präsentierte Frears uns mit "The Queen" die ganze Bandbreite royaler Schicksalsschläge.

Man hätte eine modernisierte Fassung der "Schicksalsjahre einer Königin" erwarten können, mit jeder Menge Pathos und Menschelei. Was bei "The Queen" jedoch wirklich herausgekommen ist, ist ein Drama um Trauer, Vergebung und die eigene Ohnmacht einem jahrhundertealten Protokoll gegenüber. Denn wenn die Royals in diesem Film etwas begreifen, dann das: sie sind die letzten Überreste einer alten Welt, die in den neuen Zeiten so nichts mehr zu suchen haben und die sich anpassen müssen. Mit der Wahl Tony Blairs zum Premierminister hat sich einiges in Großbritannien geändert, der Muff der Thatcher-Zeit ist endgültig verflogen, dies erkennt auch die Queen, als sie ihren Premier zur ersten Audienz lädt. Der Tod ihrer Schwiegertochter Diana stürzt nicht nur das Volk in eine schwere Krise, auch die königliche Familie muß mit dem Verlust zurecht kommen. Die Queen sieht sich in einem Gewissenskonflikt: einerseits erwartet das Volk von ihr irgendeine Regung bzw. Reaktion, andererseits gehörte Diana seit ihrer Scheidung nicht mehr der königlichen Familie an und hatte somit -gemäß Protokoll- keinerlei Anspruch mehr auf ein Staatsbegräbnis. Dieser Konflikt ist Helen Mirren im Gesicht abzulesen, dabei bleibt sie zu jeder Zeit majestätisch erhaben und eine Autoritätsperson, an der scheinbar nicht zu rütteln ist. Michael Sheen als Tony Blair gibt den Gegenpart zu dieser in alten Traditionen gefangenen Monarchin und sieht dabei dem jungen Blair auch noch überraschend ähnlich. Ich finde es immer wieder etwas befremdlich, wenn Schauspieler noch "aktuell lebende" Charaktere darstellen, aber in diesem Film fand ich sowohl Sheens als auch Mirrens Darstellung einfach umwerfend.

Bei aller Tragik bietet "The Queen" aber auch Einblicke ins englische Königshaus, wie man es sonst nur aus dem marktschreierischen Yellow Press-Magazinen kennt, allerdings ohne dabei tragisch oder gar schmonzettig zu werden. Einerseits denkt man sicherlich "Na ja, bei Königs geht es auch nicht anders zu als bei uns", andererseits präsentieren auch die Einblicke in die privaten Befindlichkeiten der Familie Blair die andere Seite mit einer Cheri Blair (Helen McCrory), die die Monarchie nicht nur verachtet, sondern auch der beruflichen Beziehung ihres Mannes zur Queen mehr als skeptisch gegenüber steht.

Fazit: "The Queen" ist ganz großes Kino, das fast ohne Effekte auskommt und seine Zuschauer doch gefangen nimmt. Eine leise Tragödie über den Anbruch einer neuen Zeit in einem vestaubten System.
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VINE-PRODUKTTESTERam 1. September 2007
Ein grandioser Film, still und mit viel Gefühl über eine doch sehr gefühlsarme königliche Familie. Man blickt hinter die schweren Mauern des Buckingham Palastes und sieht einmal von Kitsch befreit ein Teil vom Leben der Windsors. Es wurde fast im Detail genau die Zeit vom Amtsbeginn Tony Blairs und der Woche nach Prinzessin Dianas Tod beschrieben. Mit einer wunderbaren Helen Mirren als Queen Elizabeth, die wirklich alle Preise für ihre Darstellung verdiente. Die Requisite, die Maske ,die Kostüme alles war meines erachtens Perfekt. Alles verpackt in eine Story um eine Königin die trotz 50 jähriger Regentzeit lernen musste das die Welt sich mehr als einmal gedreht hat.
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