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4.0 von 5 Sternen Real anmutend, aber leider mit mancher Länge/Kürze, 16. Juli 2007
Von 
Grauwolf - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Das Werk "The Broken Lands" von Robert Edric ist in erster Linie ein Roman und kein Buch der Fakten. Dessen sollte man sich unbedingt bewusst sein wenn man es kauft und auch noch mehr wenn man es liest. Es sollte auch definitiv nur als Roman beurteilt werden, auch wenn gerade das angesichts des interessanten und realen Themas doppelt schwer erscheint.

Der Hintergrund ist die reale Franklin-Expedition in den 1840er Jahren. Ziel war die Erkundung der Nordwest-Passage im Norden Kanadas (Arktis) vom Atlantik in den Pazifik. Dabei stieß die Expedition in unkartiertes Gebiet vor. Vielerlei Faktoren führten zum Scheitern. Das mysteriöse Verschwinden der Schiffe nebst ihrer Crews beschäftigte nicht nur die Zeitgenossen. Die Legende lebt bis heute. Der Mangel an schriftlichen Zeugnissen trug sehr viel dazu bei. Nur 2 Berichte wurden jemals gefunden, von denen insbesondere der letztere sehr tragisch ist. Er berichtet von Franklins Tod, unverhältnismäßig vielen Toten bei Offizieren und Mannschaften und von der Aufgabe der im Eis eingeschlossenen Schiffe nach mehreren Wintern. Die Überlebenden planten, etliche Meilen nach Süden zum kanadischen Festland zu marschieren um dem Eis zu entkommen und bei den Handelsvorposten Hilfe zu finden. Niemand überlebte den Todesmarsch dorthin und es ist bis heute unklar, wie weit die fittesten überhaupt gekommen sind. Die Überreste jener Männer sind bis heute weit in dem Gebiet verstreut.
Auf diesen wenigen Fakten baut Robert Eric seinen Roman auf. Der Leser nimmt aus Sicht des dritthöchsten Offiziers James Fitzjames an der Expedition teil. Später nach Franklins Tod kommandiert jener Offizier die HMS Erebus, eines der beiden eingeschlossenen Schiffe.

Gerade der Mangel an definitiven historischen Fakten und Berichten sowie das bekannte Schicksal der beiden Crews machen das Buch zu keiner leichten Lektüre. Diesbetreffend tritt genau das ein, was auch real eingetreten ist. Edric ist um Authentizität bemüht. Leider steckt der Teufel im Detail. Es hagelte z.B. Kritik, weil zum Beispiel ein Offizier bei ihm länger lebte, obwohl von realen Suchexpeditionen nachweislich das Skelett auf einer nahen Insel gefunden wurde, was nahezu beweist, dass er bei der realen Expedition früher gestorben ist. Oder ein Charakter, der an sich laut von Expeditionsmitgliedern zu früheren Zeitpunkten abgeschickten Briefen relativ beliebt war, ist plötzlich im Buch böse. Auch in der Interpretation was auf bzw. während diesem Fussmarsch passierte, ist Edric relativ frei. Dies mag ebenfalls manchen Leuten aufstoßen, aber wie oben geschrieben handelt es sich eben um einen Roman.
Natürlich fällt es schwer, sich von dem realen Bild zu lösen, das man sich vielleicht nach dem Konsultieren etwaiger historischer Fachliteratur von einzelnen Leuten gemacht hat. Ebenso fällt es dahingehend schwer, Edrics Vorstellung vom Ende seines Protagonisten und einiger anderer zu akzeptieren. Die Namen sind eben gleich mit den realen Personen, aber wenn man sich einmal davon gelöst hat, ist das Buch recht gut. Es hat leider einige Längen und ist gleichzeitig an anderen Stellen zu kurz geraten, aber alles in allem hat man das Gefühl dabei zu sein. Man spürt die Kälte auf der Haut, weil Robert Edric einen meiner Ansicht nach sehr schönen Sprachstil auf hohem Niveau hat. Die Handlung tut insbesondere deshalb manchmal weh wenn man mit den Charakteren fühlt. Hoffnungslosigkeit, Trauer, Angst Verzweiflung... Hinter allem steht leider immer der Gedanke, dass manches eben doch so gewesen sein könnte. Es liegt wohl nahe, dass zumindest diese Gefühle der Realität entsprechen. Einige der Todesszenen sind ebenfalls nicht nett, aber etwas anderes darf man bei einem Werk zu einem solchen Thema eben nicht erwarten. So etwas ähnliches werden die Seeleute auch damals gesehen haben. Wer damit nicht umgehen kann, sollte die Finger von diesem Buch lassen.

Mein Fazit ist, dass ich "The Broken Lands" auf jeden Fall behalten und sicherlich noch einmal lesen werde, nur noch nicht allzu bald. Einige der heraufbeschworenen Bilder und Gefühle werden mich wohl noch einige Zeit begleiten. Gerade weil es trotz allem real anmutet. Künstlerische Freiheit und kleine Fehler müssen bei einem historischen Roman definitiv erlaubt sein, denn Nobody is perfect. Für das Buch war es eigentlich nicht relevant, denn es muss in sich eine Einheit bilden und das tut es.
Einen Stern Abzug gibt es eigentlich nur, weil eben die Längen manchmal relativ unschön waren und an wesentlichen Stellen dafür etwas fehlte.
Ich war alles in allem sehr froh, das Werk in Originalsprache gelesen zu haben. Bei einer Übersetzung wäre das Flair vermutlich kaum 1:1 herüber gekommen.
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