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5.0 von 5 Sternen Angenehme nicht zu schnelle Tempi
Zur Musik:
Die Oper "Hoffmanns Erzählungen" von Jacques Offenbach gehört für mich zu den skurilsten, spannendsten und fantastischsten Opernwerken überhaupt. Daher wundert es mich nicht, daß so viele verschiedene Komponisten und Musikwissenschaftler versucht haben, diese unvollendete Science-Fiction-Oper, diesen Fantasy-Knüller der...
Veröffentlicht am 30. September 2006 von Havauka

versus
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gemischte Eindrücke
Diese Aufnahme wurde bei ihrem Erscheinen vor 20 Jahren als Non plus ultra gefeiert, was sie damals nicht war und heute schon gar nicht mehr ist:

Das fängt an mit der hier eingespielten Fassung des Stückes: Wegen des Todes des Komponisten vor der endgültigen Fertigstellung der Oper, der vom Intendanten dann verfügten Verstümmelungen und...
Veröffentlicht am 17. Juli 2006 von vully


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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Angenehme nicht zu schnelle Tempi, 30. September 2006
Von 
Havauka (Regensburg, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Jacques Offenbach: Les Contes d'Hoffmann (Hoffmanns Erzählungen) (Opern-Gesamtaufnahme) (3 CD) (Audio CD)
Zur Musik:
Die Oper "Hoffmanns Erzählungen" von Jacques Offenbach gehört für mich zu den skurilsten, spannendsten und fantastischsten Opernwerken überhaupt. Daher wundert es mich nicht, daß so viele verschiedene Komponisten und Musikwissenschaftler versucht haben, diese unvollendete Science-Fiction-Oper, diesen Fantasy-Knüller der französischen Romantik, zu vollenden.

Zur Oeser-Fassung:
Mir ist die Oeser-Fassung zu lang. Außerdem enthält sie kompositorische Schwächen, besonders im Giulietta-Akt. Ich glaube nicht, daß Offenbach ein breitangelegtes Musikdrama im Stil Richard Wagners komponieren wollte. Der Reiz dieser Oper liegt vielmehr in der Aneinanderreihung kleiner separater Musiknummern, die in ihrer Gesamtheit auf skuril-faszinierende Weise eine dramatisch-geschlossene Einheit bilden. Meiner Meinung nach ist die ältere Fassung von Choudens genau aus diesem Geist heraus entstanden. Ideal wäre demnach die Choudens-Fassung, angereichert mit einigen Szenen des Niklausse (und der Muse) aus der Oeser-Fassung.

Zur Interpretation:
Endlich erlebt man unter Sylvain Cambreling einen Dirigenten, der angenehme nicht zu schnelle Tempi wählt. Ich erkenne in vielen Ensembles Walzer-Rhythmen, die in anderen schnelleren Einspielungen verloren gehen. Obwohl das Brüsseler Orchester nicht unbedingt ein Spitzenorchester ist, werden unter Cambreling fehlende technische Brillianz durch eine gründliche musikalische Arbeit ausgeglichen. Überragend der Chor. Neil Shicoff ist mit seiner leidensvollen Tenorfarbe ein idealer Hoffmann, ein Anti-Don-Juan mit deutlichem Hang zur Selbsterniedrigung.

Fazit:
Trotz ihrer vielen Schwächen ist es für Hoffmann-Fans interessant, die Oeser-Fassung kennenzulernen. Musikalisch ist diese Aufnahme in Ordnung, daher sehr empfehlenswert.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gemischte Eindrücke, 17. Juli 2006
Von 
vully "vully" (Neuhausen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Jacques Offenbach: Les Contes d'Hoffmann (Hoffmanns Erzählungen) (Opern-Gesamtaufnahme) (3 CD) (Audio CD)
Diese Aufnahme wurde bei ihrem Erscheinen vor 20 Jahren als Non plus ultra gefeiert, was sie damals nicht war und heute schon gar nicht mehr ist:

Das fängt an mit der hier eingespielten Fassung des Stückes: Wegen des Todes des Komponisten vor der endgültigen Fertigstellung der Oper, der vom Intendanten dann verfügten Verstümmelungen und eines Opernbrandes kurz darauf, dem ein Großteil des Notenmaterials zum Opfer fiel, gibt es so etwas wie eine authentische Fassung nicht. So besteht die traditionelle Fassung des Stückes (teilweise sogar mit einem männlichen Nicklausse!) teilweise aus Musik aus anderen Offenbach-Werken und Ergänzungen anderer Komponisten.

Dieser Aufnahme liegt eine Fassung des Musikwissenschaftlers Fritz Oeser auf Grundlage neuerer Notenfunde zugrunde, die dem Original erheblich näher kommt. Dramaturgisch ist diese Fassung nicht schlecht, gibt dem Stück seine fünfaktige Form und der Muse/Nicklausse seine/ihre Bedeutung als zweite weibliche Hauptrolle zurück. Wer aber die noch neuere und vollständigere Fassung von Michael Kaye gehört hat (eingespielt vor ihrer endgültigen Fertigstellung von Jeffrey Tate, danach von Kent Nagano), wird feststellen, dass Oesers Fassung teilweise reichlich spekulativ bleibt und mehrfach deutlich in die Irre führt.

Unter den Sängern dieser Aufnahme sind keine "Ausfälle", aber auch keine absoluten Referenzleistungen:

Neil Shicoff singt mit schöner Stimme, aber ohne Gefühl für "französische" Artikulation: Dieser Hoffmann klingt (etwa im Gegensatz zu Gedda oder Araiza) nicht nach Offenbach, sondern eher nach Donizetti oder Verdi - und teilweise schon ziemlich angestrengt.

Jose van Dam dagegen singt die Gegenspieler sehr intelligent und stilsicher und ist als Lindorf auch sehr überzeugend. Für den Coppelius aber und insbesondere den Docteur Miracle fehlt seiner schönen, kultivierten Stimme die Dämonie, das Metall, er wirkt etwas harmlos.

Völlig schleierhaft ist mir die Besetzung der Giulietta mit Jessye Norman - sie klingt nicht nach femme fatale, sondern fast jungfräulich bzw. mütterlich. Als Antonia (wie bei Tate) wäre sie sehr viel besser aufgehoben gewesen.

Luciana Serra ist als Puppe außerordentlich überzeugend (sie klingt immer etwas mechanisch), Rosalind Plowright als Antonia dagegen fällt stimmlich deutlich ab.

Ann Murray singt den Nicklausse erwartet enorm stilsicher und souverän und zeigt, dass diese Rolle für eine gelungene Einspielung des Stückes unbedingt mindestens so wichtig ist wie die übrigen Frauenrollen. Leider hat sie keine wirkliche Mikrophonstimme: Live stört ihr starkes Vibrato erheblich weniger, auf CD wirkt es etwas enervierend.

Insgesamt also eine gute Aufnahme, aber keine wirklich Hervorragende. Dank besserer Konkurrenz - wie erwähnt Tate (mit Araiza, von Otter, Studer, Norman in der richtigen Rolle), Nagano oder - wenn man mehr Wert auf große Stimmen als eine authentische Einspielung legt - Cluytens (mit Gedda, de los Angeles, Schwarzkopf) oder Bonynge (mit Sutherland, Domingo) aber nur eine Ergänzung, kein Höhepunkt des Kataloges.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Referenzaufnahme, 28. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Jacques Offenbach: Les Contes d'Hoffmann (Hoffmanns Erzählungen) (Opern-Gesamtaufnahme) (3 CD) (Audio CD)
Bei einer Partitur, welche keine endgueltige Form vom Komponisten bekommen hat, ist umso mehr die Rolle des Dirigenten ausschlaggebend. Cambreling entscheidet sich fuer die revidierte Fassung von Fritz Oeser, welche seine Staerken in der Spiegelung der mephistofelischen Charaktere (ein Interpret: hier der hervorragende Van Dam) und in der Unterstreichung der zentralen Rolle der Muse/Nicklausse (Ann Murray in ihrer weit besten Aufnahme). Die Spannung waechst dramaturgisch langsam, doch umso radikaler. Dabei ist Cambrelings Tempowahl nie hektisch oder demonstrativ stringent, sondern konsequent und differenziert: was bei allen anderen Dirigate schwarz-weiss ist, klingt hier farbig und unheimlich intrigant. Mit derselben Genialitaet begleitet Cambreling die Stimmen, die hier praechtig und bewegend singen. Shicoff ist die absolute Idealbesetzung: nicht zu leicht wie ein Nemorino, nicht zu schwer wie ein Radames. Seine Diktion ist transparent und die Interpretation - auch dank dem Dirigenten - ist unheimlich ruehrend, wobei die Stimme nie angestrengt wirkt. Bei Luciana Serra erkennt man endlich ein Sopran, die der Olympia voellig ausgewachsen ist. Jessye Norman als Giulietta ist nicht nur vokales Luxus, sondern die definitive Verteidigung einer sonst so missverstandenen Rolle. Plowright als Antonia uebertrifft alle noch so hohen Erwartungen. Last but not least: Robert Tear beweist in den Diener-Rollen, wie unglaublich nah Offenbach und Wagner stehen koennen. Die Einspielung ist technisch perfekt.
Kaufen, kaufen,kaufen.
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