holidaypacklist Hier klicken foreign_books Cloud Drive Photos Learn More HI_KAERCHER_COOP Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip NYNY

Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen16
4,1 von 5 Sternen
Format: Audio CD|Ändern
Preis:10,98 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 27. März 2007
Willkommen. In Vancouver. Die kreative Keimzelle von Musikrichtungen, die mit gängigen Etiketten nur unzureichend klassifizierbar sind, die jedoch jene Etiketten erst erzeugt haben, damals, vor über zwanzig Jahren, und bis heute hin stetig neue. Aus einer schwarzen, von jeglicher Normalität abweichenden Ursuppe entstanden Musikgruppen, die ihre Hörer damals wie heute herausfordern, in Welten abzutauchen, derer ihre Ohren bis dato nie gewahr wurden, die sie aber in einen Bann ziehen, der sie nie wieder losläßt und der sie, einer stimulierenden Droge gleich, in einem Zustand des ewigen Rausches und der vorgetäuschten Glückseligkeit gefangen hält.

Blut und Exkremente bestimmen das Titelbild der neuesten LP Skinny Puppys. Es ist nicht schwer, von da aus auf den Inhalt der Texte zu schließen, einmal ganz davon abgesehen, daß die beiden Kevins, Key und Ogilvie, die nach dem schockierenden und viel zu frühen Tod ihres engen Freundes Dwayne Goettel, der heute nur unzureichend von Mark Walk ersetzt wird, dem Elend der Existenz nunmehr beinahe alleine ausgesetzt sind, auch bei ihren Bühnenauftritten sehr darauf bedacht sind, mit ekelerregenden Substanzen und autoaggressivem Gebaren unablässig das Publikum zu verstören.

Milde sind sie geworden, auf ihrem zweiten Studioalbum nach der vorübergegangenen Trennung, aber nur musikalisch, und auch nur im Kontext mit ihrer eigenen musikalischen Vergangenheit, die um einiges dunkler und brutaler war als alles, was es parallel dazu zu konsumieren gab. Der Gutklang der Vorläufergruppierung Images In Vogue ließ in der Mitte der 80er Jahre den Hass und die Wut auf alles Bestehende in Key, Ogilvie und Goettel aufkeimen und sich zu einer menschenverachtenden Gruppe zusammenrotten. Ein dünnhäutiger Welpe sollte ihnen fortan als jegliche Ästhetik verneinendes Maskottchen dienen. Im Untergrund von Vancouver, aber auch in angrenzenden Städten und Staaten fanden sie Mitstreiter, Gleichgesinnte und Weggefährten, die ihre düsteren Visionen teilten und für ein reichhaltiges musikalisches Erbe sorgten, das den Süchtigen bis zur Stunde als Stoff herzuhalten vermag.

Die Liste der Sektenmitglieder ist lang: Aus dem aus Österreich angereisten Wilhelm Schroeder wurde kurzerhand Bill Leeb, der die Splittergruppe Front Line Assembly gründete, um seine eigenen, schmutzigen Ideen verwirklichen zu können. Al Jourgensen, der heroinabhängige Vordenker der amerikanischen Bewegung Ministry, steuerte seine harten und brutalen Gitarren bei. The Legendary Pink Dots aus den Niederlanden entliehen ihren enigmatischen Verführer Edward Ka-Spel für die Gründung der Untergruppe The Tear Garden. Nicht minder verderblich waren Doubting Thomas, Rx (Ritalin), Pigface, platEAU und aDuck. Ihren zerstörerischen Einfluß weiteten die drei Urmitglieder bald auf ganz Vancouver aus, wo sie allmählich auch andere verlorene Seelen für ihre Ideen begeistern konnten, die sich um dunkle Propheten wie Numb, Devin Townsend, Unit 187 oder Zimmers Hole scharten. Spätestens, als der Trieb der Selbstzerfleischung über die Kerngruppe kam und zum jähen Tode Dwaynes führte, versuchten die beiden Kevins, sich in eigenen Kommunen zu verwirklichen, wie Download und ohGr. Der Keim für ein spinnwebfeines Ideengeflecht war lange gesetzt und treibt mittlerweile unübersehbare, mit einem abscheulichen Aasgeruch behaftete Blüten.

Ihre Boshaftigkeit äußert die Band heute nicht mehr so stark in der Musik, doch täuscht diese Milde. Es brodelt unter der Oberfläche, etwas Großes, Unberechenbares will ans Licht, um es zu verdunkeln und die Welt, wie wir sie kennen, zu einem lebensfeindlichen Ort zu machen. Die Gesellschaft ist vor Kritik nicht länger sicher und bekommt einen Zerrspiegel vorgehalten, der die häßliche, entstellte Fratze der nach Eigeneinschätzung normalen Menschen entblößt. Die Welt wird verdreht, nicht ist, wie es scheint; sind eigentlich wir die Bösen und Skinny Puppy die einzigen, die dies erkannt haben und uns nun warnen, nun so eindringlich wie seit Anbeginn ihrer Zeit? Tropft der trübe Saft der faulenden Frucht der Erkenntnis nun aus den Reißzähnen derer, die früh vom verbotenen Baum fraßen, in die vor Entsetzen offenen Münder ihrer Anhänger?

Dieses Publikum hält nun mit einer Mischung aus Faszination und Widerwillen das neue Machwerk ihrer zweifelhaften Helden in den Händen, vornehmlich als Doppel-LP, weil jene drei zusätzliche Kapitel in anderen Versionen bereithält, inklusive des exklusiven Stückes für den apokalyptischen Endzeitfilm „Underworld“. Wohl nicht zufällig erinnert die Farbe des Vinyls an Erbrochenes. Das um dieses Gebilde erweiterte Manifest der misanthropischen Seelenfänger erklingt in modernem elektronischen Gewand, von menschlichen Hirnen erdacht und von Maschinen erstellt, mit täuschend harmonischem Gesang und doch mit der Grundstruktur so abwegiger Musik, die heutzutage auch nur noch von Skinny Puppy gemacht wird und werden darf, weil alle erbärmlichen Epigonen deren Sinn nie zu erfassen vermögen, mit ihrer Oberflächlichkeit jedoch zumeist noch eine größere Masse erreichen als die Vordenker.

Etwas Unheimliches geht vor. In Vancouver. Und nicht nur dort; es breitet sich aus, wie eine scharfe Klinge in frischgeschlachtetem Fleisch, wie ein tödliches Gift in den Venen einer anfälligen und geschundenen Kreatur. Halte dich bereit, Welt, für das Entsetzen, das sich mit Tanzmusik tarnt, um dir zu gefallen, dich dann aber hinterrücks abhängig und gefügig macht, auf daß du nie mehr so seiest, wie du dich zu kennen glaubst, auf daß die ganze Welt zu einem einzigen fahlen Ort wird.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. April 2007
Eine Band, die schon immer durch ihre skurilen Texte und Arrangements aufgefallen ist, lässt auch im Jahr 2007 wieder etwas von sich hören. Skinny Puppys neusten Streich taufte man "Mythmaker" und die Scheibe dürfte mal wieder eine Mutprobe für sämtliche Musikredaktionen darstellen. Popelemente gehörten schon immer zu der Arbeit dazu und finden sich auch auf diesem Album in vielfacher Ausführung wieder. "Mythmaker" ist von außen nach innen betrachtet ein Industrialalbum mit kontroversen, teils diffusen textlichen Inhalten und Arrangements, die man zeitweise schon als Kunst bezeichnen kann. Einmaligkeit ist mal wieder das Wort hinter dem Treiben der drei Musiker, leider teilweise auch Eintönigkeit. So Trance fördernd manche Songs sein mögen, so langweilig sind sie leider teilweise auch. Das beginnt beim Opener 'Magnifishit', den man um etwa 90 Sekunden auf einen Dreiminüter hätte kürzen können, genauso wie für den Großteil der anderen neun Titel. Eingängigkeit ist es nicht, was Skinny Puppy zur Einzigartigkeit verhilft. Aber was ist es dann? Die bewusste Arbeit mit klanglichen Stimmungsbildern und einer gewissen Sterilität inmitten eines großen Dreckhaufens ist es wohl schon eher, wodurch die Band Aufmerksamkeit gewinnt. Skinny Puppy sind Sagrotan und fiese Bakterien in einem. Frühlingsstimmungen wie bei 'Haze' treffen auf kranke, progressive Technoelemente wie bei 'Politikil'. Die Namensgebung der Songs ist dabei auch mal wieder ein konzeptionelles Highlight auf "Mythmaker". Mit den richtigen Drogen am Start ist die Scheibe Himmel und Hölle zugleich.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. August 2007
"The Greater Wrong of the right" das Vorgänger Album aus dem Jahr 2004 welches das lange anhaltende Schweigen Skinny Puppys endlich unterbrochen hatte war so eine zwiespältige Angelegenheit.
Irgendwie enttäuschte mich dieses Album doch etwas , obwohl es stellenweise auch sehr gelungen war.
Auch zu dem aktuellen Skuppy Album "Mythmaker" kann ich nicht viel anderes sagen , denn zwar machen die Herrschaften hier wieder mehr Innovativen Krach als auf dem Vorgänger , aber dafür ist es stellenweise auch verdammt unhörbar und somit schwere Kost.
SP waren nie eine einfache,massentaugliche Band aber der Funke will auch hier nicht wirklich überspringen obwohl es mit den Songs "Haze,Jaher" und dem wirklich abgehenden "Ugli" wirklich sehr gute Vertreter gibt die diese Band letztendlich nicht wirklich ein schlechtes Album bescheren kann!
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Februar 2007
Skinny Puppy.Das steht für ausgeklüngelte,innovative elektronische Musik.Zudem steht der Name auch für Klassiker wie "Assimilate","Worlock","Smothered Hope","Deep Down Trauma Hounds" oder "Tin Omen".Doch das war in den 80 ern bzw.Anfang der 90 er.Jetzt sind Skinny Puppy nur noch eine Avantgarde Band die ihre einst so innovative,geniale Seite durch den Abgedrehtheits mechanismus verwursten.Das einzige was auch dieses neue Album hörenswert macht ist die perfekte Produktion.Es wäre den Herren ja nicht zu verübeln wenn sie den alten Sound von einst weiter führen würden oder man würde ihnen auch noch abnehmen wenn sie jetzt auf einmal Popmusik machen würden,aber irgendwie erschleicht sich auch bei diesem Album das Gefühl das Skinny Puppy sich auf ihrem legendären Ruf ausruhen sowie auf ihrem durchaus vorhandenen Exotem Bonus.Bereits das letzte Album "The Greater Wrong of the Right"war meilenweit von der Art Comeback Album weit entfernt.Das haben die NINE INCH NAILS 2005 mit ihrem Comeback Album "With Teeth" wesentlich besser hingekriegt.Es gibt hier durchaus Momente die überzeugen.An dieser Stelle sei mal der Song "Jaher" erwähnt.Der Rest ist leider genauso eine verworrene Angelegenheit wie das meiste beim letzten Album.Skinny Puppy waren immer schwierig,sperrig aber genial.Jetzt sind sie aber noch schwieriger,sperriger als zuvor.Und leider nicht mehr visionär genial sondern irgendwie gewöhnlich.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Mai 2007
Nach dreimal hören will ich immer noch nicht so recht warm werden mit diesem Longplayer.

Bin zwar noch nie der grösste Puppy und EBM Fan gewesen, das ein oder andere Album wie "BRAP", "Too dark park" oder auch "the process" waren schon für mich als eher am harten Techno und Punk orientieren Fan durch ihre experimentelle Gnadenlosigkeit durchaus genial.

In meinen Augen war der letzte Output "the greater Wrong.." wesentlich besser.

Dieses Album ist zwar nicht der Untergang, aber ich hätte auch wieder etwas mehr Experimentierfreudigkeit erwartet . Da ich der letzten Frontline auch nur 3,5 Punkte geben konnte und Mythmaker eher schwächer bewerten würde, kann ich hier leider nur 3 Punkte vergeben.

Bleibt zu hoffen, daß sich jetzt KMFDM nicht auch so verzetteln und MItte diesen Jahres wieder ein ordentliches Album hinlegen!
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Juni 2007
Habe mir die CD nur wegen Jaher gekauft. Ein wunderbarer Track, der 5 Sterne verdient. Der Rest bekommt 0 Sterne, weil ganz weit weg von hörbarer Musik. Nur interessant für akademische Musikfetischisten, die jedes einzelne sample sezieren und sich über jede noch nicht gehörte Dissonanz freuen. Sorry!
55 Kommentare|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

19,93 €
12,99 €