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5.0 von 5 Sternen Superlative gesucht!
Wenn man mal in 20 Jahren oder so auf dieses namenlose Jahrzehnt 2000-2010 zurückblickt, dann wird man sich fragen, was es uns musikalisch gebracht hat. Und neben der Indie-Neo-Wave-Welle, die abkehr von großen Musiklabels und vielleicht noch den Neptunes oder Timbaland, sollte da auf jeden Fall ein großes Kapitel der kanadischen Kapelle Arcade Fire...
Veröffentlicht am 6. März 2007 von Norman Fleischer

versus
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Vinyl-Pressung leider Schrott
In meiner Rezension soll es um die Vinyl-Ausgabe (auf der Rückseite klebt ein Barcode mit der Katalognummer 1724447) von Neon Bible gehen. Mein bestelltes Exemplar klingt grundsätzlich eigentlich ganz gut, allerdings hat die Platte zwei Defekte:
1. Zum einen ist der rechte Kanal der A-Seite fast komplett über die ganze Seite mit starken Knistern...
Vor 8 Monaten von FH veröffentlicht


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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Superlative gesucht!, 6. März 2007
Von 
Norman Fleischer "it's about progress" (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Neon Bible (Audio CD)
Wenn man mal in 20 Jahren oder so auf dieses namenlose Jahrzehnt 2000-2010 zurückblickt, dann wird man sich fragen, was es uns musikalisch gebracht hat. Und neben der Indie-Neo-Wave-Welle, die abkehr von großen Musiklabels und vielleicht noch den Neptunes oder Timbaland, sollte da auf jeden Fall ein großes Kapitel der kanadischen Kapelle Arcade Fire gewidmet sein.

Kaum ein Debüt schlug in den letzten Jahren so ein, wie "Funeral". Hymnische Rockopern, eine wilde Mixtur aus Kammermusik, Pop, Klassik, Kunst und so vielem mehr. Nie klang ausladender Bombast in den letzten Jahren bewegender und gefühlvoller. Die Musikkritiker waren sich ausnahmsweise mal alle einig und vielen auf die Knie, von den oft erwähnten renomierten Musikern wie Bowie und Bono mal abgesehen.

So sehr diese Band mit ihrem Debüt verblüffte... jetzt schaffen sie das Unglaubliche: sie übertreffen noch das Debüt! Und da fällt einem einfach kein Superlativ mehr ein.

Von Anfang bis Ende ist dieses Werk ein purer Hörgenuß. Es zieht einen in den Bann, lässt einen erschaudern, weinen, lieben, tanzen und Nachdenken. Und welche Platte schafft das schon? Der bedrohliche Opener "Black Mirror" gibt die Marschrichtung vor. Der Angstzustand der Welt wird thematisiert. Will Buttler klagt an: "Mirror, Mirror, on the wall... show me whether bombs will fall". Und beim dramatischen "Windowsill" wird dies später noch deutlicher, als der Sänger des Septetts all den Ärger dieser Welt, all den Schmerz und die Trauer nicht mehr sehen will. Der Rest des Albums ist eine einzige Aneinandereihung von Lehrstücken, wie man gute Musik gestalten solle. Das sakrale "Intervention" inklusiver originaler Kirchenorgel ist ein tolles Stück im Stile des Debüts. "Black Waves/ Bad Vibrations" ändert mal spontan den Charakter, "Ocean of Noise" ist zauberhaft ruhig und das druckvolle "No Cars Go" (endlich auf nem AF Album!) schwingt sich tanzend zum pompösen Bombast auf und lässt den Hörer nicht mehr los. Genau wie das ganze Album. Es zieht einen in den Bann. "Neon Bible" ist düsterer und melodramatischer als das Debüt, nachdenklicher und stellenweise auch introvertierter (soweit man das von dieser Band behaupten kann). Es berührt einfach auf so viele unterschiedliche Art u Weisen... da sind sich Rolling Stone Magazine, NME, Bowie und Chris Martin auch vollkommen zurecht einig. Kein Musikkenner kommt heutzutage mehr an dieser Band vorbei. Wer mir das Gegenteil beweist, bekommt als Belohnung einen Superlativ von mir verpasst!
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein eingelöstes Versprechen, 13. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Neon Bible (Audio CD)
"Funeral" war 2004 der Überraschungserfolg der Indieszene und katapultierte Arcade Fire binnen kürzester Zeit aus der Obskurität in die Bekanntheit. Gemeinsame Auftritte mit David Byrne,Daavid Bowie und U2 zeugen vom Status, den die Band innerhalb kürzester Zeit erreicht hat. Und dass die England-Daten der aktuellen Tour noch vor Veröffentlichung der neuden CD innerhalb von Minuten ausverkauft waren - Tickets wurden auf eBay um mehrere Hundert Pfund gehandelt - spricht ebenfalls eine deutliche Sprache. Stellt sich nur die Frage: kann die Band die mit "Funeral" gemachten Versprechen einlösen und wird "Neon Bible" dem Hype gerecht?

Die Antwort auf beide Fragen ist eindeutig ja. War "Funeral" bei aller Brillianz noch in manchen Facetten uneinheitlich und etwas zaghaft, so präsentiert sich "Neon Bible" wie aus einem Guss. Geblieben sind die großen Melodien zwischen Verzweiflung und Euphorie, die kryptischen Texte, die zur freien Assoziation einladen, weiters die herzzereissenden Stimmen von Win Butler und Regine Chassagne, die ausgefuchsten Arrangements und die Verwendung von überraschenden Instrumentierungen. Dazu gekommen ist eine gehörige Portion Selbstbewußtsein und eine Produktion, die den anspruchsvollen Kompositionen endlich gerecht wird, sowie ein lässiges Flirten mit dem Mainstream.

Die CD stellt ein Gesamtwerk dar, aus dem nur einige Tracks herausgehoben werden sollen:

"Black Mirror" erröffnet den Songzyklus und fasst Arcades FireŽs Weltsicht, eine Art verzweifelt-optimistisches "Hope against hope", gut zusammen. "Keep the Car Running" wäre als erste Singleauskopplung wohl logischer gewesen - zugänglicher und tanzbarer sind AF selten. Nach dem ruhigen "Neon Bible" folgt die orgel-getriebene Hymne "Intervention", die wohl das passende Gegenstück zu "Wake up" von "Funeral" darstellt. Bei "(Antichrist Television Blues)" schimmert dann ein gewisser Springsteen-Touch durch (AF haben sein "Dancing in the Dark" live bereits mehrmals gecovert). "No Cars Go" ist ein Remake von der EP und kommt hier endlich in einer diesem großartigen Ohrwurm würdigen Produktion daher. "My Body is a cage" beschließt den Reigen, wieder mit der Kirchenorgel und einer grandios-intensiven Gesangsleistung von Win Butler.

Fazit: Wer auf der Suche nach unkonventioneller, intensiver Musik ist, kann hier nur zugreifen. Arcade Fire werden noch ganz, ganz groß.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Vinyl-Pressung leider Schrott, 8. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Neon Bible [Vinyl LP] (Vinyl)
In meiner Rezension soll es um die Vinyl-Ausgabe (auf der Rückseite klebt ein Barcode mit der Katalognummer 1724447) von Neon Bible gehen. Mein bestelltes Exemplar klingt grundsätzlich eigentlich ganz gut, allerdings hat die Platte zwei Defekte:
1. Zum einen ist der rechte Kanal der A-Seite fast komplett über die ganze Seite mit starken Knistern behaftet, gerade in leisen Passagen ist dies störend.
2. Das eigentliche, große Problem ist die dritte Seite der Pressung: auf der Seite sind die Höhen vollkommen verzerrt, z.B. "My Body Is A Cage" ist somit leider unhörbar.

Schade, von der Aufmachung mit Fold-Out-Cover und der vierten Etched-Seite ist das Album eigentlich schön gemacht, musikalisch mag ich die Platte auch sehr gerne (habe sie zusätzlich noch als CD), als Vinyl ist sie aber für die Tonne.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super !!!!, 8. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Neon Bible (Audio CD)
Ich kannte Arcade Fire bis vor kurzem gar nicht, bis mich ein Bekannter darauf brachte, dass die Musik sehr gut sein soll. Was soll ich sagen ???

Der Hammer ! Einer bestimmten Stilrichtung läßt sich diese Art von Musik meiner Meinung nach eigentlich gar nicht zuordnen, ein wenig Independent, ein bißchen Folk, auf jeden Fall sehr abwechsungsreich, Kaum zu glauben, dass die Lieder die auf der CD enthalten sind von ein und derselben Gruppe sind. Vor allem begeistert mich die Kirchenorgel, die manchen Liedern eine Hymnenhaftigkeit und Feierlichkeit verleiht, die man lange suchen muß. Es gibt viele Gruppen und Lieder die klasse sind, aber so richtig begeistern und das Herz erwärmen können meiner Ansicht nach nur wenige. Arcade Fire zählt dazu. Auch wenn der Vergleich natürlich hinkt, der Song "Intervention" (absoluter Anspieltipp!!!!) ringt mir dieselbe Begeisterung ab, wie seinerzeit vor vielen, vielen Jahren in den 70ern Barclay James Harvest "Poor Man's Moody Blues" Dieser Song läuft rauf und runter. Weitere Anspieltipps: Keep The Car Running, No Cars Go, My Body is a cage. Aber eigentlich sind alle Lieder super, wobei meiner Meinung nach die aktuelle Singe "Black Mirror" noch das schwächste Lied auf dieser durch und durch genialen Platte ist.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The Arcade Fire kehren mit einem Meisterwek zurück, 4. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Neon Bible (Ltd.Deluxe Edt.) (Audio CD)
Das lange erwartete zweite Studio-Album der Canadischen Band The Arcade Fire ist eine gigantische Belohnung für alle die seit "Funeral" auf etwas neues der 7 Jungs und Mädels gewartet haben. Es ist genau wie sein Vorgänger eine Scheibe die bei jedem erneuten hören bessser und besser wird. Lied Nr. 10 "No Cars Go" gab es auch schon auf der 2003 veröffentlichten "Arcade Fire EP" zu hören. Super Ding.

An diesem Album stimmt einfach alles. Vertonte Genialität nennt man das wohl.

Between the click of the light

And the start of the dream

*****
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Und weiter gehts..., 22. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Neon Bible (Audio CD)
Klar, die Erwartungen waren hoch, war doch das erste Album der Überraschungshit 2004. Mit diesem Album sind sie mir unweigerlich ans Herz gewachsen und haben sich so zu einer meiner Leblingsbands avanciert. Nun ist der Nachfolger endlich da, und was soll ich sagen, es ist wieder ein Geniestreich. "Neon Bible" wirkt musikalisch insgesamt düsterer und unheimlicher, wobei vor allem Stücke wie "Black Mirror", "Black Waves/Bad Vibrations", "My Body is a cage" und "Ocean of Noise" dazu beitragen. Black Mirror schleicht sich langsam mit drohendem Grollen an, breitet sich dann langsam aus, um sich schließlich im Refrain zu entladen. Black Waves/Bad Vibrations ist ein zweiteiliges Stück, wo Regine den helleren ersten Teil übernimmt, um dann Win den zweiten dunklen Part zu überlassen, einfach klasse. My Body is a Cage, ein kleiner Höhepunkt des Albums, beginnt leise und entfaltet sich dann majestätisch: die Orgel setzt ein, das Schlagzeug hämmert wie Maschienengewehre, "set my spirit free". Ocean of Noise wird mit Donnergrollen eingeleitet, breitet sich dann bedächtig wie ein weiter Ozean vor dem Zuhörer aus, und türmt sich dann zu einer riesigen Welle auf. Auch textlich kommt das neue Album sehr düster daher, Themen wie Zukunftsangst("World War III, when are you coming for me"), Ängste und Zwänge der heutigen Gesellschaft("I can taste your fear", "my body is a cage, that keeps me from dancing with the one I love"), aber auch Kritik fehlt diesmal nicht("MTV, what have you done to me?"). "Intervention", "The Well and the Lighthouse" und das schon auf dem ersten Album vertretene Stück "No cars go" sind weitere Höhepunkte auf dem Album, die nicht ganz so düster(musikalisch) daherkommen, den Zuhörer aber mit ihrer Wucht und Energie schier umhauen. Nicht ganz so gut gefallen haben mir die Leider "The Neon Bible", "Keep the car running" und "(Antichrist Television Blues)", was aber dem Gesamteindruck keinen Abbruch tut.

Als neues wichtiges Element in der Musik kommt, wie schon erwähnt, die Orgel hinzu, welche entscheidend zu der bedrückenden Atmosphäre beiträgt. Arcade Fire bringen es wie kaum eine andere Band mal wieder fertig, wahnsinnige und gleichzeitig wunderbare Klangbilder zu schaffen, wobei auch die große Instrumentalisierung und die vertrauten Backgroundchöre dazu beitragen. Für die orchestralen Arrangements war u.a. wieder der talentierte und von mir sehr geschätzte Owen Pallett zuständig. Keine Frage, das Album wächst und wächst. Ob es den Vorgänger übertrifft, entscheiden sie selbst! Die Kaufempfehlung kann ich auf jeden Fall aussprechen.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie nicht anders zu erwarten..., 6. März 2007
Von 
J. Piva "Nachteule" (Frankfurt/Main) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Neon Bible (Ltd.Deluxe Edt.) (Audio CD)
..ein grandioses Album von Arcade Fire. Es ist zwar anders als der Vorgänger "Funeral", ausgeloteter, ausgewogener, weniger spektakulär (zumindest beim ersten Hören)aber es erfüllt die hohen Erwartungen. Durch die Aufnahmesessions in einer Kirche klingt die ganze Platte sehr sakral, eine Orgel kommt regelmässig zum Einsatz, und einige Songsstrukturen erinnern regelrecht an Gospel.

Überhaupt wirken die Songstrukturen, als hätten Arcade Fire das perfekte Pop-Album aufgenommen, um es dann mit allerlei kompositorischen Wendungen und akustischen Kniffe als solches unkennlich zu machen. Gleichzeitig ist das gesamte Album immer unruhig und in Bewegung wie eine unruhige Meeresoberfläche, es passiert immer was.

"No cars go", welches noch von der Arcade Fire-EP bestens bekannt ist, ist hier neu arrangiert worden, und dient dem "Funeral"-Fan sozusagen als Anker und Stütze zum besseren Verständnis des gesamten Albums.

Das Artwork der Limited Deluxe Edition ist meines Erachtens sehr gelungen. Statt wie bei der normalen Edition, wo die CD in einem dieser heutzutage allgegenwärtigen und inflationär verwendeten Pappschuber steckt, gibt es hier einen eleganten Karton; das Cover ist ein "Wackel-Bild". Dazu gibt noch 2 Daumenkinos, das CD-Booklet, und natürlich die CD, welche in einer wie ein Photo-Negativ wirkenden Plastikhülle steckt.

Mancher mag solche Gimmicks nicht besonders schätzen, doch der Sammler freut sich, und der Fan übers das optische Konzept ohnehin.

Fazit: es gibt leider nicht mehr viele Bands heutzutage, die neue, spannenden Musik erschaffen und länger als ein Album lang Relevanz habe. Arcade Fire haben allerspätestens jetzt bewiesen, dass sie in einem Atemzug mit Radiohead werden können.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Achtung nicht ganz einfach: Erstmal dreimal hören, 6. März 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Neon Bible (Audio CD)
"Neon Bible", nach "Funeral" und "Arcade Fire" aus 2005 die dritte Veröffentlichung von Arcade Fire in Deutschland, ging mit vielen Vorschußlorbeeren ins Rennen. Titel und Platte des Monats im Rolling Stone, beste Referenzen von Musikerkollegen und und und. Warum eigentlich? Weil die Gruppe anders klingt als Gruppen derzeit klingen? Weil Instrumentierung und Stimmung der Musik dem Hörer Empathie ermöglichen? Wegen der überbordenden Klänge, ähnlich wie seinerzeit Dexys Midnight Runners, nur eben nicht euphorisch, eher bipolar mit zuweilen manischen Zügen? Die Gruppe bedient sich dabei im reichhaltigen Angebot der Stilrichtungen und Instrumentierungen, aber das haben die erfolgreichsten oft und gerne getan. Anspieltips: Das orchestrale "Intervention" mit Kirchenorgel und Glockenspiel. Der "Antichrist Television Blues", sich düster aufschwingend. "Neon Bible" ist ein von allem übervolles Album, das die Latte für Arcade Fire recht hoch legt. Und für die Hörer auch. Deshalb erstmal dreimal hören...
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Rock-Monument aus Montreal - der Maßstab für 2007, 20. März 2007
Von 
Paddy "schoenetoene" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Neon Bible (Audio CD)
Es ist schon viel gesagt und geschrieben worden über den lang erwarteten Zweitling der kanadischen Intelligenz-Folkrocker Arcade Fire. Die Feuilletons sind voll des Lobes, im Internet schwärmen hingerissene bis tränenüberströmte Fans, die meisten Rundfunksender machen die CD zum Album der Woche, des Monats, des Jahres.

Und, kaum zu glauben, aber wahr: Alle Hymnen sind völlig berechtigt. "Neon Bible" hängt die Messlatte für die beste Platte des Jahres 2007 schon Anfang März sehr sehr hoch. Ein Meisterwerk - wesentlich ausgereifter, melodiöser und zugänglicher als das vielleicht doch etwas überschätzte Debüt "Funeral".

Eine "Track-by-track"-Rezension:

"Black Mirror" entwickelt sich aus einer Art Sturmrauschen und beginnt verhalten-düster (der dumpf-dräuende Sound entspricht der Stimmung des Songs), ehe sich aus einem dichten Geflecht von Gitarren, Bass, Schlagzeug und Klavier die Stimmen der AF-Masterminds Win Butler und Regine Chassagne herausschälen. Nach zweieinhalb Minuten dann die so typischen Streicher zum bitteren Schlüsselsatz "Mirror mirror on the wall, show me where the bombs will fall". Spätestens hier ist klar: Für oberflächliche Spaßvögel ist "Neon Bible" nicht die richtige Platte.

"Keep the car running" macht zum ersten Mal klar, warum viele Kritiker das Album mit den frühen Meisterwerken von Bruce Springsteen vergleichen. Der treibende Rhythmus und Win Butlers Vocals sind nahe beim "Boss", und um Autos geht's im Text ja auch. Ein fantastischer Song.

Das Titelstück ist das unscheinbarste der elf Lieder. Zu sanften Streichern und etwas Schlagzeug ein mantra-artiger Gesang. Schön - und schnell vorbei.

Die Spannung entlädt sich mit "Imagination" - nicht nur wegen seiner gewaltigen, den Song dominierenden Kirchenorgel für viele der Höhepunkt des Albums. Hier singt Win Butler selbstbewusst wie der junge Springsteen von "Born To Run", während Bass und Drums auf den Refrain mit himmlischen Frauenchören zutreiben.

"Black wave/Bad vibrations" ist schon vom Titel her ein besonders dunkles Arcade-Fire-Stück, und man wird diesen Eindruck trotz des hellen Leadgesangs von Regine Chassagne nie los. Im zweiten Teil des Songs übernimmt wieder Win Butler zu wummernden Bass-Riffs die Führung - die Weltsicht der Kanadier kann nicht die optimistischste gewesen sein, als sie "Neon Bible" in einer alten Kirche bei Montreal einspielten.

Etwas versöhnlicher danach die Klavier-Ballade "Ocean of noise", wo Butler seinem Vorbild David Byrne recht nahe kommt. Gegen Ende des Songs sorgen die majestätischen Bläser von Calexico fast für so etwas wie Mariachi-Flair. Traumhaft.

"The well and the lighthouse" ist wieder so ein treibender, an der Grenze zur Hysterie balancierender AF-Song mit all der Grandezza, für die diese Band so geliebt und bewundert wird. Nach gut zwei Minuten geht's plötzlich in eine neue, hochmelodramatische Richtung, auf die man erst mal kommen muss.

Danach wird's endgültig Bruce-lastig, aber wie unpeinlich und würdevoll Arcade Fire das hinbekommen! Das wortreiche "Antichrist television blues" ist die schönste Hommage an Springsteen ever. Die Band packt alles rein, was an Energie und Schönklang in ihr steckt. Nach abrupt abbrechenden fünf Song-Minuten denkt man: Was kann jetzt noch kommen?

Und dann kommt doch noch ein Trio von Liedern mit so vielen Ideen und unerhörten Klang-Details, dass andere, schwächere Bands daraus wohl mindestens drei Alben gemacht hätten. Das wuchtige "Windowsill", wieder mit einem prächtigen Streicher- und Bläserarrangement, kraftvollem Chorgesang und Win Butlers definitiver MTV-Verdammnis; danach das unglaubliche "No cars go" mit U2-Gitarren, einem unerbittlich vorwärtsstampfenden Bass, Akkordeon, Orchester, Soldatenchor, "Hey!"-und "Go!"-Ausrufen - ein Festschmaus für die Ohren. Zum Schluss noch mal die Kirchenorgel als Hauptdarstellerin von "My body is a cage", das ganz schlicht beginnt und sich zu einer Kathedrale von Song aufschichtet.

Nach gut einer dreiviertel Stunde "Neon Bible" ist man ein anderer Mensch, wurde über diese Platte geschrieben, die sich in ihrer überwältigenden Wucht nur mit dem letztjährigen Opus magnum der Guillemots ("Through the Windowpane") vergleichen lässt. Wie auch immer man das sieht - jedenfalls werden wir uns an diesem Maßstäbe setzenden, hoch anspruchsvollen Album noch lange abarbeiten können.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Altbewährtes zu etwas ganz Neuem zusammengefügt, 30. Mai 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Neon Bible (Audio CD)
Normalerweise dauert es bei mir zwei bis drei Jahre, bis ich dazu komme, mir das Album einer 'gehypten' bzw. allseits gelobten Band anzuhören (was mich sonst eher skeptisch macht). Bei Arcade Fire bin ich froh, nicht so lange gewartet zu haben und den Kritikern, die voll des Lobes für "The Neon Bible" waren, zu glauben. Zu Recht, denn diese band ist eine Entdeckung und schon lange habe ich keine Band mehr gehört, die so viele verschiedenartige Einflüsse zu etwas verabeitet haben, was eben nicht nur beliebig und abgekupfert sondern schlichtweg mitreißend klingt.

Und mit jedem Hören entstehen neue Facetten. Im Grunde ist es egal, ob nun vor allem David Bowie größtenteils aus den Liedern herauszuhören ist (etwa bei "Black mirror"), lyrische Anleihen bei Springsteen vorhanden zu sein scheinen ("Keep the cars running", "Windowsill"), Tom Waits seine Freude mit "My body is a cage" haben dürfte und "No cars go" wie eine 80er-Punkhymne daherkommt... dieses Album bereitet einfach viel Freude beim Hören und sprudelt über vor Ideen, ohne prätentiös zu wirken. Und die Orgel trägt ihren Teil dazu bei, dass lautes Mitsingen kaum zu vermeiden ist.

Endlich neben Wilco eine weitere vielversprechende Band, von der wir (hoffentlich) auch in ein paar Jahren noch ähnlich begeistert sein werden und die Fans verschiedener Musikrichtungen anspricht. 5 Sterne, music that ought to be heard.
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Neon Bible
Neon Bible von Arcade Fire (Audio CD - 2007)
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