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69 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Harter Stoff,
Von Helge Birkelbach (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Hard Candy (Steelbook) [Special Edition] [2 DVDs] (DVD)
Wohl kein anderes Thema ist im gesellschaftlichen Diskurs dermaßen eindeutig verortet. Wer über Pädophilie redet, urteilt bedingungslos. Täter und Opfer stehen fest. Mediale Dauerfeuer wie Naturkatastrophen, Selbstmordattentate und schulische Amokläufer rauschen Tag für Tag an uns vorbei, interessieren kaum. Zu weit weg, zu komplex, zu flüchtig. Wer aber Hand anlegt an Minderjährige, an die Unschuld per se, reißt ein Loch in die Gesellschaft. Hier pflegt zwar jeder Einzelne seinen kleinen Lifestyle-Eskapismus, kehrt aber brav auf die Grundfeste des alltäglichen Miteinander zurück. Irgendwie klappt das immer. Eine Bestie jedoch könnte uns den Spiegel vorhalten. Eine Bestie macht Angst.Etwas Schlimmes wird passieren. Niemand wird es verhindern können, wie so oft. Jeff (Patrick Wilson), ein gut bezahlter Modefotograf, hat es auf junge Mädchen abgesehen. Sehr junge Mädchen. Im Chat bandelt er mit der 14-jährigen Hayley (Ellen Page) an. Die beiden treffen sich in einem Café. Hayley ist fasziniert von der Glamourwelt, in der sich Jeff bewegt. Spontan stimmt sie zu, als er ihr anbietet, einige Probeaufnahmen zu machen: bei ihm zuhause, in einem abgelegenen Luxus-Bungalow. Wie naiv kann man bloß sein?! Zum Lockerwerden mixt sich das fast knabenhafte Girl einen hochprozentigen Drink und beginnt, sich auf Jeffs Sofa zu räkeln. Er geht mit seiner Kamera nah ran, immer näher. Auch bei ihm scheint der Alkohol zu wirken. Farbrausch, Ekstase, Dunkelheit. Schnitt. Die düstere Ahnung, die sich im Kopf des Zuschauers zusammenbraut, hat jedoch nichts mit dem zu tun, was nun folgt. Jeff sitzt gefesselt auf einem Stuhl. Hayley, das scheinbar unbedarfte Opfer, hat eine Droge in seinen Drink gemixt und die Rollen vertauscht. Ein Spiel? Ein böses Spiel. Das Mädchen will sich an dem pädophilen Mann rächen. Ihr Plan ist so perfekt vorbereitet wie abartig in seiner Konsequenz. Hayley wird zum Skalpell greifen - sie will Jeff kastrieren. Harter Stoff. "Hard Candy" geht bis ans Äußerste, zeigt aber nicht alles. Genau das macht den Film so erschreckend. Das hervorragend besetzte Kammerspiel, das in Kalifornien in nur 18 Tagen abgedreht wurde, zehrte an den Kraftreserven der Darsteller wie auch der gesamten Crew. "Noch nie zuvor habe ich einen ähnlichen Film gemacht", erinnert sich Patrick Wilson, der den erfolgreichen Fotografen in all seiner Brüchigkeit spielt. "Ich habe mich psychisch und physisch wirklich verausgabt." Regisseur David Slade, der mit diesem grandiosen Debüt die Gemüter erhitzt, brach beim Finish mehrmals ab: "Mein Cutter und ich mussten immer wieder Pausen einlegen, unsere Zähne zusammenbeißen und versuchen, das alles irgendwie abzuschütteln." Dabei ist Slade einiges gewohnt. Als Regisseur von Musikvideos arbeitete er für Acts wie Stone Temple Pilots, Aphex Twin und LFO, die allesamt musikalisch wie optisch die etwas härtere Gangart bevorzugen. In "Hard Candy" bedient er sich nun kongenial dieser Ästhetik. Kalte Räume, brutale Close-ups, schnelle Perspektivwechsel, flirrende Nervosität wurden mit Digitaltechnik gedreht, farblich bearbeitet und in London von Werbespot-Cutter Art Jones mit präzisem Blick zusammengesetzt. Nervzerfetzend seziert der Film Hass, Ohnmacht und Wahnsinn der beiden Protagonisten, schreitet unerbittlich zum letzten Akt, der Selbstjustiz. Plötzlich ertappt sich der Zuschauer dabei, auf die Seite des Gefesselten zu wechseln. Darf das denn sein: Mitgefühl mit einem Kinderschänder? Hat er sich überhaupt an all den jungen Frauen, deren Schönheit er mit der Kamera einfing, vergangen? Es wird kein einziges Mal explizit gezeigt. Ellen Page, die in der Rolle des minderjährigen Racheengels eine fast beängstigende Leistung abliefert, war verwirrt vom Widerstreit der Gefühle, der sich bereits beim Lesen des Drehbuchs einstellte. "Wer von ihnen ist zu weit gegangen? Wer ist der Böse, wer der Gute? Darauf gibt der Film keine Antworten." Identifikation und Aversion, Mitleid und Verurteilung: "Hard Candy" wirft den Zuschauer hin und her, lässt ihn vollkommen allein im Angesicht dieser subtilen Bilderfolter. Im Endeffekt zeigt der Film, welche zerstörerischen, dunklen und zutiefst amoralischen Kräfte in uns allen schlummern. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Verschwindende Grenzen zwischen Opfer und Täter,
Von ALu69 (Hamburg, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Hard Candy (Verleihversion) (DVD)
Die Idee, dass eine Frau ihren Peiniger überwältigt und dann festhält und quält, ist nicht wirklich neu. Das gab es schon 1986 bei '"Extremities'" (mit Farrah Fawcett und James Russo) zu sehen - und hat damals ein ziemliches Aufsehen erregt. Neu an dem Thema ist, dass es hier keine Frau, sondern ein 14 jähriges Mädchen (Hayley) ist, welches sich auch noch selber aktiv (!) ein ganz bestimmtes Opfer (der Fotograf Jeff) sucht.Am Anfang des Films ist nur eine einzige Sache jedem Zuschauer klar: kein fremder erwachsener Mann sollte in irgendeiner zweifelhaften Form in Kontakt mit Minderjährigen treten - und sie erst Recht nicht allein mit zu sich nach Haus nehmen! Das ist Jeffs einzige Schuld, die für den Zuschauer zu Beginn des Films feststeht. Ob Jeff tatsächlich ein Triebtäter oder ähnliches ist oder sonst welche niederen Absichten hat, wird erst im Laufe des Films geklärt. Dadurch schwankt auch immer wieder die Sympathie des Zuschauers - sowohl von den "Beweisen" her, als auch bedingt durch das eigene Rechtsverständnis. Dabei läuft der gesamte Film praktisch nur verbal ab. Die Gewalt findet in den Dialogen oder im Kopf des Zuschauers statt. Man hatte eine gute Grundidee, hielt die raren Gewaltszenen extrem moderat und schuf durch die die langen Dialoge (praktisch ohne Hintergrundgeräusche oder Filmmusik) eher ein psychologisches Katz-und-Maus-Spiel, welches man auch als Theaterstück zeigen könnte. Zudem sind ca. 80 Minuten lang nur die beiden Hauptdarsteller zu sehen. Bei diesem Film kann man wunderbar darüber diskutieren, wer Opfer und wer Täter ist. Ist jemand Täter, weil er vermeintlich etwas getan hat? Oder weil er möglicherweise etwas tun will? Ist das Mädchen ein Opfer, das sich wehrt? Trifft das auch zu, wenn (noch?) nicht das Geringste passiert ist? Oder sie alles von vornherein geplant hat und daher den (vermeintlichen?) Täter zu Handlungen verleitet, die dieser möglicherweise nie vorgehabt hätte? Selbstjustiz oder Pseudo-Selbstjustiz?! Über diesen Film könnte man sicherlich reihenweise gute Psychologiearbeiten verfassen. Ebenso gut auch kriminalistische Gutachten. Oder gar schlicht und einfach Klausuren an der Schule. Wer ist hier der Täter, wer das Opfer? Wann und wo entscheidend sich das im Film - oder kehren sich die Rollen vielleicht sogar (mehrfach) um? Unterm Strich hat mich der Film nicht vollends überzeugt. Sicherlich zerrt der Film auch an den Nerven des Betrachters, aber es wäre besser gewesen, man hätte den Film gekürzt. Irgendwann kam bei mir der Punkt, wo sich eine gewisse Müdigkeit / Interesselosigkeit einschlich und ich mir das Ende herbeisehnte. 100 Minuten werden bei diesem Thema doch arg lang; 60 hätten voll und ganz genügt. (Ich hätte die Dialoglastigkeit aber keinesfalls für mehr Action geopfert, denn das hätte die gesamte brilliante Idee kaputt gemacht und einen billigen 08/15 Streifen draus gemacht!) Darüber hinaus gibt es ein paar Löcher in der Glaubwürdigkeit (bspw. eine 14-jährige kommt an all die Informationen, kann einen mindestens 30 KG schwereren u. bewusstlosen Mann durch den Raum tragen und auf Stühle stellen) und das Ende ist dann doch unglaubwürdig und ein wenig dämlich. Ich würde den Film ab 16 Jahren frei geben und an Schulen zeigen. Anschließend könnte man hervorragende Diskussionsrunden starten. PS Ein ähnlich brilliantes und ebenso einfach gehaltenes Katz-und-Maus-Spiel findet sich im Film "Five Fingers"; allerdings zu einem völlig anderen Thema. Aber genau wie hier protestieren auch dort einige Zuschauer, weil es nicht genug Gewalt und Blut zu sehen gibt. Was ist das für eine kranke und armselige Welt, wenn nur der voyeuristische Blutdurst befriedigt werden muss? Gibt es davon nicht schon täglich weltweit genug?! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Anderer Meinung,
Rezension bezieht sich auf: Hard Candy [Special Edition] (DVD)
Ich verstehe die negativen Bewertungen nicht so recht.Ich finde es durchaus interessant, dass man die 14 Jährige als nervend und unsypathisch empfindet, so wie einige Schreiber hier. Ich persönlich mag Ellen Page's schauspielerische Art in den meisten ihrer Filme, auch in diesem Film. Sollte man die vermeintliche oder auch nicht vermeintliche Rächerin unsympathisch und nervend finden und Mitleid für den Täter empfinden, sind es doch gerade diese merkwürdigen Gedanken, die den Film erst interessant werden lassen und bei denen sich der Zuschauer die Frage stellen kann: denke ich jetzt moralisch richtig oder nicht? Sie ist eben kein Rächer wie Liam Neeson in "96 Hours", bei dem wahrscheinlich alle denken: "jawoll, und noch einen erledigt", aber auch kein Rächer wie Gerard Butler in "Gesetz der Rache" der selbst zum Psycho wird und wahrscheinlich alle Zuschauer irgendwann denken: "jetzt übertreibt er es". Ich finde dies genau das Interessante und Spezielle an dem Film. Ich war gefesselt und er hat mir sehr gefallen. Das es ein wenig unglaubwürdig ist, wie das Mädel den Mann auf den Stuhl bekommt, zu Beginn sitzend, später stehend, ... dem stimme ich zu, aber da kann ich locker drüber hinweg sehen. So, von mir gibts 5 Sterne. Für einen Film der mich gefesselt hat, der die meiste Zeit mit zwei, meiner Meinung nach stark aufspielenden, Schauspielern besetzt ist und auskommt, an einem Ort spielt und dennoch sehr spannend ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Unglaublich intensiver Film der anderen Art!,
Rezension bezieht sich auf: Hard Candy (Steelbook) [Special Edition] [2 DVDs] (DVD)
Bereits der überwiegend weiße, von roten Linien zerteilte Vorspann von "Hard Candy" präsentiert sich sehr künstlerisch und leitet in das kammerspielartige Szenario, in dem weiße und rote Blenden die Szenen unterteilen. Dass es sich bei "Hard Candy" sicherlich nicht um einen normalen Film handelt merkt man schnell, spielen doch quasi nur zwei Schauspieler mit (der gesamte Cast umfasst 5 Schauspieler). Die zwei Hauptdarsteller sind auch der erste ganz große Pluspunkt des Films. Patrick Wilson bietet eine unglaublich starke Leistung als in die Enge getriebener Fotograf, der sich mal verschlagen, mal zornig und vor allem panisch zeigt. Jungschauspielerin Ellen Page (bekannt aus "X-Men III") verkörpert perfekt den harten, aber doch verletzlichen Racheengel. Die Story des Films, die für viel Furore und Kritik gesorgt hat, ist denke ich insgesamt zu vertreten. Die Macher schlagen sich nämlich nicht auf eine Seite. Einerseits wird hier das durchgeführt, was viele fordern, nämlich härtere Strafen für Pädophile, andererseits wird dies hier aber ad absurdum geführt. Ich denke der ein oder andere wird zwischenzeitlich durchaus etwas Mitleid mit dem Fotografen haben. Wer aufgrund der Freigabe ab 18 eine Folterorgie a la "Saw" erwartet, wird sich getäuscht sehen, denn "Hard Candy" könnte von dem Gezeigten her eine Altersfreigabe ab 12 haben. Hier geht es aber viel mehr um die Brisanz des Themas, das hier behandelt wird. Meiner Meinung nach schön zu sehen, dass man sich auch darüber Gedanken macht, schließlich nimmt einen solch ein Film mehr mit als irgendein blutiger Actionfilm. Die Kritik, dass die 14-jährige Hayley gleich in mehreren Situationen den erwachsenen Jeff überwältigt kann ich durchaus nachvollziehen. Und auch über den Schluss kann man vielleicht streiten. Doch was bleibt ist ein unglaublich intensiver, ästhetischer Film mit einem mutigen Thema und einer starken Umsetzung. Wer mal Lust auf etwas völlig anderes hat, sollte sich diesen, in gerademal 18 Tagen abgedrehten, Thriller nicht entgehen lassen!
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Nichts für schwache Nerven..,
Von Thusnelda (Reutlingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Hard Candy (Verleihversion) (DVD)
Wer diesen Film als "schlecht" betitelt, hat ihn meines Erachtens schlichtweg nicht verstanden.Bei "Hard Candy" handelt es sich um einen 1A-Psychothriller, der seinesgleichen sucht. Kein Film ging mir je derart unter die Haut, die Stimmung ist durchweg beklemmend und die Spannung nahezu unaushaltbar. Sicherlich, es fließt kein Blut, na und?! Wenn ich hohles Gemetzel und sinnfreie Dialoge sehen möchte, schau ich mir einen trashigen Splatterfilm an. "Hard Candy" besticht durch die großartige schauspielerische Leistung der beiden Protagonisten, sowie durch ihre mehr als brillanten Dialoge. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Spannend und überraschend...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Hard Candy (Steelbook) [Special Edition] [2 DVDs] (DVD)
Hard Candy war ein spontaner Blindkauf... Und ich bin positiv überrascht... Der Film greift die Problematik des "Internetchats" und dessen eventuellen Folgen auf... Bei Hard Candy wird die Situation jedoch nicht für das 14 jährige Mädchen (klasse gespielt von Ellen Page), sondern für einen 30 jährigen Fotografen zum Spiessrutenlauf...Dabei verzichtet Hard Candy im Gegensatz anderer Meinungen bei Amazon.de auf ausführliche Gewaltdarstelungen, vieles spielt sich im Kopf ab und wirkt daher umso intensiver. Der Film ist zwar dialoglastig, dennoch intensiv und spannend in Szene gesetzt. Trotz der brisanten Thematik driftet "Hard Candy" nicht in expliziete Darstellung (Gewalt/Pornografie) ab! Wer sich also nach all den Schlachtplatten a la "The Hills have eyes" und "Hostel" etc. nach etwas hitchcockschem sehnt, sollte sich vom (nicht nachvollzihebaren) FSK 18 Stempel nicht abschrecken lassen und diesem im Kino leider kaum beachteten Film eine Chance geben. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Psycho-Drama der etwas anderen Art !,
Von
Rezension bezieht sich auf: Hard Candy [Special Edition] (DVD)
"Hard Candy" ist ein nur schwer verdaulicher Film. Der Film ist zwar ein eindeutiges Statement gegen Pädophilie, aber dadurch, dass er das Thema in Zusammenhang mit Selbstjustiz bringt, begibt er sich in heikles Gewässer. Der Film erscheint düster, rau und immer nahe am Geschehen. Es wird vollends auf Blut und Ekel Szenen verzichtet. Stattdessen benützt er unsere Vorstellungskraft, die mitunter teils schlimmer ist als die rohe Wahrheit. Die Schnitte sind clever eingesetzt. Patrick Wilson liefert eine gute Performance des Fotografen auf der Anklagebank und Ellen Page als unerbittlicher aber doch verletzlicher Racheengel Hayley wird dem Zuschauer in Erinnerung bleiben."Hard Candy" ist ein Psycho-Drama der etwas anderen Art und wird wohl einige Männer die Beine übereinander schlagen lassen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
ganz harter tobak,
Von Zachary "X" (Langenfeld) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Hard Candy (Steelbook) [Special Edition] [2 DVDs] (DVD)
wieder einmal einer dieser filme, den ich mir einfach auf grund der rezensionen gekauft habe, ohne ihn vorher gesehen zu haben. und ich denke, wenn die bewertungen nicht überwiegend so gut ausgefallen wären, hätte ich ihn bestimmt innerhalb der ersten 30 minuten aus langeweile ausgeschaltet. aber was dann geschieht, ist schon sehr heftig.ich habe wirklich selten einen thriller gesehen, in denen angst und wut dem zuschauer so authentisch vorgeführt werden, dass man es einfach selber spürt. die schauspielerische leistung ist wirklich so genial, dass man, zumindest als mann, bei einigen stellen wirklich auf der seite eines pädophilen kindermörders ist. natürlich ist die tatsache, dass ein 14-jähriges mädchen solch einen rachefeldzug absolvieren kann, wirklich sehr unglaubwürdig. aber ich denke, auch hier muss man wieder zwischen den zeilen lesen. ich meine, diese ganze fassade, die hayley sich am anfang aufbaut, wird während des filmes immer mehr verworfen, bis das kleine mädchen letztendlich gar keine identität mehr besitzt. den einzigen menschlichen zug, den sie an den tag legt, ist die nervösität, wenn die nachbarin vor der türe steht. aber ich denke, dass hayley hier mehr als nur ein 14-jähriges mädchen repräsentieren soll ... fakt ist, dass ich schon lange nicht mehr bei einem thriller wegschauen musste, weil ich ihn so verstörend fand. und dabei wird in diesem streifen alles nur angedeutet, man sieht ja keine 'krasse' szene. wirklich heftig sind eigentlich vordergründig die dialoge, aber darauf basiert der film ja auch; auf dialogen zwischen einem pädophilen und einer person, die rache geschworen hat. vor allem das ende finde ich persönlich sehr heftig, es bleibt einem wirklich ein kloß im hals stecken. den einen punkt abzug gibt es für die schleppende erste halbestunde. aber ansonsten wirklich ein hammer film ... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Kleines Mädchen mit "Eiern",
Von Mo "hm?" (Berlin, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Hard Candy [Special Edition] (DVD)
Rache einmal etwas anders: Ein kleines 14-jähriges Mädchen verabredet sich mit einem gutaussehenden Fotografen, 18 Jahre älter als sie, und flirtet ein wenig mit ihm. Doch als die beiden dann bei ihm im Haus landen, wird deutlich, dass Madame nur einen ganz bestimmten Grund für dieses Treffen hatte. Interessant hierbei ist, dass die von Ellen Page gespielte Haley eigentlich kein Opfer irgendeines Verbrechens ist...ihre Taten scheinen einer tatsächlich zweifelhaften Vorstellung von Gerechtigkeit mit einer gesunden Portion psychischer Gestörtheit zu entspringen. Sie sieht sich berufen, Dinge stellvertretend für diejenigen, die es nicht mehr können, in die Hand zu nehmen und konfrontiert ihr Opfer (zugleich Täter) mit seiner Pädophilie. Kein einfaches Thema, dass hier zusammen mit Selbstjustiz ausgebreitet wird und über die wahren Gründe erfährt man bis zum Schluss recht wenig. Das psychologische, dialoglastige Katz-und-Maus Kammerspiel beider Hauptfiguren muss ein wenig mit Längen kämpfen, bleibt jedoch,trotz einiger Logiklücken, einigermaßen spannend. Vor allem was in der Mitte an suggestiver Gewalt aufgefahren wird, will man sich eigentlich gar nicht vorstellen und zerrt durchaus am eigenen Nervenkostüm. Ellen Page und Patrick Wilson liefern dabei sehr gute Leistungen ab und gerade Page wirkt aufgrund ihres absolut unschuldigen Äußeren und ihres eiskalten diabolischen Treibens verstörend."Hard Candy" ist manchmal ein wenig langatmig geraten und beantwortet die ein oder andere für die Logik vielleicht wertvolle Frage nicht, bügelt aber dieses Manko durch gute schauspielerische Leistungen, eine kühle und doch sehr gelungene Inszenierung, scharfe Dialoge und ein in letzter Instanz gelungenes Ende wieder glatt und bleibt schon deshalb zumindest einmal sehenswert. Doch darüberhinaus weiß er nicht sonderlich zu begeistern, geschweige denn nachhaltig zu wirken und bleibt deshalb am Ende des Tages zwar ein recht interessanter, aber letztendlich doch nur ein Genrebeitrag. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Kollision der Perspektiven,
Von
Rezension bezieht sich auf: Hard Candy (Verleihversion) (DVD)
Ganz klar gab es schon einmal "Rape and Revenge"-Filme, Farah Fawcett als Schauspielerin in einem solchen, wurde oben schon genannt. Aber was wirklich interessant hieran ist, ist tatsächlich dieses Katz-und-Maus-Spiel. Es geht vielleicht auch weniger, um Opfer und Täter, sondern um schuldig und unschuldig.Dabei ist doch auch interessant zu sehen, wie sehr jemand verantwortlich für etwas ist- was doch die Andeutung eines solchen Verhaltens ist. Vergewaltigung ist ganz klar ein inzwischen öffentlich diskutiertes Thema. Nichts desto Trotz ist es öffentlich nicht in gerechter Form konfrontiertes Thema. Die meisten Filme um Vergewaltiger und Pädophile zeigen den Vergewaltiger als kranken Mann und die Vergewaltigte als gerade das, was sie nicht gebrauchen kann- als Opfer. In diesem Film wird als erstens interessant, dass sich jemand dagegen wehrt Opfer zu sein, zweitens, dass all die Wünsche, die wir gegen Vergewaltiger haben ausgelebt werden bzw. zu ihrem extrem geführt werden- es lässt sich also gut fragen ob es zum Beispiel reicht einen Vergewaltiger zu kastrieren, ist es gerecht oder gerecht fertigt. Der Film debattiert dies nicht nur, es lässt einen das Szenario LEBEN bzw. durchleben. Das psychologische- die eins zu eins Konfrontation- zeigt auch wie intime eine solche Gewalt ist, sei es Vergewaltigung oder Rache oder Lustmord. Auch wird die Psyche des Täters- wer auch immer er/sie ist- wirklichkeitsnah durchleuchtet. Hier wird kein Bild vom widerlichen Schurken gemacht, der Mann erscheint sehr sympathisch, auch wenn man nicht weiß in wie fern man ihn überhaupt trauen darf- er ist immer suspekt- aber dieses Suspekte, dass immer in Zweifel gezogen wird, macht auch klar, wie begrenzt unsere eigene Wahrnehmung ist. Die Anfangsszene im Café zum Beispiel- wie blind kann der Verkäufer denn sein? Und am Anfang fragt sich auch, ob das Mädchen nicht tatsächlich etwas von ihm will- eine beängstigende Vorstellung, denn damit wäre ja der Spruch des Vergewaltigers gerechtfertigt: "Sie wollte es."- Es ist eine gnadenlose Konfrontation mit allen Fragen rund um dieses Thema. Und es geht hier um die eins zu eins Beziehung, um die Wahrheit, die niemand bestätigen kann, weil das Opfer nicht sprechen kann. Eine Sache, die bei Vergewaltigung und Lustmord all zu oft vorkommt. Wie kann man etwas wissen, wovon nicht gesprochen wird? Wie kann man etwas wissen, dass man nicht sieht? Wie kommt es dazu, dass ein älterer Mann ungestört mit einer 14jährigen sich trifft und sie zu sich nimmt? Wieso schreitet niemand ein? Dieser Film gibt natürlich nicht alle Antworten und die letzte Frage wird auch nur Waage gestellt, indem der Film sie beantwortet (siehe die ersten Szenen im Café, es ist ein öffentlicher Ort an dem private Dinge geschehen). Aber dieser Film stellt die richtigen Fragen und tut das, was andere Filme um dieses Thema nicht tun: er geht auf Kollisionskurs- es verhört die Situation, das Verhältnis ganz direkt. Und der Grund warum der FSK so hoch ist, weil dies kein Film zum bloßen Amüsement ist. Man sollte ihn ernst nehmen. Es ist keine melodramatische Schnulze, wo Opfer nur Opfer ist, das gerettet werden muss- es gibt nichts mehr zu retten. Dies ist kein Film indem welcher ein Schurke ein unverkennbares Monstrum ist, das Monströse im Film ist das absolut menschlich-allzumenschliche und die Banalität des Bösen. Aber es ist auch ein Szenario des Falles, dass wir tatsächlich die Gerechtigkeit in unseren eigenen Händen halten für dieses Vergehen- was wäre wenn? Ist alles was wir glauben einem Vergewaltiger anzutun gerechtfertigt? Aber das ist nicht die einzige Frage, die man stellen sollte- kurzum aber, und endlich kurzum: dieser Film ist klasse, weil er ein ernst zu nehmendes Thema so gnadenlos behandelt, dass man tatsächlich mit Wahrheiten um das Thema Vergewaltigung, Pädophilie und Mord an Kindern konfrontiert wird. Es tut also das, was all unsere Dokus nicht tun können: uns vor "einer" Realität setzen. Und man sollte den Film als eine Perspektive, nicht als die Realität schlechthin sehen. Es ist in dieser Hinsicht genau deshalb auch einfach genial gemacht. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Hard Candy (Steelbook) [Special Edition] [2 DVDs] von David Slade (DVD - 2007)
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