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am 29. Juli 2007
Wichtiger Film! Sorgfältig recherchiert!

Hätte mir dennoch gewünscht, dieses brisante Thema wäre vom Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck
noch eindringlicher und intensiver angefasst worden. Keine falsche Rücksicht auf die Täter!
Ich habe selbst lange Jahre in einer totalitären "Demokratie-Diktatur"
gelebt. Das Misstrauen, die ständige Angst, die Willkür der Machthabenden, die all dies für ihre egoistischen Gelüste ausnutzen, lassen die Seele verkümmern.

Der Überwachungsalltag in der DDR, wie er in diesem Film am persönlichen Schicksal
weniger Künstler beleuchtet wird, war sicherlich noch viel depressiver,
als er in einem Film dargestellt werden kann, ohne der Zensur zum Opfer zu fallen.
Der Film deutet an, dass viele dieser Schergen sich nach der Wiedervereinigung
in Machtpositionen gehalten haben, oder heute in gewissen politischen Parteien ihr Unwesen treiben, - da wird mir ganz übel.

Der Hauptdarsteller Ulrich Mühe (leider letzte Woche verstorben) mimt den grauen, eisernen regimetreuen Ausführungsgehilfen staatlicher Unterdrückung,
und macht das sehr überzeugend, wenn auch das spätere Hervorbrechen des "Gutmenschen" einen Tick ins Klischee/Märchen abdriftet.

Sehr empfehlenswerter Film - mehr davon bitte!!!

Winzige Kritik: Die Filmmusik ist stellenweise zu laut, die Dialoge dagegen manchmal zu leise.
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am 24. Februar 2007
Fuer uns, die unter dem Kommunismus aufgewachsen sind, war dieser Film ein emotionales, bewegendes Erlebnis. Die Leiden unserer Eltern und Grosseltern hat Florian Henckel von Donnersmarck durch das Leben eines Schriftstellers and einer huebschen Schauspielerin vorgestellt. Die Ausfaelle des Systems haben begabte Kuenstler, die die DDR liebten und im Kommunismus glaubten, zu Dissidenten tranformiert. "Good Bye Lenin" war eine komische Darstellung der dunklen Seite Osteuropas; "Das Leben der Anderen" ist aber seroes, grausam, schrecklich... und leider wahrhaft.

Wir haben den Film im Kino gesehen (The Lives of Others auf Englisch) und werden unbedingt auch die DVD kaufen.
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am 21. April 2009
Ich habe diesen Film das erste Mal im Kino mit angeschaut, und ich habe noch nie so viele betroffen Leute um mich herum gesehen nach dem Abspann (Alter der Besucher ca. ab 30 Jahre). Ich finde diesen Film fantastisch - nicht nur aufgrund der großartigen Schauspieler und deren Leistung. Auch meine Tochter, die sich an die DDR nicht erinnern kann, damals war sie 2 Jahre alt, machte dieser Film betroffen.
Nicht nur durch die herausragende Leistung von U. Mühe ist dieser Film ein Muss, nicht nur für diejenigen, welche in der DDR aufgewachsen ist. Aber man sollte bei allem nicht vergessen, ist es heute anders?
Ich kann diesen Film nur empfehlen
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am 24. Februar 2007
Zum Film: er ist gut, sehr gut. Stasi-Kuenstler-DDR - wer hier Humor, Action oder Helden erwartet, ist falsch. Vergleichbar ist der Film am ehesten mit "Das Russlandhaus" (mit S. Connery). Eine von Anfang bis Ende spannende Geschichte/Handlung, sehr gute Darsteller bis in die Nebenrollen. Bildsprache und Ton sind optimal der Handlung angepasst, der Film kommt ohne hektische Schnitte und ueberhoehende Effekte aus. (An)Spannungen ergeben sich beim Zusehenden von selbst beim Bewusstwerden, dass das, was man sieht, tatsaechlich passiert (ist). Die vielschichtigen Charaktere werden in ihrer Tiefe ausgelotet und gespielt. Handlung, Bild und Ton geben dazu genug Zeit, bis auch der Zuschauer in die Angst, Kaelte, Resignation und Bitterkeit des "Existieren, Arrangieren, Funktionieren muessen" innerhalb eines derartigen gesellschaftlichen System's eintaucht.

Der Film und seine Handlung sind komplex, er erfordert (Mit)Denken auch ueber die dargestelten Charaktere hinaus - Was, Wie und Warum funktionierte es/man. Anhand einer exemplarisch konstruierten Beziehungssituation Kuenstler-Stasi-Gesellschaft werden diese Fragen und moegliche Antworten aufgezeigt, man darf (traurigerweise) von dieser grossen auf viele kleine Geschichten in der ehem. DDR schliessen. Geschehen, Personen und Kulisse sind sehr gut recherchiert, eine hohe Authentizitaet und Selbstidentifikation (zumindet fuer ehem. DDR-Buerger) wird dadurch erreicht.

Der Film macht betroffen, er geht an Grenzen, er polarisiert und er zwingt zur Auseinandersetzung (s.u.) mit sich selbst.

Was noch: Deutschland und die deutsche Geschichte brauchen diesen Film, um nach "Sonnenallee" und "Good bye Lenin" dem wahren Wesen und dem Geschichtsbild der DDR gerecht zu werden.

Die Handlung ist aufgrund der (sich wandelnden) Person des Stasi-Hauptmanns Wiesler nicht unbedingt repraesentativ, daher sei vor Verallgemeinerung auf Gesellschaft und Stasi der DDR gewarnt. Die Auswahl der handelnden Charaktere erlaubt es jedoch, die Komplexitaet und Vielschichtigkeit der "Beziehungen" zwischen Einzelperson, Stasi und Gesellschaft sichtbar und erlebbar zu machen (Wer den Durchschnitts-Stasi Mitarbeiter identifizieren will, sei im Film an den Mitarbeiter Wieslers, irgendeinen Oberfeldwebel XY... erinnert).

Der Film kommt ohne moralisch erhobenen Zeigefinger aus, das ist gut so. Damit wird er zum Ventil und zu einer Stimme fuer die immer noch vielen schweigenden/sprachlosen Opfer, Taeter und Jene, welche vielleicht wollten aber (noch) nicht konnten.

"Das Leben der Anderen" eroeffnet die Chance fuer eine zwingend notwendige gesellschaftliche Aussprache und Aufarbeitung eines Systems, welches eben auch Teil unserer gemeinsamen, deutschen Geschichte ist.

Danke an Regisseur und alle am Film Beteiligten.
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am 21. April 2007
Es gibt wohl so viele Perspektiven und Deutungsweisen dieses Films, dass es schwer ist eine Rezension über ihn zu verfassen, die sich auf diese wenigen Zeilen beschränkt.

Ich will hier nur eine Sichtweise herausgreifen, die mich bewegt hat. Gerd Wiesler und Georg Dreyman spiegeln den Idealismus gegenüber dem Sozialismus wider, wie auch immer angedacht unterstützt aber wie verwirklicht werden konnte. Beide tun dies auf ihre Weise. Gerd Wiesler indem er ein System stützt, das sich selbst nicht als Sozialismus kennt, und Georg Dreyman als "Ingenieur der Seele" (Zitat: Stalin). Beiden widerfährt etwas, das sie an dem System in dem sie leben zweifeln lässt - und beide üben daraufhin auf ihre Weise Kritik am System. Der Richtlinientreue tut es, indem er den Literaten nicht verrät, und der Literat tut es, indem er die Richtlinien verrät. Keinen von beiden fällt es leicht. Und eben das kontrastiert mit ihrer Umwelt und dem totalitäre Staat, in welchem sie leben (müssen).

Alles in allem aber ein Film, der erst richtig beginnt, wenn er vorbei ist. Nämlich mit dem Denken über ihn.
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am 27. Februar 2007
Nun ist es ja raus, dass er auch international gewürdigt wurde, dieser Film, der beweist, dass auch in einem System höriger Marionetten immer noch Schlupflöcher für eine eigene Meinung bleiben. Und vielleicht ist es auch mal gut, über den eigenen Tellerrand zu schauen, denn wie häufig sind wir davon überzeugt, selbst alles richtig zu machen.

Dieser Film ist äußerst spannend und er kann einem auch die Augen öffnen - was die Welt so betrifft, denn auch ein Einzelner kann mit Widerstand erfolgreich sein.
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am 23. November 2006
One of those movies that makes one forget about Hollywood!Just as "Der Untergang" was a WW2 masterpiece, so is this for the Cold War. Such movies got the huge potential to become worldwide hits and only Germans can make them authentic enough!

Thoroughly enjoyed it!
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TOP 1000 REZENSENTam 19. Juli 2015
Es gibt wohl kaum einen deutschen Film, der mehr Preise einsammeln konnte als Florian Henckel von Dommersmarks "Das Leben der Anderen", das Abhör-Vergangenheitsbewältigungsdrama über den Staatssicherheitsapparat der DDR. Angefangen mit dem deutschen Filmpreis 2006 in den Kategorien "Bester Spielfilm", Männliche Hauptrolle Ulrich Mühe, männliche Nebenrolle Ulrich Tukur, Beste Regie, bestes Drehbuch, beste Kamera und bestes Szenenbild setzte sich der Triumphzug international fort. Es konnten drei der begehrten europäischen Filmpreise gewonnen werden (bester Film, Hauptdarsteller, Drehbuch), obendrauf gabs auch noch den Oscar, den Cesar und den BAFTA Award als bester fremdsprachiger Film. Lediglich der Golden Globe Sieg blieb dem Film versagt, dort hatte Clint Eastwoods "Sends of Iwo Jima" die Nase interessanterweise vorn, obwohl dieser Antikriegsfilm aus Japanischer Sicht eine US-Produktion war.

Kaum ein anderer deutscher Film wurde aber auch in seiner Heimat so kritisiert wie "Das Leben der Anderen". Es fand eine Diskussion darüber statt, ob es wirklich sein darf, dass der Stasi-Hauptmamn Gerd Wiesler ((Kürzel HGW XX/7) die Seiten wechselt und am Ende viel zu positiv dargestellt wird - ein Schlag in das Gesicht der vielen tausend Opfer durch diesen brutalen Sicherheitsapparat des Arbeiter- und Bauernstaats.
Diese Diskussion ist wohl so ähnlich wie die Debatte darüber, ob man in einem Film auch "gute" Nazis darstellen darf - am ehesten entstammt diese Streitfrage aber dem Wunsch eines deutschen Publikums mit Sehnsucht nach dem üblichen Gut und Böse Schema und streng vorgegebenem Rollenverhalten. Realistische Zwischentöne im menschlichen Verhalten werden daher eher als irritierend angesehen, so auch das Verhalten des bösen Abhörspezialisten, der plötzlich aus ganz anderen Motivationen heraus, seine eigene Aufgabe sabotiert.

Ich finde aber nicht, dass der Mann - aufgrund einiger guten Seiten - so gut weg kommt, als dass er das Leid der Opfer ad absurdum führt. Ganz im Gegenteil, denn seine Rolle ist so tragisch angelegt, dass man von einer zerstörten Existenz reden kann, wenn man die Szene betrachtet, wo er nach der Wende von einem Auto heraus von Theaterschriftsteller Georg Dreymann (Sebastian Koch) beobachtet wird, wie er einsam und verlassen die Straße entlang läuft. Er blieb wie auch schon in der DDR ein einsamer Mensch, der sich nur über das "leben der Anderen" zu definieren weiß.
Er hat auch solange großen Spass an seiner Arbeit als Spitzel, bis er von einer größeren Emotion gepackt wird...der Stasi Hauptmann verliebt sich in die Schauspielerin Christa Maria Sieland (Martina Gedeck) und aus diesem Gefühl heraus agiert er plötzlich aus ganz egoistischen Beweggründen ganz anders, als er entdeckt, dass Dreyman mittels einer Schreibmaschine DDR-kritische Artikel für den westdeutschen Spiegel kauft und diese mit Kurieren in den Westen geschmuggelt werden. Er will die Frau retten, vielleicht in einer Illusion für sich selbst und am besten sieht man diese Erkenntnis in einer Szene, wo er seinen Schwarm in einer kleinen Kneipe um die Ecke trifft, sie dort anspricht und sie offen als große Schauspielerin anhimmelt, während im Hintergrund der größte Schlager der DDR "Wie ein Stern" von Frank Schöbel läuft.

Ein Song von einer überlebensgroßen Machart, passend zur Gefühlslage des vorherigen eiskalten und brutal agierende Rationalisten, der in einer der ersten Szenen als Dozent seine fiesen Mehoden zur Wahrheitsfindung gegen Regimegegner vor den Schülern anpreist. Sein Vorgesetzer Anton Grubitz (Ulrich Tukur) hält große Stücke auf seinen perfekt funktionierenden Mitarbeiter. Dadurch wird er auch mit dem Ausspionieren des Theaterschriftstellers Georg Dreyman beauftragt, er soll auf Wunsch des Kulturministers Bruno Hempf (Thomas Thiene) belastendes Material gegen Dreyman finden. Dieser ist zwar als labiler Lebemann bekannt, aber er hat eine weiße Weste und es gab bislang nicht den kleinsten Grund an seiner Regimetreue zu zweifeln.
Wiesler verwanzt nun mit einem Trupp der Stasi die Wohnung, in der Dreyman und seine Lebensgefährtin Christa Maria leben, und richtet auf dem Dachboden des Hauses eine Abhörstation ein. Der Einzelgänger Wiesler hegt aber immer mehr eine gewisse Faszination für das Leben des Mannes, den er zu beobachten hat. Dieser ist künsterisch kreativ, hat eine attraktive Geliebte und ist in seinem Metier äusserst erfolgreich. Alles Eigenschaften, die der farblose Voyeur niemals haben wird. Doch im Laufe der tragische wie dramatischen Geschichte wird er auch über sich selbst hinauswachsen. Ein gelunngener Spagat vom Bösen zum Guten zu überzuwechseln, die Akton bleibt geheim und nur sein wütender Chef weiß, dass Wiesler erfolgreich einen Staatsfeind gerettet hat. Er kann es aber nicht beweisen, weil er weiß, dass der kluge und besonnene Wiesler alle Beweise gekonnt vernichtet hat. Erst durch Zufall und durch die Unterlagen, die die Gauck-Behörde archiviert hat, kommt der inzwischen im Westen erfolgreiche Dreyman daninter, dass er lange Opfer der Abhör-Stasi war und dass er unter seinen Feinden einen Schutzengel hatte.
Lediglich die Widmung und der Dank an HGWXX/7 in seinem neuen Buch "Die Sonate vom Guten Menschen" mag vielleicht etwas zu dick aufgetragen sein., aber es unterstreicht noch einmal das Thema des Regisseurs, der bewusst eine Versöhnung zwischen Opfern und Tätern im Auge hatte. Für mich hat der Film vor allem mit Hauptdarsteller Ulirch Mühe und Nebendarsteller Ulrich Tukur zwei großartige Darstellerleistungen aufzuweisen, in seinen besten Momenten ist "Das Leben der Anderen" nahe dran an den Abhörthriller "Der Dialog" von Francis Ford Coppola heranzukommen - das gelingt in diesen Momenten, in denen die Einsamkeit und Verlorenheit des Progagonisten nur allzu deutlich wird.
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am 26. Januar 2013
Zum Glück steht es jedem frei seine Meinung zu äußern, dies war in der DDR nicht möglich.
Was jedoch an negativen Meinungen zu diesem Film abgegeben wird, verwundert mich schon. Oft wird die fehlende Authentizität angebracht... Ich kann nirgends erkennen, dass dieser Film eine Dokumentation sein soll. Es ist ein Film, basierend auf einem Drehbuch. Keine Biographie, keine umgesetzte Erzählung aus Erinnerungen! Warum erwarten dann diverse Kritiker ein genaues Abbild der Stasi-Methoden? Letztlich können doch nur von Willkür Betroffene oder aber Täter im Dienste der Stasi beurteilen, wie es wirklich war. Und selbst diese würden unterschiedlichste Tatsachenberichte liefern, wozu wieder gesagt werden würde, dass es so nicht war. Es wird also mithin nur die subjektive Sicht und Umsetzung des Autors/Regisseurs kritisiert.
Warum schreibt ihr Experten, die eh alles besser wissen, kein Buch und dreht dazu einen Film nach eurer Vorlage? Habt ihr Angst, dass es nicht authentisch sein könnte? Oder Angst vor negativer Kritik? Warum fällt es einigen Menschen so schwer eine gute Leistung anzuerkennen?

Der Film selbst wurde ausreichend rezensiert, zumeist sehr positiv. Dem schliesse ich mich ausdrücklich an. Vermag es der Film doch die Ängste, denen sich jegliche regimekritische Staatsbürger der DDR (nicht nur Künstler) fürchten mussten, abzubilden. Die Ausweglosigkeit, die Tristesse des Alltags, die Gefahr der Meinungsäusserung, die Willkür der Machthabenden und derer Handlanger, etc. Wie gesagt, das ist meine subjektive Meinung. Und darum geht es doch: eine fesselnde Geschichte zu erzählen, die den Zuschauer in den Bann zieht und zum Nachdenken anstößt. Und dies ist gelungen, auch bei den Kritikern mit negativer Einstellung dem Film gegenüber. Ansonsten hätten sie nicht ein Wort über den Film verloren. Somit hat der Autor/Regisseur sein Ziel erreicht: sein Werk ist in vieler Munde und die Menschen beschäftigen sich damit.

Schaut euch den Film an!
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am 22. September 2008
Man kennt das Szenario aus dem Naturfilm:
Wir bekommen zunächst die Stärke und Grausamkeit der Raubtiere vorgeführt. Sie sind dabei, die Überreste ihres letzten Opfers zu zerreißen und gehen untereinander nicht gerade sanft miteinander um. Dann Schnitt zu den noch unbekümmert weidenden oder badenden Beutetieren. Sie sind schön anzusehen, tollen herum und liebkosen sich. Vor allen Dingen aber sind sie ahnungslos, während wir Zuschauer die Bedrohung in ihrer Übermacht und unaufhaltsamen Konsequenz bereits vor Augen haben.
Die Spannung steigert sich durch ein dramatisches Wechselspiel. Aufnahmen aus der Jägerperspektive (versteckt hinter hohem Gras oder aus der Luft), Schleichen, Lauern. Dann wieder die weidenden Tiere, die je nach Windlage die Jäger erschnuppern oder aber sich in ihrer Ahnungslosigkeit geradewegs auf die Gefahr hin zu bewegen. Irgendwann gehen die Raubtiere zum offenen Angriff über. Eine Gegenwehr scheint für die Beute fast aussichtslos und die Flucht mindestens ebenso gefährlich.

Diese archetypische Situation vom unschuldig Gejagten findet sich ebenso in unzähligen Spielfilmen besonders im Genre der Politthriller wieder. Zu diesen kann man den deutschen Film Das Leben der Anderen zählen, auch wenn dessen Handlung stärker als genreüblich einer historischen Wirklichkeit verpflichtet ist. Im Unterschied zu beispielsweise den Verfilmungen von John Grishams Romanen Die Firma oder Das Kartell oder auch anders als bei den Klassiker des Genres Drei Tage des Condors oder Hitchcocks North by Northwest geht es in Das Leben der Anderen nicht um den erwähnten Angriff und die folgende Jagd. Gezeigt und untersucht wird dagegen das vorhergehende Lauern, in diesem Fall die Überwachung durch die Staatssicherheit der DDR. Dabei sind wir nicht allwissender Zuschauer sondern gezwungen, selber sehr genau hinsehen. Das Gesicht des 'Raubtiers', Ulrich Mühe als Stasi-Hauptmann Wiesler, verrät nichts außer einer fortwährenden Anspannung. Nur nach und nach erhaschen wir winzige Gefühlsregungen. Wir werden so Zeuge einer, im Tierreich undenkbaren (und vermutlich auch bei den Menschen seltenen) Entwicklung: Angesichts des Zynismus seiner Vorgesetzten versteht der idealistische Stasi-Mönch, dass seine Jagd nicht den Idealen des Sozialismus dient sondern persönlichem Lust- und Machtgewinn.

Unter dem zunehmenden Druck der Stasi verändert sich parallel zu Wieslers allmählicher Wandlung auch das Verhalten der 'Beutetiere'. Der Berliner Kreis von Künstlern und Intellektuellen um den Dramatiker Georg Dreymann (Sebastian Koch) scheint sich zwischen harmlosen Provokationen und Auftragskunst mit den Machthabern eingerichtet zu haben. Jedoch schon bald wird die aufgesetzte Ausgelassenheit gestört. Dreymanns Frau, die, von Psychopharmaka abhängige, schöne Schauspielerin Christa-Maria (Martina Gedeck) droht der verführerischen Macht des Alpharaubtiers, Minister Hempf (Thomas Thieme) zu erliegen. Der Theaterregisseur Jerska (Volkmar Kleinert) leidet unter Arbeitsverbot und Zensur und begeht Selbstmord. Theaterschriftsteller Dreymann selber scheint Wieslers unermüdlicher Bespitzelung zunächst überhaupt nicht würdig. Er wirkt angepasst und eitel. Erst unter dem Eindruck von Jerskas Freitod und der Zwangslage seiner Frau erwacht seine Zivilcourage, die wiederum Wiesler dazu zwingt zu entscheiden, zu wessen Gunsten er von seinem Beobachtungsposten aus zuschlagen soll.

Die Gegensätzlichkeit des Künstlers Dreymann und des bürokratischen Spitzels Wiesler gibt den Schlüssel zu einer weiterführenden Interpretation des Films. Es geht vor dem Hintergrund der historischen DDR-Wirklichkeit um die gesellschaftliche Aufgabe der Kunst und die persönlichen Anforderungen an den Künstler. Die fleißigen Beobachtungen von Wiesler, das verständnisvolle Mitleid von Dreymann und der Mut der beiden sind die drei Säulen einer freiheitlichen Kunst zu der man Das Leben der Anderen mit gutem Grund zählen kann. Neben einer genauen Rekonstruktion des perfiden Machtmissbrauchs in der ehemaligen DDR ermöglicht Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck uns das Privileg, mitzufühlen mit ihren Bewohnern. Die andauernde Anspannung, besagtes permanentes Belauern, bringt der Film in seiner stimmungsreichen Inszenierung gekonnt zum Ausdruck.
Die Geschichte der DDR links liegen zu lassen (Doppeldeutigkeit gewollt), wird für Wessis und Ossis, dem Film sei dank, immer schwieriger.
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