Kundenrezensionen


9 Rezensionen
5 Sterne:
 (5)
4 Sterne:
 (2)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verrückt, poetisch, wunderschön...
LISA UND DER TEUFEL (in Deutschland ursprünglich DER TEUFLISCHE betitelt) wurde 1972 in der Regie von Mario Bava gedreht und ist das vielleicht bezauberndste und verspielteste Werk des italienischen Horrormaestros. Nach dem großen Erfolg des zuvor entstandenem BARON BLOOD gab Produzent Alfredo Leone dem Regisseur hier die Gelegenheit, endlich einmal ein Projekt...
Veröffentlicht am 27. Mai 2007 von Thomas Wagner

versus
3.0 von 5 Sternen Unheimlichkeiten und katholische Obsessionen
Mario Bava genießt einen beachtlichen Ruf als Genre-Regisseur mit höherem Anspruch und als Erfinder des Giallo. Seine Karriere startet am Beginn der 1960er Jahre und endet bereits in der Mitte der 1970er Jahre. „Lisa und der Teufel“ (1973) ist also ein spätes Werk, das aber als ambitioniert gilt. Die Umstände der Veröffentlichung des...
Vor 15 Monaten von Estragon veröffentlicht


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verrückt, poetisch, wunderschön..., 27. Mai 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Lisa und der Teufel (DVD)
LISA UND DER TEUFEL (in Deutschland ursprünglich DER TEUFLISCHE betitelt) wurde 1972 in der Regie von Mario Bava gedreht und ist das vielleicht bezauberndste und verspielteste Werk des italienischen Horrormaestros. Nach dem großen Erfolg des zuvor entstandenem BARON BLOOD gab Produzent Alfredo Leone dem Regisseur hier die Gelegenheit, endlich einmal ein Projekt ganz nach eigenen Vorstellungen zu realisieren. Bava nutzte diese Chance kompromißlos und so bietet der Film einen verträumten Querschnitt durch dessen filmische Obsessionen und ist zugleich ein immens persönliches Werk des Regisseurs, in dem sich autobiographische Elemente ebenso finden wie zahlreiche Anleihen bei seinen Lieblingsautoren, -malern und -komponisten. Der Film besticht mit einer adäquat berauschenden Kameraarbeit, die mit einer Vielzahl verspielter Bildarrangements und Beleuchtungseffekte, raffinierter Spiegelungen und ausgeklügelt verwinkelter Voyeursperspektiven aufwartet.

Aus all diesen Elementen erschuf Bava ein komplexes, surreales Märchen um Liebe, Tod, Wahnsinn, Geisterspuk und Nekrophilie. Hauptfiguren darin sind die von rätselhaften Träumen und Déjà-vus geplagte Lisa (Elke Sommer, einfach wunderschön in Szene gesetzt) und der Butler Leandro (brillant verkörpert vom späteren 'Kojak' Telly Savalas, der hier das Lollilutschen kultivierte), ein Zeitgenosse voll bissigem Witz und ätzendem Sarkasmus, der sich recht bald als titelgebender, im Hintergrund die Fäden ziehender Teufel entpuppt. Die anderen Protagonisten erscheinen, wie im Kontext des Films auch deutlich wird, als hin- und hergeschobene Schachfiguren in einem von übermenschlicher Hand inszenierten Spiel. Zuschauern, die leicht verdauliche Mainstream-Horrorkost bevorzugen, sei von LISA abgeraten. Denen jedoch, die der Materie noch immer offen gegenüberstehen, kann dieser verrückt-poetische Zelluloidtraum als eines der schönsten Beispiele phantastischer Filmkunst nur dringend ans Herz gelegt werden.

Für das damalige Massenpublikum erschien LISA übrigens schlichtweg zu künstlerisch, zu 'abgehoben'. Als sich ein rundes Jahr nach der Fertigstellung immer noch kein Verleih für den Film gefunden hatte, beschloß Alfredo Leone den Film 'publikumsorientiert' zu einem EXORCIST-Rip Off umzugestalten, d. h. diverse Szenen wurden entfernt, einige nachträglich gedrehte Passagen und eine neue Rahmenhandlung kamen hinzu und schließlich gelangte das Ganze unter dem Titel HOUSE OF EXORCISM in die Kinos. Bei der vorliegenden DVD handelt es sich jedoch um Mario Bavas ursprüngliche, unverfälschte Fassung.

Zur DVD: Das Bild erfreut mit kräftigen Farben und schönem Kontrastreichtum, der Mario Bavas Farbspielereien bestens zur Geltung bringt. Die Bildschärfe wirkt zwar in manchen Details ein wenig zu weich, ist alles in allem jedoch wesentlich besser ausgefallen, als bei der US-DVD von Image Entertainment. Der Ton variiert qualitativ: Am besten schneidet die italienische Fassung ab, zwar wirken die Stimmen z. T. etwas blechern, jedoch erscheint die Abmischung von Dialog und Musik optimal ausgewogen. Im Vergleich dazu muß man bei der englischen Tonspur einige Abstriche machen, berücksichtigt man das Alter des Films, ist die Qualität aber auch hier noch befriedigend ausgefallen und übertrift abermals die der US-Veröffentlichung. Ein großer Pluspunkt für die englische Fassung ist, daß die Hauptdarsteller sich hier selbst synchronisiert haben. Die deutsche Synchronfassung wirkt im Vergleich dazu furchtbar hölzern und streckenweise unfreiwillig komisch. Die Tonqualität der Dialoge ist zwar sehr sauber und rauschfrei ausgefallen, jedoch klingt die Musik streckenweise viel zu leise. Wer also einen optimalen Filmgenuß haben will, sollte die englische oder italienische Sprachfassung wählen. Die Extras sind im Vergleich zu den vorangegangenen Titeln der Mario Bava-Reihe etwas spärlich ausgefallen. Neben dem Trailer finden sich hier Bio- und Filmographien von Mario Bava und Elke Sommer sowie drei alternative Szenen (insgesamt knappe 6 Minuten), die etwas expliziter mit Sex und Gewalt aufwarten. Wie üblich ist die Aufmachung der DVD wieder sehr schön geraten.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwebend im Rausch surrealer Träume, 6. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lisa und der Teufel (DVD)
Treten Sie ein lieber Interessent in das Reich der unterbewussten Phantasmagorien, dunklen Leidenschaften, böser, grotesker Stimmungen, blutroter Symbolik und versponnenen Märchen.
Erwarten Sie eine poetische, versponnene Reise in die Träume, aber erwarten Sie, mehr als bei anderen Filmen des Künstlers Mario Bava keine stringente Logik, nachvollziehbare Handlungen.
Sehen sie den Film als grosses Mysterium, in dessen hypnotische Spielereien Sie sich hinein fallen lassen müssen, und Sie werden von seiner Einzigartigkeit in ein wahres Delirium versetzt.
Versuchen Sie jedoch ihn gedanklich zu hinterfragen und Sie werden sich verärgert abwenden.
Fürwahr dieses fiebernde, schauerromantische, wunderschöne Fresko über Tod, Liebe und Wiederkunft ist in seiner Art einmalig.
Es ist ein Film, der nicht einfach zu konsumieren ist, ob seinem Pendeln zwischen Unbeholfenheit und gemäldeartiger, perfekter Faszination.
Er ließ mich nicht los und zwei, dreimal musste ich ihn schauen, um mir ein Urteil ob Meisterwerk oder Machwerk zu bilden.
Wie ein seltsames Juwel offenbart der Film immer neue Facetten, gleicht in seinem Spiel mit Schein, Realität, Wahnvorstellungen, Visionen einer Erzählebene in der Erzählebene .
Wie die russischen kleinen Puppen, die immer noch eine weitere in sich verbergen.
Mit wenigen Filmen erschuf Regisseur Mario Bava ein ganzes Genre; den italienischen Horrorfilm.
Kein Dario Argento, kein Riccardo Freda, kein Lucio Fulci, kein Michele Soavi wäre möglich gewesen, ohne seine bahnbrechenden neuen Merkmale des Filmens.
Ein Kino des Fühlens, der rauschhaften an Drogentrips erinnernden Einstellungen, grellen Farbpaletten, bizarren freudianischen Trieben.
Kein Kino des narrativen, stringenten Erzählens.
So steht der italienische Horrorfilm auch im direkten Gegensatz zu den englischen "Hammer Produktionen", aber auch zu den hyperrealistischen, sozialkritischen Horrorfilmen des amerikanischen Kinos dieser Zeit.
"Lisa und der teufel" ist ein Spätwerk Bavas, und mehr als alle Filme davor ist er ein einzigartiges Traumspiel mit einer eigenen unzugänglichen, hermetisch abgeschlossenen Logik.
Ich werde den Film nie verstehen, Sie werden ihn nicht verstehen.
Keiner wird diesen Film durchdringen und das ist sein unvergesslicher Reiz.
Ein böses Märchen mit Archetypen von dunklen Feen, versponnenen Häusern, verfallenen Statuen, zerbrochenen Puppen in prächtigen Gärten.
Von Flüchen, Reinkarnationen, Sex, Blut, wehenden Vorhängen, unschuldigen Mädchen und Doppelgängern.
Die Unzugänglichkeit, die Holperigkeit der Szenen, die Verwirrtheit, die der Film auslöst, (man kann seiner Geschichte nur schwer folgen) lässt den Zuschauer mit einem genialen, phantastischen Ende vollkommen hilflos beim Abspann zurück.
Was bleibt ist eine atemberaubende Symphonie über Tod, Verfall, Liebe, Auferstehung und Bewusstseinsverschiebungen, die einfach nur intuitiv erlebt werden will.
"Dies hier ist ein Gemälde des Teufels, der einen Toten umfängt um ihn in die Hölle zu geleiten."- Die junge Touristin Lisa Reiner lauscht den Worten eines Stadtführers.
Gerade ist sie in Florenz angekommen um sich dort eine Reihe von Kunstwerken und Sehenswürdigkeiten anzuschauen.
Doch das Bild mit dem Gemälde des Höllenfürsten lässt sie nicht mehr los.
Wie hypnotisiert verlässt sie die Touristengruppe, macht sich ziellos auf den Weg durch ein verlassenes, sonnendurchflutetes, unwirkliches Florenz.
Die Strassen werden immer enger, verwinkelter.
Alte Frauen, raunend hinter Fensterscheiben.
Ein alter Mann, den sie nach dem Weg fragt wendet sich ab. Plötzlich verläuft sie sich in den Laden eines Antiquitäten-, Souvenirs und Puppenhändlers.
Eine täuschend menschlich aussehende, lebensgrosse Puppe liegt auf der Werkzeugbank .
Ein Kunde beugt sich über die Marionette. Ein Fremder- mit dem Antlitz des Teufelsfreskos.
Später in der Dunkelheit irrt Lisa immer noch durch das bedrohlich wirkende Florenz.
Ein Ehepaar gabelt sie mit dem Auto auf.
Ein verfallende, dennoch überaus prächtige Villa wird in einer stürmischen Nacht ihre Unterkunft.
Eine Nacht bizarrer Träume und tödlicher Gefahren.
Szenen von makelloser, morbider, majestätischer Schönheit. Kamera, Musik, Decors unbeschreiblich genial.
Eine blinde Comtessa, ein sinisterer Sohn, blutige Morde, Eifersucht, totenstarre Leichenskulpturen, im Wind wehende Kerzenleuchter, und eine verstorbene grosse Liebe, die sich scheinbar in Lisa reinkarniert.
Und natürlich der Teufel, der zum letzten Puppenspiel bittet, grinsend am Ende einen Flug in die Unterwelt offeriert.
Memento Mori- Der Tod holte sie alle.
"Lisa und der Teufel" ist vielleicht Bavas künstlerischster, für mich jedoch nicht sein bester Film.
Zu sehr steht und fällt der Film damit ob man sich auf seine verquere Logik nun vollkommen einlässt oder ihn bisweilen auch als anstrengende, zu verwirrte, auch zähe Kunstcollage betrachtet.
Dieser Umstand kostet ihn im direkten Vergleich zu beispielsweise meinen persönlichen Lieblingen "Die drei Gesichter der Furcht" und "Die toten Augen des Dr.Dracula" die Höchstwertung.
Natürlich war der Film kein kommerzieller Erfolg.
An dem Film wurde von Seiten der Produzenten herumgeschnippelt, Szenen wurden nachgedreht die so nie geplant waren, und Bava hat sich von der Tatsache, wie mit seinem persönlichsten Film umgesprungen wurde, nie wieder ganz erholt.
Um so schöner, daß hier mit dieser Edition die sorgfältig überarbeitete, ungekürzte Originalversion vorliegt so wie Bava sich den Film vorstellte.
Es gilt: Wer sich auf seinen prächtigen Surrealismus einlässt, vielleicht auch erst bei mehrmaligem Sehen wird mit einem der rauschhaftesten Märchen- Filme aller Zeiten belohnt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3.0 von 5 Sternen Unheimlichkeiten und katholische Obsessionen, 22. April 2013
Von 
Estragon - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lisa und der Teufel (DVD)
Mario Bava genießt einen beachtlichen Ruf als Genre-Regisseur mit höherem Anspruch und als Erfinder des Giallo. Seine Karriere startet am Beginn der 1960er Jahre und endet bereits in der Mitte der 1970er Jahre. „Lisa und der Teufel“ (1973) ist also ein spätes Werk, das aber als ambitioniert gilt. Die Umstände der Veröffentlichung des Films waren leider typisch für die meisten späteren Bava-Filme: Weil der Film in Italien floppte und auch die US-Verleiher sich zurückzogen, wurde der Film auf Veranlassung des Produzenten (und gegen Bavas Willen) neu geschnitten und durch Zusatzmaterial zu »The House of Exorcism« umgestaltet. Dankenswerterweise enthält die vorliegende DVD die ursprüngliche, von Bava beabsichtigte Version.

Der Film hat einen sehr starken Beginn: Eine junge Frau, Lisa Rainer (Elke Sommer), kommt als Touristin mit einer Reisegruppe in eine alte italienische Stadt. Eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt ist ein mittelalterliches Wandgemälde, das den Teufel zeigt. Lisa streift später ziellos durch die Stadt und gelangt in den Laden eines Handwerkers, wo sie auf einen Mann (Telly Savalas) trifft, der eine lebensgroße männliche Puppe kauft und dem Teufel auf dem Wandgemälde auffallend ähnlich sieht. Lisa erschrickt, flieht und verirrt sich in der labyrinthischen und nun eigenartig menschenleeren Stadt. Irgendwann trifft sie den Mann mit der Puppe wieder, der ihr den Weg weist. Sie trifft daraufhin für sie selbst überraschend auf einen anderen Mann, der sie gut zu kennen scheint und offenbar gesucht hat. Er sieht der männlichen Puppe verblüffend ähnlich. Der Mann stürzt eine Treppe herab und ist tot. Eine Taschenuhr zerbricht. Lisa flieht weiter.

Diese ersten zehn Filmminuten beeindrucken. Die Szenen der ziellosen Flucht durch die alte labyrinthische Stadt mit den menschenleeren Straßen ist wirklich unheimlich. Sie erinnern an frühe Murnau-Filme (›Nosferatu‹, ›Phantom‹) oder an die Traumszene am Beginn von Ingmar Bergmans ›Wilde Erdbeeren‹. Bava gelingt es, ohne technischen Schnickschnack eine surreale Atmosphäre zu schaffen, in der hinter jeder Ecke Unfassbares zu lauern scheint. Auch später in dem Film – in einigen Szenen in dem großen alten Stadthaus, wo der größte Teil der Handlung spielt – zeigt Bava, wie geschickt er eine Atmosphäre der Unheimlichkeit zu erzeugen versteht.

Bedauerlicherweise scheint Bava seinem Talent für das Unheimliche nicht zu trauen. Die Filmhandlung kommt einem zwar zunächst undurchschaubar vor, aber die Dinge liegen eigentlich ganz einfach. Zu einfach. Bava, der auch für das Drehbuch mitverantwortlich zeichnet, ist lieber explizit als subtil. Und er erklärt zu viel. Es läuft alles auf eine Mischung aus altbekannten katholischen Obsessionen (vor allem: Verbindung von Sex und Tod, aber auch das allgegenwärtige Sündemotiv) sowie aus psychoanalytischen Standardsituationen (Ödipuskomplex, Leiden an der Übermutter, daraus resultierendes Sexualversagen usw.) hinaus. Das war schon Mitte der 1970er Jahre alles andere als originell. Auch vieles andere wirkt angestrengt und überzogen. Eine Figur wird durch Überfahren getötet, aber der Wagen fährt nicht nur einmal, sondern gleich ein halbes Dutzend Mal über den Körper. Was vermutlich als Steigerung des Schreckens gedacht war, gleitet ins Lächerliche ab. Auch Bavas Vorliebe fürs Symbolische (kaputte Uhren, Spiegel usw.) entfaltet durch Überdeutlichkeiten und Wiederholungen eine unangenehme Penetranz.

Zu den Schauspielern: Telly Savalas macht seine Sache als Diener Leandro bzw. als Teufel sehr gut. Die Figur wäre aber deutlich überzeugender, wenn man sich die Kojak-Anspielungen verkniffen hätte. Elke Sommers Leistung zeugt von bemerkenswerten Talentdefiziten. Ihr Spiel ist unfassbar steif und variationsarm (kein Wunder, dass in einer Szene am Schluss des Films spielende Kinder Lisa für jemanden halten, der schon lange tot ist). Als Scream Queen erinnert Sommers Darstellung mehr an Inge Meysel als an Jamie Lee Curtis. Alessio Orano ist als Maximilian ein Helmut Berger für Arme, was aber zu der Rolle gar nicht so schlecht passt. Alida Valli schließlich – berühmt durch Carol Reeds »Der dritte Mann«, Hitchcocks »Fall Paradin« und Viscontis »Sehnsucht« – ist neben Savalas der zweite darstellerische Fixpunkt des Films. Als blinde undurchschaubare Gräfin ist sie exzellent.

Zur DVD: Die Extras sind bedauerlicherweise spärlich. Weitere Informationen über den Entstehungskontext des Films oder über das Genre wären interessant gewesen. Die Tonqualität ist ganz passabel, die Bildschärfe schwächelt an einigen Stellen, allerdings ohne dass es beim Sehen wirklich stört.

Alles in allem ein interessanter Film in befriedigender Präsentation. Der Film liefert beeindruckende Talentproben, die Hunger auf mehr machen, den der Film selbst aber nicht stillen kann.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4.0 von 5 Sternen Stimmiger und technisch perfekter Bava-Film, 9. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lisa und der Teufel (DVD)
Lisa ist die Reinkarnation, eines Mädchens, das vor langer Zeit einmal lebte. Der Teufel bringt Lisa, ein reiches Ehepaar und deren Chauffeur in ein abgelegenes Schloss fernab der Realität. Auf dem Schloss kommt es zu Todesfällen und einigen Mysterien'

Lisa und der Teufel, ist in seiner Handlung sehr langatmig. Es dauert sehr lang bis ein Spannungsbogen aufgezogen wird um den Zuschauer zu fesseln. Der Film kann z.B. in keiner Weise mit Die Stunde wenn Dracula kommt, verglichen werden. Dazu hapert es Lisa und der Teufel, zu sehr an Höhepunkten. Interpretieren kann man während dieser Zeit viel, da Bava dem Zuschauer, bis zum Finale eigentlich freie Hand lässt. Der Abschluss ist allerdings eindeutig formuliert und wir bewegten uns, wie in manch anderen Filmen auch, mal wieder in einer parallelen Welt.

Was Bava Filmtechnisch abgeliefert hat, sprich Beleuchtung, Farbvielfalt und die Präsentation der Kulissen, lässt mich ehrfürchtig auf die Knie fallen. Der Film ist ein Erlebnis für die Augen, dass seines gleichen lange suchen wird. Es ist einfach beeindruckend, welche Stimmigkeit und Atmosphäre, Mario Bava mit diesen Bildern zu vermitteln wusste.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Form über Inhalt..., 23. Februar 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Lisa und der Teufel (DVD)
...trifft auf fast alle Giallo-Filme zu, und "Lisa and the devil" (wie der Film im Original heisst) gehört zumindest teilweise zu diesem Genre.

Der Film ist eine der späteren Arbeiten von Mario Bava und reiht sich gut in sein bisheriges Ouvre ein, denn er verbindet Motive und Bilder aus diversen Filmen von ihm und erschafft eine einzigartige Atmosphäre, die sich zum Teil an Original-Schauplätzen in Spanien und zum Teil im Schloss der Gräfin abspielt.

Elke Sommer ist ein Glücksfall für diesen Film, sie verkörpert die Hauptdarstellerin, welche ihre Reisegruppe in Spanien verliert und in einen Strudel mysteriöser Ereignisse gezogen wird, sehr gut, sieht bezaubernd aus und wird gut in Szene gesetzt. Telly Savalas als teuflisches Gegenstück spielt relaxt und gut gelaunt seinen Part. Insbesondere eine Szene, wo er alleine ist und ein Selbstgespräch führt mit all seinen Puppen in einem Raum des Schlosses, finde ich beeindruckend. Alisa Valli (vor allem bekannt aus "Suspiria", sie sieht in "Lisa and devil" fast genau so aus wie in Dario Argentos Meisterwerk) brilliert als undurchsichtige Gräfin. Es lässt sich nicht leugnen das ein gewisses Mass an Overacting in dem Film stattfindet, dies ist in Anbetracht der sonstigen Qualitäten von "Lisa and the devil" aber durchaus verzeihlich, außerdem ist es bei einem Film aus dem Jahr 1974 mehr als verzeihlich, und vom Giallo sind wir das ja auch meistens nicht anders gewöhnt ;o)

Zusammen mit den in Technicolor gedrehten Bildern, dem Score welcher hauptsächlich aus Werken von Joaquin Rodrigo besteht, und der langsamen, relativ abgedrehten und nicht gleich verständlichen Story ist "Lisa und der Teufel" ein vergnügliches Meisterwerk von Mario Bava.

Für die Fans von eher konventioneller Gruselkost dürfte der Film etwas verstörend sein, doch wer auf ältere und etwas abgedrehte Meisterwerke steht, die sich nicht zwangsläufig nach heutigen wie damaligen Konventionen zu richten hatten, wird an diesem Film seine Freude haben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Atmospähre pur !, 14. November 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lisa und der Teufel (DVD)
Bava war für mich Neuland. Dieser Film war sozusagen der "erste"

Man wird von dem Intro regelrecht in seinen Bann gezogen. Es wird einem recht schnell deutlich, dass es sich eher um Kunst als um Trash handelt. Die Kameraeinstellungen, die Atmosphäre der alten Stadt und der erste Kontakt mit dem "Teufel" sind wirklich gut insziniert.

Von da an nimmt alles seinen Lauf. Erschrocken vom Eindruck des "Teufels" versucht Lisa als Begleiterin in einem Automobil mit weiteren Personen die Stadt/Umgebung zu verlassen. Das Auto hat eine Panne und muss repariert werden. "Rein zufällig" geschiet die Panne unmittelbar vor einer alten, mysteriösen Villa. Der "Teufel" ist dort als Diener tätig und hat zudem eine Vorliebe für das basteln von Mannequins (Puppen). Außerdem wohnen dort eine alte blinde Frau und ihr Sohn. Es gibt aber noch "weitere" Mitbewohner auf die ich nicht näher eingehen will.

Die ganze Story wird immer rätzelhafter bis zum Schluss. Man kann die Charaktere so gut wie garnicht einschätzen. Der Schluss ist ebenfalls grandios und flutet nochmal die Gedanken und Eindrücke.

Bin begeistert. Ich habe mir im Anschluss noch weitere Bava Klassiker zugelegt !
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geistergeschichte zwischen Trash und Kunst...., 11. September 2007
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Lisa und der Teufel (DVD)
Alles nur ein Traum ? Oder ein Totentanz ? Jedenfalls beantwortet der Film die Fragen nicht vollständig, die Story selbst ist auch nebensächlich. Mario Bava hat dafür einen wunderbaren Ausstattungsfilm hier abgeliefert und schwelgt in seiner Bildkomposition, das unheimliche Haus und sämtliche Requisiten sind vom feinsten und unterstreichen die morbide Stimmung im Geisterhaus. Mit Liebe zum Detail (Uhren, Spiel- und Wachsfiguren) zelebriert er voll Poesie eine Art Requieum. Die Ausstattung ist ein echter Traum und fasziniert auf ganzer Linie. Daneben kunstvoll eingebettet ein gewisser 60s Trash, eine leichte Brise Bunuel und unsere Elke Sommer.
Erinnerte mich auch stellenweise an die Grusel-Comics meiner Jugend, den die legten logischerweise auch sehr viel Wert auf das Bild. Für Fans des Holzhammerhorrors ist das sicherlich nichts, dazu ist der Film zu bizarr.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Komischer Film..., 8. April 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lisa und der Teufel (DVD)
Hi,

bitte versteht mich nicht falsch, mit komisch meine ich sicher nicht lustig. Im Gegenteil, die Uncut Fassung von Lisa and the Devil wartet am Schluss im Anhang mit noch 2-3 recht heftigen Einlagen auf, und zwar einer Splatterszene (einer Frau wird der Schädel eingeschlagen, das wirkt eher wie ein Lucio Fulci Film) und einer recht delikaten (für Anfang der 70iger) Sexszene, natürlich keine HC-Szene, aber für Kinder doch ungeeignet.

Nun zum Film, Bava ist ja doch ein Altmaestro des klassischen Horrorkinos, man denke nur an sein "Black Sunday" oder besser die prahlerische deutsche Titleschmiede: Die Stunde, wenn Dracula kommt. Nun ja, Fans des unsterblichen Grafen seien gleich mal gewarnt, von Dracula fehlt hier jede Spur...
Die Atmosphäre bei allen seinen Streifen ist nur mehr als stimmig, aber hier muss er wohl leicht unter Drogen gestanden haben. Lisa und der Teufel ist ein durchaus annehmbarer Horrorfilm, besonders der zu Beginn albtraumhaften Szene in der Lisa sich in der spanischen Stadt verläuft.
Sie spricht die Dorfbewohner mehrfach an, aber niemand scheint ihre Existenz wahrzunehmen. Surreal hoch 10 sind dann die Ereignisse in einem Haus in der Lisa Unterschlupf findet. Der Butler Leandro wird hier (sehr teuflisch) von Telly Savalas verkörpert. Interessanterweise soll er der Teufel sein und führt auch fast alle Exekutionen selbst aus.

In den Strudel der seltsamen Geschehnisse mithineingezogen ist der Film leider doch äussert dröge erzählt und zeigt dem Zuschauer nur hin-und wieder einige leichte Splattereinlagen. Unverständlich wird man hier ständig in die Irre geführt. In der TV-Fassung zeigte der Sender RTL2 den Film mal in einer arg gestutzten Version, die allerdings einen schönen deutschen Synchro vorweisen konnte.

Fans von Bava können sich glücklich schätzen, denn Lisa und der Teufel bietet fast alles was das Genreherz begehrt.

Alles in allem, trotz seiner Längen: ok!, aber trotzdem komisch.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen der mario mit dem hammer der geht um, 18. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Lisa und der Teufel (DVD)
was soll ich sagen, der genosse rezensent m. deepred hat ja quasi alles vorweggenommen : ein gassenhauer vom allerfeinsten, welch ein glück das leben einem bietet, wenn man ein solches juwel entdecken darf ! zuerst dachte ich, das kaff bereits in italien selber schon besucht zu haben, welch irre bewußseinstäuschung - es ist nicht nur in spanien sondern der fliegende start eines grausligen alptraums, der gute alte mario bava mit dem hammer, der geht hochselber um. sein teuflischer telly ist gar so abgrundtief dämonisch, dass er die asservatenkammer seines täglichbrotgebers "einsatzinmanhattan" ohne not lollytechnisch plündert - zitter.... ich glaubte nach dem aufwachen, elke sommer trotz blondinenabneigung in einem frühereren leben selbst mal so richtig gepflastert zu haben, leider nur ein traum......
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Lisa und der Teufel
Lisa und der Teufel von Telly Savalas (DVD - 2007)
EUR 19,77
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen