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am 26. September 2006
Seitdem ich Westfront 1918 im Austellungsbeiprogramm des Zeughauses anläßlich der WW1 Ausstellung sehen konnte, warte ich, daß der Film auf DVD rauskommt.

Endlich ist es soweit.

Westfront 1918 ist wohl der ungeschminkteste WW1 Film der Schwarzweiß-Ära und obendrein der dreckigste. Die Protagonisten werden förmlich mit Dreck überschüttet. Die Explosionen gehen regelmäßig so nahe an den Schauspielern hoch, wie das heute keine Versicherung mehr erlauben würde. Für einen deutschen Film ungewöhnlich werden auch sonst tabuisierte Themen zumindest angedeutet (z.B. Ehebruch aus Hunger an der Heimatfront). Dem Film geht jeder "Patriotismus" ab, der Krieg ist unzweifelhaft komplett sinnlos geworden und endet mit Tod oder Wahnsinn für alle Beteiligten (für die Zeit außergewöhnlich explizit).

Die Schlacht am Ende erzielt mit einem Minimum an Aufwand maximale Wirkung (die Szenen mit dem Panzer könnten die Eröffnungsszene von Terminator beeinflußt haben).

Der Film zeigt auch in einmaliger Weise die "Leere des Schlachtfeldes", in der der Feind aus dem Boden zu wachsen scheint und bis zum Horizont alles leergefegt ist.

Dieser Film gehört in jede ordentliche Kriegsfilmsammlung
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am 29. Januar 2010
Die Geschichte wird gut erzählt, auch wenn man ab und an einen etwas längeren Atem brauch für einige Szenen. Gerade am Anfang hat mich der Film nicht wirklich gefesselt. Das änderte sich aber bald. Die Geschichte der einzelnen Protagonisten wird wie ich finde sehr Authentisch dargestellt.

Es wird hier wirklich sehr gut gezeigt wie der Krieg wirklich ist. An der Front wie in der Heimat, gerade die Szene in der einer der Protagonisten von seiner frau betrogen wird um nicht verhungern zu müssen. Viele Filme zeigen nur die schrecken an der Front, vernachlässigen aber völlig die Zustände an der "Heimatfront" hier wird dieses Thema aber aufgegriffen was ich sehr gut finde.

Und was ich als sehr wichtig erachte, dieser Film hat KEIN Happy End wie die meisten Kriegsfilme. Denn so ist der Krieg eben da gibt es keine Happy End. Ebenso wenig wie Gewinner und Verlierer. Im Krieg gibt es immer nur Verlierer.

Alles in allem sollte man als interessierter für dieses Thema, diesen Film in der Heimischen Sammlung haben.
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TOP 1000 REZENSENTam 16. April 2015
Georg Wilhelm Pabst ist eine der großen Filmregisseure der Weimarer Republik. Der 1925 entstandene Stummfilmklassiker "Die freudlose Gasse" wurde wegen seiner Sozialkritik oft zensiert. Pabst wurde filmgeschichtlich immer wieder als einer der Hauptvertreter der "Neuen Sachlichkeit" gefeiert, obwohl sein Stil oft variierte. Großes Ansehen erwarb er sich mit seinen letzten Stummfilmen "Die Büchse der Pandora" und Tagebuch einer Verlorenen", die er beide mit der amerikanischen Schauspielerin Louise Brooks drehte.

Dann kam der Tonfilm und Pabsts erster Versuch mit den neuen Möglichkeiten hieß "Westfront 1918", der im Jahr 1930 entstand und fast zeitgleich mit dem von Lewis Milestone inzsenierten amerikanischen Antikriegsfilm "Im Westen nichts Neues" in die Kinos kam. Beide Filme lösten damals zahlreiche Diskussionen aus. So wurde 1933 - nach der Machtergreifung durch die Nazis - ein Antrag auf Widerruf der Zulassung des Kinofilms gestellt. Das thüringische Ministerium des Innern argumentierte wie folgt: Der Film gibt eine ganz einseitige und deshalb unwahre Darstellung vom Krieg. Er zeigt nur dessen Schrecken und essen verheerende Folgen und stellt bis in widerliche Einzelheiten auch das Leben hinter der Front und der Heimat dar, so in einer Szene, wo der Urlauber bei seiner unvermuteten Rückkehr seine Frau im Schlafzimmer mit einem jungen Burschen findet. Durch diese einseitige Darstellung gefährdet dieser Bildstreifen das lebenswichtige Interesse des Staates den Wehrwillen des Volkes aufrecht zu erhalten und zu stärken. Tatsächlich wurde der Film von der Film-Oberprüfstelle in Berlin verboten.

Der Rest ist Filmgeschichte oder der tragische Werdegang einer der bedeutendsten deutschen Antikriegsfilme. Neben "Im Westen nichts Neues" der viellleicht wichtigste frühe Film über den ersten Weltkrieg - aber im Gegensatz zu der Remarque-Verfilmung, die einen Siegeszug um die Welt antrat und heute noch als großer Klassiker des 30er Jahre Filmjahrzehnts angesehen wird, hat man Pabsts Film im Laufe der Zeit sehr stark vergessen.

Das Drehbuch von "Westfront 1918" beruht auf dem Roman "Vier von der Infanterie" von Ernst Johannsen. Die Bauten entwarf Erno Metzner. Durch die ungeschönten Graben- und Kampfszenen erreicht Pabsts Film einen hohen Grad an Realismus. Er zeigt die Sinnlosigkeit und die Monotonie des Sterbens an der Front. Eingebettet in diese alltägliche Hölle sind die Protagonisten, die auch mit stillen Szenen zum Leben erweckt werden. Da beobachtet der Student wie ein einer Feldschreinerei am Fließband Grabkreuze angefertigt werden. In einer weiteren Szene ist Karls Mutter (Else Heller) zu sehen, die in einer Lebensmittelschlange steht und ihren Sohn sieht, wie er vom Fronturlaub nach Hause kommt. Sie kann den Platz aber nicht verlassen, um den Sohn zu begrüßen - aufgrund der Lebensmittelknappheit hat das Wiedersehen mit dem Sohn zu warten. In 97 trostlosen Minuten lernen wir das Soldatenleben der vier Infanteristen kennen. Da ist der Bayer (Fritz Kampers), ein Gemütsmensch, der verheiratete Karl (Gustav Diessl), der junge Student (Hans-Joachim Moebis), der sich in die Bauerntochter Yvette (Jackie Monnier) verliebt, wo die Einheit untergekommen ist und der Leutnant (Claus Clausen). Es ist das letzte Jahr des Ersten Weltkrieges an der Westfront. Am Anfang des Films herrscht zunächst noch eine Kampfpause für die Männer. Bald jedoch müssen sie wieder in den Schützengraben und die Kampfhandlungen steigern sich auch wieder. Es ist kurz vor der finalen Enschlacht, der Großoffensive der Alliierten. Nur eine Momentaufnahme gabs eine Liebe zwischen den Feinden, der Student muss aber seine französische Freundin, mit der er eine Nacht verbrachte, wieder verlassen. Und Karl bekommt immerhin einen Fronturlaub, doch in Berlin ist das Leid der Zivilbevölkerung auch zu spüren. Zu allem Unglück findet er seine junge Frau (Hanna Hoessich) mit einem jungen Mann (Carl Ballhaus) im Bett. Verzeihen kann er nicht. So reist er wieder an die Front zurück. In der Endeinstellung des Films zeigt uns Pabst die schwer verletzten und sterbenden Männer im Lazarett...

Während die Welt unter den Fomgen der Wirtschaftskrise litt und die NSDAP ihren Aufstieg begann packte der linksorientierte Regisseur (Die Dreigroschenoper, Kameradschaft) entgegen des aufkeimenden Zeitgeistes ein pazifistisches Thema an, nüchtern und ungeschönt. Erschreckend und überaus realistisch. Nicht umsonst wurde der Pabst Film von der rechtslastigen Filmzensur dann auch gleich wieder verboten. G. W. Pabst beschränkt sich jedoch nicht auf die Darstellung des Leids unter den Soldaten, sondern zeigt auch die Strapazen, denen die Zivilbevölkerung ausgesetzt war, sowohl physischer als auch psychischer Natur, zum Beispiel die Entfremdung der Ehefrauen von ihren Ehemännern und deren seelische Verrohung durch die Kriegsgreuel. Der Filmstil ist extrem nüchternen und desillusionierend, von der Glorifizierung des Krieges - wie es damals in anderen Kriegsfilmen der Fall war. Die Kamera wirkt begleitend und so erhält der Film zusätzlich sogar einen beinahe schon dokumentarischen Charakter.Auch die Kriegsschuldfrage wird sehr neutral vom sterbenden Karl beantwortet.
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am 22. Oktober 2006
Welch ein Film! Gedreht im Jahr 1931, mitten in der Weltwirtschaftskrise, wo es in Deutschland nicht nur politisch drunter und drüber ging und die Nazis immer stärker wurden. Georg Wilhelm Pabst ist ein Meisterwerk des Antikriegsfilms gelungen. Die harten Bilder (man denke nur an die Szene, wo ein Solat nach 18 Monaten wieder auf Urlaub nach Hause kommt, seine Mutter vor einem Fleischerladen nach Nahrung ansteht und sie ihren Sohn sieht, der in seine Wohnung kommt, und seine Frau mit einem anderen Mann im Ehebett findet, oder die Szenen im "Lazarett", wo die Schwerverwundenen alle schreien und brüllen und kein Morphium mehr da ist). Dann die bewegende Schlusseinstellung: Ein verwundeter deutscher Soldat sagt bevor er stirbt "Alle sind wir schuld". Diese Szene ging mir unter die Haut. Der ganze Film hat auch heute nichts von seiner Gültigkeit verloren. "Westfront 1918" ist für mich ein Meilenstein in der Geschichte des deutschen Films.
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HALL OF FAMEam 4. November 2002
Es ist seltsam, daß ein solches Ereignis wie der erste Weltkrieg in den Zwanzigern und Dreißigern nicht mehr Filme hervorgebracht hat, die ihn schonungslos darzustellen versuchten ohne in Heldenmythen des guten Soldaten zu fallen. Die Epoche 1925 - 32 war doch ansonsten eine wahre Blütezeit der deutschen Filmkunst. "Westfront 1918" kam 1931 vor "im Westen nichts Neues" heraus.
Frankreich 1918: Bei den Deutschen sind die letzten Reserven im Feuer. Die Gegenseite wird ständig durch neue Einheiten verstärkt. Der Film lebt durch die Einzelschicksale deutscher Soldaten:
- Ein Bayer - Karl, der Student - der Leutnant
haben trotz des Krieges guten Kontakt zu französischen Bauern, die sie während der Kampfpausen in ihrem Haus aufnehmen. Dort verlieben sich zwei deutsche Soldaten in die Bauerntochter Ivette.
- der Leutnant wird bei einem Panzerangriff verrückt und fällt,
-der Bayer wird schwer verwundet
- Der deutsche Student fällt im Nahkampf (und hat noch einen letzten Fiebertraum, in dem er seine Frau sieht). Am Ende kommt eine gute Szene: Als er stirbt faßt ein ebenfalls tödlich getroffener französischer Infanterist seine Hand - als Zeichen, daß er ihn nicht als Feind sondern als Kameraden sieht.
- Der Regisseur G.W. Pabst hatte sich bereits in der Stummfilmzeit einen großen Namen als Filmemacher sozialer Dramen gemacht, z.B. "Die Freudlose Gasse" mit Greta Garbo, die eine ausweglos lähmende Stimmung der Inflations-Armut zeigt. Seine Filme wurden z.T. in Frankreich häufiger gezeigt als in Deutschland. Ein Anliegen Pabst war die Konflikte zwischen den beiden Nationen nach dem 1. Weltkrieg darzustellen und die immer noch vorhandene Freundschaft. Beeindruckend zeigt das auch sein Film "Kameradschaft", an dem bei beiden Nationen am Ende auch die guten Regungen der gegenseitigen Hilfsbereitschaft siegen. Hätte es nur mehr solcher Filme gegeben, auch in Frankreich wurde das Thema erster Weltkrieg posthum in Filmen idealisiert und patriotisiert.
Der Film löste heftige Diskussionen aus: Aufführungen wurden von Extremisten des rechten Lagers verhindert, Zuschauer verprügelt, etc.
Mir gefällt Westfront 1918 besser als "im Westen nichts Neues", da er von Deutschland (nicht USA) gemacht wurde. Eigentlich sollte man beide Filme gesehen haben.
Empfehlenswert vor allem für Leute, die einen Bezug zu Frankreich haben, für diese ist auch "Kameradschaft" interessant.
Anmerkung: 1931 muß ein sehr kreatives Jahr des jungen Tonfilms in Deutschland gewesen sein. Es kamen heraus: M-eine Stadt sucht einen Mörder!!, Mädchen in Uniform, Emil und die Detektive, Kameradschaft, Berlin-Alexanderplatz, der Blaue Engel, Ees fällt auf, daß sozialkritische Inhalte vorkamen, das letzte Mal in dieser seltenen Häufigkeit, denn die UFA bekam 1932 einen neuen - eher rechtsgerichteten - Vorstand.
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am 16. Januar 2016
Alle kennen " Im Westen nicht Neues" nach dem Roman von Remarque. Hier wird meines Erachtens noch mal direkter und packender der Wahnsinn der Westfront geschildert, es fehlt das moralisierende Vorgeplänckel wie bei Remarque.
Für mich der bessere Film.
Nur nebenbei: Remarque hat am Krieg gar nicht teilgenommen, sein Roman ist nur "erfunden". Wer einen wirklichen Eindruck der Situation im Stellungskrieg an der Westfront haben will, liest natürlich Ernst Jünger, der selber als junger Leutnant dabei war.
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am 8. September 2010
Der Film "Westfront 1918" schildert eindrücklich das Leben einiger deutscher Frontkämpfer im 1. Weltkrieg. Für einen 1930 gedrehten Film mit überraschend realistischen Kampfszenen (die teilweise auch schon mal als reale Szenen in Dokumentationen zu sehen waren).
Was den Film in meinen Augen besser macht als den US-Film "Im Westen nichts Neues" ist das Verhalten der Landser, die Sprache, die gesamte Atmosphäre.

Viele Schicksale werden beleuchtet, die Angst im Graben, die Verzweiflung in der Heimat, betrogen zu werden, während man an der Front kämpft, das verschwinden auf dem Schlachtfeld.

Viele Szenen sind sehr eindringlich, obwohl Ton und Bild teilweise etwas schlecht sind.

Absolute Kaufempfehlung.
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Produkt: DVD (1 Stück). Herausgeber: Universum Film GmbH. ASIN: B000GG4NOM
Filmtitel: Westfront 1918 - Vier von der Infanterie
Produktionsland: Deutschland. Premiere: 1930
Mit: Fritz Kampers, Gustav Diessl, H. J. Moebis, Claus Clausen, Jackie Monnier, Wladimir Sokoloff u. A. Regie: G. W. Pabst
Literarische Vorlage: Nach dem Roman "Vier von der Infanterie" von Ernst Johannsen
Bild: gut / SW / 4:3 / Originalformat. Sprache: deutsch und französisch. Synchronisation: keine. Untertitel: keine
Filmlänge: 88 Minuten und 18 Sekunden
Genre: Kriegsfilm > Antikriegsfilm
Specials: keine

Einer der besten Kriegs- und Antikriegsfilme der Filmgeschichte.
Gezeigt wird nicht die Bestialität des Krieges schlechthin, obwohl das vielleicht die Absicht des Regisseurs war. Gezeigt wird die Bestialität und Sinnlosigkeit des Grabenkampfes, wo jede Rationalität verlustig geht, wie auch jede Menschlichkeit im humanen Sinne. G. W. Pabst zeigt den Irrsinn so kompromisslos, dass man genau erkennt, wie irrational diese Art des Krieges ist. Dabei muß man unbedingt den unvereinbaren Kontrast berücksichtigen, der sich offenbart zwischen frenetischer Kriegsbegeisterung und desillusionierter Kriegsentgeisterung. Die militaristische Kriegshetze und Bemühung des heldenhaften Kriegergedankens wird im Film keineswegs gezeigt. Doch versteht man die Irrewerdung der Soldaten im Finale des Filmes besser, wenn man sie in den Kontext stellt, zu den Ermunterungen und Aufhetzungen im Moment des Kriegsausbruchs, dem sie anfangs in unwissender Naivität unterworfen sein mussten. Diese Männer wussten vor dem Kriegsbeginn nichts über das unmenschliche Grauen in den Schützengräben, welches aber sich ihrer gnadenlos bemächtigte, als sie darin feststeckten und krepierten. Und genau das zeigt der Regisseur. Die Männner als Menschen und Soldaten benehmen sich rational und folgerichtig. Sie schießen auf die anstürmenden Feinde wohldosiert, einen Schuß nach dem anderen. Handgranaten werden fleißig geworfen. Heldenmut und Opferbereitschaft spielen jedoch nur eine periphäre Rolle, weil sie keinen essenziellen Beitrag für den Erfolg leisten, sondern höchstens einen ideellen, der bezüglich des Überlebens nicht brauchbar ist. G. W. Pabst lässt sich viel Zeit beim Zeigen des Kriegsvorgangs, beim Vorpreschen der Einen und Zurückschlagen der Anderen. Die Kamera lässt sich Zeit, die Agierenden in ihrer ameisenhaften Sinnlosigkeit sich gegenseitig ausmerzen zu lassen. Der Film zeigt, dass das rationale soldatische Kampfverhalten keine Früchte trägt und tragen kann, weil alles zugrundegeht in der Sprengkraft der überall explodierenden Bomben und Granaten. Die Menschen sind nur Statisten in diesem Gemetzel, sie hüpfen im Kriegsfeld wie auswechselbare Soldatenameisen. Es ist letztlich unerheblich, ob der eine Soldat nach links, rechts oder vorwärts rennt, der andere sich duckt, erhebt oder sich einzuigeln trachtet. Alle werden irgendwann getroffen, verstümmelt, umgebracht.
Da gibt es weder ein menschliches, noch soldatisches Persönlichkeitsprofil mehr. Es gibt nur noch Figuren, deren Schicksal durch die Waffentechnik gelenkt wird.
Die verschobenen Parameter für Wichtigkeit werden offenbar in der Erfahrung des Urlaubgängers, der seine Gattin mit einem Andern im Bett ertappt. Er hebt zwar das Gewehr, aber nur um gelassen den verängstigten Bettpartner der Frau laufen zu lassen. Hundertfach wahnsinniger, grausamer und schmerzlicher sind die Erfahrungen am Schlachtfeld, als diese Lapallie. Man erkennt, dass der Soldat diesen Seitensprung seiner Frau gar nicht mal so richtig registriert. Seine Sicht der Wirklichkeit mißt sich weniger an ihrem Ehebruch, als an der Hölle im Schlachtfeld.
Die Visualisierung dieser tiefen Verschiebung der Wertemaßstäbe muß man der innovativen und einfühlsamen Kunst des Regisseurs zugestehen. Dabei gelingt es ihm ohne dramatische Worte einzig mittels der monotonen Bilder des Schreckens die Philosophie von der Bestialität des Krieges zu beweisen.
Ein geniales Werk als Mahnmal für die Schutzwürdigkeit des Wertes und der Würde menschlichen Lebens und allen Lebens schlechthin.
Mladen Kosar
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am 28. Oktober 2012
Westfront 1918 ist eine Collage über den ersten Weltkrieg. Die sehr dünne Geschichte bindet die verschiedene Szenen zusammen die im Ganzen einen Eindruck über den Krieg an der Front geben soll. Es wird die rückwärtige Stellung gezeigt, die vorderste Front, im Kabarett, den Fronturlauber, Im Schützengraben bei dem Angriff der Franzosen und zuletzt die Krankenstation.

Der Film ist mit den heutigen Kriegs oder Anti-Kriegsfilmen nicht zu vergleichen. Dafür hat sich die Bildsprache zu sehr verändert im Vergleich zu damals. Aber gerade das macht den Film so wertvoll. Es ist ein Dokument aus einer vergangenen Zeit und wer sich darauf einlässt wird belohnt. Ich habe selten so eindrucksvolle Szenen gesehen wie im letzten Angriff. Die Kamera ist sehr still und bewegt sich nicht. Die verschiedene Szenen sind aneinandergeschnitten. Dadurch hat man Zeit den ganzen Wahnsinn und Schrecken zu erkennen, wie auch die Sinnlosigkeit als die Franzosen zurückgeschlagen worden sind und kein Meter gewonnen ist. Es liegen nur massenhaft Leichen rum.

Diesen Film ist nicht für einen Filmabend sondern eher für den historisch interessierten. Als solcher hat er seine 5 Sterne absolut verdient.
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am 6. September 2013
People are familiar with Erich Maria Remarque's story. In this Georg Wilhelm Pabst directed film it is Karl (Gustav Diessl) is up against the French in WWI. He gets a respite in the form of leave to see a different home than he remembered. On return to the front he will soon face French tanks.

I was introduce to this film in my first German class.

"S.O.S. Eisberg" Gustav Diessl plays Professor Dr. Karl Lorenz

"The Love of Jeanne Ney" (1927) Georg Wilhelm Pabst - director

"Vier Von Der Infanterie Ihre Letzten Tage an Der Westfront 1918" by Reinhold Keiner
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