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30 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Solidarität und Respekt, 17. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kinder des Himmels (DVD)
Die "Kinder des Himmels" öffnen die Augen für den Stellenwert von so scheinbaren Selbstverständlichkeiten wie einem Paar Schuhe. Zur Handlung gibt es anderswo ausführliche Darstellungen. Ich empfehle den Film wärmstens für alle von 6 bis 99 Jahre, als Geschenk, für Schulklassen und für Jugendgruppen.
Es ist ein berührender, mitunter tragikomischer Kinderfilm, der über den Blick auf die rennenden Kinderfüße Werte wie Solidarität, Anstand und Respekt vermittelt und gleichzeitig mit atmosphärisch dichten Bildern Einblick in eine fremde Kultur gewährt. Die zwei Geschwister versuchen, ganz kindertypisch, den schwerwiegenden Verlust geheimzuhalten, weil ihre Eltern schon genug kämpfen, um die Familie durchzubringen. Und so tut Ali alles Erdenkliche, um seine kurze Unachtsamkeit auszugleichen.
Ich habe den Film mit meiner 14jährigen Tochter gesehen, und sie war tief beeindruckt. Interessanterweise haben aber auch die Großeltern sofort Interesse angemeldet (die den Wert eines Paars Schuhe noch aus Kriegszeiten kennen), so dass unser Exemplar gerade schon wieder ausgeliehen ist.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Etwas ganz und gar Einmaliges, 8. März 2007
Das ist es. Das ist das Gefuehl der unantastbaren, unbedingten Liebe. Und wie koennte man diese schoener darstellen, als in der Liebe eines Bruders zu seiner kleinen Schwester.

Als Ali die reparierten Schuhe seiner Schwester Zahra verliert, ist das Entsetzen gross. Die Familie ist arm, jedes Kind hat nur ein Paar Schuhe.

"Wie soll ich denn jetzt in die Schule gehen?" schreibt seine Schwester in ihr Schulheft und schiebt es heimlich waehrend der abendlichen Hausaufgabenstunde zu ihrem Bruder hinueber. Alis Idee ist, seine eigenen Schuhe fortan mit seiner Schwester zu teilen. Morgens traegt sie sie zur Schule, dann gibt es einen fliegenden Wechsel und puenktlich zur Nachmittagsschule erscheint Ali in der Schule mit den Schuhen. Den Eltern wollen sie nichts erzaehlen, um deren Muehen und Kummer ueber die angespannte finanzielle Lage nicht noch zu verschlimmern.

Natuerlich gibt es Allerlei, das den schwierigen Schuhtausch oft verhindert. Aber mit welcher Intensitaet und welcher Zugewandtheit beide Kinder fuereinander einstehen....

Als dann ein Laufwettbewerb ausgeschrieben wird, dessen dritter Preis ein neues Paar Laufschuhe sein wird, weiss Ali, was er tun moechte.

Der iranische Hinterhof, die leuchtenden Gesichter der Kinder, die Schule, das Schreibheft, der Fueller, die Schuhe, die Seifenblasen, die Zuckerstuecke in der Moschee... mich hat der Film zutiefst beruehrt. Das ist die echte, ungeschliffene Begeisterung, das unbedingte Fuereinandereinstehen, das die Welt zum Leuchten bringt.

Das ist Liebe. So einfach ist es. Ein Film, der nichts will, der nichts forciert, der einfach nur hinsieht, wie es ist mit der Liebe...

Naemlich so.

Ein unwahrscheinlich sehenswerter und liebenswerter Film.
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45 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Kunstwerk fürs Herz, 27. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Kinder des Himmels (DVD)
Ein Beispiel für die Macht der Kunst ist der Film "Kinder des Himmels" des iranischen Regisseurs Majid Magidi. Der bereits 1999 für den amerikanischen Filmpreis Oscar nominierte Streifen vermittelt etwas von dem Lebensgefühl der schiitisch-islamischen Welt. Inhalt: Der neunjährige Ali soll die Schuhe seiner kleineren Schwester Zore beim Schuhmacher abholen. Auf dem Weg nach Hause gehen sie verloren. Eine Katastrophe für die beiden, denn ein zweites Paar hat Zore nicht. Ali überredet Zore, Mutter und Vater nichts zu verraten, und so teilen sich die beiden Alis einziges Paar Schuhe. Der Kinderfilm erlaubt uns, das ganz normale Leben im "Gottesstaat" Iran aus kindlicher Sicht zu sehen. Absolut sehenswert.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was ist Herzensbildung?, 16. Dezember 2008
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Aufmerksam wurde ich auf diesen Film durch meinen Mitrezensenten von Rippenbiest. Im Dialog mit ihm in seinen Kommentarzeilen versicherte er mir, dass mir die " Kinder des Himmels " bestimmt gefallen würden.
Danke, lieber von Rippenbiest dieser Film hat mir sogar sehr gefallen, nicht zuletzt weil er mich überaus berührt hat, viel mehr noch als " Der kleine Lord ", der ja ähnlich wie der vorliegende Film die Nächstenliebe thematisiert.
Vor einigen Tagen erst habe ich ein Buch über den Iran rezensiert und dort gelesen, dass in Teheran ein ausgeprägtes Nord-Süd-Gefälle in der Stadt vorhanden sei, eine tiefe Kluft zwischen Arm und Reich bestünde. Genau diese Kluft ist ein Thema des Films, das allerdings keineswegs sozialromantisch abgehandelt wird.
Hauptthema aber ist die Herzensbildung von Menschen, die in der Familie, in der die Kinder Ali und Zahra leben, besonders ausgeprägt ist und durch die sich das Zusammenleben der Familie, selbst in großer Armut erträglicher gestaltet, weil die Menschen sehr liebe - und respektvoll sowie generell sehr feinfühlig miteinander umgehen.
Ich möchte bewusst nicht auf die Filmhandlung eingehen, in der ein paar verlorene Mädchenschuhe Auslöser für das dann folgende Geschehen sind, weil ich die Spannung nicht mindern möchte.
Geschwisterliebe, gegenseitige Hilfsbereitschaft, das Entwickeln von fast übermenschlichen Kräften, um für den anderen etwas Gutes zu tun, Nächstenliebe in vielen Formen werden vom iranischen Drehbuchautor und Regisseur Majid Majidi immer wieder fokussiert und machen deutlich, dass dies die Grundbedingungen vernünftigen Zusammenlebens sind und der Motor dafür gemeinsam kreativ Positives zu bewegen.

Am Beispiel des kleinen Jungen Ali kann man sehen, wie sehr ein Mensch über sich selbst hinauszuwachsen in der Lage ist, wenn er sich selbst vergisst und ausschließlich das Wohl eines Dritten im Auge hat.

Ein Film, den Familien während der Feiertage gemeinsam sehen sollten.

Pädagogisch sehr wertvoll, besonders empfehlenswert.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Familienkino aus dem Iran, 1. Mai 2008
Von 
RockBrasiliano (Costa Banana) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Kinder des Himmels (DVD)
"Kinder des Himmels" ein iranischer Film der von Kindheit und Armut handelt, aber auch vom Überlebenswillen und Zusammenhalt. Darüber hinaus ein gutes Beispiel für die typisch orientalische Erzählweise im Kino. Ein bißchen eben auch ein Märchen. Auf jeden Fall ein schöner Film und gute Unterhaltung. Vom Stil her ist der Film teilweise an ältere Produktionen angelehnt. Ich fühlte mich anfangs manchmal ein bißchen an einen Stummfilm erinnert (das gibt sich später aber), obwohl hier natürlich auch das Gesprochene wichtig ist. Der Darsteller sind nicht perfekt, aber das macht sie sehr sympathisch. Interessant ist, dass man hier eine Menge zum Alltag, aber auch zum Schulsystem im Iran erfahren kann. Auf jeden Fall ein schöner Film, der was für die ganze Familie sein dürfte.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Arm sind sie, aber voller Liebe, 20. März 2010
Von 
Myop "Kurzblicker" (zwischen überall und nirgends) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Kinder des Himmels (DVD)
Sie machen ihre Hausaufgaben auf dem Fußboden, weil sie keinen Tisch haben. Und Geld für ein neues Paar Mädchenschuhe, nachdem das alte geklaut wurde, haben die 9- und 6-jährigen iranischen Geschwisterkinder erst recht nicht. Ali muss mit Papa in die Reichengegend des Landes radeln, um dort gärtnerische Dienste anzubieten, damit es irgendwie weitergeht. Das fehlende Paar Schuhe, dessen Verlust die Kinder vor den Eltern verschweigen müssen aus Angst vor Prügel, zwingt die beiden zu einer vorübergehenden umständlichen Problemlösung: sich das eine Paar zu teilen.
Eines Tages kommt die große Chance: Ein Laufwettbewerb. Der erste und zweite Preis interessiert Ali nicht, aber der dritte Preis wäre ein nigelnagelneues Paar Jungenschuhe, das man im Geschäft bequem gegen ein Paar Mädchenschuhe umtauschen könnte. Ali, der sich erst nach Verstreichen der Anmeldefrist für den Wettlauf meldet, bettelt unter Tränen: "Bitte setzen Sie meinen Namen auf die Liste. Ich verspreche, dass ich Erster werde."
Seiner Schwester verspricht er hoch und heilig, Dritter zu werden, denn wer der Schnellste ist, kann es so arrangieren, dass er die besten zwei Langsamen vorlässt.

--- Spoilerwarnung! (Gibt's sonst nur bei Thrillern)
Am Ende ist ein Knubbel von fünf gleich schnellen Läufern an der Spitze, und Ali sieht sich machtlos, unter diesen Umständen Position 3 für ihn rauszuholen. Ganz außer Atem erkundigt er sich hinter der Zielmarkierung: "Bin ich Dritter geworden?" - "Wieso denn Dritter? Gratuliere, du bist Sieger!"
Nie war ein Gewinner so unglücklich.
Gesenkten Hauptes muss Ali in der letzten Szene zu seiner Schwester zurück. Ohne Worte erfolgt die Beichte, dass er es nicht geschafft hat, Dritter zu werden. ---

Urteil:
Mit Recht hochgejubeltes, Oscar-nominiertes Prachtstück, das es gewiss verdient hätte, den allerersten Oscar für den besten Auslandsfilm in den Iran zu holen.
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehenswert!, 14. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Kinder des Himmels (DVD)
Tolle, glaubwürdige Darsteller. Fantastische Bilder/Szenen und, trotz ruhiger Abschnitte, keinesfalls langweilig. Zum Lachen und Weinen. Jede Sekunde kann man sich wundern und geniessen. Ausserdem sehr spannend. Für Erwachsene und Kinder sehenswert.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 84 Minuten in einer ganz anderen Welt, 21. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Kinder des Himmels (DVD)
Zur Handlung selbst wurde ja schon geschrieben. Mein persönlicher Eindruck:
Es ist ein "schöner", sehr authentischer Film voller Wärme, der das Leben "live" zeigt. Ein Film der Kontraste zeigt. Sowohl im Iran selbst, als auch im Vergleich zu uns. Ich kann diesen Film sehr empfehlen, sowohl für Erwachsene als auch Kinder. Ähnlich dem Film "Die Geschichte vom weinenden Kamel" (wer es nicht kennt, er ist empfehlenswert!) taucht man als industrialisiert-zivilisiert- Mitteleuropäischer Mensch mit den hier typischen Gegebenheiten ein in eine Welt, die völlig anders ist.
Und solche "Erfahrung" des Anderen kann sehr hilfreich sein, beleuchtet sie doch unsere eigene Weltsicht, unser eigenes Leben, unsere Selbstverständlichkeiten, unseren Lebensstil und -"sinn" einmal ganz neu, und regt zum Nachdenken an: Wo beginnt "Armut", ist sie generell schlecht, oder kann weniger doch mehr sein? Das einzige, was dem Film fehlt, ist Praxiserfahrung zu vermitteln. Aber er kann darauf neugierig machen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die kindliche Kraft der Liebe, 30. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Kinder des Himmels (DVD)
Produkt: DVD (1 Stück). Herausgeber: Studiocanal. ASIN: B000MCH3PQ.
Deutscher Titel: Kinder des Himmels. Originaltitel: Bacheha-Ye aseman
Produktionsland: Iran. Premiere: 1997
Mit: Amir Farrokh Hashemian (Ali; Bruder), Bahare Seddiqi (Zahra; Schwester), Mohammad Amir Naji (Vater), Fereshte Sarabandi (Mutter), Nafise Jafar-Mohammadi (Roya; Tochter des Blinden), Mohammad-Hasan Hosseinian (Royas blinder Vater), Abbas-Ali Roomandi (Schuster) u. A.
Regie und Drehbuch: Majid Majidi.
Musik: Keivan Jahanshahi (sehr originelle, feinfühlige, unaufdringliche, innovative, leichte Musik)
Genre: Drama > Sozialdrama > Familienfilm > Kinderfilm
Nominierungen: für einen Oscar als bester fremdsprachiger Film
Bild: gut / Farbe / Breitbildformat. Sprache: persisch. Synchronisation: nur deutsch; sehr gute Synchronstimmen der beiden Kindergeschwister. Untertitel: nur deutsch (ausblendbar)
Filmlänge: 84 Minuten und 13 Sekunden
Specials: keine

Der Film beginnt mit der Nahaufnahme einer Kinderschuhreparatur, welche in unserer Wegwerfgesellschaft wohl kaum mehr stattfindet. Und das ist der Unterschied verschiedener Welten. Es gibt eben noch eine, wo kleine Dinge würdig sind, repariert zu werden, seien es auch noch so kleine, "billige" Schuhe, für uns billige Schuhe. Daran sieht man aber auch, wie leicht wir es in unserer Gesellschaft vergessen haben, einen kleinen Gegenstand als wertvoll zu betrachten, ja eigentlich unbezahlbar wertvoll.
Dieser Film hat seinerzeit die Wohlstandswelt berührt, weil er sie daran erinnerte, wie dankbar sie sein sollte, für alles Gute und Hilfreiche, das sie im Leben hat.
Die Nahaufnahme zeigt echte, erprobte Schusterhände eines erfahrenen, älteren Mannes, dessen Erneuerungskunst bewunderungswürdig ist. Der Bedarf einer Reparatur erschafft gutes, goldenes Handwerk, welches bedauerlicher Weise in unseren Kreisen stark zurückgedrängt wurde. Wo diese alte Tradition gepflegt und ausgeübt wird, da sind Künstler am Werk und der Hände Arbeit gereicht zum Gesellenstück. In den armen Ländern ist das Handwerk stärker und prägender, als in den reichen.
Spoiler.
Durch eine schuldlose Unachtsamkeit, verliert der kleine Ali die reparierten, einzigen Schuhe seiner jüngeren Schwester Zahra, welche er in einer Plastiktüte auf dem falschen Platz deponiert hatte. Was tun in dieser Not, ohne es den armen Eltern gestehen zu dürfen? Die Verzweiflung nagt. Der Film berührt sehr, weil er aus der kleinen Seele eines Kindes dargestellt wird. Was ist für unsereiner der Verlust eines kleinen Schuhs und wie viele weggeworfene Schuhe finden wir auf unseren Straßen vor!? Sehr viele. Aber für ein Kind ist der vermeintlich selbstverschuldete Verlust von Schuhen der Untergang auf Erden. Wir erinnern uns alle daran, wie wir Kinder waren und wie lebenswichtig Dinge waren, die uns als Erwachsenen so unwichtig erscheinen. Doch für ein Kind sind kleine Dinge groß, wie für uns die großen. Wobei es höchst fraglich ist, ob unsere großen Dinge tatsächlich größer sind, als die kleinen Dinge der Kinder.
Die Szene, als der Bruder dem jüngeren Schwesterlein beichtet, deren Schuhe verloren zu haben, rührt ans Herz, weil man überwältigt wird von der ehrlichen Darstellung der beiden Kinderschauspieler. Um den tragischen Verlust Mutter und Vater zu verschweigen, vereinbaren die Geschwister, dass Zahra Vormittags in den Schuhen ihres Bruders zur Schule geht und er Nachmittags. Natürlich sind die Schuhe des Bruders zu groß für die kleinere Zahra und auf dem Weg zur Schule schreitet sie in der Früh gedrückt dahin.
Nach dem Schulunterricht sprintet sie nach Hause, weil Ali nicht zu spät in den Nachmittagsunterricht kommen darf. Alles ein großes, übermenschliches Opfer für beide Kleinen. Denn Ali muß ebenfalls in die Schule rennen, um nicht zu spät zu kommen.
In kurzen Momenten sind sie glücklich und vergessen die Unbill, wenn sie zB. Seifenblasen durch die Luft schicken.
Eines Tages erspäht Zahra ihre verloren gegangenen Schuhe an den Füßen einer anderen Schülerin. Sie folgt nach dem Unterricht dem Mädchen und sieht, dass deren Vater ein armer, blinder Mann ist, der sein Kind zärtlich umarmt. Sie verzichtet darauf, die Schuhe vom Mädchen zurückzuverlangen.
Es tut weh, das kleine Mädchen in den großen Schuhen laufen zu sehen, wie es sich abmüht, rechtzeitig ihren ungeduldig wartenden Bruder zu erreichen. Beim Überspringen eines schmalen Wasserkanals fällt ein Schuh ins Wasser, treibt davon und bleibt unter einer Brücke stecken. Das Mädchen ist verzweifelt und weint. Nur durch die Hilfe zweier Männer gelingt es, den Schuh zu retten.
Köstlich die Szene, als Ali mit seinem Vater per Fahrrad den weiten Weg ins Reichenviertel nimmt, um dort zusätzlich zum schlechtverdienenden Job Gartenarbeit zu erbetteln. Von einer Villa zur anderen stottert sich mehr schlecht als recht der redegehemmte Vater weiter, bis aus Ali klare Sätze für deren Dienstleistung heraussprudeln wie Glockenklang. Der Vater ist beeindruckt über die Redegeschicklichkeit seines kleinen Sohnes und lächelt als der glücklichste Vater auf Erden. Ali lächelt glücklich zurück, unabhängig davon, dass an ihren Diensten kein Bedarf besteht. Bis sie nach der Flucht vor einem harmlosen Hund bei einem gußeisernen Tor kauern, wo Ali am Wasserhahn dreht und sich erfrischt am köstlichen Nass. Von der Sprechanlage ertönt die Stimme eines Kindes, das spielen will. Die Stimme wendet sich an Ali, doch er nimmt das Angebot nicht ernst. Schon befinden sich er und sein Vater am Rückweg, als die Kindesstimme Alis Namen ruft. Der Bub und dessen Großvater sind extra auf die Straße geeilt, um Ali und seinen Vater zurückzurufen. Diese Szenen sind wirklich sehr berührend. Man gönnt diesen Menschen ein wenig Trost und Erfüllung von ganzem Herzen.
Ali mausert sich aufgrund seiner Sprintläufe in die Schule zu einem guten Läufer, welcher an einem schulischen Laufwettbewerb teilnehmen darf (Fünf-Kilometer Lauf). Für den Drittplatzierten gibt es als Preis ein Ferienlager und nagelneue Sportschuhe (Erster Platz Ferienlager und Trainingsanzug; zweiter Platz Ferienlager und eine Schreibgarnitur). Ali will unbedingt Dritter werden, um die Schuhe zu bekommen und sie einzutauschen für neue Schuhe seiner Schwester. Der Bub läuft vortrefflich, gelangt zur Führung und lässt sich etwa 400 Meter vor dem Ziel von zwei guten Läufern überholen. Damit wähnt er sich des dritten Platzes sicher und freut sich bereits darüber. Von hinten rempelt ihn aber absichtlich ein Läufer nieder. Ali stürzt, rappelt sich sofort wieder hoch und setzt zum erbitterten Endspurt an. Nun an der sechsten Stelle, erreicht er bald die Führungsguppe. Schließlich läuft eine Gruppe von fünf eng nebeneinander schnaufenden Läufern dem Ziele entgegen. Da Ali nun nicht mehr taktieren kann, bleibt ihm nichts Anderes über, als so schnell wie möglich das Ziel zu erreichen. Und er landet auf dem ersten Platz, was ihn zutiefst traurig macht. Denn er versprach seiner Schwester die Schuhe als Preis für den dritten Platz.
Er weiß aber nichts davon, dass Vater am selben Tag zwei Paar Schuhe für seine beiden Kinder gekauft hatte, die ihm der Zusatzjob als Gärtner ermöglichte. Und dazu ein paar andere, gute Dinge.
Zu Hause angelangt, bringt Ali vor Zahra kein Wort heraus und sie versteht alles. Die Schuhe, in denen er lief, sind nun bereits sehr abgenützt und ausgetreten. Die Sohle bereits abgerissen. Seine Füße sind voller frischer Blasen. Er taucht sie in das Zierfischbecken. Die orangenen Fischchen nagen zart an seinen Füßchen.
Bald wird Vater nach Hause kommen.
Ein sehr intelligenter Film. Während der berührenden Handlung zeigt uns die Geschichte unaufdringlich auch die etwas bedenklichen gesellschaftlichen Phänomene Irans. Der Schulaufseher mit einem Holzstock in der Hand, mit dem er den Schüler drohend antupft. Kleine Schülerinnen in gleichen blaudunklen Uniformen und weißen Schleiern. Die Lehrerin führt platte moralische Propagandasprüche ohne jedwedes Gefühl für die konkrete Realität und Möglichkeit der betreffenden Familie.
Der Film ist nicht Kinderfilm allein obzwar er aus der Sicht der Kinder dargestellt ist. Es ist ein Familien- und Gesellschaftsdrama voller tiefer, existenzieller Aussagen im allgemeingültigen Sinn, sehenswert für alle Altersgruppen.
Ein beeindruckender, herzenswarmer, berührender Film.
Mladen Kosar
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Künftiges Kinoverbot für Kinder, die hierbei unberührt bleiben!, 10. Oktober 2008
Von 
Hugo Humpelbein "das Viech" (in Sicherheit) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Keine bekannten Schauspieler, wenig Handlung, fremde Kleidung - aber dennoch ein herzerwärmender Edelstein im riesigen Bergwerk des Kinofilms.
Die wahre Geschwisterliebe zwischen zwei in Armut lebenden, iranischen Kindern ist das Thema dieses zurecht hochgelobten Meisterwerks, das dem Land seine erste Oscar-Nominierung bescherte. Wer diesen Film sieht und hinterher sagt, die aufgebrachte Zeit hätte sich nicht gelohnt, dem sollte zur Strafe die Erlaubnis entzogen werden, in Zukunft noch ins Kino zu dürfen.
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