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Bach: Cello Solo Suites
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37 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Manchmal ist es nicht leicht, einem Ideal nachzujagen, welches das eigene Ideal einer Interpretation ist, das man im Kopfe mit sich trägt. Als Kind aus (alt(hoch)deutsch: einem Proletarier-Haushalt / mittel(hoch)deutsch: aus einem Haushalt, der von sekundären Analphabeten geprägt ist / neu(hoch)deutsch: aus prekären Verhältnissen) stammend, ist es nicht selbstverständlich, sich für Barockmusik zu begeistern. Vielmehr ist es der Weg heraus aus solchen Verhältnissen, der mit der Suche nach Sinn, Ethik und vor allem Ästhetik gleichgesetzt werden kann - zumindest in meinem Fall. Aber wenn man nicht der Neffe eines Duz-Freundes von Karajan ist, mag es gar nicht so natürlich erscheinen, dass man statt bei Pop-Idolen (Pop-Idioten?) bei Bach landet. Und doch so einfach: Man ergattert als neugieriger Primate einen Ausleih-Ausweis der Stadtbücherei - und mit etwas Glück findet man dort eine völlig unbekannte Welt (viel fremder als die wilde Tierwelt, die man von Dr. Grizmek aus dem Fernseher kannte). Lange Rede, kurzer Sinn: Auf einmal steht man Bach gegenüber bzw. stellt seine Lauscher auf einer ausgeliehenen CD in eine Position, die man von sich gar nicht kannte. Das war aber gar nicht die hier besprochene Einspielung von Jaap ter Linden, sonder jene von Janos Starker, die mich damals hypnotisch faszinierte. Im Kopf war dies stets die maßgebliche Einspielung dieses sehr zentralen Opus in meiner Ästhetik.

Doch kaum verdiente ich mein erstes Geld, fiel ich auf eine Einspielung auf einem echten (!) Stradivari-Cello herein, die ich als autoritätsgläubiger Mensch im Laden nicht probehören zu müssen glaubte (denn, wo Stradivari draufsteht, ist auch ... drin). Zuhause ärgerte ich mich nunmehr zehn Jahre über die lausige (weil völlig weichgespülte) Interpretation von Anner Bylsma. Zum einfach Wegwerfen ist man doch zu sparsam erzogen worden und zum Verschenken fehlte mir der Zynismus (an wen?).

Aber nun (da ich "reich und berühmt" bin) leiste ich mir den Luxus, die das Ohr quälende Bylsma-Einspielung einfach dem Sondermüll zukommen zu lassen. Und nach Jahren der Recherche und des Probehörens fiel die Wahl auf diese "Billig-Einspielung" von Jaap ter Linden. Es geht nicht um den Preis (das hat mich die blöde Stradivari-Lektion nun doch gelehrt!), sondern um Ausdruck, um Emotion, um Stimmigkeit. Alles völlig subjektiv? Zum Glück! Wer eine andere Einspielung/Interpretation braucht, soll einfach weitersuchen - es lohnt sich (hoffentlich). Aber wer nicht schon ein festes Klang-Bild im Kopf hat, sollte hier vielleicht einfach mal reinhören. Es scheint mir so konzentriert, energetisch aber doch unverkrampft und tänzerisch. Nein, es ist nicht Pablo Casals, denn dafür ist allein die Klangqualität der Aufnahme schon einfach zu gut ... aber ein würdiger Kollege (bei Musikern und Mathematikern spreche ich nicht von Konkurrenten).
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. Juli 2013
was soll man hier viel schreiben, Musik ist Geschmackssache und Bach ist für mich einfach gut. Kann man immer wieder hören
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8 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Mai 2010
Danach das Baerenreiter die Edition mit faksimile Quellen und der Text ohne bindenbogen verhoeffentlicht hat,faelte eine Einspielung die auseinander kommt mit die "Lecture" der textes (Interpretation ist fuer Bach eine nicht treffende Ausdruck),Jaap Ter Linden macht es auf hoechste Graad.Loesungen, Farben und das wigtigste:Kenntnis der Sprache der Hochbarock, machen von diese Aufnahme eine Lection die studiert sein muss.
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2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Dezember 2012
Eine ganz eigene Interpretation, sehr tragend, fast zu langsam, auch nicht sehr filigran, eher wie eine Kogge ... so kommt es dem Zuhörer vor. Es fehlt eigentlich durchgehend an Feinschliff, Virtuosität und Bachschem Tempo. Vielleicht sollte man sich den Kauf überdenken - oder man mag das Mikro mal direkt neben dem Cello-Bauch, wie ich ...
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