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am 4. Oktober 2010
Ingmar Bergman gilt als einer der wichtigsten Regisseure des europäischen Kinos und "Wie in einem Spiegel" ist sicherlich ein guter Weg in sein umfangreiches Werk (mehr als 40 Filme) einzusteigen. Gemeinsam mit hervorragenden schwedischen Schauspielern wie Max von Sydow und Gunnar Björnstrand hat Bergman hier ein faszinierendes Kammerspiel erschaffen, das die Frage stellt, worauf man im Angesicht der totalen Katastrophe noch hoffen darf.

Der Film ist der erste Teil einer Trilogie, die sich mit dem Glauben an Gott auseinandersetzt (die anderen beiden Teile sind: "Licht im Winter" und "Das Schweigen") Dieser erste Teil zeigt, laut Bergman, den "Glauben als Gewissheit". Allerdings ist er in diesem Film die letzte Hoffnung, die den von schweren Leid geprüften Charakteren noch bleibt, in einem Dasein, das unüberwindbare Gräben zwischen den Menschen entstehen lässt. Der Titel bezieht sich übrigens tatsächlich auf eine Bibelstelle: Der erste Korintherbrief des Apostels Paulus: Kapitel 13/12: Wo es heißt, dass der Mensch auf dieser Welt nur in einen Spiegel schaut, während die größere Erkenntnis erst mit dem Eingehen ins Göttliche kommen wird.

Mit diesem Bezug zum Apostel Paulus ist die Grundstimmung des Filmes tatsächlich sehr gut getroffen, denn die vier Hauptfiguren sehnen sich intensiv nach einer tieferen Erkenntnis, kommen aber über sich selbst und ihre Schwächen nicht hinaus.

Interessanterweise beginnt der düstere Film mit Gelächter: Eine Familie beim gemeinsamen Schwimmen und Fischen auf einer abgeschiedenen Insel. Bald schon wird aber sichtbar, dass diese Idylle tiefe Risse hat, als Martin (Max von Sydow) seinen Schwiegervater (Gunnar Björnstrand) zur Seite nimmt, um ihm mitzuteilen, dass die schwere Geisteskrankheit seiner Tochter Karin (Harriet Anderson) unheilbar ist. Da sie auf die junge Frau jedoch Rücksicht nehmen wollen, verheimlichen sie ihr diese erschütternde Diagnose. Karin hat indessen schon mehrere schwere Anfälle von Schizophrenie hinter sich und kommt mit ihrem Leben immer weniger zurecht. Zu allem überfluss ist auch ihre Liebe zu ihrem Mann Martin erloschen, denn obwohl er sich rührend um sie kümmert, fühlt sie sich von dem tief rational denkenden Menschen unverstanden. Der Einzige mit dem sie sich noch unbeschwert unterhalten kann ist ihr 17jähriger Bruder Minus (Lars Passgard), der ihr im Gegensatz zu den anderen nicht andauernd Vorschriften macht. Doch ihre Anfälle werden immer ärger und sie bildet sich ein, dass ein Gott sich ihr offenbaren werde...

Durch die Sorge um Karin aufgerüttelt, müssen die drei Männer lernen ihre eigenen Interessen zurückzustellen und erfahren, was es bedeutet, wenn man ganz für einen anderen dasein muss. Karins Vater, David, hat als Schriftsteller schon viel über Liebe und Gott nachgedacht, doch im Umgang mit seiner eigenen Familie hat er bisher kläglich versagt. Sein Egoismus trieb ihn dazu, sich ganz in sein Werk zu vertiefen und seine Kinder im Stich zu lassen. Doch schließlich erkennt er, dass er sich auf einen falschen Weg befindet, der in der sinnlosen Einsamkeit endet und dass die Liebe zu anderen, das wirklich Wesentliche im Leben ist...

Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen von Ingmar Bergman lässt "Wie in einem Spiegel" die Möglichkeit offen, dass durch Kommunikation und Anteilnahme für andere das Jammertal des Lebens zu bemeistern sei. Diese Einsicht vernachlässigt dabei nicht die negativen Seiten der Existenz, sondern entsteht gerade aus der schonungslosen Auseinandersetzung mit ihnen.

Der Film überzeugt durch großarige Schauspieler und einer faszinierenden Bildersprache. So ist die Insel symbolisch als letztes Refugium gegen den Wahnsinn zu verstehen, der durch das unberechnbare und eigenmächtige Wasser rund herum bildlich verdeutlicht wird. Ihren schlimmsten Anfall hat Karin auf einem alten Schiffswrack während eines schlimmen Gewitters.

Bergman selber gab sich mit dem Glauben an die Liebe als Lösung nicht lange zufrieden und verschärfte die Glaubensfrage noch einmal in den beiden anderen Filmen der Trilogie, die den erschütterten Glauben und schließlich die Abwesenheit Gottes thematisieren. Aber "Wie in einem Spiegel" bleibt gerade deshalb ein so faszinierendes Werk, weil es offen ist für eigene Interpretationen. Letztlich bleibt es jedem Zuschauer selber überlassen ob er den Glauben des Schriftstellers David als Ausweg akzeptiert, oder darin nur eine weitere Ausflucht sieht. Man versteht auch die Sehnsucht Karins nach einer Vision von Gott und die Unsicherheit des jüngeren Bruders, oder auch den kühlen Rationalismus von Martin.

"Wie in einem Spiegel" ist somit vielleicht sogar ein noch komplexeres Werk als es der Regisseur selber beabsichtigt hatte. Wem der Film gefallen hat, wird sicherlich auch von den beiden noch düsteren Nachfolgern fasziniert sein. Da aber hier Angst und Liebe gleichermaßen zu Wort kommen ist "Wie in einem Spiegel" das vielleicht vielschichtigere Werk.
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am 23. Januar 2016
VORSICHT, enthält Spoiler

Drei der bisherigen vier Rezensionen dieses Bergmanfilms hier sind sehr ausführlich und gut, so dass ich zu der großen Kunst dieses Regisseurs und Drehbuchschreibers nichts mehr sage, um Wiederholungen zu vermeiden.

Jedoch stellen sie meiner Sichtweise nach UNRICHTIG als Tatsache hin, dass die Hauptdarstellerin unheilbar geisteskrank war, dann dass sie ihren Bruder zu Sex verführte, und weiter dass das Hauptthema des Films mal wieder die Religion war, weil die Hauptdarstellerin Karin einem religiösen Wahn verfiel.
So liest man es allerdings auch bei Wikipedia; UND so hat Bergman alles das in dem Film auch vorgegeben..
Aber Bergman ist doch gerade dafür bekannt und genau darin so groß, Vorgaben zu machen, die er selbst noch hinterfragt, und die auch vom Zuschauer hinterfragt werden sollen.
Die Behauptung, es sei ein religiöser Film, wird an seinem Titel festgemacht, und beachtenswert ist, dass Bergman zuerst einen anderen Titel wollte: Die Tapete.
Ich jedenfalls lese dieses Werk anders; und zwar beim ersten Durchgang ohne jede Vorinformation, aber auch beim zweiten Anschauen nach dem Lesen von Besprechungen dieses Filmes, wobei ich meine Auffassung, mit der ich allein zu stehen scheine, noch einmal gründlich überprüfte.

Für mich ist das wahre Thema seelischer und physischer MISSBRAUCH einer sehr sinnlichen und hochsensiblen Frau als Ursache für ihr Verstörtsein.
Einer Frau, die in einem Haushalt ohne Mutter - diese war an derselben Geisteskrankheit schon verschieden, als Karin noch ein Kind war - mit drei sehr defizitären, egozentrischen, ehrgeizigen, ebenfalls gestörten männlichen Menschen lebte, vor denen sie zuerst "in die Krankheit floh" - zu Gott ins Paradies, bzw. auf die "andere Seite", wie sie es immer benennt- und schlussendlich ihrem Willen nach endgültig in eine Anstalt umzieht, in der sie nur noch auf dieser anderen Seite leben will; allerdings nur unter der Bedingung, dass sie dort nur noch verwahrt, nicht aber weiter behandelt wird.
Ihr ihrem Bruder anvertrautes Anliegen dabei ist vor allen Dingen, dem Einfluss ihres Ehemannes zu entkommen!

Karin - in dem Film sicher schon ca. 20 Jahre alt- wird inniglichst geliebt sowohl von ihrem Bruder, ihrem Vater als auch ihrem Ehemann, der genau so alt ist wie ihr Vater- ca. Ende 40- wobei beide schon vor Karins Verheiratung mit ihm beste Freunde waren; was alles schon "inzestuös" riecht.
Sie unterhalten sich oft miteinander sehr besorgt über Karin- ihrer beider große Liebe- aber selten mit ihr selbst, jedenfalls nie auf Augenhöhe.

Karin verhält sich wie ein unschuldiges aber sehr kokettes kleines Mädchen und wird von den beiden "Vätern" auch immer so angesprochen und behandelt, z.B. mit schwülstigem "Mein geliebtes kleines Mädchen" ständig auf ihren Schoß gezogen, vom Ehemann mit denselben Worten ins Bett.
Sie wird insgesamt also entmündigt, verzärtelt, mit falscher Sorge erstickt- wie Bergman immer wieder deutlich zeigt eine Sorge beider Männer fast nur um sich selbst- aber niemals ernst genommen; und auch nie in Ruhe gelassen von ihnen.

Mit ihrem siebzehnjährigen Bruder turtelt sie auf eine Weise herum - mit ganz viel Körperkontakt und Küsschen und Liebeserklärungen noch und nöcher, die sehr heikel wirkt.
Ein unangemessenes Verhalten, das bei Frauen, die als Kinder sexuell missbraucht wurden, sehr oft anzutreffen ist, weil sie es erlernten, darauf programmiert wurden.
Der Bruder versteht das als Anmache, was letztlich dazu führt, dass er sie wirklich vergewaltigt.

Wie kann man hier nur sehen, dass SIE ihn zu Sex verführte?
Fakt ist, dass sie - in wohl wieder einem "Anfall" - hilflos und benommen auf dem Boden eines Schiffswracks liegt, der Bruder ihr zuerst nur helfen will, sie dann aber plötzlich doch richtig küsst und an ihren Busen greift, und sie dann zwar mitspielt, so dass es zum Akt kommt- der nicht gezeigt wird- aber doch im Zustand von hilflosem Weggetreten Sein und sicher nicht aus Begehren heraus.

Das ist keine Verführung ihrerseits gewesen, sondern eine Vergewaltigung seinerseits.
Woran sich nicht einmal durch Karins späteres Geständnis vor ihrem Vater, dass sie ihrem Bruder etwas Schlimmes angetan habe, womit sie sich an dem armen, armen Peter schuldig machte, etwas ändert.
Inzestopfer lernen nämlich sehr schnell, sich selbst als unheilvolle Verführerinnen und als Täterinnen statt als Opfer anzusehen, weil es ihnen eingeredet wird; und genau dieses allumfassende Schuldgefühl und die egozentrische Klettenhaftigkeit der meist männlichen "Verwandten" treibt sie in den Zustand, der dann Wahnsinn genannt wird.

Dieses bestätigend - jedenfalls höchst verdächtig- ist, dass der Vater sie nicht fragte, was dieses Schlimme denn nun gewesen sei, sondern dass er sie zum Schweigen brachte.

Später auch seinen Sohn nicht danach fragte!!
Was entweder so zu erklären ist, dass er längst wusste, was es war, und dass er sogar ahnt, dass es seine Schuld ist, weil er der erste gewesen sein mochte, der mit seiner Tochter Inzest ausübte; zumal Söhne ihre Väter nachahmen.
Oder er reagierte deshalb so, weil er dachte, dass sie gerade wieder einen Schizophrenieschub habe, und mann auf so ein Gespinne nicht eingehen dürfe um es nicht auch noch zu verstärken.
Sondern es nieder spritzen müsse, was dann später auch geschah, denn der Ehemann von Karin war zugleich auch einer ihrer Ärzte.
Was verboten ist, jedenfalls irgendwann zurecht verboten wurde.
Der u.a. auch immer eine Spritze zur Hand hat, um sein "kleines Mädchen", obwohl es sich vehement gegen die Spritze wehrt, auch mit dieser Spritze liebevoll zu "vergewohltätigen".

Nach alle dem will Karin dann wieder zu Gott auf "die andere Seite" hinter einer Mauer fliehen und sagt betend, dass sie das Angesicht Gottes freudig erwarte.
Dann fängt sie an zu schreien und bekundet, dass der ihr erschienene Gott nur eine ekelhafte große Spinne mit eiskalten Augen war, die in sie rein kriechen wollte und dann über sie hinweg kroch.
Nun, wessen eiskalte Augen hatte sie vorher denn wohl erblickt, und wer war diese Spinne, die sie als Kind noch für einen Gott gehalten haben mag, die in sie rein und dann über sie hinweg kroch, sowohl seelisch-geistig, als auch physisch?
Männer, die vergewaltigen statt einvernehmlich körperlich zu lieben, haben dabei einen starren, eiskalten Insektenblick.

Sie wird dann mit einem Hubschrauber abgeholt und in die Anstalt gebracht.
Und ich schätze, dass sie dort im Laufe der Zeit gesund wurde; allerdings nur, sofern ihr Wille, nicht weiter behandelt sondern in Ruhe gelassen zu werden, dort respektiert worden sein sollte.

Im Erscheinungsjahr des Filmes - 1961- lag man im Verständnis der sog. Geisteskrankheiten noch mittelalterlich weit zurück.
Freud hatte zwar schon aufgezeigt, dass besonders bei Frauen hinter ihren Geisteskrankheiten oft sexueller Missbrauch steckt und dass dieser leider sehr häufig vorkomme, hat das dann aber aufgrund von zu viel gesellschaftlichem Gegenwind wieder zurück genommen.
Und die meisten -männlichen- Psychiater ( Nervenärzte, keine Psychoanalytiker!) wollen auch heute noch von alle dem nichts wissen, sondern diesen armen, schwachen "Befallenen" mit Niederspritzen, Tabletten und gar noch Elektroschocks helfen.

Dieser Bergmanfilm ist nicht der einzige, der Frauen in Anstalten thematisiert, wobei meist " Melancholia regligiosa" diagnostziert
wird.
Man sah damals in ihnen eher innerlich Befallene als von menschlichem Außen Ge- und Verstörte, Überfallene ( die sie in Wahrheit sind), und stand in Sachen Bewusstsein noch zwischen dem Mittelalter und der Aufklärung.

Bergman selbst aber war gewiss kein religiös-abergläubischer Mensch, der diese Ansichten blind teilte, sondern er war eher- wie Freud- ein Pionier auf dem Gebiet der Psychoanalyse, der in allen seinen Filmen das Wesen des Menschen und am meisten noch die unseligen Folgen von Aberglauben erforschte.

Die einzige für mich noch offene Frage ist die, ob Bergman all das Obige wusste, es so klar sah wie ich und auch so zeigen wollte- wie immer "zwischen den Zeilen" natürlich!- oder ob er hier selber noch im Dunklen herum tappte, auf einer heißen Spur war, die er selbst noch nicht entschlüsselt hatte.
Seine Filme- besonders die frühen- sind ja meist noch eine SUCHE, keine Antwortgebung; falls die Antwort nicht doch gegeben wurde, aber sehr verschlüsselt.

Er hat die Fremdinterpretationen dieses Films nie richtig gestellt.
Aber gesagt, dass er mit diesem Werk nicht zufrieden sei, weil es missverständlich sei; er bereue, dass er es veröffentlichte.
War er also ein zweiter Freud, der sich an ein heißes Eisen heran wagte und dann darin doch lieber einen Rückzug machte?
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am 1. Februar 2011
Ich habe den Film schon in den 60ern gesehen. Er hatte mich ziemlich deprimiert obwohl ich ihn außergewöhlich gut fand. Da ich aber eine Story schreiben musste, die in irgendeiner Form von einem Spiegel handelte, habe ich ihn gekauft. Eigentlich hätte der aus dem 2.Korintherbrief stammende Titel "Wie in einem Spiegel( "jetzt sehen wir wie in einem Spiegel, dann aber von Angesicht zu Angesicht")"Von Angesicht zu Angesicht" heissen müssen, meinte ich zuerst, da die Hauptakteurin auf ein Kommen Gottes in ihrgendeiner Form wartete und sich nahe davor fühlte Dann sah ich aber, dass die Krankheit der Akteurin und die Reaktion ihrer Familie darauf wie in einem Spiegel zeigte, wer sie wirklich waren.Das taten die Figuren schonungslos unter- und gegeneinander.
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