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77 von 86 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiger Film
Bei so vielen bisherigen Rezensionen macht es für mich nur noch Sinn, ein kurzes Statement abzugeben, wie ich den Film empfunden habe. Ich möchte vorweg schicken, dass ich deutschen Filmen grundsätzlich skeptisch gegenüberstehe. Ich kann mir nicht helfen, aber ich mag die allermeisten einfach nicht: einfältige, von Blockbustern billig abgekupferte...
Veröffentlicht am 8. Mai 2008 von Kilian Braun

versus
16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein fantastischer Film - ABER
Eines vorweg: Dieser Film verdient für sich die volle Punktzahl und gehört zu den besten Streifen aus Deutschland, die es je gegeben hat!
Es stellt sich sicherlich nicht nur mir, sondern auch vielen anderen die Frage, ob man sich den einen oder anderen Film, welchen man bereits auf DVD besitzt, nun auch auf Blu Ray Disc kauft! Im Fall des Filmes "Das Leben...
Veröffentlicht am 13. März 2008 von Timo Reisinger


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77 von 86 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartiger Film, 8. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Das Leben der Anderen (DVD)
Bei so vielen bisherigen Rezensionen macht es für mich nur noch Sinn, ein kurzes Statement abzugeben, wie ich den Film empfunden habe. Ich möchte vorweg schicken, dass ich deutschen Filmen grundsätzlich skeptisch gegenüberstehe. Ich kann mir nicht helfen, aber ich mag die allermeisten einfach nicht: einfältige, von Blockbustern billig abgekupferte Drehbücher, langweilige Inszenierung - all das schreckt mich meist sofort ab. Aber ich lasse mich gern eines Besseren belehren und bin von "Das Leben der Anderen" unglaublich überrascht.

Für mich ist "Das Leben der Anderen" einer der besten deutschen Filme, die ich je gesehen habe. Ich bin kein DDR-Stasi-Geschichts-Experte und kann daher nicht beurteilen, ob die Darstellung der Stasi etc. gut, schlecht, kitschig, falsch oder richtig ist. Ich bin so ziemlich neutral an den Film herangegangen und das war genau richtig. Mit bestem Feingefühl inszeniert und produziert fängt der Film die Tätigkeiten der Stasi ein. Die Kameraführung, Schnitt sowie Farbkontraste und musikalische Untermalung (alles Dinge, die ich sonst bei den meisten deutschen Produktionen denkbar schlecht finde) sind hier hervorragend. Da wurde alles richtig gemacht, ohne aus dem Film einen Hollywood-Thriller zu machen. Nein, man bleibt auf dem Boden der Tatsachen und könnte glatt denken, der Film basiere auf wahren Begebenheiten. Schauspielerisch kann man hier ebenfalls nur loben. Jeder spielt mit absoluter Glaubwürdigkeit und Intensität seine Rolle. Am besten hat mir Ulrich Mühe gefallen, der von der Ausstrahlung her an Kevin Spacey erinnert.

"Das Leben der Anderen" ist ein erstklassiger Film, der zum Nachdenken und Diskutieren anregt. Selbsternannte Geschichts-Experten werden mit Sicherheit an einigen Dingen etwas auszusetzen haben, aber das ist bei jedem Historien-Film der Fall. Ich als Laie wurde bestens unterhalten, auch wenn die Stimmung des Films (gewollt) über die volle Länge beklemmend war. Anfangs habe ich noch aufgrund der Länge eine gewisse Langatmigkeit befürchtet, doch "Das Leben der Anderen" bleibt spannend bis zum schönen, stimmungsvollen Schluss. Ich würde mir noch viel mehr solcher hochwertigen deutschen Produktionen wünschen!
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der besten deutschen Filme der letzten Jahre!, 30. Mai 2007
Das Leben der Anderen von Florian Henckel von Donnersmarck ist definitiv ein Film, der sich nicht allzu leicht beschreiben lässt. Die Meinungen gehen extrem auseinander und für gewöhnlich sorgen sehr kontroverse Filme für eine solche Polarisation. Das Leben der Anderen ist kaum kontrovers und noch dazu hat es eine FSK 12 Freigabe. Es würde auch nichts bringen den Film nachzuerzählen, da auf wikipedia.de eine herausragend gute Zusammenfassung enthalten ist.

Manch einer sagt sogar, dass dieser Film mit einem Mitleidsoskar prämiert wurde (Das war dieses Jahr eindeutig bei Scorsese der Fall). Solch einer Argumentation kann ich angesichts der Qualität jedoch ganz und gar nicht folgen. Es gehört eben nicht wenig Einfühlungsvermögen dazu, als Betrachter, über die volle Distanz zu gehen und das noch dazu in einem Film, der mehr als ein Drittel seiner Handlung (immerhin satte 133 Minuten) aus dem Off spielt - typisch z.B. bei all den Abhörszenen, bei denen der Zuschauer nur den Mann von der Staatssicherheit sieht und anhand von seiner Mimik und Gestik Rückschlüsse auf die Brisanz der Handlung schließen kann. Bei einer solchen handwerklichen Betätigung läuft Florian Henckel von Donnersmarck natürlich Gefahr, einige Zuschauer zu verlieren, die sich eigentlich einen guten Agentenfilm erwartet hatten. Meiner Ansicht nach sind solch Leute nur unnötiger Ballast und es reicht vollkommen, wenn sich nur jene verschworene Randsparte der Cineasten mit diesem Werk beschäftigt, die auch die historische Feinfühligkeit und aktuelle Brisanz dieses Werkes (angesichts des so genannten gläsernen Menschen) zu verstehen weiß. Natürlich ist es nicht leicht eine derart spröde Materie filmisch umzusetzen, aber immerhin hat sich einmal ein deutscher Regisseur getraut, eine filmische Materie aufzugreifen, die nicht dem Geschmack des Mainstreams entspricht und trotzdem qualitativ hochwertig ist. Solche Produktionen sind heutzutage sehr selten geworden.

Fazit:

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Wahrscheinlich handelt es sich bei diesem Film um eine der besten deutschen Produktionen der letzten zehn Jahre. Über die volle Distanz wirken sowohl die Schauspieler, als auch die Regiearbeit, der Schnitt, die Vertonung, die Handlung und Glaubwürdigkeit der Protagonisten sehr homogen und dadurch auch auf einem sehr hohen Nivea. Nicht umsonst wurde dieses Werk mit einem Oskar prämiert, der ausnahmsweise auch wirklich ein Qualitätssiegel darstellt. Ein wunderschöner Film, über das, was den Menschen auszeichnet - die Fähigkeit sich in sein Gegenüber hineinzuversetzen und gleichzeitig auch ein Appell an die Tatsache, dass sich Menschen ändern können. Die Sonate vom guten Menschen eben. Absolute Kaufempfehlung!
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58 von 66 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stasi-Dämmerung, 22. Juli 2006
Von 
Helga Kurz "Helga Kurz" (Stuttgart) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Leben der Anderen (DVD)
Noch fünf Jahre bis zum Mauerfall. Mit immer dichterer, grausamerer Überwachung seiner Bürger sichert die Stasi ihre Macht. Eine graue Parallelwelt in der grauen, buntgetupften DDR-Welt.

Zwei Farbtupfer sind der smarte Theatermensch Georg Dreymann (Sebastian Koch) und seine schöne Lebensgefährtin, die Theaterschauspielerin Christa Sieland (Martina Gedeck), die für die Verhältnisse in der DDR ein recht unkonventionelles Künstlerleben führen. Natürlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie ins Visier der Stasi geraten, egal wie sie sich nach außen zeigen. Als die Überwachung beginnt, hat das Leben der beiden ohnehin schon Risse. Dreymann leidet mit einem alten Freund wegen dessen Berufsverbots; die Schauspielerin benötigt Tabletten gegen die Traurigkeit, den Ekel, die Scham und die Wut. Sie geht bereits sehr weit, um die Arbeit ihres Mannes zu schützen. In einem totalitären Staat gibt es keinen realen Winkel, in dem man einfach für immer verschwinden kann. Es sei denn, man zieht den Tod in Betracht.

Hauptverantwortlich für die Überwachung des Paares ist der linientreue, bis ins Mark korrekte Stasihauptmann Gerd Wiesler
(Ulrich Mühe), der ein farbloses, nahezu steriles Leben führt.
Immer tiefer dringt er in die Privatsphäre der beiden ein und ist fasziniert von "dem Leben der Anderen". Mit der Zeit verliebt er sich nicht nur in die Schauspielerin, sondern auch in die Art der Lebensführung der Überwachten. Er entwickelt Gefühle, die ihn dazu bewegen, die Beobachter- und Lauscherrolle zu verlassen und dem bedrängten Paar zur helfen. Das hat seine Degradierung zur Folge. Fortan wird er im Keller über einem Dampfautomaten sitzen und Briefe öffnen, in denen andere herumschnüffeln werden.(Ich glaube an den Dampfautomaten. Seit ich 2004 die gruselige, schäbige Ausstellung über die Stasi in Berlin besucht habe, in der sogar Friedhofsgießkannen mit eingebauter Kamera gezeigt wurden, mit deren Hilfe an Feiertagen Einheimische und Westbesucher an den Gräbern gemeinsamer Toten ausspioniert wurden, halte ich diesbezüglich alles für möglich!) Wiesler wird nicht mehr auf die Beine kommen. Nach der Wende trägt er Werbeblättchen aus. Auf sehr korrekte Art und Weise. Die Schauspielerin wird den Mauerfall nicht mehr erleben. Der Dramaturg wird das ganze Ausmaß seiner Überwachung (mit der er nie gerechnet hatte!?) aus einem Berg von Akten erfahren. Er wird auch erfahren, wer der Mann war, der ihn vor der Verhaftung und Schlimmeren bewahrt hat. Das Ende des Filmes ist gemessen an der ernsten Thematik rührselig. Ein Happyend? Ich wünsche mir sehr, dass es wirklich solche Menschen bei der Stasi gab. Menschen, die nicht robotergleich ihre Befehle befolgten. Ist dieser Wunsch naiv? Gleichzeitig wirft der Film für mich drängend die Frage auf, wie ich wohl gelebt hätte, damals in der DDR. Wer wäre ich gewesen? Hätte ich zu den "Guten" gehört, zu den "Schlechten" oder zu dem Heer der "Wegseher", die immer wieder, egal in welchem Land, in welcher Situation, monströse Auswüchse überhaupt erst ermöglichen? Es geht in diesem Film nur vordergründig um die Stasi; grundsätzlich handelt er von der Verlorenheit des Individuums in totalitären Systemen.

Ein eindrückliches, gut recherchiertes und beklemmendes Drama. Nachdem ich den Film gesehen hatte, musste ich erst einmal tief durchatmen. Wie wohltuend ist es, in einer Demokratie zu leben, diesen Film selbstverständlich sehen zu können und danach über die hervorragenden Schauspieler, über die Moral des Filmes usw. bei einem Glas Bier mit Freunden diskutieren zu können, ohne argwöhnisch auf die Leute an den Nachbartischen blicken zu müssen. Dafür bin ich uneingeschränkt dankbar.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannendes Thema, schwierige Umsetzung, 15. Juli 2008
Von 
RockBrasiliano (Costa Banana) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Das Leben der Anderen (DVD)
Sicher, der Film ist spannend, mit einer interessanten Thematik und auch gut gemacht, die Schauspieler sind sehr überzeugend, aber man muss sehen, dass die Realität vielleicht doch eine andere gewesen ist. Ulrich Mühe spielt eine herausragende Figur, deren Geschichte deshalb so interessant ist, weil sie etwas Besonderes darstellt, was es vielleicht so nicht gegeben hat. Der Stasi-Mann deckt den Belauschten und bekommt selbst Repressalien zu spüren. Ja, die wichtigen Aspekte werden hier auch zugunsten einer Agenten-Story mit Wanzen und Abhöranlagen auf dem Dachboden etwas vernachlässigt, meistens lief die Überwachung ja eher über Freunde und Verwandte oder am Arbeitsplatz, was die Sache natürlich schwieriger macht, da gut und böse, wie so oft im Leben, nicht mehr so leicht auseinanderzuhalten sind. Naja, ein Film soll eine gute Story erzählen und das ist gegeben. Zwei Sachen haben mich doch etwas gestört und zwar erinnern die Bonzen, in diesem Film eher an Nazi-Typen (Goldfasane) in Filmen über die NS-Zeit, wo vielleicht doch von der persönlichen Art her, ein Unterschied bestehen könnte zu den DDR-Machteliten, zweitens haben sich echte Sozialisten eigentlich immer geduzt, oder? Naja, ich möchte den Film trotzdem als gut gemachte spannende Unterhaltung mit Geschichtsbezug empfehlen, aber man sollte sich, wenn einen das Thema interessiert auch aus anderen Quellen informieren.
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30 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bleibt im Gedächtnis, 4. Oktober 2008
Rezension bezieht sich auf: Das Leben der Anderen (DVD)
Wer den Staat DDR kennen gelernt hat, mit all seinen Vor- und Nachteilen, der wird zugeben, dass dieser Film sehr, wirklich sehr realistisch ist. Zwar spielt er in der intellektuellen Szene, die sicher nicht Jeder kannte, doch wird die Arbeit bzw. das Wirken der Stasi präzise und beeindruckend dargestellt.

Dieser Film ist ein leises, eindringliches und nachhaltig wirkendes Werk, in welchem die Schauspieler ihr Können unter Beweis stellen. Allen voran Ullrich Mühe. Durch den sparsamen Umgang mit Gestik und Mimik wirkt sein Spiel umso intensiver und bedrückender. Ein großartiger Schauspieler, der leider viel zu früh verstorben ist.
Mir persönlich ging die letzte Szene inklusive der letzte Satz sehr nahe - sie runden den Inhalt eindrucksvoll ab.

Was mich allerdings an diesem Film stört, dass bei den Hauptdarstellern, bis auf Mühe, alle durch die Bank westdt. Darsteller sind - hier fehlen eindeutig die ostdt. Darsteller, die dem Film wesentlich mehr Authentizität verliehen hätten.

Fazit: Prädikat besonders wertvoll - absolut empfehlenswert!
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es lebe das Mikrophon: Gelungenes Debüt zum Stasiapparat in der DDR., 9. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Das Leben der Anderen (DVD)
Bis vor kurzem herrschte noch eine „Ostalgie“-Welle im Kino und im bundesdeutschen Privatfernsehen. Da durften Kati Witt und Henry Maske von den „guten alten Tagen“ in vorab gedrehten Studioshows schwärmen und sich beweihräuchern lassen. Wem das noch nicht peinlich genug war, der konnte sich in den heimischen Kinosälen die Militärposse NVA zu Gemüte führen. Wie niveauvoll waren da doch Sonnenallee und Good bye Lenin. Bei beiden Filmen konnte der Zuschauer herrlich über die DDR und ihre Bewohner lachen. Doch Das Leben der anderen begibt sich auf gänzlich andere Pfade und zeigt uns zum ersten Mal auch die düstren Seiten des Überwachungsstaates.

Ostberlin, 1985, Uraufführung eines neuen Stückes von Theaterautor Georg Dreymann (Sebastian Koch). Seine Lebensgefährtin Christa-Maria Sieland (Martina Gedeck) spielt die Hauptrolle. Im Publikum sitzen auch drei Herren, die nicht wegen des künstlerischen Anspruchs die Aufführung besuchen, sondern eher an ihrer politischen Korrektheit interessiert sind: Stasi-Hauptmann Wiesler (Ulrich Mühe), sein Freund und Vorgesetzter Grubitz (Ulrich Tukur) und Minister Hempf (Thomas Thieme). Alles - das Stück, der Autor, seine Hauptdarstellerin - alles scheint perfekt. Da wird man misstrauisch und kurzerhand übernimmt Wiesler den OV, den „operativen Vorgang“. Das heißt im Klartext: Dreymanns Wohnung wird in seiner Abwesenheit verwanzt und verkabelt. Auf dem Dachboden des Mietshauses richtet sich der Spitzel seine Zentrale mit allem nötigen technischen Equipment ein. Doch schon bald kristallisiert sich heraus, dass Dreymann auch hinter verschlossenen Türen das System verteidigt und der Hintergrund für diese Abhöraktion ein ganz anderer ist, als Wiesler vermutet hat. Ihm wird klar, dass es hier nicht um die Sicherheit des Staates geht, sondern viel mehr darum, das Bett des Ministers warm zu halten und seinem Kollegen Grubitz etwas zu liefern womit er den Minister in der Hand hätte.

Die Handlung nimmt plötzlich Fahrt auf, als ein guter Freund Dreymanns, seines Zeichens ebenfalls Autor, nach 7 Jahren Berufsverbot keinen anderen Ausweg mehr als den Suizid sieht. Aufgerüttelt durch dieses Ereignis und die Art und Weise wie das System damit umgeht, beginnt Dreymann damit, einiges in seinem Leben zu hinterfragen. Fasziniert beobachtet die graue Maus auf dem Dachboden, was die Laborratte unter ihm tut. Spätestens jetzt muss sich Wiesler entscheiden, auf welcher Seite er steht; melden oder vertuschen?

Das Leben der anderen ist das gut vorbereitete Debüt von Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck, der sich für das Recherchieren des Drehbuchs sehr viel Zeit genommen hat. Zwischen der ersten Idee und der Realisierung liegen 7 Jahre. Der ungewöhnlich hohe Aufwand für das Drehbuch hat sich gelohnt. Keine Szene fehlt, um die Kontrolle durch den Staat zu vergegenwärtigen, keine Szene ist unnötig, um die Handlung voranzutreiben. Bei diesem Skript stimmt einfach alles. Der Absolvent der Münchner Filmhochschule geht mit viel Feingefühl und Geduld an seine Figuren. Diese Geduld ist zwar nötig, könnte aber für so manchen Kinogast das erste Drittel des Films etwas langatmig erscheinen lassen. Ist der erste Scheitelpunkt allerdings erst einmal erreicht, lässt einen der Film nicht mehr los und man leidet förmlich mit. Bei einem solch schweren Thema hätte ein Film auch schnell aufs Glatteis geraten können aber die dramatische Entwicklung der verschiedenen Charaktere ist spannend und glaubwürdig gestaltet.

Mit jedem Tag, den der parteigetreue Wiesler seine Augen und Ohren an das Künstlerpaar heftet, taucht er immer tiefer „in das Leben der anderen“ ein. Er sitzt allein in einem kargen Raum auf dem Dachboden, nur umgeben von seinen Geräten. Seine beiden wichtigsten Instrumente sind seine Kopfhörer und die Schreibmaschine, auf der er die Berichte verfasst. Es sind Banalitäten, die er notiert als wären sie wichtige Ereignisse, die entscheidend für die Staatssicherheit sein könnten. Doch selbst das, was der normale Mensch als banal empfindet ist immer noch deutlich mehr, als der gewissenhafte Stasimitarbeiter in seinem eigenen tristen Dasein erlebt.

Die Besetzung, die für den Film eines Regie-Neulings erstaunlich prominent ausfällt, war ein Glücksgriff. Sogar die Nebendarsteller können dank des durchdachten Drehbuchs einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Besonders hervorzuheben ist jedoch die Leistung von Ulrich Mühe. Pikanterweise hatte er selbst schon eigene Erfahrung mit der Stasi. Allerdings war er damals derjenige der abgehört wurde; vermutlich sogar von der eigenen Ehefrau.

Die Ästhetik des Films besticht immer wieder durch die zwei verschiedenen Welten, in denen das Lauschopfer und sein Spitzel leben. Dreymann feiert in seiner schmucken Altbauwohnung eine Geburtstagsfeier mit (meist) gutgelaunten Gästen. Später fährt Wiesler nachts durch die ausgestorbene Stadt und schließt die Tür zu seiner spartanisch eingerichteten Wohnung auf, in der niemand auf seine Heimkehr wartet.

Immer wieder wartet der Film mit scheinbar unwichtigen Details auf, die verdeutlichen, wie viel Mühe investiert wurde. Man muss einfach schmunzeln wenn ein kleiner Junge zu Wiesler in den Fahrstuhl steigt und ihn fragt: „Arbeitest du wirklich bei der Stasi?“. Besonders die letzten Minuten haben es in sich. Das Ende, das die Figuren in der Gegenwart zeigt, schafft den Spagat, emotional zu sein ohne aber dabei ins kitschige abzurutschen.

Fazit:

Alle nachfolgenden Filme zum Thema Stasi wird man an Das Leben der anderen messen müssen. Wer die nötige Geduld und Muse mitbringt erhält eine vorbildliche Geschichtsstunde zur jüngeren deutschen Geschichte und wird zum Schluss hin sogar mit einem Thriller belohnt.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr ansehenswert, 9. Oktober 2007
Von 
Tom Kadi (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: The Lives of Others [UK Import] (DVD)
An sich ein ganz herkömmlich gemachter Film - ein Kammerspiel, an nur wenigen Schauplätzen (eine Wohnung, ein Theater, das Stasizentrum) gedreht. Warum er so gut ist:
a) ein hervorragendes Drehbuch - das mit einer genialen Idee arbeitet: Der Stasi-Offizier beginnt sich in den von ihm zu überwachenden Schriftsteller zu "verlieben" und zwar, weil er ihn rund um die Uhr belauscht und dabei immer mehr über ihn erfährt. Das führt einerseits zu einer völlig unrealistischen, fast märchenhaften Geschichte, macht so die Sache aber spannend, weil es eine bei diesem Thema sehr naheliegende schablonenhafte Aufteilung zwischen gut und böse durchbricht.
b) brilliante Schauspieler, die dieses Drehbuch wirklich mit Leben füllen, insbesondere Ulrich Mühe als Stasi-Offizier, Sebastian Koch als der Schriftsteller, Martina Gedeck als dessen Freundin und Ulrich Tukur als der richtig böse Stasi-Vorgesetzte. Ohne diese überragenden schauspielerischen Leistungen hätte nur ein achtbarer, aber recht konventioneller Film vorgelegen. Insofern war es wirklich schäbig, dass der Regisseur zur Oscar Verleihung nicht die Hauptdarstellerin Martina Gedeck sondern seine Ehefrau mitgenommen hat. Gleichwohl ansehen, ansehen. Wer danach immer noch jammert, dass die DDR nicht mehr besteht, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen!
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23 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unerwartet gut!, 25. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Das Leben der Anderen (DVD)
Mit viel Skepsis ging ich in diesen Film, was mir es wohl leichter machte diesen Film wirklich objektiv zu bewerten, denn meistens wartet man dann auf Dinge die negativ zu bewerten wären und sieht den Film mit einer anderen Intensität. Jedoch blieben diese negativen Aspekte aus und der Film überzeugte vollkommen - von der Thematik, dem Realismus und auch von der Leistung der Schauspieler.

Insbesondere die Figur des Stasihauptmann Gerd Wiesler (Ulrich Mühe) überzeugte und brachte diesem Film eine emotionelle Tiefe, die Ihresgleichen sucht.Die Figuren Regisseur Georg Dreymann (Sebastian Koch) und seine schöne Lebensgefährtin, die Theaterschauspielerin Christa Sieland (Martina Gedeck) machen diesen Film eindrücklich und erheben ihn zu einem Drama um Politik, Intrigen und Liebe ersten Grades!

Ein Film den es lohnt zu schauen - und das nicht nur einmal !

Das Thema DDR und Stasi wurden realistisch und anschaulich - aber auch beklemmend - dargestellt. Damit hebt sich dieser Film aus der Masse hervor !
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeit für die bittere Wahrheit, 3. Oktober 2008
Von 
Daggi - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das Leben der Anderen (DVD)
Die crème de la crème des deutschen Films ist hier versammelt: Ulrich Tukur als selbstherrlicher Stasioberleutnant, Sebastian Koch als findiger, sensibler Autor Dreyman, Martina Gedeck als verehrungswürdige, zwiegespaltene DDR-Theater-Diva, Thomas Thieme als widerlicher Minister Bruno Hempf und allen voran der letztes Jahr verstorbene Ulrich Mühe als gewissenhafter Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler. Schauspielkunst vom Feinsten!
Sehe, dass der Film hier durchaus kontrovers besprochen wird. Den einen ist er zu unglaubwürdig und schmalzig, den anderen zu langatmig. Die aller-allermeisten aber finden ihn sehr gut. Mir geht es ebenso. Der Film hat mich von der ersten Minute an gefesselt; ich fand keine Sequenz zu viel und keine Szene überflüssig. Durch einfachste filmische Mittel wird hier eine latente, anhaltende Spannung erzeugt. Der lange Lulatsch von Donnersmarck hat mit seinem Filmdebut auch m.E. ein wichtiges Dokument deutscher Zeitgeschichte geschaffen.

Gerd Wiesler (gespielt von Ulrich Mühe) ist kein Rebell. Er ist ein einfacher, absolut linientreuer DDR-Staatsdiener, der seine Arbeit erledigt. Er tut sie gründlich, gewissenhaft und beharrlich. Durch die Abhörung des Autors Dreyman und der Schauspielerin Sieland kommt er den beiden aber ein Stück nahe. Er lernt diese Menschen in ihrem intimsten Umfeld kennen, weiß um ihre Ängste, Nöte, Sorgen und um ihre Vorlieben. Letzendlich hilft er beiden aus einer großen Patsche. Warum soll es in der DDR nicht auch Stasi-Mitarbeiter gegeben haben, die ihrem Gewissen treugeblieben sind, und die noch selbst zwischen Recht und Unrecht unterscheiden konnten?

Christa Maria Sieland, die DDR-Diva, befindet sich in einer schlimmen Zwickmühle, an der sie fast zerbricht. Diese Zweigespaltenheit und diesen inneren Kampf hat Martina Gedeck sehr gut auf die Leinwand gebracht. Wie soll sich eine Frau verhalten, wenn sie auf dermaßen perfide Art und Weise unter Druck gesetzt wird? Soll sie ihren geliebten Beruf opfern? Soll sie alles tun für ihren Geliebten? Das ist eine schwierige Frage. Sich selbst treu bleiben, das konnten in der DDR wohl die wenigsten.

Ich finde, diesen Film MUSS man gesehen haben.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...heute bekam er einen Oscar !, 27. Februar 2007
Von 
Ulrich Janert (Berlin Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das Leben der Anderen (DVD)
Heute wurde über die Medien die Nachricht gesendet, dass das "Leben der Anderen" mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Verdient, finde ich. Die Darstellung erst des emotionalen, später des tatsächlichen Wechsels des Hauptmanns Wiesner vom strammen Stasi-Mann zum Zweifler und zum Gegner des Systems ist toll dargestellt und glaubhaft. Die kleinen Zweifel, die sich angesichts des Auftrags nach und nach einstellen, die Trostlosigkeit des eigenen Lebens, die Chance, ein kleines Steinchen ins Getriebe zu werfen ... Ganz tolle Schauspielerleistungen ... Auch wenn man das eine oder andere nach Meinung einiger Mitrezensenten noch anders hätte darstellen sollen und dies oder das doch nicht so gewesen sein soll .. Jeder Film unterliegt kommerziellen Zwängen und das Prinzip und die Botschaft des Films sind doch toll umgesetzt, oder ?
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Das Leben der Anderen
Das Leben der Anderen von Martina Gedeck (DVD - 2006)
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