Fashion Sale Hier klicken Fußball Fan-Artikel calendarGirl Cloud Drive Photos Sony Learn More madamet Bauknecht Kühl-Gefrier-Kombination A+++ Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Lego Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen12
4,5 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 16. Juli 2006
Nur durch Zufall bin ich auf dieses Kleinod gestoßen. Als ich hörte das Yoshitoshi ABe der Verfasser dieser unscheinbaren seltsamen Geschichte ist, habe ich einfach blind zugegriffen. Der Name dieses Zeichners und Autors verspricht stets ungewöhnliches Charakterdesign und bizarre Welten. Das Präsentierte verblüffte mich aber dennoch vollständig. (ABe ist wirklich immer für eine Überraschung gut.) Im Gegensatz zum unterkühlten Realismus von Texhnolyze oder dem experimentellen Cyberexpressionismus von Lain, verströmt Haibane Renmei tiefe Menschlichkeit und Wärme.

Die Haibane sind engelsgleiche Wesen mit aschefarbenen Flügeln. Sie leben in einer von Mauern umgebenen Stadt (Guri), abseits der hier auch existierenden Menschen.
Die Mädchen und Jungen wissen nicht weshalb sie an diesem Ort als Haibane widergeboren wurden, sie haben keine Erinnerung an ihr vorheriges menschliches Leben. Nutzlose Flügel wachsen ihnen, ein Lichtreif wird auf ihr Haupt gesetzt, unvollkommene Wesen, nicht Engel und nicht Mensch. Die neugeborenen Haibane erhalten neue Namen, angelehnt an die Träume in ihrem Geburtskokon. Sind diese Träume ein Hinweis auf die Art ihres Todes im vorherigen Leben? Träfe dies zu, bedeutet dies das z.B. ein Name wie Rakka=Fallen auf einen Tod durch einen Fall aus großer Höhe hindeutet? Ähnliche Vermutungen lassen sich für alle Namen der Haibane anstellen.

Die Haibane leben in einer Art Zwischenwelt, ein Fegefeuer das sie offenbar von der aufgeladenen Schuld des vergangenen Lebens befreien soll. Die Haibane reinigen sich (nach meiner Interpretation) von allem menschlichen Ballast, um eine wie auch immer geartete nächste Daseinsstufe zu erreichen. Unausweichlich steuert ihre Existenz auf den Tag der Abreise zu, ihre Seele wird schwerelos und sie entschweben schließlich der Zwischenwelt von Guri.

Die Serie startet ganz langsam und ermöglicht dem Zuschauer einen behutsamen Einstieg in die unbekannte Welt der Haibane. An der Seite von Rakka, einer neugeborenen Haibane, erforschen wir das Leben an diesem fremdartigen und doch auch so vertraut scheinenden Ort. Bis zur Mitte der Serie erscheint Guri als eine Art paradiesische und behütete Stadt, doch dann quillt aus der zuvor nur unterschwellig spürbaren Melancholie das Schwarz der Verzweiflung. Einige der Haibane (Ursündige) sind in einem Käfig aus Schuld gefangen, ohne dass sie wissen worin ihre Schuld eigentlich besteht. An dieser Seelenqual drohen sie zu zerbrechen. Die Melancholie steigert sich zu einem bittersüßen Hymnus, der in der abgründigen Finsternis der letzten Folge gipfelt. Worin diese Schuld besteht? Das überlässt ABe wohlweislich der Fantasie des Zuschauer, denn gerade in den unausgesprochenen Interpretationsmöglichkeiten liegt ein besonderer Reiz von Haibane Renmei.

Die Stärken dieser Serie sind unbestreitbar das ungewöhnliche Setting, die Dialoge, die harmonierende melancholische Musik und das Charakterdesign. Doch wo viel Licht ist gibt es meist auch Schatten. In diesem Fall ist dies die (wohl vom Budget der Serie verschuldete) nicht wirklich überzeugende Qualität der gezeichneten Hintergründe. Vor allem die dargestellte Architektur der Stadt und des Haibane-Tempels ist etwas dürftig geraten und wirkt (für eine Serie aus dem Jahr 2002) etwas hingepfuscht. Besonders unangenehm viel mir dies bei einer Szene auf in der zwei der Protagonisten vom Glockenturm auf die Stadt herabsahen. Von Perspektiven hat der hier verantwortliche Zeichner wohl noch nicht viel gehört. Diese Schwächen fallen für mich unter dem Strich aber nicht weiter ins Gewicht, lenkt diese bescheidene Qualität doch alle Aufmerksamkeit auf die liebenswerten Charaktere und die sich zunehmend verdüsternde Geschichte. Der ein oder andere Zuschauer könnten sich auch an den streckenweise penetrant religiösen Untertönen stören. Außerdem verlangen die zuweilen etwas kryptischen Dialoge (z.B. mit dem Oberhaupt des Haibaneverbandes) und die vor Symbolik überquellende Bildsprache vom Interpretationsvermögen des Zuschauers einiges ab.

Zur Umsetzung auf DVD:
Die deutsche Ausgabe kann leider nicht ganz mit der Qualität der Vorlage mithalten. Das Bild erscheint mitunter etwas unscharf (ein bewusstes Stilmittel?), die Untertitel sind immer wider von Flüchtigkeitsfehlern durchsetzt. Ein separater Untertitel für die japanischen Textpassagen wurde leider für unnötig befunden. Der auf 5.1 aufgepeppte deutsche Ton kann seine räumlichen Möglichkeiten nicht ausleben und bleibt Frontlastig, Dialog und Musik behaken sich zuweilen unnötig. Die gebotenen Extras der normalen Box sind etwas dürftig geraten (Trailer, kurze Promovideos, Bildergalerie) was für eine Animeserie aber nicht ungewöhnlich ist. Doch die deutsche Ausgabe hat auch mit einem echten Prunkstück aufzuwarten. Neben der gewohnt professionellen japanischen Tonspur (2.0), gibt es auch eine wirklich gelungene deutsche Synchronisation. Vor allem die Sprecherinnen der Hauptfiguren wissen voll und ganz zu überzeugen. Auch wenn mir hier einige O-Ton Fans heftig widersprechen mögen, phasenweise gelingt es, namentlich Shandra Schadt (Rakka) und vor allem Alexandra Ludwig-Mink (Reki), ihre japanischen Kolleginnen an die Wand zu spielen. Das Synchronstudio hat, indem es sich in seiner Interpretation nicht starr an das japanische Vorbild hält, genau das Richtige getan.

Fazit:
Haibane Renmei ist eine ungewöhnliche kleine Animeserie die von ihrer tiefen Menschlichkeit und Melancholie lebt. Freunde von Action und Comedy sollten also Abstand halten. Wer hingegen den Blick in seelische Abgründe sucht ist hier genau richtig. Die Serie ist eine wahre Perle unter den vielen Veröffentlichungen der letzten Jahre und sollte in keiner Sammlung fehlen. Die Altersfreigabe (FSK 12) ist Aufgrund der zuweilen komplexen Dialoge und dem depressiven Unterton durchaus gerechtfertigt.
Insgesamt vergebe ich, trotz der Schwächen in der technischen Umsetzung, 5 Sterne, die ungewöhnliche bittersüße melancholische Geschichte lässt hier nichts anderes zu.
0Kommentar|43 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Juli 2006
Haibane Renmei - wer Lain gesehen hat und begeistert war, wird auch von diesem Anime verwöhnt. Ich selbst habe es ohne Hintergrundwissen gekauft. Mich hat der Text auf der Boxrückseite zum Kauf animiert.

Haibane sind menschenähnliche Individuen, die einen Leuchtreif über dem Kopf tragen und Flügel am Rücken haben, die sich allerdings nicht zum Fliegen eignen. Ein Mädchen wacht eines Tages im Dorf der Haibane auf und heißt von nun an Rakka. Sie wird durch die umgänglichen Mitbewohner langsam in der Leben der Haibane eingeführt.

Mich begeistert die sehr tiefgehende Ebene im Anime. Warum Haibane einen Leuchtreif und Flügel haben wird detailliert beschrieben - wie es oft in anderen Serien der Fall ist. Jeder Charakter hat seine eigene Geschichte und diese wird jedem Zuschauer sehr schön und detailliert ersichtlich. So fremd die

Welt auch wirkt, so nah und heimisch fühlt man sich beim Schauen. Die Parallelen zum Leben von uns sind erstaunlich stark.

Zu der DVD: In der Box befinden sich 4 DVD mit allen 13 Episoden. Neben der deutschen Tonspur (Dolby Digital 5.1 und DTS) ist auch die original japanische Tonspur vorhanden. In den Genuss der japanischen Version kann man kommen, indem man den deutschen Untertitel einschaltet, wodurch man mühelos der japanischen Sprache folgen kann. Der Untertitel ist sehr leicht lesbar und verständlich. Als Extra sind hier einige Anime-Trailer aufgeführt, Galerien mit Originalzeichnungen, textloser Vor- und Abspann und Karaoke-versionen vom Intro.

Ich gebe der Box somit 5 Sterne, weil ich vom Anime und der Aufmachung extrem begeistert bin und es auch endlich mal möglich ist einen 13 Episoden-anime (u.a. Lain und Paranoia Agent) in einer kompletten Box zu kaufen, anstatt 4 DVDs kaufen zu müssen; es wirkt im Regal somit wesentlich harmonischer. Auch die Ausstattung der Extras ist nicht gering - somit ist diese Box einfach nur perfekt!
0Kommentar|17 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Mai 2007
Ob einem eine Geschichte, sei es Buch oder Anime, gefällt, hängt neben dem persönlichen Geschmack nicht zuletzt auch davon ab, was man erwartet. Ein Action-Kracher wie X-Men oder Star Wars ist Haibane Renmei nicht im entferntesten, sondern ein sehr ruhiges Anime, das am ehesten dem Bereich Märchen / Fantasy zuzuordnen ist.

Ohne hier noch mal all das zu wiederholen, was andere schon oft geschrieben haben, möchte ich nur sagen, daß dieses Anime in seiner Kategorie so ziemlich das beste ist, was ich je gesehen habe, und das ist inzwischen eine ganze Menge.

Ernst Hammann - JASMS
0Kommentar|7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. Juli 2006
Die Grafik/Zeichnungen ist sehr schön und Detaireich.

Die Musik ist ruhig und absulut passend.

Die Geschichte faszieniert und die Erzählung ist genial.

Zusammen einfach perfekt.

Ein muß für jede Sammlung oder Animefan.

Wenn man den Kaufpreis durch die 4DVDs teilt, ist die Serie nicht zu teuer. Und auf jedenfall ihren Preis wert.

Die erzählweise ist interesant. Die Hauptfigur ist zwar Rakka, doch bei der 4DVD erkennt man das Reki's Geschichte erzählt wird.

Auch wenn es ein freudiges Ereignis ist, wenn ein Heibane den sprung über die Mauer macht, leidet man mit Rakka.

Auch wenn man es nicht direkt erklären kann, strahlt der Film eine tiefe Melancholie aus.

Die FSK12 gehen inordnung, wobei ich mir nicht sicher bin ob ein 12 Jährige(r) den Film voll erfassen kann.

Was ich auch noch eindrucksvoll finde:

Es geht auch ohne Verfolgungsjagten, ohne Schießerreie, ja es gibt noch nicht ein mal Waffen.

Und trotzdem einer der besten Filme die ich kenne.
0Kommentar|8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Juni 2008
Haibane Renmai, was soll ich sagen. Ich habe mir diese DVD zufällig bei Amazon.de gekauft. Ich habe nur das Bild gesehen und dachte mir:,, Sie sieht gut aus.`` dann habe ich mir den Trailer im Internet angesehen und fand den Anime sehr schön, da Wesen mit Flügeln mitspielten. Ich muss sagen der Anime gehört mit zu den besten Animes. Er hat soviel tiefe und Emotionen. Von Folge zu Folge lernt man die Charaktere kennen. und lernt ihr Wesen. Jeder Chara ist anders und das macht diesesn Anime sehr faszinierend. Was die Haibane sind oder warum sie dahin gekommen sind, bleibt ungeklärt. Doch darüber sollte sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Die Musik dazu ist atemberaubend und passend. Ich empfehle jedem sich diese DVD zu kaufen, es lohnt sich.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. Juni 2007
Am Rande einer beschaulichen kleinen Stadt leben in einer halb zerfallenen Hofanlage und einer alten Fabrik die Haibane, Kinder und Jugendliche in unterschiedlichem Alter, wiedergeboren aus einem Kokon. Benannt werden sie nach ihrem Traum, den sie im Kokon geträumt haben. Außer ihrem Traum haben sie keine Erinnerung an ihr Vorleben mehr. Kurz nach der Geburt wachsen ihnen unter Schmerzen und hohem Fieber kleine, aschgraue Engelsflügelchen.

Die Haibane stehen sich einander bei, leben in Eintracht mit sich selbst und den Menschen und sind bei den Bewohnern der Stadt hoch angesehen. Sie müssen ohne Lohn arbeiten und dürfen nur gebrauchte Dinge besitzen, die sie mit einer unterschriebenen Seite ihres Notizbuches kaufen können. Umsorgt werden sie von den Haibane Renmei, den Mitgliedern des Aschflügelbundes, mit denen sie aber nicht reden dürfen, es sei denn, es wird ihnen ausdrücklich erlaubt.

Eine nahezu perfekte Welt, wäre dort nicht die Mauer, welche diese kleine Welt nach außen abschottet und die nur von den "Händlern" überwunden werden darf, die Haibane dürfen sich ihr nicht einmal nähern. Die Serie begleitet in schönen ruhigen Bildern, unterlegt von einem wundervollen Soundtrack, die Haibane Rakka und Reki von Rakkas Geburt bis zu Rekis "Tag des Fluges".

Obgleich außer Alltäglichem nicht viel passiert, ist die Serie zum Heulen schön. Gerade denen zu empfehlen, die mit Animes eigentlich nichts anfangen können. Ein wundervoller kleiner Film über Freundschaft, Schuld, Sühne, das Leben und den Tod. Hat bei mir ein Rundumwohlfühlgefühl hinterlassen. Wunderschöner Soundtrack!

Einziger oft gehörter Kritikpunkt ist die Frage, ob der Anime nicht ggfls. den Selbstmord von Jungendlichen glorifiziert, m.E. tut er das nicht, aber da kann man sicher auch anderer Meinung sein.
0Kommentar|7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 30. November 2014
"Haibane Renmei" wurde 2002 veröffentlicht und entstammt einem selbst herausgegebenen Manga des Zeichners Yoshitoshi ABe. Aus dessen Feder stammen u. a. auch die Animes "Serial experiments Lain" und "Texhnolyze", die für erhebliches Aufsehen sorgten, da sie sich in vielerlei Hinsicht von zeitgenössischen Werken unterschieden.

"Haibane Renmei" könnte unter diesen drei Serien als das konventionellen Gewohnheiten am nächsten stehende Werk betrachtet werden. Sie verbindet einen interessant ausgestalteten Handlungsraum mit sehr guter technischer Ausführung und einer zu zutiefst ergreifenden Handlung, die zudem dramaturgisch außerordentlich gut konstruiert ist. Hervorzuheben ist allerdings das fast völlige Fehlen sogenannter Action. Zuschauer, die zwischenmenschliche Konflikte bzw. deren Austragung als handlungsbestimmende Elemente erwarten, sollten sich von "Haibane Renmei" fernhalten. Einer außerordentlichen zwischenmenschlichen Wärme stehen wahrhaft gewaltige Probleme einzelner Charaktere gegenüber, die sich aus vorgegebenen, durch die Charaktere nicht beeinflussbaren Rahmenbedingungen ergeben.
Handlungsrahmen und Charaktere fordern Interpretationen seitens der Zuschauer geradezu heraus. Es können zwar zahlreiche Verweise bzw. Bezüge zur christlich-jüdischen Mythodologie ausgemacht werden, dennoch hat der Zeichner bewusst auf zu präzise Erklärungen und Hintergründe verzichtet, um eine entsprechende Offenheit zu erzielen. Dementsprechend kann sich jeder Zuschauer seine eigenen Gedanken machen.

Kern ist das Dasein und die Entwicklung engelsähnlicher Wesen, genannt Haibane, die in einem Alter zwischen Kind und Jugendlichen in eine Zwischenwelt hineingeboren werden. Hier leben sie einige Jahre und verlassen diese bei Erfüllung diverser, nicht genau spezifizierter Bedingungen wieder. Die Haibane wissen, dass sie aus einem früheren Leben kommen, jedoch nicht, wie dieses aussah und wie bzw. warum es endete. Der Ursprung und die Platzierung der Zwischenwelt werden nicht geklärt. Die Zwischenwelt wird durch eine Stadt eingenommen, die von Feldern und einer hohen Mauer umgeben ist. Die Mauer ist weder für die Haibane noch für die weiterhin dort lebenden Menschen zu überwinden. Dies können nur wenige, von außen kommende Personen, deren Identität und Herkunft nicht geklärt werden.

Die Geschichte beginnt mit der Ankunft eines jungen Mädchens, das in der Folge den Namen Rakka erhält und aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird. Rakka ist zusammen mit der älteren Haibane Reki, die ihre zentrale Bezugsperson wird, die Hauptfigur. Über 13 Episoden wird in der Folge eine klassische Geschichte erzählt, die sich in einen Anfang, einen Mittelteil und einen Schluss gliedert, die durch einschneidende Ereignisse, unverhoffte Wendungen bzw. Offenbarungen voneinander abgegrenzt werden. Der erste Akt umfasst die Folgen 1 bis 5 und ist eine detaillierte Einführung aus Sicht Rakkas, die lernt, sich in dieser neuen Welt zurechtzufinden. Folge 6 behandelt die Abreise einer Freundin, in deren Folge Rakka mit grundlegenden Problemen konfrontiert wird: Einige Haibane tragen eine Ursünde mit sich, die eine Abreise ohne Sühne und Vergebung unmöglich macht und die Betroffenen zu einem langen, einsamen Dasein und schlussendlichem Tod in dieser Zwischenwelt verdammen würde. Der die Folgen 7 bis 9 umfassende Mittelteil behandelt die Suche Rakkas nach ihrer Sünde und dem Finden von Vergebung, wobei sie hier stärker im Fokus der Handlung steht als am Anfang. Im Zuge dessen wird dann offensichtlich, dass Reki diese Ursünde ebenfalls trägt und sich anscheinend damit abgefunden hat, keine Abreise erleben zu dürfen und irgendwann einsam zu sterben. Die positive Stimmung des Anfangs wird in Ruhe und ... Düsternis überführt, die durch den Umgang Rakkas mit den erworbenen Erkenntnissen sowie ihrem Problem erzeugt werden. Der die Folgen 10 bis 13 umfassende Schlussteil schließlich schildert die Bemühungen Rakkas, ihrer Freundin die Erlösung zu ermöglichen. Der Fokus wechselt von Rakka auf Reki, zugleich werden u. a. durch weitere Offenbarungen Spannung und Dramatik subtil immer weiter gesteigert. Der Leidensweg Rekis ist für mich der eigentliche Kern der Geschichte.

Das Finale ist - abgesehen von seiner exzellenten Konzeption - so ergreifend und das Resultat derart zwiespältig, dass ich mich zwischen Optimismus und tiefer Resignation hin und her gerissen fühlte. Dafür zwei Beispiele:
Rekis Abreise markiert einerseits das Ende ihres langen Leidensweges. Auf der anderen Seite bleibt für Rakka zwar das Bewusstsein, ihrer Freundin die Erlösung ermöglicht, sie dadurch aber auch verloren zu haben. Angesichts der enorm tiefen Zuneigung, die zwischen beiden bestand, erscheint Rakkas Verlust kaum erfassbar.
Das Wissen, nach der Abreise alle Erinnerungen an die Zwischenwelt zu verlieren, verheißt zwar das Ende von Verlust, den die Abreise von Freunden mit sich gebracht hat. Andererseits verlieren mit dem Verlöschen der Erinnerung das Dasein in der Zwischenwelt, vor allem aber das dort erlebte Glück sowie die tiefen zwischenmenschlichen Bindungen jede Bedeutung...

...als Reki Rakka verließ, um sich auf ihren letzten Weg zu machen...

Hinsichtlich der Animations- und Zeichenqualität kann "Haibane Renmei" als gut und zu seiner Entstehungszeit überdurchschnittlich eingestuft werden. Diverse Geräte und Anlagen scheinen rechneranimiert zu sein, was vor allem den Bewegungsabläufen zugutekommt. Die Tag- und Nachteinstellungen sind farbenfroh und insgesamt sehr stimmungsvoll. Hervorzuheben sind die diverse Szenen, in denen Regen auf Fensterscheiben fällt. Diese sehen beinahe surrealistisch aus und gehören zum Besten, was innerhalb der Serie geboten wird. Demgegenüber fallen einige Einstellungen mit Sonnenuntergängen deutlich ab, da die Farbkombinationen nicht überzeugen und die Wolken zu grob erscheinen. Der Bildaufbau ist i. Allg. gelungen, allerdings sind einige Total- und Luftansichten der Stadt perspektivisch nicht ordentlich ausgearbeitet. So etwas sollte es gerade in einer relativ kurzen und inhaltlich derart überzeugenden Serie nicht geben.
Interessant ist das Ambiente. Stadt und Landschaft vereinen Bauten und Technik verschiedener Epochen, wobei Windräder und Mopeds einen starken Kontrast zu den anderen Strukturelementen setzten, die größtenteils aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert zu stammen scheinen. Ein besonderes, diesen Kontrast sehr verstärkendes Detail ist der Verschleiß von Büchern in der städtischen Bibliothek. Dieser Prozess hat einen realen Hintergrund, ist hochaktuell und auf die breite Verwendung gechlorten Papiers zurückzuführen - dieses kam erst ab den 1830-er Jahren in Gebrauch. Die Verfallszeit und die Zustände in der Bibliothek sowie einige Dialoge beachtend, scheint die Handlung frühestens im Jahr 2019, wahrscheinlich aber noch deutlich später abzulaufen. Aber bevor ich mich in Details verliere...
Das Charakterdesign ist durchaus ungewöhnlich, obwohl eine für die Entstehungszeit konventionelle Linienführung genutzt wurde. Hervorzuheben ist vor allem der Fakt, dass hier eindeutig Ethnien unterschieden werden können. Während z. B. Reki als Asiatin zu erkennen ist, kommen Rakka und andere Charaktere offensichtlich aus dem europäischen bzw. amerikanischen Raum. Unterstützt wird dies durch die Auswahl der Haarfarben, bei der sich die Macher auf vergleichsweise wenige, realistische Töne beschränkt haben.
Die musikalische Untermalung ist exzellent. Es wurden zahlreiche sehr wohlklingende, zu jeweiligen Situation überaus passende Themen komponiert, die hochwertig instrumentiert sind und die Geschichte hervorragend unterstützen. Vor- und Abspannlied gehören für mich zu den besten ihrer Art.

Insgesamt kann den Machern eine sehr gute Leistung bei der technischen Umsetzung der Geschichte bescheinigt werden.

Die deutsche Ausgabe ist insgesamt sehr gut und wird der Qualität des Werkes gerecht. Neben den Folgen selbst gibt es Vorschauen und Bildergalerien. Zentral ist die wirklich hervorragende deutsche Synchronisation, da gute und jeweils passende Sprecher für die einzelnen Figuren verpflichtet wurden, die eine professionelle Arbeit abliefern. Natürlich ist die japanische Tonspur samt Untertiteln vorhanden. Auch die Gestaltung der DVDs und der Box ist gelungen.

Freunden dramaturgisch gut konzipierter, überaus dramatischer Geschichten ist "Haibane Renmei" dringend zu empfehlen. Aber auch allgemein Interessierte mit Geduld sollten ihm eine Chance geben. Es lohnt sich.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. November 2006
2002 war ein gutes Animejahr. Mit Azumanga Daioh und Haibane Renmai erschienen zwei sehr unterschiedliche aber dennoch großartige Meilensteine am Zeichentrickserienhimmel.

Yoshitoshi Abe's Geschichte von Engeln ist eine sehr ruhiges und zutiefst menschliches Werk, dessen Welt soviel glaubhafte Charaktere und phantasievolle Details enthält wie selten zuvor erzählt.

Eine Serie die keinen Platz mehr zu haben scheint, in einer Medienwelt in der alles in hektischen 30 oder 90 minutenhappen fertigerzählt sein muß. Hier gibt einen Ausschnitt aus einem so viel größeren Bild, das es einen Wünschen läßt mehr zu erfahren, weitere Geschichten zu sehen aus Rakka's Charcoal Feather Federation.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Dezember 2007
was schwach beginnnt endet in einer gelungenen Geschichte um Freundschaft, Liebe, Aufopferung, Trauer, Eifersucht, Vergebung und vorallem .... einer Lektion über uns selbst. Der Psyche des Menschlichen Daseins und der Frage um Ihrer Bedeutung von einem selbst.

Als ich die ersten 7-9 Epioden gesehen habe hab ich gedacht ... oh man(n) was für ein Fehlkauf, doch wie es im Leben nun einmal so spielt ist nicht immer alles Gold was glänzt und genauso umgekehrt. Was ein Geplänkel einer Soapopera gleicht wird zu einem unvergleichlichem Drama und entpuppt seine waren Qualitäten in den letzten Episioden ... unvergessen traurig und schön zugleich. Wenn man über die ersten Episoden hinwegschaut ist dieser Anime eine echte Rarität.
Aufgrund der schwachen anfangs Episoden gibts von mir hier LEIDER nur 4 Sterne.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. März 2015
wer technotize kennt und mag is hier gut aufgehoben wer es nicht mag sollte ihn auch nicht schauen

wer den anime nicht kennt sollte wissen das er hier so etwas wie action nicht suchen brauch da es hier eher um das soziale geht
da uch nuicht spoilern will belasse ich es beii weiteren erklärungen
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden