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Philadelphia
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am 12. Dezember 2002
Über den Inhalt von "Philadelphia" muß wohl nichts mehr gesagt werden, schließlich hat sich der Film zum Dauerbrenner am Welt-Aids-Tag entwickelt und wird eigentlich jedes Jahr wiederholt. Aus gutem Grund. Erstens kenne ich eigentlich keinen anderen Film, der sich des Themas Aids annimmt und in demselben Ausmaß die breite Masse der Zuschauer erreicht. Zweitens ist der Film so elegant gemacht, daß er sich auch bei häufigem Sehen nicht abnutzt.
Es mag beim ersten Hinsehen vielleicht etwas erstaunen, daß dieser Film vom selben Regisseur stammt wie "Das Schweigen der Lämmer", aber es ergibt Sinn, wenn man einen Blick auf's Detail wirft. Man sieht es in der effektvollen Führung der Kamera, die gern frontal an die Schauspieler heranfährt und uns Emotionen aus ihren Gesichtern lesen läßt. Man sieht es an der sensiblen und professionellen Inszenierung, die nicht einmal Aufhebens um ihre Kunsfertigkeit macht und sich nur selten zum Pathos herabläßt; und auch wenn sie es tut, sei ihr das allemal verziehen, denn dafür präsentiert sie an anderer und entscheidender Stelle dramatisch um so präziser und beeindruckender: Die Szene, in der Andrew vor Gericht seine Läsionen zeigt, raubt auch bei wiederholtem Sehen noch den Atem.
Oh ja, und schließlich kann man es auch daran noch sehen, daß Charles Napier wieder auftaucht, der unglückliche Polizist aus "Das Schweigen der Lämmer", hier in der Rolle des Richters.
Aber natürlich arbeitete Demme hier ja auch unter exzellenten Randbedingungen. Tom Hanks geht durch alle Stadien der Auszehrung und läßt den Zuschauer vergessen, daß er nur in einem Film sitzt. Denzel Washington spielt glaubwürdig den anfangs etwas windigen und voreingenommenen Anwalt, dessen Einstellung sich fast unmerklich im Laufe des Prozesses wandelt. Und Bruce Springsteens "Streets of Philadelphia", das den Film einleitet, paßt perfekt zur Stimmung und läßt ihn wie aus einem Guß erscheinen.
Neben Aids ist natürlich die Auseinandersetzung mit Homosexualität ein Anliegen dieses Films, und auch dieses meistert er mit Bravour, gerade dadurch, daß er das Thema nicht plakativ zur Schau, sondern indem er zeigt, daß Andrew ein ganz normaler Mensch ist und von seiner Familie akzeptiert wird.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. August 2001
Dem Regisseur ist es gelungen, den Zuschauer, auch wenn er noch so skeptisch gegenüber AIDS und Schwulen sein mag, in den Bann zu ziehen. Am Beispiel des findigen farbigen Anwalts Miller(Denzel Washington), der schließlich den erkrankten Kollegen Andy Backett vor Gericht vertritt, wird deutlich, mit wievielen Ängsten und Vorurteilen Außenstehende AIDS-Kranken begegnen. Die Vorurteile scheinen um so größer, als sich der Kranke durch sein homosexuelles Verhalten infiziert hat. Das Miterleben des Schicksals, der körperliche Verfall Backetts packen den Zuschauer tief in seinen Emotionen. Der Regisseur zeigt schließlich die Wandlung des ängstlichen Skeptikers Miller zu einem Freund des kranken Backett, er räumt mit dem Vorurteil auf, das Schwule nur Sex im Kof haben. Nicht eine einzige "anzügliche" Szene wird gezeigt, vielmehr die herzenswarme Bindung Backetts zu seinem schwulen Partner (Antonio Bandereas), ebenso die Familie Backetts, die vorbehaltlos zu ihm steht. Der Zuschauer kann am Ende wohl in den meisten Fällen seine eigenen Tränen nicht zurück halten.
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29 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 18. April 2005
Ich habe "Philadelphia" nun schon einige Male gesehen und immer wieder rührt er mich zu Tränen mit seinem bewegendem Ende. Tom Hanks hat mehr als verdient den Oscar für diese Rolle gewonnen und die Rede, die er bei Empfangname seines Oscars gehalten hat, ist für diesen Film auch mehr als treffend gewesen. Da merkte man, wie sehr er als Schauspieler in diesen Film involviert war und wie sehr ihn dieses Thema ergriffen hat. Genau diese Überzeugung merkt man als Zuschauer an seiner Rolle, so gefühlvoll ist sie umgesetzt. Ebenso Antonio Banderas, der gewöhnlich nicht zu meinen Favoriten gehört, glänzt in diesem Film. Als homosexuelles Paar, die der schweren Krankheit des einen zum Trotz die letzten gemeinsamen Momente genießen und wo einer immer zum anderen steht, spielen sie sich direkt in die Herzen der Zuschauer. "Philadelphia" ist ein sehr bewegender Film mit ernstem Thema. Man kann einfach nicht anders, als den Tränen freien Lauf zu lassen und das beginnt schon direkt am Anfang des Filmes. Auch Denzel Washington liefert hier eine seiner besten Performances ab und bietet uns in seiner Rolle einen Charakter, der über seinen Schatten (bestehende Vorurteile) springt und damit das einzig Richtige tut.
Der Film ist voll mit Botschaften, die zum Umgang mit AIDS und AIDS-Kranken beisteuern sollen und ich denke, der Film hat weitestgehend einige Änderungen in diesen Bereichen erwirkt. AIDS ist heutzutage akzeptierter als noch in der Zeit, als der Film entstand und meiner Meinung nach sollte der Film Pflichtprogramm in jedem Biologie-Unterricht sein. Unsere Bio-Lehrerin hat sich damals leider nicht die Zeit genommen, uns den Film ganz zu zeigen, aber aus eigenem Engagement heraus, habe ich ihn mit einer Freundin zusammen in einen Vortrag über AIDS mit einfließen lassen.
Fazit: Wer überzeugende Schauspieler in einem überzeugendem Film mit ernstem und bewegendem Thema erleben möchte und kein Problem damit hat, dabei ein paar Tränen zu vergießen, ist bei diesem Klassiker an der richtigen Adresse und eigentlich ist es Pflichtprogramm, den Film mindestens einmal gesehen zu haben.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. November 2006
Philadelphia ist wohl zweifellos zu den wichtigsten Filmen seiner Zeit zu zählen. Jonathan Demme verstand es ein kontroverses und sensibles Thema sehr wirkungsvoll und berührend auf die Leinwand zu bringen, und somit die öffentliche Meinung mitzuformen.

Seine Herangehensweise an die Thematik ist nie voreingenommen oder übermässig dramatisiert und auf forciert-theatralisch vorgetragene Moralappelle wird glücklicherweise weitgehend verzichtet. Stattdessen verlässt sich der Film vollständig auf die schauspielerischen Darbietungen der Akteure, im speziellen natürlich Tom Hanks, in einer seiner wohl besten Rollen.

Seine Darstellung ist lebensnah, feinfühlig und von unglaublicher Dramatik erfüllt, was vor allem in einzelnen Szenen, wie etwa der Musiksequenz, intensiv zum Ausdruck kommt.

Auch Denzel Washington spielt perfekt und überzeugt vollkommen in seinem Portrait des selbst nicht wenig voreingenommenen Anwalts. Stets wirken seine Handlungen nachvollziehbar und sein Charakter gut verständlich.

Wo Antonio Banderas als Lebensgefährte Becketts allerdings nur wenig schauspielerisches Talent zeigt, kann dafür Jason Robards als Kanzleiführer Charles Wheeler einen weiteren darstellerischen Glanzpunkt setzen. Auch seine Darstellung ist zutiefst realistisch, menschlich (im Guten wie im Schlechten) und vielschichtig.

Generell ist Philadelphia von einer grossen Humanität durchzogen, die sich auch in vielen stark berührenden Momenten zeigt. Kaum ein Zuschauer wird sich der emotionalen Wirkung dieser Geschichte und der schauspielerischen Leistung Hanks entziehen können. Die passende Musik von Howard Shore mit dem prämierten Titelsong „Streets of Philadelphia“ von Bruce Springsteen unterstreicht die ansonsten unspektakuläre Inszenierung taktvoll.

Als einzigen größeren Kritikpunkt muss man wohl die mangelhafte Dramaturgie anbringen, denn wenn es auch verständlich erscheint, dass bei einer solchen Thematik keine intensiven Actionszenen zu erwarten sind, so hätte dem Film ein wenig mehr Spannung doch sicherlich gut getan. So findet sich im ganzen Film kein wirklicher Höhepunkt, und die zentrale Urteilsverkündung im Gerichtssaal scheint beinahe nebensächlich
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19 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. November 2006
Philadelphia ist wohl zweifellos zu den wichtigsten Filmen seiner Zeit zu zählen. Jonathan Demme verstand es ein kontroverses und sensibles Thema sehr wirkungsvoll und berührend auf die Leinwand zu bringen, und somit die öffentliche Meinung mitzuformen.

Seine Herangehensweise an die Thematik ist nie voreingenommen oder übermässig dramatisiert und auf forciert-theatralisch vorgetragene Moralappelle wird glücklicherweise weitgehend verzichtet. Stattdessen verlässt sich der Film vollständig auf die schauspielerischen Darbietungen der Akteure, im speziellen natürlich Tom Hanks, in einer seiner wohl besten Rollen.

Seine Darstellung ist lebensnah, feinfühlig und von unglaublicher Dramatik erfüllt, was vor allem in einzelnen Szenen, wie etwa der Musiksequenz, intensiv zum Ausdruck kommt.

Auch Denzel Washington spielt perfekt und überzeugt vollkommen in seinem Portrait des selbst nicht wenig voreingenommenen Anwalts. Stets wirken seine Handlungen nachvollziehbar und sein Charakter gut verständlich.

Wo Antonio Banderas als Lebensgefährte Becketts allerdings nur wenig schauspielerisches Talent zeigt, kann dafür Jason Robards als Kanzleiführer Charles Wheeler einen weiteren darstellerischen Glanzpunkt setzen. Auch seine Darstellung ist zutiefst realistisch, menschlich (im Guten wie im Schlechten) und vielschichtig.

Generell ist Philadelphia von einer grossen Humanität durchzogen, die sich auch in vielen stark berührenden Momenten zeigt. Kaum ein Zuschauer wird sich der emotionalen Wirkung dieser Geschichte und der schauspielerischen Leistung Hanks entziehen können. Die passende Musik von Howard Shore mit dem prämierten Titelsong „Streets of Philadelphia“ von Bruce Springsteen unterstreicht die ansonsten unspektakuläre Inszenierung taktvoll.

Als einzigen größeren Kritikpunkt muss man wohl die mangelhafte Dramaturgie anbringen, denn wenn es auch verständlich erscheint, dass bei einer solchen Thematik keine intensiven Actionszenen zu erwarten sind, so hätte dem Film ein wenig mehr Spannung doch sicherlich gut getan. So findet sich im ganzen Film kein wirklicher Höhepunkt, und die zentrale Urteilsverkündung im Gerichtssaal scheint beinahe nebensächlich
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. Februar 2007
Tom Hanks und Denzel Washington sind klasse in diesem Film. Kannte Tom Hanks vor "Philadelphia" nur als Komödianten und war / bin beeindruckt, dass er mehr kann!

Denzel Washington spielt Joe Miller, den rechtsverdrehenden Winkeladvokaten, der die unmöglichsten Fälle annimmt - aber ausgerechnet Andrews lehnt er zunächst ab, bis ihm die Ungerechtigkeit des Ganzen dämmert. Das geschieht in einer Bibliothek, in der Joe Miller als Schwarzer verächtliche Blicke erntet.

Habe erst im Film begriffen, wieso er ausgerechnet "Philadelphia" heisst - weil in dieser Stadt die amerikanische Verfassung unterzeichnet wurde!

Alle Schauspieler sind gut, auch und gerade Mary Steenburgen als zickige Gegnerin! Trotzdem ist sie kein Unmensch, es wird gezeigt, dass es ihr keine Freude macht, einem Todkranken zuzuzsetzen.

Der Film macht es dem Zuschauer nicht leicht: Andrew hat seinen Arbeitgebern seine Krankheit verschwiegen, also sie nicht darauf hingewiesen, dass er vielleicht bald nicht mehr arbeitsfähig sein wird. Zudem hat er seinen Freund Miguelbetrogen und ihn der Gefahr der Ansteckung ausgesetzt - und dass er Sex in einem Pornokino hatte, ist auch nicht gerade sympathisch!

Aber darum geht es vor Gericht nicht - es geht nicht um Moral, sondern darum, ob ein Mensch gefeuert werden darf, weil er Aids hat. Nein, darf er nicht - und deshalb versuchen Andrwes Arbeitgeber alles mögliche, um andere Gruende anzufuehren - z. B. Inkompetenz -, was aber nicht klappt, denn Andrew ist ein brillanter Anwalt. Joe Miller nimmt alle Zeugen auseinander!

Dem Film wurde vorgeworfen, er verbinde Aids und Homosexualität miteinander... Tja, in gewisser Hinsicht tut er das, aber es wird ja immerhin auch Melissa gezeigt, eine Anwaltsgehilfin, die durch eine Bluttransfusion infiziert wurde. Dadurch wird klar, dass jeder Aids bekommen kann, auch Frauen und Heterosexuelle.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. August 2007
Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft ich diesen Film gesehen habe.
Und auch nicht, wie oft ich zum Schluß getrauert habe.

Dieser Film ist ein Meilenstein des Drama.
Er greift ein Thema auf, dass noch heute tabuisiert wird: Aids.
Gleichzeitig werden alle Klischees aufgezeigt und somit eine fantastische Geschichte
erzählt.
So normal, wie sie überall auf der Welt stattfinden könnte.

Tom Hanks spielt diese Rolle so unglaublich überzeugend. Erschreckend, wie echt er im späteren
Teil des Film ausschaut.
Toll gemacht finde ich auch, wie die Hauptdarsteller des Filmes "gewechselt" werden:
Erst steht Tom Hanks, als hervorragender Geschäftsmann, angesehen und gelobt von seinen Vorgesetzten,
im Mittelpunkt. Dann wird öffentlich, dass er Aids hat. Er wird gekündigt. Denzel Washington kommt ins
Spiel, als Anwalt. Erst will er nicht und ist von dem schwulen Aidskranken abgeneigt.
Dann übernimmt er den Fall. "Hanks" stirbt und somit ist Washington dann die Hauptfigur im Film.
Das ist mir bisher nur bei einem Film so aufgefallen: "Psycho" von Alfred Hitchcock.
Denn erst geht es um die Frau, die in das Motel fährt - dann später um Norman Bates...
Fantastisch gemacht.

Der Schluß ist wirklich endlos traurig.
Auf der Beerdigungsfeier, bei "Hanks" zu hause, schwenkt die Kamera durch den Raum. Man sieht alle
Menschen, die in dem Film eine Haupt-, wie Nebenrolle hatten. Alle, die befreundet oder verwandt waren.
Die Kamera bleibt auf dem Fernseher gerichtet stehen - dort läuft ein "Homevideo" der Familie, in dem "Hanks"
ein kleiner Junge ist...

FAZIT:
Unbedingt kaufen. Wie gesagt, ein Meilenstein des Dramas...
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Juni 2013
Philadephia war einer der ersten Filme, der die Themen AIDS, Homosexualität und die gesellschaftliche Ächtung von Betroffenen, thematisierte. Durch die schonungslose Darstellung bis hin zum Tod und durch die Tatsache, dass zwei Topstars in den Hauptrollen brillierten, löste der Film eine breite Diskussion aus und leistete einen wichtigen Aufklärungsbeitrag.
Nicht zu unterschätzen ist dabei der Mut, den Hanks damal bewies, als er sich für die Rolle des schwulen an AIDS erkrankten Anwalts entschied. Der zur damaligen Zeit eher auf leichte Komödien spezialisierte Hanks brillierte und erhielt völlig zu Recht den Oscar als bester Hauptdarsteller. Nicht weniger gut gespielt und wichtig für die Geschichte und die Identifikation des Heteropublikums Denzel Washington als Heteroanwalt mit allen Vorurteilen und Ängsten gegenüber Homosexualität und AIDS. Die Wandlung, die er im Laufe des Films durch die Zusammenarbeit mit Hanks Charakter durchläuft, bleibt zu jedem Zeitpunkt plausibel und steht auch sinnblidlich für die erwünschte Wandlung des Publikums.

Regisseur Jonathan Demme scheut sich nicht, den Zuschauer herauszufordern und schafft dennoch die Ballance zwischen menschlichem Drama und spannendem Justizdrama. Dabei driftet er nicht in Klischees ab und die bewegenden Szenen triefen auch nicht vor Kitsch.

Besonders toll noch immer der ebenfalls mit einem Oscar ausgezeichnete Titelsong vom Boss.

Die Blu-ray Umsetzung dieses mehrfach ausgezeichneten Meisterwerks wird der Film nicht gerecht. Das Bild ist zwar besser, als das der bisherigen DVD Veröffentlichung, läßt aber noch immer deutlich Schärfe und Farbbrillanz vermissen.

Der Ton liegt in Deutsch nur in Dolby Digital 2.0 vor. Eine verlustfreie 5.1 Abmischung gibt es nur in der Originalsprache und die Unterschiede vor allem bei der Musik sprechen für sicht.

Katastrophal auch mal wieder, was Sony Ausstattungstechnisch bei diesem Backkatalog-Titel bietet. Nicht einmal ein Kapitelmenü ist auf der Disc zu finden! Tolle Leistung! Ein Wendecover ohne FSK-Verunstaltung gibt es ebenfalls nicht. So macht sich Sony bei Cineasten bestimmt keine Freunde.

Aufgrund des besseren Bildes kann man die Blu-ray dennoch als Upgrade zur DVD empfehlen. Top-Blu-ray veröffentlichungen von cineastischen Meisterwerken sollten allerdings anders aussehen!
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am 29. November 2006
Philadelphia ist wohl zweifellos zu den wichtigsten Filmen seiner Zeit zu zählen. Jonathan Demme verstand es ein kontroverses und sensibles Thema sehr wirkungsvoll und berührend auf die Leinwand zu bringen, und somit die öffentliche Meinung mitzuformen.

Seine Herangehensweise an die Thematik ist nie voreingenommen oder übermässig dramatisiert und auf forciert-theatralisch vorgetragene Moralappelle wird glücklicherweise weitgehend verzichtet. Stattdessen verlässt sich der Film vollständig auf die schauspielerischen Darbietungen der Akteure, im speziellen natürlich Tom Hanks, in einer seiner wohl besten Rollen.

Seine Darstellung ist lebensnah, feinfühlig und von unglaublicher Dramatik erfüllt, was vor allem in einzelnen Szenen, wie etwa der Musiksequenz, intensiv zum Ausdruck kommt.

Auch Denzel Washington spielt perfekt und überzeugt vollkommen in seinem Portrait des selbst nicht wenig voreingenommenen Anwalts. Stets wirken seine Handlungen nachvollziehbar und sein Charakter gut verständlich.

Wo Antonio Banderas als Lebensgefährte Becketts allerdings nur wenig schauspielerisches Talent zeigt, kann dafür Jason Robards als Kanzleiführer Charles Wheeler einen weiteren darstellerischen Glanzpunkt setzen. Auch seine Darstellung ist zutiefst realistisch, menschlich (im Guten wie im Schlechten) und vielschichtig.

Generell ist Philadelphia von einer grossen Humanität durchzogen, die sich auch in vielen stark berührenden Momenten zeigt. Kaum ein Zuschauer wird sich der emotionalen Wirkung dieser Geschichte und der schauspielerischen Leistung Hanks entziehen können. Die passende Musik von Howard Shore mit dem prämierten Titelsong „Streets of Philadelphia“ von Bruce Springsteen unterstreicht die ansonsten unspektakuläre Inszenierung taktvoll.

Als einzigen größeren Kritikpunkt muss man wohl die mangelhafte Dramaturgie anbringen, denn wenn es auch verständlich erscheint, dass bei einer solchen Thematik keine intensiven Actionszenen zu erwarten sind, so hätte dem Film ein wenig mehr Spannung doch sicherlich gut getan. So findet sich im ganzen Film kein wirklicher Höhepunkt, und die zentrale Urteilsverkündung im Gerichtssaal scheint beinahe nebensächlich
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am 15. November 2005
"This is the essence of discrimination: Formulating opinions about others not based on their individual merits, but rather on their membership in a group with assumed characteristics." (School Board of Nassau County v. Arline, 480 U.S. 273 (1987) (Brennan, J.), on remand, 692 F. Supp. 1286 (M.D. Fla. 1988)). This rule, reaffirmed by the landmark Supreme Court decision which, over the dissent of Chief Justice Rehnquist and Justice Scalia, first recognized the infection with a contagious disease (tuberculosis) as an actionable handicap under federal law, forms the initial bond between star litigator Andrew Beckett (Tom Hanks) and ambulance chaser Joe Miller (Denzel Washington), the unlikely team at the center of this movie. Because through these words, black attorney Miller begins to realize that his colleague Beckett faces a handicap which, in essence, is not so different from that confronted by many of his fellow African Americans. And because this is an incredibly effectively scripted Hollywood movie, we, the audience, easily get the point as well; even if we're white, and even if we're not gay and/or suffering from AIDS like Beckett.
Of course, the insidiousness of the AIDS virus places those afflicted with it in a class of their own, and while the movie spares its viewers the pictures of some of the virus's most graphic effects, it does go to considerable length to show the physical decline associated with it - not only in the person of Beckett himself, for whose role Hanks literally almost starved himself. Some of the patients surrounding him in the movie's earlier emergency room scenes really were AIDS patients, whom Hanks had approached when preparing for the movie, and who had subsequently agreed to participate; and as Hanks emphasized during an appearance in Bravo TV's "Inside the Actors' Studio," not all of them are still alive. - Denzel Washington's appropriately named Joe Miller, middle class everyman in everything but the color of his skin (one of the movie's obvious bows to political correctness), displays an attitude uncomfortably familiar to many of us; shunning gays in general and the HIV-infected Beckett in particular, out of a mixture of ignorance about AIDS, prejudice against those suffering from it, and prejudice against gays. Both Hanks and Washington give strikingly emotional, profound performances that rank among the best in their respective careers - Hanks deservedly won both the Oscar and the Golden Globe for his portrayal of Beckett, but Washington unfairly wasn't even nominated for either. Yet, neither of them would have been able to shine as much as they do without their exceptional supporting cast; to name just two, Jason Robards, commanding as ever as Beckett's homophobic former boss (and role model!), and Antonio Banderas as his devoted lover.
By the time of "Philadelphia"'s release, some of the early myths about AIDS had begun to disappear, and the yearly growing numbers of newly infected patients had brought it out of its erstwhile obscurity as "the gay plague." But indepth knowledge was still far from widespread, and therefore the movie not only brought awareness to the disease in general, but also made a couple of important points, from educating the public about the disease's method of transmission to emphasizing that it is by no means limited to gays and can even be contracted in something as life-affirming as a blood transfusion. (Indeed, several European countries were rocked by transfusion-related AIDS scandals right around the time of the movie's release). One of "Philadelphia"'s most quietly powerful scenes is the testimony of a female witness who was infected by just such a transfusion, and who emphasizes that having AIDS is not a matter of sin or morality: "I don't consider myself any different from anyone else with this disease. I'm not guilty, I'm not innocent, I'm just trying to survive," she responds when asked to confirm that in her case "there was no behavior on [her] part" involved and contracting AIDS was something she was "unable to avoid." - Moreover, four years before Ellen DeGeneres rocked the showboat with a kiss during an episode of her sitcom, and Kevin Kline and Magnum macho Tom Selleck locked lips in "In and Out" (the screenplay of which was inspired by Hanks's Oscar acceptance speech for "Philadelphia"), it was by no means a given that a movie would get away with letting Hanks and Banderas exchange acts of tenderness from caresses and kisses on the hand to a slow dance at a gay party.
Given "Philadelphia"'s fundamental message and the memorable performances of its protagonists, it is a pity that the movie doesn't entirely avoid Hollywood pitfalls, such as its soggy ending with grease literally dripping off the screen and the undeniable taste of a sugar-coated afterthought, transmitting the message that even dying of AIDS is really not so terrible, at least for the surviving family who can still unite around the television set and wallow in their memories of their lost loved one. And while I do buy Joe Miller's transformation from a (somewhat stereotypical) homophobic male to a reluctant supporter of gay rights, I don't really see why Beckett suddenly assumes a cliche gay look the second he has been fired; not to mention that I suspect not everybody in his situation would have enjoyed such overwhelming support from his family.
But ultimately, it is the movie's overarching message that counts. "Ain't no angel gonna greet me; it's just you and I my friend ... and my clothes don't fit me no more: I walked a thousand miles just to slip this skin," sings Bruce Springsteen, the movie's other Oscar winner, in "Philadelphia"'s title song. And Justice Brennan wrote in the Supreme Court's Arline decision that in amending federal law, Congress was motivated by "discrimination stemming not only from simple prejudice, but also from archaic attitudes and laws." This movie goes a long way in dispelling such attitudes. It alone isn't enough - but it is, as Andrew Beckett jokes about the 1000 lawyers chained together at the bottom of the ocean, a good start.
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