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am 22. September 2009
Trotz mancher Einwände ist diese Aufzeichnung einer Aufführung von "La clemenza di Tito" von den Salzburger Festspielen unbedingt sehenswert.

Zunächst: selten wurde die Arkadenwand der Salzburger Felsenreitschule so sinnvoll theatralisch ausgenützt - als mehrstöckiger, offensichtlich in Bau befindlicher Palast des Kaisers Titus, variabel bespielbar und faszinierend ausgeleuchtet. Martin Kusejs Regie hat ihre Stärken im Zusammenspiel und der Psychologisierung der Charaktere, unterstützt wird er dabei von seinen allesamt auch darstellerisch überzeugenden Sänger/innen. Leider wird halt auch in dieser Aufführung nicht auf so manches Mätzchen des sogenannten Regietheaters verzichtet: da muss Michael Schade als eigentlich milder Titus offensichtlich auch wahnsinnig sein und wild die Augen rollen; irgendwann stehen ein paar Kinder herum wie in "Sixth Sense", am Ende liegen diese auf gedeckten Tischen zwischen ihren Eltern. Allmählich würde auch so mancher Regieeinfall Untertitel brauchen...
Jedoch: die Freude an der musikalischen Umsetzung kann nicht getrübt werden. Alle sechs Sänger/innen sind schlichtweg grandios, kaum will man jemanden hervorheben. Vielleicht Dorothea Röschmann: sie rast mit Selbstentäußerung durch die Handlung und opfert der Wahrhaftigkeit der Darstellung auch so manchen Ton - eine große Leistung. Oder Elina Garanca: damals noch unbekannt, wenn auch ein viel versprechendes Talent, hier aber bereits in jeder Phrase eine fertige und überzeugende Figur. Harnoncourts Mozart kann wild, knallig, tragisch oder zärtlich sein, aber immer ist die Musik Ausdruck tiefster innerer Zustände.
Die DVD besteht aus zwei Discs, technisch makellos, Untertitel in fünf Sprachen. Brian Larges Bildregie bewährt sich gerade in so einer bewegten, psychologisch angelegten Inszenierung.

Alles in allem also sehr sehens- und hörenswert: eine theatralisch effektvolle Inszenierung mit manchen Absonderlichkeiten, musikalisch ein Aufenthalt im Mozart-Himmel.
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Die Inszenierung von Martin Kusej in der Felsenreitschule Salzburg 2003 ist von der Konzeption eine bis in feinste Details der Figurenzeichnung und personendramatischen Akzentuierung , suggestiv involvierende Umsetzung des Stoffes , athmosphärisch dicht und substanzvoll. Schauspielerisch agieren alle Sänger auf hohem Niveau. Die Stimmenbesetzung ist ein absoluter Höhepunkt, sodaß in der Gesamtheit der Ensembleleistung als besonders herausragend zu benennen sind, Dorothea Röschmann als präsente Vitelia sowie Elina Garanca als Annio, mit balsamischem Mezzofluß in der Stimme und Vesselina Kasarova als Sesto auch mit weicher Mezzotimbrierung und involvierender Attacke im Ausdruck. Harnoncourt mit den Wiener Philharmonikern wie immer, interpretatorisch auf den Punkt intonierend. Eine Aufführung, die man gesehen haben sollte.
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am 6. August 2006
Diese Darbietung der relativ wenig bekannten Mozart-Oper ist eine Sensation. Vesselina Kasarova und Dorothea Röschmann spielen und singen ihre Rollen begeisternd, nur äußerst selten kann man in jeder Hinsicht so überzeugende Leistungen in einer Operninszenierung erleben. Auch alle übrigen Darsteller sind exzellent, lediglich Michael Schade überzeugt schauspielerisch nicht und weist bei einigen Arien Schwächen auf. Nikolaus Harnoncourt, Garant für höchste Qualität bei der Interpretation von Mozart, übertrifft sich selbst, und auch die Inszenierung ist den großartigen musikalischen Leistungen angemessen. So wird Tito zu einer der eindrucksvollsten und schönsten Opern aus Mozarts Feder!
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am 15. Juli 2008
Wie soll man da einen klaren Kopf behalten ? Bei diesen Sängern ?

Vielleicht nicht Titus selbst,obwohl Michael Schade für mich weit über Eric Tappy rangiert, der diese Partie bei Levine singt.

Aber Röschmann, Garanca, Bonney und dann die Kasarova. Sie verdrehen einem mit Spiel und Gesang ganz den Kopf. Allein wegen dieser Sänger muss man diese Aufführung kennen.

Kusej insceniert scheinbar gegen den Strich. Es war eine Huldigungsoper, 1791, in Prag für den neuen Kaiser, und, wie jede opera seria, steht sie völlig im Schatten ihrer benachbarten Opern, Cosi und Zauberflöte.

Kusej macht daraus das Gegenteil ( als wenn er die der Fama nach getätigte Äusserung der Kaiserin, eine " deutsche Schweinerei", bestätigen wollte).

Hier ein Auszug aus der Kritik."Darum, so Harnoncourt und Kušej, geht es in «La clemenza di Tito»: um das Zuviel des Guten, das restlos gefangen setzen, aber auch rasend machen kann. Sie sehen das Werk gerade nicht als die Huldigungsoper, als die es 1791 anlässlich der Krönung des habsburgischen Kaisers Leopold II. zum böhmischen König in Prag bestellt und uraufgeführt worden ist. Auch nicht als Aufforderung an den Nachfolger Josephs II., die aus Frankreich in die Doppelmonarchie eingedrungenen gesellschaftlichen Errungenschaften zu respektieren und als aufgeklärter Herrscher zu regieren. Mit Nachdruck weisen sie vielmehr auf den kritischen Stachel hin, den sie in dem Stück sehen - und der, unbewiesener Überlieferung gemäss, die Kaiserin Maria Luisa zu der harschen Verurteilung als «porcheria tedesca» verleitet haben mag."
Das Verlogene des Gutmenschentums steht im Mittelpunkt der Inscenierung.
"So zeigen sie denn die «clemenza» nicht als Tugend, sondern als ein besonders raffiniertes, weil durch den Mantel der moralischen Ambition verkleidetes Instrument der Machtausübung; wo so viel Güte herrscht, bleibt dem damit Bedachten kein Ausweg. Und Titus erscheint als ein Kaiser, der nicht der Gütige ist, sondern ihn spielt und hart an diesem Image arbeitet; der mehrstöckige Palast, mit dem Jens Kilian die Riesenbühne der Salzburger Felsenreitschule ganz nah an den Betrachter heranführt und bedrohlich in die Höhe zieht, ist daher noch voll im Bau. Die wahre Natur des Herrschers kommt in seinem Helfershelfer Publius zum Ausdruck, den die Kostümbildnerin Bettina Walter teils als furchterregenden Kardinal, teils als Henker mit schwarzen Handschuhen zeigt."
Dies ist ein durchaus verstehbarer Ansatz. Dem Herrscher huldigen, ist heute doch reichlich fern und überholt, die Gefahr des Bösen im Guten reflektieren, ist ganz angemessen, zumal in dieser Zeit in Namen des Guten angefangen wurde, zu morden."Während der Französischen Revolution wurde die Guillotine per Dekret der Französischen Nationalversammlung vom 20. März 1792 als einziges Hinrichtungswerkzeug eingeführt."

Ich räume ein, diese Inscenierung und auch die musikalische Umsetzung( darüber könnte man noch manches Wort verlieren) sehe ich WEGEN der SÄNGER. Was für ein Genuss !
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TOP 500 REZENSENTam 11. Dezember 2006
La clemenza di Tito - Mozarts letzte Oper, die parallel zur Zauberflöte entstanden ist - war bei den Salzburger Festspielen zuletzt in den 90er Jahren als psychologisches Kammerspiel im Kleinen Festspielhaus zu sehen.

Für die Neuinszenierung wählte man statt dessen die Felsenreitschule, in die eine riesige Kulissenlandschaft gebaut wurde, deren Ausmaß man auf der DVD allenfalls erahnen kann:

Ein Beton-Rohbau, die Bauruine eines überdimensionierten Palastes des Titus, von dem nur ein Saal fertig geworden ist. In dieser grauen Landschaft bewegen sich die größtenteils seelisch tief verletzten Charaktere der Oper teils wie im Fieberwahn (wobei Schwindelfreiheit vorausgesetzt ist). Das ist oft ein-, teilweise sogar erleuchtend, oft aber auch dermaßen übertrieben, dass es seine Wirkung verfehlt:

Insbesondere der Titus muss agieren wie ein Fall für die Irrenanstalt - und lässt einen dadurch fast kalt: Statt Mitleid mit einem an seinen eigenen Ansprüchen verzweifelnden Herrscher fühlt man Abscheu. Das mag von der Regie beabsichtigt sein, vom Komponisten, dessen große Kunst ja nicht zuletzt darin bestand, immer die Menschlichkeit seiner Figuren zu betonen, sicherlich nicht.

Dazu kommt ein Schlussbild von geradezu erschreckender Geschmacklosigkeit - eine völlig überflüssige Kannibalismus-Szene. Insgesamt muss man also konstatieren, dass hier ein beeindruckendes Bühnenbild und ein im Prinzip einleuchtendes Konzept im Endeffekt der Eitelkeit und mangelnden Subtilität des Regisseurs zum Opfer fallen.

Bei den Sängern dagegen bleiben mit einer Ausnahme kaum Wünsche offen: Insbesondere Michael Schade als Titus beeindruckt nicht nur als enorm engagierter Schauspieler (für die Regie kann er nichts), sondern auch eleganter Sänger, Dorothea Röschmanns Vitellia wandelt sich von der kalten Furie zum Mitleid erregenden Häufchen Elend mit leuchtender Sopranstimme, Elina Garanca lässt einen bedauern, dass ihre Rolle nicht größer ist.

Damit bleibt noch Vesselina Kasarova als Sesto. Die Sängerin verfügt über eine wunderbar volle, weiche Altstimme mit viel Reserven nach oben und einer großen Beweglichkeit - und bringt damit alle Voraussetzungen dafür mit, eine große Interpretin dieser eigentlichen Hauptrolle der Oper zu sein.

Leider hat sie sich in den letzten Jahren einen Hang zum Manierismus zugelegt, der sich darin äußert, dass sie ihre Stimme ständig zwischen pianissimo und fortissimo schwanken lässt und einem die technischen Schwierigkeiten ihrer Rolle praktisch auf dem silbernen Tablett serviert, statt sie wie von Mozart komponiert zur Charakterisierung der Figur zu benutzen. Dadurch wirken ihre beiden großen Arien wie Zirkusnummern. Dieser Sesto lässt mich völlig kalt.

Und da nun einmal mit dieser Rolle die Oper steht und fällt, kann mich diese Aufnahme des Titus, die auf der Bühne durchaus beeindruckend war, als DVD nicht überzeugen.
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