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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Head and shoulders above the rest
Gaiman legt hier seinen bislang umfangreichsten Roman vor - und es war natürlich spannend, ob er, der bislang eher (exzellente!)Kurzgeschichten und kurze Romane geschrieben hat, seine Stärken auch in der großen Form zeigen würde. Natürlich: die Sandman-Saga war vom Umfang auch schon mehr als episch angelegt.
Also diesmal ein großer...
Veröffentlicht am 15. Januar 2002 von Oliver Herzig

versus
3.0 von 5 Sternen Rambles on too much
It is not bad, in parts fun to read, some interesting ideas, but it is one of those books lacking a tight narrative. The book has a good start but at some point (two-thirds of the way through) my interest just waned and had to struggle through to the end just to see how it would end. I repeat it is not bad (the very end by the way being quite interesting after all), but...
Vor 1 Monat von rcml veröffentlicht


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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Head and shoulders above the rest, 15. Januar 2002
Rezension bezieht sich auf: American Gods (Gebundene Ausgabe)
Gaiman legt hier seinen bislang umfangreichsten Roman vor - und es war natürlich spannend, ob er, der bislang eher (exzellente!)Kurzgeschichten und kurze Romane geschrieben hat, seine Stärken auch in der großen Form zeigen würde. Natürlich: die Sandman-Saga war vom Umfang auch schon mehr als episch angelegt.
Also diesmal ein großer Roman. Das Genre ist, wie nicht anders zu erwarten war, (Dark) Fantasy. Und eines ist dem Leser ziemlich bald klar: eine derartig innovative, phantasievolle, unkonventionelle Stimme wie die Gaimans hat das Genre schon sehr lange nicht mehr hervorgebracht.
Der Roman ist erfrischend klischee-arm. Während z.B. Tad Williams in Otherland nur altbekannte Muster des Fantasy-Romans aneinander reiht, gelingt es Gaiman, aus den engen Grenzen der Fantasy auszubrechen und eine absolut eigenständige Gegen-Welt zu entwerfen, die ihre Wurzeln jedoch fest in unserem Alltag hat.
Einige der Motive und Themen des Romans sind zutiefst verstörend und beschäftigen den Leser noch lange nachdem er das Buch geschlossen hat. Obwohl es ein Buch über Amerika ist, regt es zur Beschäftigung mit europäischen Mythologien an. Gaiman gibt sich hier nicht mit einem oberflächlichen Niveau zufrieden, sondern greift tief hinein in die Welt der Mythen. Wichtiger aber noch ist ihm die Frage, was uns diese Mythen heute noch zu sagen haben. Und was die Sprache Gaimans angeht: die ist über jeden Zweifel erhaben (wenn irgend wie möglich, im englichen Original lesen!)
Fazit: Das Buch, das Tad Williams immer schon gerne geschrieben hätte. Spannend, klug ... und sogar ein bißchen weise.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neue und alte Gottheiten, 21. Juli 2002
Von 
Abby Normal - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: American Gods (Taschenbuch)
American Gods ist das zweite Buch, das ich vom Autor Neil Gaiman gelesen habe. Das erste war: „Don't Panic", eine Biografie über Douglas Adams. Dort überzeugte er mich durch eine gründliche Recherche, eine außergewöhnliche Beobachtungsgabe und einen amüsanten, guten Schreibstil.
Nachdem er mit American Gods (628 Seiten) seinen bisher längsten Roman veröffentlicht hat, wollte ich mich überzeugen, ob er im Bereich Fiktion die gleichen Qualitäten besitzt. Außerdem gab es für dieses Buch eine Gefallen-oder-Geld-zurück-Garantie vom Verleger: "As good as Stephen King or your money back." Ich konnte also nichts falsch machen... :)
Schon nach wenigen Seiten wusste ich, die Geldzurückgarantie werde ich nicht brauchen. Gaiman hat einen herrlichen Schreibstil mit Gedankensprüngen, die fast schon Douglas Adams würdig sind. Die Geschichte entspricht wohl dem "üblichen" Mystery-Fantasy-Genre von Gaiman:
Shadows Frau kommt zwei Tage vor seiner Entlassung aus dem Gefängnis bei einem Autounfall ums Leben. Ein seltsamer Mann, Wednesday, der alles über Shadow weiß, bietet ihm einen Job als seinen Beschützer an. Shadows Lage zwingt ihn, den Job anzunehmen. Von da an geschehen lauter skurrile Dinge. Nach und nach wird klar, dass Shadow es mit Göttern, Halbgöttern und Fabelwesen zu tun haben muss. Etwas unheimliches steht bevor. Nur was? Das bleibt dem Leser lange Zeit verborgen. Denn Shadow wirkt apathisch. Er interessiert sich nicht für die Hintergründe und Zusammenhänge der Aktionen, in die ihn Wednesday immer wieder bringt. Er versucht noch nicht einmal herauszufinden, wer dieser absonderliche, unheimliche Wednesday überhaupt ist, sondern folgt ihm bedingungslos. Dabei scheint sich Shadow noch nicht einmal über die merkwürdigen Vorkommnisse zu wundern.
Das treibt den Spannungsbogen im Mittelteil des Buches in die Knie. Nach einer kurzweiligen und originellen Einleitung, dröppelt die Geschichte vor sich hin. Trotz des sarkastischen Humors, Gaimans einzigartigen Einfallsreichtums und meisterhaften Umgang mit der Sprache in den einzelnen Episoden, zieht sich die Hauptgeschichte in die Länge. Das Buch ist meiner Meinung nach zu lang geraten. Zu lange bleibt Shadow (und damit der Leser) ahnungslos und kann die Zusammenhänge nicht erkennen.
Gaiman nimmt sich die Zeit, um eine neue, surreale Welt inmitten von Amerika zu schaffen. Dabei führt uns Gaiman unsere heutigen Werte und unseren Wertewandel auf amüsante Weise vor Augen.
Auf den letzten ca. 100 Seiten geht es dann endlich zur Sache. Endlich kommt die Mystery-Geschichte voll in Fahrt und die Fäden laufen zusammen. Jetzt, wenn man beginnt die Zusammenhänge zu erahnen und Theorien entwickeln kann, steigt auch wieder die Spannung auf höchstes Niveau, die sich bis zum überraschenden Ende konstant steigert.
Fazit: Über weite Strecken ist die Story zwar nicht besonders spannend, doch Gaimans Fantasie und Schreibstil machen manche inhaltlichen Schwächen im Mittelteil wett.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Traumwelten, 13. Juli 2008
Von 
Dodo (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 10 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: American Gods (Taschenbuch)
Das Besondere an Gaimans Werken ist, dass sie nicht wirklich von dieser Welt sind. Seine Geschichten spielen in einer Zwischenwelt - einem Traumzustand zwischen Mythos und Wirklichkeit, in dem Dinge möglich sind, die rational absurd erscheinen und die nicht auf ersten Blick in einer "logischen Reihenfolge" stehen.
Deswegen, so bemerkte ich, wirken Gaimans Geschichten auf neue Leser oft verwirrend oder schlicht sinnlos. Eine Freund, der "American Gods" las, drückte es zu Anfang der Lektüre so aus, dass er überhaupt keinen "roten Faden" entdecken könne. Doch schließlich "packte" es auch ihn und er sagte dann, dies sei eins der Bücher, die ihn wirklich nachhaltig beeindruckt hätten.
Ein bisschen zum Inhalt:
Shadow (ein sprechender Name) wird vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen, da seine Frau bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Er fragt, wozu er jetzt überhaupt noch frei herumlaufen will, denn er hat nichts mehr: keine Frau, die er über alles liebte, keinen Job, kein Geld, keine Familie, keine engen Freunde. Er macht sich auf eine Reise ohne Ziel, dabei begegnet er dem Dumbledore-haften Wednesday, der von sich behauptet (zu Recht, wie man später weiß) der Gott Wodan zu sein und der ihn als Bodyguard anstellt. Shadow prügelt sich für Wednesday u.a. mit irischen Kobolden und Streetkids-Gottheiten. Zugleich steigt Shadows Frau aus dem Grab und macht sich auf die Suche nach ihm, denn sie muss ihm etwas Wichtiges sagen (eine bizarre Cathy/Heathcliff Variante, die aber funktioniert). Shadow lernt noch andere Gottheiten kennen, zum Beispiel Thot = Mr Ibis, der als Bestatter arbeitet und einen rustikalen Slavengott, der sich als Schlachter durchschlägt.
Zwischen den Abschnitten dieser Haupthandlung streut Gaiman Rückblicke ein, in denen er beschreibt, wie die alten Götter nach Amerika kamen: der Glaube und die überlieferten Mythen der Einwanderer brachten sie mit. Auch hier kann man fragen, was soll das? Was das soll: Gaiman zeigt, wie unsere Vorstellung Gestalten hervorbringt, die so real werden, dass man am Ende "weiß", wie sie in bestimmten Situationen agieren, wie ihr Charakter ist - weil sie ein Teil von uns selbst sind.
Am Ende des Romans muss sich daher Wodans Mythos vollziehen, wobei Shadow die zentrale Rolle übernimmt und sich selbst zu einer Art Gott macht.
Natürlich bleibt das Buch am Ende doch irgendwie rätselhaft, aber gerade das sollte gute phantastische Literatur ausmachen: dass nicht alles unbedingt "geklärt" werden muss. Denn auch ein Traum ist zwar deutbar, kann aber nicht mit realen Ereignissen gleichgesetzt werden.

Etwas Hilfe gibt Gaiman schließlich in der Novelle "Monarch of the Glen" in seiner Geschichtensammlung "Fragile Things": hier erklärt er das sich Wiederholende des Mythos (das "Ungeheuer" wird immer wieder besiegt und lebt doch immer wieder, um wieder besiegt zu werden) und gibt einen Hinweis darauf, wer Shadow wirklich ist.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In Gods own Country, 9. September 2002
Rezension bezieht sich auf: American Gods (Taschenbuch)
Neil Gaiman ist mir zufällig bekannt geworden, er ist für mich einer der wenigen, wirklich interessanten Comicautoren, der keine kleinen Bildgeschichten erzählt sondern die Grenzen und Formen auflöst. Hier habe ich ihn das erste Mal als Romanautor kennengelernt, und es wird ganz sicher nicht das letzte Buch gewesen sein, das ich von ihm lese.<Gaiman fügt die Geschichten dieser Götter in Zwischenkapiteln ein. Als Wednesday stirbt und Shadow nahe am Tod steht, ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende und nähert sich einem rasanten Showdown, noch einigen Ueberraschungen...
Neil Gaiman hat ein tolles Buch geschrieben, spannend, von nicht zu übertreffender Fantasie und voller Klugheit und Intelligenz, gesegnet mit formalen Mitteln, voller Gefühl für Tempo, Sprache und Atmosphäre und nicht zu unterschätzen auch einigem Humor. Er riskiert viel und gewinnt - er könnte leicht die Grenze zur Peinlichkeit überschreiten, doch Gaiman erzählt eine Geschichte von geschlossener Logik und er erzählt uns von lebendigen Gottheiten und Mythen. Damit steht er für mich nahe an Haruki Murakami, insbesondere Mr Aufziehvogel, wo die Grenzen zwischen Realität und Fantasie, Geschichte und Gegenwart immer wieder fliessend verlaufen.
Schön, dass solche Bücher noch geschrieben werden, man kann wieder an die Kraft der Literatur und der Imagination glauben. Ich freue mich schon auf das nächste Buch von Neil Gaiman.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Crash-Kurs in Theologie, 21. Juli 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: American Gods (Taschenbuch)
Was Sie schon immer über Götter wissen wollten... erfahren Sie bei Gaiman natürlich auch nicht. Es ist durchaus hilfreich, schon vorher einiges über die diversen Götterfamilien aller in den USA versammelten Völkerschaften zu wissen, um nicht ständig im Dunklen zu tappen. Dunkel genug ist die Geschichte ohnehin. Sie ist Gaiman-typisch liebevoll erzählt. Jede Nebenfigur bekommt ihre eigene, erwartungsgemäß tragische Geschichte. Die meisten der fast 600 Seiten sind kurzweilig bis spannend, so um die 50 hätte ich gern herausgekürzt. Sie wirkten als sparsam beschriftete Comic-Seiten in meiner Vorstellung besser als in der Textform. Überhaupt hat man zuweilen das Gefühl, die Vorlage für einen Comiczeichner zu lesen (eventuell ein Vorurteil durch zu viel Sandman...).
Wer Sandman und Neverwhere mag, wird sehr wahrscheinlich auch dieses Buch mögen. Wer wissen möchte, wie der Amerikanische Traum auf uralte Gottheiten wirkt, wird eine originelle Welt hinter der normalen Welt finden. Im Zweifelsfall lieber nach Island auswandern...
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5.0 von 5 Sternen Easy to read fiction novel, 17. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: American Gods: A Novel (Gebundene Ausgabe)
It's really no new idea gods need humans to believe in them but here we can learn what they're going to do so they won't be forgotten and die.
We have this sympathic excon who just lost everything and is about to discover a whole new 'old world'.
Sometimes it is a little bit distracting when Gaiman jumps from one scene to an other but thanks to him in the end everything is totally clear and I was asking myself why I hadn't thought about this myself. Afterwards it seems so obvious.
There is one think I didn't like about this book but it's a problem Gaiman has very often.
The end is sort of anticlimatic.
I was waiting for the great showdown but suddenly the book was at an end.
But despite this little drawback it was one of the greatest books I've read so far (second to some of the other Gaiman-Novels).
Read it and if you like it wait for the spin-off Anansiboy...
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Ideenfeuerwerk in der Götterwelt, 20. November 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: American Gods (Taschenbuch)
Es ist diese elegante Verquickung von Roadtrip, Göttersage und Mystik, verbunden mit einem ganz neuen Blickwinkel auf das nordische Götterpantheon, die Amercan Gods so einzigartig macht.
Bei diesem Buch hat sich der Autor wieder selbst übertroffen! Die Geschichte, die anfangs noch so ziellos erscheint, gewinnt schnell an Fahrt, und der Leser möchte
nicht mehr aussteigen. Besonders hervor zu heben sind die unheimlich vielen cleveren Ideen, mit denen er schon bekannt geglaubten Sagenfiguren neues Leben einhaucht und sie so perfekt in die heutige Zeit transferiert!
Dieses Buch kann man einfach nicht mehr aus der Hand legen! Wer auf abgefahrene, neu interpretierte Götter und Sagen steht,dem sei gesagt: Zugreifen!!!
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meister der Nebenwelten, 18. März 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: American Gods (Taschenbuch)
Das erste, was ich von Neil Gaiman in die Finger bekam, war die Kurzgeschichte "Babycakes". Auf nur ein paar Seiten entfaltete er eine wahrhaftige Vision, die den Namen Horror verdiente, in seiner ursprünglichen Bedeutung. Fortan las ich alles, was ich von Gaiman vor die Netzhaut kriegen konnte.
"American Gods" nun ist etwas länger als "Babycakes". Was jeoch auch hier wieder zu Tage tritt, ist Gaimans fast unheimliches Talent dafür, den Leser unmerklich zu einem Teil der Geschichte werden zu lassen. Ihm gelingt es meisterlich, wie schon in "Neverwhere" eine neue Welt erstehen zu lassen. Er breitet vor unseren staunenden Augen eine Nebenwelt der urbanen und ruralen amerikanischen Sagen- und Götterwelt aus, die zu beschreiben ich hier gar nicht erst versuche.
Wo ich anfangs noch über den Namen des Protagonisten ("Shadow") schmunzelte, merkte ich bald, dass ich längst wusste, warum dieser Mann "Shadow" ist, weit bevor das im Buch explizit thematisiert wird. Und das trifft auf viele Gegebenheiten im Buch zu.
Gaimans Stil ist nie bemüht oder effekthascherisch. Der Autor scheint sich gar keine Gedanken über Struktur und Erzählstrategien gemacht zu haben. Er erzählt einfach. Es scheint so, als habe Gaiman die Geschichte ganz einfach heruntergeschrieben. Leicht, manchmal etwas schwelgerisch, immer detailliert und oft einfach nur atemberaubend.
Wenn etwas so leicht wirkt, dann war es meist sehr schwer! In diesem Fall hiesse das, dass Gaiman sich beim Schreiben von "American Gods" das Herz herausgerissen haben müsste.
Glücklicherweise hat er das nicht getan. So können wir uns alle auf "Anansi Boys" freuen, den Folgeroman.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gods save America!, 26. Juli 2002
Rezension bezieht sich auf: American Gods (Taschenbuch)
Was passiert eigentlich mit Göttern, wenn ihre Gläubigen in ein anderes Land auswandern oder verschlagen werden? Ganz klar, sie reisen in den Köpfen und Herzen mit.
Aber was passiert, wenn sie in Vergessenheit geraten und von anderen, neuen Göttern ersetzt werden? Sie suchen sich einen Beruf und leben für die schnelle Anbetung zwischendurch.
Durch "Good Omens" von Terry Pratchett und Neil Gaiman bin ich auf die Bücher gestoßen, die Gaiman allein geschrieben hat. Sie sind zwar wesentlicher esoterischer, aber nicht weniger lustig, anarchisch oder fantasievoll als Pratchetts und haben deutlich mehr Tiefgang.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine lange Reise, 21. August 2009
Rezension bezieht sich auf: American Gods (Taschenbuch)
Vorab: Die Ausgabe von "American Gods", über die ich hier schreibe, ist die englische Version, und zwar der "Author's preferred text", der offenbar umfangreicher ist als die Version, die die ganzen Preise gewonnen hat. Gemäß der üblichen amazon-Politik wird diese Rezension aber sicher auch bei anderen Versionen des Buches aufscheinen. Nur mal zur Klärung.

Ich bin nicht unbedingt ein Originalversions-Purist, in diesem Fall hab ich die englische Version gekauft, weil ich gleichzeitig auch "Anansi Boys" (auf deutsch) erstanden habe, und ich war der Meinung, "American Gods" müsse vorher gelesen werden. Ist übrigens nicht wirklich nötig, aber sei's drum.
Jedenfalls habe ich den Eindruck, dass man schon halbwegs gepflegte Englisch-Kenntnisse braucht, um mit Gaiman zurechtzukommen. Nicht gerade perfektes, aber doch fortgeschrittenes Englisch würde ich voraussetzen, um das Buch genießen zu können.
Das Problem, das andernfalls auftritt, ist, dass das Buch Längen bekommt, weil die Lesegeschwindigkeit einfach viel niedriger ist. So ging es zumindest mir stellenweise, obwohl mein Englisch in Ordnung ist.

Kurze Inhaltsangabe: Der eigentlich harmlose Sträfling Shadow kommt aus dem Gefängnis, wenige Tage nachdem seine Frau auf sehr unschöne Weise bei einem Unfall ums Leben kam. Vielleicht mangels Perspektiven lässt er sich von einem Typen namens Wednesday anheuern, der ihm eine Reihe sehr seltsame Leute vorstellt, von denen sich bald herausstellt, dass es sich um alle möglichen Götter handelt, die von den Menschen aus der Alten Welt in die USA "importiert" wurden. In weiterer Folge zeigt die Entwicklung der Geschichte, wie sich ein Krieg zwischen diesen alten und den neuen Göttern (wie Fernsehen, Internet, ähnliche Sachen, die Menschen inzwischen anbeten) anbahnt, und welche Rolle Shadow dabei spielt.

Das Buch hat mich richtiggehend fasziniert, trotz der Längen, die es für mich - wegen erwähnter Unzulänglichkeiten meinerseits - hatte. Die Sprache Gaimans erlaubt es dem Leser, sich die Orte und Geschehnisse sehr gut vorzustellen, und die Story wird bald richtig mystisch, und zwar nicht nur wegen der Götter, sondern auch wegen der interessanten Menschen, die Shadow auf seinem langen Weg trifft.
Ebenfalls als sehr gelungen empfand ich die Entwicklungen am Ende, die doch überraschend waren. Ich behaupte nicht, alles verstanden zu haben, was der Autor mit seiner Geschichte übermitteln wollte, aber auf jeden Fall bereitete die Lektüre großen Spaß und hinterließ ein gutes Gefühl.

Wem würde ich das Buch empfehlen? Hm. Also, Gaiman ist meines Wissens ein Freund der Arbeit von Douglas Adams, was mal ein guter Hinweis ist. (Eher die Dirk-Gently-Geschichten.) Stil und Aufbau erinnerten mich fallweise auch an "Fool on the Hill" oder "Set this house in order" von Matt Ruff. Die Idee mit den Göttern, die Macht durch Anbetung gewinnen, kam schon mal bei Pratchett vor, aber allzu ähnlich sind sie sich m.E. nicht. (Obwohl sie in Ein gutes Omen: Der völlig andere Hexen-Roman sehr gut zusammengearbeitet haben.)
Wer seinen Geschmack hier repräsentiert sieht, sollte dieses Buch wirklich lesen.

Ich hoffe, mit diesen Ausführungen ist was anzufangen.
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American Gods
American Gods von Neil Gaiman
EUR 4,10
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