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5.0 von 5 Sternen Elegeischer Bilderreigen
So viele Ein-Stern-Bewertungen für diesen Film, was ist hier bloß passiert? Versuchen wir es rational zu ergründen: ich möchte niemandem vorwerfen, den Film nicht verstanden zu haben, allerdings bin ich fest davon überzeugt, dass der Großteil der Rezensenten mit falschen Erwartungen an den Film herangetreten ist. Segelschiffe, Indianer und...
Veröffentlicht am 24. Juni 2009 von Daniel B.

versus
37 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht Neues aus der Neuen Welt
Nach diesem Film ist einem eines klar: Filme von Terrence Malick sind wirklich Geschmacksache. Ein Hauptmerkmal: Die Protagonisten reden ziemlich wenig miteinander, führen aber ständige und endlose innere Dialoge oder Monologe. Was in "Der Schmale Grat" ein starkes und überzeugendes Mittel war, Menschen darzustellen, denen der Krieg geradezu die Sprache...
Veröffentlicht am 17. Juli 2006 von K. Brandner


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66 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Elegeischer Bilderreigen, 24. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: The New World (DVD)
So viele Ein-Stern-Bewertungen für diesen Film, was ist hier bloß passiert? Versuchen wir es rational zu ergründen: ich möchte niemandem vorwerfen, den Film nicht verstanden zu haben, allerdings bin ich fest davon überzeugt, dass der Großteil der Rezensenten mit falschen Erwartungen an den Film herangetreten ist. Segelschiffe, Indianer und schnittig gekleidete Engländer lassen einen bunten Abenteuerfilm vermuten, was "The New World" allerdings nicht ist; ganz und gar nicht!

Zu Zeiten der Aufklärung (also im 18. Jahrhundert) war es vor allem auf dem Theater üblich, Probleme und Konflikte der Gegenwart anhand historischer Begebenheiten aufzuarbeiten; Goethe und Schiller haben dies, in etwas abgewandelter Form, auch gemacht (man denke da vor allem an "Maria Stuart" oder im entferntesten Sinne auch an "Torquato Tasso"), konnten diese literarische Tradition aber auch nicht am Leben erhalten; sie starb zu Gunsten der bedingungslosen Freiheit der künstlerischen Schöpfungskraft und Phantasie, was aber nicht heißen muss, dass es eine schlechte Form der literarischen Arbeit war. Ganz im Gegenteil!

Terrence Malick geht bei "The New World" nämlich ganz ähnlich vor: die Story rund um Pocahontas (dieser Name wird übrigens niemals genannt) und Captain John Smith dient dem Regisseur nämlich lediglich als "Grundgerüst" für eine elementare Meditation über Liebe, Glück Verlust und Entfremdung; die mitunter sehr poetischen, von Stimmen aus dem Off vorgetragenen Perspektiven erinnern nicht selten an einen mittelalterlichen Minnesang, in dem das Zueinanderfinden und Auseinandergehen der Protagonisten geschildert wird, von denen einer schließlich (in diesem Fall Pocahontas) Hoffnung in einer neuen Liebe schöpft, die letztlich zum endgültigen Bruch mit dem Verflossenen führt; was den lyrischen Aspekt des Film zusätzlich unterstreicht, sind die Leitsymbole "fließendes Gewässer" und "Bäume/Wälder", die in ihrer Gegensätzlichkeit letztlich beide für einen Aspekt stehen: Unantastbarkeit und intuitives Streben nach einem Ziel, das den Selbsterhalt sichert. Besonders schön weiß Malick dies in der Eröffnungsszene darzustellen: in einem Fluss spiegeln sich Baumkronen, das Bild wird kurz durch vorbeischwimmendes Laub gestört, bis es schließlich wieder ungetrübt erscheint - durch dieses wunderbare Bild nimmt der Regisseur im Grunde schon die Handlung vorweg, ähnlich einer kleinen Exposition, die in einer schnell geschnittenen Abschlussszene (Bäume und Wasser wechseln sich ab) eine negative Entsprechung findet.

"The New Wolrd" ist eine wunderbare Elegie, hinter deren Bilderablauf eine konstante Melodie erklingt, welche Figuren, Dialoge und sogar das Licht zu führen scheint. Und wer hätte gedacht, dass in dem Moment, in dem sich die Protagonistin gegen den "fremden" Collin Farrell und für Christian Bale entscheidet, das stumme Ergreifen seines Oberarms derart ergreifend sein kann, dass es zu Tränen rührt?

Letztlich sei gesagt, dass der Film niemandem gefallen muss; seien wir doch froh, dass wir immer noch selbst entscheiden können, was wir als gut befinden und was nicht. Allerdings kann es ja nicht schaden, "The New World" noch einmal mit neuem Anspruch zu sehen, auf dass er mehr Menschen so gut gefällt wie mir!
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40 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein filmisches Kunstwerk - mit leichten Schwächen..., 6. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: The New World (DVD)
Ich kann die negativen Rezensionen meiner Vorgänger schon etwas nachvollziehen. Dieser Film ist halt was ganz anderes.
Wer sich vom Cover täuschen lässt und einen Film á la "Fluch der Karibik" erwartet wird selbstverständlich herb enttäuscht werden.

"The New World" ist meiner Meinung nach ein filmisches Kunstwerk und nicht einfach nur ein Unterhaltunsfilm, ein Film, der zum Eintauchen einlädt: Hervorragende Aufnahmen, poetisch angehauchte Monolge (oft mit etwas Pathos, zugegeben), schöne Musik... Darüber hinaus ist das Aufeinandertreffen der Kulturen sehr gut herausgearbeitet und gibt Anlass zum Nachdenken.

Ich habe mich z.B. auch hinterher noch stundenlang mit dem Film bzw. dem Thema beschäftigt.
Das heutzutage leider sinnlose, "historisch angehauchte Actionfilme" wie "Fluch der Karibik", die möglichst viele Computeranimationen und Effekte bieten, mehr Anklang finden, als wirklich interessante, anspruchsvolle und schön gemachte Filme ist wirklich sehr, sehr traurig...

Obwohl "The New World" bei weitem nicht an das Meisterwerk "The Thin Red Line" heranreicht, ist es doch ein wunderschöner Film, der leider viel zu wenig Beachtung findet.

Wer "The Thin Red Line" mochte, wird auch mit diesem Film nicht falsch liegen.

Mein einziger Kritikpunkt: Der Film gerät trotz allem manchmal etwas"langatmig".

Trotz allem ein filmisches Kunstwerk...
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehnsucht nach Ursprünglichkeit, 7. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: The New World (DVD)
Von den vier Filmen, die seit 1973 unter der Regie von Terrence Malick entstanden sind, hat "The New World" die verhaltensten Kritiken hervorgerufen. Eine Teilschuld daran trägt sicher auch das Marketing. Doch auch wenn Filmposter und DVD-Cover anderes verheißen: gerade von diesem Regisseur darf man so einiges erwarten, aber sicher keinen actiongeladenen Kostümstreifen über die Kolonisierung der neuen Welt.

Die Starpower von Colin Farell und Christian Bale ist hier also zweitrangig, denn wie alle vorherigen Werke von Malick ist auch "The New World" vor allem eine Meditation über die Entzweiung von Mensch und Natur - verdichtet in der Liebesgeschichte zwischen dem Siedler John Smith und der Indianerprinzessin Pocahontas. Die Aufnahmen der jungfräulichen Natur und ihrer entrückt, fast schon mystisch wirkenden Bewohner sind von berauschender Schönheit: aus diesen Bildern sprechen Zivilisationsmüdigkeit und Sehnsucht nach Ursprünglichkeit.

Leider driftet Malick dabei aber auch immer wieder ins Edelkitschige ab. Seine aufrechten, schönen, reinherzigen Indianer etwa lassen an Jean-Jacques Rousseaus "edle Wilde" denken. Und Pocahontas wirbelt im erotischen Rauhlederfummel durch die Wiesen, während das Voice-over Schmalzsprüche wie "Du durchfließt mich wie ein Fluss" zum Besten gibt. Das musste nun wirklich nicht sein.
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37 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht Neues aus der Neuen Welt, 17. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: The New World (DVD)
Nach diesem Film ist einem eines klar: Filme von Terrence Malick sind wirklich Geschmacksache. Ein Hauptmerkmal: Die Protagonisten reden ziemlich wenig miteinander, führen aber ständige und endlose innere Dialoge oder Monologe. Was in "Der Schmale Grat" ein starkes und überzeugendes Mittel war, Menschen darzustellen, denen der Krieg geradezu die Sprache verschlagen hat und auf bedrückende Weise ihren inneren Druck, Ihre Vereinsamung und Isolation aufzeigte, wirkt in diesem Film eher als unnötiges, ein wenig selbstverliebtes Stilelement. Das liegt hauptsächlich daran, dass die Zwänge und Nöte der Figuren nicht glaubwürdig dargestellt werden.

John Smith, ein englischer Soldat, wird bei einem Erkundungsvorstoß von Indianern gefangengenommen und vor ihren Oberhäuptling Powhatan gebracht. Vom Martertod bewahrt ihn die Häuptlingstochter Pocahontas. Die beiden verlieben sich (was sonst) und verbringen eine idyllische Zeit in der Indianersiedlung, bis Smith in die englische Kolonie zurückkehrt, die er von Hunger und innerem Streit zerrüttet vorfindet. Nach Kämpfen zwischen den Kolonisten und Indianern trennt sich Smith von der mittlerweile als Geisel gefangen gehaltenenen Pocahontas. Das Geheimnis dieses Handelns bleibt hinter dem irischen Jungengesicht und dem Dackelblick von Colin Farell gut verborgen, dem man den englischen Haudegen absolut nicht abnimmt. Pocahontas wird von einer sehr jungen und sehr hübschen Schauspielerin als eine Mischung aus Ethno-Topmodel und esoterisch verhuschter Waldfee dargestellt. Die Tragödie dieses Liebespaars bleibt aber sehr unklar, auch die ständig geraunten Gedankengänge, die gerne mal ins Sentimentale abgleiten, bieten hier keine Klärung, sondern nur Grund für Ärgernis.

Entgegen der Meinung einiger Rezensenten empfinde ich den Film auch nicht als klischeefrei, die Darstellung der Indianer gleicht doch dem guten alten Bild vom edlen Wilden. In Wirklichkeit ging es damals in Virginia auch vor der Kolonisierung nicht immer idyllisch zu. Der im Film vorkommende Powhatan war das Oberhaupt einer losen Föderation mehrerer Stammesgruppen, die mit rivalisierenden Stämmen um die regionale Hegemonie kämpften, und das mit allen Mitteln. Das Auslöschen ganzer Dörfer, Giftmord und Folter waren keine Seltenheit. Wahrscheinlich war die Beziehung zwischen Smith und Pocahontas auch eher ein Schachzug eines indianischen Realpolitikers, der auf der Suche nach potentiellen Verbündeten auch gerne mal die eigene Tochter verschachert. Aber auch in diesem Film mußten die Indianer mal wieder als etwas schlicht gestrickter Gegenentwurf zum gemeinen Eroberer aus Übersee herhalten - Hollywood mags halt gerne einfach. Trotz aller Kritik an diesem egomanischem Kunsttrip eines talentierten Regisseurs gebe ich dennoch drei gute Punkte - denn immer wieder gelingt Malick etwas, was vielen (kommerziell) wesentlich erfolgreicheren Regisseuren nie gelingt - in der Symbiose aus Bild und Ton zaubert er Momente voller Magie auf die Leinwand und da entsteht ganz ungeplant auch ein Augenblick der gefühlten Wahrheit.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zelluloid gewordene Poesie, 14. September 2009
Von 
Ophelia (Helsingör) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: The New World (DVD)
In "The New World" geht es weniger um die Handlung, oder um die Dialoge, sondern um das Eintauchen und Betreten der Natur und den Lebensraum der Indianer, gezeigt in langsam sich entfaltenden Bildern und wunderschöner Musik. Er wurde komplett auf 65mm-Film gedreht, meist wurde die halbe Stunde morgens und abends bei Sonnenauf- und Untergang genutzt, und kommt fast ohne künstliches Licht aus. Für mich ist "The New World" schlicht brillant! Ich würde ihn sogar radikal nennen. Auf Dialoge verzichtet Malick soweit es ihm nur irgendwie möglich ist. Wenn dann doch einmal einer der Charaktere etwas sagt, bleibt eine Antwort oft aus. Stattdessen dominieren Off-Kommentare und phantastische Bild- und Tonkompositionen.

1607 Viginia
Der britische Forscher John Smith segelt mit einer kleinen Gruppe Engländer über den Atlantik und landet an der eher unwirtlichen Chesapeake Bay, wo sie die Siedlung Jamestown gründen. Begegnungen mit Indianern bleiben nicht lange aus und sie bleiben zunächst noch friedlich. Die Dynamik und die Prozesse des Neuanfangs und der Begegnung der Kulturen werden gezeigt.
Im Kern geht es aber bald um die außergewöhnliche Liebesgeschichte zwischen John Smith (Colin Farrell) und der Häuptlingstochter Pocahontas. (Jedenfalls ist klar, dass sie Pocahontas sein muss, auch wenn ihr Name während des gesamten Films nicht genannt wird.) Die vierzehnjährige! Q'Orianka Kilcher zeigt sie in natürlicher Schönheit, Anmut und Freundlichkeit. Als absolute Liebling des Vaters & Häuptlings genießt sie besonderes Ansehen und wird vom ganzen Dorf geliebt. Dass sie sich ausgerechnet in den mehr oder weniger zufällig ins Dorf gestolperten Smith verliebt, wird ihr zum Verhängnis. Sie wird vom Vater verstoßen und landet schließlich bei Smith in dessen verdreckter und unendlich armseligen Siedlung...

"The New World" ist ein Film, der vielen in den falschen Hals gerutscht ist:
1. Für manche ist er schlicht zu langweilig, da das actiongeladene Titelbild etwas anderes verspricht. Das ist dann halt so. Malick stellt nicht die die Handlung, oder gar Kampfhandlungen, in den Mittelpunkt. Er verweigert sich auch die Genre gängigen Sehgewohnheiten zu bedienen. Wer einen unterhaltsamen Actionfilm à la Der letzte Mohikaner oder so erwartet, wird enttäuscht, das Cover führt aber auch echt in die Irre!
2. Andere denken, aufgrund der etwas naiv erscheinenden Machart, dass der Film kitschig oder politisch unkorrekt wäre. Dem möchte ich gern widersprechen:
Mein Mann empfand die Darstellung der Indianer mal wieder als tendenziell. Da er den Film aber nach einer dreiviertel Stunde abgebrochen hat, blieb auch unsere Diskussion danach etwas auf der Strecke. Irgendwann, falls er mal mit Gipsbein auf dem Sofa festklebt, verdonnere ich ihn noch mal zum vollständigen Gucken! Wer hier, wie mein Mann, etwas von Dinseys verniedlichter "Pocahontas" und kitschiger Indianerromantik ahnt, hat natürlich auch schnell Vorurteile. Damit hat Malicks Darstellung der Geschichte aber nichts zu tun. Die Darstellung der indianischen Kultur und einzelner Völker im Spielfilm ist generell schwierig, man hat Angst sie zu positiv oder zu negativ darzustellen, Klischees einzubauen und ihnen nicht gerecht zu werden, sie gar als "Exoten" oder "Wilde" erscheinen zu lassen. Für diesen Film wurden nordamerikanische Indianer gecastet, die, was Sprache, Bewegung, Gesichtsbemalung und Kulturdarstellung betrifft, detailgetreu und aufwendig für die Darstellung der Virginia-Algonkin Indianer in Szene gesetzt wurden. Sie werden in relativ verspielter Unschuld gezeigt, was aber angesichts der dekadenten weißen "Zivilisation" zeigt, wie krass die Gegensätze und das Eindringen der Weißen in den ursprünglichen Lebensraum war. Er entlarvt auch den Dünkel: Anfangs sind die Indianer die primitiven Eingeborenen, die von zivilisierten Europäern wie <<eine Herde scheues Rotwild>> beobachtet werden, später erscheinen die Indianer gegenüber dem barbarischen und nicht nur moralisch ausgehungerten Fortbewohnern, wie reiche und vornehme Bürger.
Natürlich hat "The New World" den damals herrschenden Rassismus auch eingefangen und Malick wollte mit Sicherheit keinen Film machen, in dem unsere ach-so-tollen modernen humanistischen Werten vorherrschen und die Eroberung des ursprünglichen Amerikas auf tolerant schönen.

Auch der Titel ist nicht so zu verstehen, wie es nahe liegt. "The New World" wird aus der Perspektive der Pocahontas erzählt und für sie ist "die neue Welt" eben nicht Amerika, sondern NOCH eine andere Welt, was der Zuschauer aber erst am Schluss erfahren wird.
Trotzdem ist dieser Film wirklich nicht zuvorderst politisch oder überhaupt inhaltlich zu verstehen sondern, wie alle Filme Malicks, durch herrliche Bildkompositionen, deren spektakuläre Optik und Lichteinflüsse. Sprache wird oft durch Bewegungen ersetzt.

Fazit:
Im Grunde ist "The New World" ein Arthaus-Film, der sich als Mainstream getarnt hat. Es geht im Eigentlichen um das Drama der Welt und der Zivilisation, und welche Rolle hier die Liebe spielt. Wer pompöse Schlachten erwartet, sollte z.B. auf Mel Gibson's Apocalypto zurückgreifen. Malick glaubt an die wahre Liebe - und dass diese selbst in Extremsituationen das einzig Erstrebenswerte ist. Eine romantische Botschaft, die Malick jedoch selbst wieder etwas relativiert, denn das Glück ist nicht von langer Dauer.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Aufeinandertreffen zweier Kulturen...., 12. Dezember 2012
Von 
Ray "rayw260" (Rheinfelden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The New World (DVD)
Terrence Malick hat nur wenige Filme gedreht. Legendär bis heute ist sein 1978 inszenierter Bilderfilm "In der Glut des Südens" - bis heute unvergessen, auch wegen der betörend schönen Bilder von Nestor Almendros. Der scheue Regisseur zog sich danach 20 Jahre vom Filmgeschäft zurück, bis er sich 1998 mit "Der schmale Grat" und einem weiteren Meiterwerk zurückmeldete.
Es folgten "The New World" und "Tree of Life" - alle drei Filme haben eine sehr persönliche Handschrift und weisen durch den meditativen Charakter des Stoffes Ähnlichkeiten auf. Obwohl die Genres nicht unterschiedlicher sein könnten.
Auch die Bildsprache ist in jedem der drei Filme hervorragend umgesetzt. Während "Der schmale Grat" den Krieg und "Tree of Life" den Sinn des Lebens behandelt, ist es in "The New World" vor allem die Liebe und die Entdeckung von etwas ganz Neuem, Einzigartigem.
Diesen Eindruck müssen auch die Menschen im Jahr 1607 gehabt haben, als an der Küste Schiffe auftauchen und die Indianer staunend etwas erblicken, dass sie noch nie gesehen haben. Auch die Besatzung der Schiffe sind ergriffen vom Anblick des neuen Territoriums.
Malick gestaltet diesen Augenblick sehr magisch und zeigt in den ersten Einstellungen seines Films dieses Aufeinanderprallen von alter und neuer Welt und macht sehr schnell die Unterschiede deutlich. Es liegt in der Luft, dass sich das nicht auf Dauer vertragen wird.
Captain Newport (Christopher Plummer) sieht sich als einer dieser ersten Pioniere, die das neue Land Virginia nun urbar machen werden. Als Vermittler bei den Eingeborenen fungiert ihm der rebellische John Smith (Collin Farrell), der sich nach einer Weile in die Häuptlingstochter Pocahontas (Q'orianka Kilcher) verliebt, die anders als die meisten ihres Stammes eine große Neugier für die Neubürger und deren Bräuche aufbringt.
Ihr Vater Powhatan (August Schellenberg) beobachtet diese Entwicklung und die Gefühle seiner Tochter mit großer Sorge.
Der Gesandte der Briten verbringt eine schöne Zeit bei den Indianern, als er zurückkehrt ist in Fort Jamestown Hunger und Elend eingekehrt. Der Konflikt mit den Ureinwohnern ist unausweichlich...
Die große Stärke von "The New World" liegt in den magischen Bildkompositionen, ansonsten ist es ein sehr ruhiger, beinahe fliessender Film geworden, der vielleicht in der Gesamtheit durch die Off Stimmen der Protagonisten manchmal ein bisschen zuviel Meditationflairüber den Zuschauer stülpt.
Diese Machart funktioniert in "Der schmale Grat" viel besser, auch hier ist die Offstimme des Soldaten zu hören, durch die es ermöglicht den Zuschauer an seiner philosophischen Gedankenwelt teilhaben zu lassen.
In "The New World" wirkt es stellenweise ein bisschen aufgesezt - was aber nicht heissen soll, dass der Film schwach ist.
"The New World" ist ein guter, interessanter Film - allerdings im Vergleiich mit Malicks anderen drei großen Filmen deutlich schwächer.
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16 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Packend, wunderschön, ohne Melodramatik - aber nicht für Jedermann., 12. August 2006
Rezension bezieht sich auf: The New World (DVD)
Dieser Film hat mich ungeheuer beeindruckt und ich bin fassungslos, wie Manche hier diesen Film in der Luft zerreissen.

- Die Darsteller, besonders Christian Bale ("Batman Begins") liefern grossartige Leistungen, ohne irgendwie übertrieben melodramatisch sein zu müssen.

- Die Liebe zwischen Pocahontas und Smith wird ohne Kitsch, mit wenig Text und sanften Gesten, aber ungeheuer eindringlich erzählt.

- Es gibt wunderschöne, tiefgründige und symbolische Bilder und Kameraeinstellungen, die der Regiesseur auf den Zuschauer einwirken lässt und die Einen in diese längst vergangene Welt hineinziehen. Man fühlt fast das Gras Virginias unter den Füssen. Dabei werden modische Tricks wie übertriebenes Wackeln, Überbelichtung und Spielereien mit Unschärfen (siehe z.B. "Syriana" o. "Der ewige Gärtner") vermieden. Ein guter Regiesseur muss nur das richtige Motiv finden können und hier klappt das unglaublich gut.

- Action gibts kaum, die Kampfszenen, die gezeigt werden, vermeiden in ihrer Inszenierung die typischen Klischees, es gibt keine besondere Choreographie, aber es trägt alles sehr zur Authentizität bei.

- Die Inszenierung ist aufwendig aber vor allen Dingen ungeheuer authentisch. Man sieht so viele Filme mit Indianern, aber so richtig etwas über ihre Kultur erfährt man nur selten. Es ist offensichtlich, anhand der Bauten, der Vorgehensweisen sowohl der Indianer als auch der Engländer, daß immense Geschichts-Recherchen hinter diesem Film stecken.

- Ist der Film spannend? Ja, WENN man der Typ Zuschauer ist, der es auch als spannend empfinden kann, wie Menschen sich im Laufe ihres Lebens verändern und wenn man sich in die Charaktere hineinversetzen kann. Das kann nicht jeder und viele erwarten, daß der Film Einem ein Zeichen gibt, was jetzt spannend und wichtig sein soll (z.B. durch anschwellende Musik). Vorgekaut wird hier aber nicht.

"The New World" erfordert Aufmerksamkeit und Mitdenken, aber das war kein Aufwand für mich, denn die tollen Bilder, Darsteller und die fantastisch realistisch erzählte Geschichte zogen mich sofort in ihren Bann.

Kleiner Einblick: Die Liebe zwischen Pocahontas und Smith steht von Anfang an unter keinem guten Stern, beide wissen, daß es ihnen nur den Unmut ihrer Leute zuzieht, wenn sie sich aufeinander einlassen. Pocahontas hilft aus Liebe zu Smith den Engländern, den Winter zu überstehen und trägt dadurch letztlich eine Mitschuld am Niedergang ihres Volkes. Ihre Wandlung von der unschuldigen, kindlichen Indianerprinzessin zu einem getauften, angepassten und zurückhaltenden Mitglied der englischen Siedler ist ungeheuer bedrückend und man möchte sie am liebsten packen und ihr sagen, sie solle sich doch nicht zu etwas machen, was sie nicht ist. Pocahontas weiss nicht mehr zu wem sie gehört...

Wenn man sowas spannend finden kann, wird man einen ganz hervorragenden Film vorfinden. Ein massenkompatibles Epos mit Kitsch, Pathos und Massenschlachten darf hier aber keiner erwarten.
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22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unerwartet schön..., 22. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: The New World (DVD)
...ist dieser Film. Wie in einer anderen Rezession schon bemerkt wurde, das Cover ist ein eindeutiger Fehlgriff. Dieser Film hat mich schon einige Male in der Bibliothek "angelächelt" aber durch das brutale Bild auf dem Cover, welches eher einen Kampffilm verspricht war ich ziemlich abgeschreckt. Als ich mir den Film doch einmal angeschaut habe, war ich so positiv überrascht und konnte es gar nicht verstehen, dass ich noch nie etwas über diesen Film gehört habe.

Die Handlung brauche ich wohl nicht näher beschreiben, die Schauspieler sind eine Klasse für sich, besonders Q`Oriana Kilcher, die das Indianermädchen Pocahontas (was übrigens nicht einmal in diesem Film mitgeteilt wird) darstellt, besticht mit ihrer Natürlichkeit. Obwohl sie erst 14 Jahre ist, hat sie eine ungeahnte schauspielerische Macht über die Zuschauer. Die Landschaftsaufnahmen sind einfach wundervoll, man könnte fast meinen, es wäre der letzte unberührte Ort auf dieser Erde, so friedlich und geheimnisvoll. Einen aufschlussreichen Einblick über die aufwenigen Dreharbeiten und die Meinung einiger "richtiger" Indianer zu diesem Projekt, findet man in den Extras auf der Cd.

Mein Fazit: ein wunderschöner Film, aber nicht für jedermann.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gewiss eher nur etwas für Fans..., 21. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: The New World (DVD)
... von Terrence Malicks Filmkunst der ruhigen, poetisch-anmutenden, schönen Bilder. Wer den Film "Der Schmale Grat" gesehen hat, weiß das es kaum einen Regisseur gibt der so kunstvoll, die Schönheit der Natur auf der einen Seite und die Perversion des Krieges auf der anderen Seite darstellen kann.
"The New World" ist zwar kein Kriegsfilm, allerdings geht es auch in diesem Film nicht kampflos vonstatten. Dank der ruhigen und eindringlichen Kameraführung gelingt es überzeugend die Schwierigkeiten für die "Eroberer der neuen Welt" darzustellen. Die (Liebes)Geschichte um den Engländer Smith (Collin Farrell) und der Indianerin Pocahontas ist schön erzählt und wirkt authentisch.
Leider hat der Film einige Längen und der sehr ruhige, fast schläfrige Stil in den Szenen ist wohl eher etwas für Fans die, die Regiekunst von Malick zu schätzen wissen und dabei nicht "entschlummern" ;o). Deswegen "nur" 4 Sterne von mir.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach drauf einlassen..., 8. September 2006
Rezension bezieht sich auf: The New World (DVD)
Wenn man ein Historienepos ala Hollywood erwartet, wird man ganz klar enttäuscht.

Wenn man sich aber darauf einlässt einem Film zu verfolgen, in dem nicht alles vorgekaut wird und in dem es nicht alle 5 Minuten "kracht" oder "rummst", dann findet man in "The New World" einen wunderbaren Film der mit unglaublich schönen Landschaftsaufnahmen, poetischen Monologen und herrlich dezenter Musikuntermalung zu überzeugen weiß.

Zwar seh ich Colin Farrell in diesem Film etwas deplaziert, vorallem wenn man ihn neben Christopher Plummer und Christian Bale sieht, aber die Filmwelt hat schon schlimmere Fehlbesetzungen zurückstecken müssen.

Jedenfalls ist "The New World" ein Film, für den man sich Zeit nehmen muss und nicht einfach zwischen Tür und Angel "reinziehen" kann, wenn mal wieder nix Vernünftiges im Fernsehen läuft ;)
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The New World
The New World von Terrence Malick (DVD - 2006)
EUR 15,91
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