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Unvermutet ist die vorliegende, nun in SACD-Qualität wieder aufgelegte Aufnahme von Giacomo Puccinis Märchenoper TURANDOT, eine ganz großartige und hochkarätige Einspielung aus dem Jahr 1959, zu einem Denkmal für den unvergessenen schwedischen Tenor Jussi Björling geworden, der exakt ein Jahr später im Alter von 49 Jahren während seiner Ferien bei Stockholm einer Herzattacke erlag.
Erich Leinsdorf hatte ein großartiges Ensemble um sich und den Tenor geschart, um Puccinis Schwanengesang angemessen in die Rillen zu bannen.
In der Titelrolle glänzt im wahrsten Sinn des Wortes Björlings Landsmännin Birgit Nilsson, die uns sonst eher als Wagner-Heroine ein Begriff ist. Für die wahrhaft stimmenmordende Partie der eisumgürteten Prinzessin war sie eine ideale Vertreterin, meistert sie doch die Rolle mit Bravour und einer Stimmgewalt, die selbst das großbesetzte Orchester mühelos überstrahlt. Für die Liù hatte man Renata Tebaldi gewinnen können, und sie mit ihrem strahlenden Belcanto und nicht minder berühmten flutenden Gesangsbögen war genau die richtige Besetzung für das unglückliche Geschöpf. Über Jussi Björling und seine einmalige Stimme ist eigentlich alles gesagt und geschrieben worden, er ist der tenorale Fixstern dieser Einspielung, der die Partie des Kalaf ohne jede Anstrengung bewältigt und manchen seiner Kollegen geradezu eine Lektion im Legatosingen erteilt. Alle übrigen Rollen sind gut besetzt, wobei Giorgio Tozzi als Timur noch einer besonderen Erwähnung bedarf.
Erich Leinsdorf, einer der herausragendsten Operndirigenten jener Jahre, führt den Chor und das Orchester des Römischen Opernhauses mit Umsicht und spürbarer Liebe zu Puccinis Musik. Er sorgt dafür, daß alle Solisten (nicht nur Birgit Nilsson) in den gewaltigen Orchesterwogen nicht untergehen.
Der Produzent Richard Mohr war für die technische Seite der Aufnahme verantwortlich, und man ist erstaunt, wie transparent und räumlich er die noch frühe Stereotechnik zur Geltung bringen kann, die hier allerdings durch das neue SACD-Verfahren noch einmal eine beträchtliche Aufwertung erfährt. Trotz Mehtas (Decca) und Karajans (DGG) erheblich jüngerer und damit klanglich überlegenen Aufnahmen gehört das hier wieder vorgelegte 2 CD-Album künstlerisch immer noch in die erste Reihe, und auch der technisch anspruchsvolle Hörer wird angemessen zufriedengestellt.
Das respektable Textheft hätte allerdings eine deutsche Übersetzung gut vertragen können, damit auch die Hörer in unserem Sprachraum die guten Informationen ungeschmälert sich zu Gemüte hätten führen können. Ansonsten eindeutige Empfehlung.
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