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am 23. März 2006
Ich finde es wurde noch nie zuvor eine Liebesgeschichte so unsentimental und trotzdem so berührend in einem Film erzählt wie hier. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser Film nicht allen zusagen wird, man muss sich auf diese Geschichte einlassen können oder selbst so etwas erlebt haben (wie es mir passiert ist), um verstehen zu können was diese beiden Männer füreinander empfinden. Es geht hier nicht um Homosexualität sondern einfach um Liebe - dass es sich um 2 Männer handelt, noch dazu in den 60-er Jahren stellt eben den Rahmen für die "Unmöglichkeit" dieser Liebe.
Doch meiner Meinung nach steckt da noch viel mehr drinnen, auch die beiden Charaktere sind sehr spannend. Die Unfähigkeit von Ennis seine Gefühle auszusprechen oder zu leben, tut richtig weh. Jack versucht zumindest seine Gefühle und Bedürfnisse zu leben, auch wenn er scheitert. Ein kleiner Hoffnungsschimmer bleibt am Ende des Films, dass Ennis vielleicht doch was begriffen hat.
Also Conclusio möchte ich sagen, besser man hat so geliebt wie diese beiden Männer als gar nicht!

Mich hat die Leistung der beiden jungen Schauspieler sehr beeindruckt: sie haben die Leidenschaft, den Zwiespalt und den Schmerz sehr glaubhaft dargestellt, die Intensität war spürbar. Besonders beeindruckt war ich von Jake Gyllenhaal, der mir vorher nicht wirklich bekannt war. Abgesehen davon dass er gut aussieht glaube ich, dass er ein viel versprechender und außergewöhnlicher junger Schauspieler ist. Ich denke es werden noch mehr gute Filme mit ihm folgen.
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am 20. März 2006
Dieser Film ist für mich einer der einfühlsamsten und ergreifensten Filme, den ich je gesehen habe. In wunderschöne Landschaftsbilder eingebettet erzählt die Geschichte von zwei Menschen, die sich lieben und dennoch nie zueinander finden, bis es dann zu spät ist. Zwar werden kurze Momente miteinander geteilt, doch selbst die sind geprägt von Schmerz und Bitterkeit.
Allen voran die hervorragende schauspielerische Leistung von Heath Ledger, der liebt und diese Liebe auf Grund von (teilweise selbst auferlegten) Konventionen nicht ausleben kann. Nur in wenigen Momenten kann er zu seinen Gefühlen stehen.
Aber auch Jake Gyllenhaal, der den emotionaleren Teil der Geschichte trägt, versteht es, seiner verzweifelten Liebe eine Intensität ohne Gleichen zu verleihen.
Daß es sich um eine homosexuelle Liebe handelt ist beinahe nebensächlich. Der Film zeigt eher, wie einen Liebe zugrunde richten kann, wenn man nicht zu ihr steht.
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am 22. August 2006
Selten hat mich ein Film so nachhaltig getroffen, wie dieser. Ich dachte, ich wäre vorbereitet. Lange bevor der Film bei uns in die Kinos kam, hatte ich schon die Kurzgeschichte von Annie Proulx gelesen, die ich übrigens sehr empfehlen kann. Wenn es geht, sollte man sie auf Englisch lesen. Sie wurde hier zwar fast eins zu eins adaptiert, aber sie "fühlt" sich doch ganz anders an. Es hat nichts genutzt: Meine Tränen konnte ich kaum unterdrücken. Während des Films fühlt man zwar hauptsächlich mit den beiden Jungs UND deren Frauen mit, aber danach fängt man unwillkürlich an, über sein eigenes, bisheriges Leben nachzudenken. Über die Entscheidungen, die man getroffen hat oder eher, die man aus Feigheit nicht getroffen hat.

Die Figuren wirken so real, unverstellt und ungekünstelt. Alle Figuren, auch die der Frauen, werden tief ausgeleuchtet. Was die Geschichte so sympatisch macht, sind die vielschichtigen und widersprüchlichen Charaktere. Hier gibt es kein Schwarz-Weiß-Denken. Man wünscht den beiden Männern zwar, dass sie zueinander finden, aber der Film scheut nicht davor zurück, die Verletzungen, die sie ihren Frauen antun,
eindrücklich darzustellen. Der Film strotzt vor unglaublich dichten und intensiven Szenen, die eher an Theater als an Film erinnern, vor allem im letzten Drittel. Alle Darsteller sind überirdisch. Mal Kammerspiel, dann wieder große Bühne. Ich nenne da z.B die erste Begegnung von Ennis und Jack auf dem Parkplatz, in der kein Wort gesprochen wird. Deren letzte Begegnung, bei der sich die Rockies wie eine riesige Bühnenkulisse dramatisch im Hintergrund auftürmen. Die Szene in der Küche, in der Alma Ennis zur Rede stellt und ihm klar wird, dass sie alles wusste. Den Besuch bei Jacks Eltern und besonders die "Hemdenszene", bei der dem Zuschauer endgültig die Schraubzwinge um das Herz gelegt wird und viele andere. Die Kamera hält auf die Gesichter, ein Entkommen ist nicht möglich. Nicht viel wird gesagt, aber was gesagt wird, wiegt oft tonnenschwer. Nicht umsonst sind Zitate aus dem Film schon zu geflügelten Worten geworden. Den Rest besorgt das Spiel und die Mimik der Darsteller.

Beginnt Brokeback Mountain noch schwerelos und leicht, entwickelt sich recht schnell eine Dynamik, wie in einer griechischen Tragödie. Die Beziehung zwischen den beiden Männern reisst nicht nur sie selbst, sondern auch alle in ihrer Umgebung in den emotionalen Abgrund. Langsam, aber unaufhaltsam. Alle wissen es, aber keiner kann dagegen an. Die Berge sind stumme, kalte Zeugen. Vieles bleibt offen und liefert Anlass für Diskussionen und Interpretationen, wie im wahren Leben auch: Wie starb Jack? Was wussten seine Eltern von ihrem Verhältnis? Was will Ennis mit: "Jack, ich schwör's Dir!" sagen? Und gerade das macht diesen Film zu etwas Besonderem. Es wird nichts vorgekaut und man kann soviel aus der Geschichte herausholen, wie man selbst mit einbringt.

Brokeback Mountain ist natürlich nicht der erste Film, der sich mit schwulen Themen beschäftigt. Trotzdem ist er ein Novum. Eine schwule Beziehungsgeschichte hat es noch nie vorher auf die große Leinwand außerhalb der Programmkinos geschafft. Und sie ist es wert, erzählt zu werden. Macht sie es auch dem heterosexuellen Zuschauer erfahrbar, was es heißt, nur im Verborgenen ("in the closet") seine Liebe auszuleben zu können und was der Grund dafür ist: Homophobie, einmal seitens der Umgebung (im Film ja selten direkt sichtbar) , zum anderen aber vor allem die der Betroffenen selbst, verinnerlicht seit frühester Kindheit. Und diese verinnerlichte Homophobie ist es, die es Ennis unmöglich macht, die Liebe, die er für Jack empfindet, wirklich zuzulassen. Und das unterscheidet diese (schwule) Liebesgeschichte eben doch von allen anderen. Es erfordert Mut und eben eventuell die Bereitschaft, mit seinem gesamten vorherigen Leben und den Menschen, die einem wichtig sind, zu brechen. Das kann nicht jeder. Schon garnicht jemand, der von der Welt jenseits der Berge keinerlei Vorstellung hat. Liebe überwindet eben doch nicht sämtliche Schranken.

Und Brokeback Mountain ist auch ganz großes Hollywood-Kino: sexy Darsteller (wer wollte mit Jake Gyllenhaal nicht rumknutschen?), grandiose Bilder in brillianten, kühlen Farben und ein wunderbarer, melancholischer Score. Man sollte einen gewissen Sinn für romantische Geschichten mitbringen. Hier geht es zwar um die deutsche Fassung, aber eins kann ich sagen, dass Brokeback Mountain um Lichtjahre besser in der Originalfassung ist. Aber die ist bei der deutschen Ausgabe ja eh drauf. Die deutschen Stimmen sind einfach zu glatt. Und z.B. Ennis' berühmter Satz: "If You can'''''t fix it, You gotta stand it" ist mit "Wenn du'''' es nicht ändern kannst, dann musst Du eben damit leben", nicht nur falsch übersetzt, (mit etwas zu leben ist etwas anderes, als es auszuhalten), sondern wird in der deutschen Fassung auch ganz anders betont. Und das Vibrieren in Jacks Stimme, wenn er Ennis ein gemeinsames Leben auf einer eigenen Ranch vorschlägt, ist allein schon herzzerreissend. Und dass die beiden Männer ziemlich ungebildet und einfach sind, zeigt sich auch am Slang und falscher Grammatik. Sowas müsste man im Deutschen doch auch hinbekommen. Der Film sei zu lang? Ich fand das nicht. Ang Lee braucht diese Zeit, um den Zuschauer soweit wie möglich mit den Charakteren emotional zu verbinden. Erst so entfaltet der Schluss seine herzbrecherische Wirkung. Man sollte sich Zeit nehmen, dafür sorgen, dass man nicht gestört wird. Man mache es sich bequem und begebe sich auf eine kleine Reise in die Berge. Die kann aber Folgen haben.....
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am 25. Februar 2007
Vorsicht, der Film ist wirklich unberechenbar. Von quälender Langeweile bis zum lebensverändernden emotionalen Schock hat er schon die unterschiedlichsten Reaktionen hervorgerufen. Für viele Menschen in aller Welt ist er der bewegendste und aufwühlendste Film, den sie jemals gesehen haben.

Man darf allerdings kein typisches Hollywoodmelodram erwarten mit schluchzenden Geigen und übertriebenen Emotionen, die einem vom Regisseur in den Rachen gestopft werden. Statt dessen gelingt es Brokeback Moutain, die Gefühle aus dem Herzen des Zuschauers selbst aufsteigen zu lassen. Der Film ist unsentimental und unkitschig erzählt, und viele die "mehr" erwarten, werden enttäuscht. Aber in diesem Fall ist weniger mehr. Viel mehr.

Wenn man sich auf Ang Lees langsame, bedächtige und intensive Erzählweise einlässt, aufmerksam zusieht, mitdenkt und mitfühlt, dann geht einem der Film nahe wie kein anderer. Man kann süchtig davon werden, aber das "lohnt" sich auch, denn man wird dadurch gezwungen, über sich selbst, das eigene Leben und die Liebe nachzudenken.

Zwar erzählt der Film eine Geschichte - ich glaube, ich brauche sie hier nicht noch einmal nachzuerzählen, da das die vorangehenden Rezensionen oft genug getan haben - also: Der Film erzählt zwar eine Geschichte, die in dieser Form wohl nur an diesem Ort (das ländliche Wyoming), zu dieser Zeit (1960er bis 80er Jahre) und mit diesen Personen (homo- oder vielleicht auch bisexuelle Rancharbeiter) stattfinden könnte. Wenn man sich aber von der Tatsache, dass sich hier zwei Männer lieben - absolut notwendig für die Tragödie, mit einem heterosexuellen Paar könnte diese Liebesgeschichte nicht erzählt werden! -, nicht abschrecken lässt (was viele heterosexuelle Männer leider tun), dann wird man dafür belohnt mit einer scheinbar einfachen, in Wirklichkeit aber tiefen und facettenreichen Reflexion über menschliche Beziehungen (von Mann zu Mann, Mann zu Frau, Eltern zu ihren Kindern), über innere Widerstände und Ängste, über verpasste Chancen, ein verpasstes Leben. Der Film erzählt also trotz, oder gerade durch seine ganz spezifische Geschichte davon, was es heißt ein Mensch zu sein.

Brokeback Mountain ist bis in die Nebenrollen hinein (Jacks Eltern!) hervorragend besetzt. Vor allem gelingt es den beiden Hauptdarstellern Heath Ledger und Jake Gyllenhaal ohne viel Worte eine Welt (unterdrückter) Emotionen auszudrücken. Vor allem die Figur des Ennis del Mar (Heath Ledger - wenn man den Namen Ennis Del Mar übrigens ins Deutsche übersetzt, bedeutet er "Insel im Meer", was die Tragik dieser Figur perfekt erfasst) ist in ihrer tragischen Komplexität eine der ganz großen Charaktere der Filmgeschichte. Allein schon diese atemberaubenden Schauspielerleistungen lohnen es, den Film zu sehen.

Die letzte halbe Stunde ist das Bewegendste und Aufwühlendste, was jemals auf eine Leinwand gebannt wurde. Eine wunderschöne und traurige Geschichte darüber, was es heißt, ein Mensch zu sein.
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am 24. April 2009
BROKEBACK MOUNTAIN ist kein Film, den man "mal eben so im Vorbeigehen" konsumieren kann. Es ist auch kein billiger Unterhaltungsfilm, mit dem man einen verregneten Sonntagnachmittag vor den DVD-Player verdösen kann. Der Film verlangt ein waches, aufmerksames und aufnahmebereites Publikum. Wir haben hier kein öliges Rührstück, kein "schwules Cowboy-Filmchen", kein langatmiges und seelenloses Landschaftsepos, keinen nervtötenden Kommerzstreifen, den die Welt nicht braucht - sondern ...
- eine sensible Charakterstudie über die stumme Seelenqual zweier einsamer, isolierter Männer, die nach ihrem sexuellen Erwachen tief im Innern zwar spüren, daß sie zusammengehören und daß ihre Liebe wahrhaftig ist, die aber von der gnadenlos homophoben Gesellschaft und von der eigenen (!) Paranoia letztlich zerstört werden. Was "Ennis" und "Jack" trennt, das ist tragischerweise nach fast zwanzig Jahren Kämpfen, Hoffen und Bangen mächtiger als das, was sie vereint. Die Botschaft des Films kann in einem einzigen Satz zusammengefaßt werden: Die Moralapostel sind es, die die Welt vergiften und Menschen, die anders leben und lieben wollen, unbarmherzig ins Abseits drängen.

Wer BROKEBACK MOUNTAIN noch nie gesehen hat, dem rate ich, sich Zeit und Ruhe (die vor allem) zu nehmen, um sich ganz und gar auf die Geschichte einlassen zu können. Denn nur dann scheint ein Begreifen der Handlung möglich. Ich zum Beispiel habe erst nach mehrmaligen Ansehen wirklich verstanden, was die Bilder und Symbole sämtlich bedeuten. (Beispiel: In einer Szene, die im Jahr 1963 spielt, schnitzt "Ennis" ein kleines Holzpferdchen. Nur ein Zeitvertreib? Mitnichten! Die Bedeutung des Holzpferdchens wird am Ende des Films im Jahr 1982 noch einmal aufgegriffen. Und dann erst versteht man die Symbolik des geschnitzten Pferdes aus dem Jahr 1963. Es lohnt sich also, den Film mehrmals anzusehen, denn es gibt viel zu entdecken.)

Das Schauspiel von Jake Gyllenhaal und Heath Ledger ist eine so große Kunst, daß es einen fast schon schmerzt, hinzusehen. Die beiden haben zahlreiche Preise für ihre Darstellung gewonnen - völlig zurecht. Da reicht oftmals ein nervöses Augenzwinkern hier, ein verlegenes Lächeln da, mit dem die Mimen ihre Figuren ausstatten - und der Zuschauer versteht, was in den Köpfen von "Jack" und "Ennis" vor sich geht. Auch die meisterhafte Darstellung der Sex-, Liebes- und Kußszenen, in denen die Cowboys rührend ungeschickt und sich nur langsam in die eben entdeckte (Homo)sexualität einfindend agieren, geht absolut zu Herzen. Und mal ehrlich: haben wir Heten uns denn gleich wie Vollprofis angestellt, als wir zum allerersten Mal verliebt waren und den allerersten Sex hatten??? ;-))

BROKEBACK MOUNTAIN lebt von den Bildern und vor allem von dem, was NICHT gesagt wird. Blicke, Gesten, Berührungen - all das sagt tausendmal mehr als jedes Wort. Wer nur dumpfes, lieblos produziertes Popcorn-Kino gewohnt ist, oder wer nicht bereit ist, auch mal selber zu interpretieren, der sollte lieber die Finger von dem Film lassen. BROKEBACK MOUNTAIN serviert dem Zuschauer nichts auf dem Silbertablett. Ang Lee möchte das Publikum dazu bringen, selbständig eigene Schlüsse zu ziehen. Das ist ihm gelungen. Meine Freunde und ich diskutierten im Jahr 2006 nach dem Kinobesuch wochenlang über den Film; fast jeder hatte am Ende eine andere Interpretation der Bilder - und jede unserer so unterschiedlichen Interpretationen ergab Sinn!!

Fazit: BROKEBACK MOUNTAIN ist ein Meilenstein der Filmgeschichte und ein bitternötiger Kulturbruch im (US-amerikanischen) Mainstream-Kino gewesen. Ohne falsches Pathos wird hier die Lebensgeschichte eines dem Untergang geweihten Liebespaares dargestellt. Die Schönheit dieser Liebe einerseits und die diese Liebe brutal korrumpierende Gesellschaft andererseits - das alles zeigt dieser zutiefst ergreifende Film.
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am 17. Mai 2014
Nach längerer Bedenkzeit und zugegebenermaßen, mit einer gewissen Voreingenommenheit, habe ich mir „Brokeback Mountain“ angesehen. Wieso Bedenkzeit und Voreingenommenheit? Ganz einfach, weil das was einige Personen in meinem Umfeld über diesen Film berichteten, sich mehr nach einem Hardcore-Schwulenporno anhörte, als nach einem einigermaßen seriösen und sehenswerten Film. Auch die durchaus kontrovers geführte mediale Berichterstattung trug ihren Teil zu meinen Zweifeln bei, doch wie schon einige Male, wurde ich eines besseren belehrt.

„Brokeback Mountain“ handelt von den beiden Viehtreibern Ennis Del Mar (Heath Ledger) und Jack Twist (Jake Gyllenhaal), die sich unabhängig voneinander von einer Aushilfstätigkeit zur anderen hangeln und so ihren Lebensunterhalt verdienen. Sie lernen sich beide kennen, als sie zusammen für den Unternehmer Joe Aguirre (Randy Quaid) seine Schafherde zum Grasen auf den Brokeback Mountain führen und dort rund um die Uhr vor den Wölfen schützen sollen. Durch die wochenlange Einöde lernen sich die beiden näher kennen und entdecken in einer sehr kalten Nacht, dass sie noch eine viel tiefer liegende Emotion verbindet, als nur die einer inzwischen aufgekeimten Freundschaft. Doch den beiden, allen voran Ennis, ist klar, dass sie diesen Lebensstil so nicht führen können und gehen deswegen nach Beendigung des Auftrags wieder getrennte Wege, heiraten und gründen eine Familie. Doch nach Jahren des Distanz wird klar, dass die Verbundenheit zueinander keinen der Beiden loslässt und sie beginnen ein risikoreiches Spiel zwischen dem Nachgeben ihrer Sehnsucht aufeinander und sich dem gesellschaftlichen Druck ein „normales Leben“ zu führen zu beugen, was keine der beiden Existenzen auf lange Sicht gesehen standhält.

Als absolut herausragend gut habe ich die schauspielerische Leistung von Heath Ledger, Jake Gyllenhaal und Michelle Williams (Alma) empfunden. Die zahlreichen Auszeichnungen und diverse weitere Nominierungen für verschiedene Filmpreise sind absolut gerechtfertigt. Der sehr stille, bedächtige und ständig von Selbstzweifeln zerrissene Charakter des Ennis, wird von Ledger mit so einer derartigen Perfektion gespielt, dass man das überschwängliche Lob für den 2008 verstorbenen Schauspieler mehr als nachvollziehen kann. Jake Gyllenhaal setzt den Charakter des eher emotional impulsiven Jack ebenfalls mindestens genauso gekonnt um wie Michelle Williams ihren Part als Ennis wissende, aber über lange Zeit schweigende, Ehefrau Alma.
Ein großes Lob geht auch an die für die Location, Kameraführung und den Schnitt verantwortlichen Personen. Denn die atemberaubenden Bilder des Brokeback Mountain wurden erstklassig in Szene gesetzt.

Was mich persönlich am meisten Beeindruckt hat war die Art und Weise wie dem Zuschauer die Komplexität der Thematik nahegebracht wurde. Auch wenn man hier ein homosexuelles Pärchen in den Vordergrund stellt, kann man sicherlich auch viele Aspekte auf ein heterosexuelles Paar übertragen. Die Tatsache, dass sich hier zwei Männer lieben dient meiner Meinung nach nur als medialer Aufhänger. In Wahrheit geht es doch um die Frage in weit der gesellschaftliche Druck unser Handeln beeinflusst, wieso wir uns diesem beugen, obwohl es uns unglücklich macht und warum wir diesen für uns selbst und andere überhaupt erzeugen bzw. zulassen.
Deutlich wird dies in einigen Gesprächen zwischen Ennis und Jack, wo klar wird, dass das was sie beide haben (Ennis mit seiner ihn umsorgenden Ehefrau und den zwei Töchtern; Jack mit seiner wohlhabenden Frau Lureen [Anne Hathaway] und seinem Sohn) ihnen im Leben zwar eine gewisse Sicherheit gibt, aber keinesfalls das ist was sie sich wünschen. Beide wissen, dass sie in einer Scheinwelt leben und vor allem Ennis bringt in zwei Jahrzehnten nie ganz den Mut auf wirklich zu seinen wahren Gefühlen zu stehen, was Jack sichtlich psychisch belastet und damit endet, dass (ACHTUNG SPOILER!) Jack (vermutlich) von homophoben Personen, auf der Suche nach seinem Glück, todgeprügelt wird und Ennis ein einsames Dasein in einem Wohnwagen fristet, obwohl zumindest die Chance bestanden hätte, dass die beiden für eine längere Zeit glücklich miteinander hätten leben können.

Den Herren der Schöpfung sei an dieser Stelle noch gesagt, dass sich die Sexszenen zwischen den beiden Hauptprotagonisten in Grenzen halten. Nach meiner Erinnerung gibt es in dem ganzen Film genau vier Sexszenen, wovon drei zwischen Mann und Frau stattfinden und bei der einen, wo Ennis und Jack involviert sind, sieht man so gut wie gar nichts, da beide ihre Kleidung noch vollständig anhaben und lediglich deren Hosen in den Kniekehlen hängen. Eigentlich sieht man nur zwei Männer in Klamotten, die 4-5 Sekunden lang irgendwie aneinander rumwackeln und etwas stöhnen. Das sonstige Rumgeknutschte hält sich auch stark in Grenzen. Das toppt jeder „Standard-Hetero-Liebesfilm“ bei weitem. Einzig die emotionalen Gespräche der beiden Männer, muss man halt von einer gewissen Warte aus betrachten.

Fazit:
Ich persönlich habe selten einen so tiefgehenden Liebesfilm (wenn man so will: Romantik-Drama) wie „Brokeback Mountain“ gesehen und war doch beeindruckt von der emotionalen Vielfalt dieses Werks. Meine Empfehlung lautet: Auch wenn viele (besonders Männer) aufgrund der Thematik von diesem Film abraten; einfach ansehen und eine eigene Meinung bilden. Jeder der etwas über den Tellerrand blicken kann wird schon erkennen, dass es hier nicht nur um schwule Cowboys geht.
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am 6. März 2008
Interessant und schön, dass in der heutigen, hektischen Zeit, in der viele Filme wie zappende Schnittsequenzen wirken, so ein Film produziert wurde und auch noch so viele Menschen tief berührt hat !
Letztlich sind wir doch noch Gefühlswesen mit der großen Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit, aber auch nach der Freiheit, sein eigenes Leben selbstbestimmend in Einklang mit sich selbst gestalten zu können.

Die Enge und Zwänge, denen sich die beiden jungen Männer nicht entziehen können, weil sie es nicht anders gelernt haben, Träume und Sehnsüchte, die noch nicht einmal wirklich ausgesprochen werden....und letztlich die Resignation und tiefe Traurigkeit vor dem Leben, das am Ende in einer Katastrophe seinen Abschluss findet....das alles macht uns deshalb zutiefst betroffen und macht uns bewusst, worauf es wirklich im Leben ankommt.

Brokeback Mountain ist großes Kino über die grossen Themen des Lebens, dargestellt von großartigen Schauspielern und inszeniert von Ang Lee, dessen Präsenz uns wieder bestätigt, dass die grundlegenden Dinge des Lebens kulturübergreifend für alle Menschen Gültigkeit besitzen.
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am 19. März 2006
Selten hat mich ein Film so bewegt wie dieser. Hier geht es auch ganz und gar nicht um einen "Schwulenwestern" (blöder Titel!), sondern um zwei Menschen und eine tragische Liebesbeziehung. Endlich mal ein Liebesfilm ohne Kitsch, Pathos und für Erwachsene. Die beiden Hauptdarsteller brechen einem fast das Herz. Man (und frau) mache sich auf etwas gefasst, wenn man in diesen Film geht. Ich freue mich sehr über die drei Oscars für den Film und bin vor Freude fast vom Stuhl gekippt, dass der Film schon im April auf DVD erscheint.
Ansehen! Nie wieder vergessen! Vorurteile ablegen!
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am 26. April 2006
Dieser Film ist ein episches Meisterwerk über eine große Liebe, die wegen der damaligen Verhältnisse nicht möglich war auszuleben.

Es ist kein Film über schwule Cowboys, sondern einer über die wahre, die große Liebe, die zufällig zwei Männer getroffen hat, die sich über 20 Jahre hinzieht und letztlich niemanden glücklich macht.

Die Bilder des Films üben auf den Zuschauer eine ungeheure Kraft aus; verborgene Blicke, heimliche Umarmungen und Berührungen, in den bewegendsten Augenblicken versagt die Sprache und der Zuschauer wird, ob er will oder nicht, davon sehr berührt.Heath Ledger spielt den wortkargen, stoischen Ennis, der an der Liebe und der Welt scheitert-und das treibt einem die Tränen in die Augen. Jack wird von dem ebenfalls begabten Schauspieler Jake Gyllenhaal gespielt.

Für das ergreifende Ende genügt ein Objekt: ein blutiges Hemd im Wandschrank, dessen Anblick und Geruch ein ganzes verschwendetes Leben vorbeiziehen lassen.Wer da den Tränen nicht nahe ist, hat kein Herz!Ein grandioses Film, den man gesehen haben muss!
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am 1. Mai 2007
36 Rezensionen - man sollte meinen, dass ist mehr als ausreichend. Ja, im Prinzip ist es das auch. Vor allem, wo doch alles bereits so schön beschrieben wurde und m.E. auch die vereinzelte Kritik nicht ganz unberechtigt ist. Aber den perfekten Film gibt es halt nicht. Davon ist auch Brokeback Mountain nicht ausgenommen.

Dennoch, wenn ich für eventuell Unentschlossene ( so es sie denn noch geben sollte ) etwas beitragen kann, dann möchte ich es hiermit tun.

Ich bin bisher einfach nicht dazu gekommen mir den Film anzuschauen. Vielleicht ahnte ich auch schon, dass mich der Film tief berühren würde. Als selbst Homosexueller, ja auch nicht ganz unwahrscheinlich. Außerdem wurde ich vorgewarnt. Nun, gestern habe ich ihn mir angeschaut und anschließend, nach kurzer Verschnaufpause, gleich noch mal. Ergebnis: Erdenschwer und voller tiefer Wehmut ist das Herz. Bisher hat nur einmal ein Film es geschafft, ähnliche Emotionen in mir freizusetzen. Ich weiß deshalb schon, dass ich erstmal ein paar Tage wie benommen rumlaufen werde.

Zu den Schwächen: In dem Bemühen den Film möglichst von unnötigen Schwulst und verbalen Auswalzen der Thematik freizuhalten, ist Ang Lee m.E. doch etwas über das Ziel hinausgeschossen. Zwar hat der Film unbestreitbar seine Stärken in der Mimik, den Blicken, dem großartigen Spiel aller Schauspieler, und wie die Protagonisten des Films ihre innere Zerrissenheit und Verzweiflung glaubhaft Ausdruck verleihen. Aber dass in dem ganzen Film ( immerhin ja doch eine Liebesgeschichte ) nicht einmal von Jack oder Ennis der vielberühmte Satz: Ich liebe Dich", gesagt wird, wirkt doch irgendwie befremdend. Gerade in den wenigen Momenten, wo jeder mal seinen mentalen Zusammenbruch hat und alles rauskommt, vermisst man dies. Sicherlich, man weiß es ja auch so und Gestik und Mimik sprechen Bände und ohne Frage ist dieser kleine Satz ja kaum noch in Filmen von Bedeutung, weil er eben viel zu inflationär gebraucht wird. Aber bei Brokeback Mountain, mit seinem äußerst sparsamen Gebrauch von emotionalen Aussagen, würde dieser eine Satz ( beispielsweise von Ennis gesprochen ) Tonnen wiegen. Ein bisschen mehr emotionale Dialoge und Szenen zwischen den Beiden hätten nicht geschadet. Andere sehen dies wiederum als seine Stärke an.

Als weitere Schwäche empfand ich, dass es schon nach zwanzig Minuten Film, indem sich die beiden langsam näher kommen, zur ersten Sexszene ( dabei grob und rau ) kommt. Dies erscheint mir doch unpassend, zumal die Andeutungen sich bis dahin noch in sehr engen Grenzen halten. Vielleicht ist dies der ( einzige ) Moment wo man merkt, dass der Regisseur nicht homosexuell ist. Auch das Ende finde ich etwas irritierend. Was schwört Ennis seinem Jack? Gut, kann jeder nach seiner Facon interpretieren. Aber irgendwie lässt einen der Film dadurch total hängen, wo man eh schon mit dem Ende zu kämpfen hat.

Zu den Stärken: Eine äußerst sensible Liebesgeschichte zwischen zwei Männern, die nicht die üblichen Klischees bedienen. Ja, große Liebe ist eben auch zwischen Homosexuellen möglich und kommt auch ohne plakatives Getöse aus. Dafür ist man Ang Lee richtig dankbar, dass er dies in einem Film zeigt. Sie ist tragisch und tieftraurig, weil sie einerseits so unsagbar stark und tiefgehend ist ( so etwas kommt nur einmal im Leben vor und manche erfahren so etwas nie ) aber eben doch unerfüllt bleibt. Und wie es im Leben so ist, im Rückblick eröffnen sich einem die Irrwege, die Selbstüberschätzungen, die Zweifel über die getroffenen Entscheidungen und die Selbstvorwürfe die an einem nagen. Hier ist es Ennis del Mar, der sich lange der verzweifelten Illusion hingibt, alles kontrollieren und unter einen Hut bringen zu können. Er hat anfangs genug damit zu kämpfen, sich seine Liebe zu Jack einzugestehen. Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Und so gibt er sich und Jack keine Zukunft. Dass beide nicht zu den intellektuellsten gehören ( was keineswegs abwertend gemeint ist ) verstärkt noch den Effekt der völligen Überforderung mit der Situation. Mehr oder weniger hilflos lassen sich beide treiben. Ennis gibt sich redlich Mühe. Er heiratet früh und gründet eine Familie. Jack zaudert, heiratet dann zwar auch, aber man merkt, dass er doch mehr mechanisch" alles durchläuft. Er ist nie so richtig dabei. Ennis ist und bleibt für ihn der Dreh- und Angelpunkt und er ist es, der meiner Meinung nach noch mehr leidet als Ennis. Es ist eben so, wie es oft ist: der Eine liebt immer etwas mehr als der Andere. Und so ist es Jack, der sich nach vier Jahren wieder meldet...

Der Film berührt wohl deshalb auch so stark, weil er eben von den tiefen Sehnsüchten, von unerfüllter Liebe und Leidenschaft erzählt, von den Fragen, die sich wohl jeder Mensch ab einem gewissen Stadium stellt: wie wäre wohl der eigene Lebensweg verlaufen, hätte man in jener oder dieser Situation anders entschieden? Es ist zwar müßig darüber zu philosophieren, weil sich einem die wenigen entscheidenen Situationen, wo man seinem Leben vielleicht noch eine andere Richtung hätte geben können, erst im Rückblick erschließen. Und die Tragik ist, dass wir mit all unserer Weisheit und Erfahrung eigentlich nichts anfangen können. Es ist zu spät. Dieser Schmerz erfüllt einen mit tiefer Wehmut. Und so ergeht es Ennis endgültig, als er vom Tode Jacks erfährt. Es ist gut, dass Ang Lee diesen Prozess nicht zu sehr ausleuchtet, sonst würde man gar nicht mehr aus dem Heulen rauskommen.

Fazit: Ein äußerst bewegender, zu Herzen gehender und sehr zu empfehlender Film, für den man aber reif sein muss. Man muss nicht homosexuell sein. Aber ohne ein gewisses Maß eigenen Erlebens, was unerfüllte Leidenschaft und Liebe bedeutet, wird sich einem der Film, mit all seinen Nuancen wohl nicht erschließen und könnte den einen oder anderen doch enttäuschen.
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