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22 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dramatische Stimmungsschwankungen, 17. Juli 2006
Von 
Daniel Thalheim (leipzig) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Deliverance (Audio CD)
Von besonders stringenter Härte ist das 2002 erschienene Glanzstück von Opeth. Von gewohnter Dramaturgie, Düsternis und Melancholie ist auch dieses Album geprägt, wobei letztere - aufgrund der Heaviness - durch Verzweiflung und Wut in den Hintergrund treten. Nichtsdestotrotz erreicht hier Opeth etwas ganz besonderes, das jeden Fan begeistert wird. Nicht zuletzt wegen der persönlichen Texte Mikael Åkerfelds, die ziemlich unter die Haut gehen können und der unerreichbaren musikalischen Komplexität.

"Wreath" gibt ein nahezu tänzelndes Thema vor, das mittels melodischer Gitarrenläufen, harten Arrangements und wechselnden Stimmungen begeistern kann. Von gleicher Vehemenz breakt sich das nachfolgende Titelstück "Deliverance" durch die Spielminuten. Es wird von ruhigen Parts unterbrochen, worin Mikael mit klarer Stimme singt. Die Songkontraste sind scharf umrissen und weniger fließend. Das triste Pianothema am Anfang von "A Fair Judgement" wird von dem klaren Gesang Mikaels weitergetragen und nach dramatischem Aufwallen der Musik sowie dem abwechslungsreichen Zwischenpart am Ende wieder aufgenommen, um zu der doomigen Endsequenz zu gelangen. "For Absent Friends" ist ein nachdenklicher Akustikpart, der durch den nachfolgenden Doomsong "Master's Apprentices" jäh unterbrochen wird. Hier regieren wieder Deathgrowls, mächtige Gitarrenwände und stringente Härte. Göttliche Riffs türmen sich massiv auf und werden durch Leads und den krassen Wechselgesang Mikaels grandios ergänzt. Der unvermutete Akustikpart in der Songmitte bietet einen optimistisch gestimmten Ruhepol. Das plötzliche Abbrechen dessen durch die Wiederaufnahme des deathlastigen Dooms vom Songanfang belebt wieder die Sinne. Hart und melodiös geht es mit "By The Pain I See In Others" weiter, bis ein harter Break den treibenden Akustikpart einleitet, der von Mikaels verzerrter Stimme einen besonders kranken Ausdruck bekommt. Im Wechsel mit den E-Gitarrenwänden und zahlreichen Breaks entzieht sich dieser Song der anfänglichen Nachvollziehbarkeit und verlässt das Anfangsthema. Wie ein Deja-Vu kommen gewisse Melodien wieder vor, die man auf dieser Scheibe woanders bereits gehört hat. Das abrupte Ende des Soundkolosses wird nach einer längeren Pause von einem orientalisch anmutenden Stimmenecho endgültig abgeschlossen.

Die schiere Komplexität der einzelnen Songs macht dieses Album zum schwer zugänglichsten in der Opeth-Geschichte. Das ist nicht schlechtes. Hier zeigt sich wieder einmal, wie dicht und einfallsreich Heavy Metal klingen kann. Es ist die beste Umsetzung und Interpretation von Musik seit Jahren. Nichts ist aufregender als ein Stück moderne Musikgeschichte. Brillant!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abgrundtiefe Schönheit, 7. Dezember 2002
Von 
Reptoid (Mössingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Deliverance/Digi Pack (Audio CD)
Diesem Album kann man mit Worten kaum mehr beikommen. Was hier an rohester Brutalität und agressivster Härte geboten wird, ohne dabei auch nur ansatzweise in die Nähe von irgendwelchen dümmlichen Genre-Klischees zu kommem, ist einzigartig. Auch die fiesesten Totschlägerriffs werden noch mit einem progressiven Ansatz rübergebracht, wo andere Bands einfach nur noch hirnlos zuschlagen, bleiben Opeth stets 'musikalisch'. Das technische und das kompositorische Niveau ist von einer Klasse, die Opeth in der Riege der Top-Prog-Metaller ganz vorne einreiht. Unglaublich der 'Gesang': Mike Akerfeldt wird von Platte zu Platte besser, von dem unbeholfenen Gekrächze der meisten Deather ist er mittlerweile meilenweit entfernt. Er klingt, als ob er aus der Hölle zu uns heraufbrüllt, gräßlich und schön zugleich, kaum zu glauben, daß ein menschliches Wesen solch schauderhafte Töne von sich geben kann. Opeth wären nicht Opeth, wenn dieser Höllentrip nicht ab und an durch Traumreisen mit klassisch-akustischen, jazzigen, oder 'proggy-frickeligen' Einlagen aufgelockert würde, allerdings ist das hier nicht so ausgewogen und abwechslungsreich wie etwa auf "Still Life" geworden. Bei "Deliverance" steht doch die Härte und Schwärze mehr im Vordergrund, als weiteres Stilelement bringt das Mellotron eine Spur 'Gothic' ins Spiel. Das Album ist von einer faszinierenden atmosphärischen Dichte, die den Hörer unwiderstehlich in den Bann zieht. Selbst in den abgrundtiefst schwärzesten Momenten strahlt die Musik noch eine fast überirdische Schönheit aus und die ruhigen Passagen vermitteln eine fast physisch schmerzhafte Melancholie. Das ist Musik, die direkt ins Herz des Hörers greift - rasend, süchtig und sprachlos machend, zum Teil regelrecht verstörend. Einzigartig!
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Falling inside again ..., 5. November 2002
Rezension bezieht sich auf: Deliverance/Digi Pack (Audio CD)
Opeth waren stets der Beweis dafür ,dass deathtige Gitarrenmusik keineswegs primtiv oder öde daher kommen muß.
Alle bisherigen Alben präsentierten einen Metal-Cocktail wie er genialer sonst kaum zu finden war. Bei aller gebotenen Härte waren es vor allem die zahlreichen akkustischen Zwischenspiele und die glasklare Stimme die trotz den überlangen Tracks ständig aufhorchen liessen.Immer hatte ich gehofft, Opeth wirden sich mehr in diese Richtung bewegen, doch schon die Vorankündigungen von DELIVERANCE berichteten von einer unglaublich heftigen Platte. Dementsprechend niedrig waren meine Erwartungen. Doch was mir dann beim Einlegen Richtung Ohrmuscheln pfeift ist ungelogen das Genialste der letzten Jahre. Krasse Blackmetal-Ausbrüche überstürzen sich mit brutalen Riffgewittern und immer wieder blitzt Mikael Akerfeldt-Sei-Dank das progressive Songwritingpotential hindurch. MASTER'S APPRENTICES lässt dich mit seinen endgeilen Mosh-Gitarren,den herrlichen Cleanvocals und dem sensationellen Schockeffekt ( Besitzer der Scheibe wissen Bescheid )fast wahnsinnig vor Begeisterung werden. Das zerbrechliche A FAIR JUDGEMENT begleitet dich noch leidenschaftlicher als zuvor in eine kurze Traumwelt. Leidenschaft ist überhaupt das passendste aller Wörter. Selbst der Opener WREATH der böser die Platte nicht einleiten kann, überzeugt von Anfang bis Ende.Opeth im Jahre 2002 bededet noch einmal mehr Metal as it's very best, ein alles vernichtender Kreativrundumschlag !
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Opeths schwächstes Werk - dennoch sehr gut!, 30. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Deliverance (Audio CD)
Opeth zählen nun schon seit einiger Zeit zu meinen Lieblingsbands, eine Band, bei der jedes Album ein absolutes Meisterwerk ist; jedesmal schaffen es die Schweden, etwas neues zu kreieren, was so noch nie dagewesen war, ohne aber, dass sie ihrem Stil nicht treu bleiben würden und stets unter hunderten von Acts herauszuhören wären.

Natürlich habe ich meine Favoriten mit "Still Life" und "Blackwater Park", die mit ihrer Verspieltheit bzw. düsteren Brachialgewalt begeistern und auch die ganz alten Scheiben haben mit ihrem folkigen Touch ihren Reiz. Lange habe ich gerätselt, was mir bei "Deliverance" fehlt, denn die Songs selbst sind schließlich alles andere als schlecht.

Los geht's mit dem selbst für Opeth-Verhältnisse extrem düsteren "Wreath", ein sehr geiler Kracher, es folgt der ebenfalls hervorragende Titeltrack, bei dem das End-Riff so unglaublich genial ist, dass mich es nicht im geringsten stört, dass es ziemlich oft wiederholt wird. "Deliverance" fehlt mittlerweile auf keinem Opeth-Konzert mehr und wer jemals bei einem Live-Auftritt zu diesem Riff gebangt hat, der weiß, wovon ich rede, wenn ich von Nackenschmerzen spreche...

Auch das wundervolle "A Fair Judgement", das gänzlich ohne Growls auskommt, weiß zu begeistern - und ich finde das doomige Riffing am Ende überhaupt nicht deplatziert; kommt live auch sehr geil, je langsamer sie es spielen.

Das instrumentale Zwischenstück hingegen reißt mich nicht so sehr vom Hocker, da gefallen mir "Ending Credits" oder "Patterns In The Ivy" besser.

"Master's Apprentices" dann bietet wieder gradliniges, kompromissloses Riffing und einen sehr schönen Harmony-Part in der Mitte. Besonders hervorheben will ich die Stelle, wenn sich die klare Stimme hochschraubt und dann das Growling direkt einsetzt - Hammer!

Ein bisschen Probleme habe ich irgendwie mit dem letzten Stück "By The Pain I See In Others": cooler Titel, aber der Song selbst klingt irgendwie uninspiriert. Auch wenn ich ihn nun schon x-mal gehört hab - es will sich einfach keine Begeisterung dafür einstellen. Und natürlich: Was soll dieser Blödsinn am Ende, zwei, drei Minuten Pause zu lassen und dann irgendwas rückwärts abzuspielen?

Doch um zum Hauptproblem zu kommen, das ich mit dem Album habe und das mir zunächst gar nicht so klar war: Es fehlt die Verspieltheit, die Opeth sonst auszeichnet. Sicher, man wollte mit den beiden Alben "Damnation" und "Deliverance" das Experiment wagen, harte und sanfte Klänge zu trennen und das ist ja auch nicht schlecht, dennoch fehlen mir bei "Deliverance" die Gitarrenfills und diese Verbundenheit mit der Natur, die ich sonst mit dieser Götterband assoziiere.

Die Produktion ist dementsprechend hart, kompromisslos und kalt. Die Gitarren klingen regelrecht schneidend und gnadenlos. Damit man mich nicht falsch versteht: "Deliverance" ist ein hervorragendes Metalalbum und den Arrangements gerecht klasse produziert, nur ist es sicherlich nicht durch die Bank das, was die meisten Fans von Opeth erwarten. Andererseits darf man bei Opeth immer etwas neues erwarten und ob einem das nun zu hundert Prozent gefällt oder nicht, ist letztlich das Problem des Hörers. Ich jedenfalls gehöre auf keinen Fall zu den Leuten, die - überspitzt formuliert -, immer nur dasselbe von ihren Lieblingsbands hören wollen.

Und ich gebe fünf Sterne, weil "Deliverance" viele andere Metalalben immer noch um Längen schlägt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die beiden Seiten einer Band: Deliverance, 14. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deliverance (Audio CD)
Vorwort zu meinem Bewertungssystem:
Jedes Album wird von mir im Endergebnis mit einer Prozentangabe zwischen 0 und 100% bewertet, da das Amazon-System mit maximal 5 Sternen für mich unpassend erscheint. Im Grunde bekäme jedes Album welches ich rezensiere im Endeffekt 4 oder 5 Sterne, weswegen die prozentuale Angabe möglicherweise hilfreicher ist. (Warum sollte ich schließlich ein Album kaufen, welches mir nicht gefällt?)
Eine leere CD bekäme bei mir 50 %. Jeder Art von Musik die unter diese 50% fällt, würde von mir eher ausgestellt werden.
Die einzelnen Songs (sofern vorhanden) werden mit 0-10 Punkten bewertet. Am Ende wird aus diesen der Mittelwert gebildet und die Endwertung möglicherweise aufgrund der Gesamtatmosphäre des Albums und/oder der Lyrics gesteigert oder gesenkt.
Ich versuche jedes Album absolut frei von anderen Einflüssen zu bewerten und vergleiche, wenn überhaupt, nur mit anderen Werken desselben Interpreten.
Sofern es mir möglich ist, werde ich zudem immer auf etwaige Kommentare reagieren und sie immer dankend annehmen.

Opeth - Deliverance , 2002, Hauptsongwriter: Mikael Åkerfeldt, Genre: Progressive Death Metal - Progressive Rock

Zum Album:
Deliverance aus dem Jahre 2002 wurde zusammen mit seinem "Bruder", dem ruhigen Damnation aufgenommen und zeigt die eher harte Seite der -damaligen- Prog Death Band Opeth. Frontmann und Hauptsongwriter Mikael Åkerfeldt hatte die Idee die harten und ruhigen Seiten der Band als Doppelalbum zu veröffentlichen und wurde in dieser Idee vom engen Vertrauten und Produzenten aller Alben seit Blackwater Park Steven Wilson - seines Zeichens u.a. Mitglied und Gründer/Frontmann der Prog-Rock Band Porcupine Tree - unterstützt. Auf Drängen der Plattenfirma wurden die Alben jedoch, trotz der zeitgleichen Aufnahme, getrennt veröffentlicht. Somit erschien zuerst Deliverance und einige Monate später Damnation, was uns als Hörer im Grunde nicht stört muss.
Deliverance ist ein typisches Album dieser Phase Opeths. Sofern man überhaupt ein Album der Band als "typisch" bezeichnen darf. Es zeichnet sich, wie die meisten Werke der Band, durch die Symbiose aus Death Metal, Prog und ruhigeren Prog-Rock Passagen â la frühere Pink Floyd etc. und der Stimmgewalt Åkerfeldts aus. Unter allen Sängern im härteren Bereich der Gitarrenlastigen Musik gehört er mit Sicherheit zu den Besten, was sowohl das Growling als auch den melodischen Klar-Gesang angeht.
Nun aber genug der Vorrede, ran an die Songs:

Die einzelen Songs:

1. Wreath:
Gestartet wird in das Album mit einer wahren Dampfwalze von Song. Eingeleitet durch einen Drum-Fill ertönt der von Slides und dissonanten Akkorden geprägte Main-Riff. Auch die Stimme die direkt aus der Hölle kommen könnte (in jedem Falle positiv gemeint) lässt nicht lange auf sich warten. Der Song geht fliessend in einer der tänzerischen Melodien über, für die die Band bekannt und beliebt ist.
Im Grunde ist der gesamte Song ein guter Opener mit extrem hohem Death-Anteil. Clean-Vocals werden nur als Hintergrund-Gesang eingesetzt. Ebenso darf der typische, wenn auch recht kurze, Acoustic Break nicht fehlen.
Ich werde nicht weiter auf den Songaufbau eingehen, denn wie so oft heißt es bei Opeth: Anhören. Beschreibung ist eh nicht wirklich möglich. Insgesamt also ein guter Start ins Album, wenngleich nicht sonderlich herausragend. 8/10 Punkten

2. Deliverance:
Da ist er also. Der Song der seit dem Zeitpunkt des Erscheinens ein Publikums-Liebling und auch ein Aushängeschild dieser Phase Opeths ist. Und das absolut zurecht. Alle Merkmale der Band finden sich hier in perfektem Einklang. Der erste Hauptriff nach dem im Stakkato gehaltenen Intro gehört mit zu dem druckvollsten und auch härtesten was man von Opeth kennt. Der erste Acoustic-Break fährt mit einer der wundervollsten Gesangsmelodien eines Mikael Åkerfeldt auf und auch der weitere Verlauf des Songs bleibt absolut auf dem überirdisch hohem Niveau und zeigt, warum diese Band Meister ihres Faches waren und sind. Die Instrumentalarbeit ist, wie immer, auf einem hohen Grad, ohne aber in allzu technische Gefilde abzudriften. Ein wundervolles erstes Solo von Gitarrist Peter Lindgren sollte in diesem Falle alleine schon für sich sprechen.
Auch hier will ich nicht auf jede Minute des Songs eingehen, komme aber nicht darum herum das lange Outro, welches fast 4 Minuten lang durch die Boxen jagt besonders hervorzuheben. Eine wunderbare ruhigere Gitarrenmelodie auf der einen Seite und den typischen E-Powerchord im harten Stakkato auf der anderen Seite verschmelzen zu einem gleichzeitig sphärischem als auch treibendem Klangbild. Absolut gigantisch und trotz der doch extremen Länge für ein fast aussschließlich gleichbleibendes Outro niemals langweilig. Insgesamt ein wahres Monster von Song. 10/10 Punkten

3. A Fair Judgement:
Kann ein Song wie Deliverance auf diesem Album überhaupt noch getoppt werden? Ich behaupte: Ja!
Ganz ohne Death Vocals, ohne viele der Markenzeichen die die Band ausmachen und vielleicht sogar genau deswegen. Ich will zu A Fair Judgmement nicht viele Worte verlieren: Ein vom Piano geführtes Intro. Der gigantische Gesang Mikaels. Eine Gitarrenmelodie wie von einer anderen Welt und ein Outro, dass all das nochmal durch die Brutalität einfachster Powerchords in den Schatten stellt, wie es fast nur Opeth vermag. Der gewaltige Text sollte an dieser Stelle ebenfalls erwähnt sein. Wenn man überhaupt einen Anspieltipp, abseits des regulären "Alles" geben darf: Dieser Song ist es, obgleich er wie schon gesagt, ein wenig aus dem "Standard-Schema" - welches es ja irgendwie auch wieder nicht gibt...- der Band fällt.
Ich breche hiermit meine eigene Grenze und sage: 11 von 10 Punkten

4. For Absent Friends:
Und hier kommt das, eigentlich auf jedem Album der Band zu findende, kleine, ruhig gehaltene, Zwischenspiel. Instrumental, nur etwas über 2 Minuten lang und insgesamt ein schönes Stückchen Musik. Fällt nicht besonders auf, was aber wiedermals nicht negativ gemeint ist, und stellt einen kleinen Ruhepol zum nächsten Song dar. 8/10 Punkte gibt es auch hier.

5. Master's Apprentice:
Wir werden aus der Traumreise des vorhergehenden Stücks gerissen. Und wie! Der gewaltige, nahezu minimalistisch simple Main-Riff könnte mit seiner treibenden Kraft, die auch vor allem der Rhytmusfraktion der beiden Martins (Mendez und Lopez) zuzuschreiben ist, selbst Tote aufwecken. An dieser Stelle vielleicht ein guter Punkt, um anzumerken, dass Bass und Drums auf diesem Album auf ebenso hohem Niveau sind, wie alles andere. Diese treibende Kraft wird durch die stetigen Death-Vocals "There is a..." nochmals unterstützt. Wie schon beim Deliverance Outro: Gleichbleibend ohne jemals zu langweilen. Alles ist auch in diesem Song wieder alles vorhanden: Breaks. Gewaltige Riffs und wunderbarer Clean Gesang und spährische Passagen, in denen auch sehr deutlich die Stimme Steven Wilsons im Background Gesang zu erkennen ist. Live übrigens, genau wie der Titeltrack, ein absoluter Hit.
Hochwertige musikalische Kost, aber nicht ganz auf der Höhe von Deliverance. 9/10 Punkten.

6. By The Pain I See in Others:
Einer geht noch. Irgendwas experimentelles gefällig? Bitte sehr:
Verzerrte Death Vocals über einer akustischen Gitarre. Rückwärts abgespielte Songabschnitte nach langer Pause zum Schluss. (Der Song dauert im Grunde 10 Minuten bekommt dadurch allerdings weitere 3:50 Minuten Spielzeit). Noch mehr Zwischenabschnitte und Breaks als ohnehin schon auf den anderen Songs zu hören waren. Definitiv sehr experimentell. Ich sag es kurz: Einer der wenigen Opeth Songs, die mir nicht gefallen. Kein Fall für den Skip-Knopf, aber wenn ich das Album 7 Minuten vor Schluss abstelle, stellt es für mich auch keine tragische Situation dar. Hörts euch einfach an. Eine Prog-Band wäre keine Prog-Band, wenn sie nicht auch mal etwas versucht, was aus dem Raster fällt. Das Ganze ist ín diesem Fall für mich allerdings nichts. 6/10 Punkten.

Zusammenfassung:
Ein Album das alles vereint, was man von Opeth in ihrer Vor-Heritage Zeit (für die Kenner der Band) kennt. Eine Spielzeit von etwas über einer Stunde bei nur 6 Songs, ist in diesem musikalischem Genre zwar nicht unüblich, sollte aber in Zeiten, in denen andere Bands Alben unter 40 Minuten bei über 10 Songs veröffentlichen dennoch erwähnt sein. (Nicht zu vergessen, dass das zweite Album Damnation im Grunde noch dazu gerechnet werden müsste). Die Texte sind durchwegs auf hohem Niveau, sofern man etwas kryptischere Lyrics zu schätzen weiß und bis auf den letzten Song sind meiner Meinung nach nur gute bis großartige Stücke zu finden. A Fair Judgement in jedem Fall, sowie Deliverance gehören mit zu den größten Glanzmomenten der Band und sollte ich Ranglisten zu schätzen wissen (was ich nicht tue) wären diese beiden sehr weit oben.
Das Album verfolgt im Gegensatz zu einigen anderen Veröffentlichungen der Band (Still Life, Blackwater Park etc.) kein einheitliches Konzept und lädt damit für Leute, die Alben nicht immer im Gesamtkontext hören, auch zum Abspielen einzelner Songs ein. Das Album ist zwar definitiv in sich kohärent, jedoch nicht so stark wie etwa die gennanten Werke. Ich selbst bin besonderer Fan des Konzept-Prinzips bei dieser Band und vermisse somit die Zusammenhängenden Texte und Passagen. Allerdings nicht genug, um die Gesamtwertung bedeutend nach unten zu ziehen. Also direkt weiter zur...

Endwertung:

Mittelwert aller Songs: 8,6
Eine minimale Abwertung ergibt sich für mich, durch den letzten Song, der das Gesamtbild des Albums ein wenig zerstört. (Was natürlich auch gerne anders gesehen werden darf.) Wie schon geschrieben, werden ich das Werk natürlich nicht weiter Abwerten nur aufgrund der Tatsache, dass es kein Konzept-Album darstellt.

Insgesamt also: 85 % oder im Amazon-Prinzip: 5 Sterne

Anspieltipp (den ich bei dieser Band wohl nicht oft geben werde): A Fair Judgement

Auf eine gute musikalische Erfahrung.
Beste Grüße: Hippie

PS: Bei dem momentanen Amazon-Preis stellt es schon fast eine Pflicht dar, sich dieses Album, am besten gleich
mit Damnation, in den Einkaufskorb zu werfen.
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5.0 von 5 Sternen Perfekt abwechslungreicher Metal mit ruhigen Passagen zum entspannen!, 19. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deliverance (Audio CD)
Wer auf harte Gitarranriffs steht und auf Metalscheiben, die man immer wieder durchhören kann, der liegt bei Opeth goldrichtig! Bisher hat mich keine Scheibe enttäuscht und auf jeder gibt es mindestens einen Song, der für ein best of Metal ever Album geeignet ist! Unbedingt kaufen; vor allem bei 5€ in der Sparte 3 für15!!!!!!!!
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5.0 von 5 Sternen Mikael Akerfeld hat es wieder geschafft..., 13. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deliverance (MP3-Download)
mich mit einem hochwertigen und durchaus melancholischen Prog Death Album zu überzeugen.
Der Mann weiß genau wie man einem die schwedische Düsternis ins Hause zaubert.
Filigrane Melodien, gepaart mit Mikes bezauberntem Klargesang. Durchaus empfehlenswert für Fans
die gutproduzierte, aber auch kraftvolle Musik schätzen, die aus Tempowechsel und Stimmungsausbrüche stehen.
Auch Nicht-Fans sollten ein Ohr riskieren ;)
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5.0 von 5 Sternen Brachiale Schönheit, 12. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deliverance (Audio CD)
Was Opeth da wieder aus dem Hut gezaubert haben ist absolute weltklasse.
Allein das Drumintro des Albums setzt einen klaren Akzent: Hier brennt die Luft.
Nachdem das Lied Wreath seinem Namen alle Ehre gemacht hat kommt der Titelsong daher:
Deliverance bietet all das, wofür ich Opeth schätze.
Brachialen Deathmetal, mit schönen Jazzeinflüssen und alles in recht progressiver Form. Auch das gefühlt 4 Minuten dauernde Ende des Songs wirkt nicht ermüdend.
Einen Abbruch machen die folgenden zwei Lieder, die sehr ruhig daher kommen. Das Ende von "A fair judgement" baut nochmal richtig auf. Es stampft daher und klingt super majestätisch.
For absent friends ist die ruhe vor dem Sturm.
Master's Apprentice ist der absolute Höhepunkt des Albums.
Das hämmernde Intro weicht gegen Mitte einem schönen Progrock und geht dann gegen Ende nach einigen ruhigen Passagen in ein phänomenales Ende: Achtet auf das was der Herr Lopez da zaubert!
Einziger Schwachpunkt ist der letzte Song. Dieser beginnt viel versprechend, entpuppt sich aber schnell als viel heiße Luft um nichts. Das Abstruse Ende des Albums mit einigen rückwärts gespielten Versen von Master's apprentice hätte man sich sparen können.
Aber der Gesamteindruck zählt und der ist durchweg positiv.
Das Booklet kommt Düster daher, so wie man es sich erhofft hat. Hier und da ein Bild. Gut gemacht!
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5.0 von 5 Sternen Eines ihrer besten Alben, 2. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deliverance (Audio CD)
Der Anzahl der Rezensionen nach zu urteilen, wurde dieses Album bei den Fans nicht so hoch eingeschätzt, ist aber meiner Meinung nach eines ihrer besten.
Da geht teilweise richtig die Post ab und obwohl es als eines ihrer härtesten Alben gilt, fehlen auch hier nicht die ruhigen Passagen. Diese sind wie ich finde gerade auf diesem Album besonders gut mit den härteren Passagen verwoben. A Fair Judgement ist eines der besten Opeth-Stücke und das Artwork des Booklets mit den alten Wohnungseinrichtungsgegenständen gefällt mir auch sehr gut.

Wer sich für anspruchsvollen Progressive Metal interessiert, sollte hier mal reinhören.
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5.0 von 5 Sternen Unglaubliche Platte!, 12. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Deliverance (Audio CD)
Man kann nicht viel sagen, man muss es selbst gehört, erlebt und gefühlt haben. Jedes Opeth Album ist ein Meisterwerk für sich und fesselt mit ganz eigenem Flair und eigener Atmosphäre. Ein must have für jeden Fan und Fans anspruchvollen Metals!
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Deliverance
Deliverance von Opeth (Audio CD - 2006)
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