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5.0 von 5 Sternen Wiedergabe mit kompositorischer Intention, 14. August 2013
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Peter Grimes (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Peter Grimes ist unbestritten eines der wichtigsten Musikwerke des 20.Jahrhunderts. Und wie glücklich können wir uns schätzen, dass Britten selber diese Einspielung geleitet hat, muss man doch davon ausgehen, dass er seine Wünsche und Vorstellungen hier verwirklichen konnte.
Man sollte, mit Verlaub, vielen Verantworlichen in den Besetzungsbüros gerade diese Einspielung immer wieder um die Ohren hauen, die mit unschöner Regelmäßigkeit heute die Titelpartie mit viel zu schweren Tenören aus dem Wagnerfach besetzen. Kondition ist nur eine Voraussetzung für den Grimes; dass man auch mit vielen verschiedenen Charakterfarben zeichnen muss, zeigt Peter Pears, für den die Rolle ursprünglich geschrieben wurde, vorbildlich. Britten kannte die stimmlichen Möglichkeiten seines Partners und wusste, dass Pears sicherlich einiges zu singen im Stande war, aber sicherlich keine heldischen Wagnerpartien. Da täte aus heutiger Sicht ein Überdenken der Besetzungspolitik eventuell Not.
Auch das restliche Ensemble ist hervorragend besetzt wie auch das Covent Garden Orchester und der vielbeschäftigte Chor. Die Musik ist wunderbar vielschichtig und arbeitet immer wieder mit Zitaten, da erkennt man viel frühen Strauss (Salome!), aber Expressionismus von Debussy und Ravel. Dennoch hat Britten mit diesem Werk seine eigene Tonsprache begründet, die er später in weiteren kongenialen Werken fortgesetzt hat. Eine eindrucksvolle und wertvolle Einspielung.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Who can turn skies back and begin again?, 27. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: The Originals - Peter Grimes (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Der Anfang klingt sehr humorvoll und man könnte beinahe meinen es handele sich hier um eine Opera buffa. Doch bald wird man vom Gegenteil überzeugt. Im Verlaufe des Gerichtsverfahrens klingen immer wieder fröhliche Melodien zwischendurch. Spätestens das schöne Duett "The truth...the pity...and the truth" macht auf den Ernst der Geschichte aufmerksam. Das folgende Interlude (sowie angeblich alle Zwischenspiele auf Grimes Seelenzustand hindeuten sollen) hört sich dann bereits bedrohlich an und wird durch eine immer wieder kehrende auf und ab gehende Tonfolge begleitet, was sehr spannend wirkt und sehr gut das auf und ab bzw. das hin und her der Wellen darstellen könnte, immerhin nennt sich das Stück: "On the beach". Dieses Interlude geht nahtlos in einen Chor über, der weiterhin von den Melodien des Zwischenspiels untermalt wird. Wenn man bis hier hin gehört hat, kann man nicht anders, als sich den Rest der Oper anhören. Auch wenn Brittens "Peter Grimes" es wert wäre über jedes einzelne Stück oder jede Arie etwas zu schreiben, denke ich, dass das den Rahmen sprengen würde. Zu empfehlen und vielleicht etwas bevorzugt zu behandeln sind meiner Meinung nach z. B. alle Interludes, vor allem das erste und das vierte: eine Passacaglia, die äußerst gefährlich klingt und gegen Ende (etwa bei 4min16sec) mit den wahrscheinlich höchsten Tönen der Geigen eine bizarre Melodie erklingen lässt. Ansonsten ist das unter die Haut gehende "Now the Great Bear and Pleiades" noch ein Tip: eine Arie der Hauptfigur, die beinahe meditativ beginnt, dann etwas traurig wird und zwischendurch kurz einen plötzlichen Gefühlsausbruch hervorbringt. Was ebenfalls eine Gänsehaut erzeugt ist "Glitter of waves and glitter of sunlight", eine Arie (von Grimes' Freundin Ellen), die sich immer wieder auf geniale Weise mit einem Kirchenchor abwechselt. Wenn Grimes in "This unrelanting work" plötzlich gewalttätig wird, wird dies musikalisch passend und beinahe schockierend umgesetzt. Auch nennenswert ist die Arie "Embroidery in childhood..." und der spannende Chor "Who holds himself apart...", der (etwa bei 2min05sec) in einer dramatisch aber gewaltigen Gefühlsentladung gipfelt. Die inhaltlich zum Teil resignierende und zum Teil von allmählicher Verrücktheit gekennzeichnete Arie "Grimes! Grimes!" sollte vielleicht noch erwähnt werden. Zum Schluss der Oper erscheint dann perfekt wieder die Melodie des ersten Interludes zusammen mit einem Chor.

Für mich ist "Peter Grimes" eine äußerst kurzweilige, beeindruckende Oper, die zusammen mit Shostakovichs "Lady MacBeth of Mzensk" vielleicht die wichtigste Oper der Moderne ist.

Es gibt auch eine CD-Box dieser Aufnahme mit drei anstatt zwei CDs, einem ausführlicheren Booklet und Libretto in deutscher Sprache und besseren Fotos. Immerhin hat diese hier den Vorteil von einer CD weniger.
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