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am 23. Dezember 2008
Die Johannespassion ist die dramatischere der beiden Passionen J.S.Bachs. Diese Dramatik kommt in der vorliegenden Aufnahme aus dem Grazer Dom in so unmittelbarer Weise zum Ausdruck, dass man als Zuhörer und -seher schier überwältigt wird.
Der Tölzer Knabenchor singt mit geradezu unglaublichem Einsatz, mit Energie und vollster Hingabe an das Werk. Nikolaus Harnoncourt, der große Spezialist für "Originalklang"-Ästhetik, die aber bei ihm niemals Selbstzweck ist, hat Chorsänger, Solisten und Orchester auf eine Weise im Griff, dass man schon fast sagen kann, er hat sie alle mit seiner Begeisterung und seinem Feuer angesteckt. Alle musizieren auf höchstem Niveau (die beiden Knabensolisten stehen den Erwachsenen in keiner Weise nach).
Die Dynamik der Chorsätze ist bewundernswert, die alten bzw. kopierten Instrumente haben einen individuellen Klang und passen wundervoll.
Kurt Equiluz, ein Wegbegleiter Harnoncourts von Anbeginn, gibt einen stilvollen und engagierten Evangelisten, Thomas Moser und Anton Scharinger sowie Robert Holl in der Rolle des Jesus bieten beste Qualität. Leider sind der Sopran- und der Altsolist nicht namentlich genannt, aber auch ihnen gebührt höchstes Lob!
Für mich ist diese Aufnahme allen anderen an Glaubwürdigkeit in der Darstellung dieser wunderbaren Passion überlegen.
Hier wird nicht einfach gespielt und gesungen, hier musizieren Menschen mit Leib und Seele zur Ehre Gottes und zum unsterblichen Ruhm des großen Thomaskantors!
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am 21. Juni 2014
Vorbemerkungen:
Nachdem G. Chr. Biller mit den Thomanern die Matthäus-Passion aus ihrem kontemplativen Winkel hervorgeholt und als hochdramatisches Geschehen aufgeführt hat, muss man die als dramatische Form gelobte Johannes-Passion nach ihren bisher übersehenen inneren Werten untersuchen. Diese Aufgabe hatte sich N. Harnoncourt gestellt. Wir kennen bereits die Hör-fassung mit den Wiener Sängerknaben und –solisten; die DGG stellt eine DVD-Filmfassung mit dem Tölzer Knabenchor und –solisten vor. Warum gerade mit diesem Chor, wird zu erklären sein. Vorab muss man sichern, was an diffizilen musikalischen Höhepunkten und deren Wechselwirkungen in jedem der Chorsätze noch zu finden war!
Grausig wird es beim Chorsatz „Lasset uns ihn nicht zerteilen, sondern darum losen!“ -: Höchst virtuos durchleuchtet der Chor die ungerührte Stimmung unter den Soldaten, als es um das Profitwürfeln geht, und zeigt uns, wie wenig Mitleid überhaupt von diesen Schlächtern zu erwarten ist. Während sie sich um die Kleidung als Beute würfeld mühen, stöhnen zu ihren Häupten leidend die Angenagelten! Der Kontrast wird grell beleuchtet.
Das Werk:
Dramatik ist eine schöpferische Grundhaltung und wird bei diesem Dirigenten unter der Decke äußerer Gefasstheit lebendig. Seine Gesten sagen über seine Absichten Schlüsselwertiges aus, seine Einsätze gehen über die Augen schon an den Chor, bevor sie sich in der gesamten Körperbewegung offiziell mitteilen. Und die Impulse, die vom Dirigenten ausgehen, nimmt der Chor als Summe aller Individualität als Einzelerlebnis auf und schmilzt es in Sekundenschnelle zu Klängen, die nicht die leiseste Nuance der Deutung auslassen. Wir machen das Verständnis dieses Werkes an den Bewegungen eines Chorsopranisten fest, dessen Bewegungsdrang ausdrückt, was sein Herz durchlebt. Niemand bleibt unberührt, bleibt bloßer Sänger als Dokumentierender. Jeder Tölzer Junge wird zum Bekenner, liest es von Harnoncourts Lippen. Und jeder weiß, um was es hier geht – die Wiederholung solcher Aufführungen darf und wird nicht abstumpfen, sondern wird immer wieder neu durchlebt. Das halten die Jungen aus.
Der ethische Aspekt:
Die zwei Solisten offenbaren die Gesangstechnik Schmidt-Gadens. Er bereitet die Jungen zu Sängern aus, die ihre Höchstleistung immer aus der Bodenständigkeit ihres Lebens schöpfen dürfen. Darum wirken sie trotz aller Disziplin freimütig und souverän in ihrer Klanggestaltung. Und darum kann Harnoncourt sich auf ihr dramatisches Gespür verlassen, das ihrer Begabung, ihrer Natur zum Großen und zur Vollendung entspringt. Sie sind nicht nur professionell verlässlich, sondern von ihrem Werdegang und Charakter her zuverlässige Mitarbeiter, mit ebensolcher Energie wie mit Lerneifer und hohem Willen zur Kooperation erfüllt, so dass gerade auch die Turbae zu nie zuvor gehörter Offenbarung psychischer Abgründe in der Freisetzung der Massenhysterie gelingen. Die Jungen wissen durchaus, worum es geht, und sie wollen dabei sein, diesen zum Himmel stinkenden Justizmord in seiner bösartigen Entwicklung aufzuzeigen. Aber wem gilt diese Musik? Der Ernst dieser Antwort steht ihnen ins Herz geschrieben.
Wie gestaltungsfähig der Chor ist, zeigt sich im Wechsel von Turbae zu jenen Choralstro-phen, die eigentlich die Gemeinde singen sollte. Hier setzt Harnoncourt die üblichen Or-gelbegleit-Atempausen.
Der schöpferische Vollzug:
Wir studieren die Mimik des Kurt Equiluz, der als Evangelist eine ständige Mobilisierung des kritischen Betrachters in seiner Stimmerregung unterhält, ohne selbst „aus den Fugen“ zu geraten. Wir sehen Thomas Moser als Tenor, der als Betrachtender ausgedehnte Gesangspas-sagen mit Dynamik füllt, und wir studieren Robert Holl, dessen Mimik sehr abwechslungs-reich die Töne gestaltet und doch in der Tiefe erblasst. Dem gegenüber lässt Anton Scharingers Bass eine Belcanto-Ausbildung vermuten, denn sein Volumen baut sich offensichtlich aus der Tiefe, aus seinem Atem-Fundament auf, und seine Mimik bleibt neutral ebenmäßig.
Bleiben die beiden Knabensolisten, deren Namen uns seitens der DGG leider verborgen bleiben. Gegenüber dem Ensemble aus dem Concentus musicus hat es der Sopran schwer, zumindest in der Aufnahme, singt mit großer Ausdruckskraft und Artikulationssicherheit, während der Alt eine durchsetzungsintensive Kraft entfaltet und durch die besondere Schulung entsprechend füllendes Volumen einbringt.
Während des Schlusschores „Ruht wohl“ und des Abschlusschorals singen die Solisten mit; es ist eine großartige Familie, die sich an der Gesamtleistung beteiligt, wo immer sie einsetz-bar ist. Diese Einspielung öffnet die Welt zu Bachs Offenbarungs-Codierungen durch musikalische Mittel auf neue Weise.
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am 13. März 2010
Eine überzeugende Aufnahme sowohl, was den Ton wie auch, was die Bildtechnik betrifft. Angemessene Tempi, berührende Momente, überzeugende Solisten, festliches Ambiente. Für mich persönlich, der schon selber einmal im Chor diese Passion aufgeführt hat, ein wertvolles Ton-bild Dokument.
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