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5.0 von 5 Sternen DIE gesanglich herausfordernde Oper Mozarts für "Koloraturgourmets" in psychologisch auslotender Inszenierung
"Lucio Silla" kannte ich von einer Bartoli-CD ("Mozart Arias"), auf der sie u.a. auch einige Arien des Cecilio singt.
Immerhin nahezu die Hälfte der Spieldauer dieser CD wurde eingenommen von Arien einer so selten gespielten Oper...
Der Mozart-Forscher Alfred Einstein findet in seinem Buch über Mozart kaum lobende Worte: vielleicht einer der Punkte, an...
Veröffentlicht am 27. August 2012 von Jens Legler

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen musikalisch top, unruhige Regie
Der Regisseur hat diese Oper von dreieinhalb (in der Philips-Gesamtedition) auf zweieinhalb Stunden gekürzt. Gefühlte drei Viertel der Rezitative sind weggelassen worden und je eine Arie von Cecilio und Giunia und die längeren Arien sind im Da capo Teil gekürzt.
Das ist gut so! Zweieinhalb Stunden sind für diese Oper wirklich ausreichend,...
Vor 11 Monaten von lupo veröffentlicht


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DIE gesanglich herausfordernde Oper Mozarts für "Koloraturgourmets" in psychologisch auslotender Inszenierung, 27. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Mozart, Wolfgang Amadeus - Lucio Silla [2 DVDs] (DVD)
"Lucio Silla" kannte ich von einer Bartoli-CD ("Mozart Arias"), auf der sie u.a. auch einige Arien des Cecilio singt.
Immerhin nahezu die Hälfte der Spieldauer dieser CD wurde eingenommen von Arien einer so selten gespielten Oper...
Der Mozart-Forscher Alfred Einstein findet in seinem Buch über Mozart kaum lobende Worte: vielleicht einer der Punkte, an dem er gnadenlos polemisiert und an dem ich nicht mehr folgen kann und will.
Mit anderen Worten: "Lucio Silla" hat es schwer, aber es ist etwas an ihm dran.

Ja, der Handlungsfluss läuft nicht gerade fluffig dahin: vielmehr dreht sich immer wieder aaaalles um die eeeewig gleiche Frage: wie man den Schweinehund/Diktator "Lucio Silla" beseitigen könne und wie schlimm man unter ihm leide.
Das ermüdet über einen Zeitraum von über 3 Stunden (die Philips-CD mit einem grandiosen Damenquartett Auger/Varady/Mathis/Donath kommt auf fast 3 1/2 Stunden!).
Es ist natürlich nicht so, dass es nicht auch noch die eine oder andere Opera seria gäbe, die zäh vor sich hin fließt.
Der Regisseur Jürgen Flimm löst dieses "Problem" nun auf zweierlei Art:
1. Er kürzt etliche Rezitative und entfernt die Arien Nr. 14 und 16.
2. Zum Dreh- und Angelpunkt und zum sogar letztlich erfolgreichen Verschwörer wird (der ohnehin doppeltes Spiel treibende) Lucio Cinna gemacht.

Das zweite ist im originalen Libretto nicht exakt so vorgesehen wie es hier umgesetzt wird.
Im "Original" gibt es den folgenden, dramaturgisch seltsamen und befremdenten, verworrenen Schluss: ein völlig unmotivierter Sinneswandel Lucio Sillas, der dazu führt, dass er total abrupt in den letzten Minuten der Oper allen Feinden vergibt, seinem Amt entsagt und ohne äußere Zwänge das komplette Intrigenspiel inŽs Positve auflöst.
Dieses "happy end" wurde nun gestrichen, da Lucio Cinna den Lucio Silla durch Aufidio ermorden lässt.

Wer also die Oper bereits kennt, wird nun verstehen, warum Lucio Cinna dauerpräsent bei sehr vielen Arien der anderen Sänger(innen) ist.
Überhaupt gibt es wenige Abgänge, wodurch die Handlung viel stärker verdichtet wurde.
Es wird somit auch psychologisch tiefer gelotet und die Oper wird interessanter durch diese weitere (erweiternde), zusätzliche Facette.
Das kann aus den oben genannten dramaturgischen Gründen nicht schaden.
Somit kommt einfach ein wenig mehr "Leben in die Bude" (vor allem ab der zweiten Hälfte).

Nach Kenntnis aller Mozartopern bin ich der Überzeugung, das "Lucio Silla" DIE Oper ist, die das allervirtuoste für die Sänger(innen) fordert.
Quasi etwas für "Koloraturgourmets".
Die oben erwähnte Philips-CD-Einspielung hatte trotz großartiger Interpretinnen den Makel, dass sich die Sängerinnen vom Timbre zu sehr ähnelten.
Hier ist das nicht der Fall.

Annick Massis singt mit harter Attacke punktgenau und lupenrein-perfekt und intonationssicher jegliche schnellen Läufe Giunias umwerfend.
Die C-Moll-Arie weiß sie überdies dramatisch tief zu gestalten.
Veronica Cangemi, als "neuer Mittelpunkt" (Lucio Cinna) vom Regisseur etabliert, überzeugt sowohl in den Koloraturen und als darstellerisch unheimlich involvierender und charismatischer Umstürzler.
Julia Kleiter (auch auf der "Betulia Liberata"-DVD singend) verfügt über einen wunderschönen lyrischen Sopran.
Es ist berührend, wie sie (durch Jürgen Flimms Deutung) als Schräubchen im Uhrwerk von Cinna missbraucht wird; aber ebenso rasch verliert sie die Sympathien wieder, wenn sie skeptisch und herablassend in Bezug auf die (ursprünglichen) "Verlierer" Giunia und Cecilio agiert. Das macht sie armseliger als vielleicht ursprünglich "intendiert".
Monica Bacelli fügt sich mit völlig eigener stimmlicher Charakteristik wunderbar ein: ein schöner, voller Mezzosopran mit dunkler Stimmfärbung.

Da haben es traditionell die beiden Herren schwer, weil sie kaum mit Arien bedacht wurden.
Allerdings ist Lucio Silla (Roberto Sacca) durch viele Rezitative sehr präsent.
Er überzeugt vollends genau wie Stefano Ferrari.

Virtuose, tolle Sänger(innen) in jener Oper Mozarts, die die vielleicht meisten halsbrecherischen Koloraturen enthält.
Eine Regiedeutung, die Mozart mit kleinen Änderungen keine Gewalt antut, sondern das Schlachtschiff "Lucio Silla" ein wenig flotter gleiten lässt und dadurch eine Straffung im Handlungsablauf bringt, bei der die Oper nur gewinnt.
Darstellerisch sehr engagiert dargeboten.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Flimm`s " Lucio Silla, 8. November 2010
Von 
Hans-Georg Seidel "opera" (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Mozart, Wolfgang Amadeus - Lucio Silla [2 DVDs] (DVD)
Jürgen Flimms absolut überzeugende , personendramatisch akzentuierte Inszenierung ist gekennzeichnet von einem nicht originalen , aber logisch naheliegenden Schluß aus der Flimmschen "Interpretationskiste." Bühnenbild und Kostüme sind sehr inspiriert und farbstark. Die sängerischen Leistungen herausragend bei der Giunia von Annick Massis , dem Cecilio von Monika Bacelli und dem Lucia Cinna von Veronika Cangemi . Julia Kleiter singt ebenso eine facettenreiche, involvierende Celia mit kristallinem Sopran. Robert Sacca als Lucio Silla überzeugt insgesamt trotz leichter Schwächen. Das Dirigat Thoma Netopils ebenfalls inspiriert und zündend.
Insgesamt eine hervorragende Aufführung.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen musikalisch top, unruhige Regie, 5. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Mozart, Wolfgang Amadeus - Lucio Silla [2 DVDs] (DVD)
Der Regisseur hat diese Oper von dreieinhalb (in der Philips-Gesamtedition) auf zweieinhalb Stunden gekürzt. Gefühlte drei Viertel der Rezitative sind weggelassen worden und je eine Arie von Cecilio und Giunia und die längeren Arien sind im Da capo Teil gekürzt.
Das ist gut so! Zweieinhalb Stunden sind für diese Oper wirklich ausreichend, gegen Ende kam bei mir eine Müdigkeit gegenüber den doch sehr konventionellen Barockarien auf: abgesehen von den "recitativi accompagnati" ist m.E. die musikalische Erfindung in Lucio Silla nicht so genial wie in Mitridate, sie ist eher gute handwerkliche Arbeit. Wenn ich an die Entstehungsgeschichte dieser Oper denke, dann sehe ich darin nicht auch ein Werk der Liebe und Inspiration, sondern ein reines Auftragswerk.
Trotzdem ist die Oper anhörenswert, zwei- oder dreimal, und besonders mit diesen exzellenten Sängern hier. Ich möchte und kann keinen besonders herausheben, alle singen mit einer klaren, hellen, strahlenden, kräftigen, quasi vibratolosen Stimme. Die Rezitative sind deutlich und spannend vorgetragen.
Da von Celia (Julia Keitel) keine Arie weggelassen wurde, erscheint sie hier gleichwertig zu den anderen drei Hauptrollen: Giunia, Cecilio, Cinna.
Das Orchester legt gleich mit der Ouvertüre - wunderbar gespielt - ein schnelles Tempo vor ohne hastig zu wirken und so geht es dann auch in die erste Arie hinein. Und die Spannung und Frische des Orchesters und der Vokalisten bleiben bis zum Ende erhalten.

Ach weh!
Wie schade, dass es - bis auf einige Ausnahmen, wenn Giunia singt - fortwährend eine Hyperaktivität auf der Bühne gibt, die übrigen Hauptpersonen und auch die Chormitglieder laufen allzu häufig auf der Bühne herum, von links nach rechts, gehen zu Boden und reißen dort die Dielenbretter heraus, holen aus dem Boden Figuren hervor.... oder gehen zu Tischen und Stühlen, bewegen sie, schmeißen sie um, fuchteln mit Schwertern herum, wehen mit Tüchern, bringen den Bühnenboden in eine chaotische Unordnung.... während sie um die singenden Solisten herumwuseln und sie schräg angucken usw.
Die Solisten sind bei ihren Arien ebenfalls meistens sehr aktiv: Cinna z.B. bleibt bei seiner ersten Arie nicht ein paar Sekunden ruhig und umarmt x-mal Cecilio in überschwänglicher Weise. Eine gute, lebendige Regieanweisung wird hier überstrapaziert und wirkt dadurch zu künstlich, zu zwanghaft. Leider kann man dieses Prinzip die ganze Zeit beobachten.
Das ist aber nicht das Schlimmste.
Die Bildregie ist noch schlimmer, und in Akt zwei und drei hat sie mich definitiv genervt: sie springt und springt, oft zu völlig irrelevanten anderen Bühnenecken und Personen. Die Solisten kommen ins Bild, wenn die Orchestereinleitung zu einer Arie beendet ist. Hat die Solistin dann die erste Zeile des Texts gesungen, springt (ja: springt und nicht schwenkt) die Kamera woanders hin, beginnt die Solistin mit ihrer zweiten Zeile, springt sie wieder ins Bild, aber selbst wenn sie nur ein oder zwei Sekunden Pause hat, springt das Bild zu einer anderen Person (die laut Libretto von der Bühne schon abgetreten ist), um sofort wieder zurückzukehren. Ich habe dabei gelernt, die Augen zu schließen, wenn die Sängerin mit einer Phrase gerade zu Ende ist und sie nach zwei, drei Sekunden wieder aufzumachen, wenn sie wieder anfängt zu singen.

Wenn die Chormitglieder gelegentlich auf der Bühne durcheinander hin- und hergehen, dann für zehn, fünfzehn Minuten verschwinden, um dann ebenso durcheinander wiederzukommen (auch wenn sie nichts zu singen haben) - dazu gibt es im Booklet eine feine Erklärung von Susanne Lettenbauer: "Bei Jürgen Flimm rennt das Volk ziellos durch die Handlung oder rührt sich nicht. Terror macht kopflos, Lebensangst lähmt: Flimms Blick auf die Welt."
Aha.
Das ist aber gar nicht der Blick des Librettos. Das Volk wird überhaupt nicht terrorisiert.

Bei den Arien sind die ital. Untertitel lange genug eingeblendet zum bequemen Mitlesen.

Fünf Sterne hat die musikalische Interpretation verdient, sie ist besser als die Audioaufnahmen von 1977 (Philips) und 1985 (Brilliant), die Aufnahme mit Harnoncourt kenne ich nicht.
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